Posts mit dem Label Gene Hackman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gene Hackman werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

08.05.2020

DAS URTEIL - JEDER IST KÄUFLICH (2003)

Ich konnte ja nicht viel mit Gary Fleders "Sag' kein Wort!" und "...denn zum Küssen sind sie da" anfangen, aber seinen "Das Urteil - Jeder ist käuflich" habe ich nun schon des öfteren geschaut, und ich bin jedes Mal wieder von ihm angetan. Mag er auch dem selben Genre wie die Vergleichsfilme angehören, einen düsteren Still oder einen enormen Spannungsbogen braucht man hier nicht erwarten. Der Film über den Kampf um ein Gerichtsurteil ist eine Art verspielter Thriller, mischt doch eine dritte Partei die Profis zweier anderer Parteien auf, so als würde man einer humorbefreiten Show um Streiche mit versteckter Kamera beiwohnen. Freilich macht das Drehbuch aus Nick einen überbegabten Trickser, der etliche Züge voraus sieht und zusammen mit seiner Frau gegen fast alles gewappnet ist, was kommen mag. Der Film soll Kino sein und trotz seiner ernsten Gesellschaftskritik um Waffengesetze unterhalten, anstatt authentisch dokumentarisch daher zu kommen. Und auf diese Art weiß er zu funktionieren, zumal das Drehbuch dennoch genügend Raum lässt das angegangene Thema ernst zu nehmen und die Überlegenheit des Pärchens immer wieder abzudämmen, indem ihr Gegner sich als erfahrener, einfallsreicher und linker erweist, als sie es einschätzten.

Es ist eine Freude Nick und Begleitung bei ihren Manipulationen zuzusehen, beginnend mit der beeinflussenden Methodik bei der Auswahl der Geschworenen. Für sein Genre lockerleicht daher kommend, mischt sich Thriller zwar mit Drama, präsentiert das Geschehen aber oft auf satirische Art, ohne Elemente des Plots der Lächerlichkeit preis zu geben. Man nimmt den Stoff innerhalb seiner Kinorealität ernst genug, sogar in jener späten Phase, in welcher aus dem gewitzten Mainstream eine Art Anti-"Die 12 Geschworenen" wird. Dass das Ganze so wunderbar funktioniert, verdankt der Film zu einem großen Teil seiner Star-Besetzung. Allein der treue Blick Hoffmans ist Gold wert. Cusack ist wie so oft überzeugend als zwielichtiger Charmeur besetzt, und Hackman lebt geradezu auf in seiner überheblich anvisierten Bösewicht-Rolle, toll unterstützt von den Verantwortlichen für Maske und Kostüm.

"Runaway Jury" (Originaltitel) lässt einen fast über die komplette Lauflänge von den tatsächlichen Absichten des illegal handelnden Paares im Unklaren, diverse Andeutungen am Rande lassen einen aber vermuten, was wirklich Sache ist. Und da dies über Informationen vermittelt wird, welche der Filmgegner sich erhascht, leidet unter diesem Aspekt ein wenig die Glaubwürdigkeit der Geschichte, müssten die heimlichen Mitarbeiter der Verteidigung doch weit vor dem vor Genugtuung nur so übersprudelnden Finale den Braten riechen. Das ist aber auch mein einziger Kritikpunkt innerhalb eines ansonsten wunderbar funktionierenden Werkes, welches man sich als Freund von Gerichtsfilmen, Betrüger-Geschichten und Themen um Ungerechtigkeiten des Alltags unbedingt ansehen sollte. "Das Urteil" bietet dies alles vereint in verschmitzter, aber nicht verharmlosender Form, eingebettet in den Gesetzmäßigkeiten des US-Mainstream-Kinos der angenehmen Sorte.  OFDb

04.11.2017

DER HARTE UND DER ZARTE (1990)

Deutlich vom Erfolg der „Lethal Weapon“-Welle inspiriert, macht „Der Harte und der Zarte“ von Anfang an deutlich, dass er nicht so gut funktioniert, wie das Rezept des erfolgreichen Vorbildes einst. Wenn zu einer Actionszene erstmals das billige, uninspirierte 80er Jahre-Gedudel beginnt, ist man bereits zum ersten Mal herausgeworfen aus einem Film, der sich viel zu bemüht schaut und einfach nicht funktionieren will. Das beginnt bei der nicht überzeugenden, viel zu lahm ausgefallenen Actionchoreographie, das Integrieren dieser Szenen in eine viel zu verblödete Story und krankt allerspätestens bei der nicht vorhandenen Chemie zwischen Gene Hackman und Dan Aykroyd.

