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02.03.2025

MAXXXINE (2024)

Maxine ist in den 80er Jahren eine erfolgreiche Pornodarstellerin, die sich jüngst eine Hauptrolle in einem Horrorfilm ergattern konnte. Mit einem Mal gerät sie ins Visier eines Serienkillers, der schon seit einiger Zeit Hollywood unsicher macht...

Vom Lustschrei zum Angstschrei wechseln...

"MaXXXine" bildet den Abschluss der mit "X" begonnenen und noch im selben Jahr mit "Pearl" fortgesetzten Trilogie, von welchen der dritte Teil den mit Abstand geringsten Unterhaltungswert besitzt, wirkt die Geschichte doch arg austauschbar, in eher belanglosen Punkten verbunden mit dem Rest. Ursprünglich hätte ich gedacht, zu erleben, wie es mit Maxine weiter geht, wäre interessanter als Pearls Vorgeschichte zu erfahren, da man weiß wie die Person endet. Das Gegenteil ist der Fall, und alles was uns als Verbindungspunkt zur Restreihe bleibt sind weiterhin zu direkt gesetzte Parallelen zwischen den beiden von Mia Goth verkörperten Figuren, kurze Erwähnungen der Vergangenheit, die Weiterentwicklung der zur Industrie gewordenen Pornobranche und die Wiederkehr einer Person, von der wir aufgrund der Abschluss-Pointe in "X" wussten, dass sie noch von Wichtigkeit werden wird. Allein deswegen macht die Art, wie sie eingebracht wird, psychologisch wenig Sinn und wird in ihrer zugedachten Position geradezu erwartet, anstatt als Überraschungsmoment zu dienen. 

Dadurch dass Ti West der Spannungsbogen diesmal so gut wie gar nicht interessiert, ist das Spiel mit dieser Figur, ob nun in ihrer Rolle erwartet oder nicht, umso uninteressanter, so dass spätestens im Finale, das keinerlei reizvolle psychologische Spielereien mit der erkannten Situation aufweist, das lose Gerüst, das "MaXXXine" inhaltlich darstellt, erfolglos zusammenstürzt. Schnelle Tode, uninspirierte Rache, idiotische Hintergründe, das alles besitzt nicht mehr die Klasse und das Niveau der beiden Vorgänger, die außerdem im dramaturgischen Bereich weit tiefer gingen. Klar, Maxines Welt soll oberflächlicher Natur sein, und das Kino der 80er Jahre war auch diesbezüglich schlichter gestrickt als jenes der eher um Kunst bemühten 70er Jahre, aber ironisch umgesetzt wirkt der Streifen mit seiner frei gewählten Oberflächlichkeit nur im Ansatz, es hebt sich daraus keine Klasse hervor, weder durch Parodie, Zitat oder Ehrfurcht dieser Filmdekade. Das Spiel mit Szenen, die wie in den 80ern inszeniert scheinen (meist durch die damals beliebten Blau- und Rot-Einsätze), liefern nicht halbwegs solch beeindruckende Bilder ab wie das gekonnte Wiederbeleben der 70er im Erstling, sowie das Spiel mit klassischem Kino in dessen Prequel. Mia Goth, die diesmal nicht nur als Executive Producer unter den Finanzgebern genannt wird, weiß weit weniger zu wirken, als in ihren anderen mir bekannten Filmen, weiß ihre Rolle aber überzeugend auszufüllen. Es ist das von Ti West verfasste Drehbuch, das derart zu enttäuschen weiß und einem hübsch abgefilmte Momente und einzelne Szenen mit mehr Kaliber egal sein lassen. Letztgenannte besitzt "MaXXXine" aber ohnehin kaum.  Wiki

22.02.2025

GANDAHAR (1987)

Als ein friedlich lebendes Volk urplötzlich angegriffen wird, vermutet man die einst ausgegrenzten Mutanten hinter den Aktionen. Doch der Auserwählte, der sie mit ihren Taten konfrontieren soll, findet heraus dass zu Robotern umgewandelte Menschen hinter der Sache stecken, die über ein mysteriöses Dimensionsportal Zugang zu dieser Welt erlangen. Die Spur weiterer Hintergründe führt zu einem längst vergessenen Experiment aus der Vergangenheit...

Halte mich auf, wenn ich mich verändere...

Mit seinem ersten Langfilm "Der phantastische Planet" lieferte René Laloux einen beeindruckenden und intelligenten Zeichentrickfilm aus dem Science Fiction-Bereich ab. Sein erst 9 Jahre später erschienener Nachfolger "Herrscher der Zeit" soll auf einen anderen Schwerpunkt gesehen ähnlich beeindruckend ausgefallen sein. Sein 5 Jahre danach veröffentlichter "Gandahar", der auch als "Light Years" veröffentlicht wurde, gehört ebenfalls dem Bereich der animierten Science Fiction an, kann aber an der Klasse seiner beiden Vorgänger nicht anknüpfen, obwohl sichtbar mehr Geld zur Verfügung stand und der Zeichenstil nach wie vor der selbe ist. Erst 2004 verstorben, lässt das unbefriedigende Ergebnis vermuten, warum es trotz des eigenen Animationsstils nie zu einem weiteren Langfilm kam, "Gandahar" folgte lediglich 1988 noch der Kurzfilm "The Captive". Seinem dritten auf Spielfilmlänge inszenierten Werk fehlt es meiner Meinung nach ein wenig an der nötigen Würde, bereits früh erkennbar, wenn man sich regelrecht mit einer Vielzahl an bizarr anmutenden Wesen übertrumpfen möchte, um die hier gezeigte Welt so fremd und vielfältig wie möglich wirken lassen zu wollen. 

Da sind einige gute Ideen mit dabei, ebenso später bei der Vielfalt an mutierten Kreaturen, aber es wird zu dick aufgetragen, die Kreativität wirkt bemüht, das überzeugt nicht wirklich. Erschwerend kommt hinzu, dass "Gandahar" weit esoterischer ausfällt, als die Vergleichsfilme, was intelligenter Science Fiction grundsätzlich schadet, so also auch hier. Schade ist es um die wundervoll düster aussehende, metallene Invasionstruppe, die dem Streifen seine düsteren Momente beschert, und um manch inhaltliche Idee. Das mysteriöse Portal, der Mentalitätenwandel einer gewissen Kreatur nach etlichen Jahren, der phantastische Ursprung dieses Wesens und die Entwicklung seiner Pläne, da ist einiges an Potential vorhanden, verwässert durch eine kitschige Heldengeschichte, in welcher der Gute zu übertrieben gut ist, verglichen damit dass sich in der restlichen Welt dies alles vermischt oder wahlweise einem Irrtum unterliegt. Letztgenanntes betrifft in erster Linie die Mutanten, deren friedliches Miteinander nach dem Eindringen des Feindes, etwas arg penetrant auf friedlich getrimmt bleibt, um den sozialen Verstoß moralisch besonders dick auftragen zu können. Kurzum, so wirklich funktionieren will der von Frankreich und Nordkorea finanzierte Film nicht. Individuell ist er durchaus ausgefallen, das Werk biedert sich lediglich seinem Publikum an, nicht den Inhalten oder Modewellen anderer Trickfilme dieser Dekade.  OFDb

15.02.2025

YUMMY (2018)

Als Alison zusammen mit ihrem Freund und ihrer Mutter in Ost-Europa eine Schönheitsklinik aufsucht, um ihre Brust verkleinern zu lassen, ahnt sie noch nichts vom Ausbruch einer Zombieepidemie, die ihr Partner versehentlich auslösen wird...

Im Tode bleibt niemand schön...

Zombie-Komödien sind spätestens seit "Shaun of the Dead" wieder beliebt, und nur wenige schaffen es kompromisslos zu unterhalten. Selbst gelungene Exemplare wie "Zombieland" sind weit vom eben erwähnten ersten Teil der Cornetto-Trilogie entfernt, und Dutzendware folgte einem solchen Erfolg ebenfalls auf dem Fuß. Als es in den 90er Jahren still um die untoten Menschenfresser wurde, da wären Werke wie "Yummy" willkommen gewesen, man hätte sie vielleicht sogar richtig gut gefunden, aber in der Überschwemmung an ähnlichen Produkten auf dem Videomarkt, fallen sie kaum auf und wissen nur bedingt zu unterhalten. Zu oft schon wurden die hier präsentierten Späßchen in irgendeiner Variante zelebriert, die Methoden der Gefahr zu entkommen sogar noch mehr, da man sie auch in den ernsten Beiträgen rund um Zombies antrifft. Auch das Herkunftsland Belgien, das zunächst etwas Hoffnung auf einen vielleicht anderen Umgang mit der Thematik macht, birgt keine nennenswerte Veränderung. Und der Handlungsspielort einer Schönheitsklinik mag auf den ersten Blick reizvoll klingen, doch die Satiremöglichkeiten, die dieser Ort geradezu herauf provoziert, sind auch nicht gerade selten im Horrorsektor vorzufinden, ebenso wie die morbiden Szenen voll Schadenfreude, wenn oberflächliche, eitle Menschen zu leiden haben. Am ehesten funktioniert noch das ungute Gefühl eine eher nicht zu empfehlende Klinik präsentiert zu bekommen, in welcher Arbeitsmoral, Hygiene, geschweige denn Ethik nicht wirklich zu Hause sind. Freilich kreuzt sich diese Entscheidung mit dem Thema Geiz und einem, sofern man in einer bizarren Komödie überhaupt darauf setzt, Ort der Glaubwürdigkeit, bezogen auf den Ursprung der Epidemie und dem leichten Entfachen dieser, bei solch geringen Sicherheitsvorkehrungen. "Yummy" ist nicht billig herunter gedreht, man war bemüht treffsichere Späßchen zu präsentieren. Verspielt geht man mit sämtlichen Themen um. Er wird sicherlich seine Anhänger finden, wo er doch gar nicht so verkehrt umgesetzt ist. Ich bin jedoch übersättigt, wenn reizvoll scheinende Figurenzeichnungen oberflächlich bleiben und ab einem gewissen Punkt fast nur noch der Splatstick zelebriert wird. Das ein oder andere Mal müde schmunzeln musste ich in dieser Dutzendware aber dann doch.  Wiki

KINDER DES TODES (1980)

Nachdem ein Schulbus durch eine radioaktive Wolke fährt, verwandeln sich die darin sitzenden Kinder in gefährliche Wesen, die allein mit der Berührung ihrer Hände Menschen einen qualvollen Tod bescheren...

