Posts mit dem Label Michael Brandner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Michael Brandner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

16.06.2024

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 12 (2024)

Gegeneinander, mit Einigkeit und mit Reibereien löst das Polizei-Team rund um Griesgram Hubert sämtliche Kriminalfälle in der ländlichen Gegend...

Alpakas, überteuertes Wasser und ein Fuß...

Nach dem eher bescheiden ausgefallenen vierten Spielfilm-Special "Dem Himmel ganz nah" geht es mit der gewohnten flotten, etwas banalen (seit dem Ausstieg von Lüttichaus), aber dennoch sympathischen Art der Serie weiter. Mehr erwarte ich nicht, und ich bin noch jedes Mal erleichtert, kritisch wie ich den Werdegang der Reihe beobachte, wenn ich dies noch immer geboten bekomme. Tatsächlich jede Folge besitzt ihren Reiz, weiterhin wird jegliche Figur, inklusive Yazid, in interessante Situationen gesteckt, hin und wieder überrascht gar die Auflösung eines Falls, aber der Weg dorthin war schon immer viel wichtiger, als dieses Ziel. Mit Girwitz einen egoistischen Alleinspieler im eigenen Team zu haben, erweist sich als fruchtsam wie immer, diesmal zentral thematisiert in einem Kampf um eine Wohnung, von welchem der "Mitkämpfer" nicht weiß, dass es einen gibt. Erstmals gönnt man dem ehemaligen Chef der Truppe außerdem einen menschlich sympathischen Aspekt ohne Hintergedanken, wenn dieser seine Liebe zu Alpakas entdeckt. Derartige Versuche bei Hubert werden leider weiterhin unter den Teppich gekehrt. Es ist schade, dass noch immer nicht seine Scheintochter aus dem Weihnachtsspecial, mit welchem man Staller verabschiedete, zurückkehrt, nicht einmal für einen Gastauftritt, selbiges gilt für die Ex-Frau oder gar Staller höchstpersönlich. 

Sie alle täten dem zu eingefahrenen Miesepeter Hubert gut, um mal wieder ein Fünkchen Herz in ihm zu suggerieren, gerade jetzt, wo der einst heimlich Gebildete auch intellektuell in seinen Interessen nur noch dröge, altersmüde und desinteressiert von den Autoren gezeichnet wird. Aber auch er funktioniert trotzdem noch gut genug (Tramitz ist schließlich Tramitz), so wie der Rest, um den Zuschauer nach Feierabend angenehm zu unterhalten. Einen Anfängerfehler, wie in der letzten Folge geschehen, wenn man das Kamera-Team in einem langsam anfahrenden Auto gespiegelt sieht, habe ich in der sonst technisch professionellen Serie jedoch noch nicht erlebt. Ich hoffe dies stellt lediglich eine sympathische Ausnahme dar, anstatt der erste Schritt zum endgültigen Desinteresse der Verantwortlichen einer einst großartigen Serie zu sein. Ja, das liest sich pessimistisch, gerade bei einem solch kurzweiligem Ergebnis, wie im 12. Jahr serviert, aber das Misstrauen ist einfach da seit dem Niveauabstieg und dem ständigen Besetzungswechsel zur Halbzeit der Reihe. Was Letztgenanntes betrifft, so freut es mich jedoch zu berichten, dass die Beständigkeit der letzten beiden Staffeln beibehalten wurde. Leider jedoch auch was die Folgenzahl des Vorgängerjahres betrifft: auch Staffel 12 begnügt sich lediglich mit 12 Folgen.  Wiki

18.02.2024

HUBERT OHNE STALLER - DEM HIMMEL GANZ NAH (2023)

Zum ersten Mal seit Stallers Abschied erhält die Serie "Hubert und Staller" ein Spielfilm-Special. Dieses erinnert aufgrund der Idee, mit Kollegen aus einem anderen Bezirk kooperieren zu müssen, ein wenig an das zweiten Film der Reihe namens "Hubert und Staller - Unter Wölfen", verdreht die anfängliche Disharmonie beider Fronten jedoch zu einer friedlichen Zusammenarbeit, die hauptsächlich dafür genutzt wird Hubert nach etlichen Jahren doch noch mal ein Liebesleben zu bescheren. Viel holt man da nicht heraus, nutzt es für das kurzfristige Ausstrahlen von Lebensenergie und dem obligatorischen Schlussstrich eines wieder im Alltag angekommenen Hubert. Aber ohnehin holt man im kompletten Streifen wenig aus den vorhandenen Möglichkeiten heraus, am deutlichsten wohl in jenem Moment zu erkennen, in welchem die beiden Hauptfiguren an einem Seil baumelnd am Abhang hängen, den Tod ins Auge blickend, nur um sie auf arg plumpe Art dann doch gerettet zu bekommen, ohne dass die Geschichte durch diese Situation einen Mehrwert erhalten hätte. Girwidz und Hubert duzen sich kurzfristig, das war es auch schon. 

Seit Staffel 8 ist die ehemals so kreative Serie aber ohnehin nur noch eine Lightversion ihrer selbst, und das macht der Spielfilm dieser Phase auf ein weiteres deutlich. Seicht plätschert die Komik vor sich hin, humorvoll genug ausgefallen, um zu amüsieren und angenehm auf simple Art zu unterhalten, zu mehr ist man aber nicht mehr bereit, warum auch immer. Die neuen Figuren werden nicht intensiver eingebracht, als nötig, sie erfüllen ihren Part, ragen aber durch nichts heraus, Stammfiguren der Randbesetzung bekommen genügend Raum beschert, und mit der Zusammenarbeit mit Österreich und dem Einbringen eines Hubschrauberfluges wird noch mancher Schauwert beschert, der für den ein oder anderen Gag genutzt wird. Auf 90 Minuten zeigt sich noch einmal mehr, wie viel weniger die Reihe mittlerweile zu bieten hat, auf 45 Minuten kann man dies besser tarnen. Gerade Girwidz als Sidekick füllt die Spielfilmlänge nicht aus, Staller hätte die Luft zwischen den einzelnen Szenen bei ebenso guter Besetzung wegen reflektierterer und pointensicherer Charakterzeichnung locker gestemmt bekommen. Brandner kann man da keinen Vorwurf machen. Die Stammbesetzung überzeugt nach wie vor, es sind die Drehbücher, die dünner werden. Da "Hubert und Staller" auch in diesem Zustand genug Quote erhält, besitzen die Verantwortlichen der Reihe aber auch keine Motivation zur alten Qualität zurückzukehren. Ihnen ist ihr Produkt egal geworden, es soll nur noch funktionieren.  OFDb

31.12.2023

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 11 (2023)

Es ist kaum zu glauben, aber die Verantwortlichen von "Hubert und Staller", bzw. "Hubert ohne Staller", haben es nach langer Zeit einmal geschafft die Stammbesetzung beieinander zu halten. Die "neue" gute Seele, in Form einer jungen Kollegin, darf nun schon drei Jahre am Stück mit an Bord bleiben und macht sich darin gut genug, um nicht negativ aufzufallen (dem Charakter mangelt es jedoch an Individualität, um sie zu einer nennenswerten Person des Teams zu machen) und Yazid samt Angestellter leiten weiter das Rattlinger (was zwar nun besser von den Drehbüchern genutzt wird, aber immer noch keine zufriedenstellende Idee ist). Glücklicher Weise beschert man Yazid zusätzlich andere Möglichkeiten des Geldverdienens, so dass er meist auf klassische Art eingesetzt werden kann. Um sämtliche Figuren ist man bemüht, die Interaktionen untereinander funktionieren, Einzelmomente gelingen ebenfalls meist, personell laufen die Geschichten somit rund genug, um sich zwischenmenschlich einfühlen zu können (wobei ich es nach wie vor schade finde, dass die Figur des Hubert psychologisch derart vereinfacht wurde). 
 
An die Pointenstärke der Dialoge zur klassischen Zeit der Serie ragt das dennoch alles nicht mehr heran. Seit dem sind die Kriminalfälle aber zumindest interessanter ausgefallen, das bleibt auch in Staffel 11 so. Die letzte Folge zeigt sogar, wie gut es noch auf beiden Ebenen parallel funktionieren kann, wenn beim angeblichen Suizid eines Bitcoin-Händlers private Probleme und ein funktionierender Kriminalfall parallel nebeneinander mit einer guten Dosis Humor zu harmonieren wissen. In Zukunft kann es gerne wieder mehr von derartiger Qualität geben, wobei mir das schlichtere Niveau der Reststaffel noch immer gut genug gefällt, um mich auf jede weitere Folge dieser sympathischen Serie zu freuen. Dementsprechend schade finde ich es, dass eine andere Konstante vernachlässigt wurde: die Folgenanzahl. Das elfte Jahr bietet mit 12 Folgen 4 weniger als jedes andere Jahr. Glücklicher Weise ist ein Ende dennoch nicht in Sicht. Staffel 11 folgt das vierte Filmspecial (und das erste seit der Titeländerung) "Hubert ohne Staller - Dem Himmel ganz nah", welchem wiederum eine 12. Staffel folgt. Auf der Internetseite der ARD war leider nicht in Erfahrung zu bringen, ob es nun bei 12 Folgen pro Staffel bleibt, oder ob man im 12. Jahr zur klassischen Episodenanzahl zurückkehren wird. So oder so: ich bin weiterhin dabei.  Wiki

06.07.2022

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 10 (2022)

Nach wie vor findet "Hubert ohne Staller" nicht zur alten Form zurück, so schlimm wie im ersten Jahr ohne Huberts ursprünglichen Partner wird es aber nicht mehr, eine Spur schwächer als die Vorgängerstaffel ist das zehnte Jahr jedoch trotzdem ausgefallen - wobei ich mir da auch nicht sicher bin, in wie weit meine Tageslaune den Blick darauf beeinflussen könnte, gefiel mir die zweite Hälfte der Staffel doch ebenso gut, wie das neunte Jahr, und habe ich die Folgen doch diesmal, für mich geradezu ungewohnt, mit größeren Abständen geschaut. Wie auch immer, die tollsten Kriminalfälle erzählt die Serie nach wie vor nicht, aber sie lebt noch immer gekonnt vom Charme der Figuren, dies mittlerweile auch von der Chefin und der Vorzimmerdame, die weit mehr und auch abwechslungsreicher in die Geschichten integriert wird als bisher. An Yazid in der Bäckerei gewöhne ich mich langsam auch, zumal er nicht nur dort agieren muss, seine Mitarbeiterin finde ich nach wie vor ziemlich uninteressant eingebracht, ihre Szenen könnte meist auch Yazid ersetzen. 