Aber wie hätten selbst zwei Profis wie diese beiden etwas retten können an einem Plot, dessen Motivation man bei dieser Charakterisierung überhaupt nicht versteht? Improvisations-Profi Dan Aykroyd ist ein höchst lustiger Mime, aber seine Grimassenschneiderei will hier einfach nicht funktionieren, verkörpert er doch eine Rolle, die man fünf Jahre später Jim Carrey erfolgreich auf den Leib geschrieben hätte. Mag manch kranker Blick noch funktionieren, so will ich trotzdem nicht begreifen was daran lustig ist, wenn er in gefährlichen Situationen plötzlich zum Road Runner, zur halben „Raumschiff Enterprise“-Besetzung oder zu Woody Woodpecker wird. Nicht einmal sein nächtlicher Streifzug als Dracula, den man nur akustisch aus der Perspektive des verstörten Kollegen mitbekommt, will ins Schwarze treffen, obwohl diese Idee in der Theorie doch recht reizvoll klingt.

Aber auch die Figur Hackmans will nicht überzeugen, versteht man doch nicht was sie ausmachen soll. Auf der einen Seite soll sie die typisch harte, abgefuckte Stereotype sein, die ein Bruce Willis so wunderbar geprägt hat, nur eine Spur asozialer ausgefallen, dafür ist sie nur wenige Momente später allerdings viel zu soft und sozial geprägt. Und selbst noch als Wackelkandidat, dessen Charakterschwerpunktsetzung nie ganz deutlich wird, versteht man auch nicht seinen Beweggrund sich dem Verrückten schließlich freundschaftlich zu nähern. Dies überzeugt erst, wenn es so weit ist und die beiden schließlich in einem zu Action-dominanten letzten Drittel glaubwürdig an einem Strang ziehen.

Dom DeLuise ist als Sidekick a la Joe Pesci aus den Fortsetzungen des Vorbildes gedacht, darf aber einfach nur dick und gelegentlich auch mal nervig sein und weiß nur einmal halbwegs zu belustigen, wenn er sich Sorgen darüber macht, dass nun auch die Hackman-Rolle in den Wahnsinn abrutscht, wenn diese gemeinsam mit der Aykroyd-Rolle den Mond anheult. Und warum man ausgerechnet „Porky's“-Regisseur Bob Clark an einen Actionstoff heran lässt, bleibt wohl ein ewiges Rätsel. „Loose Cannons“ (Originaltitel) bleibt um Weiten hinter der Teenie-Trilogie, dem sympathischen „Karriere mit links“ und erst recht hinter seinen grandiosen Horrorfilmen „Jessy - Die Treppe in den Tod“ und „Dead of Night“ zurück. Was wirklich Gutes sollte nach „Der Harte und der Zarte“ aber ohnehin nicht mehr von ihm kommen. Aykroyd erging es ähnlich, und Hackman glaubt man zumindest anzumerken, dass er sich im hier besprochenen Film fremdschämt.  OFDb

13.07.2015

FRENCH CONNECTION (1971)

Doyle ist ein aggressiver Trinker mit rassistischen Tendenzen und damit alles andere als ein Vorzeige-Bulle. Sein Partner Russo ist einfach da, ist charakterlos und bekommt lediglich ein Gesicht durch Roy Scheider, der grundsätzlich eine gewisse Ausstrahlung besitzt. Er ist so flach wie man die hier erzählte Geschichte vermuten könnte, so ereignislos sie zunächst erzählt ist. Und ich muss zugeben, dass ich mich bei dieser ersten Sichtung zunächst schwer mit „French Connection“ getan habe. Er ist rau und unbequem, bringt uns die Helden nicht näher und seine Handlung wird aufs Wesentliche zurückgeschraubt: die Alltagsarbeit der Drogenfahnder, bis sie auf den großen Deal aufmerksam werden und das große Observieren losgeht, das kein Ende zu nehmen scheint.

Aber „Brennpunkt Brooklyn“ (Alternativtitel) zählt nicht zu Unrecht zu den prägendsten Action-Thrillern des 70er Jahre Kinos. Sympathisiert man zunächst eher theoretisch mit dem rohen, dreckigen und ehrlichen Flair des Streifens, so wird er mit der Zeit doch richtig interessant und weiß geradezu mitzureißen, wenn das Tempo urplötzlich auf ein Hoch gedrosselt wird, das seine Wirkung aufgrund der restlichen ruhigen Inszenierung nicht verfehlen kann. Die legendäre Autoverfolgungsjagd (bzw. „Auto jagt Bahn hinterher"-Sequenz) weiß noch heute aufzuwühlen, so gnadenlos geht man mit Auto und Fahrer um, und dank einer guten Kameraarbeit hat man das Gefühl mit am Steuer zu sitzen.

„French Connection“ auf seine wilden Momente zu reduzieren wäre jedoch unfair, ist das komplette Werk doch hoch atmosphärisch abgefilmt. Meine Lieblingsaufnahme ist jene, in welcher Doyle der Bahn hinterher läuft, die Kamera die Rückenposition besagter Bahn einnimmt und Doyle erst kurz vor dem Tunnel den Wettlauf aufgibt. Und solch nennenswerten Aufnahmen gibt es zuhauf, und ich will nicht wissen wieviele ich davon übersehen habe, weil ich auf andere Dinge geachtet habe.

