Freitag, 2. August 2013

RABBITS (Night Of The Lepus 1972 William F. Claxton)


Kaninchen werden zur Plage. Also soll die Wissenschaft sich etwas einfallen lassen, der Lage Herr zu werden. Noch bevor ein Ergebnis in Sicht ist, gelingt einem der Tierchen die Flucht aus dem Labor. Von nun an machen in einem kleinen Städtchen ominöse Todesfälle die Runde. Unglaublich aber wahr: das Laborkaninchen ist zum Riesen mutiert und hat sich fleißig vermehrt. Noch ist nur die Kleinstadt bedroht. Da die Gefahr aber zu einer landesweiten ausarten kann, eilt das Militär zu Hilfe...


Horror-Hoppler aus der Hölle...

Große Karnickel bedrohen die Welt. Klingt nicht gruselig? Ist es auch nicht. Und dies ist nur einer der vielen unfreiwilligen Trümpfe von „Night Of The Lepus“ (Originaltitel). Mal davon abgesehen dass diese Kuschelviecher alles andere als gruselig sind, wird uns noch einiges zusätzlich geboten, um noch mehr zu lachen als ohnehin schon, auch wenn dies gar nicht nötig gewesen wäre. Da haben wir Menschen in Hasenkostümen für die Angriffsszenen (gab es vergleichbar auch bei "Cujo", aber da fiel es wenigstens nicht so penetrant auf). Da haben wir bei ihrem Todesgehoppel eine Geräuschuntermalung ähnlich dem dumpfen Pferdegetrampel der reitenden Leichen (passt so gar nicht zum Bild und ist deshalb urkomisch). Und dann hätten wir noch die Miniaturkulissen, die nicht ansatzweise eine echte Stadt vortäuschen, weshalb man das sieht was tatsächlich stattfand: Kaninchen hoppeln liebevoll durch eine Miniaturstadt. Das ist alles unglaublich witzig und funktioniert den ganzen Film über.

Aber die Kaninchen erhielten noch zusätzliche unfreiwillige Humorunterstützung. Beim Vorspann grübelt sicher der ein oder andere: hmmm..... DeForest Kelley... den Namen habe ich doch schon mal irgendwo gelesen? Und ob! In einer der Hauptrollen sehen wir Pille, den Schiffsarzt der Serie „Raumschiff Enterprise“. Und was ist das lustige an ihm? Damit er ernster wirkt durfte er mit Schnauzbart spielen. Sorry, aber bei diesem Mann habe ich einfach den liebevollen, unlogischen Doktor im Kopf und da kann man sich über die simple Anwesenheit eines Schnurbartes nur kaputt lachen, der Aufgrund der Rolle die ihn berühmt machte fortlaufend wie ein Fremdkörper wirkt.

Zudem ist das Drehbuch einfach gigantisch schlecht ausgefallen. Wohl wegen Mangels an Darstellern und Budget kommt es nicht zur großen Auseinandersetzung mit dem Militär wie in einigen anderen Werken dieser Art. Nein, da werden lieber ein paar Soldaten genommen, die Eisenbahnschienen-Lücken mit Metall füllen, weil der finale Plan besagt (man mag mir verzeihen dass ich dies ausplaudere), dass diese Schienen unter Strom gestellt werden, um gebrutzelten Lepusbraten zu zaubern.

Dass es bei der immensen Größe der Viecher eigentlich nur ein Klacks wäre über die ollen Schienen zu hüpfen, ist nur der eine lustige Aspekt an dieser Idee. Der noch viel lustigere sind die Effekte die man sichten darf, wenn der idiotische Plan tatsächlich funktioniert: da werden Bilder von einem Feuerwerk über das eigentliche Bildmaterial gelegt, in der Hoffnung damit könnte man den Zuschauer optisch glaubwürdig täuschen. Dabei müsste man nur einmal bei "Return Of The Living Dead 2" oder "Der kleine Horrorladen" Mäuschen spielen, um zu sehen wie preisgünstig und dennoch effektiv ein Stromschlag zu realisieren wäre. Das hätte man doch selbst damals schon alles kostengünstig ins Bild hineinmalen können. Nein, so war es scheinbar noch mal billiger denn je und somit auch lustiger für Freunde unfreiwillig komischer Schundfilme.

Dass der Streifen bislang in Deutschland nur im Kino lief, zeigt uns dann ja auch, dass sich schon damals vor Beginn der Trash-Kultur das "normale" Publikum nicht verarschen lassen wollte und lieber zu Hause blieb. Vielleicht lockte der mit deutschen Ohren so gar nicht interessant klingende "deutsche" Titel „Rabbits“ auch zu wenig Leute. Da hat der Originaltitel solch einen sympathischen Klang und dann muss stattdessen ein schlecht klingender anderer englischer Titel her. Zumindest lügen beide Titel was die im Film agierenden Monster betrifft, schließlich ist ein Lepus kein Kaninchen, sondern ein Hase.

Kommentare:

  1. Wo kann man sich diesen Film besorgen? Auf deutsch gibt es den ja nicht auf DVD oder?

    Trotz Tierhaarallergie hab ich durch meine Freundin ein Faible für Kaninchen entwickelt. Und daher finde ich dass Kaninchen allgemein und Killerkaninchen speziell in Filmen unterrepräsentiert sind.

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  2. Da es eine Deutschvertonung gibt verstehe ich auch nicht warum es dieser unter Trash-Fans heißgeliebte Film hier bislang nicht auf DVD geschafft hat. Es gibt eine holländische VHS und, wenn's denn unbedingt eine DVD sein muss, eine amerikanische DVD-Veröffentlichung.

    Hast Du als Hoppler-Fan denn schon den Kurzfilm "Paashaat" gesehen über einen Zombie-Osterhasen??? Falls nein, hier ist der Link zum Film: http://paashaat.nl/en/bekijk-de-film/

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