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30.04.2016

BANG BOOM BANG - EIN TODSICHERES DING (1999)

Mit „Bang Boom Bang“ startete Regisseur und Autor Peter Thorwarth seine Ruhrpott-Trilogie. Die Verspieltheit unnötiger Abschweifungen, welche dem Plot erst den nötigen Charme beschert, ist noch nicht so ausgereift wie im Folgewerk, aber bereits hier Trumpf, die dort so enorme Gag-Dichte hingegen im Erstling überhaupt nicht nötig, lebt der Film doch hauptsächlich von seinen witzigen Charakteren, und besitzt „Bang Boom Bang“ im Gegensatz zum Baustellenfilm doch eine unglaublich pfiffig erzählte Geschichte, die gekonnt über Umwege erzählt wird und deren Fäden sich nach und nach immer deutlicher zu einem Gesamten verdichten.

Ich habe keine Ahnung wie es Thorwarth geschafft hat für seinen ersten Langfilm so viel Prominzenz an Bord zu holen, sieht man aber mit wieviel Freude an deutschen Klischees sie ihre Charaktere geradezu verspielt zum Leben erwecken, erkennt man wie gut allen das Projekt gefallen haben muss. Diether Krebs mimt den als Chef geborenen Oberproll Kampmann, Lindenstraßen-Benny Christian Kahrmann spielt dessen herrlich dümmlichen Sohn, eine Rolle die er noch zwei Mal wiederholen sollte, Ralf Richter spielt fern jeder Realität völlig überzogen den aggressiven Oberasi, und man dankt es ihm, und Martin Semmelrogge muss man in seiner grandiosen Darbietung des tragikomischen Verlierers Schlucke erst einmal erkennen, so wunderbar erbärmlich wurde er von der Maske zurecht gemacht.

Sie zusammen mit den eigentlichen Helden des Filmes, gespielt von Oliver Korittke und Markus Knüfken, sowie diversen Gaststars, von welchen das herrlich absichtlich schlechte Schauspiel von Til Schweiger der witzigste Part darstellt, hauchen der intelligent erzählten Geschichte voller skurriler Situationen, charmanter Unmöglichkeiten, deutscher Charaktere der Moderne und Ganovenklischees Leben ein und formen es zu einem Liebhaberstück der deutschen Komödie, das nicht zufällig zu einem Kultfilm wurde.

Thorwarth beherrscht die perfekte Mischung aus Gangsterstory, lautem und leisem Humor, dem nötigen Hauch Dramatik und dem Gefühl für interessante Charaktere und Situationen, so dass die eigentlich so stillos klingende Story um einen Haufen Asis und Proleten zu einem niveauvollen komödiantischen Erlebnis wird, in einer Verspieltheit umgesetzt wie die damaligen Kinofilme Hallervordens. „Bang Boom Bang“ dürfte den meisten Zuschauern besser munden als der etwas spezieller ausgefallene Folgefilm „Was nicht passt, wird passend gemacht“, bietet er doch sowohl etwas für Sonderlinge und große Kinder, als auch für den Massengeschmack. Ein Hauch Mainstream weht dennoch nie, dafür besitzt die Erzählung zu viel Persönlichkeit.  OFDb

01.09.2014

WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT (1997)

Den Langfilm „Was nicht passt, wird passend gemacht“ habe ich schon einige Male gesehen, den Kurzfilm bislang jedoch noch nicht. Doch das habe ich gestern nun nachgeholt, und man darf schon erstaunt sein, dass es Regisseur und Drehbuchautor Peter Thorwarth geschafft hat solche Prominenz mit an Bord eines so kleinen Projektes zu holen, eine Prominenz die ich in dieser Anzahl erst für den Langfilm engagiert erwartet hätte. Mit dabei sind schon Ralf Richter und Willi Thomczyk, und Dieter Krebs darf den Wiesenkamp spielen, hier noch Willi anstatt Werner heißend, und den guten Mann sieht man doch immer wieder gerne vor laufender Kamera agieren.

Was soll man sagen? Wenn man den Langfilm, der zum zweiten Teil von Thorwarths Ruhrpott-Trilogie nach „Bang Boom Bang“ wurde, schon fast auswendig mitsprechen kann, kommt die Kurzversion aus unfairer Sicht schon etwas fade daher. Viele Ideen sind schon mit an Bord, aber Storyaufbau und Pointe finde ich selbst für einen Kurzfilm zu unaufgeregt gesetzt, so dass ich mir das ganze als Langfilmversion mit Unkenntnis des Nachfolgers wohl nicht hätte vorstellen können.

Einige nette Gags tauchen bereits hier auf, aber man bemerkt deutlich die Lernerfahrung Thorwarths, wenn man beide „Was nicht passt, wird passend gemacht“ miteinander vergleicht, sind doch alle im Langfilm übernommene Pointen wesentlich besser gesetzt, und gerade dem Anschiss, den der Student von Ralf Richter an den Kopf geknallt bekommt, fehlt es an der mimischen Perfektion, die Richter erst im Mittelteil der Trilogie so genial hinbekam.

Ohne seinen großen Bruder wirkt „Was nicht passt, wird passend gemacht“ einfach zu banal um ihn wirklich zu beachten. Viel Lebenszeit vergeudet man beim Sichten nicht, man kann ruhig einmal ein Auge riskieren, aber verpasst hat man definitiv nichts - im Gegensatz zur Langfilm-Version, die man als Fan deutscher Komödien unbedingt gesehen haben muss. Zumindest macht es Spaß den Stars in der belanglosen Handlung zuzusehen. Das gewisse Flair, das der Ruhrpott-Trilogie den richtigen Reiz gab, ist hier aber leider noch nicht zu spüren. Schade, aber egal, denn ich lebe ja nicht mehr im Jahr 1997, als es noch keinen Langfilm zum Kurzfilm gab.  OFDb