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30.03.2024

PLANET TERROR (2007)

Bereits der eingangs vorausgeschickte Fake-Trailer zu "Machete", einem Film, der erst aufgrund des Erfolgs von "Planet Terror" tatsächlich realisiert wurde, zeigt wie gut man sich im Gebiet des B-Movies auskannte, wird doch gefühlt jedes Klischee eines Actionfilms und eines Trailers ausgelebt, gekleidet in einem längst vergangenen Stil. Und dabei bleibt es, wenn das Hauptprogramm beginnt, das sich nicht damit ausruht einen Zombiefilm zu liefern. Dieser Bereich drängt sich fast schon an den Rand, inmitten irrer Figuren, Einfälle und Klischees, die das Geschehen von Robert Rodriguez' Film beherrschen und zum feuchten Traum für Fans des harten Trivialfilms werden. Die Härte gegenwärtiger Filme vereint sich mit dem Stil diverser Filmdekaden ab der späten 60er Jahre, munter werden Elemente diverser Genres verknüpft, Klischees derart hochgeschraubt und ad absurdum geführt, dass sie regelrecht pervertieren in einem Geschehen aus Coolness, Ekel, Sexismus, Übernatürlichem und Gewalt. Und wenn man versteht, auf was sich die absichtlich geschmacklose Chose bezieht, erkennt man in welcher Perfektion Rodriguez das alles inszeniert. 

Jedes kleinste Detail stimmt in dieser Verbeugung vor dem Schundfilm, hier wurde nichts auf die Schnelle abgefertigt. Zugang muss man dazu besitzen, um Spaß an diesem gewaltbereiten, vulgären Treiben zu haben, Perfektion hin oder her. Und während mir dies bis in die 00er Jahre hinein problemlos geglückt wäre, tue ich mich heute trotz dieses wundervollen Ergebnisses doch etwas schwer mich hier einzufinden, ist mir der Coolnessfaktor doch viel zu hochgehalten und mutet mir eine Spur zu infantil an, inmitten eines Streifens, der bewusst das perverse Kind im Manne nährt. Auch die Unnahbarkeit zu den Figuren, die tatsächlich gar nicht anders ausfallen darf als geschehen, inmitten dieses vor Skurrilitäten nur so wimmelnden, abgedrehten Stoffes, der dem Zuschauer keinerlei Atempausen gönnt, ließ mich das an sich köstliche Ergebnis von "Planet Terror", der in Kombination mit Quentin Tarantinos "Death Proof" entstand, doch etwas arg theoretisch schauen, anstatt dass ich hätte munter hinein springen und eintauchen können in dieses Bad aus Sex, Erotik und Gewalt. 

Ich sympathisiere mit dem Film, definitiv, ich bin begeistert von der Figurenzeichnung, dem Klischee von Versöhnung verfeindeter Seiten, dem überzogenen Heldenbild von Mann und Frau, von den politischen Unkorrektheiten, die sich inmitten von Irrsinn und Abartigkeiten auf comicart korrekt anfühlen. Und doch blieb ich zu sehr Zuschauer, ich, der noch immer Spaß an derben Komödien und schmuddeligen Horrorfilmen findet, der Liebhaberstücke aus der Jugend noch immer mag und viele gleichrangige Werke der heutigen Jugend entdeckt und hin und wieder begreift. Aber wahrscheinlich benötige ich die hier inflationär eingebrachten Zutaten einfach eine Spur rarer eingesetzt, inmitten eines Filmes, der mir zumindest vorgaukelt eine Handlung zu besitzen und an irgendeinem fiktiven Ort in einer fiktiven Welt gerade tatsächlich stattzufinden. Und diese für mich ganz entscheidende Illusion entfacht "Planet Terror" leider nicht, kann er auch nicht als vollkommen aufgeblähte Groteske. Das kann man ihm nicht vorwerfen. Aber das ist der Grund, warum ich das Ergebnis nur mag und achte, anstatt es auch in jeder Pore in mir zu fühlen.  Wiki

13.02.2022

MONK - STAFFEL 2 (2003)

Bis auf den veränderten Vorspann mit neuem Titellied, der von nun an die Serie erst einmal begleiten wird, hat sich nicht wirklich etwas geändert. Die Fallzahl der zu vorhersehenden Kriminalfälle ist geringer als noch in Staffel 1, ansonsten unterhält das zweite Jahr auf gleicher Qualität wie das vorangegangene und muss dank dessen Stärke bereits dort schnell zu den wiederholenden Figuren  gefunden zu haben hier nichts mehr aufarbeiten. Gefallen haben mir die relativ rar gesäten, berühmteren Gaststars. Andrew McCarthy und David Rasche erscheinen gar in der selben Folge, Rasche leider nur selten, Rainn Wilson in seiner Folge leider auch, Tim Curry und Danny Trejo tauchen in einer der wichtigsten Episoden bezüglich der durchgehenden Geschichte der Gesamtserie auf, und John Turturro darf gar den Bruder Monks spielen und gehört damit zu den Highlights der zweiten Staffel. Ich hoffe er kehrt wieder. Vielleicht übertreibt man diesmal etwas zu sehr mit den "er kann es nicht gewesen sein"-Folgen, wenn ein Theater-Mime auf der Bühne steht während eines Mordes, jemand der im Koma liegt zu Monks Hauptverdächtigen wird, oder ein Fernsehstar mit Journalisten spricht, während seine Frau stirbt, aber so ist es nicht immer, stets ist man um Abwechslung bemüht. 