Hin und wieder blitzt die ursprüngliche Charaktereigenschaft Huberts bezüglich seiner Bildung auf, einen emotionalen Verbündeten bleibt die Serie ihm aber nach wie vor schuldig, um ihn wieder glänzen zu lassen wie einst. An Wortwitz mangelt es hingegen nicht, an Situationskomik ebenso wenig, die Fälle sind mit viel Witz und Charme erzählt. Und dass dies nicht mehr auf so geistreiche Art wie einst geschieht, ist man mittlerweile gewöhnt, sollte mit Kenntnis der letzten Jahre somit eigentlich auch nicht mehr verärgern. Die Pathologin wird zwar immer noch recht austauschbar integriert, bekommt aber immerhin ein paar wenige Ausnahmemomente beschert, in welchen sie mal mehr als der Stichwortgeber sein darf. Gesellschaftliche Phänomene, wie extremistischer Veganismus und der Irrsinn rund ums Gendern werden in einzelnen Episoden sympathisch aufs Korn genommen, ohne all zu hart mit derartig asozialen Zeichen unserer Zeit ins Gericht zu gehen. Dafür ist die Serie auch viel zu sehr auf angenehm seichte Feierabend-Unterhaltung getrimmt, ein zu grimmiger Grundton, oder gar ein zu selbstgerechter a la "Der Tatortreiniger", würde "Hubert ohne Staller" nicht gut tun, zumal die Episoden einen oft gut gelaunt entlassen, so wunderbar wie sie nach wie vor unterhalten. 

Einen tatsächlichen Tiefpunkt gibt es diesmal nicht, einen wahren Höhepunkt aber ebenso wenig. Schön ist hingegen mit anzusehen, wie die Figur des Girwidz immer abwechslungsreicher dreist agieren darf und damit die Leere, die Staller hinterließ, immer besser auszufüllen weiß - zumindest wenn man erst einmal akzeptiert hat, dass es nie mehr so werden wird wie einst zu den Hochzeiten dieser wundervollen Serie.  OFDb

31.01.2021

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 9 (2019)

Kürzlich las ich in einer Leserbrief-Kritik in der Hörzu wie sehr die Qualität der Serie "Hubert und Staller" nachgelassen habe. Ich verstand zwar nicht den Vorwurf es würde alberner oder klamaukiger zugehen (ich weiß nicht mehr welches Adjektiv verwendet wurde), denn immerhin gehörte dies gerade in den Ur-Zeiten mit Helmfried von Lüttichau als Staller seit je her zum Serienrezept dazu, aber es bestätigte mich in meinen Erwartungen, nachdem mit der achten Staffel, in welcher der Titel erstmals "Hubert ohne Staller" war, die bislang schwächste abgeliefert wurde. Umso überraschter war ich, mit welcher Energie das neunte Jahr der Serie stattdessen daher kommt. Sie bietet allerhand interessanter Kriminalfälle, wundervolle humoristische Haupt- und Randelemente und bezieht endlich einmal wieder sämtliche Stamm-Figuren für die Geschichten wichtig, und damit wieder mit dem nötigen Respekt versehen, ein.

Yazid kommt wieder öfters vor und kommt in alter, krimineller Frische und Freche daher, nachdem sein Charakter im letzten Jahr eher der Pflicht wegen in einige Folgen hineingequetscht wurde. Hubert bekommt endlich wieder einige wenige emotionale Momente beschert, die dem alten Miesepeter als Gegengewicht sichtlich gut tun. Das bezieht sich doch noch überraschend auf die Pathologin Fuchs, nachdem man nach ihren ersten Auftritten von dieser Idee wieder abwich. Ob der Weg weiter verfolgt wird, ist jedoch unklar, da er gegen Ende der hier besprochenen Staffel bereits wieder einen Riegel vorgeschoben bekommt. Schade wär's, gerade als ironische Gegensituation zur Vorgängerin Licht, zumindest bekommt Frau Fuchs aber auch außerhalb des Hubert-Aspektes endlich mehr Beachtung geschenkt, war doch auch sie in Staffel 8 lediglich Stichwortgeberin ohne nennenswerte Auftritte. Staffel 9 zeigt hingegen wie sehr man darin bemüht ist, sie etwas abwechslungsreicher einzubringen, und man geht die Sache erfolgreich an, wie die vielen lustigen Situationen und Dialoge zeigen, in der man sie nun am Rande erstrahlen lässt. Auch die neue Chefin Frau Kaiser wird weit interessanter und sympathischer als zuvor eingebaut. Aus der pseudo-taffen, unpassend auf sexy getrimmten Vorgesetzten, wird ein durchdachter Charakter mit Ecken und Kanten, deren Job manchmal weit mehr dem einer Kita-Erzieherin gleicht, bei all dem Unsinn den ihre Leute verzapfen, als dem einer Polizeirätin. So wie mittlerweile eingebracht, kann sie meiner Meinung nach gerne Stammbesetzung der Serie bleiben.

Mag man Girwidz nun auch verstärkt jene kleinen Macken und Spinnereien zuschreiben, die typisch für Staller waren (so darf er u.a. sein Interesse für eine Sekte entdecken oder auf einem Hochsitz festsitzen), die Autoren vergessen jedoch nie seine alte Position und spielen immer wieder mit der Hoffnung des Mannes eines Tages in diese zurückkehren zu können - auch mal mit bösartigen Seiten versehen, wie beispielsweise eine Episode um eine entführte Frau Kaiser beweist. Als Neuzugang ist Christina Bayer am Start, welche leider die Tradition jedes Nachfolgers von Frau Wirth zugeschrieben bekommt austauschbar und lediglich niedlich besetzt worden zu sein. Warum in dieser Position nicht wieder versucht wird, wen Charakterstarkes zu kreieren, verstehe wer will, zumal dies wie aktuell besetzt charismatisch sicherlich möglich wäre. Die Figur der Barbara Hansen bleibt unverändert, funktioniert, wie in anderen Besprechungen erwähnt, in der Funktion als Besitzerin einer Bäckerei weit sympathischer als damals zu Beginn in jener als Reporterin, nimmt sich aber entweder eine Auszeit oder scheidet ganz aus der Serie aus. Die letzten Folgen laufen ohne sie, ersetzt von einer blassen Vertreterin und Yazid, der glücklicher Weise trotzdem weiter Unternehmer von "Ich mach alles" bleibt. Auch Riedels positive Weiterentwicklung bleibt bemerkbar, schauspielerisch hat er seit den Anfängen einiges dazu gelernt. 

Man darf sich also insgesamt positiv zu den Büchern und den Schauspielern äußern, findet die neunte Staffel doch zu einer Stärke zurück, welche mich die 16 Folgen in Rekordzeit hat verschlingen lassen. Lediglich die psychologische Raffinesse der Figuren und Situationen ist nicht mehr so intensiv vorhanden wie zu Bestzeiten, und die subtilen Töne diesbezüglich bezogen auf den Hubert-Charakter hat man leider mittlerweile vollkommen über Bord geworfen, ist der gute Mann doch nun innerlich endgültig so oberflächlich ausgefallen wie äußerlich, womit das besondere Etwas der Figur verloren geht. Mit Tramitz hervorragend besetzt gehört sie trotzdem noch immer zu den Highlights der Reihe, der Umgang mit dieser Figur zeigt jedoch, dass die Bücher längst nicht mehr so analytisch vielschichtig arbeiten wie einst. Da die Folgen kurzweilig sind, sich der Respekt den Charakteren gegenüber verbessert hat, die Fälle und zwischenmenschlichen Situationen interessanter erzählt sind und die Drehbücher noch immer genügend Intelligenz beweisen, ist die zweite Staffel ohne Staller jedoch längst nicht mehr nur das Trostpflaster der Stammzuschauer, wie es die beiden Vorgängerstaffeln noch waren. Und dass nach wie vor fleißig herumgealbert wird, finde ich im Gegensatz zur eingangs erwähnten Leserkritik gut. In einem Punkt muss ich der Wahrnehmung dieser jedoch zustimmen: man gewinnt nicht mehr den Eindruck einer Spielfreude am Set, welche noch die Staller-Zeiten signalisierten. Aber ohne Grund wird es ja sicherlich ohnehin nicht seit 2017 zu ständigen Wechseln in der Besetzung wichtiger Rollen gekommen sein.  OFDb

15.05.2019

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 8 (2019)

