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23.08.2025

Aliens, Geister, Psychopathen, Killerhaie und dämonisches Spielzeug - Kurzkommentare (10)

 

Demonic Toys - Jack-Attack (2023)

Jetzt sind sie scheinbar einzeln dran, die Demonic Toys aus der Charles Band-Schmiede, von denen man im Gegensatz zur hauseigenen "Puppet Master"-Konkurrenz viel zu selten etwas hört. Im Gegensatz zum zweiten Teil dieser Reihe erschien dieser Einstünder dank Wicked Vision in Deutschland, selbst finanziert synchronisiert, und da kann man die Firma nur loben, ist die Deutschvertonung doch so liebevoll und professionell ausgefallen wie die Veröffentlichungen des Labels an sich. Etwas mehr Liebe hätte man sich auch von William Butler gewünscht, der das Ding fast im Alleingang fertiggestellt hat. Zwar hochauflösend aufgenommen und überraschend überzeugend besetzt, besteht die Geschichte fast nur aus Hinhalten, um uns am Ende eine Pointe zu servieren, die in "Texas Chainsaw 3D" glaubwürdiger Verwendung fand. Der neue Zusatzclown tut dem oftmals zu penetrant wirkenden Jack hingegen gut. Stammzuschauer können einen Blick riskieren.  OFDb  

 

Science Fiction - Sind Eltern Aliens? (2002)

Auf ähnlichen Pfanden wandernd wie "Alien Teacher" ist "Science Fiction" (Originaltitel) ein Kinderfilm zu einem Thema aus dem phantastischen Kinobereich, der auch für Erwachsene erstaunlich gut zu konsumieren geeignet ist. Die Geschichte bietet ein interessantes Rätsel (sofern man nicht zufällig im Innencover die Kapitelüberschriften liest, die bereits alles im Vorfeld verraten), eine ordentliche Ohrfeige an bestimmte Eltern-Typen und einen relativ natürlichen Umgang mit der Kinderwelt. Die Jungdarsteller wirken echt, besitzen Charaktere anstatt nur im Klischee zu baden, und entsprechend anfreunden kann man sich mit ihnen, um erfahren zu wollen, wohin alles steuert. Ein unverkrampftes Drehbuch sorgt für den Rest.  OFDb  

 

Shakka - Bestie aus der Tiefe (1990)

In seiner kompletten Erscheinung hätte ich "Deep Blood" (Originaltitel) als typischen Nachahmer von Spielbergs "Der weiße Hai" Ende der 70er Jahre oder Anfang der 80er vermutet. Für sein Jahrzehnt wirkt er besonders altbacken, aber eben auch derart routiniert, dass man als Kenner solcher Werke nichts anderes erwartet und somit nicht so negativ vom Ergebnis überrascht wird wie der Laie, der sich zufällig in solch einen Film verlaufen hat. Ein echter Hai ist immer uninteressanter als ein getrickster, eine innovative Handlung bekommt man höchstens im an "Es" erinnernden übernatürlichen Teil serviert, die "Gefahr aus der Tiefe" (Alternativtitel) dabei hilft zumindest den Beginn halbwegs interessant zu gestalten. Die Co-Produktion aus den USA und Italien guckt sich typisch Billigfilm-italienisch und ist nur für das Stammpublikum dieser Niesche konsumierbar.  OFDb  

 

Mein Freund Dahmer (2017)

Einiges ist an der Vorgeschichte des berüchtigten nekrophilen und kannibalistischen Massenmörders Dahmer kaum zu glauben. Aber was man hier gezeigt bekommt, hat sich tatsächlich so zugetragen, niedergeschrieben per Comicbuch von einem ehemaligen Schulkammeraden des homosexuellen Irren. "My Friend Dahmer" (Originaltitel) schließt kurz vor dem ersten Mord, wir wohnen lediglich der Kontaktaufnahme des Opfers bei, dann entlässt uns ein Schriftzug kommender Ereignisse aus dem Film. Ein entsprechend zurückhaltendes Jugend-Drama erwartet den Zuschauer zuvor, der selbst bei belustigenden Szenen bitter schluckt mit dem Wissen um die Zukunft des Sonderlings. Wer glaubt Ross Lynch spiele unnatürlich, dem sei gesagt, dass Dahmer sich zur Schulzeit tatsächlich so verkrampft bewegt haben soll, was die Rolle des jungen Mimen um so undankbarer macht. Frei jedweder reißerischen Ader fehlt es dem nüchternen Werk manchmal an tatsächlich erzählenswerten Besonderheiten, aber um dieses scheinbar Normale geht es eigentlich, das ist so gewollt, womit der Film im Gesamten im Unterhaltungsbereich zum zweischneidigen Schwert wird.  OFDb  

 

The Resort (2021)

"The Resort" liefert uns schöne Naturaufnahmen in glasklaren Bildern, toll getrickste Flugmomente mit einem Hubschrauber und generell eine brauchbare Kulisse. Die Figuren sind oberflächlich, aber zugänglich. Und solange sie umher stolzieren stimmt auch die Stimmung (wobei es belustigend ist sich vorzustellen, wie der Polizist sich all das anhören muss, was zuvor geschah, ist der Film doch per Rückblick im Verhör aufgebaut). Beginnt der Horror, vergeht auch die seicht positive Stimmung des sich bis dahin nach Standard anfühlenden Werkes. Mit Beginn der paranormalen Ereignisse rutscht das Ergebnis in den Keller, weil man glaubt ein umher huschendes Mädchen würde bereits ausreichen, um den Gruselgehalt der dafür bekannten Horrorfilme aus Japan zu erreichen. Selbst fürs Genre übertrieben dämliche Verhaltensweisen lassen auch die Sympathie für die Charaktere verschwinden, und so ist man froh, wenn dieser gerade einmal 76 Minuten lang laufende Streifen sein Ende gefunden hat. Bitte nicht verwechseln mit dem charmanten "The Rezort"!  OFDb  

04.08.2025

Ein böser Affe, Gefühle in Dorf, Stadt und Weltall - Kurzkommentare (5)

 

The Monkey (2025)

Die zweite Hälfte ist pointiert schwarzhumorig, mit herrlich skurrilen und toll getricksten Splattermomenten versehen. Leider kommt die erste Hälfte dank Drehbuchschwächen umso weniger überzeugend daher, am schlimmsten wohl in seiner Art, wie es die Hauptperson das Geheimnis des Affen entdecken lässt. Auch der Zugang zu den Figuren ist zunächst äußerst sperriger Natur. Zumindest könnte eine mögliche Fortsetzung überzeugen, so rund wie sich die letzte Hälfte dieser Verfilmung einer Stephen King-Kurzgeschichte guckt. Da gab es weit zäheres in der Vergangenheit.  Wiki

 

Doc Hollywood (1991)

Klar handelt es sich um eine direkte Manipulierung den Zuschauer von der Romantik und den sympathischen Tücken des Dorflebens zu überzeugen, aber wenn das Erzählen einer gar nicht so neuen Geschichte derart sympathisch ausfällt wie hier, angehäuft mit charmanten Charakteren, gespielt von gut aufgelegten Profis, dann herzlich Willkommen, lieber Doc Hollywood! Fox als unreifer Erwachsener wurde nicht ohne Grund seine persönliche Marke, die Romantik springt auf den Zuschauer über, die Pointierung funktioniert, lediglich das Titellied ist völlig fehl am Platz und spiegelt nicht die Stimmung des Streifens wieder. Dass sich Disneys "Cars"etliche Jahre später so dreist am Stoff bedient hat, ist zwar traurig, aber deren mageres Ergebnis spricht für sich.  Wiki 

 

Pretty Woman (1990)

Manch einer mag nörgeln, dass das Bild der Frau hier als ziemlich oberflächlich dargestellt wird, also von heutigen Wahrnehmungen überholt ist. Letztendlich handelt diese Komödie jedoch von der Romantik zwischen zwei oberflächlichen Menschen, die charakterlich keine Vorzeigemenschen sind, sowohl der Mann, als auch die Frau. Und dass man mit diesen Zwei dennoch so wunderbar mitfiebert und ihre Gesellschaft bei Nichtigkeiten genießt, spricht schlichtweg für Drehbuch, Regie und die treffende Besetzung in großen und kleinen Rollen, so gekonnt wie hier alles ineinander greift. Der Soundtrack, ob mittels eingekaufter Hits oder Film-eigener Hintergrundkomposition, sorgt für den Rest in einem Film, der einen bei jedem Sichten immer wieder zu verzaubern weiß.  Wiki  