Letztgenanntes Beispiel kommt aus einer Folge, welche Krimiserien aufs Korn nimmt, und damit auch die eigene, inklusive verärgerter Fans bezüglich veränderter Titelsongs. Da mir der neue auch nicht gefällt, fand ich es umso lustiger, dass der Fanatismus von Serienanhängern so wundervoll augenzwinkernd thematisiert wird. Persönlicher wird es, wenn Stottlemeyer für eine Folge erfährt wie es ist in Monks Zustand der Trauer zu leben und freilich in jener Episode, in welcher es um die Geheimnisse rund um Trudys Tod geht. Banalere Beispiele finden sich auch in jener Geschichte, in welcher Monk die Schwester Sharonas vom Mordverdacht befreien muss, oder wenn der Fall eines ertrunkenen, in der Wüste gelandeten Falschirmspringers Monk zwingt nach Mexiko zu reisen (inklusive knallharter Konsequenz darüber, dass der Titelheld nur eine spezielle Sorte Wasser trinkt). "Monk" lebt auch im zweiten Jahr aus dem gut gewichteten Mix aus Rätsel raten, lachen und mitempfinden. Immer wieder schafft es die heitere Serie große dramatische Momente entstehen zu lassen - und sei es nur durch einen schräg stehenden Wohnzimmertisch. An anderer Stelle trumpft nach wie vor das humorvolle Mitleid mit Sharona, die stets am extremsten unter den Macken des Sonderlings zu leiden hat.  OFDb

23.01.2021

VOLCANO ZOMBIES (2015)

In der Welle billigst heruntergedrehter Horrorfilme für das Fernsehen, mit ausgeflippten Aufhängern und Billigtricks aus dem Computer versehen, ist man schon einiges an plumpen Umgang mit dem jeweils vorliegenden Stoff gewöhnt. In Sachen nicht überzeugender CGI-Effekte setzt "Volcano Zombies - Die Toten brennen nicht" (Alternativtitel) neue Maßstäbe, zumindest was seine Entstehungszeit betrifft. Mitte der 00er Jahre waren sie in dieser Art Produktion noch üblich, 2015 fallen sie auch bei den schlecht animierten Sequenzen der Konkurrenzprodukte gleicher Produktionsbedingungen vergleichsweise extrem billig aus und helfen dem Zuschauer somit nicht in die Illusion einzutauchen. Wenn hier die Lava über den Boden wandert, hätte man sich eher eine Art "Blob" gewünscht, so künstlich wie das aussieht. Zumindest weiß der erste Auftritt der Zombies zu überzeugen, da stimmen Kamerawinkel, Beleuchtung und Maskerade in einer stimmigen Einheit. Gleiches Szenario kurz darauf angegangen und der Trick der sich aufrichtenden Zombies wirkt nicht mehr, da vom falschen Winkel eingefangen. Zeit ist Geld, und Geld hat man bei derartigen Produktionen nicht zur Hand.

Nun können manche dieser kostengünstigen Auftragsarbeiten auch trotz ihrer schlechten Spezialeffekte und Produktionsbedingungen funktionieren. Da muss man in Sachen müde Computereffekte nicht erst auf frühe Arbeiten wie "Lexx" blicken. Auch im SyFy- und Konsorten-Billigdreh-Universum gibt es Glücksgriffe wie "Sand Sharks" oder "Resonnances" zu entdecken. Und bei einer Interesse weckenden Geschichte kann auch ein äußerst mies getrickster "Megalodon" durchaus unterhalten. "The Burning Dead" (Originaltitel) krankt aber nicht nur an seiner Optik, sondern auch an seiner Einfallslosigkeit an sich. Von Haut wegätzendem Sabber der Zombies einmal abgesehen finden sich hier weder Innovationen, noch unterhaltsam dargebotener Durchschnitt. Uninspiriert wird die Chose auf Spielfilmlänge trotz uninteressanter Figuren und kaum erzählenswerter Handlung vorgetragen, und wie in späteren Produktionen dieser Art häufig zu bemerken, streckt man das Ganze, indem man diverse Geschehen vieler Protagonisten parallel erzählt, bevor alles billig heruntergeschludert zusammenläuft. Weder sympathisiert man mit auch nur einer dieser Figuren, noch ist irgendetwas von dem Präsentierten interessant gestaltet. 

