Donnerstag, 3. April 2014

MAD JAKE (Blood Salvage 1990 Tucker Johnston)


Die im Rollstuhl sitzende Teenagerin April gerät in Gefangenschaft des Organhändlers Jake...


Zu Ehren von Hooper...

„Mad Jake“ macht keinen Hehl daraus, dass er gerne eine weitere Variante des „Blutgericht in Texas“-Themas wäre. Die Parallelen sind nicht zu übersehen: eine debile Familie mit einem dicken, minderbemittelten Sohn, eine junge Frau in Gefangenschaft, die Mumie der Familienmutter und das alles angesiedelt im hinterletzten Hinterland. Ja, „Mad Jake“ ist als Verbeugung vor Hooper gedacht und nicht nur als schlichter Mitläufer einer Welle die Hooper mit seinem Streifen ungewollt losgetreten hat. Und die Anwesenheit von Krokodilen wie in seinem Folgefilm „Eaten Alive“ und der Tod durch das Überroltwerden eines Trucks (laut „From Dusk Till Dawn“ gilt ein Wohnmobil ja schließlich als Truck), wenn auch das Oberhaupt damit erwischend anstatt einen der Söhne, unterstreichen diese Vermutung noch einmal.

Einzig die Kettensäge fehlt, aber die wäre auch etwas zu viel Klau gewesen inmitten eines Filmes der in seine Geschichte zwar völlig anders einsteigt als sein großes Vorbild und mit dem Bereich des Organhandels der Familie auch einen anderen Hintergrund präsentiert, aber all das sorgt nicht für den gewissen Pfiff den Streifen origineller erscheinen zu lassen. Zwar versucht man mit schwarzem Humor noch ein wenig Kritik an den fragwürdigen Radiopredigern Amerikas zu äußern, aber „Mad Jake“ fehlt einfach eine eigene Handschrift die ihn zu mehr macht als ein Stück Routinefilm zum schnell wieder vergessen.

Vielleicht hätte einer dieser Punkte sogar etwas aus dem Durchschnitt machen können, aber eine unsympathische Heldin, die zu wenigen Auftritte des charismatischen John Saxon und ganz besonders der Soundtrack arbeiten gewaltig gegen eine stimmige Atmosphäre und kleiden „Mad Jake“ endgültig in ein austauschbares Billiggewand. Die unmotivierte vor sich hin dudelnde Musik nervt in ihrem penetranten, ständigen Untermalen jeglicher Szene. In der Deutschfassung stört zudem eine unterdurchschnittliche Synchronisation, so dass die Ehranbietung an Hooper mittels dieses Filmes eher wie eine Beleidigung als wie eine Verbeugung wirkt. Kaum zu glauben: in meiner Jugend fand ich den Film sogar recht nett.


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