Sie sind verdammt...

Schlicht abgefilmt und preiswert umgesetzt besitzt "The Children" (Originaltitel) gerade durch sein unperfektes Erscheinungsbild einen gewissen Charme. Die hanebüchene Geschichte wird mit einem Ernst präsentiert, der allein deswegen Fehl am Platz scheint, weil die Kinderdarsteller, die eher mit den Verantwortlichen des Streifens verwandt sind, anstatt um Schauspiel bemühte Jungdarsteller, stets grinsen müssen, wenn sie in den "unheimlichen" Szenen auf die Erwachsenen stoßen. Aber auch dies beschert "Kinder des Todes" das gewisse Etwas, denn die Wesen wirken damit unnatürlich verspielt. Dass sie mit ihren vernichtenden Händen keine Opfer sind, die keine Umarmung mehr erfahren können (was ebenfalls eine reizvolle Filmidee wäre), sondern mörderisch umher streifen, so als seien sie mit ihrem Drang jeden umarmen und berühren zu wollen ferngelenkt, wird so wenig erklärt, wie ihre zunächst unzerstörbare Existenz. Zurecht zitiert Regisseur Max Kalmanowicz, der laut OFDb vier Jahre später nur noch die Fantasy-Romanze "Odyssee im Alptraum" folgen ließ, im letzten Drittel "Die Nacht der lebenden Toten", wirken die Kleinen doch wie nicht ernstzunehmende Verwandte dieses Kultfilmes, wenn sie weiter wandeln, obwohl auf sie geschossen wird. 

Dass es etwas dauert, bis die Protagonisten bereit sind die Gefahr zu erkennen, zu akzeptieren und schließlich gegen die kleinen Biester vorzugehen, liegt in der Natur des Menschen, wie es durchdachter bereits in "Ein Kind zu töten" thematisiert war. Da "The Children of Death" (Alternativtitel) ansonsten psychologisch völlig unreflektiert erzählt ist (herrlich wie einer Frau ein natürliches Beschützen ihrer Kinder vorgeworfen wird, nachdem sie als Partner der gefährlichen Situation nicht ernst genug genommen wurde, um sie über die übernatürlichen Umstände zu informieren), erkennt man hieran den natürlichen Bezug zu dieser Hemmnis, die man im einfach gestrickten Horrorbeitrag heutiger Zeiten gar nicht mehr bedenken würde. So sympathisch das Ganze auch umgesetzt ist und so schön sich der schlichte Effekt der Hautverätzung der Opfer auch gucken mag, gerade in Kombination mit den nicht ernst bleibenden Kinderdarstellern, "The Children of Ravensback" (Alternativtitel) wäre eher für eine Kurzgeschichte in der "Twilight Zone" geeignet gewesen, anstatt für einen 88-Minüter, so zäh wie er sich im Mittelteil guckt, der letztendlich nur das bis dahin bekannte Szenario bei gleichem gemütlichen Erzähltempo in die Länge zieht, bevor es im Finale etwas flotter werden darf. Freilich bleiben auch im letzten Drittel Story und Darsteller unbeholfen. Und die Art sich der Angreifer zu entledigen erweist sich als ebenso bescheuert innovativ, wie seinerzeit in "Die Schreckensmacht der Zombies", wird an dieser Stelle also auch nicht verraten.  OFDb

14.02.2025

DOCTOR WHO - STAFFEL 11 (2018)

Überraschend in seiner 13. Daseinsform (den Kriegsdoktor ignoriert) in eine Frau transformiert, gewinnt der Doktor schnell drei neue Freunde, die ihn von nun an auf seinen Abenteuern begleiten...

Das Fehlen atmender Individuen...

Zum ersten Mal in meinen Reisen durch das "Doctor Who"-Universum der alten und der neuen Phase bin ich unzufrieden mit einer kompletten Dekade, sogar regelrecht enttäuscht, so schwach wie sich die Serie mit einem Mal präsentiert. Das hat nichts mit einem weiblichen Doktor Who zu tun, der freilich umstritten war und ist. Meiner Meinung nach hätte diese Idee reizvoll ausfallen können, wie jüngst zuvor bereits das Spiel mit einer weiblichen Variante des Erzgegners, dem Master, gezeigt hat. Der war aber auch Teil eines verspielten, geistreichen Umfeldes, während mit Staffel 11 ein intellektueller Rückgang zu verzeichnen ist, dessen Reflexionsvermögen starrer und plumper ausgefallen ist, während er, entsprechend dem Zeitgeist seiner Entstehung, glaubt im sozialen Sinne fortschrittlich zu sein. Dass wir es hier mit einer unangenehmen Form der an sich lobenswert gemeinten politischen Korrektheit zu tun haben, lässt bereits die Figurenkonstellation erahnen, die sich in den drei Begleitern des Doktors manifestiert. Mal davon abgesehen, dass ich für die Übersicht der Serie drei Begleiter schlichtweg zu viel finde, verkörpern sie insgesamt drei verschiedene Ethnien, Jung und Alt, Hetero und Homo, gesund und beeinträchtigt, sowie Mann und Frau. Das wirkt konzeptionell schon arg gewollt.

Damit könnte ich letztendlich aber leben, wo die Serie doch oft für Vielfalt stand und dem Hineindenken in verschiedene Mentalitäten. Doch exakt dies findet mit dem so bunt gemischt scheinenden Team nicht statt, dessen eben aufgezählte Präsenzen gleichzeitig zu ihren gleichgeschalteten Charakteren werden und jedwede Eingenschaften außerhalb der gewünschten Ideologie nicht besitzen - außer wenn eine solche zum Wandel zum anvisierten Ideal führen soll. Besonders deutlich wird diese Gleichschaltung in der dominant gewordenen Moral, die über allem schwebt und nicht nur für einzelne Figuren als Charakterisierung gedacht ist, sondern für die komplette Serienmentalität der elften Staffel steht. Es ist nicht so, dass Moral nicht schon früher Einzug ins Who-Universum gehalten hätte. Gerade der 10. Doktor war diesbezüglich recht stark charakterisiert. Aber es war für ihn eine Orientierung in der Verzweiflung einen Kompass für sein Tun zu finden, während die hier gelebte Moral selbstgerecht daher kommt, unabhängig vom Zeit und Ort, in dem die jeweiligen Abenteuer spielen. Da kann es noch so fremde, andersartige Spezies geben, mit eigener Vergangenheit, Motivation und Lebensbedingungen, da kann es Zeiten geben, in denen die Lebewesen (noch) nicht die Chance hatten sich empathisch zu entwickeln oder weit größere Probleme zu bewältigen haben, als die Überwindung von Egoismus, was richtig und falsch ist, wird im neuen Who-Team überregional und als unanfechtbar angesehen, nicht einmal als Zeichen der aktuellen Zeit, und damit in Bewegung bleibend, sondern als Erkenntnis, die immer zu gelten hat, auch in Zukunft, und deren Zuwiderhandeln bereits kritisiert und verachtet wird, noch bevor man sich den Alltag in der Fremde verinnerlicht hat. 

Entsprechend brav fallen die Abenteuer aus, da die Reisenden und kaum noch Forschenden von den Autoren freilich Zustimmung für ihre Haltung erhalten, und entsprechend eintönig fühlt sich das alles an, wenn es nicht mehr zu ungesühnten Gemeinheiten kommt, Vielfältigkeit gelebt wird und keine intellektuellen Diskurse mehr stattfinden, während die arg brave und gefühlvolle Doktorin gleichzeitig des öfteren betont wie clever ihr Team und sie doch wären. Passend zur verkrampften Mentalität, die stets um Korrektheit bemüht ist, fällt erstmals auch das Einbringen einer historischen Figur unangenehm auf. Brach man die Erwartungen von diesen stets ironisch und verspielt auf, um sie letztendlich dennoch zu ehren, so ist der "Gastauftritt" von Rosa Parks leider nur von Respekt und Demut geprägt, ohne belustigende, überraschende, oder zum Ruf widersprüchliche Elemente einzubinden, schade. Ihre Episode ist jedoch nur ein Beispiel vieler magerer Abenteuer. Nur wenige Folgen bilden eine Ausnahme. So ist beispielsweise eine Geschichte um Riesenspinnen nett ausgefallen, atmet sie doch zumindest im Ansatz jene verspielte Luft, die der zu ernst gewordenen Serie nun meist fehlt. Eine Geschichte rund um Riesenspinnen nicht in den Sand zu setzen, ist jedoch keine Königsübung, und selbst hier schafft man es eine ordentliche Dosis Moral vom Stapel zu lassen. 

Dass die Finalfolge sich nicht vom Rest abhebt, quasi als besonderer Schlussmoment einer Staffel, passt zum nüchternen Restergebnis. Scheinbar glaubte man die Wiederkehr des Auslösers von der ersten Folge des weiblichen Doktors würde bereits reichen, etwas Hervorhebenswertes zu erzählen. Dass die Geschichte um die Wiederkehr eines neuen Bösewichts allein deswegen frei von wahrer Empathie ausfällt, weil man uns im zügig voranschreitenden Plot glauben lassen will, dass sich ein Jahrhunderte gelebter Fehlglaube zu einem falschen Gott durch das Einreden ins Gewissen von Eindringlingen in nur wenigen Augenblicken zu einem Überdenken bisher praktizierter Genozide führt, zeigt wie naiv und plump die Serie mittlerweile ausgefallen ist, die im bunten, oft trivial scheinenden Treiben weit geistreicher, erwachsener und sozialer ausfiel, als die Ignoranz, die hier als lebenswerte Mentalität verkauft wird. "Doctor Who" ist mit diesem Weltbild nicht mehr weit von der Scientology-ähnlichen Ethik von "Star Trek - The Next Generation" entfernt. Zwei Jahre bleibt die blass wirkende Jodie Whittaker Doktor, keine Ahnung ob man sich bereits zu ihrer Zeit wieder der bisher gelebten Serienmentalität zuwendet. Fotos im Internet von ihrem Nachfolger Ncuti Gatwa lassen zumindest ebenso auf eine Verbesserung hoffen, wie das Zwischenspiel dreier Specials, die vor dessen Auftauchen spielen und für kurze Zeit David Tennant noch einmal in der Rolle des Doktors zurückkehren lassen. Ich bleibe selbstverständlich dran, um Antworten darauf zu bekommen. Aber wenn die Geschichten rund um den dreizehnten Doktor so trostlos bleiben wie bisher, wird es ein langsamen Voranschreiten. Noch nie habe ich für eine Staffel so viel Zeit benötigt, wie für Staffel 11 - und das obwohl sie lediglich 10 Episoden enthält.  Wiki

03.02.2025

GHOUL (2012)

Drei befreundete Kinder haben sich ein unterirdisches Versteck auf dem Friedhof gebaut. Sie brechen zu weiter drunter liegenden Gängen durch, die wer anders gegraben hat, oder etwas anderes...

