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04.02.2024

GHOSTBUSTERS - LEGACY (2021)

Ich frage mich wie die Netzgemeinde "Ghostbusters: Legacy" aufgenommen hätte, wenn der anstrengende "Ghostbusters" 2016 nicht gewesen wäre, der die Erwartungen der alten Fans mit Füßen trat. Wäre es ihnen ergangen wie mir? Hätten sie sich gefragt, warum man nach etlichen Jahren eine Kinder-Abenteuer-Version aus der direkten Fortsetzung zu Teil 1 macht? Und warum wurde "Ghostbusters 2" ignoriert? Klar konnte der nicht mit dem Erstling mithalten, aber sympathische Momente besaß er durchaus. Wie auch immer, sicher ist "Ghostbusters: Afterlife" (weit besserer Originaltitel) als Weiterführung des 80er Jahre Hits würdiger ausgefallen, als der bizarre Vorgänger. Und sicherlich erfreut es so manchen, der mit den Ur-Filmen groß wurde, die noch lebende Originalbesetzung, wenn auch verspätet und viel zu kurz, in ihren Paraderollen ein weiteres Mal sichten zu dürfen. Ob jedoch die Computerwiederkehr von Harold Ramis erwünscht ist, ist sicher eine Frage, welche die Geister scheidet. Freute ich mich zuvor noch, dass man sein Äußeres zu Beginn des Streifens nur andeutete, so gibt es gegen Ende die volle Breitseite an CGI-Wiedererweckung, liebevoll gemeint, das zeigt auch der anschließende Schriftzug, aber eben doch bitter anmutend, wenn ein Toter nicht mehr gefragt werden kann. 

Letztendlich ist "Ghostbusters 3" (Alternativtitel) trotz manchem Retro-Rezept für eine andere Generation gedacht und ganz anderes ausgefallen, als die 80er-Versionen des Stoffes. Wie bereits erwähnt ist alles als Kinderabenteuer umgesetzt, in welchem die jungen Protagonisten so manches Geheimnis entdecken, das dem Zuschauer von einst bereits bekannt ist. Diese eher Kinder-orientierte Geschichte kommt in ihren Geistermomenten düsterer als die Erwachsenenversion daher, fühlt sich damit eher nach leichter Horroranlehnung an, anstatt wie damals nach Fantasy, und der Humor plätschert nur noch ganz leicht, schlicht und ziemlich unkreativ mit, so dass der Begriff Komödie eher großzügig anmutet. Es wird kopiert, imitiert, variiert und ein modernes Standardgerüst heutiger Kinozeiten präsentiert. Technisch ist man freilich auf hohem Stand. Kleine Insiders sind gesät, so wie Beispielsweise der Verweis auf Produzent Ivan Reitmans Frühwerk "Cannibal Girls", welches er 11 Jahre vor "Ghostbusters" drehte, oder weit weniger versteckt die Anspielung auf den Endgegner von einst, der nun in "Armee der Finsternis"-Tradition in einer Gruppe von Zwergversionen so manchem das Leben zur Hölle macht. Das sieht nett aus, ist aber so wenig witzig wie im Vorbild mit Bruce Campbell, wobei dies das junge Zielpublikum sicher anders sieht. 

Mir persönlich ist "Ghostbusters: Legacy" zu routiniert und einfallslos ausgefallen, um mich den begeisternden Worten vieler Freunde des Originals im Netz anzuschließen. Nach dem schrillen Vorgänger kommt er wesentlich entspannter daher, definitiv, aber ein würdiger Nachfolger nach fast 40 Jahren ist er ebenfalls nicht geworden. Da Ivans Sohnemann Jason Reitman für Regie und Drehbuch verantwortlich war, verärgert die uninspirierte Geschichte umso mehr, lieferte er doch mit "Thank You for Smoking" (Buch), "Juno" (Regie) und "Up in the Air" (beides) beeindruckende Werke ab.  Wiki

28.01.2024

GHOSTBUSTERS (2016)

