Samstag, 12. Januar 2013

MONSTER MAN (2003 Michael Davis)


Der steife Adam ist mit seinem Auto auf dem langen Weg die Hochzeit seiner Liebsten zu verhindern. Unfreiwillig im Gepäck hat er den unreifen Party-Freak Harley, mit dem er mal befreundet war. Harley legt sich mit seiner großen Klappe mit dem Fahrer eines Monster-Trucks an. Ein großer Fehler...


The Jeeper Creeper Duell Massacre...

"Monster Man" parodiert ebenso wie "Skinned Deep" das Horrorgenre im Bereich der Filme wie "Blutgericht in Texas", "Wrong Turn" und "Hügel der blutigen Augen". Während "Skinned Deep" mehr ein Amateurprodukt war, das zusätzlich noch mit einer üblen deutschen Synchronisation gequält wurde, ist "Monster Man" professionell umgesetzt und auch würdig eingedeutscht worden.

Erzählt wird die Geschichte eines Verklemmten, einer ausgeflippten Nervensäge in Form eines Jack Black-Klons (der Vergleich ist unvermeidbar) und einer sexy Frau, die der erfahrene Horrorfan längst als Teil der Psycho-Clique weiß, noch bevor dieses Geheimnis offiziell gelüftet wird. Diese fahren durch die Einöde, belästigt von einem bösen Autofahrer. Fast zwei Drittel lang sieht man eigentlich nur die zwei streitenden Hauptrollen in irrwitzigen Dialogen, die sich auf ihrer Autofahrt viele Feinde machen und schließlich in alter "Duell"- und "Jeepers Creepers"-Manier von einem Auto bedroht werden.

Dieses ist ein aufgemotzter Monster-Truck, der selbst für mich als Nicht-Autobegeisterten einfach großartig gewählt und in Szene gesetzt wurde. Bei jedem Auftauchen hat das Vieh (man muss es fast so nennen) eine ungeheure Wirkung, egal ob es in den Attacken ist oder lediglich beim ollen Parken. Zwischendurch gibt es einige eklige Zwischenfälle, mal aus dem Teenie-Humorbereich, mal aus der Horrorecke. Die ganze Zeit lang bleibt es trotz inhaltlichem Fastleerlauf immer lustig. Hier ist "Monster Man" am ehesten noch mit dem ebenfalls dialogstarken "Lake Placid" zu vergleichen.

Das letzte Drittel ist leider nicht mehr ganz so gut. Das war auch fast vorauszusehen. Wenn ein Film in seiner Nichtigkeit viel Fun bereitet, graut es einem in voraus vor den Geschehnissen, die parodiepflichtmäßig leider unbedingt eingebaut werden müssen. Und nachdem nun ewig nur ansatzweise etwas passiert ist, muss es schließlich irgendwann zur Sache gehen. Also geraten unsere drei Helden schließlich doch noch in eine wirklich lebensgefährliche Situation, die zwar auch ganz o.k. ist, aber in seiner Abfolge stets zu viel zeigt.

Der unheimliche Truckfahrer wird zur (gewollten aber nicht wirklich wirksamen) Witzfigur-Variante eines Leatherface. Die sexy Anhalterin entpuppt sich überraschungsarm als Teil der Psychoclique (die kleine aus „The Texas Chainsaw Massacre 3“ lässt grüßen). Und ein Typ, der aufgrund seiner körperlichen Defizite eigentlich tot sein müsste, entpuppt sich als der geistige Anführer der Sippschaft (Bands "The Brain" lässt grüßen). Dieser sieht optisch sehr genial aus, und das kleine Schlachtfest im Finale ist handwerklich auch geglückt, dem voraus geht aber leider ein endloses Gelaber der Gründe des Handelns unserer Psychos.

Erstens kann ich es null leiden wenn eine Erklärung ewigen Redeschwalls bedarf, weil das meistens Hand in Hand geht mit unlogischen oder gar kruden Ideen, und zweitens fragt man sich warum die Irren es in solchen Filmen für so dringend nötig halten dem bald Sterbenden alles zu erklären (und den innerhalb der Geschichte nebenbei Getöteten nicht). Das wäre sicherlich lustig in einer Superhelden- oder James Bond-Parodie, wo dieses Verhalten stets zum Scheitern des Bösewichtes führt, in einer Horror-Parodie wirkt es jedoch nicht humoristisch sondern so fehlerhaft wie in einem ernstgemeinten Werk.

Dem Ärgernis mit dem Redeschwall nicht genug: der Hintergrund der Geschehnisse entpuppt sich plötzlich als Hexen- und Teufelshandeln, was ja nun so gar nicht in diesen speziell hier parodierten Horrorbereich passt.

Überraschungen gibt es kaum. Das ist aber nicht weiter wild, schließlich setzt der Film voraus, dass man Horrorfilme dieser Art kennt. Und so arbeitet er brav die Szenen ab, die für dieses Subgenre üblich sind. Langweilig wird er dabei allerdings nie, hat "Monster Man" doch schließlich in der ersten Stunde sein Hauptaugenmerk auf den lustigen Figuren und deren Dialogen. Darauf sollte man sich übrigens einstellen, sonst wird man bitter enttäuscht.

Schade dass der Schluss so nachlässt, denn die erste Stunde bietet wirklich hervorragende Szenen, stets zwischen lachen, an den Kopf packen und mitbibbern. Ohne das letzte Drittel wäre "Monster Man" ein echter Geheim-Tipp. Und wo ich gerade bei solchen „ohne“-Sätzen bin: ohne seinen einfallslosen Titel, der nicht wirklich Einsicht in die Geschichte gibt, sondern im Gegenteil eher fehlleitet, wäre diese kleine Horrorparodie sicherlich längst unter den Genrefans wesentlich bekannter.


Trailer,   OFDb

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