Der Schwur des Alkoholikers...

Den Verantwortlichen von "Ghoul - Das Geheimnis des Friedhofmonsters" (Alternativtitel) schwebte ein Horrorfilm im Geiste eines "Stand By Me" vor, so wie man ihn mit "Monster Busters", bis zu einem gewissen Grad auch mit "Die Goonies" in den 80er Jahren ablieferte. Doch den zu braven Touch dieser Werke ließ man fallen, um auch unangenehme Bereiche unserer Gesellschaft, wie Kindesmissbrauch, einbringen zu können, so dass der Streifen bitterer ausfällt. Damit rückt er im Dramenbereich dem sehr geglückten "Summer of 84" näher, dessen Größe er jedoch nie erreicht bekommt, so unentschlossen wie er trotz seines erwachsenen Anliegens dann doch zwischen arg kindlichen Momenten und der harten Realität unkompatibel hin und her pendelt. "Ghoul" ist ein Film einzelner Versatzstücke, die man aufgrund fehlender Empathie nicht zu einem Ganzen vereint bekommt. Das psychologische Verständnis fehlt, das Herz zu den Figuren ebenso und leider auch das fachmännische Vermögen einen Film professionell fertig zu stellen. 

Das Ergebnis wirkt nicht nur lückenhaft, da krampfhaft zusammengeschustert, es mutet amateurhaft an, ohne dem Bereich des Amateurfilms zu entstammen. Doch der entscheidende Fehler liegt salopp gesagt darin, dass es dem Streifen am nötigen Charme fehlt, der für die Vergleichsfilme so elementar wichtig war. In einzelnen Momenten können wir eine Bindung zu den jungen Figuren aufbauen, doch dies nie all zu intensiv und nie von Dauer. Und so wird aus der reizvollen Grundidee, die in einer nicht minder interessanten Auflösung mündet, ein zu lieblos umgesetztes Stück Filmgerüst, dem man ansieht was es hätte werden können, wenn andere Produzenten hinter dem Projekt gestanden hätten, denn Regisseur Wilson hat zumindest den von mir noch nicht gesichteten "Jack Ketchum's Evil" abgeliefert, der allgemein ein recht ordentliches Feedback im Internet erhielt. Ob man aufgrund dessen Thematik unbedingt auch hier so harte Schicksalsschläge von Kindern integrieren wollte? Wie auch immer, die düstere Grundatmosphäre, der Wunsch der Lösung des Rätsels beizuwohnen und die Faszination der unpassenden Sprünge zwischen kindgerechten Momenten und ungeschönt bitteren Dramenthemen, machen den eigentlich missglückten TV-Film "Ghoul" zumindest interessant genug, um ihn nicht voreilig auszuschalten.  OFDb

05.01.2025

CHIGGER ALE (2013)

Ein Zwerg im Hitler-Outfit wird von der feiernden Gemeinde seiner Umgebung belächelt und gehänselt. Also sinnt er auf Rache...

Klebebärtchen-Vorrat...

Das mag ja ganz amüsant anmuten, wenn ein schwarzer Kleinwüchsiger wie ein Hitler ohne Selbstbewusstsein durch die Gegend stolziert und gemobbt wird. Und so würdelos, wie es für einen Schauspieler mit Behinderung hätte wirken können, der gute Mine zum bösen Spiel macht, ist "Chigger Ale" nicht angegangen, Daniel Tadesse steht nicht nur drüber, er verkörpert es auf seine trockene, direkte Art. Und wenn der Außenseiter sich ausgerechnet mit Gas rächen möchte, besitzt das sicher einen tiefschwarzen, in meinen Augen aber auch geschmacklosen Humor. Mag sein dass mir da was entgangen ist, aber ich sehe, abgesehen von der deutlichen Spielerei mit verdrehten Realitäten, keine tiefere Aussage in dem 11-Minüter, und sein spaciger Schluss-Gag wirkt, so nett trashig er auch getrickst sein mag, eher wie eine Ausrede alles schnell beenden zu wollen, wobei mir der Aspekt des bockigen Kindes durchaus bewusst ist. Kurzum: ich wusste nicht wirklich etwas anzufangen mit "Here Come the Problems" (Alternativtitel), der seinen schönsten Moment meiner Meinung mit dem Schnibbeln eines neuen Hitlerbartes besitzt, nachdem dem kleinen Mann der letzte von einer Gruppe Mobbern entwendet wurde, dies regelrecht kindlich verspielt, also im bewusst gesetzten Klischee, und mit ihm deutlich einen Zusammenhang zur Schluss-Pointe vorbereitend. Geistreich wirkt das alles trotzdem nicht, eher die Absicht verkörpernd etwas Bizarres, Absurdes abliefern zu wollen. Dies allein würde mich bei dieser Art Film jedoch wundern, also vermute ich eher einen toten Punkt in meinem Blickwinkel, oder eine zahme Herangehensweise, weil das bereits von mir Entdeckte als Motor des Ganzen von den Verantwortlichen vermutet wurde. Ich weiß es nicht... OFDb

28.12.2024

DEMON FOREST (2008)

Ein Mann fährt zum vereinbarten Ort, mitten im Wald, um den Auftragskiller, den er zum Töten seiner Frau und ihres Liebhabers engagiert hat, dort zu treffen und die Sache gemeinsam durchzuziehen. Doch der Mörder entpuppt sich als Betrüger und hat besagten Ort zum entsprechenden Zeitpunkt nicht willkürlich gewählt, denn der Wald birgt ein Geheimnis, das nur eingeweihte Archäologen kennen: den Stamm der Zwergkannibalen, die genau jetzt Jagdsaison haben. Diese sollen die Durchführung der Morde übernehmen...

Bring mir einen Stock...

Ernst gemeint ist er nicht, der Film, der im Original den Titel "Night of the Flesh Eaters" trägt und unübersehbar mit einem höchst geringen Budget finanziert wurde, dies allerdings ohne in den Amateurfilmbereich abzurutschen. Zunächst wundert man sich über die gekünstelten Dialoge, die anfänglich nur die kleine, übliche Dosis Humor suggerieren, die auch ernstere Werke beinhalten, ohne zur Komödie zu werden, hier gestützt vom Klischee des harter Unternehmers, der ganz typisch einen Untergebenen fertig macht. Erst wenn der Auftraggeber des Mordes auf den Auftragskiller stößt, macht es nach einiger Zeit der Verwirrung Klick, das komplette Gespräch ist ziemlich unsinnig und wirr ausgefallen, immer mit einer Klarheit der Dinge und dem Selbstverständlichen spielend, während auffallend viele Dialogfetzen eine unnötige Wiederholung erfahren. Das ist lustig gemeint, aber auch anstrengend, also nicht so ganz mein Humor, auf den man aber konzentriert setzt, stets abgefilmt mit Nahaufnahmen weniger Gesichter im Dunkeln innerhalb eines Filmes, der bis zu diesem ausschweifenden Dialog kaum was von der Umgebung zeigt, optisch also arg dünn gesät ist. 

Mit der Auflösung der Identifikationen wirkt alles etwas weniger wirr, man bekommt sich orientiert die Komik bewusster verfolgen zu können, und die liegt nun darin begraben, dass ein Archäologe seinem Feind eine Falle gestellt hat, und sein Fachwissen nutze, um ihn nicht selbst töten zu müssen. Das übernehmen die Kreaturen eines magischen Zwergkannibalenstammes für ihn, so zumindest der Plan. Lustig ist das deshalb, weil dieser nicht hinhaut und alles was nun passiert vom Nichtauftragskiller per Fachwissen, durch das intensive Studium dieser Legenden, gewusst wird, so dass er und seine Begleitung Stück für Stück verstehen was warum passiert und warum sie im Arsch sind. Das wäre lustiger, wenn besagte Wiederholungen der Sätze, humoristisch gewollt hin oder her, nicht so penetrant Verwendung finden würden, und dies zudem vorgetragen in einer arg mauen, deutschen Synchronisation. Das ewige Gemaule der Ollen ging mir zudem doch was arg auf den Senkel, während das Schlaumeierische des "Helden" zu gefallen weiß, der stets alles was passiert mit seinem Fachwissen referiert. Die Frau trumpft immer dann, wenn sie naheliegende Schlussfolgerungen zieht, aufgrund dessen was sie über die Legende, mit der sie es zu tun haben, erzählt bekommt, Erkenntnisse die dem Fachmann selbst nicht kamen. 

Wenn dann noch ab und an ein kleiner Hauch "Die Ritter der Kokosnuss"-Komik aufkommt, wenn die Begegnung bestimmter Gestalten prophezeit wird, erhält "Demon Forest - Sie werden euch fressen" (Alternativtitel) bei der Konfrontation mit diesen und anderen Personen kurzfristig einen angenehmen Unterhaltungswert, was aber viel zu spät geschieht, um nun doch noch von einem gelungenen, kleinen Beitrag zu sprechen. Seine plumpen Spezialeffekte sind hübsch anzuschauen, ich mag die schwer erkennbaren Kreaturen zu Beginn der Hauptgeschichte, ebenso wie die individuelle Humorrichtung, die der Versuchung des obligatorischen Splatstick widerstehen kann, und ich mag die einzelnen Phasen der Entwicklung der Prophezeiung, zu deren Teil die Protagonisten und Antagonisten in einer Geschichte ohne Sympathiecharaktere ungewünscht selbst werden. Aber all dies ist in dieser arg trockenen Umsetzung, auch im zu aufgesagten Humorbereich, schlichtweg kein Stoff für einen 80-Minüter. Als Kurzfilm von 30 Minuten plus/minus hätte aus der zweiten Regiearbeit von J.R. McGarrity etwas Charmantes und Kurzweiliges werden können. So wie umgesetzt, nervt das Gesamtergebnis zu sehr, trotz seiner Pluspunkte. 