Nur selten verlässt Regisseur William Friedkin („Der Exorzist“) den Pfad des Realismus, z.B. dann wenn er den eigentlich unsportlichen Alkoholiker Doyle höchst fit einen Attentäter hinterher laufen lässt, so als würden wir gerade Gibsons Rolle in der comic-haften „Lethal Weapon“-Reihe wieder einmal dabei zusehen wie er zu Fuß ein Auto verfolgt. Zum ernsten und bitteren Ton von „French Connection“ passt das gar nicht. Allerdings ist solch ein Ausrutscher auch kaum der Rede wert in einem sonst so konsequenten Film wie diesem.

Die Stadt ist dreckig, Einschüsse werden ungeschönt blutig gezeigt, und die Korruption ist überall zu spüren (spätestens dann provozierend gezeigt, wenn die unterschiedlichen Mahlzeiten von Gut und Böse direkt gegenüber gestellt werden). Verbrechen lohnt sich, und auch der Schluss des Streifens macht aus den Anti-Helden dieses Kriminalfilmes keine strahlenden Helden. Letztendlich bleibt alles wie es ist. Und wo in „Dirty Harry" ein desillusionierter Harry seine Marke ins Wasser schmiss, da erfahren wir von Doyle und Russo nur durch eine Texteinblendung, dass sie das Drogendezernat kurz nach diesen Ereignissen verlassen haben und woanders hin versetzt wurden.

Was sich zu Beginn zäh wie Kaugummi guckt, entpuppt sich als gekonnter Stil, der „French Connection“ ein Gesicht beschert, wie es individueller kaum sein könnte. Zu seiner Zeit muss sich der Streifen sehr modern geguckt haben, allein schon weil er nicht das sonst so gewünschte positive Bild der Polizei und der Stadt vermittelt. „Brennpunkt Brooklyn“ muss sich zur Entstehungszeit ganz besonders unbequem geguckt haben. Dass dies heute kaum noch auffällt, da man das mittlerweile von dieser Art Film gewohnt ist, zeigt nur um so mehr wie wegweisend Friedkins fünfter Film war. Und ich weiß jetzt schon, dass ich mich bei einer Zweitsichtung gerade auf die erste halbe Stunde freuen werde, die mir bei der Erstsichtung noch nicht so ganz geheuer war. Nun wo ich weiß wie der Film gemeint ist und wo seine Stärken liegen, wird sich die erste Phase der Geschichte sicherlich wesentlich interessanter gucken.  OFDb

02.03.2014

SUPERMAN 4 - DIE WELT AM ABGRUND (1987)

Entgegen der Gerüchte Christopher Reeve habe seine Rolle als Superman dicke, war es besagter Schauspieler der die Idee der Geschichte von „Superman 4“ beisteuerte, scheinbar aber nur als einer von wenigen an solch ein Projekt glaubend, war es nach dem eigentlich mutigem, vom Publikum aber abgelehnten, Teil 3 schwer überhaupt noch Geldgeber für eine dritte Fortsetzung zu gewinnen. Dass Geld Mangelware war erkennt man bereits an den Spezialeffekten, die im Erstling von vor 9 (!!!) Jahren besser ausgefallen sind als hier.

Ärgerlich ist dies ganz besonders in den Flugsequenzen, die nur noch wie ausgeschnitten ins Bild gesetzt wirken. Und obwohl man sich scheinbar einer günstigeren Effektschmiede anvertraute, wurde trotzdem an der Anzahl von Effekten gespart. Viele wunderliche Vorgänge erleben wir als schlicht getricksten Budenzauber, beispielsweise die Vereisung Supermans im All und die Befreiung aus diesem Zustand, alles ohne sichtbaren Vorgang umgesetzt und stattdessen darüber mittels künstlichen Nebel bzw. durch banale Bilder einer Explosion hinweggetäuscht.

Manch andere Effekte entlieh man sich aus Archivmaterial oder umging sie komplett, indem man das Drehbuch schlicht hielt. Letzteres lässt sich nicht anwenden, wenn der Solarmann wüten darf. Doch die Apokalypse, die er im Kampf gegen Superman über die Menschheit bringt, wird über ein paar gelegte Feuerchen und billige Expolisionen gezeigt. Das ist etwas schlicht für einen Kinofilm und wird versucht zu kompensieren, indem wir einen endlosen Kampf zwischen Superman und dem Solarman beiwohnen müssen, was das Finale endgültig ruiniert, so dass in diesem Punkt Teil 3 und 4 ihren gemeinsamen Schwachpunkt besitzen.

Dass der Kampf gegen solch einen Solarmenschen nicht sonderlich vom Hocker reißt nachdem Superman in Teil 2 gegen drei Supermänner kämpfen durfte, dürfte nicht verwundern. Aber „Superman 4“ ist ohnehin so sehr als Lightversion seiner Vorgänger umgesetzt, dass er sich insgesamt sowieso nur wie ein kleiner TV-Film guckt, und das ist schon etwas schade, schaut er sich doch trotz seiner Schlichtheit etwas entspannter als der arg bemühte Teil 3, auch wenn dieser qualitativ dem hier besprochenen Teil 4 um Längen voraus ist.

