18.06.2022

BLACK FRIDAY - ÜBERLEBENSCHANCE STARK REDUZIERT! (2021)


Bruce Campbell ist Kult. Das zeigen Werke wie "My Name is Bruce" deutlich. "Black Friday - Überlebenschance stark reduziert!" hat der gute Mann mitproduziert, inszeniert hat ihn Casey Tebo, der zuvor lediglich den Horrorfilm "Happy Birthday" gedreht hat, der im Gegensatz zum hier besprochenen Streifen ein ernster Beitrag seines Genres ist. "Black Friday" (Originaltitel) schwimmt in der Welle der Zombie-Komödien mit, die seit "Shaun of the Dead" noch immer beliebt genug sind, distanziert sich ähnlich wie Campbells Ur-Bühne "Tanz der Teufel" inhaltlich zwar vom klassischen Zombie-Bereich, hebt sich trotz einiger Varianten zur immergleichen Thematik kreativ im Gegensatz zu Raimis großem Kultfilm jedoch nicht aus der Masse hervor. Zu sehr folgt der nicht unsympathische Film dem klassischen Erzählmuster, zu wenig hat er an Innovationen hinzuzufügen. Mit den Figuren wird man erst zu spät warm, als dass sie einen das zu bekannte Szenario ignorieren lassen könnten. Zumindest ist das Ganze flott inszeniert, man verliert weder zu viel Zeit bis die Post abgeht, noch verursacht man damit einen Leerlauf durch Übersättigung. Nach etwa 30 oder 40 Minuten gönnt man sich jene Ruhe, die es braucht die Charaktere kennen zu lernen. Hier bedient sich das Drehbuch deutlich an der Methode von Hughes "Der Frühstücksclub", wenn ein jeder in künstlich zusammengefügter, aber allmählich vertraut gewordener Gesprächsrunde die Fassade fallen lässt, wenn im Gegensatz zum Vorbild auch fremd- anstatt selbstverurteilend angegangen. 

Campbell selbst spielt nicht die Hauptrolle, darf lediglich eine große Nebenrolle bekleiden, was das Ergebnis jedoch nicht schwächt, füllt er diesen Part doch gewohnt brauchbar, wenn auch sichtlich gealtert, aus. Er lässt den Hauptcharakteren höflich den nötigen Raum für ihr Wirken. Letztendlich sind aber auch die besser herausgearbeiteten Figuren lediglich Statisten in einer großen Horrorshow, die inmitten meist handgemachter Spezialeffekte von glibbrigen Mutanten, Würmern und anderem Geschleim bevölkert wird, was wahrlich nett anzusehen ist. Wenn der Endgegner in Erscheinung tritt, wird nicht, wie es im heutigen Blockbuster-Kino üblich ist, ordentlich in die Kacke gehauen, sondern urplötzlich im 80er Jahre-Stil des Genres vorgegangen, was zu gefallen weiß, auch wenn man für diesen Zweck auf sehenswerte Einsätze des finalen Giganten verzichtet. Dass der Spielort des kompletten Filmes nicht ohne Grund an Romeros prägendes Untoten-Werk "Zombie" erinnert, ist kein Zufall. Letztendlich funktioniert "Black Friday", trotz der Gegenüberstellung von Kundenverhalten und Zombies, jedoch weit weniger als Satire als dieser, geht aber gelungen und vielseitig mit der Spielerei zu dieser Thematik um, ähnlich wie es der deutsche Beititel versucht. Da "Black Friday" nichts anderes als kurzweilige Monsterunterhaltung bieten will, ist das auch kein Kritikpunkt. Den Vorwurf inhaltlich nicht all zu kreativ vorgegangen zu sein, müssen sich die Verantwortlichen dieses Streifens jedoch gefallen lassen. Das Ergebnis ist trotz sympathischer Kurzweile im Durchschnittsbereich etwas zu spürbar Produkt, schlichtweg zu sehr kalkulierter Standard. Den Mut den man in Zeiten von CGI in die handgemachten Effekte gesetzt hat, wäre ebenso im Drehbuch-Bereich wünschenswert gewesen.  OFDb

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