Ich mag den klassischen "Ghostbusters", gehöre aber nicht zu den euphorischen Anhängern der ersten beiden Teile. Deswegen konnte mich die Nachricht, dass Frauen nun das Ruder in der Hauptbesetzung übernehmen, nicht derart schockieren, wie einen eingefleischten Fan. Kritisch wurde ich freilich trotzdem, steht in den USA damit doch oft gesellschaftspolitische Erziehung im Zusammenhang, und derartige Moral in einem Unterhaltungsfilm empfinde ich meist als störend. Überraschender Weise kommt eine derartige Mentalität im 2016er "Ghostbusters" gar nicht erst vor. Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir die eigentliche Handlung. Die rückt mit einem Supergegner zwar die Superhelden-Verwandtschaft der grundlegenden Thematik weit offener dar, als sie mir bei den Originalen je bewusst war, was aus Sicht der Verantwortlichen aber passt, so beliebt wie Superheldenstoffe zur Entstehungszeit waren. Manch andere Entscheidung trifft aber nicht gerade die Erwartungen eines Blockbusters auf der Suche nach einem großen Publikum. Dass der Film einem ständig Spezialeffekte vor die Nase setzt, kann man ihm nicht vorwerfen, das tat man im Original ebenso. Und gefallen hat mir diesbezüglich das optische Spiel mit dem Breitbild, das für Computereffekte stets überschritten wurde. 

In vielen Punkten atmet "Ghostbusters" von Paul Feig, dem wir so tolle Komödien wie "Bad Teacher" und "Beim ersten Mal" verdanken, definitiv Mainstream-Luft, auch in dem Glauben eine weibliche Besetzung müsse jene schrille Komik beinhalten, welche schon weit zurückhaltendere Werke mit Goldie Hawn und Whoopi Goldberg etliche Jahre zuvor fast unerträglich machte. Mit Hauptdarstellerin Melissa McCarthy tat ich mich diesbezüglich schon in "Happytime Murders" schwer, der, zwei Jahre nach dem hier besprochen Werk entstanden, stark unter ihr litt. Dort hat sie aber zumindest trotzdem den ein oder anderen herrlich lustigen Moment abgeliefert, hier ist dies jedoch nicht der Fall. Und neben zwei anderen wilden Großmäulern fällt sie nicht einmal schlimmer auf als diese. Vom stillen Klischee der Frau Nummer 4 muss man gar nicht erst reden, die ist zu austauschbar, als dass man dankbar für ihre Zurückhaltung sein könnte. Interessant und völlig unverständlich ist für mich in dieser massenkompatiblen Rezeptur der schrillen, lauten und sehr einfachen Komik, dass sie derart bizarr präsentiert wird, dass man sich mit ihr eigentlich wieder dem Massengeschmack verwehrt. 

Oft konnte ich die Komik gar nicht greifen, die mir laut und deutlich vorgesetzt wurde, aber derart verkrampft auf schräg getrimmt anvisiert ist, dass man das Gefühl bekommt, das Drehbuch habe wer verfasst, der keinen Humor besitzt und nun im Auftrag der Studios laute Komik abliefern soll. Bereits der Sekretär der Geisterjäger ist diesbezüglich völlig orientierungslos auf dumm, psychedelisch und grotesk getrimmt, als würde jemand während einer Bedrohung blind und hektisch um sich schlagen, in der Hoffnung seinen Angreifer per Glückstreffer zu besiegen. Noch extremer traf es aber die Rolle des Wissenschaftsnerds der Vier, die hier schon derart geisteskrank und aggressiv anmutet, dass dieses Verhalten nichts Sympathisches mehr ausstrahlen kann. Und im Zusammenhang damit kommen wir wieder zur Standardschwäche des modernen Mainstream-Kinos: derart um eine bestimmte Charaktereigenschaft bemüht, passt eine solche nun gar nicht mehr zur Position in der Geschichte. Alle drei Wissenschaftlerinnen in ihrer jeweiligen Art wirken, als wären sie nicht intelligent und konzentriert genug, um überhaupt das zu sein was sie sind und das erreichen zu können, was sie meist in nicht gesichteten Zwischenschritten stets schaffen. Damit wird "Ghostbusters" nicht nur zu einer arg schrillen, wilden und unsympathischen Angelegenheit, sondern auch zu einer dümmlichen, die Elemente am Original und anderen üblichen Kinostoffen nachäfft, ohne diese in seine eigene Mentalität psychologisch korrekt integriert zu bekommen. 

