Donnerstag, 12. Juli 2012

SCORPIUS GIGANTUS (2005 Tommy Withrow)


In der Hoffnung Uran zu ergattern, erobern russische Terroristen einen Militärtransport. Der hatte jedoch ein Gen-Experiment an Bord, welches freigelassen nun munter mordet und sich fleißig vermehrt. Zudem wird die Mixtur aus Skorpion, Kakerlake und weiterer DNA immer größer...


Kakerlake mit Aszendent Skorpion...

Roger Corman mischt auf dem Markt des billig heruntergekurbelten Monsterfilmchens nun schon bereits seit der 50er Jahre als Produzent erfolgreich mit und ist auch in der enorm wachsenden Tier-Horror-Welle der 90er und der 00er Jahre rege beteiligt. Dank Firmen wie Nu Image und jüngst The Asylum schrumpft das Niveau dieser Filme immer weiter zusammen. Dachte schon manch einer den Tiefpunkt dieser Dekade in Cormans „Carnosaurus“-Fortsetzungen gefunden zu haben, zeigten erst diese Firmen wie billig ein Film doch noch produziert sein kann.

Schaut man sich den Beginn von „Scorpius Gigantus“ an wird uns nach einem elektrisch flott musizierten Vorspann eine Explosion aus dem Computer vorgesetzt, die schlimmste Vermutungen bestätigt. Das an Lächerlichkeit nicht zu unterbietende Spezial-Effekt-Spektakel ist eine Beleidigung an die Augen eines jeden Film-Fans und tatsächlich mit den Tricks der oben genannten Firmen besagten Sub-Genres zu vergleichen. Corman, was tust Du uns nur an, denke ich mir, während ich kurze Augenblicke später eine computeranimierte Kreatur durchs Bild huschen sehe, die optisch wie geistig ähnlichen Schmerz verursacht wie besagte Explosion. Roger, was bist Du tief gesunken im hohen Alter.

Wie das als Hobby-Filmrezensent so ist, bastelte ich mir im Geiste schon einen Nachruf an einen Mann zusammen, der einst charmantes Alternativprogramm produzierte. Ich hatte „Scorpius Gigantus“ schon abgeschrieben und sah keine Hoffnung mehr für ihn, doch es geschehen manchmal Zeichen und Wunder. Ich weiß nicht ob Corman erst später zu diesem Produkt hinzugestoßen ist, oder ob die ersten Szenen schnelle Nachdrehs waren, aber alles was nach diesem Desaster passiert ist wesentlich bekömmlicher ausgefallen.

Freilich bleibt „Scorpius Gigantus“ ein seltendämlicher Film mit vorhersehbarer Story, Klischeecharakteren und quantitativen Schauwerten, aber zumindest kam man auf die Idee CGI mit klassischem Plastikpuppen-Monstertrick zu mixen, und so fallen die Monsterszenen, das Kernstück eines jeden Streifens dieser Art, doch noch charmanter aus als vermutet. Selbst spätere computeranimierte Szenen sehen, bezogen auf das hier vorliegende Produktionsniveau, liebevoller zurechtgemacht aus als das pixelige Erbrechen zu Beginn.

„Scorpius Gigantus“ kann nur auf der schwachen Routine-Spur seines Genres mitfahren, aber damit wird er zumindest nicht zur kompletten Beleidigung für anspruchslose Zuschauer, zumal sich die unsinnige Geschichte mit ihren Protagonisten, die an den Haaren herbeigezogene Problemchen austragen, recht amüsant guckt. Dass das Ganze letzten Endes nur ein äußerst billiger Abklatsch des beliebten Kinoerfolges „Starship Troopers“ ist, ist jedoch nicht zu übersehen. Im Gegensatz zu dessen Fortsetzung lässt Corman in „Scorpius Gigantus“ die Viecher fleißig wüten in einem Meer an sinnloser Story und Klischees, die in der hier zusammengesetzten Form nur eingefleischte Genre-Kenner von dem nicht verdaulichen Murks der Konkurrenz zu unterscheiden wissen.

Wer Filme dieser Art in der Regel nicht guckt, wird nicht verstehen was an dieser bislang einzigen Regie-Arbeit von Tommy Withrow angenehmer sein soll, als z.B. an solchen Werken wie „Acarophobia“ oder „Monster Arche“. Und sicher scheiden sich auch die Geister innerhalb der Fan-Kreise. Ich hatte nach dem Totalabsturz zu Beginn jedoch mit gar nichts mehr gerechnet, so dass ich das dem Tiefpunkt folgende, muntere Treiben positiv annahm, zumal es oft genug Streifen dieser Art gibt, die eben wegen der mit diesem Genre einhergehenden Vorhersehbarkeit sterbenslangweilig zu schauen sind. Hier darf man wohl der unfreiwilligen (?) Komik danken, dass es nicht dazu kommt, so dass Vielseher des Tierhorror- und Monsterfilmbereichs einen Blick riskieren können, allerdings wirklich nur die ganz hartgesottenen! Selbst das schlichte Niveau eines „Monsterwolf“ erreicht „Scorpius Gigantus“ nicht.


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