Zwar ist der Streifen für ein Werk dieser Art etwas blutrünstiger ausgefallen, an Gedärm-Szenen fehlt es nicht, ein Nackedei-Moment ist auch dabei, und mit Danny Trejo hat man sich auch wen Berühmtes mit an Bord geholt, aber das sind jene Art Quantitäten, welche die Chose nicht in Schwung bringen. Ein ironischer Umgang wäre nett gewesen, bei all den anderen Faktoren, denen "Volcano Zombies" sich verschließt. Somit wird er trotz für Freaks reizvoller Grundidee zum Langweiler. Ob dies auch auf solch schräg klingende Projekte wie "Django vs. Zombies", "Tom Sawyer vs. Zombies", sowie einer Billigversion von "Cabal" zutrifft, oder auf Horrorvarianten von Märchenfilmen wie "Sleeping Beauty", "Rotkäppchen" und die "Cinderella Playing With Dolls"-Reihe - alles anderweitige Werke von Regisseur Rene Perez - kann ich (noch) nicht beurteilen. Sein "Volcano Zombies" animiert zumindest nicht schnell zu einem seiner weiteren Arbeiten zu greifen, auch wenn manches davon für Trash-Fans wie erwähnt zunächst einmal recht reizvoll klingen mag.  OFDb

19.06.2020

DAS WEISSE IM AUGE (1987)

"Death Wish 3" inhaltlich nicht mehr beachtend und an die Teile 1 und 2 anschließend, schraubt "Das Weiße im Auge" als dritte Fortsetzung von "Ein Mann sieht rot" die Schraube des Irrsinns zwar ein wenig zurück, arbeitet aber erneut kein zurückhaltendes Szenario ab. Nicht nur dass Paul erstmals wirklich im Auftrag eines anderen arbeitet, er legt sich diesmal auch sogleich mit der Mafia an, genau genommen sogar mit zwei Mafia-Banden. Geld und somit Waffen frei Wunsch stehen ihm fast unbegrenzt zur Verfügung, somit kann es ordentlich zur Sache gehen, dennoch geht Teil 4 wieder langsamere Wege. Eine länger ausgeführte Vorgeschichte, in welcher Paul erneut eine ihm naheliegende Person verlieren darf, sowie ein darauf folgender persönlicher, ausführlich präsentierter, Rachefeldzug, gehen der Hauptgeschichte voraus. Das erdet den an sich übertriebenen Plot ein wenig, womit "Death Wish 4: The Crackdown" (Originaltitel) trotz typischer Actionfilm-Übertreibung nicht so bescheuert daher kommt, wie sein direkter Vorgänger und sich somit innerhalb der Genre-Gewohnheiten vernünftig schaut.

Mit einer pfiffigen Geschichte braucht man nicht rechnen. Deswegen lässt sich die finale Wendung auch schon von Beginn der Hauptgeschichte an etliche Kilometer gegen den Wind riechen. Einem unterhaltsamen Unterfangen steht diese triviale Herangehensweise jedoch erneut nicht im Weg. Ein wenig zäh begonnen, sodass ich zunächst dachte den ersten schwächelnden Teil der Reihe gesichtet zu haben, beweist sich "Death Wish 4 - Das Weiße im Auge" (Alternativtitel) mit der Zeit als angenehm erzählter No Brainer, in welchem Paul weit taktischer vorgehen darf als jemals zuvor. Die Idee zwei konkurrierende Banden, zwischen denen gerade erst so etwas wie Frieden eingekehrt ist, gegeneinander auszuspielen, als unsichtbare dritte Partei, von der niemand weiß dass sie existiert, besitzt definitiv ihren Reiz, so dass der Aufhänger zu funktionieren weiß. Um Glaubwürdigkeit geht es in der Reihe schon lange nicht mehr. Paul ist ein derartiger Profi, dass man nicht mehr hinterfragt, warum er es schafft gegen langjährig erfahrene Berufskriminelle zu siegen. Wirkliche Steine werden ihm zudem nie in den Weg gelegt. Jedes Mal ist er den Bösen einen Schritt voraus, auch Richtung Finale, in welchem er es mit einem zusätzlichen Gegner zu tun bekommt. Dennoch bereitet dieses problemlose Heimspiel Freude, macht es doch Spaß dem zwielichtigen Helden bei seiner Aufräumarbeit zuzusehen. Ein Nebenplot um Gesetzeshüter, die Paul das Handwerk legen wollen, hält ein wenig dagegen, doch selbst die sind nie eine wahre Bedrohung für den unbesiegbaren Paul.

Der unangenehme Aspekt, aufgrund abscheulicher Taten vom Volk gefeiert zu werden, wird glücklicher Weise komplett ausgeblendet. Somit funktioniert die selbstherrliche und fragwürdige Art diesmal weniger unangenehm als in den beiden Vorgängern, die nicht mehr den Ton und die Aussage des ersten Teils trafen. Das tut Teil 4 ebenso wenig, er befolgt jedoch die typischen Regeln des 80er Jahre Action-Films, so dass man weniger streng mit dem Thema Selbstjustiz umzugehen braucht, wie in den Teilen 2 und 3. Erstmals findet ein Regiewechsel innerhalb der Reihe statt. Der seit den 50er Jahren tätige J. Lee Thompson erweist sich als gute Wahl einen interessanten Mix aus klassischem Actioner und für seine Zeit modernem abzuliefern. Mit "Ein Mann wie Dynamit" und einigen anderen Werken hatte er sich bereits als Regisseur für Charles Bronson-Filme bewiesen, da scheint es nur konsequent zu sein, dass er auch in dessen erfolgreichster Chose mitmischen durfte. Wie sich die Geschichte schön ruhig, aber nicht Action-arm, angegangen allmählich hoch schaukelt, bishin zum bombastischen Vernichtungsaugenblick beider Banden, ist wahrlich kurzweilig anzuschauen. Niveauvoller als der Vorgänger umgesetzt und dennoch lediglich reines Action-Kino präsentierend, serviert "Death Wish 4" genau jene gekonnte Genre-Routine, wie sie sich angenehm schauen lässt, den Zuschauer weder unter- noch überfordernd.  OFDb