Man kann es kritisch als Geldmacherei und unkreativen Prozess betrachten, dass man nach dem Ausstieg einer Hauptbesetzung ein erfolgreiches Serienkonzept weiter führt, man kann aber auch die Herausforderung dahinter betrachten, den Versuch zu wagen eine lieb gewonnene Serie unter diesen Umständen weiter zu führen, anstatt sie zu Grabe zu tragen. Die Idee den ehemaligen Chef der Polizisten Hubert und Staller nach Stallers herzzerreißender Verabschiedung im dritten Spielfilm der Reihe "Eine schöne Bescherung" zu degradieren, um den karriereorientierten Egomanen mit dem desinteressierten Egomanen Hubert zu einen, besitzt seinen eigenen Reiz. Und dass das Ganze dann noch humorvoll in "Hubert ohne Staller" umbenannt wurde, zeigt auf, dass die charmante Mentalität der Serie nicht völlig verschwunden sein kann. Mit "Hubert und Staller - Staffel 7" gab es ohnehin erstmals einen Rückschritt in Sachen Niveau und Unterhaltungswert, die Serie war somit nicht mehr auf dem Hoch der wundervollen restlichen sechs Staffeln. Nach dem überraschend geglückten Weihnachtsspecial in alter Form ist das Ergebnis von "Hubert ohne Staller", welches meist aufgrund dessen, dass es trotz Namensänderung noch immer die selbe Serie ist, als "Hubert und Staller - Staffel 8" betitelt wird, dennoch manches Naserümpfen wert, denn nun hat man auch das Niveau der bislang schlechtesten Staffel, der siebten, unterboten.

Das liest sich bei solch gelungenem Konzept härter als das Ergebnis tatsächlich zu konsumieren ist, aber wenn man bedenkt zu wie viel mehr die Serie in der Lage war, ist es schon traurig dass man sie nur noch als unterhaltsam bezeichnen kann. Geistreich ist die Serie nur noch selten, treffsicher ist ihr Humor auch nur noch bedingt, und das psychologische Feingefühl geht immer weiter flöten, was gerade die Neubesetzungen, alte wie neue, beweisen. Die Pathologin bleibt weiterhin Stichwortgeber ohne Vertiefung eines Charakters. Die Frau aus der Polizeizentrale, die einem mit der Zeit doch noch sympathisch wurde, wird nun auch ausgetauscht, wenn auch mit Abschiedsfolge versehen und wird ersetzt gegen eine junge Frau, die ganz offensichtlich wieder näher an der Originalbesetzung orientiert wurde, was zwar aufgrund fehlender ebenso treffsicherer Charakterzeichnung nicht funktionieren will, aber dennoch keinen Grund zu klagen hinterlässt. Mag die blonde Neubesetzung auch blasser als ihre Vorgängerinnen erscheinen, so spielt sie doch souverän und wird in interessante Situationen eingesetzt. In die Nesseln gesetzt hat man sich hingegen mit der Neubesetzung der Revierleiterin, die ähnlich unsympathisch daher kommt wie einst Gruber als Reporterin, unglaublich taff und pseudosexy in Lederhosenoutfit daher kommen soll, aufgrund ihres starren Festhaltens unpersönlicher Chefpflichten aber nie das Herz oder den sympathischen Spott des Zuschauers erobern kann, schade.

So sehr das auch stören mag, die Drehbücher arbeiten inhaltlich gekonnt gegen diese Defizite, setzen Fehlbesetzungen in passende, aber auch wirksame Szenarien ein, so auch weiterhin Gruber als Bäckerin, und bescheren der Serie ohnehin interessantere Kriminalfälle als bisher, denn auf die kommt es nun an, wo der Dialogwitz zurückgeschraubt wurde und etwas zu viel auf Running Gags gesetzt wird, um zu überschatten, dass der Humorgehalt weit weniger psychologisch raffiniert daher kommt und sich stattdessen eher dem Massengeschmack anpasst. Dank der guten Hauptbesetzung bleibt die Serie dennoch lustig genug, aber ohne interessante Kriminalfälle, eine Zutat welche die ursprüngliche Serie nicht wirklich benötigte, wäre das Ganze dann doch zu dünn ausgefallen, so dass ein Besinnen auf interessantere und rätselhaftere Morde der Spätphase der Serie gut tut. Dass eine Figur wie Staller, mit ihren Fantastereien eine riesengroße Humorlücke hinterlässt, die keine der alten Figuren füllen kann, ist nicht zu übersehen, weshalb ein direkter Vergleich mit den bisherigen Folgen ungerecht ist. Letztendlich kann man die Entscheidung aber auch wertschätzen, nun keinen zweiten Fantasten aus dem Ärmel zu ziehen, was der Serie sicher noch weniger gut getan hätte.

Stattdessen orientiert man sich als Autor am Ur-Charakter von Girwidz neu, hat sichtliche Freude mit den Seitenhieben, dass er einst ein Chef war und mit seinem schwerfälligen Umgewöhnen dieser Situation, ebenso wie der sarkastische Humor Huberts nun variiert zu zünden weiß, da dieser weder Mitgefühl besitzt, noch zu Chefzeiten respektvoll Girwidz gegenüber war. Gleichzeitig entsteht dennoch herrlich subtil eingefangen eine Sympathie zwischen den beiden neuen Partnern, nun wo sie am gleichen Strang ziehen müssen. Auch die bereits in den vergangenen Staffeln zu bemerkende Mehrbeachtung des Riedelcharakters wurde beibehalten, in wirklich unterhaltsame Situationen gesteckt und nun zusätzlich ein eigener Anreiz entwickelt, dass Girwidz in Riedels Kopf immer noch sein Vorgesetzter ist. In der Abschiedsfolge der Polizei-Vorzimmerdame von Staffel 7 darf Paul Sedlmeier auf mehreren Ebenen beweisen, was mittlerweile in ihm steckt, lediglich der Gag einer Doppelrolle in einem Kriminalfall innerhalb eines TV-Seriendrehs wird ordentlich vergeigt, was jedoch nicht die Schuld des Darstellers ist, sondern des schwachen Drehbuchs, welches aus der wundervollen Ausgangssituation nichts herauszuholen weiß.

So gekonnt die Bücher auch Schwachpunkte auszubügeln wissen, zwischenzeitlich gibt es immer wieder mal schwächere Folgen (immer dann wenn die Kriminalfälle so schlicht ausfallen wie früher unter besseren Rahmenbedingungen üblich). Und mit dem Kriminalfall innerhalb von Klostermauern gibt es leider auch erstmals eine richtig schlechte Folge zu sichten, wo bislang doch noch jeder Teil der Reihe, selbst in schwächster Form, angenehme TV-Unterhaltung darstellte. Dies betrifft aber auch "Hubert ohne Staller", von besagter Folge, die einen unglaublichen Tiefpunkt inmitten einer noch gut funktionierenden Serie darstellt, einmal abgesehen, bereitet die einst als "Hubert und Staller" begonnene Serie bei etwas zurückgesetzten Erwartungen noch immer genügend Freude, um interessiert und gut unterhalten am Ball zu bleiben. Mit Episoden wie der Feuerwehrfolge, der Teamstärkungsfolge in den Bergen und ganz besonders mit der letzten Episode der hier besprochenen Staffel, weiß auch diese schwächste Phase der Serie Höhepunkte aufzuweisen, die an das alte Niveau anzuknüpfen wissen. Der Rest ist Unterhaltung im schlichterem Gewandt, mit dem man sich als Freund der Reihe eigentlich gut arrangieren kann, zumal ich den Eindruck hatte, dass die Verantwortlichen gegen Ende ein immer besseres Fingerspitzengefühl besaßen mit der neuen Rezeptur umzugehen. Es ist schön zu sehen, dass Girwidz auch direkt neben Hubert agierend zu funktionieren weiß und damit nicht nur mauer Lückenfüller für Staller geworden ist. Bei dem stets brillant agierenden Michael Brandner hätte mich das Gegenteil aber auch sehr gewundert.  OFDb

PS: Die angebliche Tochter Huberts wurde anbei nicht mehr weiter eingebaut, was ich aufgrund meiner im Review zum Weihnachtsspecial getätigten Aussagen für eine Fehlentscheidung halte, so gut wie sie der Hubert-Figur tat.

10.04.2019

WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT (2002)

Als Peter Thorwarth mit "Bang Boom Bang" einen großen Überraschungserfolg ablieferte, erinnerte er sich zur Fortsetzung seiner Ruhrpott-Trilogie an seinen 1997 abgedrehten Kurzfilm "Was nicht passt, wird passend gemacht" und zauberte aus diesem eine Langfilmversion. Diether Krebs, der im Original den Wiesenkamp mimte, war mittlerweile leider verstorben, also besetzte man dessen herrlich prollige Rolle mit Dietmar Bär, der seinem Vorgänger zwar nicht das Wasser reichen kann, aber ebenfalls eine großartige Leistung ablieferte. Die Raffinesse des Drehbuchs von "Bang Boom Bang" weiß Teil 2 besagter Trilogie nicht vorzuweisen, ganz im Gegenteil kommen seine Wendungen, gerade Richtung Finale, eher etwas künstlich gehalten daher, sich fast etwas episodenartig anfühlend. Hier bemerkt man das künstliche Strecken zum Erreichen einer Spielfilmlänge. Da Situationen und Charaktere allerdings so sympathisch comicartig ausgefallen sind wie im Vorgänger, verzeiht man das dem Film nur all zu gerne, zumal manch schräge Idee gerade erst in der gegen Ende völlig hoch geschwappten Übertreibung so richtig zu wirken weiß.