Und dass ein Film, der sich um die Gleichberechtigung aller Menschen jedweder Art mit der Frauenbesetzung als Umkehrung zum Original offensichtlich präsentiert, den schwarzen Part der Viergespanns aber erneut wieder als den einfachen, ungebildeten Arbeiter einbaut, hinterlässt schon einen spöttischen Schmunzler bei einem Werk, welches aus einem Land stammt, das stets krampfhaft bemüht ist diesbezüglich korrekt zu sein (man denke nur an die peinliche Entschuldigung des Regisseurs von "Notting Hill", dass damals kein Schwarzer besetzt wurde). Nun ja, mir fiel es nur auf, störte mich nicht, und gerechter Weise hat das Drehbuch für diese Rolle ganz eigene Wege gefunden sie peinlich und laut erscheinen zu lassen, so dass sie ihren Kolleginnen im dumpfen und vulgären Sinne in nichts nachsteht. Dass Bill Murray sich als Gaststar in einem solch dünnen Werk erdreistet mitzumachen, verärgert in sofern, als dass er nie Aykroyds Wunsch nachkam an einem dritten Teil der 80er Jahre-Reihe teilzunehmen. Auch die Sekretärinnenbesetzung von einst kehrt für einen Cameo zurück, Aykroyd, Hudson und Weaver ebenso. Und wie es sich für einen lieblos umgesetzten Film gehört, sind auch diese Gastauftritte äußerst unwitzig und uninteressant ausgefallen, ebenso wie jener von Slimer. 

Andere Anspielungen an das Original, wie die völlig andere Anwendung des Marshmallow-Mannes, wissen zu gefallen, manch netter Gag inmitten vieler schlechter ebenso. So plump und lieblos "Ghostbusters" auch ausgefallen sein mag, er wird nie langweilig, lässt sich zügig durchgucken und ist zumindest theoretisch interessant, um zwei Blockbuster-Dekaden miteinander zu vergleichen, bei ähnlich hohem Anvisieren des jeweiligen Massengeschmacks. Und dass mir die eigentliche Geschichte gefallen hat, habe ich bereits erwähnt. Es handelt sich also um das seltene Phänomen einer Vollkatastrophe, die dennoch dünn konsumierbar bleibt, zwar Fremdschämen verursacht, aber mehr noch einen vor den Kopf gestoßenen Zuschauer zurück lässt, der sich fragt warum manche Entscheidung getroffen wurde, gerade mit Blick darauf, dass das Vorbild ein solch verehrtes Produkt ist. Und das verwundert noch mehr, wenn man einmal sieht, wer vom Original die Chose alles mitproduziert hat.  Wiki

22.01.2024

GHOSTBUSTERS 2 (1989)

Die Fortsetzung des Erfolgsfilms von 1989, erneut aus der Feder von Dan Aykroyd und Harold Raimis, kommt nicht so energiereich und kreativ daher wie der Vorgänger. Sie ist durchaus okay zu nennen, ein Wiedersehen mit all den liebgewonnenen Gesichtern bereitet Freude, aber trotz 5 Jahre Wartezeit und damit genügend Raum, um mehr als einen Schnellschuss abzuliefern, bleibt Teil 2 im Vergleich erkennbar schwächer. An den größeren Ideen, die seinen Plot umgeben, mangelt es nicht. Die Eingangsidee, was aus den Ghostbusters nach dem großen Sieg wurde, gehört mit zu den lustigsten Einfällen, der Fluss aus Schleim weiß zu gefallen (herrlich die Baustellenszene), New York als Ort der negativen Energie ebenso, und der hörige Lakai des Gemälde des Bösen ist mindestens in der deutschen Synchronfassung recht lustig ausgefallen. In den Details kommt "Ghostbusters 2" jedoch glattgebügelter daher, ist man doch nicht mehr um so viele Gags bemüht wie zuvor und hofft dass die Aufhänger und die Spezialeffekte allein schon für ein positives Sehvergnügen ausreichen. Tun sie irgendwie auch, aber eben nicht mit gleichem Ergebnis. Das ebenfalls von Ivan Reitman abgelieferte Sequel befriedigt die Grundbedürfnisse des von Teil 1 angefixten Zuschauer, das war es aber auch schon. 