Dass man sich in den „Superman"-Filmen stets dem simplen, naiven, kindlichen Kern der Comics zuwandte, war immer Pluspunkt der Filme und rettet den so schlicht gestrickten Teil 4 ein wenig vor seinem totalen Absturz, macht es doch Spaß das banale Abenteuer zu sichten, welches mal wieder von Lex Luthor ausgelöst wird (allein er als ständiger Gegner wäre in einem Superhelden-Film von heute nicht mehr denkbar, wo man ewig nach neuen Gegnern lechzt). Gene Hackman spielt zwar nicht mehr mit selber Freude wie in den ersten beiden Filmen, ist aber noch immer Pluspunkt, wenn im Vorspann mittlerweile auch nur noch an zweiter Stelle nach Christopher Reeve genannt.

Ein wenig Zeitgeist beweist der Streifen in seiner Thematik, geht es parallel zum Solarman doch auch um die nukleare Bedrohung, die sich im kalten Krieg immer mehr hochgeschaukelt hat. Und obwohl es Superman untersagt ist sich in die Entwicklung des Menschen einzumischen, geht er einer Mission nach alle Atomraketen der Welt zu zerstören. Damit begeht er den selben Bruch den Captain Kirk in „Raumschiff Enterprise“ in so ziemlich jeder Folge begeht und den man als geradezu ur-US-amerikanisch bezeichnen kann. Eine solche Geschichte ist freilich ganz besonders naiv erzählt, entschuldigt jedoch nicht den obligatorischen Wandel von Supermans Meinung im Finale, von der man nicht weiß woher sie plötzlich kommt.

Es ist nicht schwer heraus zu lesen, „Superman 4“ ist ein arg simples Produkt. Aber mit dem Kind im Herzen und einem zugedrückten Auge kann man auch mit dem vierten Abenteuer des stählernen Blitzes seine Freude haben, nur ist dies eher kurzweilige Unterhaltung für langweilige Sonntag-Nachmittage und damit weit entfernt von der großen Kino-Kost des Teil 1. Verpasst hat man nichts wenn man Teil 4 ignoriert, zumal der fünfte Teil „Superman Returns“ ohnehin an Punkten ansetzt, die in Teil 4 nie angesprochen wurden. Wer nur die guten Filme der Reihe gucken mag, muss sie aber ohnehin bereits nach Teil 2 beenden.  OFDb

16.02.2014

SUPERMAN 2 - ALLEIN GEGEN ALLE (1980)

Wer „Superman 2“ sichten möchte, hat mittlerweile die Möglichkeit den relativ frischen Director‘s Cut zu sichten oder die klassische Kinoversion. Glücklicher Weise fiel meine Wahl, wenn auch nur per Zufall, auf die reguläre Fassung, las ich doch heute erst, dass eine der vielen negativen Entscheidungen im Director‘s Cut auch jene war, die Erde im Finale erneut links zu drehen, um die Zeit rückgängig zu machen. Da darf man schon die Hand an die Stirn schlagen. Ausgerechnet der Tiefpunkt von Teil 1 wurde wiederholt und dies aus einem weitaus weniger triftigen Grund als im Original. Da kann ich nur wie so oft sagen: danke liebe Studios, lebe Wohl Regie-Fassung. Bis auf „Abyss“ und „Léon - Der Profi“ ist mir bislang noch kein Director‘s Cut begegnet, welcher einer Kinofassung vorzuziehen wäre.

Wir guckten also glücklicher Weise die Fassung von einst, und die erfüllte wunderbar ihren Zweck. Brav setzt sie an Ereignissen von Teil 1 an, ruhig bereitet sie die einzelnen Story-Stränge vor bevor diese ineinander greifen und lobenswert spielt man nicht an bereits vorhandenen Charakteren herum. Figuren benehmen sich so, wie sie sich bereits in Teil 1 benommen haben. Die Rolle des Otis fällt diesmal leider sehr klein aus, aber das ist wohl der einzige Wermutstropfen,  einen den man verstehen kann, hätte der dümmliche Gehilfe Lex Luthors ohnehin nicht in die Hauptgeschichte gepasst. Es ist fast ein Wunder dass Luthor selbst überhaupt in ihr integriert werden konnte.

Im Vergleich zum Vorgänger lässt die Qualität der Fortsetzung jedoch deutlich nach. Es ist unübersehbar, dass in „Superman 2“ der amerikanische Einfluss diesmal dominanter war als der britische. In Teil 1 war es überraschender Weise noch umgekehrt. Superman wird im hier besprochenen Teil geradezu kultig und unterwürfig verehrt, amerikanische Fernsehsender glauben ihr Programm würde überall auf der Erde empfangen, Storystränge, wie das Paris-Szenario, werden eingebaut um einem konzentrationslosem Publikum entgegen zukommen, und dies sind nur drei Beispiele in einem Film, in dem man besagten Unterschied eher allgemein in seiner grundlegenden Mentalität erkennt.