 

Star Trek Beyond (2016)

Ein letztes Mal die vollständige Besetzung der neuen Crew aufgrund eines Trauerfalls zu sichten, ein bewegender Verweis auf Spock und die alte Mannschaft aufgrund eines weiteren Trauerfalls, das lässt einen durch kurze, bewegende Momente nicht zu streng mit einer Fortsetzung ins Gericht gehen, die definitiv schwächer ausgefallen ist als die zwei Filme, denen sie folgt. Dennoch ist unübersehbar wie sehr das von Simon Pegg mitgeschriebene Drehbuch seine arg actiongeladene Geschichte zu geradeaus erzählt, was umso mehr auffällt, da es sich keineswegs um eine innovative handelt. Was hätte man mit dem mystischen Nebel für ein Abenteuer ins Unbekannte schaffen können. Was hätte man echte Gefahren, die ungewohnt gemeistert werden müssen, einbringen können durch die ungewollte Trennung der Mannschaft. In seiner zu ideenlosen und blauäugigen Art schafft es der Streifen durch das Grundrezept der Marke und der mittlerweile ins Herz geschlossenen neuen Mannschaft, dennoch zu unterhalten. Aber eben nur schlicht, kein großes Abenteuer zum Mitfiebern bietend wie die Teile 1 und 2.  Wiki  

 

Synecdoche, New York (2008)

Ich bin ja jedes Mal fasziniert von dem Einfallsreichtum eines Charlie Kaufman, und auch die Idee, die mit "Synecdoche, New York" erzählt wird, ist nicht von schlechten Eltern. Mit der Umsetzung wurde ich jedoch nicht warm. Nicht nur dass die eigentliche Idee einer Stadt in der Stadt erst viel zu spät Fuß im Hauptplot fasst, auch der Hauptcharakter blieb mir unnahbar, soll ein selbstverschuldeter Versager sein, dem böse mitgespielt wird und der sich aufgrund mangelnder Reflexion nicht zum Sympathiecharakter wandelt, das hab ich verstanden, aber er wird nicht zur Identifikationsfigur. Es gibt keine emotionale oder intellektuelle Motivation sich für sein Schicksal zu interessieren. Kurzum: ich bekam keinen Zugang zu einem einfallsreichen Film, der handwerklich professionell umgesetzt war - wieder mal. Liegt wahrscheinlich an mir...  Wiki

12.07.2025

Kurzkommentare (4)

 

Doctor Who - Flux - Staffel 13 (2021)

Wieder wesentlich ernster angegangen als die Rückkehr zum alten Ton zuvor, präsentiert sich die letzte Staffel mit dem 13. Doktor nicht nur anders aufgrund einer durchgehenden Geschichte bei gerade einmal sechs Folgen, der Grundton ist zudem ein völlig anderer. Härter und actionreicher erzählt, bekommt man den Eindruck die Serie suche ein neues Publikum, vielleicht weil der weibliche Doktor generell nicht so gut ankam. In einer sehr komplexen Handlung, in der etliche Stränge kreuz und quer gelagert sind, behält man auch bei längeren Pausen zwischen den Sichtungen dennoch den Überblick. Die zweite Hälfte schaute sich für mich angenehmer, als die schreckliche erste, gerettet bekommt sie das Gesamtergebnis trotz einiger wirklich guter Ideen und neuer Erkenntnisse über die Vergangenheit des Doktors trotzdem nicht.  Wiki  

 

Doctor Who - Die schwarze Orchidee (1982)

Nicht nur der Titel erinnert an die deutschen Kriminalfilme aus den 60er Jahren, auch die Folge selbst entpuppt sich als Krimi-Stoff, wenn auch eingebettet in eine Science Fiction-Serie. Zudem spielt alles auf einem Schloss, wie es für den Bereich der Edgar Wallace-Beiträge besagter Dekade typisch war, den Charme dieser Werke versucht man hingegen nicht einzufangen. Letztendlich bietet dieser Zweiteiler keine besonders aufregende Geschichte und liefert trotz halbierter Gesamtlaufzeit gerade im ersten Teil recht wenig Inhalt. Die Hauptgeschichte beginnt erst mit der zweiten und letzten Episode, in der es herauszufinden gilt, wer der Mörder in der Maske ist, die eigentlich der Doktor zu einem Kostümfest tragen sollte. Aus einem Nebenaspekt zum Thema Doppelgänger holt man anbei nichts heraus. Es hat zu reichen, dass es sich um einen faszinierenden Zufall handelt.  Wiki  

 

Doctor Who - Erdstoß (1982)

Die Cybermen sind zurück, und das funktioniert beim Stammzuschauer freilich immer. Letztendlich fällt dieser Vierteiler besonders klassisch aus, inklusive rätselhafter Vorgeschichte in Episode 1, die noch nichts von den wiederholenden Widersachern verrät. Umso erstaunlicher ist der für seine Zeit harte Schluss, in dem sich eines Who-Begleiters auf die derbste Art entledigt wird, zumal es sich um das Kind der gemeinsam reisenden Truppe handelt. Um dessen Verlust zu ehren, und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass unwiderruflich tatsächlich passiert ist, was dort passierte, verzichtete man effektiv auf das Lied im Abspann, was freilich an "Rückkehr zum Planet der Affen" erinnert.  Wiki  

 

Doctor Who - Zeitflug (1982)

In einer Epoche der Erdenvergangenheit angekommen, in der es noch keine Menschen gab, stößt der Doktor auf eine Energiequelle, die es noch nicht geben dürfte. Zudem befinden sich Menschen hier, die per Flugzeug auf mysteriöse Art in dieser Zeit gelandet sind. Da sich der zunächst gezeigte Initiator der rätselhaften Umstände nicht gerade als wirksam herausstellt, wenn er auf Voodoo- oder Indianer-Hokuspokus-Art das Schicksal der Gestrandeten beeinflusst, ist man nicht böse drum zur Hälfte der Laufzeit zu erfahren, dass in Wirklichkeit einer der ständig auftauchenden Widersacher des Doktors hinter allem steckt. Das lässt die zweite Hälfte entspannter gucken, die sich jedoch brav dem üblichen Erzählmuster der seit je her naiv geprägten Grundhaltung dieser dennoch oftmals geistreichen Serie unterwirft und durch nichts wirklich individuell hervor ragt.  Wiki  

 

Doctor Who - Die fünf Doktoren (1983)

Zum 20. Jubiläum der langläufigsten Science Fiction-Serie überhaupt, lässt man die bisherigen Doktoren aufeinander treffen, alle original besetzt, abgesehen vom ersten Doktor, dessen Schauspieler bereits verstorben war, der aber würdig ersetzt wird. Zwar ist die Zusammenkunft etwas Mogelpackung in diesem 90Minüter, immerhin wird erst viel einzeln je Doktor erlebt und Tom Baker trifft leider nie auf seine vier anderen Ichs, aber angenehm guckt sich das für ein Fan-Herz dann doch, teilweise gar schwermütig, zumal auch einige Randfiguren wiederkehren dürfen. Die Daleks kommen zu kurz, ansonsten stört nichts wirklich am zu trivial ausgefallen Szenario, auch wenn manches, was man uns zum Großereignis erzählt, nicht gerade glaubwürdig erscheint. Die Wiederkehr der bekannten, vermissten Gesichter macht bereits alles wieder wett. Und inmitten dieser erweist sich der fünfte Doktor, der zu dieser Zeit bereits 2 Staffeln hinter sich hatte, noch einmal besonders deutlich als ebenbürtig zu seinen Vorgängern.  Wiki

26.06.2025

Kurzkommentare (3)

 

Reine Nervensache (1999)

DeNiro parodiert seine Paraderolle comicmäßig herrlich übertrieben und könnte dies wahrscheinlich im Schlaf, und das Drehbuch liefert wundervolle, alberne Pointen und Dialoge dazu ab. Es ist die Verspieltheit, die kindliche Freude die Sichtweise eines Kriminellen, eines Gewalttäters auf die Welt eines Analysten stoßen zu lassen, was den Film zum funktionierenden Selbstläufer werden lässt. DeNiros Gegenpol ist zu brav und steif gespielt von Billy Crystal, wie man ihn kennt, aber umringt von spielfreudigen weiteren Akteuren. Lediglich den Frauenrollen wurde keine Bemerkung geschenkt, deswegen sind sie wohl auch so austauschbar besetzt.  Wiki