Was "Was nicht passt, wird passend gemacht" dem an sich besseren auf cool getrimmten Vorgänger voraus hat, ist seine Herzlichkeit innerhalb einer Erzählung, die in Sachen geistreichem Proletenhumor dem eigentlichen Rezept nicht im Wege steht und somit nicht das Ergebnis verwässert. Das liegt an Thorwarths Talent interessante, sich menschlich anfühlende Charaktere zu entwickeln, die einem trotz allerlei unangenehmer Eigenarten dennoch ans Herz wachsen. Er selbst übernahm die Rolle des Philip, was ich für die richtige Entscheidung halte, so kompatibel er mit der einzig wichtigen weiblichen Rolle zu harmonieren weiß und so gut wie er als Autor und Regisseur seine eigenen Figuren versteht. Ralf Richter stand ihm in Sachen Schauspiel beratend zur Seite, so dass es bezüglich seiner Leistung vor der Kamera nichts zu meckern gibt. Der romantische Aspekt weiß zu ergreifen, läuft jedoch nicht als Fremdkörper parallel zum Hauptgeschehen, sondern wird Teil von diesem, und dies, wie erwähnt, ohne dem Restkonzept dabei im Weg zu stehen.

Die Geschichte selbst besteht wieder aus allerhand interessanten und lustigen Wendungen, ist an sich aber schon fast egal zu nennen, so viel Freude wie es macht dem schrullig proletischen Figurenmeer bei ihrem alltäglichen Treiben zuzusehen. In jeder Rolle gut besetzt, wissen die Darsteller das pointenreiche Drehbuch bestens zu unterstützen, welches gelegentlich auch Richtung Bildungsbürger ausschlägt, meist aber aufgrund kenntnisreicher Wiedergabe des Arbeiteralltags und seiner zitierwürdigen Dialoge zu begeistern weiß. Hier darf jeder überagieren, alles andere wäre ein Fehler, und man glaubt in der Mentalität des Streifens wiederzuerkennen, dass Thorwarth bekennender Hallervorden-Fan ist, auch wenn dieser nie solch eine Komödie gedreht hätte. "Camper" Willi Thomczyk überrascht als passende Besetzung, auch wenn er schauspielerisch nicht viel leisten muss, Ralf Richter weiß zu wirken wie immer, Hilmi Sözer wird funktionierend eingesetzt, Alexandra Maria Lara ist ein unglaublich süßer, natürlich wirkender, Glücksgriff, und der leider nur in einer Nebenrolle besetzte Michael Brandner, den ich seit "Club Las Piranjas" immer wieder gerne sichte, brilliert in seiner Rolle, wie man es von ihm gewohnt ist.

Im direkten Vergleich kann "Was nicht passt, wird passend gemacht", trotz des Pluspunktes einer funktionierenden, romantischen Gefühlsebene, nicht an den sich eigentlich kühler anfühlenden "Bang Boom Bang" heran reichen, dafür ist das Drehbuch nicht raffiniert genug ausgefallen. Im Gegensatz zur gleichnamigen Kurzfilm-Vorlage, hat der Langfilm jedoch die Nase deutlich vorne und ist ohnehin aufgrund seiner treffsicheren Komik und seiner hervorragend funktionierenden Figurennähe ein würdiger zweiter Teil der Ruhrpott-Trilogie Thorwarths. Es ist schade dass der Abschluss mit "Goldene Zeiten" völlig anders ausschlägt und auch bei anderer Orientierung bei weitem nicht so gut zu funktionieren weiß wie die beiden kompatiblen Vorgänger. Aber was soll man jammern, wenn einem zuvor doch zwei so wundervolle Komödien vorgesetzt wurden, wie sie in dieser Mentalität auch nur aus Deutschland stammen konnten? Ich gucke beide Filme immer wieder gerne, und demnächst werde ich auch mal Thorwarths erst 2014 nachgereichten "Nicht mein Tag" antesten, auch wenn dieser auf den ersten Blick zunächst einmal eher wie ein zweiter Versuch ausschaut am Erfolg von "Bang Boom Bang" anknüpfen zu wollen. Der hier besprochene Film bekam ein Jahr nach seinem Erscheinen anbei noch eine gleichnamige TV-Serie beschert. Über deren Qualität ist mir allerdings nichts bekannt.  OFDb

27.12.2018

HUBERT UND STALLER 3 - EINE SCHÖNE BESCHERUNG (2018)

Nach sieben Jahren "Hubert und Staller" sagt Staller-Darsteller Helmfried von Lüttichau Adieu und gibt seinen Abschied im dritten Spielfilm der Reihe. Das geht alles flotter als vermutet, seine Anwesenheit in "Eine schöne Bescherung" ist überraschend gering ausgefallen, allerdings beweist das Weihnachtsspecial mit dieser Herangehensweise bereits vor dem Fortführen der Serie unter dem neuen Titel "Hubert ohne Staller", dass die Serie auch unglaublich gut ohne die grandiose Figur des Staller funktionieren kann. Nach der etwas schwächelnden siebten Staffel gleicht das einem Weihnachtswunder, zumal viel vom Personal im Laufe der Zeit ausgetauscht wurde, und dies in allen Fällen nicht gerade von Vorteil. Zumindest Lena Winter, als weibliche Verstärkung im Polizei-Team, erhält, ebenso wie gegen Ende der letzten Staffel, mehr Profil und wird zu einer angenehmen Begleitung der Restbesetzung. Dennoch verblasst ihre Darstellerin Klara Deutschmann unfairer Weise neben dem grandiosen Spiel von Tramitz und Brandner, aber dieses Schicksal teilt mit ihr der von Anfang an dabei gewesene und immer besser agierende Paul Sedlmeier. Die Figur des Yazid fällt diesmal aus, was schade zu nennen ist, nach seinen tollen Auftritten im Spielfilm "Hubert und Staller 2 - Unter Wölfen".

"Hubert und Staller 3 - Eine schöne Bescherung" beweist neben dem guten Funktionieren ohne Staller zudem, dass die wundervolle Nebenfigur des Girwidz sich auch hervorragend als Hauptfigur eignet. Als ich erfuhr, dass er es ist, der demnächst mit Hubert zur Fallaufklärung im Auto unterwegs ist, war ich zunächst kritisch, aber es scheint zu funktionieren, vorausgesetzt die Autoren arbeiten so beispielhaft wie in diesem Film und nicht so fehlerhaft wie in der etwas schwächeren siebten Staffel. Die Fehler, die dort mit der Hubert-Figur begangen wurden, sind hier im Weihnachtsspecial glücklicher Weise nicht mehr zu entdecken, stimmt doch die Psychologie der Figur wieder. Zudem scheint man zu begreifen dass nach dem Ausscheiden der Ex-Frau des mürrischen Ermittlers aus der Serie der Charakter Hubert dringend einen emotionalen Nebenpol benötigt, um nicht einzig ein maulender Miesepeter zu sein. Dementsprechend gut tut der Figur und dem Film das eher plump klingende Einbringen einer Tochter Huberts, von der man nach dem offenen Schluss im Film nur hoffen kann, dass sie als wichtige Person für "Hubert ohne Staller" bestehen bleibt.

Durch sie für einige Momente aus der Gefühlslethargie gerissen, ist es schön mit anzusehen, dass es Hubert ist, der dem arbeitstreuen Staller nahe legt dem Herzen zu folgen und sein Leben in Rom weiter zu führen. Ein wortloser Abschied beider, in einem wunderschönem symbolischen Trennen beider Lebenswege, rundet den Abschied Stallers ab, so dass man definitiv von "Eine schöne Bescherung" behaupten darf, dass er in seinem etwas größer als sonst ausgefallenem Bereich der Seifenoper treffsicher emotional zu funktionieren weiß. Das liegt aber freilich auch am stets trotzdem rational bleibendem Drehbuch, schließlich wird es nie kitschig oder geistlos. Analytisch stimmt weiterhin alles, und da auch der trockene Humor stets geglückt und in häufiger Präsenz mit von der Partie ist, kann der gefühlvolle Part überhaupt nicht zu einer unangenehmen Entgleisung der Erzählung werden. Zudem funktioniert der Kriminalpart selbst, der nicht nur äußerst mysteriös ausgefallen ist, sondern auch zum Mörderraten einlädt, so dass man den dritten Spielfilm wahrlich als gelungen bezeichnen kann. Jetzt sind meine hohen Erwartungen von einst zurück, so dass ich nun ernsthaft hoffen kann, dass "Hubert ohne Staller" so gut funktionieren wird wie der hier besprochene Vorgänger. Trotzdem wäre es der Idealfall für die Serie, wenn Staller nach nicht all zu langer Pause wieder zurück käme. Diese Figur machte stets viel am Gelingen der Reihe aus.  OFDb

26.05.2018

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 7 (2017)

Mag es auch einige zu bereinigende Fehler in den ersten zwei Staffeln gegeben haben, "Hubert und Staller" war von Beginn an eine überdurchschnittliche TV-Serie, gerade mit Blick auf ihre Entstehungszeit, und konnte sich bis Staffel 5 von ihrer Klasse her stetig steigen. Staffel 6 wiederholte das hohe Niveau ihrer Vorgängerstaffel, obwohl man auf eine Figur der Anfänge der Serie zurückgriff, die der Krimi-Reihe einst nicht gut tat. Dank einer Neupositionierung dieser Person und dem richtigen Einsetzen dieser, wurde sie zwar nicht zum Gewinn des Gesamtkonzeptes, aber zu einer tolerierenden Nebensächlichkeit, die gelegentlich den zu erzählenden Geschichten gar Mehrwert bescheren konnte. Glücklicher Weise kann man dies auch über ihr Wirken in Staffel 7 berichten, Barbara Hansen wirkt erneut nie wieder so grausig wie zu ihren Zeiten als Journalistin.

