Samstag, 30. April 2016

DAS GEHEIMNIS DER GELBEN NARZISSEN (1961 Ákos Ráthonyi)


Immer wieder werden ermordete Damen aufgefunden, denen man gelbe Narzissen auf den Körper gelegt hat. Ein Spezialist von Scotland Yard stößt zur Unterstützung von Oberinspektor Whitesides Ermittlungen hinzu, begleitet von einem asiatischen Bekannten...


Alte chinesische Weisheit: deutsche Bliten sind die untelhaltsamelen Bliten...

Nur zwei Jahre nachdem mit „Der Frosch mit der Maske“ die Edgar Wallace-Reihe von Rialto startete, versuchte man sich an einer deutsch/britischen Zusammenarbeit, indem man einen gemeinsamen Film produzierte, der für das jeweilige Land jedoch mit verschiedener Prominenz besetzt wurde, so dass diverse Szenen doppelt gefilmt wurden. Dass bei solch finanziorientiertem Denken der Zuschauer auf der Strecke bleibt, braucht nicht zu überraschen, ist „Das Geheimnis der gelben Narzisse“ doch tatsächlich einer der wenigen Beiträge der Reihe, der durch gar nichts zu gefallen weiß.

Der Kriminalfall reißt nicht vom Hocker, die Inszenierung ist träge, und die Optik ist eine Beleidigung. Das Set-Design stellt uns drei Tische hin um uns einen Nachtclub zu präsentieren, und eine billig im Studio gedrehte Verabschiedungsszene an einem Zug ist so schluderig umgesetzt, dass die Illusion sich an einem echten Bahnhof zu befinden, gar nicht erst möglich ist. Der unterforderte Christopher Lee darf in seiner dümmlichen, wie nervigen Rolle, optisch zum Asiaten zurecht gemacht, kein Charisma versprühen. Und Joachim Fuchsberger hat auch schon mal besser ausgesehen, wirkt würdelos und klein, nicht einmal seine Haare wirken gekonnt frisiert. Klaus Kinski wird uninteressant in Szene gesetzt, auch hier vernachlässigten die Verantwortlichen für Kostüm und Maske ihre Arbeit.

Dass „Das Geheimnis der gelben Narzissen“ zudem unglaublich langweilig ausgefallen ist, ist bei solch üblen Umständen fast schon eine Erleichterung, wäre doch alles andere nur Perlen vor die Säue gewesen. So aber geht zumindest alles gemeinsam den Bach herunter, selbst für jemanden wie mich, der stets Freude mit den damaligen Filmen der harten Welle hatte, selbst bei mittelmäßigen Produktionen. Zumindest die amouröse Theatervorstellung einer leichten Dame im Umgang mit einem Polizisten lockert das dumpfe Geschehen kurzfristig auf. Verglichen mit dem ein Jahr später in „Das Gasthaus an der Themse“ präsentierten musikalischen Auftritt von Elisabeth Flickenschildt bleibt aber selbst der blass.

Fast schon bekommt man das Gefühl der Film wurde absichtlich gegen die Mauer gefahren. Zumindest habe ich es als extrem ärgerlich empfunden, welch schwache Vorstellung Walter Grotell als Oberinspektor von sich gibt. So ein offensichtlich desinteressiertes Spiel habe ich in einer Kinoproduktion noch selten erlebt. Vielleicht hat er aber auch einfach nur erkannt in welch uninspiriertem Wallace-Film er gelandet ist. Da kann ich ihn schon fast verstehen.


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