 

Doctor Who - Die Heimsuchung (1982)

Böse Reptilien in der Vergangenheit der Erde, der Doktor inmitten des letzten Pestausbruchs, ferngesteuerte Einwohner und ein schelmischer Helfer aus der dort gerade stattfindenden Gegenwart, das alles ergibt im Mix einen unterhaltsamen Vierteiler, der nicht wirklich aus der Masse herausragt, aber keinerlei Längen besitzt. Der fünfte Doktor beweist sich ein weiteres Mal als sympathische Neubesetzung, lediglich die hohe Anzahl an Begleitern schadet den Abenteuern in dieser Phase ein wenig, ähnlich wie in den Anfängen des 13. Doktors, in dem sich selbige Fehlentscheidung einschlich.  Wiki

 

We Are Zombies (2023)

"We Are Zombies" ist durchaus eine amüsante Angelegenheit und kurzweilig zu konsumieren. Die Treffsicherheit eines "Turbo Kid" und die Brillanz eines "Summer of 84" ist in der erneuten Zusammenarbeit des Regie- und Drehbuch-Teams Simard und der beiden Whissells jedoch nicht zu bemerken, dafür fällt das Ergebnis trotz einiger weniger Besonderheiten dann doch zu austauschbar aus. Die Verspieltheit mit den Vorbildern und ihren Klischees wirkt aufgesetzter als üblicher Weise von diesem Trio zu erwarten war. Aber interessant genug ist die Horror-Komödie durchaus ausgefallen, es fehlt lediglich am Charme der Vorgänger.  Wiki

 

Saturday Night Fever (1977)

Es ist erstaunlich, wie neutral der Film über eine Figur berichtet, die sich für unglaublich toll und talentiert hält, während um sie herum die Tristheit des restlichen Alltags außerhalb der Disco trotz allerhand Klischees recht realistisch anmutend beleuchtet wird. Travoltas Rolle soll nur Identifikationsfigur sein, niemand mit Sympathie. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte jedoch jemanden mit diesem Attribut benötigt, so arrogant und selbstverliebt der Held hier eine plumpe Modewelle zelebriert. Soziale Fragwürdigkeiten, wie eine Vergewaltigungsszene, die als zu verzeihende Selbstverständlichkeit eingebaut wurde, machen den Zugang für Menschen, denen die Tanzmaterie fremd ist, nicht gerade leichter.  Wiki  

 

Perfide (2014)

Müder Horrorfilm, der trotz des reizvollen Herkunftlandes Chile keinerlei fremdartige Atmosphäre aufweisen kann, geschweige denn eine dem Horrorfilm geschulte düstere. Uninteressant plätschert das sich auf wenige Figuren konzentrierende Geschehen dahin, welches durch das Auftauchen bedrohlicher Fremder nicht an Fahrt oder wohligem Unbehagen gewinnt. Ich konnte diesem dünnen Plot immer uninteressanter und unsympathischer werdender Figuren tatsächlich so gar nichts abgewinnen.  OFDb  

19.06.2025

Kurzkommentare (2)

 

Archive (2020)

Dieser Science Fiction zum Thema K.I. kommt mit manch interessanter Idee daher, inklusive einem süß anmutenden Suizid eines Roboters, während er ansonsten hauptsächlich von der Kälte der Forschung berichtet (vergleichbar mit "Splice"), mittels eines Protagonisten, der sich selbst für sozial und mitfühlend hält. Manch überraschende Wendung, gutes Schauspiel und ein unterkühltes Setting sorgen für den Rest in einem Werk, dessen Herangehensweise zur Entstehungszeit bereits nicht mehr innovativ zu nennen war.  Wiki


Iron Man 3 (2013)

Der Abschluss der Trilogie mag nicht der ereignisreichste sein, die Story plätschert überraschend gradlinig von einem visuellen Event zum nächsten, aber er unterhält mit der Einhaltung von Grundstimmung und humoristischen Einflüssen der Stammfiguren aufeinander, und er weiß durch die Rolle von Ben Kingsley zusätzlich zu gefallen, gerade zur zweiten Hälfte hin. Dass einem das alles bereits bei der ersten Sichtung zu bekannt vorkommt, ist schade zu nennen, aber die Sympathie des Bekannten, welche man eher von TV-Serien, anstatt von einer Großproduktion erwarten sollte, entschädigt dennoch halbwegs.  Wiki

 

The Flash (2023)

Auch wenn sich "The Flash" mehr denn je als Marvel-Imitat von DC schaut und an mancher Stelle etwas überfrachtet wirkt, so trägt er das Herz und vor allen Dingen die Pointensicherheit doch am rechten Fleck und weiß mit manch kreativer, nicht wirklich innovativer Idee die übertriebene Action für sich zu nutzen, um das Ganze zu ironisieren. Der Hauptdarsteller hat mit seiner Doppelrolle sichtlich Freude, Michael Keaton als Batman nicht nur in kurzen Auftritten zu erleben, lässt das Herz ohnehin höher schlagen, und zumindest bietet "The Flash" im Gegensatz zu manchem Superhelden-Konkurrenten eine erzählenswerte Geschichte. Auch der Schluss-Gag hat mir gut gefallen.  Wiki

 

Creed 3 - Rocky's Legacy (2023)

Dass man Stallone vermissen würde, war abzusehen, ihn als Rocky aber nicht einmal bei einer wichtigen Beerdigung auftreten zu lassen, zeigt wie sehr der dritte Teil des Spin Offs Produkt, anstatt Herzensangelegenheit war. Es zeigt sich auch in der überraschungsfreien Gradlinigkeit einer an sich netten, sich aber bereits durch "Rocky 5" bekannt anfühlenden Geschichte, und dadurch, dass der Gegner charakterlich interessanter ausfällt als der Held und sein Weibchen. Unterhaltsam ist das zu schmale Ergebnis dennoch ausgefallen, lediglich weit unter den Erwartungen nach zwei so geglückten Vorgängern.  Wiki

 

Doctor Who - Kinda (1982)

Zwar fühlt sich die oberflächliche Geschichte selbst etwas arg zu oft erzählt an, die Rätselhaftigkeit um die Lebewesen und ihrer Geheimnisse vor Ort, lassen einen dennoch neugierig werden. Der fünfte Doktor täuscht so herrlich verspielt Ahnungslosigkeit und Naivität vor, dass man fast schon meinen könnte, dass die noch frische Reinkarnation tatsächlich so gestrickt ist. Wer bei einem solch nostalgischen Produkt wie diesem neuere Effekte benötigt, wie vom Bluray-Menü wieder einmal alternativ angeboten, will sich mir jedoch nicht erschließen.  Wiki

16.06.2025

Kurzkommentare (1)

 

Doctor Who - Flucht aus dem E-Space (1981)

Für meinen Geschmack auf der einen Seite etwas zu fantastisch in Bezug auf die Zeit/Raum-Logik erzählt, auf der anderen Seite arg monoton gehalten, so dass die Geschichte oftmals einem Stillstand gleicht, bietet der Abschluss der E-Space-Trilogie meiner Meinung nach den Tiefpunkt der mir bekannten Abenteuer des vierten Doktors - und dies so kurz vor Schluss.  Wiki


Doctor Who - Die Wächter von Traken (1981)

Dies ist eine hervorhebenswerte Episode, wenn man einmal verdeutlichen möchte, zu welch großen Aussagen auch eine recht trivial gehaltene Science Fiction-Serie in der Lage ist. Hier wird eindrucksvoll die Unterwanderung eines freiheitsliebenden Systems gezeigt, die selbst dann noch für frei und richtig gehalten wird, wenn das Böse die Grundprinzipien längst schon auf links gedreht hat unter fadenscheinigen Begründungen, die nur der blinde Mitläufer brav befolgt. Das erinnert ein wenig an die heutige Zeit, oder an den zu diesem Thema brillant erzählten "Hexenjagd" aus den 70er Jahren.  Wiki 

 

Doctor Who - Logopolis (1981)