28.02.2017

PREDATORS (2010)

Warum sich „Predators“ der Einstiegssituation von „Cube“ bedient, verstehe ich nicht, beginnt der Film doch allein damit sehr konstruiert und unsinnig. Da es ohnehin nur um den Überlebenskampf in einem Dschungel geht, der zudem fast nur aus Pflanzen besteht, wie es sie auch auf der Erde gibt, hätte der dritte Teil der „Predator“-Reihe auch gleich auf unserem Planeten spielen können. Ich kann zwar aus Produzentensicht verstehen, dass mehr Menschen ins Kino laufen, wenn die Fortsetzung den Aufhänger besitzt auf einem fremden Planeten zu spielen, oder, wie oft falsch angekündigt, auf dem Planeten der Predatoren, aber da hätte es viele andere inhaltliche Ansätze gegeben eine Geschichte über des „Alien“-Fan zweitliebste Kreatur außerhalb der Erde spielen zu lassen, und von denen, das wage ich zu behaupten, wären die meisten kreativer ausgefallen.

Kreativ war man bereits in „Predator 2“ nicht, der ziemlich lahm auf den Erfolg des Schwarzenegger-Filmes aufstieg, ohne dessen Reiz verstanden zu haben. So braucht es trotz der Begeisterung um die titelgebende Kreatur auch nicht verwundern, dass das Kino-Franchise, von den Spin-Offs „Alien vs. Predator“ und „Aliens vs. Predator 2“ einmal abgesehen, erst 20 Jahre später eine weitere Fortsetzung beschert bekommen hat. Nun ist „Predators“ leider zu einer Zeit entstanden, in welcher die großen Blockbuster unkreativer denn je ausfallen. Gerade wenn alte Erfolge neu aufploiert werden, dann setzt man auf Nummer Sicher und erzählt selbst angebliche Fortsetzungen eher als Remakes.

Und so sehr „Predators“ mit seiner anderen Welt und dem ungewöhnlichen Aufhänger, ja sogar mit einem deutlichen Benennen der Ereignisse aus Teil 1 (Teil 2 wird ignoriert), auch davon ablenken will, eigentlich stielt er das Szenario des ersten Teils, den Überlebenskampf im Dschungel gegen einen außerirdischen Jäger, auch wenn die Geschichte aufgrund des anderen Spielortes und der veränderten Situation nicht so minimalistisch ausfällt wie im Original. Gerade dies ist schade. Wenn schon Teil 1 kopieren, dann hätte man doch gerade das Minimalistische mitkopieren sollen, was dem Film erst den letzten Schliff bescherte. Aber das ist im Mainstream-Kino großer Blockbuster-Werke heutiger Zeiten nicht möglich, das stets von größer, lauter, schneller lebt.

Vielleicht kann man sich deswegen glücklich schätzen, dass „Predator 3“ (Alternativtitel) zumindest letztgenannte Pflicht ignoriert, ist er doch recht langsam erzählt, zumindest für einen Blockbuster aus den 10er Jahren des laufenden Jahrhunderts. Wer Spaß mit der zweiten Fortsetzung haben will, der muss einiges an Unsinn ignorieren können, strotzt die Geschichte doch nur so von nicht durchdachten Geschehnissen und Handlungsweisen, von Widersprüchen in der Geschichte und von grundlegendem mangelndem psychologischem Verständnis.

Den größten Bock schießt man gleich zu Beginn, wenn eine Person nach einem Feuerangriff von einer anderen Person wegläuft, um sich zu verstecken, und die selbe Person, von der er sich entfernt hat, sich bereits im Versteck befindet. Wie kann einem solch ein grober Schnitzer nicht auffallen bevor der Film dem breiten Publikum zugänglich gemacht wird? Solche Szenen wären eher typisch für Komödien wie „Die nackte Kanone“, sind dort aber zumindest beabsichtigt um sich über das Medium Kino lustig zu machen. In „Predators“ kann man das nur noch als peinlich bezeichnen.

Kann man über die vielen Idiotien hinweg sehen, was mir persönlich sehr schwer fällt, dann kann man jedoch recht okay unterhalten werden. Regisseur Nimród Antal bewies bereits mit „Motel“ das er Stoffen mit wackelnder Logik einen spannenden Stempel aufdrücken kann. Zwar erschafft er hier nicht solch eine dichte Atmosphäre wie dort, was aber auch daran liegt dass die „Predator“-Reihe stets mit dem Genre der Action verbunden war, aber zumindest ist das Ganze recht stimmig inszeniert. Professioneller würde die ganze Chose sicher wirken, wenn man das hohe Talent, welches die beiden Schauspieler Topher Grace und Adrien Brody besitzen, ebenfalls zu den Vorteilen des Filmes zählen könnte, aber wer sie nur aus „Predators“ kennt, würde nie erkennen, dass diese beiden Mimen mehr können als ihre Sätze aufzusagen.

