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Freitag, 2. August 2013

DR. ALIEN (1989 David DeCoteau)


Da ihr Lehrer, nachdem er glaubt ein Ufo gesehen zu haben, einen Autounfall hatte, bekommt eine Schulklasse die attraktive Vertretungslehrerin Miss Xenobia vor die Nase gesetzt. Als sie einen Freiwilligen für einige Laborexperimente nach Schulschluss benötigt melden sich alle männlichen Schüler freiwillig. Miss Xenobia entscheidet sich jedoch für den sehr schüchternen, strebsamen Wesley. Dieser ahnt nicht, dass er lediglich ein Versuchstier sein wird. Denn Miss Xenobia ist eine Außerirdische, die dem nichtsahnenden Streber eine Spritze setzt, deren Injektion dafür sorgt, dass aus dem ruhigen jungen Mann nicht nur ein lebensfroher, selbstbewusster Mensch wird, sondern auch ein Kerl dem keine Frau widerstehen kann. Eine ominöse, parasitenartige Mutantenantenne ragt ab und an aus seinem Kopf und beeinflusst das Verhalten aller weiblichen Wesen in seiner näheren Umgebung so extrem, dass der Teenager bald mehr Sex hat als ihm lieb ist. Zu allem Überfluss passiert ihm all dies zum ungünstigsten Zeitpunkt, hat er doch gerade seine große Liebe entdeckt, die ihm einfach nicht glauben will, dass er normalerweise gar kein Schwerenöter ist. Unser Held beschließt Miss Xenobia zur Rede zu stellen...


Sex beginnt im Kopf...

Nonsens pur mit einem Hauch (oder mehr) Frivolität! Kann das funktionieren? Nun, für den gehobenen niveauvollen Fernsehabend sicherlich nicht, aber für die kleine B-Film-Teenie-Komödie zwischendurch ganz klar. Hier wird derart rumgealbert, dass es einen entweder von Beginn an stört (dann kann man sofort ausschalten), oder dass man sich zurücklehnt und mit einem Grinsen im Gesicht die Leute einfach mal herumblödeln lässt. Allein die Grundidee der Geschichte ist derart schräg, dass die Freizügigkeit der Story nicht weiter stört. Im Gegenteil - sie gehört dazu. Die Oben ohne-Szenen wirken nicht aufgesetzt, auch wenn manches Mal zu lange draufgehalten wird.

Uns Öko-Rocker und bester Freund von „Parker Lewis“, Mikey Randall (als Schauspieler Billy Jacoby), spielt hier die Hauptrolle Wesley, und er wirkt hier wesentlich mehr als in besagter Serie. Seine meiner Meinung nach beste Rolle spielt er jedoch in "Als Junge ist sie spitze", da seine so herrlich verdorbene Mimik wunderbar zum dort zu spielenden Charakter passt. In "Dr. Alien" wirkt er mit der Fleischsonde auf dem Kopf allein schon optisch wunderbar hohl. Sowohl sein Grund-Charakter, als auch die Figur zu die er sich im Laufe des Films entwickelt, sind überzogen gespielt, da sie geradewegs aus einem Comic entlaufen wirken.

Das betrifft jedoch den kompletten Film und deshalb auch einige anderen Figuren, so z.B. den Erzfeind Wesleys, den Gehilfen Miss Xenobias, diese selbst und eine Gruppe Rockmusiker, die einen spätestens dann zum Lachen bringen, wenn sie ihre Musikrichtung beschreiben sollen. Der Bruder Wesleys scheint auch im Wirklichen Leben Billy Jacobys Bruder zu sein, zumindest sieht er ihm ähnlich und nennt er sich als Schauspieler doch Bobby Jacoby. Die weibliche Teenie-Rolle, die Angebetete des Helden, spielt eher unauffällig, somit aber immerhin auch nicht auffällig nervig und hat letzten Endes den Part der Normalen ergattert, damit dass was passiert auf sie um so absurder wirkt. Der beste Freund der Hauptfigur ist der typisch sexgeile Loserkumpel, wie man ihn aus fast jedem schlüpfrigen Teenfilm kennt.

Das Alien-Outfit, welches wir erst am Schluss bewundern dürfen, wird nur denen sauer aufstoßen, die ohnehin mit dem Film nichts anfangen können. Es ist derart absichtlich schlecht zusammengeschustert, dass es damit nur um ein weiteres unterstreicht wie gar nicht ernst dieses Teen-Werk gemeint ist. Der Alienkopf ist ohnehin sichtbar größer als die menschliche Maske, die zur Tarnung über ihn gezogen war, und die Alienwaffe, als würde das Kostüm im Trash-Bereich nicht reichen, schießt Blitze ab, wie wir es noch richtig schlecht aus "Die Rocky Horror Picture Show" kennen.

In „I Was A Teenage Sex Mutant“ (Alternativtitel) scheut man sich weder vor Gags mit Blinden, noch vor Titten-Witzen. Erstaunlicher Weise bleibt die Komödie auf dieser flachen Ebene aber immer witzig genug um sich geistfrei gut unterhalten zu fühlen. Es gibt zwar nie die großen Überlacher, aber zum schmunzeln reicht es alle male. Und wen das nicht vom Hocker reißt, der hat vielleicht wenigstens Spaß am 80er-Jahre-Look und an der Musik aus der Zeit. Einen Hang zum Trash sollte man jedoch unbedingt besitzen, sonst ist man hoffnungslos verloren. Das absolut übertriebene kitschige Ende beispielsweise, das ein wenig an den Schluss von "Der kleine Horrorladen" erinnert, ist absichtlich überzogen und zeigt dass man hier mit den Zutaten typischer vergangener Filmproduktionen spielt.

Nun ja, jetzt seid Ihr vorgewarnt. Wer mit freiwilligem 80er-Trash was anfangen kann und nicht bei jeder Tittenszene an die Decke geht kann prima primitiv unterhalten werden. Manchmal tut ein derartiger Film einfach mal gut, zumindest wenn er so unverkrampft umgesetzt ist wie dieser hier und einen versteckten Grad Restniveau beinhaltet. Dass Billigfilmer David DeCoteau und Trash-Produzent Charles Band, die eigentlich beide im Horrorbereich zu Hause sind, auch den Komödiensektor auf simpler Ebene bereichern können, darf schon ein wenig verwundern, gehören sie doch nicht gerade zu den großen Talenten Amerikas.


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