Leider haben sich stattdessen einige andere Ärgernisse in die Serie eingeschlichen, die nicht nur erstmals zu einem Rückschritt im Unterhaltungswert führen, sondern in ihrer Gesamtheit "Hubert und Staller" zu einer etwas zu routinierten Krimiserie degradieren - eine die zwar noch immer auf sympathische Art und Weise zu gefallen weiß, aber die Raffinesse der vergangenen Jahre und das gewisse Fingerspitzengefühl für den besonderen Moment verloren hat. Erneute Wechsel in der Besetzung sind einer der Gründe für diesen Qualitätsverlust. Sonja Wirth und Anja Licht werden ersetzt, dies zwar mit angenehmen Mimen und durch Figuren mit sympathischen Touch, aber ohne die Besetzung tatsächlich durch Besonderheiten zu bereichern. Ärgerlich kommt hinzu, dass durch das Fehlen von Frau Dr. Licht der Figur des Hubert der Gegenpol zu seiner Ignoranz genommen wird, jene Seite, die ihm unterschwellig Menschlichkeit und Tiefe bescherte, und die dafür sorgte, dass seine unsensible Art in ihren unbegrenzten Momenten um so mehr wirken konnte.

Aber ohnehin scheint man die Figur des Hubert nicht mehr zu begreifen. Nicht nur dass seine Ignoranz nun keinen Gegenpol mehr beschert bekommt (mit Ausnahme eines kurzen Momentes, in welchem sich der Polizist Sorgen um seinen Partner macht), in kleinen, versteckten Nebensächlichkeiten wird aus dem ehemals belesenen und weit weniger oberflächlichen Menschen als es nach außen schien nun auch innerlich ein Ignorant. Hubert ist bei weitem nicht mehr so belesen und prinzipienkorrekt eingestellt wie stets subtil in Unauffälligkeiten angedeutet wurde. Nun redet er selber häufig dummes Zeug, lügt auch mal um zu imponieren, oder setzt auf Unsinnigkeiten, die ihm früher nichts bedeutet hätten. Dies alles ebenfalls nur in Nebensächlichkeiten auftauchend, so dass es nur den Stammzuschauer, der es sehr genau nimmt, verärgern kann, aber doch gravierend genug, dass der gut beobachtende Zuschauer sich über eine solche Charakterveränderung ärgern kann, zumal Hubert damit zum Meckerzausel mit weit weniger ausgleichenden Sympathien wird.

Aber nicht nur auf dieser Ebene funktionieren die Drehbücher nicht mehr so gut wie früher. Manche Sprüche wirken aufgedrückter und weniger realistisch in den stets menschlich gehaltenen Polizeialltag integriert, Staller bekommt weit weniger Macken zugeschrieben als es üblich war und insgesamt dümpeln die meisten Episoden eher seicht vor sich hin, anstatt wahres Interesse zu entfachen. "Hubert und Staller" war noch nie die Art Krimi-Serie, die mit außergewöhnlichen Kriminalfällen zu faszinieren wusste, es war gerade die Stärke der Reihe die Ermittlungen fast wie Nebensächlichkeiten anfühlen zu lassen, eben weil die Charaktere und ihre Mimen so hervorragend zu funktionieren wussten. Da es an dieser Seite nun bröckelt, wird die Banalität der zu durchschnittlich angegangenen Kriminalhandlungen aber nun zu einer Schwäche der Reihe, eine die noch nicht all zu schwer schadet, aber doch mehr denn je ins Auge fällt. Als stärkste Ideen der 7. Staffel darf Girwidz' Wandel ins Coole gelten, wenn er in der letzten Episode einem Schriftsteller imponieren möchte, und auch der Abschied von Frau Dr. Licht ist großes Kino und beschert Hubert ein letztes Mal wahre Tiefe.

Es erfreut, dass auch inmitten der angegangenen Defizite "Hubert und Staller" routinierter umgesetzt noch immer so gut zu unterhalten weiß, aber dass es in so kurzer Zeit einen solch rapiden Qualitätsverlust gab, darf den Stammzuschauer schon zu recht enttäuschen. Und scheinbar wird es nicht besser, kündigte Helmfried von Lüttichau kürzlich doch seinen Abschied von der Reihe an, die künftig als "Hubert ohne Staller" fortgesetzt wird, mit Girwidz an der Seite Huberts bei den Ermittlungen. Bis es so weit ist beschert uns die ARD aber zunächst noch ein Weihnachtsspecial auf Spielfilmlänge mit Staller, und dessen Ausstieg soll wohl nicht ohne die Möglichkeit zur Rückkehr angelegt sein. Mit Blick auf diese Informationen macht es nicht Mut zu hoffen, dass die hier besprochene Staffel ein Ausrutscher bleibt. Ganz im Gegenteil scheint dies der Anfang vom Ende zu sein. Ich stelle mich zumindest innerlich erst einmal auf einen weiteren Qualitätsverlust in der 8. Staffel ein, lasse mich aber gerne positiv überraschen.  OFDb

27.12.2017

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 6 (2017)

Zwar gibt es diesmal nicht mehr, wie bislang, eine Qualitätssteigerung von Staffel zu Staffel zu vermelden, aber das sechste Jahr „Hubert und Staller“ kann locker mit dem fünften mithalten, zumal sich stilistisch ohnehin so gut wie nichts verändert hat. Wie gehabt stehen lustige Situationen über dem zu ermittelnden Mordfall, was nur dann stört, wenn gerne Mal gegen Ende ein Fall zu schnell beendet ist, ohne dass man die Reaktionen von Hinterbliebenen und anderen Gastfiguren miterleben darf. Das geht aufgrund des hohen Unterhaltungswertes und des hoch anvisierten Niveaus der Reihe aber vollkommen in Ordnung, wann darf man schließlich im deutschen TV eine derartige Qualität in unseren heutigen Zeiten entdecken, wie sie hier serviert wird?

Von daher will ich auch gar nicht groß klagen, auch nicht darüber, dass Monika Gruber als Barbara Hansen zurückkehrt, jene Figur, mit der man bei ihrer damaligen ungenannten Verabschiedung den wichtigsten Störbalast der Reihe über Bord geworfen hatte. Nun ist ihre Rolle kleiner gehalten, und in einer Bäckerei tätig, anstatt als Reporterin (wenn der Wandel auch nicht glaubwürdig eingefangen wird) nervt sie weit weniger als in ihrer selbstüberschätzten Art als Schnüfflerin für die Presse. Teilweise darf sie gar positiven Einfluss auf die Handlung nehmen. Sympathisch sieht anders aus, aber zumindest findet die Figur sich endlich im Hubert und Staller-Universum ein. Damals wirkten ihre Auftritte wie ein Stilbruch in einem ansonsten gut geölten Laufwerk.

Positiv ist hervorzuheben, dass die Autoren es erneut geschafft haben sich beim Einbringen der festen Randfiguren zu verbessern. Noch nie fügten sich die Kollegen und Wegbegleiter der beiden Ermittler derart gut in die zu erzählte Geschichte ein wie es mittlerweile der Fall ist. Sonja darf mehr denn je mitermitteln, Yazid nervt immer weniger mit illegalen Taten, so dass der interessante Restcharakter der Figur wieder mehr in den Vordergrund treten kann, und Riedel wird endlich zur brauchbaren Randfigur, zumal die Schauspielleistung seines Darstellers gestiegen ist, so dass er vom Talent her nicht mehr so auffällig neben den professionellen Mimen abfällt. Girwidz ist nach wie vor die lustigste und am besten verkörperte Figur neben den Titelhelden und wird nach wie vor in wundervolle Situationen katapultiert.

Viel mehr gibt es aus Wolfratshausen nicht zu berichten. Die Autoren toben sich weiterhin gekonnt aus, beachten nach wie vor die Psychologie ihrer Figuren und bleiben sich somit ihrem hohen Niveau treu. Immer wieder schaffen sie es Staller neue Spinnereien anzudichten (so darf er diesmal beispielsweise eine Folge im Rollstuhl verbringen), mit angedeuteten Annäherungen zwischen Hubert und Anja ist auch für das nötige Kribbeln im Soap-Bereich gesorgt (was glücklicher Weise fast im Stillstand-Modus abläuft), und als kreativer Höhepunkt der Staffel darf wohl die letzte Folge gelten, in welcher man sich den Spaß erlaubte Hubert nach einem Unfall fünf Jahre in der Zukunft aus dem Koma erwachen zu lassen, wo ihn ein furchterregender neuer Alltag erwartet. Egal wieviel von dieser Serie gedreht wird, es ist immer zu wenig und stillt nicht meinen nimmersatten Hunger nach mehr. Somit freue ich mich jetzt schon auf die siebte Staffel, wissendlich dass ich wieder einmal ein Jahr ungeduldig auf ihre DVD-Veröffentlichung warten muss.  OFDb

13.11.2016

HUBERT UND STALLER - UNTER WÖLFEN (2016)

Der zweite als TV-Special zur Serie „Hubert und Staller“ erschienene Spielfilm des lustigen bayrischen Ermittler-Duos schaut sich im Gegensatz zu „Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“, dem ersten Fall auf Spielfilmlänge, nicht mehr wie eine Doppelfolge, sondern tatsächlich wie ein Spielfilm, was daran liegt dass der Fall gar nicht erst dem üblichen Musteraufbau eines Serienfalles folgt, sondern bereits in seiner Anfangssequenz ganz anders ansetzt. Somit ist „Hubert und Staller 2 - Unter Wölfen“ nicht nur ein oller Ermittlungs-Ausflug zweier Dorfpolizisten in die große Stadt, sondern hat zudem auch einiges mehr zu bieten.