Lustige, aus dem Standard tanzende Ideen, wie der Gedanke, dass mit dem Schleim tatsächlich auch sexuell experimentiert wurde, sind leider rar gesät, wo sie hingegen das Original noch überfluteten. Und dass es wieder Dana ist, über die man auf die nächste Katastrophenwelle des Übernatürlichen aufmerksam wird, ist schon etwas einfallslos zu nennen, zumal ihre Beziehung zu Venkman, bzw. das erneute Aufblühen dieser, etwas zu stark ins Zentrum der Geschehnisse gerückt wird. Den alten Figuren werden insgesamt keine neuen Facetten beschert, sie wirken wie Blaupausen ihrer selbst, einzig die Idee den Steuerberater ohne Selbstbewusstsein zum Anwalt der Geisterjäger ohne Selbstbewusstsein zu machen, sorgt für einige Lacher und wird zu einer wirksamen Erweiterung einer von vielen Figuren mit Potential. Auch das eigentliche Hauptereignis, das es zu bewältigen gilt, ist nicht mehr so gewaltiger Natur, wie die Katastrophe, die man seinerzeit aufhalten musste. Und dass die Freiheitsstatue keinen Marshmallowmann ersetzen kann, dürfte klar sein, hätte man also gar nicht erst versuchen sollen. Aber da reden wir ohnehin von der schwächsten Phase des Films, die aus dem simplen, aber noch akzeptablen Gag eines tanzenden Toastern nun ein Phänomen macht, das wie gelenkt wirkt. Wie das denn bitte? 

Die Botschaft, wie es überhaupt zum Sieg über den Tyrannen von einst kommen kann, ist herzlicher Natur, und letztendlich strahlt "Ghostbusters 2" eine Unschuld aus, die es einem leicht macht zu akzeptieren, dass es sich nur um eine simple Fortsetzung handelt. Sie unterhält, sie vergnügt, sie beschert schöne Momente, nicht mehr, nicht weniger, da hat es schon weit weniger gute Fortsetzungen gegeben. Bedenkt man aber, dass alle wichtigen Personen vor und hinter der Kamera wieder mit am Start waren, wirkt es dennoch wie eine vertane Chance. Da nicht jeder vom Ensemble mit der Spielfreude von einst dabei ist, schien dies aber schon während des Drehs aufzufallen.  Wiki

21.01.2024

GHOSTBUSTERS (1984)

Neben "Zurück in die Zukunft" dürfte "Ghostbusters" wohl die heute noch kultigst verehrte US-Komödie der 80er Jahre sein. Und das passt schon, verkörpert er doch alles, was die Anhänger dieses Jahrzehnts am Kino dieser Zeit wertschätzen. Er mag laut, mit Spezialeffekten überfrachtet und auf massentauglich getrimmt sein, aber das von den Hauptdarstellern Dan Aykroyd und Harold Ramis verfasste Drehbuch hält tatsächlich einige gekonnte Lacher bereit und bietet eine erzählenswerte Geschichte. Die ist zwar weit simpler ausgefallen, als das große Kawumm drumherum zunächst erkennen lässt, aber angereichert mit allerhand amüsanten Randideen und besetzt mit einer gut aufgelegten Schar Berühmtheiten, wird aus der amüsanten Chose tatsächlich ein Hingucker. Mir persönlich ging manch zu prollig ausfallender Spruch Venkmans auf den Geist, den ich entgegen der populären Meinung insgesamt eher als den Schwachpunkt der Figurenzeichnungen sehe (wobei ich trotzdem erwähnen will, dass auch er einige gute Passagen beschert bekommen hat), und das finde ich etwas schade, ist es doch Bill Murray, der diese Rolle bekleidet, und der ist äußerst talentiert. Sein Spiel und die deutsche Synchronstimme biegen manch zu plumpes Gehabe gerade, so dass die Figur trotzdem nicht zum penetranten Störfaktor wird. Und jede Menge anderer lustiger Figuren, insbesondere jene von Rick Moranis verkörperte, lassen ohnehin nicht zu, dass eine Schwäche dem kompletten Werk schaden könnte. 