Sein letztes Abenteuer soll dem vierten Doktor nichts weniger als das Verhindern der Zerstörung des kompletten Universums abverlangen - und dies mit dem ungewöhnlichen Erzählkniff hierfür Hand in Hand mit seinem Erzfeind, dem Master, zu arbeiten. Wie das Ganze verhindert wird, habe ich ehrlich gesagt nicht so ganz begriffen. Es ging an mir vorbei. Die Verwandlung zum 5. Doktor wird am Ende wichtig, zu einem Zeitpunkt als ich erstmals begriff, dass die Gefahr bereits gebannt ist. Ansonsten ein schön erzählter Vierteiler mit einer herrlich abgehobenen mathematischen Idee.  Wiki

 

Doctor Who - Castrovalva (1982)

Im direkten Übergang zum vorherigen Vierteiler erzählt, hat noch immer der Master beim ersten Abenteuer des fünften Doktors seine Hände in einem undurchsichtigen Spiel. Da die Regeneration des Time Lords nicht unproblematisch verlaufen ist, darf der neue Hauptdarsteller recht spielfreudig den mal verwirrten, mal cleveren Doktor mimen, dessen Zustand einfach nicht stabil werden will. Ein wenig erinnert er mich in seiner Art an Jeff Daniels, und bisher ist mir dieser neue Doktor äußerst sympathisch. Ebenso wie die hier erzählte Geschichte, in der nicht alles so ist wie es scheint.  Wiki

 

Doctor Who - Vier vor Zwölf (1982)

Erstmals ein komplettes Abenteuer des fünften Doktors bei seinem vollen Bewusstsein erlebend, bleibt er trotz, bzw. wegen seiner weit weniger schräger Art seines Vorgängers und seines eigenen ersten Auftritts sympathisch wie gehabt innerhalb eines Abenteuers, das die Körperfresser-Geschichte einmal mit einer Androiden-Thematik verbindet, so dass es nicht um Gefühlslosigkeit geht, sondern um körperliche Perfektion, wovon der Schurke die Menschheit überzeugen will - freilich mit Gewalt. Das geht natürlich nicht so tief, wie in der gegen Ende themenähnlichen Satire "The World's End", muss in seiner herrlich verspielten Art aber auch gar nicht tiefer greifen. Schön dass u.a. die Verlockung des Autokraten auf die unerfahrene Jugend nicht nur nebensächlich thematisiert wird.  Wiki

03.03.2025

DOCTOR WHO - DIE REVOLUTION DER DALEKS (2021)

Ein windiger Unternehmer erschafft mithilfe einer Politikerin aus den Überresten des Dalek, ohne zu wissen was dies war, eine Truppe Roboter zur Unterstützung der überforderten Polizei, während einer seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter ohne sein Wissen Überreste vom biologischen Material aus der Dalekhülle klont und den Kriegstreibern damit eine Rückkehr ins Leben ermöglicht...

Reinheit steht vor Engagement...

"Die Revolution der Daleks" ist eine direkte Fortsetzung des Neujahr-Specials "Tödlicher Fund" und den Schurken betreffend zudem eine Fortführung der Spinnenepisode aus Staffel 11. Dass es generell Unsinn ist jemals von einem letzten Dalek zu sprechen, zeigt die gewagte Gegenwehr der Doktorin, denn irgendwo und irgendwann ist immer ein zu Zeitsprüngen fähiges Dalekschiff in irgendeinem Zeitstrom unterwegs. Aber egal in welcher Form oder unter welcher Ausrede sie nun eingebracht werden, freilich sind sie ein immer gern gesehener Aggressor im "Doctor Who"-Universum und dies von Beginn an. Ihre neue Fähigkeit außerhalb ihres Panzers sich auf Heinleins "Puppet Masters"-Art mit Menschen zu vernetzen, findet auch hier wieder Verwendung, ebenso wie die bereits vor längerer Zeit stattgefundenen Debatte um Dalekreinheit erneut thematisiert wird. Das actiongeladene, ereignisreiche Gemetzel innerhalb eines Dalek-internen Konflikts erweist sich trotz hoher Aufmerksamkeit dieser beliebten Kreaturen als der uninteressantere Teil eines ansonsten gekonnt erzählten Szenarios um die gefährlichste Rasse des Universums. 

Wieder einmal bestätigt sich das Sichten im Originalton, um Gefallen an der Truppe, die der Doktor seit Staffel 11 um sich scharrt, zu finden, und von einem Teil dieses Trios heißt es am Ende Abschied nehmen. Das fällt insbesondere nach ihrer Haltung in dem hier besprochenen Special nicht sonderlich schwer, geht man doch diesmal sogar selbstgerecht, egoistisch und unreflektiert gegen den Doktors vor, der sich, dank eines amüsanten Cliffhangers von Staffel 12 erst einmal aus einem Gefängnis befreien musste (mithilfe einer uns bekannten Figur aus den Anfängen des Neustars der Serie), bevor er seine Freunde wiedersehen konnte. Dass man u.a. ausgerechnet den älteren der Drei beim Aussortieren wählte, der noch am sympathischsten herüber kam, ist geradezu typisch für die Verantwortlichen dieser Seriendekade, aber zumindest wird damit Ballast abgeworfen, drei Begleiter waren schon immer zu viel. Emotional greift bei derart leeren Charakteren trotz Abschied nichts (Staffel 10 lässt grüßen), zwischenmenschlich kann "Doctor Who - Revolution of the Daleks" (Originaltitel) also noch weniger greifen als im besagten letzten Action-Drittel. 

Es bleibt also nur bei einem netten Zwischendurchverzehr, was ganz gut dem Niveau der immerhin besser gewordenen Staffel 12 nach der ollen Staffel 11 entspricht. Ich würde ja gerne mitteilen, dass der Fortgang der Serie nach dem Abschied zweier zu oberflächlich charakterisierter Begleiter für die kommende Staffel bedeuten könnte, dass diese wieder zur alten Kraft findet, aber nach drei von sechs gesichteten Folgen kann ich jetzt schon verraten, dass dies leider nicht der Fall ist. Ich berichte davon exakter, wenn ich mich mal an die letzten drei Folgen heran gewagt habe, was gar nicht so leicht ist, wenn man sich erst einmal durch die erste Hälfte gequält hat.  OFDb

22.02.2025

DOCTOR WHO - STAFFEL 12 (2020)

Der Master ist zurück und hinterlässt ein zerstörtes Gallifrey. Bevor der Doktor ihn in ein Exil verbannt, aus dem es nur schwer ein Entkommen gibt, gibt der Zerstörer der einstigen Heimat der beiden dem Time Lord zu verstehen, dass alles bisherige Wissen auf einer Lüge aufbaut. Doch der Doktor muss selbst entdecken, was der Master vor ihm erkannte, und der Weg führt über eine weitere Schlacht gegen die Cybermen...

Selbsternannte Götter, Auserwählte und Vernichter...

Ein Größenwahn durchzieht die Episoden in Staffel 12. Stets stößt der Doktor auf Irrsinn, Selbstverliebtheit und der Gier nach Macht. Weit düsterer als die Vorgängerstaffel fällt die 12. Season aus, und dieser Zustand zusammen mit meiner Entdeckung, dass sich die oberflächlichen vier Hauptfiguren dieser Dekade im Originalton weit besser gucken/anhören, macht das zweite Jahr des weiblichen Doktors nicht nur erträglicher, sondern auch richtig unterhaltsam, phasenweise gar wieder richtig gut. Die unerträgliche Moral pausiert nun öfters, und wenn sie auftaucht, wird sie selbstgefällig und möchte von oben herab das Publikum in sozialem Verhalten belehren, manchmal auch in historischen Hintergründen. Das mutet bitter an, zumal Autoren, die es nicht schaffen ihren Figuren eine Individualität einzuhauchen, die sie zu atmenden Figuren machen, wohl die letzten sind, die durch ihren Mangel an Empathie sozial zu erziehen haben, so engstirnig wie lediglich einem plump gestrickten Ideal nachgegangen wird. Aber wie erwähnt ist dies stark reduziert, und nette bis gute Geschichten lassen einen auch die charakterlichen Oberflächlichkeiten gütigst übersehen, manchmal vernimmt man gar einen Hauch Charakterzeichnung, es besteht also weiterhin Hoffnung für die einst so gelungene Serie. 