Der Kriminalfall selbst ist nicht gerade kniffeliger Natur, stehen die Schurken doch eigentlich früh fest. Aber der Weg zum Ziel wird zum Hingucker, nicht nur aufgrund der herablassenden Augen städtischer Kollegen, die sich bei jedem Patzer bestätigt fühlen, sondern auch weil der so bescheiden klingende Kriminalfall doch über ungewöhnliche Zusatzsituationen gelöst wird. Eines der Highlights ist dann schließlich der Abstecher von Hubsi und Hansi in ein Strip-Lokal, wo Staller nach einer Dosis Kokain ordentlich abdreht, was sich lediglich als Alibihaltung sich endlich einmal wie Sau benehmen zu dürfen entpuppt, hat der gute Mann doch lediglich Traubenzucker geschnupft. Das sind die Stallermomente, die man als Fan der Reihe sehen möchte.

Kleine Randideen wie der Ausschluss Riedels vom Geheimaspekt des Falles und der neue Zuschuss zum Fuhrpark lockern die ganze Chose nebenbei ein wenig auf. Die wirklich große Überraschung am zweiten Spielfilm ist jedoch das Einbringen der sich seit Staffel 2 so schlecht entwickelten Rolle Yazids, die endlich wieder zu wirken weiß, vielleicht noch fragwürdiger charakterisiert wird als üblicher Weise, aber in Sachen Humor und Einfluss auf den Kriminalfall deutlich zu punkten weiß, so dass es eine überraschend erfreuliche Idee ist den bayrischstammigen Türken einmal etwas mehr hervorzuheben als üblich.

„Hubert und Staller - Unter Wölfen“ spart nicht gerade an Besonderheiten. So darf ein Nebenplot schließlich sogar dazu führen, dass Hubert ins Gefängnis muss. Überfrachtet guckt sich der Spielfilm dadurch keineswegs, vielmehr wusste man mit diesen Mitteln die Laufzeit von 90 Minuten besser zu nutzen als im ersten Spielfilm, zumal derartige Zusatzideen stets vom Drehbuch nachvollziehbar eingearbeitet werden.

Das Verständnis für Situationen und Charaktere bleibt somit auch im zweiten Spielfilm der Pluspunkt der „Hubert und Staller“-Reihe, sitzen hier doch Autoren am Werk die psychologische Zusammenhänge verstehen, tiefere Charaktere schaffen und das Ganze trotzdem lockerleicht aufbereiten, ohne dem Zuschauer auch nur im Ansatz mühsame Kopfarbeit zu bescheren. Die Tiefe der Reihe entdeckt ohnehin nur der aufgeweckte Zuschauer, und dies ist beim hier besprochenen Kriminalfall glücklicher Weise nicht anders. Eventuell hätte man die städtischen Kollegen etwas weniger schurkisch darstellen können, andererseits unterstützt deren offensichtliche Zwielichtigkeit den Comic-Charakter der Serie.  OFDb

12.11.2016

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 4 + 5 (2015)

„Hubert und Staller“ gehört nicht nur zu den wenig sehenswerten, da geistreich ausgefallenen, deutschen Fernsehserien des laufenden Jahrtausends, sie wird auch von Staffel zu Staffel besser. Hatte man sich in den Vorgängerstaffeln so nach und nach von lästigen Randfiguren befreit, die dem lockeren Ablauf der Ermittlungen zu viele pflichtmäßge Zwischenstopps bescherte oder der Serie kurzfristig ihre Sympathie raubte, so darf man in Staffel 4 angekommen bemerken, dass nun der Drang der Vorgängerstaffel, sich reißerischeren Themen zuzuwenden, immer mehr abgebaut wird, so dass sich die beiden Ermittler meist wieder auf klassische Mordfälle konzentrieren können.

Die Nebenfiguren haben die Autoren nun völlig für sich entdeckt. Sonja wird mehr in die Kriminalfälle involviert und hat sich auch charakterlich nun interessant eingependelt, und der etwas mager spielende Paul Sedlmeir wird mehr gefordert, da seine Figur nun in interessantere Situationen gesetzt wird. Die Kabbeleien mit Anja Licht verlieren nicht ihren Reiz, womit die Rolle so charmant bleibt wie gehabt, mit Plappermaul Sabine wurde ich endlich warm, ich habe aber auch das Gefühl dass sie von der Kamera mittlerweile niedlicher eingefangen wird als zuvor. Einzig mit „Ich kann alles“ Yazid kann ich nach wie vor wenig anfangen, den hätte man zurück an den Dönerspieß setzen sollen, wo er als Mitgrübler für mich wertvoller eingesetzt war. Glücklicher Weise wurden seine Auftritte halbewegs reduziert, womit er nicht mehr ganz so Störfaktor wie bisher ist.

Interessant ist auch, dass sich der Einblick auf die Hauptcharaktere immer mehr detailiert. Gerade Huberts Hintergründe werden immer weiter offen gelegt, die aus dem menschenscheuen Asozialen einen gebildeten Verdrossenen mit Hang zum Sarkasmus macht, womit er ein Gegenstück zum stets optimistischen, ungebildeten Staller setzt, der mehr redet und im Gegensatz zu Huberts durch Wissen fundierte Aussagen lediglich Behauptungen in den Raum wirft und auch noch pampig wird, wenn diese widerlegt werden.

Stallers Hang zu besonders dämlichen Situationen wird immer mehr ausgekostet. Von solch herrlich albernen Ideen, wie mit halber Stimme krächzen, über solch bizarrer Ideen wie ständig Frauen zwicken zu wollen, um zu testen wie glatt die Haut ist, ist allerhand Einfallsreiches dabei, was Staller immer wieder zum Freak degradiert, was durchaus passt, so oberflächlich wie seine stets nur kurzfristig laufenden Interessen für alles sind, wohingegen Hubert ganz feste Interessengebiete hat und Stallers Anbiedern an aktuelle Themengebiete und auch Frauen für ziemlich primitiv hält.

Somit funktioniert die Identifizierung mit Hubert immer besser, den man als sozial verdossen, da von der Welt enttäuscht, bezeichnen könnte, was aber auch daran liegt, dass Hubert seit Jung an immer den Weg des geringsten Widerstandes geht. Trotz seiner negativen Eigenschaften versteht man jedoch immer mehr sein genervtes Reagieren auf den arg anstrengenden Partner Staller, dessen Bauchgefühl jedoch oft beim Lösen der Fälle hilft und dessen Freundlichkeit und Geduld gegenüber Hubert ihn trotzdem zu einer Art Freund macht, sollte es für Hubert so etwas überhaupt geben. Zumindest bekommen wir immer öfter seine herzlichen Facetten zu spüren, z.B. im Umgang mit Kindern.

Girwidz bleibt was er war, der egoistische Chef, dem es stets mehr um Politik als um gute Arbeit geht, ein Mann der es liebt Chef zu sein und dabei möglichst wenig zu tun hat, ein Mann der lieber privaten Vorteilen nachgeht anstatt Teamplayer zu sein. Wie gehabt leidet er an jeder Chefkrankheit die man in höherer Position haben kann, aber es ist zu erkennen dass er sich mehr und mehr mit seinem Team identifiziert, und so langsam wächst auch der Respekt vor Hubert und Staller, was bei deren erfolgreicher Aufdeckungsquote auch Not tut. Dementsprechend ergreifend ist tatsächlich ein Moment, in welchem nach einem sehr dramatisch Fall den beiden mit den Worten „gute Arbeit“ erstmals ohne Wenn und Aber zum Abschluss von Ermittlungen gratuliert wird, was freilich nur der Stammzuschauer emotional nachempfinden kann.

Die Fälle bleiben interessant wie gehabt, die Humorquote bleibt konstant treffsicher und glücklicher Weise vernachlässigt man es trotz näherem Beleuchten der Charaktere weiterhin in so etwas wie Seifenopermomente abzurutschen, die gibt es nach wie vor nicht, da Privates ohnehin nur gestreift wird, und selbst dies ist nur selten der Fall. Die Charaktervertiefungen geschehen weiterhin über unauffällige Momente, dank unaufdringlicher Drehbücher, die vom Zuschauer erwarten selbst zu beobachten. Etwas schade finde ich es, dass mit Staffel 5 der Running Gag um das gute Wetter in Wolfratshausen über Bord geworfen wurde. Diese Staffel spielt erstmals im Winter (abgesehen vom Film „Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“, der den Winter noch als Insider Gag nutzte). Glücklicher Weise geht ansonsten vom Comic-Charakter der Serie nichts verloren, ganz im Gegenteil sogar, wie die immer extremeren Besonderheiten um Staller zeigen.  OFDb

HUBERT UND STALLER - DIE INS GRAS BEISSEN (2013)

„Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“ ist ein TV-Special zur Fernsehserie „Hubert und Staller“, angesiedelt zwischen der dritten und der vierten Staffel, gilt laut DVD offiziell jedoch als Doppelfolge, ist aber als Spielfilm umgesetzt. Zwar schaut sich dieser erste Spielfilm des bayrischen Ermittlerduos tatsächlich wie eine Doppelfolge, sprich das wahre Gefühl eines Spielfilms weiß dieses Special nicht einzufangen, aber zumindest ist es dem Stammregisseur der Reihe Wilhelm Engelhardt gelungen das Ergebnis nicht wie eine zu lang gestreckte Folge wirken zu lassen. Zugegeben, gegen Ende lässt die Humorquote aufgrund der Täteraufdeckung immer mehr nach, aber „Die ins Gras beißen“ guckt sich in seinen kompletten 90 Minuten trotzdem flott und entspannt, also genau so wie man es von der überraschend positiven Serie gewohnt ist.