Etliche Randfiguren, ob natürlicher oder übernatürlicher Abstammung, sprühen vor Einfallsreichtum und treffsicherem Humor. Die Charaktere, so oberflächlich sie auch ausfallen mögen, kommen trotz dem Meer an Spezialeffekten und einer Geschichte, die stets neue Sehwerte beschert, nicht zu kurz, entfachen Sympathie und durchdringen die Stereotype, das sie eigentlich verkörpern. Die obligatorisch integrierte Liebesgeschichte wird an der kurzen Leine gehalten. Dass ihr im Happy End mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, als zu ihrem bisherigen Gehalt passend gewesen wäre, lässt sich ebenso verschmerzen, wie das etwas zu penetrante Abfeiern der Helden bei ihrer Ankunft und nach dem Sieg. Klar, hier wurde Metaebenen-durchdringend gearbeitet, wenn die Statisten ihren Prominenten zujubeln und Regisseur Ivan Reitman dies nutzt, um es so aussehen zu lassen, dass die Geisterjäger gefeiert werden. Aber es hinterlässt einen etwas zu selbstherrlichen Eindruck, das finde ich etwas schade. Zumal "Ghostbusters - Die Geisterjäger" (Alternativtitel) ansonsten aus all den typischen Hollywoodkrankheiten das Gute herauszuholen weiß. Vieles von dem, was an anderen Werken stören würde, wird hier zum Pluspunkt, woran man erneut sieht, dass es auf das Drehbuch und professionelle Beteiligte mit Herzblut an der Sache ankommt, ob ein großes Showereignis mit lautem Dauerfeuerwerk an Gags und Effekten letzten Endes zu etwas Sehenswertem wird oder nicht. Mancher Schauwert mutet derart professionell an, dass er 9 Jahre vor dem endgültigen CGI-Einzug ins US-Kino wie ein Effekt aus dem Computer wirkt (positiv gemeint).

"Ghostbusters" mag massenkompatibel umgesetzt sein, hält seine Geschichte leicht verständlich und lässt nie Zeit zum Atmen aufkommen, aber er ist zudem ideenreich umgesetzt, schlägt inhaltlich dennoch manchen Haken, erwartet eine große Leistung von den Verantwortlichen vor und hinter der Kamera und hat auch tatsächlich Erzählenswertes  zu bieten. Er ist nicht einzig auf die Bedürfnisse des Publikums ausgelegt, wie die seelenlos wirkenden Großproduktionen von damals und heute, sondern entfacht tatsächliche Sympathie und Begeisterung, gerade auch weil er inmitten einer Geisterkomödie gar nicht erst versucht das Horrorgenre zu streifen oder zu ehren. Dies wird hemmungslos veralbert, spätestens mit der wundervollen Idee den Marshmallowmann zum Endgegner zu machen.  Wiki

23.11.2019

THE DEAD DON'T DIE (2019)

Wenn man hört, dass sich Jim Jarmusch, seines Zeichens eher im Gebiet des Arthouse unterwegs, an einen Zombiefilm versucht, dann wird man neugierig, fragt man sich doch was wer Geistreiches wie er, der gern zu stiller Komik greift, dem überlaufenen Sub-Genre Neues bieten kann, ist es doch ohnehin häufig Zielobjekt motivierter Autoren und Regisseure und somit nicht arm an Gesellschaftskritik und kreativen Variationen. Nach dem Vampirfilm "Only Lovers Left Alive" sind also nun die Zombies dran. Jarmuschs anderen Versuch aus dem Horrorbereich kenne ich nicht, ich kenne ohnehin bislang nur "Broken Flowers" und "Down By Law", die mir beide gut gefallen haben, stelle aber bereits anhand mit Kenntnis dieser fest, dass "The Dead Don't Die" etwas zu bemüht, wenn nicht sogar zu bequem, den typisch reduzierten Stil des Regisseurs verwendet. Die hier gezeigten Geschehnisse sind derart zurückgeschraubt worden, dass der Film weit gehaltloser daher kommt, als man es zuvor vermutet hätte. Pseudo-subtil wird alles mit dem Holzhammer präsentiert, jegliche Gelassenheit der Protagonisten, jedes Augenzwinkern, jedes Verbeugen vor den Vorbildern, jedes Andersseinwollen als der Mainstream. Das kommt alles derart verkrampft gekünstelt daher, dass man geradezu erschlagen wird von der Passivität, die der Streifen ausstrahlt.