„Superman 2“ war zwar eine Großproduktion, scheinbar aber nicht mit dem nötigen Kleingeld wie Teil 1 versehen. Dass man sich an Szenen (verwendete wie unveröffentlichte) von Teil 1 bedient, hat noch seinen legitimen Grund in Anbetracht auf die Handlung von Teil 2. Die Wirkung solche Szenen zu verwenden ist ebenfalls positiv ausgefallen, so dass ich dies nie als negativen Kritikpunkt vorbringen würde.

Negativ fällt hingegen die Umsetzung jener Phase auf, in welcher die drei Besucher Herrscher über die Welt geworden sind. Fast gütig und zurückhaltend  fällt ihr Verhalten auf, die weltweite Auswirkung wird ebenso wenig eingefangen wie ein Unterschied im Alltag der amerikanischen Bürger. Vielleicht hätte man an anderer Stelle Zeit und Geld straffen müssen, um in diesem nicht unwichtigen Punkt tiefer ins Geschehen und in die Glaubwürdigkeit greifen zu können, denn die vorliegende Lauflänge hätte man nicht einfach so noch einmal um einen weiteren Aspekt vergrößern können. Dann würde „Superman 2“ zu lang laufen und eventuell Gefahr laufen langweilig zu wirken, ein Zustand der im fertigen Werk nie auftritt, nicht einmal ansatzweise gestreift.

Vom Unterhaltungswert her ist „Superman 2“ eine runde Sache, an der es nicht wirklich etwas zu meckern gibt. Kein Wunder, die Geschichte ist ein Selbstläufer: ein Superman gegen drei Supermänner, das ist ein Höhepunkt an Ereignissen, der jede weitere Fortsetzung theoretisch unnötig macht und eine konsequente Weiterführung der Ereignisse aus Teil 1 ist. Dass dieser dennoch besser ausfiel liegt nicht nur an der gehobeneren Qualität gegenüber jener von Teil 2, er erzählt mit der Entstehung des Helden auch die bessere Geschichte, ein Los das fast jede Superhelden-Reihe trifft, vom „RoboCop“ bis hin zu „Spider-Man“.

Aber auch im etwas schwächeren Gewand weiß „Superman 2“ zu unterhalten. Seine Schönheitsfehler sind Banalitäten im Vergleich zu seiner kurzweiligen Wirkung. Der Film ist nett erzählt und dies mit Ausnahme der Paris-Szene in jeder seiner Phasen. Man orientiert sich immer nah an den Charakteren und bleibt dem Motto treu, dass alles letztendlich ohnehin nur ein Spaß für ein jung gebliebenes Publikum sein soll, das sich mal zwei Stunden von der Realität abkapseln wollte. Lediglich das Product-Placement von Marlboro und Coca Cola reißt einen kurz in die (unangenehme) Realität, hätte man sie dem Zuschauer doch nicht so penetrant aufs Auge drücken dürfen wie geschehen. Ansonsten: toller Film!  OFDb

SUPERMAN - DER FILM (1978)

Dem Erfolg von „Krieg der Sterne“ haben wir es zu verdanken, dass Stoffe, die in gebildeteren Zeiten gerne als zu trivial oder zu schundig betrachtet wurden, auch in Großproduktionen für den Kinomarkt fertiggestellt wurden. Superman erhebt sich aus den Schmuddelheftchen, lässt seine wackeligen TV-Auftritte hinter sich und erscheint in professioneller Umsetzung für jederman auf der Leinwand und nicht mehr einzig für Kinder und Freaks. Damit sich auch der letzte Zweifler davon überzeugt bekommt, dass „Superman“ großes Kino verspricht und nicht vergleichbar mit den B-Movies aus dem Autokino ist, hat man mit Marlon Brando und Gene Hackman zwei Schauspiel-Größen engagieren können, die bereits zu ihrer Zeit berühmte Namen waren.

Und so griff die typische Hollywood-Politik durch, in welcher der Prominente vor der eigentlichen Hauptrolle im Vorspann genannt wird, was selbst in der Fortsetzung so bleiben sollte, obwohl sich Christopher Reeve durch Teil 1 einen Namen gemacht hatte. Mit dem von Gene Hackman ließ der sich dennoch nicht vergleichen, und der spielt dort wie hier den Oberschurken und Erz-Gegner Supermans, Lex Luthor, und dies im hier besprochenen ersten Teil erst zum Ende hin mit Glatze, was eine Erwähnung wert ist bei all dem zur Zeit aktuellen Maulen, man könne in der jüngst bevorstehenden Superman-Verfilmung, in welcher ein Kampf gegen Batman bevorsteht, Wirrfrisur Jesse Eisenberg nicht als Lex Luthor dulden, ein Mann mit Talent, in einem Film von dem man jetzt schon weiß, dass der Verbrecher mit Glatze tätig sein wird. Der Fan-Pool gleicht gerne einem Kindergarten.