Somit ist es eigentlich egal ob hier wer talentiert oder weniger talentiert ist, andererseits zieht hier zumindest niemand mangelnden Talents das Niveau nach unten, ein Aspekt unter dem „Terminator 5 - Genysis“ gelitten hat bei all seinen mauen bis schlechten Schauspielern. Die Akteure in „Predators“ sind alles Profis ihres Fachs und verkörpern ihre Figuren zumindest so glaubwürdig wie das Drehbuch es zulässt. Die wahren Schwächen sind dort zu suchen. Ein Charakter, der am Ende des Filmes nicht das ist, was er zu Anfang zu sein schien, ergibt aufgrund der Motivation seines Überlebenswillen rückblickend strategisch zu Beginn des Filmes keinen Sinn, so dass diese Randerscheinung, wie so oft im modernen Blockbuster, sich einzig auf den Überraschungeffekt am Ende konzentriert, für ein Publikum, das nicht zurückschaut und hinterfragt ob die Aufdeckung der Wahrheit auch kompatibel mit den Geschehnissen zuvor war.

Auch sonst lässt das Drehbuch die Glaubwürdigkeit seiner Figuren oft wanken. Da besitzten Kriegserfahrene Strategien um an Informationen zu gelangen, durchschauen Fallen und wissen wie man den Predatoren die Jagd erschwert, aber auf wichtige Hinweise, wie dem sehr entscheidenden leise zu flüstern, um von einer Schwäche des Gegners zu profitieren, um nicht entdeckt zu werden, scheißt man, selbst eine Minute nachdem man diesen Tipp erhalten hat. Dem Blockbuster-Publikum hätte man scheinbar einen geflüsterten Restfilm nicht zutrauen können, das würde mehr Konzentration vom Zuschauer erfordern.

So reiht sich allerlei Unsinn innerhalb eines gedankenlosen Plots aneinander, dass man sich tatsächlich wundern darf, wie es Antal trotzdem schaffte den großen Crash zu umgehen und trotzdem etwas halbwegs Unterhaltsames auf die Beine zu stellen. Trotz fehlender Sympathie sind einem die Figuren schließlich nicht egal. Stets ist man mittendrin im Geschehen, und von einer Phase kurz nach dem Ausstieg des Gastauftritts von Laurence Fishburne einmal abgesehen, in welcher die Story kurz ereignislos actionreich auf der Stelle tritt, kommt auch nie Langeweile oder Stillstand auf. Das liegt meiner Meinung daran, dass man, ähnlich wie bei „Outpost - Zum Kämpfen geboren“, stets an der Strategie und den Diskussionen der Truppe teilnimmt. Probleme werden gelöst, und wir sind nicht erst bei der Ausführung dabei, sondern bereits bei der Planung. Das verbindet einen mit den Protagonisten und macht aus einem theoretisch eintönigen Szenario eine Geschichte zum Miterleben.

Dass dies bei „Predators“ funktioniert, verwundert schon, bei all den Unsinnigkeiten, die uns hier als Strategie und Diskussion vorgesetzt werden, aber dem ist so. Daraus erntet man zwar keine Empfehlung oder einen astrein laufenden Unterhaltungsfilm, aber man reitet den Film damit trotz übler Produzentenentscheidungen zumindest nicht in die Scheiße. Auch Quantitäten wissen zu helfen. So kann man z.B. nicht über die Kreaturen- und Spezialeffekte meckern, die bei einem Blockbuster dieses Kalibers freilich neben den Schauspielerkosten das meiste Geld verschlungen haben. Aber das sind alles keine Aspekte die einen guten Film ausmachen, so dass „Predators“ aufgrund seiner Schwächen trotzdem nur ein austauschbares Filmchen geworden ist, welches nur Denkverweigerer als kompromisslos unterhaltsam bezeichnen können. Aufgrund seiner Kurzweile hat mir die zweite Fortsetzung jedoch besser gefallen als die erste.  OFDb

25.12.2016

FROM DUSK TILL DAWN (1996)

Es ist egal ob Robert Rodriguez auf dem Regiestuhl sitzt oder ein Tony Scott bei „True Romance“. Am Ende schaut sich ein Drehbuch Tarantinos immer wie ein Quentin Tarantino-Film, und das ist auch bei „From Dusk Till Dawn“ der Fall, der alle liebgewonnenen Eigenschaften besitzt, die man bis heute an einem Tarantino-Film zu schätzen weiß. Ich weiß nicht warum einige Cineasten glauben aus dem Tarantino-Alter herausgewachsen zu sein, entsprechen seine Filme doch keinesfalls einer Phase, die man einzig nutzen konnte um sich cineastisch weiterzuentwickeln und dabei über diese Sehhilfe hinauszuwachsen. All seine Werke, die ich einst schätzte, besitzen noch immer eine enorme Sogkraft, sind höchst kurzweilig ausgefallen und auf ihre eigene Art sogar recht intelligent erzählt. Die Verbeugung vor Vergangenem geht stets Hand in Hand mit neuen Einflüssen, und dies von Werk zu Werk trotz wiederkehrender Zutaten auf jeweils eigene Art.

