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19.10.2019

STAR TREK - THE ANIMATED SERIES (1973)

Für viele war das Einstellen der Serie "Raumschiff Enterprise", trotz schwächer werdender Episoden, ein kleiner Schock, so dass sich manch treuer Fan vielleicht auf das Trostpflaster gefreut hat, welches den Zuschauern ein paar Jahre danach zugeworfen wurde: eine Zeichentrickserie. Nach der ersten Vorfreude dieses Restpublikums, dürfte Ernüchterung nach einem Blick auf den Animationsstil aufgekommen sein, ist "Die Enterprise" (Alternativtitel) doch arg hölzern, schlicht und lieblos gezeichnet. Scheinbar wollte man mit der ernsten Ausrichtung, die nah am Aussehen der Original-Crew angelehnt ist, deutlich machen keine reine Kindersendung zu sein. Allerdings kommen die bekannten Gesichter und Orte derart lieblos und billigst umgesetzt daher, dass es nichts mehr schön zu reden gibt an der Optik der Serie. Wie kostengünstig und schluderig hier vorgegangen wurde, lässt sich in jeder Episode an den wandernden Schmutzflecken der Folie beobachten, wenn das Raumschiff von außen, fliegend durchs Weltall gezeigt wird, wie wir es von der Originalserie her kennen.

Schlichte, kindliche Gemüter können, wenn ihnen der Animationsstil nicht so wichtig ist, dennoch Freude mit "Star Trek" (Alternativtitel) haben, kommen die Abenteuer doch noch so verspielt daher, wie man es von der Ur-Serie her kennt, teilweise allerdings geistloser und noch verspielter ausgefallen, als dort ohnehin schon. Aber das ist noch immer besser als der viel zu ernste Ansatz, den das Markenzeichen "Star Trek" seit "Deep Space Nine" im TV erleiden musste, der aus einer verspielten Fantasie einen unsinnig pseudo-erwachsenen, pseudo-wissenschaftlichen und pseudo-gesellschaftskritischen Mix aus Seifenoper und Science Fiction ablieferte. In der hier besprochenen TV-Serie nimmt man alles noch immer nicht zu ernst, experimentiert ungehemmt und frei von Zwängen mit der Grundthematik und geht man augenzwinkernd mit den Bezügen zur Originalserie um. So kehren beispielsweise für eine Folge die beliebten Tribbles zurück. Und um sich schneller heimisch zu fühlen, kehrten auch die wichtigsten Darsteller aus "Raumschiff Enterprise" für die Stimmgebung ihrer dort gespielten Rollen zurück. Glücklicher Weise wurde diese Idee auch für die Deutschfassung beherzigt, die uns ebenfalls die uns gewohnten Stimmen serviert.

Aus den zusätzlichen Möglichkeiten, welche der Animationsansatz gegeben hätte, wird so gut wie nichts heraus geholt. Man will sich an der Originalserie orientieren, also werdenen Kreaturen und Situationen nicht zu fantastisch angelegt, nur selten erblickt man monströse Kreaturen, und bei der mies angegangenen Animation reißen auch die selbstverständlich nicht vom Hocker. "Star Trek Animated" (Alternativtitel) kann durchaus Spaß machen, wenn man sich nicht am plumpen Zeichenstil und an den kindlicheren Einfällen aufhängt. Auf simple, verspielte Art machen die herrlich sinnloser ausgefallenen Abenteuer zumindest ein paar Folgen lang genügend Freude, um sie sich als Freund der eingestellten Serie geben zu können. So sichtlich plump und kostengünstig auch vorgegangen wurde, gerade mit Blick auf das was im Fernsehen ab der 90er Jahre der Marke "Star Trek" angetan wurde, kann man froh sein noch einmal jene Luft zu atmen, mit welcher "Raumschiff Enterprise" einst für ein tatsächlich erwachsenes Publikum trivial gedacht war.  OFDb

02.08.2013

RABBITS (1972)

