HIGH KICK GIRL! (Hai kikku gâru! 2009 Fuyuhiko Nishi)


Die junge Tsuchiya ist eine exzellente Kämpferin und bekommt die Chance bei der harten Kampfgruppe die Zerstörer Mitglied zu werden. Zu spät erkennt sie, dass diese Chance in Wirklichkeit eine Falle ist...


Einatmen Nase, Austreten Fuß...
  
Nachdem mich "Yo-Yo Girl Cop" überraschend angenehm unterhalten hat, dachte ich mir lasse ich noch einen weiteren Girlie-Action-Streifen aus Japan folgen, einen mit einem wesentlich schlichteren Aufhänger: das im Zentrum stehende Mädchen beherrscht, wie der Titel bereits verrät, hohe Bein-Kick-Methoden. Dass die Hauptdarstellerin Rina Takeda wesentlich mehr als diese olle Technik drauf hat, beweist der Film immer wieder, scheinbar ist es der erotische Reiz einem Schulmädchen unter den Rock zu gucken zu verdanken, dass sie im Titel auf die eine Technik reduziert wird. Die Kämpfe sind dementsprechend wahre Hingucker, zumal auf künstliche Zusatzhilfen verzichtet wird. Die Szenen leben einzig vom Können der Darsteller, und das ist im Kampfkunstbereich schon beträchtlich. 

Zwar wird im Film gelehrt die Kampfkunst sei nicht dafür da sich mit ihr zur Schau zu stellen, doch für nichts anderes ist dieser Streifen gedacht. Eine Handlung ist kaum auszumachen, ein Kampf jagt den nächsten. Und dass die Eitelkeit dessen was man kann hervorgehoben wird, beweisen die völlig unsinnigen und nervigen Zeitlupenwiederholungen der besten Momente und zusätzliche Schauwerte wie der Handkantenkampf mit Feuer im Spiel und ähnlichem (lustiger Weise gehört dieses Beispiel zu den wenigen Highlights, die nicht per Zeitlupe wiederholt werden). Allein in den ersten 10 Minuten darf man locker fünf oder mehr solcher Wiederholungsmomente sichten, und das nervt ungemein.

Da die Hauptdarstellerin zwar über beeindruckende Kampftechniken verfügt, der Charakter ihrer Figur aber absichtlich asozial geprägt ist, findet man sich nie richtig in die Geschichte ein, die davon erzählt, dass die junge Kämpferin sich darüber freut einer asozialen Kampftruppe beitreten zu dürfen, die im Auftrag von Geschäftsleuten Menschen vermöbelt oder gar tötet. Da dies, gefolgt vom Betrug besagter Aufnahmechance, die einzige Handlung des Filmes darstellt, stellt sich aufgrund der nervigen Zeitlupeninszenierung und der unzugänglichen Charakterzeichnung der Protagonistin schnell Ernüchterung ein, die ebenso schnell zum Desinteresse der ewigen Kloppereien führt. Freunde solch gut umgesetzter Kampfkunst sind im Sichten von Meisterschaften besser aufgehoben als in einem schlecht erzählten Film, und Filmfreunde bekommen hier kaum mehr geboten als die endlose Aneinanderreihung von Kampfszenen. 

Ein wenig Inhalt zwischen den Fights wäre wünschenswert gewesen. Trotz lobenswerter Kampfkünste sei somit jedem der eine Geschichte erzählt bekommen möchte von "Hai kikku gâru!" (Originaltitel) abgeraten. Regisseur Fuyuhiko Nishi hat bislang glücklicher Weise kein weiteres Werk diesem Debütfilm folgen lassen. Wollen wir einmal hoffen, dass es dabei bleibt.


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