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Sonntag, 11. Dezember 2016

TOTENTANZ DER HEXEN 2 (La casa del sortilegio 1989 Umberto Lenzi)


Nachdem seine immer wiederkehrenden Alpträume zu einem Nervenzusammenbruch führten, fährt Luke zusammen mit seiner sich fürs Okkulte interessierenden Ehefrau Martha für ein paar Tage aufs Land. Im angemieteten Haus angekommen, muss Luke feststellen dass es sich um das Gebäude aus seinen Träumen handelt. Und in diesem soll vor einiger Zeit eine Hexe gehaust haben...


Plädoyer für Treue in der Ehe...

„Totentanz der Hexen 2“, der auch als „Ghosthouse 4 - Haus der Hexen“ veröffentlicht wurde, gehört keiner Filmreihe an, steht für sich allein, passt aber in sofern zur künstlich zur Reihe ernannten „Ghosthouse“-Serie, als dass die Teile 1 und 3 ebenfalls von Umberto Lenzi umgesetzt waren und der von Lamberto Bava inszenierte „Ghosthouse 2“ sich der gleichen Ausgangslage bedient: das Gebäude eines Urlaubsortes ist identisch mit dem aus den Alpträumen der Hauptfigur. Mehr haben die Filme nicht gemein, und Uli Lommels „Totentanz der Hexen“ noch weniger als das. Letztendlich sind all diese Produkte durchschnittlicher Natur, und das ist beim hier besprochenen „Totentanz der Hexen 2“ nicht anders.

Leider spreche ich nicht vom angenehmen Durchschnitt, sondern eher von belangloser Routine, die zwischen Desinteresse und Langeweile hin und her pendelt. Zwar ist der Film routiniert genug geglückt um nicht von einem Totalausfall zu sprechen, aber so wirklich gruseln will da nichts. Schaffte es Bava in „Ghosthouse 2“ trotz ewiger Visionen und Alpträume eine spannende Atmosphäre zu schaffen, wenn auch hauptsächlich auf dem stimmigen Soundtrack fußend, da kommt Lenzis Inszenierung arg steif und uninspiriert daher, eine düstere, stimmige Atmosphäre will nie aufkommen.

Schuld daran ist auch die sehr mäßig ausgefallene deutsche Synchronisation, aber allein das billige Abarbeiten der Hintergründe per gestelzte Dialoge in der ersten Szene, sowie die unglaublich schlechte Besetzung der männlichen Hauptrolle, zeigen dass die Schuld nicht einzig bei der Deutschvertonung zu suchen ist. Auch das Outfit der Hexe weiß nicht zu gefallen, und zu allem Übel legt Lenzi zudem Fährten zu deutlich, die zu einer überraschenden Schluss-Pointe führen sollen, so dass die eigentlich gewitzte Idee vorauszuahnen ist. Dennoch kann man lobend anmerken, dass mit den Charaktereigenschaften der Ehefrau gekonnt gespielt wurde, so dass weniger Verweise auf die Wahrheit tatsächlich in die Irre hätten führen lassen. Auch dass stets jene Person die Hintergrundinformationen erhält, die sich am Ende als Hexe entpuppt, anstatt dass der Held des Filmes sie errhält, ist ein gar nicht übler Drehbuch-Kniff.

Mit seiner Pointe wird der Film aus dem katholischen Italien gar zu einem Plädoyer zur Treue in der Ehe, auch in schweren Zeiten, sprich wenn die Ehepartner sich auseinander gelebt haben und einem die Ehefrau, oder der Sex mit ihr, wie ein Alptraum vorkommt. Das wäre auch schon die einzig hintergründige Idee eines ansonsten psychologisch stumpf ausgefallenen Filmes, der in seiner zahmen, fast unblutigen Art nicht einmal den Gorehounds gefallen dürfte. „House of Witchcraft“ (Alternativtitel) ist so banal wie austauschbar, nichts was in Erinnerung bliebe und als Zwischendurchverzehr nur dem geduldigen Part Zuschauer zu empfehlen.


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