Große Karnickel bedrohen die Welt. Klingt nicht gruselig? Ist es auch nicht. Und dies ist nur einer der vielen unfreiwilligen Trümpfe von „Night Of The Lepus“ (Originaltitel). Mal davon abgesehen dass diese Kuschelviecher alles andere als gruselig sind, wird uns noch einiges zusätzlich geboten, um noch mehr zu lachen als ohnehin schon, auch wenn dies gar nicht nötig gewesen wäre. Da haben wir Menschen in Hasenkostümen für die Angriffsszenen (gab es vergleichbar auch bei "Cujo", aber da fiel es wenigstens nicht so penetrant auf). Da haben wir bei ihrem Todesgehoppel eine Geräuschuntermalung ähnlich dem dumpfen Pferdegetrampel der reitenden Leichen (passt so gar nicht zum Bild und ist deshalb urkomisch). Und dann hätten wir noch die Miniaturkulissen, die nicht ansatzweise eine echte Stadt vortäuschen, weshalb man das sieht was tatsächlich stattfand: Kaninchen hoppeln liebevoll durch eine Miniaturstadt. Das ist alles unglaublich witzig und funktioniert den ganzen Film über.

Aber die Kaninchen erhielten noch zusätzliche unfreiwillige Humorunterstützung. Beim Vorspann grübelt sicher der ein oder andere: hmmm..... DeForest Kelley... den Namen habe ich doch schon mal irgendwo gelesen? Und ob! In einer der Hauptrollen sehen wir Pille, den Schiffsarzt der Serie „Raumschiff Enterprise“. Und was ist das lustige an ihm? Damit er ernster wirkt durfte er mit Schnauzbart spielen. Sorry, aber bei diesem Mann habe ich einfach den liebevollen, unlogischen Doktor im Kopf und da kann man sich über die simple Anwesenheit eines Schnurbartes nur kaputt lachen, der Aufgrund der Rolle die ihn berühmt machte fortlaufend wie ein Fremdkörper wirkt.

Zudem ist das Drehbuch einfach gigantisch schlecht ausgefallen. Wohl wegen Mangels an Darstellern und Budget kommt es nicht zur großen Auseinandersetzung mit dem Militär wie in einigen anderen Werken dieser Art. Nein, da werden lieber ein paar Soldaten genommen, die Eisenbahnschienen-Lücken mit Metall füllen, weil der finale Plan besagt (man mag mir verzeihen dass ich dies ausplaudere), dass diese Schienen unter Strom gestellt werden, um gebrutzelten Lepusbraten zu zaubern.

Dass es bei der immensen Größe der Viecher eigentlich nur ein Klacks wäre über die ollen Schienen zu hüpfen, ist nur der eine lustige Aspekt an dieser Idee. Der noch viel lustigere sind die Effekte die man sichten darf, wenn der idiotische Plan tatsächlich funktioniert: da werden Bilder von einem Feuerwerk über das eigentliche Bildmaterial gelegt, in der Hoffnung damit könnte man den Zuschauer optisch glaubwürdig täuschen. Dabei müsste man nur einmal bei "Return Of The Living Dead 2" oder "Der kleine Horrorladen" Mäuschen spielen, um zu sehen wie preisgünstig und dennoch effektiv ein Stromschlag zu realisieren wäre. Das hätte man doch selbst damals schon alles kostengünstig ins Bild hineinmalen können. Nein, so war es scheinbar noch mal billiger denn je und somit auch lustiger für Freunde unfreiwillig komischer Schundfilme.

Dass der Streifen bislang in Deutschland nur im Kino lief, zeigt uns dann ja auch, dass sich schon damals vor Beginn der Trash-Kultur das "normale" Publikum nicht verarschen lassen wollte und lieber zu Hause blieb. Vielleicht lockte der mit deutschen Ohren so gar nicht interessant klingende "deutsche" Titel „Rabbits“ auch zu wenig Leute. Da hat der Originaltitel solch einen sympathischen Klang und dann muss stattdessen ein schlecht klingender anderer englischer Titel her. Zumindest lügen beide Titel was die im Film agierenden Monster betrifft, schließlich ist ein Lepus kein Kaninchen, sondern ein Hase.  OFDb