Die Dialoge in „From Dusk Till Dawn“ gehören zur Creme de la Creme dessen was der für seine besonderen Dialoge bekannte Tarantino je geschrieben hat. Lediglich die Dennis Hopper/Christopher Walken-Szene aus „True Romance“ weiß diese zu toppen. Die pointensichere Textabfolge ist im hier besprochenen Werk derart geglückt, dass sie zum Höhepunkt des Streifens wird und sämtliche noch so perfekt umgesetzte Actionszenen in den Schatten stellen. Hinzu kommt eine Gruppe interessant charakterisierte Figuren und einige Spielereien mit Wahrnehmung und Optik und schon schaut sich die eigentlich recht simpel ausgefallene Geschichte um Gangster und ihre Geiseln, die Vampiren zum Opfer fallen, wesentlich ereignisreicher als sie eigentlich ist.

Die Besetzung ist hochkarätig ausgefallen, schenkte George Clooney einst die Chance aus seinem Serienarzt-Schatten treten zu dürfen, nutzte das kindliche Gesicht Juliette Lewis‘ ähnlich gekonnt wie „Kap der Angst“, zeigte uns einen Harvey Keitel einmal von einer völlig anderen Seite und gab Quentin Tarantino die Chance einmal selbst vor der Kamera tätig zu werden, was er nach heftigsten Kritiken nicht mehr in dieser Größe wiederholte, obwohl er die comichafte Übertreibung, die sein Charakter benötigte, verstand und dementsprechend gekonnt umsetzte. Verstehe einer manche Kritiker.

Eine Prise gekonnt eingefangener Erotik und ein Soundtrack, der für die perfekte Grundstimmung sorgt, machen aus „From Dusk Till Dawn“ ein Liebhaberstück zum Immerwiedersehen, auch wenn er durchaus seine Schwachstellen besitzt. Nicht nur dass mir das Design der Vampire nicht zusagt und ich auch manch zelebrierte Coolness diverser Nebenfiguren im Titty Twister als zu albern, ja regelrecht infantil empfinde (typische Rocker-, Tatoo-, Metalmentalität eben), ohnehin gefällt mir der dominantere Teil ohne Vampire besser als alles was nach dem Ausbruch vonstatten geht. Nicht falsch verstehen, „From Dusk Till Dawn“ bleibt auch in dieser Phase ein kurzweiliger Film in guter Pointensetzung und mit vielen einfallsreichen Ideen versehen, die Kraft die seine Atmosphäre zuvor besaß verpufft jedoch in einem Szenario, das nun fast ausschließlich nur noch auf Actionsequenzen im Kampf Mensch gegen Vampir setzt.

Das könnte alles besser funktionieren, wenn man nun die zuvor anders eingefangene Coolness der Figuren nicht dafür nutzen würde, sie sympathisch und heldenhaft wirken zu lassen. Was zunächst ironische Distanz besaß, wird nun zum Profilieren genutzt und verliert damit seine Unschuld und Harmlosigkeit. Eine Schrulle wird zur Identifikation, Coolness wird plötzlich zelebriert und gepuscht, und das ist schon recht ärgerlich.

Zumindest bleibt der Kampf gegen die Überzahl Vampire für einen verspielten Genrebeitrag recht glaubwürdig, und an Ideen mangelt es ebenfalls nicht, auch wenn man die ein oder andere aus „Fright Night“ und „Night of the Demons 2“ entliehen hat. Letztendlich ist das in einem Film, der soviele eigene Ideen bietet auch völlig egal, und wenn man erst einmal weiß in welch ein toll umgesetztes Schluss-Szenario das alles mündet, geht man ohnehin versöhnlicher mit der etwas schwächeren Vampirthematik um, ist die Schlussszene auf dem Parkplatz doch Gold wert und auch das letzte eingefangene Bild eine wundervolle Idee.

Es braucht nicht verwundern, dass viele Fans den Streifen fast auswendig mitsprechen können, ist „From Dusk Till Dawn“ doch ein Film den man immer wieder gucken kann und der es schafft theoretisch realitätsferne Sätze perfekt ins Geschehen zu integrieren. Trotz kleiner infantiler Ausrutscher ist „From Dusk Till Dawn“ ein Hingucker für jede Altersstufe ab 18 Jahren. Er ist einer dieser Kultfilme, der seinen Begriff verdient hat, so kultisch wie der Soundtrack verehrt wird, so fanatisch wie sich selbst Rammstein bei ihrem „Engel“-Musikclip an ihm bedienten und, wie bereits erwähnt, so auswendig wie seine Fans ihn wiedergeben können. Es ist nur schade, dass die Vampire nicht anders aussehen. Das ist der einzige Fehler, den ich Rodriguez und Co nicht verzeihen kann.  OFDb

05.04.2015

MUPPETS MOST WANTED (2014)

Ich war von dem Versuch Hensons Filzpuppen wieder auf die Kinoleinwand zu bringen nicht sonderlich begeistert. „Die Muppets“ war zu brav, zu anbiedernd, ein typisches kalkuliertes Produkt, mittendrin badend in der Political Correctness, die ich so verabscheue. Dementsprechend bin ich mit geringen Erwartungen an die Fortsetzung, dem mittlerweile 8. Kinofilm der Puppen, herangegangen. Dass ich trotzdem ein wenig Hoffnung hatte der Film könne etwas taugen lag zum einen an der Geschichte, die äußerst reizvoll klang und zum anderen an Ricky „The Office“ Gervais, der den menschlichen Hauptpart übernahm und den ich für seine Komik und sein schauspielerisches Talent sehr schätze.