"Demon Forest" ist ein Projekt, das ich gern mehr mögen würde. Zumindest ist er anders als die meisten Werke ausgefallen, die als Horrorprodukt auf den deutschen DVD-Markt veröffentlicht werden, egal ob nun im Bereich Horror, humoristischer Horror, erste Arbeiten oder inhaltlich betrachtet. Wir haben es quasi mit einem theoretisch interessanten Film für ein Publikum zu tun, das sich gerne auch mal neugierig auf etwas ganz anderes einlassen kann, um interessiert festzustellen, woran die nette Idee letztendlich scheitert. Wer tapfer dran bleibt, wird zumindest mit einer netten Schluss-Pointe belohnt.  OFDb

01.12.2024

THE LOVED ONES - PRETTY IN BLOOD (2009)

Am Tag des Abschlussballs wird ein Teenager von einer Mitschülerin entführt, deren Frage auf ein Date für besagte Feier er ablehnte. Bei ihr zu Hause erwachend, muss er erfahren, wie geisteskrank die von Papa unterstützte und verwöhnte Jugendliche ist, die ihren persönlichen Abschlussball auf höchst morbide Art zelebriert. Und das Opfer muss erkennen, dass es schon Jungs vor ihm gab, die durch diese Hölle gehen mussten...

Ehemaligentreff unter dem Fußboden...

"The Loved Ones" (Originaltitel) besitzt eine überzeugend agierende Aggressorin, der man das verwöhnte Ich ebenso abkauft, wie das völlig verstörte. Und was uns die Verantwortlichen des Inhalts an Grausamkeiten vorlegen, durch welche die Hauptfigur durch muss, ist nicht von schlechten Eltern, gleichzeitig aber auch nicht mit Grausamkeiten überfrachtet. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen Folterfilm, zwar einer der satirischen Art, der augenzwinkernd thematisiert ist, dennoch aber auf nichts weiter aufbaut. Glaubwürdigkeit oder nicht mögen damit aufgrund des übertriebenen Comiccharakters aufgefangen sein, als vollkommen ausgefüllter Film schaut sich das Ergebnis jedoch für mich nicht an. Die Chose guckt sich eher wie eine Kurzgeschichte, und entsprechend lang ist sie ausgedehnt, mit allerhand streckenden Dialogen, meist durch die selbstgerechten Beweggründe und Beobachtungen der Psychopathin angewendet. Das Gesamtergebnis ist nicht ohne manch charmante Idee erzählt und technisch gut umgesetzt, es handelt sich um keinen billig hingeschluderten Film, aber mir reicht es einfach nicht aus einem Psychopathen dabei zuzusehen, wie er anderen Leid antut. 

Die sympathischen Ideen, die daraus etwas halbwegs Eigenständiges zaubern, sind in meinen Augen Pluspunkte und Negativpunkte zugleich. So ist es durchaus humoristisch wertvoll, wie herrlich unterwürfig Papa das ganze begleitet, der seine Tochter schon immer verzogen hat. Doch selbst obwohl er mit ansehen musste, wie sogar seine Frau Opfer der Brut wurde, so ist sein Agieren doch eben nur Comicübertreibung und nichts, was psychologisch reflektiert als tiefer gehende Satire funktionieren würde. Selbiges gilt für die Psycho-Tochter. All das grotesk Gezeigte bleibt oberflächlich, die Übertreibung hat auszureichen. Und so begnügt man sich es beim schwarzen Humor zu belassen, viel mehr hat "The Loved Ones" nicht zu bieten. Der wahre Spannungsgehalt findet sich in den Fragen, ob Außenstehenden klar wird, wo sich der vermisste Schüler befindet, und ob er gerettet werden kann, oder gar sich selbst gerettet bekommt. Doch dieser Aspekt steht zu weit hinten an, selbst wenn man Szenen außerhalb des Elternhauses der Psychopathin beiwohnt, immerhin bekommen selbst diese (gar nicht unwitzige) Humormomente beschert, die den Verantwortlichen wichtiger waren, als das Vorankommen der eigentlichen dünnen Geschichte. 

Das Werk von Sean Byrne, der 6 Jahre später "Devil's Candy" folgen ließ, besitzt durchaus seine Momente mit denen ich sympathisiere, so z.B. der Fluchtversuch der Hauptfigur, oder die Idee die zukünftige Psychopathin zunächst niedlich selbstbewusst darin zu zeigen, wie sie sich überwindet ihren heimlich Angebeteten nach dem begehrten Ball-Date zu fragen. Aber Filme wie dieser hinterlassen bei mir den Eindruck, ich sei allmählich zu alt für sie, während andere Beiträge meine Liebe zum Genre weiterhin bestätigen. Deswegen betrachte ich ihn eher als wackelig geraten, anstatt die Ursache seines Misslingens bei mir zu suchen.  Wiki

24.11.2024

BABA YAGA (2020)

Teenager kommen dem teuflischen Treiben einer Hexe auf die Spur, nachdem eine merkwürdige Nanny ein Baby verschwinden lässt...

Roter Faden...

Eine moderne, trostlose Wohnsiedlung zum Handlungsort einer Hexe zu machen, ist ungewöhnlich, wird von den Verantwortlichen von "Baba Yaga" mit dem Angrenzen der Siedlung an einen Wald aber auch direkt wieder relativiert. Die Idee hingegen, dass Eltern ihre eigenen Kinder vergessen, wenn sie erst einmal von der Lebenswelt der Hexe verschluckt wurden, ist reizvoller Natur, zumal der Zustand der Eltern sich gegenüber ihrem Kind Stück für Stück verändert, vom friedlichen, wenn auch banalen und fast schon ignorierenden, Alltag im realen Leben, über eine Aggression der eigenen Brut gegenüber, bishin zum totalen Vergessen jemals ein Kind gehabt zu haben. Während auf der menschlichen Ebene das Miteinander in Frieden, wie in Streit soweit zu überzeugen weiß, samt Teen-Aggressor, der sich nicht ins übliche Bösewicht-Klischee stecken lässt, wackelt die Mystik um die Hexe umso mehr. 

Der Abenteuerpart der Kinder ist von zu vielen Zufällen gelenkt, bzw. mit zu einfachen Fährten gepflastert, wie der einsame Mann beweist, der sich dunkel an sein verloren gegangenes Kind erinnern kann. Und so rätselhaft der Eingang zur Welt der Hexe auch erscheinen mag, alles mutet zu plump und steril an. Für einen Horror zu seicht, für ein Jugend-Abenteuer zu unterkühlt abgeliefert, arbeitet "Yaga, Koshmar tyomnogo lesa" (Originaltitel) alles zu halbherzig ab, konzentriert sich nie auf einen Schwerpunkt und wirkt damit letztendlich austauschbar erzählt, obwohl so manche Elemente bei mehr Beachtung ein reizvolles Kaliber besessen hätten. Eher lieblos zur Standardware zusammengeschustert nimmt alles ein belangloses Ende, das weder einer angeblich mächtigen Hexe würdig ist, noch zum herzerwärmenden Erlebnis aus Kindersicht führt, obwohl dies letztendlich das Ziel aus deren Sicht gewesen wäre, bei all der Angst vergessen und damit austauschbar zu werden. 

Immerhin wissen aber manches Mal charakterliche Entwicklungen zu überraschen, da sie im Gegensatz zum Rest nicht am Standard orientiert sind, und auch das Schicksal des einsamen Mannes kommt überraschend ungeschönt daher, was bei so viel positiver Energie, die der Film arg inflationär ausstrahlt, wahrlich bitter anmutet. Optisch weiß zudem die rote Woll-Idee zu gefallen, mit welcher die Hexe manches Mal per Computereffekt zum Leben erweckt wird. Scheinbar erhoffte man sich mehr vom Ergebnis, denn der Schluss suggeriert, dass die Geschichte doch noch nicht zu Ende erzählt ist. Soweit ich weiß erhielt der Film aber auch in seiner Heimat Russland nie eine Fortsetzung. Das ist nicht weiter wild, so banal wie das Ergebnis passabel zu unterhalten weiß. Wie es weiter geht interessiert da nicht wirklich. Mit dem gleichnamigen Erotik-Horror aus den 70er Jahren hat der hier besprochene "Baba Yaga" anbei nichts zu tun.  Wiki

AUSLÖSCHUNG (2018)

Ein Fremdkörper auf der Erde aufgeschlagen verursachte am Berührungspunkt ein sich ausdehnendes Feld, das von der Restwelt der Erde durch einen ominösen Schimmer getrennt ist. Da diese Zone wächst und wächst, wurden Forscher-Teams und Militär-Einheiten eingesetzt, um die Zone, durch die kein Signal hindurch reicht, zu erforschen. Niemand außer Lenas Mann kehrte jemals von dort zurück. Dieser ist nicht ansprechbar. Lena gelingt es Teil des nächsten Expeditionsteams zu werden...

Die Höhle im Leuchtturm...

Alex Garland ist ein hervorragender Autor. Er bescherte uns die Drehbücher für "28 Days Later", "Alles was wir geben mussten" und "Dredd", und seine erste Regie-Arbeit zu einem selbstverfassten Science Fiction wurde gar sein kreativer Höhepunkt. "Ex-Machina" schaut sich vom Intellekt her wie ein Genre-Beitrag aus den 70er Jahren, dem wohl besten Jahrzehnt für Science Fiction, ohne jedoch auf Retro-Film getrimmt zu sein und somit dennoch die moderne Luft des 10er Jahre-Kinos atmend. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Nachfolge-Werk "Auslöschung", das mit einem ebenfalls interessanten Plot beginnt. Leider ist man diesmal mehr um optische Reize bemüht und um den langen Erhalt eines scheinbar unergründlichen Rätsels, anstatt um reflektierte Antworten, und so wird aus dem zunächst reizvollen "Annihilation" (Originaltitel) eher ein verträumtes, düsteres Werk für Esoterik-Begeisterte, anstatt für mitdenkende Zuschauer. Zwar verweigert man uns nicht wirklich Antworten, und sie sind wissenschaftlicher Natur, aber ihr Berührungspunkt zum Unerklärlichen lässt ihn doch viel zu verspielt, verträumt und lückenhaft erscheinen, als dass er auch nur im Ansatz das Niveau der eingangs erwähnten Werke erreichen könnte. 