Mit der Doppelepisode zu Beginn, die aus jeweils 60 Minuten besteht, bekommt man einen starken Einstieg in das neue Serienjahr geliefert, dass mit ihrem Einfallsreichtum an alter Stärke zurückgewinnt. Was dem folgt ist eine Staffel, in der es keine missglückte Folgen gibt, sehr wohl aber schlichte Laufzeitenstrecker, zu denen leider auch die vorletzte Episode zählt, die letztendlich nur das verzögert, worauf wir sehnlichst warten: Antworten auf ein neu geschaffenes Mysterium. Auf den Weg dorthin begegnen wir ehemaligen Figuren ebenso wie einer uns erneut unbekannten Doktor-Inkarnation (so wie beim Kriegsdoktor damals, so zählt man die Doktoren trotzdem weiterhin lediglich nach jenen, die Hauptfigur waren). Warum dies so ist, und dass dies nur der erste Schritt völlig neuer Erkenntnisse ist, macht Staffel 12 zu einem recht mutigen Projekt. Auf der einen Seite entmystifiziert es zwar die Historie der Time Lords, es erschafft aber eine nicht minder interessante neue Idee, voll von Möglichkeiten, auf die man sich hier noch gar nicht konzentriert, eben weil erst die Geheimnisse Gallifreys gelüftet werden müssen. So episch, wie sich das Finale gern gucken würde, fällt es leider nicht aus, so geschwätzig wie es umgesetzt ist, und so wenig es nachvollziehbar ist, dass der Doktor in so vieles eingeweiht wird, was er selbst nicht entdeckt, obwohl dies nicht von Vorteil für den Gegner ist. 

Ohnehin gehört dies zur Drehbuchschwäche vieler Episoden dieses Jahres. Zu geschwätzige Gegner verraten ohne wahre Motivation zu viel. Warum sollten Unsterbliche sich dem Doktor gegenüber erklären? Warum sollte eine minderwertige Spezies seinerzeit einen Weg gefunden haben diese aufzuhalten? Und warum erzählt man auch dies dem Doktor? Erkenntnissprünge zum Weiterkommen der Geschichten, oder zum Erreichen eines Zieles, werden oft auf diese plumpe Art erreicht, zum Laufzeitstrecken an der falschen Stelle. Temporeich erzählte und düstere Geschichten, sowie der ernsthaftere Umgang des Doktors mit seinen Begleitern, trotz herzlicherer Art, entschädigen für derartige Schwachstellen, mit denen man allein deshalb schon leben kann, weil dem voraus eine weit schwächere Staffel ging. Jodie Whittaker bleibt für mich nach wie vor der schwächste der mir bislang 10 bekannten Hauptrollen-Doktoren. Doch auch sie schafft es im Originalton auf simplerer Ebene genügend zu überzeugen, um Spaß mit ihren Abenteuern zu haben, sie ernst genug im Angesicht des Feindes zu nehmen (im Gegensatz zur Deutschvertonung) und mit der man sich genügend identifiziert bekommt, wenn neue Erkenntnisse das Serienuniversum geradezu neu ausrichten. 

Umso schöner ist es, dass man sich nach so viel Neuorientierung und veränderter Blickwinkel einen klassisch entspannten, augenzwinkernden Cliffhanger ausgedacht hat, der auch zu jedem anderen Zeitpunkt hätte stattfinden können. Er atmet jene Leichtigkeit und sanften Humor, der nun des öfteren wieder über den Dingen schwebt und die sehr pseudo-erwachsen gewordene Serie wieder ansatzweise das alte Flair atmen lässt. Besonders gefreut habe ich mich über diesen zurück entdeckten, humoristischen Ton im Umgang mit historischen Berühmtheiten.  Wiki

GANDAHAR (1987)

Als ein friedlich lebendes Volk urplötzlich angegriffen wird, vermutet man die einst ausgegrenzten Mutanten hinter den Aktionen. Doch der Auserwählte, der sie mit ihren Taten konfrontieren soll, findet heraus dass zu Robotern umgewandelte Menschen hinter der Sache stecken, die über ein mysteriöses Dimensionsportal Zugang zu dieser Welt erlangen. Die Spur weiterer Hintergründe führt zu einem längst vergessenen Experiment aus der Vergangenheit...

Halte mich auf, wenn ich mich verändere...

Mit seinem ersten Langfilm "Der phantastische Planet" lieferte René Laloux einen beeindruckenden und intelligenten Zeichentrickfilm aus dem Science Fiction-Bereich ab. Sein erst 9 Jahre später erschienener Nachfolger "Herrscher der Zeit" soll auf einen anderen Schwerpunkt gesehen ähnlich beeindruckend ausgefallen sein. Sein 5 Jahre danach veröffentlichter "Gandahar", der auch als "Light Years" veröffentlicht wurde, gehört ebenfalls dem Bereich der animierten Science Fiction an, kann aber an der Klasse seiner beiden Vorgänger nicht anknüpfen, obwohl sichtbar mehr Geld zur Verfügung stand und der Zeichenstil nach wie vor der selbe ist. Erst 2004 verstorben, lässt das unbefriedigende Ergebnis vermuten, warum es trotz des eigenen Animationsstils nie zu einem weiteren Langfilm kam, "Gandahar" folgte lediglich 1988 noch der Kurzfilm "The Captive". Seinem dritten auf Spielfilmlänge inszenierten Werk fehlt es meiner Meinung nach ein wenig an der nötigen Würde, bereits früh erkennbar, wenn man sich regelrecht mit einer Vielzahl an bizarr anmutenden Wesen übertrumpfen möchte, um die hier gezeigte Welt so fremd und vielfältig wie möglich wirken lassen zu wollen. 

Da sind einige gute Ideen mit dabei, ebenso später bei der Vielfalt an mutierten Kreaturen, aber es wird zu dick aufgetragen, die Kreativität wirkt bemüht, das überzeugt nicht wirklich. Erschwerend kommt hinzu, dass "Gandahar" weit esoterischer ausfällt, als die Vergleichsfilme, was intelligenter Science Fiction grundsätzlich schadet, so also auch hier. Schade ist es um die wundervoll düster aussehende, metallene Invasionstruppe, die dem Streifen seine düsteren Momente beschert, und um manch inhaltliche Idee. Das mysteriöse Portal, der Mentalitätenwandel einer gewissen Kreatur nach etlichen Jahren, der phantastische Ursprung dieses Wesens und die Entwicklung seiner Pläne, da ist einiges an Potential vorhanden, verwässert durch eine kitschige Heldengeschichte, in welcher der Gute zu übertrieben gut ist, verglichen damit dass sich in der restlichen Welt dies alles vermischt oder wahlweise einem Irrtum unterliegt. Letztgenanntes betrifft in erster Linie die Mutanten, deren friedliches Miteinander nach dem Eindringen des Feindes, etwas arg penetrant auf friedlich getrimmt bleibt, um den sozialen Verstoß moralisch besonders dick auftragen zu können. Kurzum, so wirklich funktionieren will der von Frankreich und Nordkorea finanzierte Film nicht. Individuell ist er durchaus ausgefallen, das Werk biedert sich lediglich seinem Publikum an, nicht den Inhalten oder Modewellen anderer Trickfilme dieser Dekade.  OFDb

16.02.2025

DOCTOR WHO - TÖDLICHER FUND (2019)

Bei Ausgrabungen stößt man auf eines von drei auf der Erde verteilten Artefakten einer Kriegslegende, die besagt man habe damals völkerübergreifend vereint einen übermächtigen Gegner besiegt. Dieser ist erwacht und dem Doktor mehr als bekannt...

Versöhnung in der Supernova...

