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Montag, 20. Oktober 2014

FAST FOOD NATION (2006 Richard Linklater)


Der Marketing-Manager einer Burger-Kette geht vor Ort in die Produktionsstätten, da Lebensmitteltests Fäkalienrückstände aufwiesen. Vor Ort erlebt er einen Betrieb voller illegaler Einwanderer und anderer Dinge die es todzuschweigen gilt...


Gefundenes Fressen für die Presse...

Auf der Bonusdisk der "Super Size Me"-DVD war seinerzeit ein Interview mit dem Autor des Buches, auf dem dieser Film basiert, enthalten. In diesem Interview wurden wesentlich mehr Themen innerhalb von 25 Minuten ausführlich abgearbeitet als es der hier besprochene Spielfilm leistet. Stets hält er sich mit unnötigen Dingen auf, stets blendet er Themen da aus, wo sie eigentlich erst beginnen. Da Filme über die Verbrechen des Turbokapitalismus noch immer Mangelware sind, ist es um so bedauerlicher wenn ein Film nicht alles tut um uninformierte Menschen wachzurütteln. Ansätze sind in „Fast Food Nation“ vorhanden, emfehlenswerter ist besagtes Interview.

Ein Mann erzählt, dass es für die Burger-Firma toll wäre einen Schlachtbetrieb gefunden zu haben, der für so wenig Geld Fleisch liefert. Das ist ein guter Ansatz, darauf kann man bauen. Neben aller berechtigter Konzernkritik wäre dieser Satz aber der ideale Auslöser gewesen, auch Kritik am Konsumenten zu tätigen. Ein Konzern kann erst dann Mitarbeiter schlecht behandeln und billig Fleisch herstellen, wenn der Konsument billig einkaufen will. Dass der Konsument im Laufe der Jahre des Wohlstandes seine Pflichten vergessen hat und nur noch fordert (und in erster Linie ja auch billig fordert) müsste ihm ebenfalls vorgehalten werden. Konzerne können nicht ohne die Dummheit des Konsumenten groß und mächtig werden. Unsere Welt ist schließlich keine Zauberwelt. Hier hätte der Film gute Aufklärungsarbeit leisten können, die sonst üblicher Weise nur Dokumentarfilme leisten.

Als kleiner Trost ist „Fast Food Nation" zumindest nicht langweilig ausgefallen und kann immerhin Menschen informieren, die von der Materie des Themas noch gar keine Ahnung haben. Für alle anderen erzählt das Werk bereits Bekanntes aus dem traurigen Alltag hinter der Werbe-Blende und von dem was die Masse aus Michael Moores Werken bereits kennt. Es ist sicherlich kein Fehler diesen Film zu sehen, aber Kopf und Kragen riskiert um gegen den Willen der großen Burgerfirmen aufzuklären haben die Macher des Streifens auch nicht gerade. Somit ist „Fast Food Nation“ eine feige Art einen mutigen Film zu drehen.

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