Kaum durch den Schimmer hindurch getreten, wird alles absichtlich in ein hypnotisch anmutendes, entrücktes Farbflair getaucht, das seinen Effekt der Desorientierung und den Eindruck einer fremden Welt gekonnt wiedergibt, aber auch eine bleierne Schwere, wie bei den Protagonisten, bei mir als Zuschauer verursachte. Deren erste Entdeckungen sind sachlicher Natur, bevor die Gesetzmäßigkeiten der uns bekannten Physik immer mehr auf den Kopf gestellt werden, um daraus eine Welt, in der alles möglich ist, zu machen, anstatt uns einen roten Faden zu servieren, der uns eine Alternative zum bereits Bekannten serviert (wie sprachlich z.B. bei "Arrival" geschehen). Wie erwähnt existiert dennoch tatsächlich eine Auflösung, und manch offen scheinende Lücke wird versteckt beantwortet. Geistreich erscheint "Auslöschung" dennoch nur bedingt. Diese wackelige Mentalität gepaart mit der Schwere seiner Atmosphäre entfachte in mir eine Anstrengung darin interessiert dran zu bleiben. Das Ergebnis war das Dranbleiben leider nicht wert. "Auslöschung" mag zwischendurch immer wieder reizvolle Ideen und Szenen aufweisen, und sein Anfang ist tatsächlich gut erzählt, da die Neugierde gekonnt gekitzelt wird, aber er ist mir zu verträumt surreal ausgefallen. Das hätte mich bereits ohne die qualitativen Vorgänger intellektuell wie unterhaltungstechnisch ausgebremst. Allein schon weil das Forscherteam hier von Beginn an völlig unprofessionell vorgeht und entsprechend nicht wissenschaftlich geschult wirkt, obwohl das Drehbuch gegenteiliges von den meisten der Figuren behauptet, konnte ich mit "Auslöschung" nie richtig warm werden.  Wiki

03.11.2024

LITTLE MONSTERS (2019)

Weil er die Lehrerin seines Neffen scharf findet, bietet sich der Taugenichts Dave als Aufsichtsperson für einen Ausflug an. Als es zu einem Zombieausbruch in der Nähe des Ausflugsziels kommt, müssen er und die Lehrerin die Kleinen beschützen, ohne dass diese etwas vom Horror mitbekommen...

Bist Du glücklich, klatsch' doch einfach in die Hand...

Das Erziehungssystem, das uns hier gezeigt wird und mittlerweile auch bedingt bei uns in Deutschland Fuß gefasst hat, ist mit seiner "in Zuckerwatte packen"-Mentalität äußerst fragwürdig, wenn man Kinder so gar nicht mit unschönen Realitäten konfrontiert. Anstatt diesen Ansatz zu veralbern, wird er in satirischer Form umso unangenehmer, auch wenn man aufgrund der Extreme den Schutzbefohlenen diesmal Recht gibt. Und so ist man um unendliche Fröhlichkeit bemüht, ohne dass dieses Verhalten hinterfragt wird, und damit reduziert sich der Film nicht nur seiner Möglichkeiten, sondern auch seiner Wirkung. Er mutet bitter an, obwohl er eine Komödie sein möchte, und der nicht rare Anteil gelungener Gags macht dieses Ergebnis umso trauriger. Sicherlich erreicht die so herrliche Parodie auf Berufsmusiker der ach so lukrativen Kinderbranche nie das Niveau eines "Tötet Smoochy", aber die dafür verwendete Nebenrolle gehört dennoch zu den Highlights dessen, was uns hier humoristisch serviert wird. Der Versager im Zentrum hingegen ist auch für die belustigende Art Film zu übertrieben egoistisch ausgefallen. Es ist nicht so, dass seine Art nicht lustig wäre, aber der für den Plot so wichtigen Wandel zum verantwortungsvollen Erwachsenen, der endlich seine Rolle in der Welt gefunden hat, wird dadurch unglaubwürdig. Soviel Empathie kann man durch die Erfahrungen, die er hier macht, bei einer derart penetranten und unsensiblen Art nicht gewinnen. Ich weiß, das klingt alles nach Maulen auf hohem Niveau, klingt nach Bereichen, die für eine Zombie-Komödie nicht wichtig sein müssten, aber sie sind es. Was nutzt der lockerleicht inszenierte Film, besetzt mit gut aufgelegten Darstellern, wenn die Mentalität derart fragwürdig daher kommt, ohne dies absichtlich für das Szenario zu nutzen? Doch auch wenn hier vieles nicht zu gefallen weiß, so stimmt doch zumindest der Ansatz dieses in den Sand gesetzten Werkes, das so viel mehr hätte sein können. Die Grenzerfahrungen, die gemacht werden, immer haarscharf daran vorbei, dass den Kindern die Illusion einer friedlichen Situation genommen werden könnte, die Nerverei ewiger Fröhlichkeit bevor ihr recht gegeben wird, all das sind Bereiche, die zu gefallen wissen, durch die hier gelebte Mentalität jedoch verwässert werden.  Wiki

02.11.2024

ZOMBIES FROM SECTOR 9 (2020)

Ein durch Aliens verursachtes Reaktorunglück in Critters-Ville hat eine Zombieepidemie zur Folge, in welcher ein Horrorfilm-Fan zunächst als Retter seiner Familie, schließlich nur noch als Zombie-Killer, umher schlendert...

Auf dem Weg nach Tremors-Ville...

War "Christmas Bloody Christmas" ein professionell produzierter Horrorfilm, der deutlich sichtbar der Metalszene entstammt, so ist der zwei Jahre zuvor entstandene, belgische "Zombies from Sector 9" ein Undergroundfilm aus selbiger Subkultur, mit simplen Mitteln von Amateuren umgesetzt. Deswegen kann man ihm so einiges verzeihen, aber nicht alles, bei all der sympathischen Konkurrenz, die man gelegentlich in diesem Bereich vorfindet. Die gute Nachricht: technisch ist der Film auf qualitativ gutem Niveau. Ton und Hintergrundmusik bilden eine Einheit, letzteres sorgt ab und an für Stimmung, die Bildqualität ist nur dann geringer, wenn die Verantwortlichen es auch so wollten, und die Darsteller sind für ein Amateurprodukt ebenfalls nicht von schlechten Eltern. So unsensibel der Film meist erscheinen mag, kurze Augenblicke spürbarer und verstandener Dramaturgie blitzen immer mal auf. Neben allerhand geglückter Gore-Effekte, die leider wieder einmal die Hauptaufmerksamkeit dieser Art Filmschaffender waren, bietet der von Rob Ceus inszenierte Streifen auch manch nackte Tatsachen als Schauwert, scheu waren die Mimen nicht. Dies betrifft in härteren Blutszenen auch minderjährig Beteiligte, die für Abwechslung sorgen inmitten einer Filmgattung, die hier wie anderswo ansonsten von jungen Erwachsenen dominiert wird. Schauwerte, Spielorte und die Anzahl an Beteiligten wissen zu beeindrucken. Die Kenntnis der Materie zeigt sich im TV durch Ausschnitte aus "Die Nacht der lebenden Toten", durch im Film getragene T-Shirts von "Bad Taste" und "Angriff der Killertomaten" und durch VHS-Kassetten, sowie Postermaterial von "Basket Case" und Co. Der Verweis der Städtenamen auf "Critters" und "Tremors" (obwohl letztgenannter nach der hier anvisierten Zeit entstand) zeigen ebenfalls, dass man allerhand Titel aus dem Horrorbereich kannte, verdeutlichen gleichzeitig aber auch den augenzwinkernden Umgang des Ganzen.

Schon zu Beginn, wenn statt des Zombiefilms zuerst einmal ein Fake-Trailer über einen angeblichen Nekrophilen-Film startet, macht man uns deutlich nicht bierernst an die Sache heranzugehen. Eine Komödie ist "Zombies from Sector 9" jedoch nicht geworden, dabei hätte ihm etwas mehr lockerer Umgang gut getan, so monoton wie sich alles auf etwa 85 Minuten Laufzeit streckt. Der vom selben DVD-Label veröffentlichte "Blood Gorge" macht z.B. deutlich, was bei mehr Humor und weniger Laufzeit auch aus dem hier besprochenen Werk hätte werden können, das vielleicht keinen Intelligenzpreis gewinnen könnte, uns aber sympathische Menschen zeigt, die ihren eigenen Horrorfilm drehen. Etwas durchdachter hätte der Plot dennoch ausfallen können. Die Art, wie der Held seine Familie verliert, lässt ihn nicht gerade heldenhaft oder zumindest halbwegs um Schutz bedacht, geschweige denn als Zombiewelt-Kenner erscheinen. Warum er sich erst drei Jahre nach Ausbruch der Seuche auf die Suche nach Ex-Frau und Sohn macht, bleibt das Geheimnis der Autoren, ebenso der im Zaum gehaltene Ausbruch in all dieser Zeit, der nur in wenigen Zonen nach und nach ausgeweitet stattfindet. Klar, man wollte eine Welt zeigen, in welcher Plünderer unterwegs sind, Wissenschaftler verzweifelt und zweifelhaft (überdeutlich auf "Zombie 2"-Art) nach einer Lösung suchen, aber der Zeitraum von 3 Jahren wäre stattdessen mit einem von 3 Wochen glaubwürdiger gewesen. Wie auch immer, etwas arg schleppend geht der Film nach einem charmanten Start voran, meist den immer unsympathischer werdenden Helden dabei zeigend wie er fluchend und selbstgerecht Mensch und Zombie tötet, sich manchmal in seiner zerfahrenen Art aber auch auf Figuren konzentriert, die urplötzlich auftauchen, ohne eine Verbindung zum Helden herzustellen, nur um relativ flink aufgefuttert zu werden. 

