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Sonntag, 4. August 2013

CROCODILE 2 (Crocodile 2: Death Swamp 2002 Gary Jones)


Ein von Entführern übernommenes Flugzeug muss in den Sümpfen notlanden. Noch haben die Verbrecher die Kontrolle über die kleine Gruppe überlebender Passagiere, aber ein menschenfressendes Krokodil sorgt bald für noch viel mehr Ärger...


Mit Krokodilen spaßt man nicht...

Ich habe mich mal gefragt, ob Produzent Boaz Davidson nach "Eis am Stiel" jemals wieder an einem guten Filmprojekt beteiligt war. „Crocodile 2“ ist zwar nicht die Antwort auf diese Frage, aber wenn dieser Film auch nicht wirklich als gut zu bezeichnen ist, so ist er doch zumindest ganz nett ausgefallen.

Es tat richtig gut die erste Krokodilattacke zu sehen. Eine vergleichbare Szene gibt es in Horrorfilmen viel zu selten. Da werden ca. 20 Minuten lang die Charaktere eingeführt, man befindet sich mitten in einer Entführungsgeschichte in welcher jeder seine eigenen kleinen Probleme hat, und wie aus dem Nichts taucht plötzlich das Krokodil auf. Gary Jones verzichtet glücklicher Weise auf vorherige Hinweise wie ein kurzes Rascheln, ein Blubbern oder gar eine Sequenz aus dem Blickwinkel der Bestie. Nein, der titelgebende Angreifer kommt unverhofft. Und so sehr man auch wusste dass er in einem Film über ein menschenfressendes Krokodile zwangsweise auch auftauchen musste, der Moment ist ideal gewählt und damit völlig überraschend.

Wenn es beim ersten Angriff auch am gelungensten umgesetzt ist, so sind im weiteren Verlauf des Filmes manch andere plötzliche Attacken durchaus vorhanden. Für einen ollen kleinen B-Horror von der Stange fordert Jones den Zuschauer regelrecht heraus. Das ist auch dringend nötig um aus der Masse an vergleichbaren Produktionen mit sympathischem Ergebnis hervorzustechen. Die Charaktere sind nämlich die typischen B-Film-Charaktere nach Lehrbuch. Die Helden sind gar unsympathischer als die Gauner charakterisiert. Zumindest machen diese ebenso wenig wie „Mosquito"-Regisseur Jones Kompromisse. Damit bleiben auch die Situationen innerhalb der Gruppe interessant genug um dieses Durchschnitts-Werk nicht gelangweilt frühzeitig auszuschalten.

Das Krokodil ist passabel animiert, wie gesagt recht gut in Szene gesetzt, mit Ausnahme einer Attacke auf einen Hubschrauber, die wohl den Tiefpunkt in Sachen Spezialeffekte setzt. Immerhin weiß die Puppe im Gegensatz zu Produktionen wie „Killer Krokodil“ auf schlichte Art zu gefallen und allgemein hält „Crocodile 2“ ohnehin immer wieder manch kleinen Moment bereit, den man ihm aufgrund seines restlichen Routine-Niveaus nicht zugetraut hätte.

Am Schluss bleibt nur noch zu erwähnen dass „Crocodile 2“ mit „Crocodile“, dem Vorgänger von Tobe Hooper, so viel zu tun hat wie "Interview mit einem Vampir" mit "From Dusk Till Dawn". Aber das ist ja eigentlich auch ganz gut so, der erste Teil hat ja auch ziemlich genervt.

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