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Montag, 20. Oktober 2014

SHRIEKER - DIE FRATZE DES TODES (Shrieker 1998 David DeCoteau)


Fünf in einem leerstehenden Krankenhaus illegal wohnende Studenten müssen sich gegen eine Kreatur aus der Hölle zur Wehr setzen, da jemand Fremdes in dem Gebäude das Wesen versehentlich erweckt hat...


Drum lese nichts laut vor was Du nicht verstehst...

Was David DeCoteau mit diesem ollen Horrorstreifen vorlegt ist ein belangloser Film aus seinem Stamm-Hause von Produzent Charles Band namens Full Moon Pictures. Das ist eigentlich die Heimat billig heruntergekurbeltem aber sympathischen Trashs. Zugegeben, billig passt auf „Shrieker“ zu, er lockt jedoch keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Er ist zu routiniert ausgefallen um ihn zur Aufheiterung gut zu finden, und er ist es ebenso um ihn als Horrorfilm schlecht zu finden.

In gewisser Weise ist dieses Werk schon schlecht zu nennen, es ist immerhin nie spannend obwohl es dies unbedingt sein will, das Monster ist extremst billig zurecht gemacht und die Charaktere sind arg plump ausgefallen, wenn auch verkörpert von halbwegs brauchbaren Nicht-Schauspielern. Aber die Wahrheit ist, dass es da draußen auf dem Videomarkt schlimmeres für Horror-Fans zu entdecken gibt, oft auch von Band selbst produziert.

Der Mann, der sonst mit herrlich schrägen Ideen jongliert, man nehme als Beispiel nur einmal die gefangene Girlband aus "Blood Dolls", bietet diesmal nur eine 08-15 Spukgeschichte. Diesmal ist Band auch wieder nur ausführender Produzent und nicht selbst Regisseur, was eigentlich immer ein gutes Zeichen ist. Dennoch ist Fremdregie keine Garantie für das kleine sympathische Trash-Erlebnis für zwischendurch. Mag sein dass der ein oder andere naive Horrorfilm-Neueinsteiger oder Kinder, die aufgrund ihrer FSK-Ausgrenzung den Film heimlich aus Papas Videoregal schmuggeln müssen, an diesem schlichten Produkt etwas zu gruseln finden, aber selbst „Die Nacht der reitenden Leichen“ ist unheimlicher als das olle Gummigesicht Shrieker ausgefallen, und über dessen Gruselgehalt schmunzeln bereits schreckhafte Persönchen.

Was die Geschichte selbst betrifft, die ist so 08/15 ausgefallen wie der Rest des Streifens. Die Wendungen zum Ende hin sind uninteressant, die Gründe der Täter an den Haaren herbeigezogen und das alles wird zudem noch ziemlich lahmarschig erzählt. Vielleicht weht den ein oder anderen ein Hauch von "The Beach" an, wenn der Gründer der WG den Führer raushängen lässt, eigentlich ist der Vergleich dann aber doch zu übertrieben.

Wer Filme wegen skurriler Besonderheiten guckt muss allerdings dann doch einschalten. In „Shriek“ (Alternativtitel) dürfte es den langsamsten Abspann der Filmgeschichte geben. Mit einfachem Vorspulen bekommt er die Schnelligkeit eines üblichen Abspanns, bei zweifachem Vorspulen ist er immer noch leserlich. Bei einer Lauflänge von gerade einmal 71 Minuten ist das schon eine Dreistigkeit für sich. Andererseits ist es freilich der kurzen Laufzeit zu verdanken, dass „Shrieker - Die Fratze des Todes“ nie wirklich langweilig wird. Wenn man sich nebenbei noch anderweitig beschäftigt und den Film nur mit einem Auge mitverfolgt kann er noch als recht putzig wahrgenommen werden.

Ach, übrigens: „Shrieker“ kommt auf seine Gesamtlänge mit nur acht (!!!) "Schauspielern" aus, den Shrieker bereits mit eingerechnet. Das nenne ich doch mal eine Kostensenkung a la Billigfilmer Band.

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