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Samstag, 18. Juni 2016

SACRED FLESH (2000 Nigel Wingrove)


Ein Vorsitzender der katholischen Kirche reist zu einem Kloster aus dem er einen Brief geschickt bekommen hat. Der Brief ist der Hilferuf einer älteren Nonne, die beklagt dass ihre Mutter Oberin besesssen sei. Nachdem ihr Mutter Maria als Verführerin der Lust erschienen sei kämpfe sie verzweifelt gegen ihre Fleischeslust. Kaum im Kloster angekommen sind auch weitere Nonnen im Banne des Dämons und geben sich der Lust hin...


Frauen in der katholischen Kirche...

Was Nigel Wingrove uns 2000 als Sex-Horror vorgesetzt hat, ist ein ziemlich mageres und unoriginelles auf die Schnelle abgefilmtes Stück Zuschauerbeleidigung der billigsten Sorte. Die Ausleuchtung, die Darstellung, der Humor, die Geschichte, „Sacred Flesh“ ist ein dilettantischer Rotz von Film, einzig gedreht um einem Haufen Perversen ein paar Sexszenen vor den Latz zu knallen, und ob das nötig ist bei all den Quellen heutzutage an brauchbarere Erotik- und Sexvideos heran zu kommen, sei einmal dahin gestellt.

Zwar bietet „Sacred Flesh - Der Sünde verfallen“ (Alternativtitel) manch frechen Dialog, der sich über die Frivolität der Männer in der katholischen Kirche über den Blickwinkel, dass Frauen in der Kirche nichts zu suchen haben, lustig macht, aber diese Holzhammerversuche humoristischer Kirchenkritik kommen so bemüht wie aufdringlich daher, dargeboten durch miese Mimen, von denen der Lakaie des Bischofs es schafft mit seinem zotigen Mimenspiel am erbärmlichsten aufzufallen.

Ein Teufelchen hier, Diskussionen mit Mutter Maria da, die sich als Befürworterin des Beischlafs entpuppt, was wohl die beste Idee dieses unterirdischen Streifens sein dürfte, billige Dämonemmaskeraden noch schnell mit eingestreut, und fertig ist der Horrorpart inmitten einer Fummel- und Leckparade, die vom dialoglastigen Film mit langgezogenen Nicht-Erotikszenen unterbrochen wird und somit trotz geringer Laufzeit auch viel Geduld von jener Art Zuschauer abverlangt, die bei all den Minuspunkten doch noch zum Zielpublikum des Streifens gehört. Der darf sich zumindest darüber freuen, dass der Oralsex nicht nur angedeutet wird, sondern vor der Kamera tatsächlich vollzogen, freilich typisch Erotik-zahm präsentiert ohne dabei Details zu bieten.

Scheinbar lohnt es sich solche Schrottfilmchen auf den Markt zu bringen, Wingrove schob zumindest noch diverse Teile der nicht von ihm gestarteten „Satanic Sluts“-Reihe hinterher, bevor er 2009 endlich damit aufhörte uns mit diesem Schmutz zu belästigen, zumindest unter dem uns bekannten Namen des Regisseurs. „Sacred Flesh“ ist so schlecht wie er klingt, lässt vom Charme manch geglückter Erotikfilme der 70er und 80er Jahre nichts mehr aufklingen, sondern ist stattdessen ein um Sensationen bemühtes, unsensibel abgefilmtes Stück Sexfilm, dem jeglicher Kunstaspekt fehlt und tatsächlich nur für das schnelle Geld uninspiriert heruntergekurbelt wurde. In der Misty Mundae-Welle folgten noch viele ähnliche Werke dieser Art, eine Welle die man selbst als Vielseher nicht verfolgen braucht.


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