Montag, 19. November 2012

KRIEG DER WELTEN 2 - DIE NÄCHSTE ANGRIFFSWELLE (War Of The Worlds 2: The Next Wave 2008 C. Thomas Howell)


Es ist zwei Jahre her, dass die Außerirdischen versuchten die Erde zu erobern und durch Bakterien daran gehindert wurden. George hat den Krieg, wie wenige andere, überlebt. Das Leben ist nicht mehr wie zuvor. Alles ist zerstört und den Menschen ist bewusst, dass die Aliens eines Tages wiederkehren werden. Dies passiert schneller als vermutet, denn die Außerirdischen kehren zurück und planen den endgültigen Vernichtungsschlag. Die Menschheit hat während der vergangenen Jahre die Technologie der Fremden untersucht, und kann nun mit den erlangten Kenntnissen im Weltall einen Gegenangriff planen. Ziel soll das Mutterschiff der Invasoren sein, dem sie bis hin zum Mars folgen. Dort befindet sich auch George, der sich von einem Dreibeiner hat einfangen lassen, um seinen Sohn zu suchen, der ebenfalls von einer solchen Maschine erwischt wurde. Die Zeit zur Flucht vom Mars wird knapp, die scheinbar letzte Schlacht steht bevor...


Tote leben noch, und Aliens kommen doch vom Mars...

Dieser Film ist keine Fortsetzung von Spielbergs Werk, sondern von einer kleinen Billigproduktion mit C. Thomas Howell, die im selben Jahr des Blockbusters erschien. In Deutschland auf DVD erst viel später erschienen und dann noch als angebliche Fortsetzung des hier besprochenen Filmes unter dem Titel "Krieg der Welten 3" benannt, sorgen die Veröffentlichungen von The Asylum schon für allerhand Verwirrung. Da ich von Teil 1... Teil 3... ach was auch immer jedoch positiv überrascht war, bin ich an Teil 2 mit sehr viel Neugierde herangegangen. Das Sequel ist jedoch nicht geglückt und wird, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, seinem Ruf unter Cineasten gerecht.

Eigentlich wird zu Beginn einiges richtig gemacht. Zwei Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils ist die Welt noch lange nicht aufgebaut. Sie ist es nicht einmal ansatzweise. Strom muss man sich selbst erstrampeln, Benzin und Kerosin sind eine Seltenheit. Das Erscheinungsbild der Überlebenden zeigt sich nicht mehr wie einst in hübschen Anziehsachen und tollen Frisuren. Man hat die Hölle kennen gelernt, man macht das beste aus der üblen Situation. Man weiß aber auch, dass das letzte Kapitel mit den Aliens noch nicht geschrieben ist. Anders als in vielen anderen Science Fiction-Werken ist es hier nicht ein Rebell, der die anderen Ignoranten aufrütteln will mit der Info, dass Aliens noch immer vom All kommen können. Nein, so ziemlich jeder ist sich in diesem Teil 2 dieser Möglichkeit bewusst. Und natürlich sollen sie auch recht behalten.

Nun muss ich gestehen dass ich nicht verstanden habe, warum immer wieder mal einer der Dreibeiner (im Gegensatz zu Teil 1 haben die Maschinen nun wieder die romanüblichen drei Beine) über die Erde marschiert. Auf der einen Seite heißt es, sie können jederzeit wieder kommen. Dann ist man geschockt wenn sich dies bestätigt, auf der anderen Seite tanzen die Invasoren vereinzelt immer wieder schon vorher an. Wissen die Menschen es nicht? Ist dies ein Drehbuchfehler? Oder habe ich da etwas nicht kapiert?

Seinen Pluspunkt aus Teil 1 hat die Fortsetzung kaum noch: die ruhigen, tragischen Momente. Die Rolle Howells verlor zwar jeden liebgewonnenen Menschen, mit der Trauer um diese hält man sich aber nur kurz auf. In der Fortsetzung gibt es Weltraumschlachten, Wurmlöcher, Szenen auf dem Mars und wesentlich mehr Handlung. Das mag ja alles positiv klingen, es wurde aber so krampfhaft versucht möglichst viel Handlung einzubauen und viel Hintergrundwissen über die andere Lebensform zu integrieren, dass dies die Mystik einer außerirdischen Rasse und die Sympathie der Story vollends kaputt macht.

Das was gezeigt wird gehört nicht zu dem was man wissen wollte. Außerdem sorgen diese Informationen für eine komplette Verlagerung des Geschehens, so dass der Film eigentlich viel eher wie eine Science Fiction-Serie a la „Space 2063“ wirkt und weniger wie eine Fortsetzung zu „War Of The Worlds“.

Ärgerlich kommt auch hinzu, dass zum Zwecke der Inhaltsvertiefung familienfreundlicher gearbeitet wurde. Wer von den Dreibeinern getroffen wird ist nicht tot, er ist nur in Gefangenschaft. Allein diese Tatsache arbeitet extrem gegen den oben genannten Pluspunkt des Erstlings.

Die Figuren wirken blass und die Logik wackelt (wenn auch nicht so dominant wie in vielen anderen Filmen dieser Art). Selbst C. Thomas Howell, der Pluspunkt des Erstlings, wirkt hier kaum positiv. Das lässt einen zu der Vermutung kommen, dass er in Teil 1 einen guten Regisseur benötigte, der ihm dabei half sein vorhandenes Talent herauszukitzeln. Nun führt er selbst Regie, und scheinbar ist er mit beiden Aufgaben gleichzeitig überfordert. Ohnehin merkt man die ganze Zeit, wie er es nicht schafft die anderen Schauspieler bei ihrer Rollen- und Situationsinterpretation an die Hand zu nehmen.

Völlig idiotisch wirkt der Charakter den Christopher Reid verkörpern darf. Eigentlich schade, es war interessant ihn nach der Kid’n Play-Zeit einmal völlig anders zu erleben. Leider scheint nicht nur die Rolle unangenehm aufzufallen. Der Eindruck den Reid nach diesem Streifen hinterlässt ist der, dass er schauspielerisch untalentiert ist.

Nichts desto trotz sind in der Fortsetzung auch positive Elemente vorhanden. So nutzt auch „War Of The Worlds 2 – The Next Wave“ (Originaltitel) den für die Science Fiction zukunftsweisenden Weg organischer Technologie, so wie es bereits „Lexx“ und die TV-Serie „Krieg der Welten“ positiv vorgemacht haben. Die Innenaufnahmen der Dreibeiner bzw. des Labors auf dem Mars sind der Technologie der Aliens aus der 2. Staffel „Krieg der Welten“ sogar recht ähnlich, sind hier allerdings noch plumper umgesetzt. Es ist nicht zu übersehen dass die biologische Technik aus Tüchern und Plastik besteht.

Ruhige Momente gibt es kaum noch, tragische schon mal gar nicht. Die Darsteller überzeugen kaum (am schlimmsten ist die Besetzung der Wissenschaftlerin ausgefallen), und die Geschichte ist unnötig konfus. Die deutsche Synchronisation ist sehr mittelmäßig, mit einer besseren würde aber auch nicht viel mehr herauszuholen sein. Der Anfang versprach eindeutig mehr. Die Sympathie dieser Filmphase kehrt erst mit der Schluss-Sequenz zurück, in welcher ein Teil 3 angedeutet wird. Dieser wird dann aber hoffentlich wieder besser sein.


Trailer,   OFDb

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