Und was soll man sagen? „Muppets Most Wanted“ ist nicht nur wesentlich charmanter ausgefallen als sein träger Vorgänger, er ist trotz mancher Schwachstellen sogar einer der unterhaltsamsten Filme der Filzpuppen geworden. Das böse Kermit-Double hat eine derart fiese Fresse, dass ich noch bis hin zu seinem letzten Auftritt über dessen Mimik lachen konnte, so gelungen ist diese ausgefallen und macht somit viel am Gesamtergebnis des Streifens aus. Auch bekommen die Nebenfiguren viel mehr Beachtung geschenkt als im Vorgänger, gerade Adler Sam hat eine herrliche Nebenrolle ergattern können. Lediglich die in den 90er Jahren durch „Muppets Tonight“ neu hinzugestoßenen Puppen huschen wenn überhaupt nur mal kurz durchs Bild. Das ist schon schade, allein Andy und Randy Pig sowie der Bär Bobo haben ein ungeheures Humorpotential zu bieten auf welches der aktuelle Kinofilm komplett verzichtet.

Zudem fehlt „The Muppets 2“ (Alternativtitel) etwas, das den meiner Meinung nach besten Muppetsfilm „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ so viel Rückhalt gegeben hat: gute Songs. Dass die Puppen singen ist ein Übel das jeder Film mitträgt, aufgrund des Ursprungs der Helden, „Die Muppet Show“, gehört es freilich trotzdem irgendwie mit dazu, ob man es mag oder nicht. Aber bislang hat es nur die Muppets-Verfilmung von Dickens Weihnachtsgeschichte geschafft gelungene Lieder hervorzubringen. Trotz der eher uninteressanten Songs im hier besprochenen Film haben die Musikszenen denen des Vorgängers „Die Muppets“ trotzdem eines voraus: sie sind in die Geschichte eingebunden und nicht lediglich zur reinen Selbstdarstellung der menschlichen Darsteller gedacht. Die einzige negative Ausnahme diesbezüglich bildet der Gastauftritt von Celine Dion, die sich selbstverliebt wie in ihrem Musikvideo zu „My Heart Will Go On“ präsentiert innerhalb einer Szene, auf die man auch hätte verzichten können.

Lustiger Weise ist sie der einzige Star der negativ auffällt, und an Gaststars hat man wahrlich nicht gespart. Til Schweiger, Christoph Waltz, Danny Trejo, Ray Liotta, sie sind alle mit dabei und mittendrin auch Newcomerin Chloe Grace Moretz, die ich nicht einmal erkannt habe. Von ihrer Anwesenheit habe ich erst im Abspann gelesen. Schade! Aber ich habe „Muppets Most Wanted“ mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gesehen, denn er ist herrlich witzig, kurzweilig und unverkrampft ausgefallen, teilweise sogar so frech wie die urigen Werke der Filztruppe, was einem kleinen Wunder gleicht. Bei meiner nächsten Sichtung werde ich also einen Blick auf Chloe werfen.

Lediglich das Einbringen der neuen langweiligen Muppet-Puppe, die mit dem Vorgänger neu zum Muppet-Universum hinzugestoßen ist, wäre nicht nötig gewesen. Die hat dem Film nichts zu bieten außer dem Wiedererkennungswert, dass man es mit einer Fortsetzung zu „Die Muppets“ zu tun hat. Trauriger Weise war der ein Hit, sonst hätte man sich davor hüten müssen mit dem in einen Topf geworfen zu werden. Andererseits hat dessen Erfolg erst die hier besprochene Fortsetzung ermöglicht, ein weiterer Grund warum man über die geglückte Stil-Verschiebung so überrascht sein darf. Danke dass „Muppets Most Wanted“ kein Klon seines Vorgängers wurde, sondern ein Streifen mit Charakter und dem Verständnis der Figuren, die er sich aus den 70er Jahren entliehen hat. Jetzt kann man nur noch hoffen dass Bobins zweite Regiearbeit eines Muppetfilms erfolgreich genug für eine weitere Fortsetzung war.  OFDb

12.11.2014

GHOSTQUAKE - DAS GRAUEN AUS DER TIEFE (2012)

Schade, der deutsche Titel „Ghostquake“, der durchaus für eine innovative Trash-Idee brauchbar gewesen wäre, ist nur ein halbgarer Aufhänger, wahrscheinlich weil „Arachnoquake“ im selben Jahr erschienen ist und sicher auch weil Naturkatastrophen schon immer Aufhänger häufig konsumierter, reißerischer Billigproduktionen waren und Sy-Fy-Pictures mit dem Mix aus Katastrophen-Film und Horror nicht zum ersten Mal beide Genres mixt. Auf jeden Fall bebt die Erde im hier besprochenen Streifen kurz, aufgrund einer Erweckung, aber irgendwie muss das Hinübertreten in eine andere Welt ja umgesetzt werden, und da ist ein ruckelndes Haus, und mehr als die Schule bebt hier wirklich nicht, nicht gerade die neueste Idee. Es wäre vor „Ghostquake“ nur nie jemand auf die Idee gekommen, diese Nebensächlichkeit in den Titel wandern zu lassen.

