Montag, 1. April 2013

GRABBERS (2012 Jon Wright)


Etwas Unbekanntes landet im Meer und greift kurz darauf die Besatzung eines Schiffes an. Auf der Insel Erin Island ahnt noch niemand etwas von der kommenden Bedrohung kleiner und großer Viecher mit Tentakeln. Und ausgerechnet der ständig trinkende O‘Shea soll den abwesenden Sheriff vertreten. Zumindest die pflichtbewusste Lisa Nolan, die für zwei Wochen bei der Inselpolizei aushilft, steht ihm zur Seite...


Saufen bis der Arzt kommt...

Und wieder hat es Regisseur Jon Wright geschafft! Nachdem er mit seinem Erstling „Tormented“ kurzweilige Unterhaltung zu einem oft verfilmten Thema ablieferte, damals im Bereich Spuk und Slasher, gelingt ihm selbiges mit „Grabbers“, einem irischen Alien-Invasions-Filmchen. Die Rezeptur ist die selbe: augenzwinkernd mit wirksamen Humor versehen (ohne darin zu ertrinken) erzählt Wright die gar nicht so neue Geschichte mit genügend Respekt und winzigen Überraschungen. Er erfindet das Genre nicht neu, liefert aber ein gelungenes Produkt ab, das so etwas wie Langeweile nie aufkommen lässt.

Der Anfang lässt noch wenig vermuten, ist die Eingangssequenz auf dem Meer doch recht wirkungslos umgesetzt und reißt nicht wirklich vom Hocker. Doch sobald man auf die ersten wichtigen Charaktere trifft wendet sich das Blatt. Denn darin liegt mal wieder die Stärke von Wrights Film, pendeln die Figuren doch immer zwischen comic-like und glaubwürdig und werden zu echten Identifikationsfiguren. Da auch die Dialoge recht flott ausgefallen sind, steht einer amüsanten Unterhaltung nichts im Weg. Und wer glaubt Europa liefere minderwertige Spezialeffekte ab, dem sei gesagt, dass die Kreaturen toll getrickst sind und nie negativ wirken.

Ein wenig bediente man sich an einer Idee aus „Faculty“. Hier mussten Teenager in einer Szene Drogen nehmen, um zu erfahren ob einer von ihnen ein Alien ist. In „Grabbers“ muss das Inselvolk viel Alkohol trinken, da die Angreifer diesen nicht vertragen. Er ist Gift für sie. Was „Faculty“ als lustige Idee nebenbei ablieferte, wird zu einer der Hauptszenarien des hier besprochenen Filmes, kommt es doch zu einem Saufgelage, das für allerhand Spaß und irisches Feeling sorgt. Wenn dann noch der Alkoholiker unter den Hauptfiguren trocken bleiben muss, während die verkrampfte Heldin an seiner Seite durch die Volltrunkenheit immer lockerer wird, geht das simple Rezept auf.

Dass der Film mit dieser unscheinbaren Idee dem ewig politisch korrekten Amerika den Stinkefinger zeigt, welches immer wieder auf eine gesunde Lebensweise pocht und alternative, ungesunde Lebensweisen nicht gut heißt, ist kein zufälliger Nebeneffekt eines Filmes, der allein durch diese andere Mentalität erfrischend europäisch erscheint und damit Pluspunkte einzufangen weiß.

Kaum auszumalen was Jon Wright abliefern könnte, wenn er sich mal an einen innovativen Stoff heranwagen würde, gelingt es ihm doch nun zum zweiten Mal ein stimmiges Stück Film abzuliefern, das sowohl im Horror- wie auch im Humorbereich zu wirken weiß und einen schnell vergessen lässt, dass man eigentlich gerade mal wieder die x-te Version eines bekannten Stoffes guckt. Andererseits: vielleicht sollte Wright auch genau aus diesem Grund so weiter machen wie bisher und uns immer wieder mal die kleinen Unterhaltungshappen für zwischendurch zuwerfen, als Auflockerung zwischen all den weniger geglückten Routineprodukten von denen wir uns mehr versprochen haben.

Schade dass der Film in Deutschland nicht als „Grabscher“ herausgekommen ist. Der Titel sorgt innerhalb des Streifens nämlich für einen wundervollen Running Gag.

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