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Sonntag, 4. September 2016

HORROR HOUSE - HOUSE 3 (The Horror Show 1989 James Isaac)


Drei Jahre hat Polizist McCarthy den brutalen Massenmörder Jenke gejagt. Nach der Festnahme, die zum Blutbad wurde, geht es McCarthy nicht besser. Da die Therapie nichts nutzt schaut der Cop bei der Hinrichtung zu, im Glauben Jenke sterben zu sehen würde ihn von seinen Alpträumen befreien. Aber nicht nur dass Jenkes Abgang auf dem elektrischen Stuhl zu einem lange andauernden, schrecklichen Ereignis wird, bei dem es dem Killer gelingt sich vom Stuhl zu lösen und den Polizisten zu attackieren, nach seinem Tod schafft es der Irre als Energiewesen gar in McCarthys Haus zu gelangen und ihn und seine Familie dort zu terrorisieren...


Der 6 Millionen Volt-Mann...

Die „House“-Reihe ist eine ungewöhnliche Horrorserie, ist sie doch eigentlich mit Filmen unterschiedlichster Schwerpunkte völlig unsinnig aneinander gereiht, ohne tatsächlich eine Gemeinsamkeit zu besitzen. Während für ähnlichen Irrwitz, z.B. in der „Anthony“-Reihe, deutsche Verleiher verantwortlich waren, die zu themenähnlichen Filmen eine Reihe erfanden (ein Verfahren dass sich u.a. mit „Reihen“ wie „Jurassic Shark“ und „Paranormal Investigations“ noch immer großer Beliebtheit erfreut), ist die „House“-Serie jedoch auch im Original eine offiziell fortlaufende Nummer.

Während Teil 1 und 4 Horror-Komödien sind und „House 2“ eine reine mit Fantasyelementen angereicherte Komödie ist, kommt „Horror House - House 3“, von einigen schwarzhumorigen Sprüchen McCarthys Peiniger einmal abgesehen, völlig humorlos daher. Nicht nur dies trennt den Streifen von der Rest-Reihe. Auch die Thematisierung Haus ist nicht mehr wirklich gegeben, auch wenn ein Großteil der Ereignisse dort stattfindet. Dies schien man auch seiner Zeit erkannt zu haben, und so erhielt die Sean S. Cunningham-Produktion den Original-Titel „The Horror Show“.

Möglicher Weise wurde der hier vorliegende Film damals auch spontan der recht erfolgreichen „House“-Reihe angefügt, drehte Wes Craven im selben Jahr von „House 3 - Der Fluch des Massenmörders“ (Alternativtitel) doch den recht themenähnlichen „Shocker“, in welchem ebenfalls ein Massenmörder nach der Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl per Energiewesen zurückkehrt. Mit dem großen Namen Craven konnte man nicht konkurrieren. James Isaac, der später auch für „Jason X“ verantwortlich war, legte mit dem hier besprochenen Streifen sein Debut vor. Der Anschluss an die „House“-Reihe könnte von daher eine Marketing-Reaktion zum Selbstschutz gewesen sein.

Aber was auch immer der Grund ist warum ein Horrorfilm, dessen Inhalt sich nur bedingt auf das Gebäude bezieht in welchem seine Helden hausen, als eine Fortsetzung von „House“ zu verkaufen, dem Horror-Fan darf es letztendlich egal sein, wird ihm doch mit „House 3 - The Horror Show“ (Alternativtitel) ein kleiner, stimmiger Genre-Beitrag präsentiert, der sich prima als Zwischendurchverzehr für das nimmersatte Publikum eignet. Eine konsequent durchgezogene düstere und dreckige Grundstimmung unterstreicht den ernsten Ton des Streifens, und Brion James ist als komplett durchgeknallter Psychopath so wundervoll besetzt wie der charismatische Lance Henriksen in der Rolle als sein Gegner.

Leider kommt „Horror House“ ziemlich zusammengeflickt und unsinnig daher. Das fängt mit idiotischen Kleinigkeiten, wie dem Kleiderständer im Heizungskeller, an und endet mit den nicht durchdachten innereigenen Spukelementen, die einfach keinen Sinn ergeben wollen. Es mag sein dass auch hier das Konkurrenz-Produkt „Shocker“ Schuld an der unausgereiften Art des Streifens ist, vielleicht musste Isaacs Werk aufgrund des Vergleichs-Produktes besonders schnell fertiggestellt werden. Aber Sinn macht das hier Erzählte wenig. Der Aspekt McCarthy in den Wahnsinn zu treiben, damit die Kollegen ihn ebenfalls für einen Psychopathen halten, wird psychologisch holprig und nur halb für die Story interessiert thematisiert. Und das Komplettwerk an sich pendelt immer wieder zwischen typischem Spuk-Horror und dem Energie-Element a la „Pulse“ von 1988, oder eben auch „Shocker“, hin und her.

„House 3“ (Alternativtitel) hüpft von einem hanebüchenen Moment zum nächsten, so dass es einem Wunder gleicht, dass er trotzdem als kleines Sinnlos-Produkt für zwischendurch in Ordnung geht, ohne dabei zur reinen unfreiwillig komischen Lachnummer zu werden. Wie erwähnt verdankt es der Streifen dem düsteren Grundton und der Härte seiner Story (immerhin ist „Horror House“ der blutigste Teil seiner Reihe), dass er sich trotzdem lange Zeit über Wasser halten kann, bevor erst im Finale überhaupt nichts mehr Sinn ergibt. Warum man sich plötzlich in einem Kraftwerk befindet, um sich schließlich doch wieder im eigenen Heim zu befinden, weiß sicherlich nicht einmal der Drehbuch-Autor. Und da der Streifen sich lediglich am Stammpublikum seines Genres orientiert, und dieses in der Regel schon weitaus Dümmeres gesichtet hat, muss uns das auch nicht weiter kümmern. Ich akzeptiere einfach, dass „Horror House“ ein kleines Genre-Vergnügen ist, obwohl er an Krankheiten leidet, die viele andere Werke für mich unerträglich machten.

Die Fortsetzung, wenn man dies bei der völlig unzusammenhängenden „House“-Reihe überhaupt so nennen kann, ist übrigens „House 4“ und nicht „Horror House 2“, wie manch einer glauben könnte. Letztgenannter ist ein italienischer Hexen-Horror, der mit der Reihe noch weniger zu tun hat als der hier besprochene Film. Scheinbar reichte es den deutschen Titelgebern noch nicht, dass bereits „Horror House“ mit seiner Verweigerung sich bei der Erstveröffentlichung „House 3“ zu nennen, für genügend Titel-Verwirrungen sorgte, spätestens als „House 4“ auf der Bildfläche erschien, und man sich fragte wo das Zwischenstück geblieben ist.


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