Scheiß auf den „deutschen“ Titel, der originale „Haunted High School“ kommt der Sache schon wesentlich näher und das nicht nur inhaltlich. Allein der Stil dieses Titels erinnert an Videoproduktionen der 90er Jahre, und verdammt: genau wie eine solche schaut sich der Streifen auch. Das erklärt die geringe Punktevergabe auf den meisten Filmseiten, denn mit dem Retro-Getue entspannterer B-Movie-Zeiten können nur die wenigstens Filmfreunde von heute etwas anfangen - leider. Es gibt kaum Computereffekte. Der Härtegrad ist absichtlich reduziert. Der Horror naivst auf jugendlichem Niveau gehalten, nie dafür gedacht zu schocken und zu gruseln, sondern augenzwinkernd Spaß verbreiten wollend.

Filme wie „Night Of The Demons 2“, jegliche Werke Charles Bands, aber ganz besonders sein „Ghoulies 2“, sind passende Vergleiche. Sie alle versuchten gar nicht so etwas wie eine Logik aufrecht zu erhalten. Der Horror-Fan sollte unterhalten werden, eine Art Popkorn-Spaß auf Geisterbahn-Niveau mit den laufenden Bildern beschert bekommen, und dieses Niveau eines „Das Gehirn“, „Witchouse“ und „Shopping“, alles Werke die kurz vor, nach oder während der 90er Jahre entstanden sind, erreicht „Haunting High School“ erstaunlich gut. Freunden dieser alten Gattung Naivst-Unterhaltung wird etwas geboten, das man heutzutage kaum noch vorgesetzt bekommt, lediglich „Cabin Fever 2“ ging erst kürzlich wieder in diese Richtung. Allerdings ist „Haunted High“ (Alternativtitel) in seiner Produktion, passend zu den Vorbildern, kostengünstiger ausgefallen als dieser, weswegen man auch in der Deutschvertonung mit einer eher schlechten als rechten Synchro leben muss.

Den Spaß hält das nicht auf. Da reicht es wenn eine übertriebenst auf Dämon geschminkte Frau scharfe Beißerchen besitzt, die sie immer wieder zeigen darf. Der Anführer der Geister darf ein alter Sprüche klopfender Mann sein, bei dem man gar nicht erst versucht hat eine Geisterwirkung zu entfachen. Und die Personen sind aus den unterschiedlichsten Gründen im Gebäude, tragen alle ihre eigene kleine, meist sinnlose Geschichte mit sich herum. Und damit werden sie nicht erst in ihren Sterbeszenen sympathisch, selbst die Unsympathischen. Und wenn dann mal gestorben wird, dann gerne im Off. So wird ein explodierender Schädel beispielsweise als Schattenspiel gezeigt, anstatt, wie es heutzutage geradezu üblich wäre, in der Totale.

Was sollen auch harte Effekte in einem augenzwinkernden, für das Jugendpublikum gedachten Horrorfilm zu suchen haben, in dem ansonsten wie folgt gestorben wird: man wird ins Klo gezogen, als Spiegelbild ausgetauscht und damit im Trophäenschrank eingesperrt, gnadenlos verbrutzelt und vieles mehr. Gern darf auch mal wer Ermordetes wieder auferstehen, um den noch Lebenden einen Streich zu spielen. Und im Finale darf ein Geist gegen einen Geist kämpfen. Das hat auch etwas.

Lediglich keine Logik, weder eine allgemeine noch eine innereigene. Nicht einmal innerhalb der Horrorfilmwelt macht hier irgendetwas Sinn. Aber darum geht es nie und ging es bei Werken dieser Art nie. Und das werden nur die begreifen, die mit dieser absichtlichen Art Trash etwas angfangen können, jene Art Trash, die sich noch echt anfühlt, bevor Trash zur Moderichtung wurde und irgendwelche formelhaften Erwartungen eines Ideen-gelähmten Publikums einhalten musste.

Man kann nur durch Reinsehen erkennen ob man zu dem kleinen Zielpublikum des Streifens gehört oder nicht. Verstehen wird ein Außenseiter nie was man an Werken wie „Ghostquake“ findet. Erklären kann man es auch nicht. Es hat mit einer grundlegenden Lebenseinstellung zu tun, einem verspielten Blick auf die Dinge, einer Leichtigkeit in Stoffen, die einen Trivialkost vorsetzten kurz vor der Unterforderung, aber doch noch ein gewissen Restniveau behaltend. Wie gesagt: ich bin nicht in der Lage es zu erklären.

Ich habe Filme dieser Art schon immer gemocht, und ich hätte nie damit gerechnet ausgerechnet in einer Sy-Fy-Produktion auf ein solches Produkt zu stoßen. Das war wahrlich mal eine positive Überraschung. Bedenkt man dass Regisseur Jeffery Scott Lando ansonsten für solchen Müll wie „Acarophobia“ und „Horror Aliens“ verantwortlich war, und auch mit dem besseren „Todes-Date 2“ nicht gerade etwas Tolles abgeliefert hat, darf man noch überraschter sein als ohnehin schon.  OFDb