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Dienstag, 23. Dezember 2014

RAGING SHARKS (2005 Danny Lerner)


Ein Unfall zweier Raumschiffe setzt eine Substanz frei, die in einem Meer der Erde gelandet die Haie aggressiver macht...


Einsatz für Parker Lewis...

Vor The Asylum waren es Nu Image, die mit ihren Billigfilmchen den Filmfreund zu amüsieren wussten, noch weit weg vom plumpen Niveau des heutigen King of the Schrott, aber doch schon plump genug, um hauptsächlich den Tier-Horror-Begeisterten die Nase rümpfen und/oder die Lachmuskeln kitzeln zu lassen.

Schon damals konnte es nicht schaden ein wenig Restprominenz mit an Bord zu haben, und das war im Falle von „Raging Sharks" Corin Nemec, der dann auch gleich beweist, dass er nicht wirklich gut schauspielern kann. Gut aufgelegt weiß er dennoch hin und wieder zu trumpfen, siehe „Parker Lewis" oder „Sand Sharks", doch im hier besprochenen Werk spielt er so lustlos wie später auch in „Dragon Wasps". Schade eigentlich! Ich persönlich mag ihn ja.

Seine Rolle soll die eines Wissenschaftlers sein, aber keiner der Mitwirkenden schien dies wirklich zu beachten. Ein Mann, der durch Analyse und Forschung geübt darin sein sollte Ruhe zu bewahren und mit dem Kopf zu arbeiten, rastet bei jeder noch so kleinsten Konfrontation sofort emotional aus, und das so extrem, dass ich nur noch darauf gewartet habe dass Lou Ferrigno ihm auf die grüne Schulter klopft und ihm erklärt dass er dies auch bereits hinter sich hat.

Schaut man sich die Frau vom Doc einmal etwas genauer an, könnte sie ein Erklärungsansatz dessen sein, warum Nemecs Rolle ein solch emotionales Wrack ist. Sie ist die Hölle! Das scheint er allerdings als einziger nicht zu bemerken. Diese Frau glaubt ernsthaft es sei die Aufgabe ihrer Mitarbeiter tauchen zu gehen, obwohl sich wissendlich Haie vor Ort befinden, die schon mehrere Leute getötet haben. Als ein Mitarbeiter sich weigert ihren Befehlen zu folgen, wird er auch gleich als Angsthase beschimpft und zur Sau gemacht. So schlimm sei diese Aufgabe ja nun auch nicht. Als sich ein wenig später jedoch ihr eigener Ehemann für den verweigerten Job anbietet, bittet sie ihn ängstlich vorsichtig zu sein. Es sei gefährlich. Um dem ganzen asozialen Verhalten der werten Dame noch eins drauf zu setzen schnauzt besagte Frau den verweigernden Mitarbeiter nachdem ihr Mann losgetaucht ist an er bekäme Ärger, wenn ihrem Gatten etwas passieren würde.

Man fragt sich unweigerlich, warum die so fragwürdig denkende Frau, wenn sie denn glaubt solch ehrliche Gefühle zu hegen, sich nicht selbst die Sauerstoff-Flasche überstreift. Schließlich ist die Aufgabe die ihr Mann zu verrichten hat für ihn als Forscher genauso Neuland wie für sie. Aber sie ist halt eiskalt und dumm, und das darf sie gegen Ende noch einmal beweisen, wenn sie sich darüber wundert dass niemand ihr ihre Alien-Geschichte glaubt. Sowas aber auch. Dabei ist doch jeder rational denkende Mensch bei Erklärungen, die Außerirdische mit einbeziehen, ohne vorhandene Beweise in der Regel sofort überzeugt. 

Das lustige und traurige zugleich daran ist, dass Firmen wie Nu Image und mittlerweile auch The Asylum derart faschistisch angehauchte Charaktere in Heldenrollen verwenden, sich nicht darüber bewusst seiend wie fragwürdig deren Weltsicht ist, in der Menschen in zwei Kategorien unterteilt werden: dem Untermensch, der sich gefälligst für den Übermenschen zu opfern hat. Filme dieser Art wären andererseits aber auch nicht so unterhaltsam, wenn sie nicht so unglaublich dumm erzählt wären. Natürlich ist einem Drehbuch-Autor, der nur reißerisch erzählen möchte was er woanders schon einmal besser umgesetzt sah und was mit der Zeit zum Standard wurde, nicht bewusst wie krank das Weltbild seiner selbstgeschaffenen Helden ist. Von Psychologie und Zusammenhängen hat ein solcher Mann keine Ahnung. Und es wäre schön man könnte behaupten, dass dieses Problem nur Autoren von Billigfilmchen hätten. Werke wie „Man of Steel“, um nur eines von vielen Beispielen zu nennen, bringen aufgrund gleicher beruflicher Schwächen vergleichbare Fragwürdigkeiten für ein Massenpublikum auf die große Leinwand.

Eine Idiotie, die ich seinerzeit bei der Erstsichtung von „Raging Shark" noch als neuartigen Nonsens bemerkt habe, der in Sachen Hai-Horror aber schon auf zig Konkurrenzprodukte übergesprungen ist, ist die Idee Haie im Wasser wie Löwen knurren zu lassen. Okay, wir brauchen auch Explosionsgeräusche im Weltraum, damit uns ein Science Fiction-Film richtig Freude bereitet. An das Knurren im Wasser werde ich mich jedoch nie gewöhnen. Es belustigt mich jedes Mal. Würde man den hier besprochenen Film lediglich als Hörspiel mitbekommen und zu spät reinschalten, man würde denken es ginge um Raubkatzen. Aber was haben diese wasserscheuen Wesen im Meer zu suchen? Merkwürdig!

Die Haie selbst sind leider aus Archivaufnahmen entnommen, was sich meist schlechter guckt als übel am Computer zusammengezimmerte Jäger des Meeres. So ist es auch hier. Und in den letzten 20 Minuten kommen sie auch kaum noch vor. Das Finale beschäftigt sich viel mehr mit dem Kampf böser Spion gegen lieber Wissenschaftler (der erstaunlicher Weise recht gut mit Waffen umgehen kann). Da die Haie überraschender Weise aber ohnehin den öden Teil des Filmes ausgemacht haben, ist das auch gar nicht schlimm. „Raging Sharks“ kommt ohne sie noch ein wenig lustiger rüber. Schnelle Schnitte haben halt nie darüber hinweggetäuscht, dass man nie eine Haiattacke zu Gesicht bekommen hat.

Mögen die Haie auch aus der Realität entliehen sein, zumindest die Außerirdischen sind computeranimiert, und da sie nur zwei mal durchs Bild huschen gab man sich auch keine Mühe mit ihnen. Der Weltraumunfall, Ursache aller Geschehnisse im Film, ist ebenfalls schlecht getrickst, und dies auf eine Art wie sie schon in besseren 60er Jahre-Werken Verwendung gefunden hätte. Und um noch ein Beispiel der Kostengünstigkeit vorzubringen: gerne werden Filmaufnahmen auch doppelt verwendet. Um darüber hinwegzutäuschen wird eine solche auch gerne mal spiegelverkehrt verwendet. Zu schmunzeln gibt es also auch im durch Asylums neu gesetztem Standard fast schon antiquiert wirkenden „Raging Sharks“ so einiges. Das macht ihn zwar nicht zum wirklich gelungenen Trash-Hit, macht ihn aber wenigstens erträglicher als „Shark - Das Grauen aus der Tiefe“, der als "Jurassic Shark 3" neu aufgelegt wurde, oder den überlangen „Shark Swarm“.


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