Aber wenn es schon passt sich wie ein Kleinkind zu benehmen, dann doch bezüglich einer Comicverfilmung über einen Mann, der alles kann und jedem hilft, egal ob er es verdient oder nicht. Lag die Political Correctness, nun wieder bezogen auf diese erste Kino-Adaption, im Bewustsein der Bevölkerung auch noch so fern, der stählerne Blitz verkörpert sie bereits zwei Jahrzehnte zuvor, mit all ihren Nachteilen, Fragwürdigkeiten und dem bitteren Nachgeschmack. Und doch glänzt er und ist zu Recht die Sympathiefigur des fertigen Streifens.

Dabei agiert Christopher Reeve in der Rolle des Superman noch am ernsthaftesten, dürfen doch alle weiteren geradezu klassischen Comic-Stereotype mit einer sympathisch albernen Spielfreude agieren, wie man es eben nur in einem Popkornfilm sehen will, oder wollte. Scheinbar ist die kindlische Spielerei im Bereich der Comicverfilmungen vorbei, so ernst wie heutige Produktionen umgesetzt werden. Die Stars 1978 verstanden noch das Spiel zwischen Ironie und stilvollem Herumalbern, während die Inszenierung ebenfalls auf Abstand geht, ihren Humor aber nie zum Klamauk verfeuert und den Film nie zur echten Komödie werden lässt.

Richard Donner taucht sein Werk in einen subtilen Ton und dafür ist man ihm nicht nur dankbar, letztendlich ist es das Erfolgsrezept für die Qualität dieses Streifens. Es ist die einzig konsequente Herangehensweise für einen Film mit solcher Geschichte. Zur offensichtlichen, unversteckten Komödie wird es immer nur dann, wenn auf der bösen Seite Otis tätig wird (Otisberg, welch wundervoller Witz, sich erst perfekt entfaltend durch das Spiel Hackmans) und auf der guten Seite Clark Cent, in der Reeve all das verkörpern darf, was er als Superman nicht kann.

„Superman - Der Film“ ist recht lang ausgefallen, da er sich jeder Phase seiner Geschichte intensiv widmet, mit einer Ruhe, wie sie für die 70er Jahre gerade zu typisch war. Es wird niemals langweilig und hektisch erst gegen Ende, wo uns nicht nur eine völlig idiotische Idee erwartet, über die man gnädig hinwegsehen muss, sondern der Pluspunkt sich allem mit genügend Zeit zu widmen erstmals gebrochen wird. Studioentscheidung? Ich weiß es nicht, aber nie war der Film stilistisch so schwach wie hier. Inhaltlich könnte man noch die kitschige Szene kritisieren, in welcher zu einem inneren Monolog Lanes Superman mit seiner Angebeteten durch die Luft fliegt. Aber es ist der Monolog der diesen Moment unangenehm erscheinen lässt, nicht die Laufzeit dieser Szene, die sich ebenso zum intensiven Beschäftigen verpflichtet, wie die anderen Aspekte der Geschichte, mögen sie nun Haupt- oder Teilaspekt sein.

Wenn die finale, von Lex Luthor heraufbeschworene, Katastrophe losgeht, auf die manch ungeduldiger Fan längst gewartet hat, darf man das Katastrophenszenario a la Popkornkino in seiner schönsten Pracht erleben. Nicht dass man die Miniaturbauten nicht als solche erkennen würde, aber hier wurde noch handgemacht getrickst. Das macht diese Momente unbezahlbar, gerade in Zeiten von Computertricks und dem unsinnigen Drang zum Perfektionismus. Wieso soll eine kindliche, wunderliche, geradezu naive Geschichte ausgerechnet im optischen Bereich Perfektionismus anstreben, wenn sie doch nur für den trivialen Verzehr gedacht ist, um das nie verschwundene Kind in uns zu sättigen? Meiner Meinung nach spiegelt die heutige Haltung von Publikum und Studio nur den Vorwurf wieder, den sich unsere moderne Gesellschaft immer wieder gefallen lassen muss: die Großen von heute werden einfach nicht erwachsen.

„Superman - Der Film“ ist ein zeitloser Spaß für Groß und Klein, der allen gezeigt hat wie ein Comicfilm im professionellem Gewand funktioniert und wie er auch für ein erwachsenes Publikum goutierbar gemacht wird. Dass er dies gerade mit dem in seinen Eigenschaften langweiligsten Superheld der Welt schafft, einem Held der einfach zu viel kann um interessant genug zu sein, zeigt umso mehr die Größe des fertigen Streifens, der einen auch heute noch rundum zu gefallen weiß.  OFDb

09.02.2013

MEXICAN - EINE HEISSE LIEBE (2001)

Jerry soll als Dienst für die Mafia eine bestimmte Handfeuerwaffe in die Vereinigten Staaten schmuggeln. An dieser sind jedoch auch viele andere Leute interessiert...
 
Die wichtigste Waffe seit Susy...
 
