Sonntag, 17. Februar 2013

TRAILER PARK OF TERROR (2008 Steven Goldmann)



Die Teenagerin Norma wächst unglücklich unter Hillbillys auf. Nach einem Deal mit dem Teufel legt sie die Bewohner ihrer Siedlung eiskalt um und tötet sich selbst bei einem großen Brand. Viele Jahre später empfängt sie eine Gruppe pflegeschwerer Jugendlicher, die mit einem christlichen Aufseher unterwegs sind. Sie hatten einen Autounfall und Norma bietet ihnen eine Schlafgelegenheit für eine Nacht an. Keiner von ihnen ahnt von Normas tödlicher Vergangenheit und ihren wahren Plänen...


Waffe gegen Seele...

Das aufgetakelte Püppchen Norma mag in dieser Hillbilly-Welt als Alternative hineinpassen. Aber eben diese Welt wirkt übertrieben, bevölkert von Voll-Freaks, die in seltenen Fällen, wie Tobe Hooper zeigte, in eine stimmige Horror-Atmosphäre hineinpassen, bei den meisten ihrer Auftritte im besagten Genre jedoch nicht. Meist nerven sie, und mit europäischen Augen sind sie ohnehin fremd. Wir befinden uns in der Einleitung der Geschichte, also erträgt man ihre Auftritte und hofft auf ein baldiges Ende. Das kommt jedoch frühestens nach 15 Minuten. Die Wartezeit wird aber immerhin ein klein wenig verzuckert, wenn ein stimmiger Farbfilter Norma ab und an in Großaufnahme bei ihrem Racheakt zeigt.

Irgendwann ist die mehr schlechte als rechte Vorgeschichte vorbei und wir lernen den Christen und seine Bande böser Teenager kennen. Zwar kann man bei ihnen von so etwas wie Charakterzeichnung sprechen, letztendlich baden sie aber immer noch zu sehr im Klischee, um eine dünne Geschichte tragen zu können. Manchen Jungen gegen die Erwartung zu besetzen reich nun einmal nicht aus. Das Final Girl ist ebenso schnell ausgemacht wie der Oberarsch, ist von Seiten der Geschichtenerzähler aber auch so gewollt, zumal das Vorstellen der Personen eine eher kurze Laufzeit einnimmt.

Nun stolpert man in den Park, wird von Norma merkwürdig aber gastfreundlich empfangen. Und bevor man seinen Schlafbereich vorgestellt bekommt, darf Norma noch einmal einen Rückblick vom Leben in dieser Siedlung erzählen. Und da holt sie nun weit aus, erzählt Hintergründe die entweder nicht interessieren oder durch die Vorgeschichte sowieso schon klar waren. Wieder streckt sich der Film, und erst nach etwa 45 Minuten geht es mit dem los, weshalb man ursprünglich mal eingeschaltet hat: der Horrorpart, das fröhliche Morden, und mag es auch noch so plump sein.

Aber von hier an nutzen auch rollende Köpfe und manch außergewöhnlich fiese Todesarten nichts mehr. Auch das Gradebiegen eines verrückten Gesichtes will nach all der Nerverei nicht mehr stimmig wirken. Der Zug ist abgefahren. Die erste Hälfte war zu nervig und öde (welch fieser Mix) und die zweite Hälfte zu quantitativ um das Ruder noch rumreißen zu können.

Regisseur Steven Goldmann, für den „Trailer Park Of Terror“ der erste Ausflug ins Horrorgenre bedeutete, liefert eine lahme, wenn auch etwas blutige, Ente ab. Wer wenig Ansprüche hat mag noch Routine drin erkennen, ich fand jedoch das ganze Treiben zu ernüchternd und eine Spur zu Rob Zombie-artig um Gefallen dran zu finden. Dieser Film ist langweilig und nervenzerrend zugleich und von meiner Seite aus nicht zu empfehlen. Wer härtere Nerven besitzt kann ja gerne reinschalten, mehr als Durchschnitt wird aber auch diese treue Tomate des Horrorbereichs nicht erleben können. Also warum Geduld für etwas aufbringen, dass sich ohnehin keine Mühe gibt zu unterhalten? Ein Film fürs Geld, nicht der Geschichte wegen!


1 Kommentar:

  1. Ich fühlte mich ja ganz gut unterhalten, auch wenns teilweise arg stumpf war. Ich mag aber auch die Comics (ist übrigens ne Comicverfilmung).

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