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Freitag, 2. August 2013

DER KILLER IM SYSTEM (Ghost In The Machine 1993 Rachel Talalay)


Als ein Serienkiller stirbt gelangt seine Seele in das Netzwerk der Stromversorgung einer Stadt. Von nun an tötet sein Geist auf elektronische Art...


Der Tod kommt aus der Steckdose...

Was uns mit diesem Werk vorgelegt wird, ist ein solides B-Horrorfilmchen, das je nach Szene etwas an den 2 Jahre vorher entstandenen und gern unterschätzten "Der Rasenmähermann" erinnert. Die Geschichte selbst geht jedoch eher in die Richtung von Wes Cravens "Shocker", "Horror House", "Rhea M" und dem 80er Horrorfilm "Pulse" mit Cliff DeYoung.

"Der Killer im System" ist nett erzählt, gelegentlich spannend und hat für seine eigentlich bescheuerte Idee relativ wenig Fehler in der Logik vorzuweisen. Widersprüche in den Charakteren gibts meines Erachtens keine, auch wenn die Mutter des Helden etwas arg dämlich rüber kommt, ohne dass dies immer gewollt wirkt. Dennoch hat "Nightmare On Elm Street 6"-Regisseurin Talalay für einen Film dieser Klasse gute Arbeit geleistet. Die drei Hauptdarsteller können überzeugen, dies erfreut mich gerade in der Kinderbesetzung, wo diese doch oft so mies gecastet sind. Auch der vierte im Bunde, der Bösewicht, den man nicht so oft zu Gesicht bekommt, spielt realistisch böse, wenn man bedenkt, dass man es hier mit einem Computerjunkie zu tun hat, der ohnehin nicht mehr ganz sauber tickt. Für eine ganz "normale" Killer-Rolle wäre seine extreme Mimik sicherlich zu übertrieben. Zu dieser speziellen Charakterisierung passt es.

Die Computertricks, eben jene Szenen die mitunter an den "Rasenmähermann" erinnern, sind freilich längst veraltet, und wie es für einen B-Film üblich sein dürfte, wird es auch zu seiner Zeit nicht der neueste Stand der Technik gewesen sein. Nun gehöre ich aber nicht zu den Oberflächlichen unter den Filmfans, die nur das Neueste vom Neusten optisch zum vollkommenen Sehvergnügen benötigen. Trotz des veralteten Verfahrens sind die Spezialeffekte, ebenso wie im eben erwähnten Stephen King-Film, nett eingesetzt, mit dem Pluspunkt heute zudem noch nostalgischen Charme zu besitzen.

Musik, Kamera und Schnitt bilden den üblichen Durchschnitt und bleiben somit eher unsichtbar. Einziges Manko unter dem Durchschnitt ist das etwas arg naive Know-how bezüglich Elektrizität. Wer ernsthaft glaubt, jemand im System müsste einen Schalter umlegen, um seine Aktivität zu starten, ist schon sehr blauäugig. Andere theoretisch unsinnige Punkte, wie das Beobachten von der anderen Bildschirmseite aus, sind durch ihre atmosphärische Wirkung entschuldigt.

Für Gore-Freunde bietet "Der Killer im System" sehr wenig. Es gibt eine gelungene, aber eher unblutige Mikrowellenverletzung mit aufplatzenden Brandblasen im Gesicht, ein Feuertod wird effektiv und überraschend eingesetzt, und wie die Babysitterin ihren Tod findet erinnert sogar etwas an "Final Destination", nur ohne dessen ausgeklügelte Ablenkungsverfahren.

Für einen netten kleinen Horrorabend ist "Der Killer im System" durchaus sehenswert. Er gehört nicht zur Creme de la Creme des Horrorfilms (Science Fiction-Freunde werden eher nicht begeistert sein, da der Film von der Erzählweise tatsächlich eher ein Horrorfilm ist) ist aber ein kurzweiliger Lückenfüller, wenn man die großen Filme wie "Tanz der Teufel 2", "Return Of The Living Dead", "Blutgericht in Texas" und wie sie alle heißen nicht schon wieder gucken will.


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