Zugegeben, es hat etwas gedauert bis der Funke übergesprungen ist, aber nachdem mir die erste halbe Stunde nur recht mäßig gefiel, entpuppte sich „Mexican“ ab dem 2. Drittel als wesentlich flotter, interessanter und lustiger als zunächst vermutet. Das Problem an den ersten 30 Minuten ist, dass man mit den Figuren nicht wirklich warm wird.

Brad Pitts Rolle ist ein Pechvogel, sein Pech comichaft, er selbst zunächst arg blass. Julia Roberts Rolle keift herum und kommt dann erst einmal gar nicht mehr weiter vor. Nun sichtet man eine Gaunerstory um eine heiß begehrte Pistole. Ich tu mich immer etwas schwer mit Gangsterfilmen und Werken die von der Mafia handeln. Im Nachhinein mag ich sie zwar oft, aber es lockt mich halt nie die Handlung selbst. Nun war „Mexican“ mit interessanten Schauspielern besetzt und als Komödie betitelt, das waren zwei Gründe sich doch mal dran zu wagen.

Die Geschichte ist banal aber pfiffig, letzteres merkt man nur leider erst bei weiterem Fortschreiten des Films. Je länger „Mexican“ läuft, um so mehr Gesicht bekommen die Figuren. Aus der Roberts-Rolle, die anbei von beiden parallelen Handlungssträngen den wesentlich interessanteren erwicht hat, wird mehr als eine bloße Zicke und die Pitt-Rolle lebt auch immer mehr auf, je mehr Mist ihr widerfährt. Die Figuren werden einem zwar nicht unbedingt sympathisch, aber sie werden interessant und lustig.

Heimlicher Star von „Mexican“ ist jedoch die Rolle James Gandolfinis, der den leicht soften Profikiller mit sehr viel Seele spielt. Wäre er kein Massenmörder könnte er glatt als Sympathiefigur durchgehen. Über seine Rolle erfahren wir auch die wenigen, aber wichtigen, tragischen Momente dieses etwas ungewöhnlich erzählten Werkes.

Zusätzlich gewürzt wird die Kombination aus guter Schauspielerei und interessanten Rollen mit den Gebieten des Running Gags (hier sei nur einmal die Ampel in der Einöde erwähnt), der trockenen, manchmal albernen, Dialogkomik (nein, sie erinnert nicht an den Tarantino-Stil) und den originellen Rückblicken zur Geschichte der Waffe.

Die Pistole ist die eigentliche Hauptfigur „Mexican“s. Sie ist hässlich, wird im Film aber als eine der schönsten Waffen der Welt betrachtet. Über die Rückblicke der Entstehung, die immer eine neue Version erfährt, wird dennoch eine gewisse Mystik rund um dieses Stück Mordwerkzeug aufgebaut.

Manch einen mag es ärgern, dass „Mexican“ sehr dialoglastig ausgefallen ist und die Action irgendwo in der dritten Reihe parkt. Aber solchen Cineasten muss ich sagen: Anstatt das Gesprochene zu erdulden solltet ihr lieber lernen zuzuhören! Wenn für den Film förderlich geredet wird, kann dies wesentlich fruchtbarer für das Endprodukt sein als jede Möchtegern-Aktion, die vordergründig mehr Schwung in die Bude bringt. Wenn Dialoge stimmen, gut geschrieben sind, Wirkung besitzen, die Story vorwärts bringen, Figuren füllen und eine gewisse Raffinesse aufweisen, was in Gottes Namen soll dann an einem dialoglastigen Film so furchtbar sein? Für Werke wie „Mexican“ ist allein der Begriff dialoglastig völlig fehlbetitelt. Sagen wir lieber es wird viel gesprochen.

Der Behauptung, dass der Film nicht massentauglich ist, stimme ich zu. Die guten Witze sind versteckt, sprich müssen erst entdeckt werden. Zudem dauert es wie erwähnt, bis man mit den Figuren warm wird. Da dürfte vielen 30 Minuten zu lang vorkommen, so dass zu früh (verständlich) ausgeschaltet wird. Einige werden sicherlich auch enttäuscht sein, dass Roberts und Pitt so wenig gemeinsame Auftritte haben. Und die Geschichte selbst haut einen freilich auch nicht vom Hocker. Wer Figuren, Dialoge und Gags nicht mag, begreift oder witzig findet, hat quasi keine weiteren Anhaltspunkt etwas an diesem Werk gut finden zu können.

Ich fand „Mexican“ interessant und lustig. Es gab ein paar wenige Überraschungen, die Schauspieler überzeugten so ziemlich alle, lediglich die Geschichte selbst ist etwas zu dünn. Sie entfaltet sich zwar erst im Laufe des Guckens, wird dabei aber kein unauffällig füllendes Meisterwerk wie „Spiel mir das Lied vom Tod“. Die Story bleibt simpel, egal welche Wendungen da auch kommen mögen.  OFDb

12.01.2013

DIE FIRMA (1993)

Mitch ist mit seinen Leistungen einer der meist umworbenen zukünftigen Anwälte Amerikas. Er nimmt ein Topangebot einer relativ kleinen Kanzlei an, unwissendlich dass diese Mafiabeziehungen hegt...