Zunächst genießt man den ruhigen Stil noch, sowie die Anspielungen an Ignoranzen unserer Zeit. Im Laufe der Zeit bemerkt man jedoch, dass Jarmusch auf nichts weiter hinaus will, nichts versteckt oder offen thematisiert, was nicht längst schon einige andere Zombiefilme verarbeiteten. Da es an subtilem Humor ruhig noch einige Schippen mehr hätte geben können, verkommt das trostlose Treiben somit recht schnell zu Langeweile, anstatt zu einer Herausforderung des Publikums an einen mainstream-feindlichen, alternativen  Erzählstil, der einem zeigt zu was Kino sonst noch in der Lage ist. Metaebene durchbrechende Witzigkeiten fügen sich nicht dem Rest, die Geschichte läuft auf ihr vorhersehbares Ende hinaus, Bill Murray spielt mit halber Backe, und tolle Ideen, wie wiederkehrende Wortspiele, kann man an einer Hand abzählen. Der Witzversuch mit dem immergleichen Song, auf den man überall trifft, will nicht bis zum Schluss funktionieren, und dem Zombie-Genre an sich bietet "The Dead Don't Die" nichts, was es nicht schon zuvor gegeben hätte, sei es im humoristischen, als auch im Horrorbereich. Das ist schon schade, zumal Jarmusch endlich mal wieder Untote dem Erdboden entsteigen lässt, eine Zutat, die mittlerweile all zu selten die Zombiefilme heimsucht. Manch schöne Aufnahmen wie diese wissen kurzfristig zu versöhnen, ebenso das Verwenden der schleichenden Gattung Zombie, insgesamt gibt es jedoch nichts Positives zu berichten, was den kompletten Film halbwegs gerettet bekommt. Man weiß was Jarmusch will, man weiß was er ansonsten abliefert, letztendlich bekommt man jedoch das Gefühl, der Regisseur habe zwanghaft im gewohnten Stil gearbeitet, so als sei es seine Pflicht sein Stammpublikum auf diese Art zu bedienen. Was bei "Down By Law" frisch und entspannt jenseits dem Mainstream funktionierte, wirkt hier nur dröge und gewollt. Mit solch einem mauen Ergebnis habe ich so gar nicht gerechnet.  OFDb

18.11.2018

UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER (1993)

Mag literarisch auch die Kurzgeschichte "12:01 PM" der erste Beitrag zum Thema Zeitschleife als Tageswiederholung gewesen sein, aus filmischer Sicht war "Und täglich grüßt das Murmeltier" das erste Produkt seiner Art. Diesem folgten zunächst TV-Produktionen wie "Und täglich grüßt der Weihnachtsmann", später aber auch die Großproduktion "Edge of Tomorrow". Egal wie gut ("12:01"), unterhaltsam ("Happy Deathday"), oder mäßig ("Und täglich grüßt der Bräutigam") die Ergebnisse auch ausfielen, so berühmt wie die mit Bill Murray in der Hauptrolle besetzte Komödie von Harold Ramis wurde keiner dieser Streifen. Wann auch immer sich ein Film wie "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie" mit der Thematik der Wiederholung des immer gleichen Tages beschäftigt, er muss sich mit der hier besprochenen Fantasy-Komödie messen, die sich im Gegensatz zu manchem Nachzügler kein bisschen dafür interessiert warum es zu besagter Zeitschleife kommt.

Freilich wissen wir, dass sie der Läuterung Connors Charakter dient, wodurch sie tatsächlich ausgelöst wird, bzw. welche Kraft hinter dieser Chance steckt, und warum Connor sie sich scheinbar verdient hat, wird jedoch nie erklärt oder auch nur im Ansatz hinterfragt. Vielleicht steckt Amor dahinter, denn "Groundhog Day" (Originaltitel) beschäftigt sich deshalb nie mit dem Rätsel hinter den Ereignissen, weil er sich auf seine Liebesgeschichte konzentriert. Dass das Ergebnis trotzdem nicht auf den Bereich RomCom reduziert werden kann, beweist die Grundidee, die bereits bei weniger kreativem Herangehen ein Selbstläufer gewesen wäre. Da aber Komödienspezialist Harold Ramis ("Caddyshack", "Reine Nervensache") den Film geschrieben und inszeniert hat, wird das Ergebnis gar zum Party-fördernden Happening, denn das Drehbuch sprudelt nur so vor wunderbaren Einfällen, gut gesetzten Pointen, herrlich flachen Kalauern und cleverem Humor. Unterstützt durch Murrays zynisches Spiel ist eine höchst unterhaltsame Komödie entstanden, die man tatsächlich alle Jahre wieder hervorholen kann, um sich erneut am grandiosen Ergebnis zu erfreuen.