Das Neujahrsspecial krankt weiterhin an den Schwachpunkten der Phase des weiblichen Doktors. Die Mentalität der Figuren, die mehr Einheit als Individuen sind, ist moralisch, selbstgerecht und überheblich, noch bevor genügend Fakten gesammelt sind, um sich ein Urteil bilden zu können. Darunter leidet das Vater-Sohn-Drama, das am Rande der Hauptgeschichte spielt, was schade ist, da der Vater gut besetzt ist und Dialogen unter Niveau zu leisten hat. Aber zumindest sind all diese Schwachpunkte diesmal in einer packend erzählten, düsteren Geschichte eingebunden, die allerhand unschuldige Todesopfer bereit hält, wenn ein uns bekannter Gegner einmal völlig anders als bisher präsentiert wird. Das mag nicht wirklich kompatibel mit dem bisherigen Wissen dieser Spezies sein, aber bei all dem Wirrwarr durch Zeitsprünge und Erlebniskorrekturen, vom Aussterben, über Neugeburt bis hin zur Vermischung mit Menschen, gibt es ohnehin kaum noch einen Überblick über den ärgsten Feind des Doktors: den Daleks, die diesmal auf "Brain Eaters"-Art (Name der ersten Verfilmung, der Roman ist bekannter unter dem Titel der zweiten Verfilmung "Puppet Masters") fremde Körper steuern können, dies ebenso wie im berühmten Vorbild der Science Fiction-Literatur am Rücken des Menschen angeheftet und über den Nacken mit dem Gehirn des Wirtes verbunden. 

Es ist ungewohnt wie düster die Viecher reden, wenn sie sich nicht in ihrem Metallbehältnis befinden. Und in einem spannend ausgefallenen und actionreichen Finale darf man schlussendlich wieder die klassische Dalekstimme aufgrund des typischen, zurückgewonnenen Dalek-Gewands vernehmen, was, trotz x-ter Anwendung innerhalb der Serie, wieder einmal zum Highlight wird, einfach weil der Dalek als die gnadenlose Kampfmaschine eingesetzt wird, die seine Spezies nun einmal verkörpert. Am schwächsten ist "Doctor Who - Resolution" (Originaltitel) immer dann, wenn es stattdessen wieder um die vier Reisenden geht. Selten überbot ein Bösewicht derart durch Charisma den Doktor, nun ist es so, weil es Jodie Whittaker für die Titelrolle an einer derartigen Ausstrahlung mangelt. Hilfreich ist es als Deutscher zum Originalton zu wechseln, dann muss man zumindest nicht der viel zu braven Stimme beiwohnen, wenn sie rückgratlos selbstbewusste Sprüche vom Stapel lässt. Im Originalton wirkt Whittaker weit mehr. Was ihr mimisch nicht gelingt, liefert zumindest ihre Stimme. Auch die Stimmen ihrer Begleiter wirken weit authentischer, als in der unangenehmen deutschen Fassung. Es ist das Glück von "Tödlicher Fund", dass er recht ereignisreich ausgefallen ist, so dass er nach einem moralinsauren Start kaum Zeit findet die vier Gleichgeschalteten ohne Charakter, welche die Helden seit der elften Staffel "Doctor Who" sind, sie selbst sein zu lassen. Zu viel gibt es zu tun, zu wenig Zeit bleibt für selbstgerechtes Geschwafel. Frei davon liefert dieser 60-Minüter zudem manch netten Gag im klassischen Serien-Stil ab, so z.B. dann, wenn er uns eine Familie an Neujahr zeigt, die ohne Internet zurecht kommen muss.  OFDb

15.02.2025

DOCTOR WHO - HORROR IM E-SPACE (1980)

Am Rande des E-Space stößt der Doktor auf einen Erd-ähnlichen Planeten mit geringem Energie-Vorkommen. Dort gelandet, in der Hoffnungen Antworten auf die Möglichkeit zu finden das E-Space zu verlassen, stoßen sie auf eine Kultur, welche dem Mittelalter ähnelt. Doch die Herrschenden dort hüten ein düsteres Geheimnis...

K-9 im Angriffsmodus...

Mit "Horror im E-Space" erlaubt sich die Serie den Spaß uns eine Vampirgeschichte zu präsentieren, die uns zeigt dass die Blutsauger in Wirklichkeit eine Aliengattung sind, die einst Grauen über sämtliche Planeten brachte, so dass Dracula und Co sich als Wahrheit und Randerscheinung dieser entpuppen. Mit den wachsenden Erkenntnissen dieser Thematik, die erst im letzten Part des Vierteilers enden, erhalten wir zudem einen Einblick in die Vergangenheit der Time Lords. Ich sichte die alten und neuen Folgen parallel, und mit Kenntnis der 00er Jahre "Doctor Who"-Serie offenbarte sich mir im umgekehrten Sinne, anstatt chronologisch geguckt, somit erstmals, dass es bereits einen Krieg mit Beteiligung der Time Lords vor jenen gegen die Daleks gab. Jener Krieg führte diese Spezies überhaupt erst in ihre friedvolle Haltung, die von Beginn der Serie an die Zeitwächter ausmachte. Der Clou an der Erzählweise dieses Vierteilers ist jener, dass man die Vampirgeschichte zwar in eine moderne Science Fiction-Welt hinein verfrachtet, inszenatorisch in den passenden Phasen aber vollends auf klassischen, zur Entstehungszeit längst überholten Gruselfilm-Stil setzt. 

Gummifledermäuse, theatralisch und steif spielende Vampirdarsteller, das klassische Schloss am Rande des Dorfes voll von folgsamen Bauern, der Kontrast macht den Charme aus, das Augenzwinkern muss man selbst entdecken, so altbacken sich das Spiel der Adligen in Sachen Herrschaft, Vampirismus und religiöser Unterwerfung schaut. Der einzige Wermutstropfen in diesem kurzweiligen und unterhaltsamen Treiben dürfte das Einbringen der finalen Kreatur sein, die als Ur-Feind der Time Lords und aufgrund seiner gigantischen Größe neugierig macht, jedoch Fantasiegebilde für uns Zuschauer bleibt, dürfen wir doch nur einen Blick auf eine Hand dieses interessanten Wesens werfen, der Rest bleibt uns verborgen. Für eine derart mächtige Rasse und für die Methodik, mit der es unser Titelheld freilich schafft ein Happy End zu erlangen, wirkt sein Dahinscheiden plump und arg zufällig, mag aber auch über jene Eigenschaft des E-Space widerum Sinn ergeben, dass man Raum und Ort hier exakter bestimmen kann als üblicher Weise - so zumindest die TARDIS zu einem anderen Zeitpunkt betreffend. Der Weg zu all diesen Begebenheiten und Erkenntnissen ist im klassischen Stil der Serie inszeniert. Abgelenkt wird man durch die Informationen, dass alle Ansässigen einst Vorfahren von der Erde hatten, die als Weltraumreisende so wie der Doktor versehentlich im E-Space gelandet sind und dies, abgesehen von den Herrschenden, nicht wissen.

Fledermausschwärme und das düstere Schloss am Rande vermitteln eher unterschwellig welche Richtung tatsächlich auf uns zukommt. Das schöne am erreichten Ergebnis ist, dass es verspielt ist, aber nicht lächerlich. Der Mythos der Vampire und ihr aufgedeckter Hintergrund überzeugen und wecken die Fantasie, einzig die antiquierte Umsetzung bleibt absichtlich lächerlicher, da überholter Natur und soll vergangene Filmdekaden augenzwinkernd ehren. Der Junge aus dem Vorgänger "Doctor Who - Verschollen im E-Space" entpuppt sich anbei als neue Begleitung des Doktors. Mal sehen ob er im Laufe der Zeit an Sympathie dazu gewinnen kann, so neutral wie er bislang auf mich wirkt. Mit "Doctor Who - Flucht aus dem E-Space" wird der längere Zyklus um das Alternativuniversum beendet sein. "Doctor Who - State of Decay" (Originaltitel) funktioniert als Mittelteil in seiner kurzweiligen und Erkenntnis bringenden Art zwar ganz gut, zeigt aber auch, dass der Wirbel um das ominöse E-Space etwas aufgesetzt ist, so unabhängig wie die einzelnen Geschichten voneinander erzählt sind, so dass sie auch in der klassischen Raum-Zeit-Natur des Doktors hätten stattfinden können.  Wiki

14.02.2025

DOCTOR WHO - VERSCHOLLEN IM E-SPACE (1980)

Eigentlich sollte der Doktor zu den Time Lords reisen, stattdessen findet er sich auf einem fremden Planeten wieder, obwohl die Bildübertragung Gallifrey als Ort anzeigt. Die Bewohner des Planeten lassen sich unterdessen in ihrem Raumschiff nieder, da eine prophezeite Zeitwende beginnt, die vor dem Nebel und der darin wandelnden Kreaturen warnt...

Spinnen, Kiemenatmer, Humanoide...