Stammzuschauer dürfen schmunzeln, dass das TV-Special im Winter spielt, spielte die Serie bislang geradezu comicartig immer bei gutem Wetter. Dem Film schadet dies nicht, „Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“ will nichts eigenständiges sein und fängt das Herz der Serie gekonnt ein. Die Ausnahme ist als Insider-Gag gedacht, und der Fan weiß dies zu würdigen. Wer Außenstehendes wird dies nicht bemerken, womit sich für Neulinge der Reihe keine Lücke auftut. Wirklich kennen muss man die Serie nicht um Spaß mit dem Spielfilm zu haben. Schnell ist man in die Rahmensituation eingeweiht, während Running Gags unauffällig am Rande plätschern.

Glücklicher Weise ruht sich das erste TV-Special nicht darauf aus aus einem Kriminalfall zwei zu machen. Die Verwicklungen der einzelnen Fälle in Kombination mit der Girwidz-Situation sind vom Drehbuch gekonnt interessant aufbereitet. Erst gegen Ende erweist sich alles Geschehene selbst für einen kleinen Ort wie Wolfratshausen als in zu engem Rahmen zusammengehörend, ein paar weniger Zufälle hätten der Geschichte gut getan. Allerdings erkrankt der Film damit an einer unangenehmen Entwicklung, die sich bei „Hubert und Staller“ bereits in der dritten Staffel abgezeichnet hat, ein Ärgernis über das man dort aufgrund eines schwerwiegerenden anderen Drehbuchproblems hinwegsehen konnte, wohingegen besagte Schwäche im Film um so gravierender wirkt.

Da ist es gut dass „Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“ ebenso wie die dazugehörende Serie lediglich leichte Unterhaltung für nach den Feierabend sein soll, so dass man aus solchen Fehlern keine Affäre machen muss, zumal die Humorquote stimmt, der Kriminalfall recht interessante Wege geht und Story wie Charaktere nach wie vor wesentlich mehr Tiefe besitzen als man auf dem ersten Blick vermuten würde. Und allein die wunderbare Besetzung von Girwidz Vorgesetztem reißt einiges wieder heraus. Oliver Nägele spielt wundervoll hassenswert, und die Autoren schaffen es herrlich verschmitzt um das wahre Anliegen des baldigen Rentners ein Neugierde weckendes Geheimnis zu machen.  OFDb

22.10.2016

HUBERT UND STALLER - STAFFEL 1 - 3 (2011)

Ermittelten „Derrick“ und „Der Alte“ noch auf hochdeutsch, da erlebt man in der humoristischen Krimi-Serie „Hubert und Staller“ die Ermittler und ihr Umfeld auf bayrisch, was den ein oder anderen davon abhalten könnte einzuschalten. Dann verpasst man jedoch eine der charmantesten deutschen Fernsehserien der letzten Jahre, die nicht nur mit einer ungewöhnlichen und intelligenten Charakterzeichnung daher kommt, sondern auch den Mix aus interessantem Kriminalfall, sowie lautem und subtilen Humor gekonnt beherrscht und trotz, bzw. mittels comichafter Übertreibung stets aus menschlicher Perspektive erzählt ist.

Das bedeutet, dass die Ermittler keine überkorrekten und lebensfremden Beamten sind, sondern Menschen wie Du und ich, die ebenso über die Tücken des Alltags stolpern wie jeder andere auch. Der Mix aus Ahnungslosigkeit, Naivität und Professionalität verhindert in der Charakterisierung der Hauptfiguren jede Form von Stereotyp, zumal die Figuren analytisch tief greifen und auch von ihren Widersprüchlichkeiten profitieren. Dass ein Phantast auch ein festgefahrener Spießer sein kann, beweist die Figur des clowneresken Staller, wohingegen der menschenscheue Hubert ein verschlossener Typ ist, außer wenn es darum geht andere zu kritisieren, zu beleidigen oder zynische Sätze loszulassen. Unsensibel sind sie beide, und zwischen ihnen herrscht so eine Art Hassliebe, eher von der Pflicht aneinander gebunden als vom menschlichen Faktor her, aber doch meist zusammenhaltend und als Team agierend.

Lebte die erste Staffel charakterlich fast ausschließlich von ihnen und dem von Michael Brandner so gekonnt verkörperten Chef Girwidz, der wahrlich unter allen Chefrankheiten leidet, welche Arbeitnehmer so gar nicht mögen, so entfalten sich die Nebenfiguren in den kommenden zwei Staffeln schließlich auch noch, bis man schließlich ein komplett charmantes Team beisammen hat, welches selbst in schächer ausgefallenen Folgen, die aber nur sehr rar gesät sind, dafür sorgen, dass die 45 Minuten trotzdem noch genügend Spaß bereiten um das Einschalten nicht zu bereuen.

Einige unnötige Regelmäßigkeiten in Staffel 1 verhinderten, dass dieser Idealzustand zuvor auftreten konnte. So gab es serielle Pflichten, die es pro Folge abzuarbeiten gab, die den flüssigen Verlauf der Erzählung unangenehm unterbrachen. Allen voran wäre der merkwürdige Angelpartner Huberts zu nennen, der stets pseudo-intelluktelle philosophische Denkansätze zu den Kriminalfällen äußerte und nach Staffel 1 glücklicher Weise nie mehr gesehen war. Das zweitgrößte Hindernis guter Unterhaltung, die äußerst unsympathische Reporterin Hansen, wird man erst in Staffel 3 komplett los, allerdings kommt sie bereits in Staffel 2 nicht mehr so dominant vor wie in der etwas ruckelig ausgefallenen, aber trotzdem schon stark sympatrhischen Staffel 1.

Selbst der Polizeichef wird in dieser ersten Season noch relativ monoton eingebracht, was den von mir so gern gesichteten Michael Brandner sichtlich unterfordert. Und auch die Kabbeleien zwischen Hubert und seiner Ex-Frau, der Pathologin Licht, fallen zunächst arg flach und vordergründig aus, bevor sie später verspielt, subtil und doch nur halbehrlich umgesetzt werden, was gerade durch letztgenannten Punkt zu einer interessant emotionalen Spannung zwischen beiden führt. Einzig der Türke Yazid hat es in Staffel 1 mit seiner Dönerbude in der Einöde besser erwischt als später als selbstständiger, halblegaler und semi-professioneller Unternehmer, so dass er später eher nervt anstatt, wie zuvor, die Ermittlungen mit trockenen Kommentaren zu bereichern.

Die Fälle selbst schwanken zwischen sehr interessant und mittelmäßig, ein uninteressanter war bislang nicht dabei, und selbst die mittelmäßigen werden aufgrund der Ermittlungshemmnisse, bzw. dem Beheben dieser durch neue Erkenntnisse, meist aufgefrischt und damit interessanter gestaltet als sie eigentlich sind. In Staffel 3 neigt man leider etwas zu sehr dazu reißerische Themen aufzugreifen, was sich aufgrund des relativ kleinen Radius, in welchem sich die Polizisten bewegen, arg unglaubwürdig guckt. Zwar hat man nicht das Problem eines „Mord mit Aussicht“, dass die Quote der Verbrechen nicht zur Umgebung passt, das verhindert allein schon der comichafte Grundton, aber dass ab Staffel 3 immer wieder Hintergründe wie Geldfälscherei, mafiosische Machenschaften oder illegaler Wildhandel, um nur ein paar zu nennen, aufgedeckt werden, überspannt den Bogen dann doch.

So schaut sich die Serie immer dann am wirksamsten, wenn es einen ganz normalen Mord aufzuklären gibt, und da dies in der Regel der Fall ist und die ohnehin interessant geschriebenen Charaktere sich zudem im Laufe der Zeit weiterentwickeln dürfen, steht dem Sehspaß über dem gelegentlichen Gucken hinaus nichts im Weg. Allein die gute Besetzung ist einen Blick wert, in welcher lediglich Paul Sedlmeier etwas zu monoton wirkt, im immergleichen Spiel, was aber sicherlich mehr am Drehbuch liegen dürfte, welches ihm zu wenige Chancen einräumt sich beweisen zu dürfen, als an Sedlmeier selbst.

