Montag, 5. August 2013

RETURN OF THE LIVING DEAD 3 (1993 Brian Yuzna)


Curt dringt mit seiner Freundin Mindy in ein Militärgelände ein. Hier arbeitet sein Vater an einem Geheimprojekt. Was er da beobachtet kann er nicht fassen. Die Army reanimiert Tote zu neuem Leben. Als die beiden kurz darauf einen Motorradunfall haben, bei dem Mindy stirbt, beschließt Curt sie zurück ins Leben zu holen. Ein großer Fehler...


Gehirn ade...

„Return Of The Living Dead 3“ ist eigentlich kein Teil 3, er ist ein eigenständiger Zombiefilm. Alles was die beiden Vorgänger ausmachte ist nicht mehr vorhanden: die Zombies rufen nicht nach Hirnen, die Fässer tauchen nur mal kurz im Hintergrund auf, und unzerstörbar sind die Zombies nun auch nicht mehr. Humor kann man hier suchen gehen, den gibt es weder auf die subtile Art wie im Original, noch auf die alberne Art wie in der ersten Fortsetzung.

Dass die Fans sich an letzterem negativ aufgehangen haben war dann wohl auch der Grund dafür eine Kursänderung vorzunehmen. Allerdings finde ich es immer wieder schade, dass Filmemacher sich an Titeln vergreifen, um dann etwas ganz anderes zu erzählen, so z.B. geschehen bei dem Spielfilm "Der kleine Vampir" oder bei "Halloween 3". Bei einem direkten Vergleich kann Teil 3 also schon mal keine Punkte machen. Funktioniert er denn als eigenständiges Werk?

Viele Horror-Fans würden jetzt ja rufen, ist Brian Yuznas Vision des Zombie-Themas doch recht beliebt. Wir haben einen Film mit gut gemachten Zombies, blutige Szenen gibt es zu genüge, diese sind mit Liebe zum Detail umgesetzt und eine nette Grundidee ist auch vorhanden. Leider wird dem Erotikpotential der Hauptdarstellerin viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt als es gut für das Endprodukt wäre. Der Plot ist mäßig erzählt und Atmosphäre kommt kaum auf. Einer der wichtigsten Nebenfiguren einen so lächerlichen Namen wie Riverman zu geben wirkt inmitten der Ernsthaftigkeit peinlich. Okay, Humor taucht in schwärzester und stiller Form auf, das ist ein Pluspunkt, aber Riverman? Ach, bitte!

Zumindest sind die Darsteller brauchbar, und der weibliche Erotikzombie hübsch anzusehen. Dass man das Thema auf sensiblere Art effektiver umgesetzt bekommen hätte, bewies in der zweiten großen Zombiewelle „Zombie Honeymoon" im Jahr 2004. Brian Yuzna schafft lediglich eine romantische Basis, um daraufhin recht sinnlos und rein des Effekts wegen ein Blutbad zu eröffnen. Dabei ist es ihm egal, dass die Geschichte holprig erzählt ist, und zu oft an Unlogiken krankt. Wer die uninteressantere erste Hälfte übersteht, wird belohnt mit einer zweiten Hälfte, die es in Sachen Effekte für seine Zeit in sich hatte. Das entschädigt ein wenig für das magere Ergebnis, zaubert aber freilich keinen guten Film.

Was bleibt ist ein Film, der zwar mit Liebe zum Horror-Genre seitens der Effekte und Masken gedreht wurde, dem aber die wahre Atmosphäre und Spannung fehlt und das Talent seine schöne Geschichte wirksam zu erzählen. Ein "Return Of The Living Dead" ist er schon mal gar nicht, und als eigenständiger Zombiefilm dümpelt er auch nur im Mittelmaß vor sich hin. Aber von Yuzna bin ich ohnehin nur Mittelmaß gewohnt. In seinen besseren Produktionen ließ er fast immer wen anders auf dem Regiestuhl sitzen.

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