Das einzige Makel, meiner Meinung nach, besteht im überraschend humorarmen Schluss, der nach dem wundervoll komischen "Bleib hier" keinen einzigen Versuch mehr unternimmt etwas Humorvolles ins Geschehen einzubauen. Da sprechen wir zwar nur von wenigen Minuten bis zum Einsatz des Abspanns, überraschen tut mich diese Vorgehensweise aber dennoch immer wieder aufs Neue, wirkt der Schluss doch damit etwas zu kitschig und eher aus Pflicht einen Schluss präsentieren zu müssen inszeniert. Aber was soll man jammern, wenn der Weg bis dahin bestens funktioniert? "Und täglich grüßt das Murmeltier" trumpft nicht nur mit vielschichtiger Komik und einer guten Besetzung, seine Liebesgeschichte weiß einen mitzureißen, kurze dramatische Momente stecken an, und wenn es Richtung Läuterung geht verzichtet der Film auf den erhobenen Zeigefinger, sprich die Moral hält sich stark zurück, so wie es der Kitsch stets zuvor tat, wenn Connor anfängt Empathie und Zuneigung zu seiner Produktionsassistentin zu empfinden. Wer je an einem Film mitgewirkt hat, wird zudem Gefallen daran finden, dass Fehler stets zu Wiederholungen der selben Szene führen, so wie man es tatsächlich von Dreharbeiten kennt, ohne dass besagte Szenen üblicher Weise je den Weg in einen fertigen Film finden würden. Zur Entstehungszeit von Ramis Werk guckten sich diese Momente erfrischend anders. Die Filme, die sich heutzutage mit der Zeitschleifenthematik beschäftigen, finden oft noch alternative Möglichkeiten die Wiederholung darzustellen. So oder so müssen sie sich aber trotzdem auch immer wieder an der Methode Ramis bedienen. Ohne diese geht es dann doch nicht.  OFDb

21.11.2015

WAS IST MIT BOB? (1991)

Frank Oz in der Regie, Bill Murray und Richard Dreyfuss in den Hauptrollen und Julie Hagerty, die bereits in „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ bewiesen hat wie augenzwinkernd sie die naive (Ehe)Frau darzustellen weiß, in einer Nebenrolle, allein das sind vier Argumente die bereits für den großartigen „Was ist mit Bob?“ sprechen, einem Film der noch die Komödienluft der 80er Jahre atmet, meiner Lieblingszeit US-amerikanischer Komödien. Die Geschichte selbst wird mit den beiden Stars im Zentrum gar zum Selbstläufer, so dass es überhaupt nicht stört dass vieles vom eigentlichen Handlungsablauf vorhersehbar ist. Denn hier kommt es auf das wie an, und das ist treffsicher eingefangen mit gezielter Pointensetzung.

Wie gut „What About Bob?“ (Originaltitel) ist, lässt sich allein daran erkennen wie gekonnt Oz sich dem geistigen Abdriften des Psychiaters nähert, das keinesfalls zu ruckartig daher kommt und recht clever vorbereitet wird. Ohnehin ist diese Komödie keine gedankenlose unüberlegte Klamauk-Chose. Spielfreudige Stars unterstützen hier ein cleveres Drehbuch, welches genau weiß warum es welchen Bereich des Lebens wie parodiert. Die Schwächen von Psychiatern und die Vorurteilen über sie werden genauso auf die Spitze getrieben wie jeder weitere gesellschaftliche Aspekt den der Streifen aufgreift. Dabei geht kein Witz auf Kosten der Charaktere, die für das Gelingen des Humorbereichs im Mittelpunkt stehen und tiefgründig genug ausgefallen sind, so dass das ganze so funktioniert, dass man weder zu verkopft noch zu dümmlich unterhalten wird.

Privat sollen sich die beiden Hauptdarsteller nicht verstanden haben. Das wird ihnen sicher dabei geholfen haben sich in ihren Rollen zurecht zu finden. Aber wir reden hier von zwei wahrlich großen Leuten ihres Fachs, die bis auf die kleinste Mimik genau wissen wie die Figur und die jeweilige Situation zu verstehen ist. Es ist, wie so oft im Kino bis in die 80er Jahre hinein, in Kombination mit taltentierten Mimen das psychologische Verständnis des Autors, der das tatsächliche Funktionieren des Streifens ausmacht. Das Verständnis wie Charaktere funktionieren, wie sie zu dem wurden was sie sind, und warum sie zu dem werden was sie am Schluss sind, aufgrund eines Verstehens darüber welche Situation und Tat welchen Einfluss auf den jeweiligen Charakter und zukünftige Situationen hat. Das ist eine Stärke die im modernen Kino immer mehr verloren geht und damit solch stumpfe Werke wie „Die Wutprobe“ hervorbringt.