Wer kein Problem mit dem bayrischen Dialekt hat, sollte also ruhig einmal in diese humoristische Krimiserie hineinschauen, bietet sie doch sowohl den kurzweiligen Entspannungsfaktor, den man nach der Arbeit geplagt von einer Vorabendserie erwartet, im Gegensatz zu vielen Konkurrenzproduktionen aber trotzdem nicht auf den kleinen intellektuellen Gehalt verzichtet, der dafür sorgt dass man geistig nicht völlig unterfordert wird.  OFDb

02.08.2013

CLUB LAS PIRANJAS (1995)

Kerkeling gehört für mich zu den Komikern, die ihren Ruf hätten erhöhen können, wenn ihre TV-Präsenz etwas zurückhaltender gewesen wäre. Hapes erster TV-Film ist, um es gleich vorweg zu nehmen, sein filmisches Meisterwerk und schlägt die ebenfalls sympathische Kinoproduktion „Kein Pardon“ um Längen. Die Charaktere sind dabei wie immer urdeutsch und im Gegensatz zum eben erwähnten Kinovorgänger sind von diesen liebevollen und schrulligen Figuren in seinem zweiten Film auch gleich mehr vorhanden. Die Besetzung ist hervorragend. Neben Kerkeling brilliert vor allen Dingen der sehr gut gewählte Darsteller des Tankwarts, Michael Brandner.

Humor muss man hier nicht suchen. Von der Urlaubwerbefilm-Parodie direkt zu Anfang bis hin zum chaotischen Ende ist alles sehr komisch, einfallsreich und spielfreudig inszeniert. Einziger Tiefpunkt ist der Schlussgag, der sich den Gesetzmäßigkeiten des Filmes nicht anpassen möchte. Da dieser aber ohnehin nur augenzwinkernd gemeint ist, will ich mich an dieser Randerscheinung auch nicht aufhängen. Das wäre dann doch etwas arg kleinlich.

Neben dem pointenreichen Drehbuch (u.a. von Kerkeling) fällt der Film auch durch seine gute Musik auf. Ob es die trostlose Hintergrundmusik ist, die den Charakteren direkt aus der Seele zu sprechen scheint, oder ob es die fröhlichen Lieder sind, zu denen das Club-Personal die Urlauber zum mitsingen nötigt - "Total Normal"-Partner Achim Hagemann hat beim Komponieren tollste Arbeit geleistet und beweist mal wieder dass er Kerkelings Humor besser zu unterstützen weiß als seine Nachfolger in späteren Arbeiten des Komikers.

Wer jemals einen Cluburlaub mitgemacht hat weiß, dass hier auf wunden Punkten echter Betroffener herumgeritten wird. Neben der Nervlieder punkten hier Einfälle wie die "Aktion sauberer Strand", der Ausflug „Land und Leute“ sowie der Umgang mit Mitmenschen, die sich nicht an die Clubregeln halten wollen. Je weiter der Film voran schreitet, desto hoffnungsloser wird der Glaube an schöne Momente, so frustriert spielen die Schauspieler ihre Rollen, von jedem anders interpretiert. Wenn eine sonst sehr optimistische Oma über einen Fluchtplan des Tankwarts nur pessimistisch sagt "damit kommt ihr nie durch", dann geht der schwarze Humor bis ins Mark.

Die Witze gehen nur selten unter die Gürtellinie. Sprüche wie "Ich han doch so 'nen Durchfall" sind keine humoristischen Königsübungen und frei von Anspruch, aber sie werden so eingebracht, dass sie zu wirken wissen. Das spezielle Beispiel verweist auf die fehlende Privatsphäre im Club Las Piranjas, somit haben selbst Tiefflieger immer eine spezielle Bedeutung und werden nicht nur sinnlos in den Raum geworfen wie in den pausenlos erscheinenden Film-Parodien Amerikas seit „Scary Movie".

Auf der Gegenseite zu solchen Momenten trumpft zudem der geringe Anteil an stillen, tragikomischen und ernsten Momenten. Wenn Mitarbeiter Edwin mit dem Schreiben eines Briefes ein trauriges Geheimnis lüftet, dann wirkt dies ehrlich und bremst nicht den Unterhaltungswert, zumal es jener Rolle einen Hintergrund verleiht, die wir bislang nur oberflächlich betrachten durften und die klar macht, dass jedes Verhalten seinen Ursprung besitzt.

Hut ab, was Hape und Filmpartnerin Angelika Milster da auf die Beine gestellt haben. Leider wurde dieses von der Kritik verkannte Werk nicht wirklich bekannt und erlangte erst etwas mehr Beachtung mit der DVD-Veröffentlichung in einer Kerkeling-Box. Spätere TV-Filme wie "Die Oma ist tot" und "Willi und die Windzors" sind leider nie annähernd an das Niveau des hier besprochenen Werkes heran gekommen, nicht mal an den etwas holpriger inszenierten "Kein Pardon". Ich habe beim Sichten immer das Gefühl, dass „Club Las Piranjas" Kerkelings ehrlichster Film ist, dass der hier gelebte Humor sein persönlichster ist und Nachfolgeprodukte zu sehr nach dem Wunsch des Zuschauers suchen. Aber das ist freilich nur eine Vermutung.

Hape könnte mit seinem Humor eine Art Nachfolger Loriots sein, wenn seine Arbeit auch ein wenig klamaukiger ausfällt als dessen Werke. Kerkeling hat den Stil und besitzt das nötige Talent. Aber leider produziert er für das TV zu viel in Masse, zugegebener Maßen meist witzige Projekte, aber sein Gesamtwerk dennoch dadurch verwässern lassend. Weniger wäre mehr, dann hätte man nicht das Gefühl, dass sich der Komiker verkauft. Denn so vergeigt er selbst seinen Einstieg in die Oberliga a la Loriot und Helge Schneider, Menschen gleicher Berufsgattung denen die Kunst stets wichtiger als der Kommerz war. Ich wünschte mir, dass Hape endlich wieder ein Projekt in der Qualität seines "Club Las Piranjas" verwirklichen würde. Es würde mich sehr glücklich machen. Mit Blick auf den Erfolg seiner eher plumpen und eher massentauglichen Horst Schlämmer-Rolle merkt man jedoch, dass dieses Wunschdenken sinnlos ist. Ich persönlich hoffe auf gelungene Spätwerke wenn die Altersweisheit Kerkeling erreicht hat.  OFDb

23.11.2012

ZERBRECHLICHE ZEUGIN (2000)

Eine psychisch kranke Teenagerin und ein kriminelles Straßenkind gleichem Alters, beobachten zufällig einen Mord. Der Mörder weiß von seinen Zeugen und so schweben die beiden nun in Lebensgefahr. Da auch der Polizei in diesem Fall nicht zu trauen ist, flüchten sie in eine andere Stadt. Und der bisher abgeneigte Junge entdeckt dabei Gefühle zu seiner Begleiterin...

Eine Blume namens Zerbrichmeinnicht...
 
Mit "Zerbrechliche Zeugin" versuchte man sich an einem Mix aus Krimi und Jugend-Drama, wobei letzteres ganz klar in den Vordergrund bricht. Die simplere Variante lediglich einen Kriminalfilm zu drehen wäre in diesem Falle sicherlich eher geglückt, denn gerade der Part des Dramas will nicht wirklich zünden. Dabei ist die Geschichte an sich durchaus Grundlage für einen interessanten Film.

Aber bereits das Drehbuch schwächelt etwas, ein Manko das nun von den Darstellern hätte gerettet werden müssen. Leider spielt Anne Kanis die Rolle der behinderten Jugendlichen viel zu amateurhaft. Man sieht, dass sie sich Mühe gibt, glaubhaft ist das Ergebnis leider nicht. Tobias Schenke, der ganz überraschend in "Ein Leben lang kurze Hosen tragen" glänzte, lässt hier sein Talent ebenfalls vermissen. Bei solch unterschiedlichen Leistungen liegt die Vermutung nahe, dass der Regisseur es wohl nicht schaffte diesen Jungdarsteller richtig an die Hand zu nehmen.

Das Problem an Schenkes Rolle ist leider auch die Maske, die ihn zusätzlich zu seinem Spiel viel zu soft wirken lässt. Beim Schauen des Films könnte man glauben, das Leben eines obdachlosen Strichers sei ein Kinderspiel mit leicht dramatischen Zügen. Die Abgründe seiner Seele erinnern an Figuren aus Kinderfilmen, nicht aber an die eines erwachsenen Filmes der sich mit Problemen von Jugendlichen befassen möchte.

Wie beide Hauptfiguren zueinander finden, ist dennoch recht süß eingefangen, hier kann der Film punkten. Auch wie der Bruder der Behinderten hinter die Fassade der Polizei schaut ist recht ordentlich erzählt. Einen persönlichen Bonuspunkt bekommt der Film von mir deshalb, weil ich endlich mal wieder den Schauspieler des Tankwartes aus "Club Las Piranjas", Michael Brandner, in einem anderen Film entdecken durfte. Dessen Rolle war zwar etwas klein, und es hat etwas gedauert bis mir der Groschen fiel woher ich ihn kenne, aber das war egal.

Zumindest wird er wichtig für den Schluss, der allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Ein Jugend-Drama muss nicht zwingend böse aufhören, aber wenn es so brav ist wie hier, wäre ein negatives Ende vielleicht doch versöhnlicher mit dem Zuschauer gewesen.

Wie dem auch sei, nette Ansätze sind vorhanden, aber gerade im Drama-Bereich, ein Genre das gerade aus Deutschland hervorragende Beiträge erhält, hätte da wesentlich mehr stimmen müssen. Am Ende bleibt man nur deswegen überrascht zurück, weil der schwache Schenke in "Ein Leben lang kurze Hosen tragen" alles andere als schlecht spielte und die Regie später mit den zwei „Sams“-Filmen richtig schöne Kinderfilme nachschob. Das legt die Überlegung nahe, ob man aus "Zerbrechliche Zeugin" nicht doch lieber einen solchen hätte drehen sollen.  OFDb