Mein Kunde, der Pate...
 
"Die Firma" ist das Paradebeispiel eines gelungenen Filmes, der es schafft so gut zu sein trotz seiner total unsympathischen Hauptcharaktere, die von der Geschichte her nicht so unsympathisch hätten angelegt sein müssen, damit sie funktioniert. Alex aus "Uhrwerk Orange" und die Hauptfigur aus "Starship Troopers", die nie selbstständig dachte, waren unsympathische Figuren weil sie für eine derartige gesellschaftskritische Geschichte so angelegt sein mussten. Die Geschichte von "Die Firma" hätte genauso gut mit Sympathieträgern umgesetzt werden können.

Aber nein, stattdessen erleben wir zwei biedere junge Menschen. Der männliche Part betrügt seine Frau schneller als sie seinen Namen aussprechen kann, ist ein arbeitswütiges Tier unter der Ausrede er würde es für das Wohlergehen seiner Frau machen und verführt seine bessere Hälfte mit so charmanten Worten wie:" Willst Du Eier? Ich hätte 2 harte." Oh weh! Sie ist aber auch nicht viel besser. Ihr Männergeschmack zeigt sich lediglich durch Äußerlichkeiten, anders geht es bei einem so gedankenlosen Arschloch von Ehemann ja auch gar nicht. Und außerdem ist sie eine Klugscheißerin (wichtig hervorzuheben: keine Besserwisserin, denn sie weiß es nicht besser!).

Dies zeigt sie einmal sehr deutlich und unbeliebt machend, wenn sie einem Vorgesetzten ihres Mannes auf einer Beerdigung nach einem minimalen Dialog mangelnde Trauer vorwirft und dieser dies zurecht erwidert mit den Worten: "Menschen trauern auf unterschiedliche Art."

Diese zwei Figuren verfolgt man nun durch eine Geschichte, die recht interessant erzählt ist, obwohl sie eigentlich vorhersehbarer nicht sein könnte. Lediglich wie pfiffig sich die Rolle des Cruise aus all dem rettet, was ihm im Film wiederfährt, ist überraschend eingebracht. Allerdings ist diese gesamte Aktion für einen derart geistestrüben Charakter eigentlich eine Spur zu gewitzt, aber wollen wir da mal nicht so kleinlich sein. Gut ist zumindest dass die Mafia hier nicht als einziger Bösewicht dasteht. Das hätte schnell passieren können, wenn der Film sich komplett am konservativen Denken seiner Protagonisten orientiert hätte. Aber der Film basiert auf einem Roman von Grisham, und der war sich sehr wohl bewusst, dass auch das FBI kein Club von Menschenfreunden ist.

Die Geschichte plätschert nett vor sich hin und wird eigentlich erst zum Ende hin spannend. Doch irgendwie schafften es Regie und Co die Geschichte trotz Vorhersehbarkeit, widerlicher Identifikationsfiguren und fehlendem Nervenkitzel das ganze ansehnlich zu verpacken. Und ich weiß nicht wie er es macht, aber trotz mangelndem Talent hat Cruise es mal wieder geschafft eine Rolle in einem richtig guten Film zu ergattern. Wer Cruise als Pluspunkt sieht wird sicherlich keine Probleme damit haben sich mindestens mit der Filmehefrau zu identifizieren. Der Realist weiß, dass Cruise kein Schauspielgenie ist, für viele Menschen (mich eingeschlossen) ist er nicht mal sympathisch. Das macht ihn aber gerade so perfekt für die Rolle in "Die Firma".

Seine Filmpartnerin spielt nicht viel besser als er, und der Rest darf gängige Klischeerollen spielen, mal typisch für US-Filme (die Chefs, die FBI-Agenten) und mal ins comichafte abgleitend (der Sicherheitschef und seine Gefolgschaft). Einzig die Rolle Gene Hackmans weiß sich aus diesem Meer an Klischees und Unbeliebtheit hervorzuheben. Hackman spielt einen gebrochenen Charakter, eine dramatische Rolle, die sehr echt wirkt. Ohne sie gäbe es keine emotionalen, stillen Momente in diesem Werk. Das wäre auch kein Muss für das Funktionieren eines guten Thrillers, aber es verfeinert einen solchen Film, so wie Zusatzgewürze eine bereits schmackhafte Suppe noch leckerer macht.

Ein solches Gewürz ist in diesem Thriller auch die Musik, die sich mit Klavieruntermalung begnügt. Schön dass dieser Mut zum Ungewöhnlichen funktioniert, dennoch dürften sich an diesem Punkt die Geister scheiden. Der Film ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert, auch für Leute, die sich mit Tom Cruise in Hauptrollen nicht anfreunden können. Er eignet sich auch wunderbar zum öfter gucken (der Film, nicht der Cruise).  OFDb