Der Schluss verweist auf eine bald folgende Fortsetzung, zu der es bislang nicht kam. Ich habe keine Ahnung, ob die wer braucht, wenn sie so inhaltsarm verläuft, wie Teil 1. "Razor Blade Smile", ebenfalls innerhalb einer Subkultur entstanden, zeigte zumindest bei ähnlicher Laufzeit und ebenfalls nur aufblitzender augenzwinkernder Umsetzung, sowie mit weniger Blut und ähnlich viel nackter Haut, wie gut das Rezept funktionieren kann, wenn man dem Drehbuch auch etwas Kreativität gönnt. Dieser Vampirfilm ist dem hier besprochenen Zombie-Werk allein aufgrund dessen definitiv vorzuziehen.  OFDb

DEAD RISING - ENDGAME (2016)

Drei Jahre nach dem Projekt Watchtower hat das Militär die Kontrolle über jegliche Zombieinfizierte, die dank eines Medikaments ein normales Leben führen können, übernommen. Der Reporter Chase kommt dahinter, dass man alle auf einen Schlag vernichten möchte, während ein weit aggressiverer Zombievirenstamm entwickelt wurde, welcher der Pharmazie mehr Geld einbringen soll...

Um die Wette gehackt...

Während der Vorgänger "Dead Rising - Watchtower" zumindest für Nichtkenner des Videospiels, auf dem er basiert, zu funktionieren wusste, indem er ein gefährlich am Standard orientiertes Zombie-Szenario immer wieder mit reizvollen Ideen aufzuwerten wusste und gegen Ende gar mit mancher Wendung überzeugte, ist die Fortsetzung "Dead Rising - Endgame" leider genau das geworden, was Teil 1 zu umschiffen schaffte. Der Film badet mitten im Standardszenario eines actiongeladenen Zombiefilms und hat außer seinem Aufhänger keine weitere Idee an Bord, so dass das kleine Team Unabhängiger, inmitten einer korrupten Welt, so lange Steine in den Weg gelegt bekommt, bis die Laufzeit lang genug ist und alles sein Ende finden kann. Dies nicht ohne eher lustlos eine Figur aus dem Vorgänger im letzten Drittel "überraschend" zu präsentieren, aber was diesbezüglich unlogisch anmutet, wird zumindest halbwegs glaubwürdig erklärt und für eine Vertiefung dessen genutzt, was Gott spielende Menschen heimlich mit der Menschheit und dem Zombievirus planen. 

Dass der diesmal von Pat Williams inszenierte letzte Teil der Reihe recht monoton ausgefallen ist, verärgert umso mehr, als dass er trotz des mageren Einspielergebnisses des Vorgängers trotzdem auf dessen Geschehnissen aufbaut. Der Vorgänger bot ein reizvolles Schlussszenario, ein bitteres Ende, dessen Weitererzählung zu interessieren wusste. Doch leider weiß man den Aufhänger hier kaum zu nutzen, wahrscheinlich weil man sich an einer der Fortsetzungen der Spielereihe orientierte, das lässt die Art der Erzählung von Endgame zumindest vermuten. Ein Soldat, der hier in zivil nicht halb so gut zu wirken weiß, wie im Tarnanzug in Teil 1, eine unglaubwürdig besetzte Leitung eines Billionen Dollar-Unternehmens, ja nicht einmal der Held, welcher der selbe aus Teil 1 ist, weiß hier zu überzeugen und mutet eher als der nächste Casper van Dien-Kandidat an, um zukünftig in noch billiger produzierten Werken zu agieren. Während all diese Schauspieler und die Figuren, die sie verkörpern, austauschbar bleiben, gerade so noch als okay durchgehen, aber eben auch nicht mehr, inklusive B-Star Billy Zane, verärgert die Neubesetzung einer aus Teil 1 übernommenen Rolle, die einst taff charakterisiert war und entsprechend besetzt, und nun zu püppchenhaft gecastet wurde und von ihrem Kampfgeist nichts mehr spüren lässt.

Es ist schade, dass derartige Änderungen dem Film zusätzlich schaden. Umso erstaunlicher ist es, dass dieser ein Restinteresse zu wecken weiß, das einen immer wieder daran hindert doch noch frühzeitig auszuschalten, so sehr man auch in Versuchung ist dies zu tun. Ein unterhaltsameres Finale bietet einem 20 Minuten lang jene Kurzweile, die man sich vorher gewünscht hätte, aber auch die ist weit weniger kreativ ausgefallen, als all die herrlich abgedrehten, wenn auch meist aus anderen Werken geklauten, Ideen, die Teil 1 zu einem solch sympathischen Stück Durchschnitt werden ließen. Teil 2 ist die drögere Variante dessen, und dank ebenso kostengünstiger Finanzierung nicht einmal in den Schauwerten besser als sein Vorgänger ausgefallen. Nach diesem Film ließ man es gut sein. Die Videospielreihe blieb eine Videospielreihe, und dies weiterhin weit erfolgreicher, als die Versuche ihrer Verfilmungen.  Wiki

DER TEUFEL TANZT WEITER (1980)

Da die Universität ihn nicht unterstützen will, finanziert sich ein Professor eine Expedition auf die Suche nach einem Bigfoot selbst. Zusammen mit einigen Studenten campiert er an jenem Ort, an dem es Vorfälle gegeben haben soll...

Liebhaberin der Bestie...

Einen guten Bigfoot-Film (Yetis und ähnliche Kreaturen eingeschlossen) habe ich bislang noch nicht gesichtet. In einer Zeit, in welcher der Slasher gerade erst in den Kinderschuhen steckte, versuchte sich James C. Wasson mit seinem einzigen Werk auf diese Art der mystischen Figur zu nähern, zu der es bereits unzählige Filme gab. Was wirklich neues ist ihm nicht eingefallen. Er nutzt die Thematik lediglich für möglichst viele Gore-Effekte. Und da in der monotonen Handlung von Leuten, die sich auf eine Expedition begeben, Hinhalten angesagt ist, müssen hierfür stets Rückblicke herhalten, meist erzählt vom Professor, basierend auf wahren Begebenheiten, die jedoch nie die Existenz des Wesens beweisen konnten. Erstaunlicher Weise erfährt man über diese Rückblicke mehr als möglich sein müsste, so oft wie die Opfer allein auf die Kreatur treffen und man sich fragt, wie Hinterbliebene, Polizei, Reporter oder diejenigen, die auf die Leichen jeweils stießen, den Rest erfahren haben wollen. 

Aber "Night of the Demon" (Originaltitel) ist nun einmal ein stumpfer Film, frei jedweder Sinn machenden Reflexion, weshalb er auch die Intelligenz, die man von Studenten und dem Professor erwarten sollte, nicht einzufangen weiß, so einfach gestrickt wie die Gebildeten hier agieren, oftmals auch frei jedem Feingefühls, wo sie doch Menschen zu sehr unangenehmen, persönlichen Schicksalen befragen müssen. Aber dass man hier nicht Goethe erwarten kann, zeigt sich bereits darin, dass sich all die Rückblicke innerhalb eines Szenarios befinden, welches selbst ein Rückblick ist. Es ist das Glück von "Rituals - Der Teufel tanzt weiter" (Alternativtitel), dass seine nüchterne Art, mit der alles sehr trocken inszeniert wurde, für eine gewisse Stimmung sorgt. Sie setzt definitiv Wohlwollen vom Publikum voraus und ist dem Zufall geschult, anstatt einer diesbezüglich absichtlichen Herangehensweise, aber sie weiß den routinierten und eher einfallslosen Film ein gutes Stück aufzufangen. 

Theoretisch müsste "Der Teufel tanzt weiter", der freilich nichts mit Sam Raimis Kultfilm zu tun hat, extrem langweilen, weckt er doch nur mit reißerischen Szenarien auf, von denen jenes eines abgerissenen Pimmels während einer Pinkelszene wohl das drastischste sein müsste. Entsprechend unterirdisch habe ich den Streifen in jungen Jahren empfunden. Mittlerweile kann ich etwas mehr mit ihm anfangen, aber auch im gourmierbareren Zustand ist es in meinen Augen noch immer kein unterhaltsamer Genre-Beitrag geworden. Zwar weiß die Geschichte gegen Ende ein Geheimnis aufzudecken, welches der Handlung einen Hauch mehr Tiefe beschert, freilich bleibt aber alles so unsensibel umgesetzt, wie zuvor, so dass diese Wende lediglich verspäteten Mehrwert einer ansonsten dumpfen Geschichte bietet, aber das ist, sofern man es bis dahin ausgehalten hat, ja auch schon mal was. Die härtere Variante der Bigfoot-Thematik reizt zumindest mehr, als der übliche Standard diesbezüglich. Das Kostüm überzeugt hier jedoch so wenig wie sonst auch, wird aber ohnehin nur selten im Detail eingefangen. Mittels eines religiösen Hintergrunds verändert man die Mystik der Kreatur, das Spiel mit einer Sekte, mit der man sich anlegt, hat man leider jedoch nicht intensiv genug verfolgt. Da war "Vier im rasenden Sarg" 5 Jahre vorher wesentlich konsequenter unterwegs.  OFDb

RIPPY (2024)

Ein Zombiekänguru treibt in der Nähe einer Kleinstadt in Australien sein Unwesen...

Matilda hätte es k.o. geboxt...

Es ist schön, dass wir in einer Zeit leben, in welcher schräge Ideen im Horror-Genre eine Chance auf Realisierung bekommen. Die Geschichte um ein Zombie-Känguru wäre lange Zeit nicht möglich gewesen, mittlerweile überrascht ein derartiger Stoff nur noch bedingt. Er klingt jedoch noch immer derart nach Innovation, dass man sich als Freund ungewöhnlicher Stoffe neugierig heranwagt. Es ist wie ein Restinstinkt, der noch immer aus alten, cineastischen Zeiten vorhanden geblieben ist, und dies obwohl derartige Stoffe spätestens durch die Fließbandproduktionen des TV-Senders SyFy zu müden Standardprozeduren, frei jeglicher Kreativität jenseits des meist bereits im Titel benannten Aufhängers, wurden. Auch Produktionen für den Kino- und Videomarkt, wie "Zombiber" und "Killer Sofa" kamen eher mau daher, mit etwas Glück flott genug inszeniert, um irgendwie die Ziellinie Richtung Abspann zu erreichen. Tiefpunkte wie "The Killing Tree", der die wunderbare Idee eines Tannenbaums mit mörderischem Eigenleben in den Sand setzte, unterboten gar die zum Mainstream gewordenen Fernsehproduktionen. "Rippy - Das Killerkänguru" (Alternativtitel) gehört zu den Kandidaten im mauen Mittelfeld, und der schaut sich wie eine Art leicht bessere Asylum-Produktion. 

