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Samstag, 5. März 2016

GOKÉ - VAMPIR AUS DEM WELTALL (Kyûketsuki Gokemidoro 1968 Hajime Sato)


Eine außerirdische Parasitenspezies attackiert die Überlebenden eines Flugzeugabsturzes...


Überlebende, die sterben müssen...

Der japanische Weltraum-Vampir-Beitrag „Goké - Vampir aus dem Weltall“ aus dem Jahre 1968 hält ebenso wie „Planet der Vampire“ und „Der Vampir aus dem All“ inhaltlich nicht was sein Titel verspricht. Klassische Vampire wie sie immerhin „Bloodsuckers“ in die unendlichen Weiten des Weltalls verfrachtete, gibt es auch hier nicht zu sichten. Wieder einmal werden lediglich menschliche Körper eingenommen, was ihm aufgrund der halbwegs bestehenden Verwandschaft zu „Die Körperfresser kommen“ den Alternativtitel „Body Snatchers from Hell“ eingebracht hat. Allerdings dürfen die Opfer unter Fremdkontrolle tatsächlich Menschen attackieren und deren Blut trinken, was dem Titel ein wenig entgegen kommt. Spitze Zähnchen bekommen wir allerdings ebenso wenig präsentiert wie andere Gesetzmäßigkeiten von Vampiren.

Wenn sich die kommende Bedrohung durch einen blutroten Himmel als Vorwarnung abzeichnet, dann erkennt man schnell dass die Regiearbeit von Hajime Sato, dem wir auch „UX-Bluthund - Tauchfahrt des Schreckens“ zu verdanken haben, nicht auf stille, unterschwellige oder gar subtile Töne setzt. Dementsprechend sieht auch die in Stereotype badende Charakterisierung der wichtigsten Figuren aus: der strahlende Held, der Oberfiesling, der fast genauso fiese Politiker, der hemmungslose Wissenschaftler und der Saboteur. Weibliche Rollen dürfen hingegen nur niedlich lächeln, hysterisch werden und in Ohnmacht fallen. Darin ähneln sie sich alle.

All zu ernst darf man „Goke the Vampire“ (Alternativtitel) somit nicht nehmen. Sato selbst schien jedoch zu glauben einen äußerst tiefsinnigen Genre-Beitrag abgeliefert zu haben. Denn immer wieder muss der Zuschauer äußerst klischeelastige und flache Kritiken über die Menschheit über sich ergehen lassen, meistens geht es um den Krieg, was aufgrund seiner unfreiwilligen Komik durch die Penetranz des erhobenen Zeigefingers immerhin zu belustigen weiß. Allerdings werden diesen Propagandareden auch immer wieder mit in rot eingefärbten realen Bildern aus Kriegen untermalt, und das hat die selbe geschmacklose Wirkung in einem Unterhaltungsfilm wie es dies auch bei „Ein Kind zu töten“ der Fall war.

Somit steht die unfreiwillige Komik diesbezüglich auf wackeligen Beinen, und das stört den Sehwert mehr als man meinen sollte, hätte doch genau der Trashgehalt den Unterhaltungswert enorm nach oben schrauben können innerhalb eines Filmes, bei dem die menschlichen Auseinandersetzung der kleinen Gruppe Überlebender wesentlich dominanter hervorgehoben wird als die olle Außerirdischengeschichte, von der man sich als Zuschauer erhoffte dass sie den Schwerpunkt bilden würde.

Und so darf man, ob man will oder nicht, ewigen Auseinandersetzungen der Menschen untereinander beiwohnen, und das geht nach einiger Zeit des angenehmen Zuschauens schließlich dann doch gewaltig auf den Zeiger. Zudem bekommt man die Außerirdischen fast kaum zu sehen, und wenn dann den optisch lahm anzuschauenden Typen der von der Kreatur besetzt wurde, so dass da auch der Science Fiction-Bereich quantitativ nicht viel gegengenlenkt bekommt. Sieht man einmal das durch drei Kugeln angetriebene Ufo oder den glibberigen Parasiten ist „Goke, Body Snatcher from Hell“ (Alternativtitel) auch gleich auf einem Unterhaltungshoch. Selbiges gilt für das flotte, düstere Finale, welches die Schluss-Situation von „Die Dämonischen“ verdreht. Aber derlei Highlights gibt es zu selten, so dass nach einem sympathischen Anfang ein viel zu aufgeblähter zäher Mittelteil dominiert, bevor der Stoff in der letzten viertel Stunde noch einmal an Fahrt gewinnt.

Freunde japanischer Nostalgie im Science Fiction-Gewand können natürlich trotzdem bedenkenlos zugreifen. „Kyûketsuki Gokemidoro“ (Originaltitel) besitzt durchaus seine Momente. Aber wer kein Stammzuschauer dieser Art Film ist, wird schnell Ermüdungserscheinungen erliegen, trotz einem eigentlich angenehmen Gleichgewicht aus charmantem absichtlichen Schund und sympathischer unfreiwilliger Komik.


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