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Dienstag, 17. Februar 2015

THE LAST SEVEN (2010 Imran Naqvi)


Sieben Menschen erwachen im menschenleeren London ohne Erinnerung. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden was passiert ist...


Erinnerungsfetzen...

Ein einzelner Mensch erwacht in London, ganz alleine in der großen Stadt. Er wandert umher, findet niemanden und ruft schließlich verzweifelt nach anderen Menschen. Kommt uns bekannt vor? Dies war auch das Anfangsszenario des ebenfalls britischen Horrorfilmes „28 Days Later“. Aber von dem wird man sich den Einstieg ins Geschehen schon klauen dürfen, war er doch schon Anfang der 00er Jahre nichts neues und eigenständiges und abgeguckt von den „Day of the Triffids“-Verfilmungen, ebenso von „The Slime People“ und „Target Earth“ und nicht zu vergessen von „Quiet Earth“. Und da gibt es sicherlich noch mehr was ich nicht kenne oder was mir nicht einfällt, was mit Menschen in einer plötzlich menschenleeren Stadt beginnt.

„The Last Seven“ wird im Gegensatz zu Danny Boyles Werk auch kein Beitrag der Zombie- und Infiziertenwelle. Es tauchen nicht plötzlich Monster aus irgendwelchen Ecken auf. Die Überlebenden laufen mehr oder weniger vereint durch die Stadt, eigentlich recht planlos und auch nicht gerade arg bemüht per Dialog herauszufinden was passiert ist, bis sie nach und nach Teilerinnerungen zurückbekommen, die dem Zuschauer per Rückblick als einzelne Puzzleteile zugespielt werden, bis am Ende klar wird was passiert ist und was das ganze soll.

Das klingt nicht sonderlich aufregend, und das ist es auch nicht, dabei hätte man durchaus etwas daraus machen können, arbeitete doch auch der wesentlich geglücktere „Blair Witch 2“ mit einer vergleichbaren Idee, stellte sich dabei aber auch nicht so idiotisch an wie die Verantwortlichen von „The Last Seven“. Bereits die Besetzung weiß nicht wirklich zu gefallen. Schauspielern sieht anders aus, und wer den Originalton kennt kann hinzufügen: schauspielern hört sich auch anders an. Die deutsche Synchronisation ist nicht wirklich dolle, aber immer noch besser als der amateurhaft gesprochene Originalton, der zusätzlich zur billigen Videooptik Grund für die magere Atmosphäre dieses Streifens ist.

Spannend ist hier nichts, Verzweiflung sieht anders aus, und glaubwürdig ist hier auch nichts. Nach einem halbwegs passablen Einstieg, in welcher der erste Erwachte noch ganz allein ist, beginnen bereits die ersten Momente zu nerven, wenn er auf weitere Überlebende stößt.

Dann ist erst einmal das große Rätseln angesagt, wobei sich der Film seiner Linie nicht treu bleibt und uns bereits Erinnerungslücken zuspielt und Zusammenhänge deutlich macht, bevor auch die Protagonisten auf diese stoßen. Dementsprechend wird das Entpuzzeln der ganzen Sache nicht zur psychologisch kniffeligen und peppigen Angelegenheit, sondern eher zu einer billigen Art erzählen zu können was passiert ist. Wenn im Laufe der Zeit auch noch übernatürliche Geschehnisse passieren ahnt man bereits worauf das Ganze hinauslaufen soll. Das Stehenbleiben aller Uhren im Film zur gleichen Zeit gibt bereits einen ersten Hinweis.

Somit erzählt „The Last Seven“, das Debut von Regisseur Imran Naqvi, nicht viel mehr als das was wir bereits wesentlich spannender im atmosphärisch dichtem „Dead End“ erzählt bekommen haben. Zu dem sollte man eher greifen als zu dieser billigen Videoproduktion, die zwar einige tolle Bilder der leeren Stadt vorzuweisen hat, was aber nicht viel nutzt, wenn man sie nicht in einen stimmigen Farbfilter geschweige denn in ein stimmiges Szenario taucht. Zugegeben: man hält „The Last Seven“ bis zum Schluss durch, immerhin ist die Neugierde geweckt was los ist, und auch wenn man etwas ahnt will man zumindest am Schluss die Bestätigung haben ob man nun richtig lag oder nicht. Aber ein aufregend erzählter Film oder zumindest ein auf simpler Basis unterhaltsamer sieht anders aus!


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