Hier wie dort besetzt man einen ehemaligen Semi-Star in einer großen Rolle (diesmal den immerhin spielfreudigen Michael Biehn), die Musik dudelt gelangweilt, aber einen winzigen Hauch besser komponiert als bei The Asylum, im Hintergrund vor sich hin, die Computereffekte sind etwas teurer, sehen aber noch immer stark nach CGI aus und bilden keine glaubwürdige Vereinigung mit den Realaufnahmen, insbesondere mit den Figuren, von welchen der Hauptcharakter des Streifens ein Daddy-Trauma zugeschrieben bekommen hat, weil man dachte, dies könne die ansonsten oberflächlich gehaltene Figur etwas interessanter wirken lassen. Das tut es nicht, so dass jede Figur so austauschbar bleibt, wie der komplette Film, der den Fehler begeht den Zuschauer zu schnell einzuweihen, das Killerkänguru zu früh zu zeigen und seine Story in einer Endloswiederholungsschleife zu präsentieren, zumindest was den zentralen Aggressor betrifft, der sich weder steigert, noch sein Verhalten variiert. Gerade diesbezüglich wäre "Cocaine Bear" ein Lehrstück für Autor und Regisseur Ryan Coonan gewesen. Dieser Film zeigte zudem wie gut es einem derartigen Stoff tut, Humor zu besitzen. Ich mag zwar den Mut es dennoch mit einer ernsten Umsetzung zu versuchen, oftmals zeigt die Ironisierung eines solchen Stoffes, dass man der angegangenen, gewagten Idee nicht zutraut für sich allein zu funktionieren, oder dass der Zuschauer sich ihr ohne sie nicht vorurteilsfrei nähern kann. Einem Werk wie "The Red" (Originaltitel) hätte es hingegen gut getan sich augenzwinkernd der Thematik zu nähern, würde er sich damit doch entspannter schauen, so verkrampft wie er inspirationslos die so wundervoll klingende Idee völlig unnötig ins übliche Muster zwängt. 

Man wünscht dem Aufhänger des Stoffes die Muskelkraft seines Monsters, damit es diesem Erzählkäfig, den die faulen zwei Autoren meinen ihm anzutun, entkommen kann, gefangen im Routineplot, den Filmemacher immer dann nutzen, wenn es rein um Geld geht, anstatt um eine nett erzählte Geschichte. Und obwohl sich "Rippy" dem reinsten Standard der Tier-Horror-Thematik zuwendet und damit über allerhand Leerlauf verfügt, die er leider nur mit Leergeschwätz und überraschungsfrei inszenierten Tierattacken zu füllen weiß, nutzt man besagte Zeit nicht einmal, um die Herkunft des Zombiebefalls besagten Kängurus zu lüften. Nicht einmal die Protagonisten rätseln darüber, oder wundern sich generell über den Zustand des Tieres. Wenn die letzte Szene aus der Erklärungsarmut etwas sympathisches zaubert, indem es die Frage verdreht, weil das Tier, zumindest für den Menschen, selbst zur Ursache einer Zombieepidemie wird, vergeigt man diesen Gedankengang dann auch noch im nachgereichten Vorspann vor dem Abspann, der uns per Zeichnungen die Vorgeschichte des Aggressors erzählt. Dass auch die Animation dieser charmanten Idee lediglich im Mittelfeld angesiedelt ist, brauche ich eigentlich nicht mehr erwähnen, so sehr wie alles in diesem Film aus diesem Bereich stammt. Es bedeutet für das Gesamtwerk aber immerhin, dass man es mit viel Geduld zu Ende sichten kann und alles zumindest gegen Ende einen Hauch interessanter wird. Allerdings fällt auch der Finalkampf, bzw. der Sieg gegen die Bestie, viel zu banal aus. Und eigentlich, wenn man auf das müde, aber guckbare Produkt zurückblickt, war es ziemlich egal, dass das Känguru ein lebender Toter war, so wie sich der "Zombie Shark", abgesehen von seinen Augen, auch nie von seinen Artgenossen der etlichen anderen Hai-Horror-Filme unterschieden hat.  OFDb

22.10.2024

VAMPIRO (1957)

Eine junge Frau reist in ihren Heimatort, um ihre kranke Tante zu besuchen. Als sie ankommt, ist diese bereits tot. Der Aberglaube über Vampire hat den Ort zu einem fast komplett verlassenen gemacht, entsprechend heruntergekommen ist das Anwesen. Dieses hat die junge Frau nun mit zwei anderen Hinterbliebenen geerbt. Es soll verkauft werden, und sie ahnt nicht, dass der Interessent ein Vampir ist, der auch für das Schicksal besagter Tante verantwortlich ist...

Geisteskranke hilft sich selbst...

Der in Mexiko äußerst erfolgreich laufende "Vampiro" hat seine Momente, die ihn erwähnenswert machen. Wirklich herausragen tut er aufgrund seiner arg routinierten Art inmitten vieler ähnlicher Werke dieser Zeit jedoch nicht, zumal er überholt erscheint, wenn er dem 30er Jahre "Dracula" ähnlicher ist, als dem kurz darauf folgenden "Dracula" aus der Hammer-Schmiede. Der Autor des Beiheftes der deutschen DVD-Veröffentlichung, welches sich eher wie ein Werbetext, anstatt wie ein Infoheft liest, schiebt das unbekannte Schattenleben dieses Werkes in Deutschland auf die späte Veröffentlichung in deutschen Lichtspielhäusern, die dafür sorgte dass Christopher Lee dort vor Germán Robles in Hälse beißen durfte. Die Wirkung des prominent besetzten Blutsaugers ist aber auch um einiges charismatischer und schauspielerisch professioneller ausgefallen, als im mexikanischen Beitrag dieser Thematik. Mir wirkte Robles stets zu soft, anstatt mächtig und mystisch, im Finale gar ängstlich, anstatt kämpferisch und von sich selbst überzeugt. Fast schon hielt ich seine Art der Besetzung für den Teil einer homosexuellen Metapher, wenn zu Beginn das Erwecken seines Bruders im Zentrum steht, um in Zukunft endlich gemeinsam herrschen zu können. Aber der ganze Trubel um eine Erbschaft, einer wieder auftauchenden Toten und die eher tolpatschig anmutenden Methoden der Vampire der simplen Lage Herr zu werden, rücken immer mehr ins Zentrum, so dass die Brudererweckung, und mit ihr die Möglichkeit besagte Metapher-Theorie bestätigt zu sehen, eher in den Hintergrund rückt und nur die Grundlage anderer Schwerpunkte bildet.

"El Vampiro" (Originaltitel) ist etwas arg naiv ausgefallen. Klar ist es seiner Zeit geschult, dass hier noch jegliche Vampirgrundlage brav abgefrühstückt wird, von der Wirkung eines jeden Kreuzes, bis hin zum Sonnenlicht. Aber auch zu dieser Zeit macht es wenig Sinn, dass einer der Vampire final erwürgt werden kann, der Obervampir ohne jede Gegenwehr im Sarg gepfählt wird, obwohl die Dame, die dies emanzipiert erledigen darf, enorme Probleme mit dem schweren Sargdeckel hat (vielleicht war der Vampir doch eine Spur suizid). Auch nutzt man die Möglichkeit der Gestaltwandlung nie in entscheidenden Selbsterhaltungsmomenten als eine Art letzte Möglichkeit vor der Niederlage bzw. dem Tod. Aber diese Naivität passt zu den simplen Tricks, die mit Wände wackelnden Bauten weniger offensichtlich auffällt, als in den herrlich in den Vordergrund gerückten "Verwandlungs"-Sequenzen vom Vampir zur Fledermaus und wieder zurück. Neben fast ausschließlich klassischer Dialoge passend zum kompletten Vampir-Klischee-Szenario, finden sich auch so wundervolle Ausnahmen wieder, wie jener Dialog darüber, dass der angereiste Arzt die ihn zufällig begleitende Dame äußerst attraktiv findet, er in 100 Jahren, wenn sie ein Skelett wäre, jedoch verschreckt vor ihr weglaufen würde. Dieses Beispiel zum Thema über verschiedener Blickwinkel einer Sache, nimmt die weibliche Hauptfigur der Geschichte glücklicherweise humoristisch auf. Diesbezüglich kommt "The Vampire" (Alternativtitel) so wenig versteift und konservativ daher, wie in besagtem emanzipatorischen Moment, oder in der finalen Liebeserklärung, die von den Geräuschen des anfahrenden Zuges, augenzwinkernd absichtlich so umgesetzt, komplett übertönt wird, aber dennoch zu einem Happy End-Kuss führen darf.

Man liest es heraus, dass sich "Vampiro" durch solche Momente durchaus hin und wieder individuell guckt, aber das grundlegende Szenario, die Figurenzeichnungen und ihre Besetzungen und auch die eingefangene Optik bleiben meist zu blass, als dass der Streifen deswegen zu einer kleinen Empfehlung werden würde. Sein Retro-Charme ist ein Gewinn, Vielgucker in diesem Bereich werden zufrieden sein, und der häufige Einsatz von Spinnweben an Spielorten, die eher nach Baustelle, anstatt nach alten Gemäuern aussehen, verbreiten ebenfalls Sympathie. Aber das gewisse Flair flammt immer nur kurz auf, zu routiniert ist dieses Werk insgesamt ausgefallen, für dessen etwas zerfahrenes, simples Szenario man sich erst so richtig im letzten Viertel der insgesamt 80minütigen Laufzeit interessiert bekommt. Eine Fortsetzung namens "Der Sarg des Vampiro" folgte bei gleicher Besetzung und selber Regie ein Jahr drauf, lief in Deutschland bislang aber nur im Kino.  OFDb

01.10.2024

BANANA JOE (1982)

Bislang konnte Banana Joe die Bananen, von deren Ertrag sein Dorf abseits der Zivilisation lebt, einfach so verkaufen. Doch weil er einem Mafiosi, der in Joes Dorf eine Fabrik bauen möchte, im Weg steht, hetzt dieser die Polizei auf ihn, die ihn darauf aufmerksam macht einen Gewerbeschein besitzen zu müssen. Ungebildet und stets auf die Hilfe anderer angewiesen, stolpert der mit der Zivilisation überforderte Joe durch diverse Situationen und bekommt die Mühlen der Bürokratie zu spüren...