"Verschollen im E-Space" ist innerhalb der letzten Staffel des vierten Doktors der Beginn eines Zyklus, der aus drei Vierteilern besteht, die innerhalb des E-Spaces spielen, von dem wir im ersten Drittel relativ wenig erfahren. Er gehört nicht zur Raum-Zeit-Welt, aus welcher der Doktor und seine Begleiterin stammen. Dem Rätsel nachgehen können sie nicht, da sich die Ereignisse am angekommenen Ort überschlagen. Reptilien-artige Kreaturen entsteigen dem Moor innerhalb eines Nebels, Kinder sind auf sich allein gestellt, da sie den Worten der Anführer nicht glaubten, dass derartiges existiert, die im Mutterschiff geflüchteten und sich auf eine lange Anwesenheit dort einstellenden Erwachsenen erfahren hingegen Schritt für Schritt die Wahrheit über etwas, das ihre Vorfahren verschwiegen haben und eigentlich zu einer recht oft variierten Geschichte innerhalb der Serie führt. Innovativ sieht anders aus, wenn der Time Lord einer Spezies erklären muss wer und was ihr Ursprung ist. Aber "Doctor Who - Full Circle" (Originaltitel) ist flott und unterhaltsam erzählt, also stört das nicht wirklich, ebenso nicht einmal die dominant ins Geschehen eingebundenen Kinder, bzw. das zentrale Wunderkind, eine Gattung Filmcharakter, die gerne zu nerven weiß, es hier aber, trotz arg braver Besetzung, nicht tut. 

Die Menschen in Gummianzügen, welche die Moorkreaturen spielen dürfen, verleihen der Chose den nötigen Anteil Pulp, der Doktor schwankt zwischen Unwissenheit und dem perfekten Durchblick, kurzum ist wieder einmal ein weit trivialer ausgefallener Stoff aus der ganzen Sache geworden, als man sich zunächst eingestehen will, aber ich mag das, verleiht es der ohnehin in den 80er Jahren etwas peppiger ausgefallenen Serie doch den nötigen lockeren Touch, um nicht zu engstirnig mit etwas umzugehen, das mittlerweile etwas professioneller produziert ist, trotzdem aber noch Meilen weit vom Anspruch der Serienphase ab der 00er Jahre entfernt ist. Ich bin immer noch gespannt, ob dieser Zustand bereits irgendwann in der Ur-Serie erreicht wird, oder erst im neuen Jahrtausend angekommen. Dank meines liebsten Doktors, dem herrlichen Roboterhund und einer Erzählung, die sich nicht zu schade ist künstlich aussehende Spinnen mit leuchtenden Augen als organisch gemeinte Kreaturen einzusetzen, funktioniert der Einstieg in den E-Space trotz der x-ten Wiederholung ein und der selben Geschichte innerhalb der langlebigen Serie recht gut. Erst recht wenn man bedenkt, dass dies bereits die 18. Staffel von "Doctor Who" ist. Nur wenige Serien schaffen es so weit, und wenn besitzen sie meist nicht mehr die ursprüngliche Qualität. Warum sollte man sich also über eine derart sympathisch umgesetzte Geschichte kritisch äußern?  Wiki

DOCTOR WHO - STAFFEL 11 (2018)

Überraschend in seiner 13. Daseinsform (den Kriegsdoktor ignoriert) in eine Frau transformiert, gewinnt der Doktor schnell drei neue Freunde, die ihn von nun an auf seinen Abenteuern begleiten...

Das Fehlen atmender Individuen...

Zum ersten Mal in meinen Reisen durch das "Doctor Who"-Universum der alten und der neuen Phase bin ich unzufrieden mit einer kompletten Dekade, sogar regelrecht enttäuscht, so schwach wie sich die Serie mit einem Mal präsentiert. Das hat nichts mit einem weiblichen Doktor Who zu tun, der freilich umstritten war und ist. Meiner Meinung nach hätte diese Idee reizvoll ausfallen können, wie jüngst zuvor bereits das Spiel mit einer weiblichen Variante des Erzgegners, dem Master, gezeigt hat. Der war aber auch Teil eines verspielten, geistreichen Umfeldes, während mit Staffel 11 ein intellektueller Rückgang zu verzeichnen ist, dessen Reflexionsvermögen starrer und plumper ausgefallen ist, während er, entsprechend dem Zeitgeist seiner Entstehung, glaubt im sozialen Sinne fortschrittlich zu sein. Dass wir es hier mit einer unangenehmen Form der an sich lobenswert gemeinten politischen Korrektheit zu tun haben, lässt bereits die Figurenkonstellation erahnen, die sich in den drei Begleitern des Doktors manifestiert. Mal davon abgesehen, dass ich für die Übersicht der Serie drei Begleiter schlichtweg zu viel finde, verkörpern sie insgesamt drei verschiedene Ethnien, Jung und Alt, Hetero und Homo, gesund und beeinträchtigt, sowie Mann und Frau. Das wirkt konzeptionell schon arg gewollt.

Damit könnte ich letztendlich aber leben, wo die Serie doch oft für Vielfalt stand und dem Hineindenken in verschiedene Mentalitäten. Doch exakt dies findet mit dem so bunt gemischt scheinenden Team nicht statt, dessen eben aufgezählte Präsenzen gleichzeitig zu ihren gleichgeschalteten Charakteren werden und jedwede Eingenschaften außerhalb der gewünschten Ideologie nicht besitzen - außer wenn eine solche zum Wandel zum anvisierten Ideal führen soll. Besonders deutlich wird diese Gleichschaltung in der dominant gewordenen Moral, die über allem schwebt und nicht nur für einzelne Figuren als Charakterisierung gedacht ist, sondern für die komplette Serienmentalität der elften Staffel steht. Es ist nicht so, dass Moral nicht schon früher Einzug ins Who-Universum gehalten hätte. Gerade der 10. Doktor war diesbezüglich recht stark charakterisiert. Aber es war für ihn eine Orientierung in der Verzweiflung einen Kompass für sein Tun zu finden, während die hier gelebte Moral selbstgerecht daher kommt, unabhängig vom Zeit und Ort, in dem die jeweiligen Abenteuer spielen. Da kann es noch so fremde, andersartige Spezies geben, mit eigener Vergangenheit, Motivation und Lebensbedingungen, da kann es Zeiten geben, in denen die Lebewesen (noch) nicht die Chance hatten sich empathisch zu entwickeln oder weit größere Probleme zu bewältigen haben, als die Überwindung von Egoismus, was richtig und falsch ist, wird im neuen Who-Team überregional und als unanfechtbar angesehen, nicht einmal als Zeichen der aktuellen Zeit, und damit in Bewegung bleibend, sondern als Erkenntnis, die immer zu gelten hat, auch in Zukunft, und deren Zuwiderhandeln bereits kritisiert und verachtet wird, noch bevor man sich den Alltag in der Fremde verinnerlicht hat. 

Entsprechend brav fallen die Abenteuer aus, da die Reisenden und kaum noch Forschenden von den Autoren freilich Zustimmung für ihre Haltung erhalten, und entsprechend eintönig fühlt sich das alles an, wenn es nicht mehr zu ungesühnten Gemeinheiten kommt, Vielfältigkeit gelebt wird und keine intellektuellen Diskurse mehr stattfinden, während die arg brave und gefühlvolle Doktorin gleichzeitig des öfteren betont wie clever ihr Team und sie doch wären. Passend zur verkrampften Mentalität, die stets um Korrektheit bemüht ist, fällt erstmals auch das Einbringen einer historischen Figur unangenehm auf. Brach man die Erwartungen von diesen stets ironisch und verspielt auf, um sie letztendlich dennoch zu ehren, so ist der "Gastauftritt" von Rosa Parks leider nur von Respekt und Demut geprägt, ohne belustigende, überraschende, oder zum Ruf widersprüchliche Elemente einzubinden, schade. Ihre Episode ist jedoch nur ein Beispiel vieler magerer Abenteuer. Nur wenige Folgen bilden eine Ausnahme. So ist beispielsweise eine Geschichte um Riesenspinnen nett ausgefallen, atmet sie doch zumindest im Ansatz jene verspielte Luft, die der zu ernst gewordenen Serie nun meist fehlt. Eine Geschichte rund um Riesenspinnen nicht in den Sand zu setzen, ist jedoch keine Königsübung, und selbst hier schafft man es eine ordentliche Dosis Moral vom Stapel zu lassen. 

