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Mittwoch, 5. August 2015

ICH, DR. FU MAN CHU (The Face of Fu Manchu 1965 Don Sharp)


Der geniale totgeglaubte Meisterverbrecher Dr. Fu Man Chu entführt den Wissenschaftler Merten, der auf dem besten Weg ist ein Gift zu entwickeln, das sich ideal als Massenvernichtungswaffe eignet. Erzfeind Nayland Smith ist dem wahnsinnigen Genie zusammen mit Mertens Gehilfen auf der Spur...


Der Friedhof an der Themse...

Fu Man Chu machte schon seit der 20er Jahre die Kinoleinwand unsicher, in den 30er Jahren verkörpert von Horror-Legende Boris Karloff. Als die harte Welle der 60er Jahre in vollem Gange war, entsann man sich aufgrund der Erfolge der Dr. Mabuse-Reihe des ähnlich angelegten asiatischen Größenwahnsinnigen und startete eine Reihe, im ersten Teil besetzt mit den Wallace-Veteranen Joachim Fuchsberger und Karin Dor, sowie Christopher Lee als Dr. Fu Man Chu, was wohl der größte Clou der Produktion sein dürfte.

Über die zuvor gedrehten Fu Man Chu-Filme weiß ich nichts zu sagen, aber verglichen mit der Wallace-Reihe, welche die harte Welle überhaupt erst ins Leben gerufen hatte, schaut sich „Ich, Dr. Fu Man Chu“ schon ein wenig mager. Der sonst so taff wirkende Fuchsberger, der nie ein großer Schauspieler war, wirkt eher albern als heldenhaft und scheint nie so ganz bei der Sache zu sein. Vielleicht verblasst er aber auch nur neben dem bedacht wirkenden Partner Nigel Green, welcher den Scotland Yard-Kommissar Nayland Smith mimt, der Fu Man Chu bereits seit Jahren jagt. Fuchsberger wirkt wie ein Kasper neben ihm, eigentlich immer nur treudoof der wichtigeren Hauptrolle folgend ohne von wahrer Bedeutung für die Geschichte zu sein.

Aber auch Christopher Lee hat man schon wesentlich überzeugender erlebt. Zugegeben: die Verantwortlichen der Maske haben ihn hübsch zurecht gemacht, aber eine diabolische Magie strahlt der Superverbrecher überhaupt nicht aus. Die Wirkung des Dr. Mabuse in seinen besseren Filmen erreicht die asiatische Konkurrenz nie. Da freilich auch die Story austauschbar ist, weit davon entfernt einen Innovationspreis zu gewinnen, dümpelt „The Face of Fu Manchu“ (Originaltitel) auch für einen Trivialfilm zu seicht daher um mit den interessanteren Werken seiner Zeit mithalten zu können.

„Ich, Dr. Fu Man Chu“ ist weit davon entfernt eine reine Actiongurke wie „Sechs Pistolen jagen Professor Z“ zu sein, dafür steht der Horror- und Kriminalpart zu sehr im Zentrum. Und auch in diesem Fahrwasser bildet er keinen Tiefpunkt wie „Hotel der toten Gäste“ oder „Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse“. Sharps Werk befindet sich irgendwo im Mittelmaß, sich etwas besser guckend als „Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse“, aber doch nie wirklich interessant werdend.

Zwar weiß zumindest der ein oder andere Dialog zu belustigen, und die Heldenhaftigkeit der beiden Hauptfiguren wirkt selbst für einen Film dieser Art ein wenig überzogen, aber solch ein Werk möchte man eigentlich nicht aufgrund unfreiwillig komischer Peinlichkeiten sehen, ein Zustand von dem „Ich, Dr. Fu Man Chu“ glücklicher Weise auch weit entfernt ist. Aber letztendlich sind es die aus heutiger Sicht unzeitgemäßen Schrulligkeiten, die dem Film seinen einzigen Charme bescheren. Weder die eingefangenen Bilder noch die grundlegende Atmosphäre ragen über Mittelmaß hinaus. Von daher darf es verwundern, dass Regisseur Sharp auch den ein Jahr später folgenden „Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu“ inszenieren durfte. Auch sein „Fluch der Fliege“ fiel im selben Jahr nicht wesentlich origineller aus. Und Spätwerke wie „Der Frosch“ und „Das Geheimnis der Phantom-Höhlen“ sprechen mit ihrem plumpen Ergebnis auch nicht gerade für ihn.


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