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Sonntag, 19. Oktober 2014

HILFE, MEINE BRAUT KLAUT (1964 Werner Jacobs)


Valentin Haase umwirbt eine Frau ohne zu wissen dass sie Millionärin ist. Deswegen lassen ihn so einige Missverständnisse glauben seine Herzensdame wäre eine Diebin...


Braut klaut, Blaukraut und Rotkohl...

Im selben Jahr des sympathischen „...und sowas muss um acht ins Bett“ drehte Peter Alexander mit Regisseur Werner Jacobs und Schauspiel-Kollege Gunther Philipp „Hilfe, meine Braut klaut“. Anstatt Schlagersängerin Gitte Haenning agiert diesmal Schlagersängerin Cornelia Froboess an seiner Seite, und anstatt diesmal den Pennäler-Komödien a la „Die Lümmel von der ersten Bank“ vorzugreifen erleben wir die klassische Verwechslungs-Komödie a la „Schäm Dich, Brigitte“, jedoch versehen mit einem romantischem Schwerpunkt a la „Hilfe, ich liebe Zwillinge“.

Gesungen wird auch, jedoch erleben wir zuvor angenehme 51 Minuten in denen dies nicht getan wird. Ab dann gibt es kein Halten mehr. Ein Lied folgt dem nächsten, innerhalb von 12 Minuten 4 Lieder, und dann kehrt wieder Ruhe ein, und die Geschichte kann ohne die Unterbrechung eines kompletten Liedes fortgesetzt werden. Mit Gesang muss man in einem Peter Alexander-Film rechnen, so war die alte Zeit, und nicht jeder Song nervt.

So wird beispielsweise ein auf russisch getrimmtes Lied recht liebevoll in das tatsächliche Geschehen integriert, noch treffender wird ein Lied in das Szenario eines 50. Hochzeitstages eingebaut. Mancher Song, der erste zum Beispiel, wird jedoch nur vor sich hin geträllert ohne wirklich kompatibel mit dem Restfilm zu sein. Das ist schade. Ein heiteres Duett mit Gunther Philipp, der Höhepunkt von „...und sowas muss um acht ins Bett“, gibt es diesmal leider nicht zu erleben.

Wesentlich angenehmer sind jedoch die unbesungenen Szenen in einer Geschichte, die etwas zu sehr bemüht mit Verwirrungen um sich schmeißt und damit manchmal etwas zu extrem in den Klamaukbereich abrutscht. Das schadet dem ansonsten recht charmant gespielten und geschriebenen Film schon ein wenig, letztendlich bleibt „Hilfe, meine Braut klaut“ jedoch sympathisch genug um simpel unterhalten zu werden. Philipp spielt stur und starrsinnig wie gehabt, mit einer liebevollen Übertreibung zu seinem Beruf als Detektiv, was fast ein wenig an „Sledge Hammer“ zu erinnern weiß. Und Peter Alexander beweist mal wieder dass er mehr als nur der vor sich hin trällernde Schlagersänger in einem Spielfilm ist, setzt Mimiken treffsicher ein, tanzt choreographisch leichtfüßig und weiß auch sonst seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Etwas mager wirkt die Darstellung seiner Schlagerkollegin Froboess, die zwar austauschbar spielt, aber ohnehin nur das Anhängsel des männlichen Duos ist, welches für die wahren Lacher der Geschichte verantwortlich ist. Das sind dann zwar (mittlerweile?) eher kleine Schmunzler als große Lacher, aber sie wissen zu gefallen, wirken nur selten krampfhaft gewollt wie in dem Szenario um das Aneinandergekettetsein mit schlüssellosen Handschellen, sondern gefallen meist, so z.B. in der parallel zur Handschellensituation ablaufenden Szene, in welcher der mit Haase befreundete Detektiv in einem teuren Restaurant feststellen muss, dass seine Begleitung mit Vorliebe teuren Champagner trinkt, während er pleite auf seinen Kumpel wartet, der ihm Geld vorbeibringen wollte.

Der letzte Schliff zur wahrlich gelungenen Verwechslungs-Komödie fehlt, und die Grundlage warum die Millionärin lügt ist ein wenig dünn aufgetragen, aber „Hilfe, meine Braut klaut“ weiß auf klassische und damals zeitgemäße Art zu unterhalten und verkommt nicht zum pausenlosen Singsang, der manch anderen Peter Alexander-Film unerträglich macht. Der international benannte „Help, My Bride Steals“ ist der Zwischendurchverzehr für Freunde der leichtfüßigen 50er/60er-Jahre Phase deutscher und österreichischer Komödien. Wer als Cineast Gefallen an dieser Art nostalgischer Filmkunst hegt, kann bedenkenlos reinschalten.


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