Dass die Finalfolge sich nicht vom Rest abhebt, quasi als besonderer Schlussmoment einer Staffel, passt zum nüchternen Restergebnis. Scheinbar glaubte man die Wiederkehr des Auslösers von der ersten Folge des weiblichen Doktors würde bereits reichen, etwas Hervorhebenswertes zu erzählen. Dass die Geschichte um die Wiederkehr eines neuen Bösewichts allein deswegen frei von wahrer Empathie ausfällt, weil man uns im zügig voranschreitenden Plot glauben lassen will, dass sich ein Jahrhunderte gelebter Fehlglaube zu einem falschen Gott durch das Einreden ins Gewissen von Eindringlingen in nur wenigen Augenblicken zu einem Überdenken bisher praktizierter Genozide führt, zeigt wie naiv und plump die Serie mittlerweile ausgefallen ist, die im bunten, oft trivial scheinenden Treiben weit geistreicher, erwachsener und sozialer ausfiel, als die Ignoranz, die hier als lebenswerte Mentalität verkauft wird. "Doctor Who" ist mit diesem Weltbild nicht mehr weit von der Scientology-ähnlichen Ethik von "Star Trek - The Next Generation" entfernt. Zwei Jahre bleibt die blass wirkende Jodie Whittaker Doktor, keine Ahnung ob man sich bereits zu ihrer Zeit wieder der bisher gelebten Serienmentalität zuwendet. Fotos im Internet von ihrem Nachfolger Ncuti Gatwa lassen zumindest ebenso auf eine Verbesserung hoffen, wie das Zwischenspiel dreier Specials, die vor dessen Auftauchen spielen und für kurze Zeit David Tennant noch einmal in der Rolle des Doktors zurückkehren lassen. Ich bleibe selbstverständlich dran, um Antworten darauf zu bekommen. Aber wenn die Geschichten rund um den dreizehnten Doktor so trostlos bleiben wie bisher, wird es ein langsamen Voranschreiten. Noch nie habe ich für eine Staffel so viel Zeit benötigt, wie für Staffel 11 - und das obwohl sie lediglich 10 Episoden enthält.  Wiki

03.02.2025

GHOUL (2012)

Drei befreundete Kinder haben sich ein unterirdisches Versteck auf dem Friedhof gebaut. Sie brechen zu weiter drunter liegenden Gängen durch, die wer anders gegraben hat, oder etwas anderes...

Der Schwur des Alkoholikers...

Den Verantwortlichen von "Ghoul - Das Geheimnis des Friedhofmonsters" (Alternativtitel) schwebte ein Horrorfilm im Geiste eines "Stand By Me" vor, so wie man ihn mit "Monster Busters", bis zu einem gewissen Grad auch mit "Die Goonies" in den 80er Jahren ablieferte. Doch den zu braven Touch dieser Werke ließ man fallen, um auch unangenehme Bereiche unserer Gesellschaft, wie Kindesmissbrauch, einbringen zu können, so dass der Streifen bitterer ausfällt. Damit rückt er im Dramenbereich dem sehr geglückten "Summer of 84" näher, dessen Größe er jedoch nie erreicht bekommt, so unentschlossen wie er trotz seines erwachsenen Anliegens dann doch zwischen arg kindlichen Momenten und der harten Realität unkompatibel hin und her pendelt. "Ghoul" ist ein Film einzelner Versatzstücke, die man aufgrund fehlender Empathie nicht zu einem Ganzen vereint bekommt. Das psychologische Verständnis fehlt, das Herz zu den Figuren ebenso und leider auch das fachmännische Vermögen einen Film professionell fertig zu stellen. 

Das Ergebnis wirkt nicht nur lückenhaft, da krampfhaft zusammengeschustert, es mutet amateurhaft an, ohne dem Bereich des Amateurfilms zu entstammen. Doch der entscheidende Fehler liegt salopp gesagt darin, dass es dem Streifen am nötigen Charme fehlt, der für die Vergleichsfilme so elementar wichtig war. In einzelnen Momenten können wir eine Bindung zu den jungen Figuren aufbauen, doch dies nie all zu intensiv und nie von Dauer. Und so wird aus der reizvollen Grundidee, die in einer nicht minder interessanten Auflösung mündet, ein zu lieblos umgesetztes Stück Filmgerüst, dem man ansieht was es hätte werden können, wenn andere Produzenten hinter dem Projekt gestanden hätten, denn Regisseur Wilson hat zumindest den von mir noch nicht gesichteten "Jack Ketchum's Evil" abgeliefert, der allgemein ein recht ordentliches Feedback im Internet erhielt. Ob man aufgrund dessen Thematik unbedingt auch hier so harte Schicksalsschläge von Kindern integrieren wollte? Wie auch immer, die düstere Grundatmosphäre, der Wunsch der Lösung des Rätsels beizuwohnen und die Faszination der unpassenden Sprünge zwischen kindgerechten Momenten und ungeschönt bitteren Dramenthemen, machen den eigentlich missglückten TV-Film "Ghoul" zumindest interessant genug, um ihn nicht voreilig auszuschalten.  OFDb

11.01.2025

DOCTOR WHO - MEGLOS (1980)

Ein Volk, das wegen aggressiver Pflanzen auf der Planetenoberfläche unterirdisch lebt, bekommt Probleme mit seiner Energiequelle, die von den Alteingesessenen wie eine Gottheit angebetet wird. Ein Freund des Doktors bittet um dessen Hilfe. Doch eine feindliche Pflanze, die jüngst auf dem Nachbarplaneten von einer Gruppe Plünderer nach zwei Jahrtausenden wiedererweckt wurde, nimmt die Gestalt des Doktors an und gibt sich als diesen aus, um an die Energiequelle zu kommen, deren wahres Potential die Humanoiden nie entdeckt haben. Entsprechend wird der verspätet ankommende Doktor für den Dieb dieser gehalten und von den religiösen Fanatikern des Volkes zum Tode verurteilt...

Mein böser grüner Kaktus...

Es sieht schon putzig aus, wenn eine Gruppe Klischee-Barbaren von einer schimpfenden Pflanze zusammengeschissen wird, oder wenn die wahre Gestalt der Pflanze halb hindurch bricht und wir einen grünen Doktor mit Stacheln im Gesicht betrachten dürfen. Solche Momente zeigen wieder einmal die Kreativität hinter der Serie, und dass man sich für keine Idee zu feige war, das unterhaltsame Ergebnis dankt es dem Autor, der sich wie die anderen des Teams für nichts zu cool war, herrlich. Entsprechend darf man auch lange vor "12:01" und "Und täglich grüßt das Murmeltier" einer Zeitschleife beiwohnen, die weit kürzer geraten ist, als in den Vergleichsfilmen, weswegen ich nicht bös drum war, dass der Zeitreisende sich dafür, dass es sich um ein bekanntes, aber unlösbares Phänomen handelte, doch recht schnell aus dieser lösen könnte, wenn auch, das muss ich zugeben, mit einer gar nicht mal schlechten Idee. Lobte ich etwas selbstgönnerhaft in der Vorepisode "Doctor Who - Leisure Hive" noch das Spiel mit dem mangelnden Respekt der Jungen vor den Alten mit Verweis auf heutige Zeiten, so geht "Meglos" umgekehrten Weg, dass das starre, unreflektierte Verhalten der Alten zurecht von der jungen Generation, der frischen Ideen, bekämpft wird. Allerdings geht es hierbei auch um Glauben gegen Wissen, um unreflektierte Moral gegen Denken, und damit bleibt mein Vorwurf standhaft, obwohl der Spieß diesmal umgedreht scheint. Schön dass wieder einmal das Wissen siegen darf, und ich bewundere in dieser Phase der Serie auch den Einfluss der Begleiterin, die als Mitdenkerin entscheidend am Happy End beteiligt ist, was ja sonst auch traurig wäre, wo sie doch der selben intellektuellen Gattung wie der Doktor angehört. "Meglos" ist, wie typisch zur Entstehungszeit, auf 4 Folgen begrenzt, benötigt in seiner Finalfolge sogar nur noch 20 Minuten, statt der üblichen 25, schaut sich entsprechend entspannt, nicht gedehnt, aber auch nicht gehetzt.  Wiki