Günstige Bananenpreise nach Autorennen... 

Die Solofilme von Bud Spencer erreichen nie die Qualität der Gemeinschaftsfilme mit Terence Hill, erst recht in der noch billiger produzierten Fließband-Zeit der 80er Jahre, und doch bleibt stets ein Unterhaltungswert vorhanden und ein gewisser Charme, den wir dem Hauptdarsteller selbst zu verdanken haben. In "Bud, der Ganovenschreck" schrieb ich, dass er seine Filme stets gestemmt bekommt. Diese Aussage ist auch in "Banana Joe" nicht wirklich falsch zu nennen, immerhin spielt er den ungebildeten Naivling, der auf die Moderne der Gesellschaft trifft, mit einer unübersehbaren Spielfreude. Auch die dick aufgetragene Botschaft um Freiheit fern der Bürokratie, die ihre Abreibung in dieser albern geratenen Gesellschaftskritik am deutlichsten zu spüren bekommt, stellt der Komödie kein Beinchen, ebenso wenig die zwischenzeitlich immer wieder kurz aufkeimenden Kinderszenen, welche das Herz Buds für die Kleinen verdeutlichen soll, so wie es andere Werke zu extrem taten. Dass "Banana Joe" nicht so wirklich funktionieren will, liegt an seiner Zerfahrenheit, wenn er sämtliche Themengebiete abgrasen will, für die andere Werke jeweils einen Film für sich in Anspruch nehmen würden. Damit kommt der Streifen, dessen Drehbuch Bud Spencer höchst persönlich geschrieben hat, zu episodenhaft daher, weiß zwar in jeder seine Phasen zu unterhalten, so dass sein Makel erst mit der Zeit in Erscheinung tritt, aber das Ergebnis wirkt schlichtweg zusammengeflickt, so als würde man dem Zusammenschnitt einer Fernsehserie beiwohnen. 

Der Running Gag um den Mafiosi, der stets denkt Spencer wäre seinetwegen dort, wo die Geschehnisse gerade stattfinden, ist wunderbar, besser funktionieren würde das Gesamtkonzept jedoch dann, wenn es der Plan dieses Mannes wäre, Joe die Bürokratie-Safari für den Gewerbeschein durchleben zu lassen, um genügend Zeit zu besitzen, dessen Heimatdorf für den Bau der Fabrik einzunehmen. So wie tatsächlich erzählt wirkt alles zu zufällig, und der Verlust der Freiheit von einst, um Teil der so hoch gelobten, modernen Gesellschaft zu werden (von der die Einheimischen nicht profitieren), kann nur oberflächlich greifen. Das macht es dem Drehbuch zwar einfach, Joe diese Vereinnahmung seines Dorfes final auch mit schlichten Prügeleien und anderweitig einfach gestrickten, zerstörerischen Aktionen wieder rückgängig zu machen, der zu oberflächliche Blick auf jegliche Phase, nur um die jeweilige einzig für kleine, durchaus sympathische Kalauer zu nutzen, hinterlässt jedoch eine Austauschbarkeit des jeweiligen Kapitels. Da darf Spencer mal kurzfristig als Soldat die Militärausbildung veralbern, dann ist er plötzlich Rauswerfer eines Clubs, in welchem sich die Mächtigen am meisten daneben benehmen, die Zerfahrenheit des Stoffes wird am deutlichsten, wenn Joe urplötzlich nach einer Gefängnissequenz ohne Ausbruch wieder im Freien aktiv ist, und man glaubt das Ganze mit einem Nebensatz gerade biegen zu können, warum er grob erklärt wieder frei ist. An Sprüchen mangelt es nicht, Spaß bereiten die einzelnen Phasen auch, insbesondere durch das herrlich naive und kindische Mimenspiel des Hauptdarstellers, aber ein befriedigendes, durchgehendes Ergebnis wird mit "Banana Joe" leider nicht abgeliefert.  Wiki

MAKELLOS (1999)

Nach einem Schlaganfall ist der harte Sicherheitsbeamte Walt einseitig gelähmt, isoliert sich und verliert die Motivation am Leben. Um sein Sprachvermögen zurückzuerlangen, soll er Gesangsunterricht nehmen. Und da er die Öffentlichkeit meidet, überwindet sich Walt den bislang aufgrund seiner Homosexualität verachteten Nachbarn Rusty um Gesangsunterricht zu bitten, der den verfeindeten Macho nur deswegen nicht abweist, da er gerade Geldprobleme hat. Die Drag Queen und der Konservative lernen sich dabei besser kennen und mögen...

Ein Randaspekt, der zur Wichtigkeit wird: die Berufskriminellen... 

Der Prozess von Gegensätzen, die ihre Vorurteile ablegen können, um über ungewöhnliche Umstände doch mental zueinander zu finden, findet in der verträumten Hollywood-Welt oftmals überraschend gut funktionierend statt. Bei "Makellos" kommt das alles jedoch, auch trotz humoristischer Herangehensweise, zu sehr mit der Brechstange erzwungen, also zu gewollt daher und wirkt somit unglaubwürdig. Das ist insofern schade, als dass die beiden Hauptdarsteller im Gegensatz zur Geschichte in ihrem Spiel zu überzeugen wissen. Robert DeNiro legt sogar eine ähnlich beeindruckende Leistung ab, wie bereits in "Zeit des Erwachens" geschehen. Aber letztendlich sind die Fronten zu stark, der Homosexuelle selbst in emotionalen Situationen zu schrill und oberflächlich, so dass man das einander Nähern, geschweige denn die Probleme, die zusammenschweißen sollen (abgesehen von der Behinderung durch einen Schlaganfall), entweder als zu banal und dekadent, oder, wie im Falle der sozialen Verachtung der Drag Queen, als zu oberflächlich thematisiert empfindet. "Flawless" (Originaltitel) besitzt immer wieder seine Momente, die zeigen, was aus ihm im Gesamten hätte werden können, wenn er kurzfristig zu bewegen weiß, oder winzige Phasen einer tatsächlich glaubwürdigen Annäherung der beiden Protagonisten besitzt. Aber das sind immer nur kurze Momente inmitten von Fehlentscheidungen, die es einem schwer machen zu glauben, was der Film erzählen möchte, manchmal sogar verhindern, dass man sich eine Annäherung der beiden überhaupt wünscht.  Wiki

22.09.2024

DOCTOR WHO - STERNENHIMMEL (2011)

Vor einiger Zeit half sie ihm in der Not, nun möchte der Doktor einer Mutter, die gerade erst im Krieg ihren Mann verlor, und ihren zwei Kindern zum Dank ein besonderes Weihnachtsfest bescheren. Doch wie Kinder so sind, wird das magische Geschenk, welches der Time Lord verlockend unter den Weihnachtsbaum gelegt hat, zu früh geöffnet, und so finden sich auf kurz oder lang sämtliche Beteiligte in einem Wald auf einem fremden Planeten wieder, von dem der Doktor ausging, es sei einer der friedlichsten und harmlosesten Orte des Universums. Doch aus natürlich gewachsenen Christbaumkugeln geschlüpfte Baumwesen haben mit den menschlichen Besuchern irgendetwas vor...

Leuchte mir den Weg...

Ich bin seit je her kein Fan von diesen Weihnachtsspecials der ansonsten so geglückten Serie "Doctor Who", aber was man uns mit "Doctor Who - The Doctor, the Widow and the Wardrobe" (Originaltitel) vorsetzt, ist selbst für die verträumten Verhältnisse dieser Traditions-Einstünder unverschämt zu nennen, so kitschig wie dieses Abenteuer (zugegebenermaßen erlebt mit der verträumtesten Doktorreinkarnation, die ich bislang kenne) ausgefallen ist. Frei jeder empathisch anmutenden Authentizität wird jegliche Familiengefühlskitsch samt Trauerverarbeitung gepuscht und in eine Geschichte gepresst, die (und das ist nun der ärgerlichste Punkt von allen) in Esoterik badet und weit mehr Fantasy-Geschichte, anstatt Science Fiction geworden ist. Statt einer Bedrohung, erleben wir letztendlich einen moralisch anmutenden Umweltschutz-Appell, glücklicher Weise nicht all zu arg moralinsauer umgesetzt, aber letztendlich zu entfremdet und verträumt dargeboten, als dass man die an sich so wunderschöne Botschaft, dass auch Pflanzen Lebensrechte, bzw. Existenzrechte besitzen und damit einen Lebenserhaltungsinstinkt, nicht wirklich fruchten will und nur Teil der phantastischen Blase bleibt, die hier künstlich aufgebläht wird. Gerettet bekommt sich die Folge halbwegs über eine gut besetzte und taff charakterisierte Mutter, während die Kinder und auch der Doktor selbst diesmal eher nervig anstatt liebenswert ausfallen. Auch der Handlungsort weiß eine gewisse Stimmung zu erzeugen, und das Mysterium zu Beginn, angekommen in der fremden Welt, weckt zunächst eine gewisse Neugierde, obwohl man weiß, dass man sich in einer dieser Sondersendungen der Serie befindet. Ein vorhersehbarer Schluss, ein unglaubwürdiger Plan der Bäume, der zudem ebenso unglaubwürdig durchgezogen wird, und viel zu dick aufgetragene Gefühlsduselei machen es schwer "Sternenhimmel" zu mögen, zumal man den Eindruck gewinnt, dass dieser TV-Film für ein völlig anderes Publikum gedacht ist, als man bei der Serie, zu die er gehört, anvisiert. Ein gutes Stück Restcharme bewahrt dieses dick aufgetragene Stück Kitsch vor der dem Scheitern.  OFDb