„Was ist mit Bob?“ guckt sich trotz seiner humoristischen Intelligenz locker leicht, bzw. gerade deswegen, eben weil man sich nicht krampfartig in eine Situation hinein schreibt, die man psychologisch nicht versteht. „Was ist mit Bob?“ ist gut beobachtetes Kino, welches einer herrlich übertriebenen Comic-artigen Idee nachgeht und in jedem Moment weiß was es gerade erzählen möchte, frei von Publikums-Anbiederung, Kitschmomenten, sowie idealistischem und moralischem Getue. Unterstützt wird das clevere Drehbuch dabei von einem hervorragenden Cast in den Händen eines begnadeten Regisseurs, der bereits einige Jahre zuvor mit „Zwei hinreißend verdorbene Schurken“ bewies wie geistreiche Komik aussehen kann.  OFDb

07.02.2014

CITY OF EMBER - FLUCHT AUS DER DUNKELHEIT (2008)

„City of Ember“ ist ein sympathischer Streifen, der jedoch das Potential zu mehr gehabt hätte, vorausgesetzt man hätte sich mit dem Problem beschäftigt, welches zu der Entscheidung führte unter die Erde zu ziehen. Mit diesem Ansatz im Hinterkopf hätte man dann auch thematisieren können, ob die Flucht nach oben tatsächlich Sinn macht, oder ob die Menschheit endgültig verloren ist. So darf man die Kids jedoch bei der etwas inhaltslosen Suche nach einer Rätsels Lösung beobachten, deren Antwort man schon kennt, was der Story ihr Spannungspotential raubt. Aber da der Streifen ein schönes Set-Design hat, humoristisch gespielt ist und sympathische Stars mit an Bord hat, kann man ruhig dennoch einen Blick riskieren. Man darf nur keinen gehaltvollen Film erwarten. Einem jüngeren Publikum bereitet Gil Kenans Fantasyfilm sicherlich mehr Freude als dem Erwachsenenpublikum, einfach weil einem erfahreneren Film-Fan vieles zu vorhersehbar oder bekannt erscheint. Aber das bedeutet nicht, dass das ältere Publikum nicht dennoch seinen Spaß mit "City of Ember" haben kann. Allein das herrlich übertriebene Schurkenspiel von Bill Murray ist das Einschalten wert. Und sein politisches Treiben zum eigenen Zweck ist auch inmitten eines jugendorientierten Werkes, welches mehr auf seine Optik als auf den Inhalt achtet, ein gelungener Seitenhieb auf das fragwürdige Treiben der Politiker in der Realität.  OFDb

04.10.2012

ZOMBIELAND (2009)

Ein Verklemmter und ein Zyniker ziehen durch ein von Zombie bevölkertes, fast menschenleeres Amerika und stoßen auf zwei Schwestern, die sie in Schwierigkeiten bringen...

Die Suche nach dem Naheliegenden...
 
Zombiefilme gibt es wie Sand am Meer, und erstaunlicher Weise lag es nie an einer einfallsreichen Geschichte, ob ein Beitrag in der Masse auf sich aufmerksam machte oder nicht. Seit je her läuft das Sub-Genre nach selbem Muster mit leichten Veränderungen ab, und schon seit der 80er Jahre rettete man sich innerhalb dieser Filmgattung hin und wieder in den Humorbereich.

Dieser ist auch in den 00er Jahren gut besucht gewesen, brachte Geheim-Tipps wie „Fido“ hervor, intelligente Innovationen wie „Shaun Of The Dead“ und manchmal einfach die kurzweilige Unterhaltung ohne Anspruch für zwischendurch wie „Dead And Deader“. Zur letzten Kategorie darf sich auch „Zombieland“ zählen, der von seiner eigentlichen Geschichte her belangloser nicht sein könnte. Aber er hat Stil und vor allen Dingen einige lustige Ideen parat, so dass sich ein Blick tatsächlich lohnt.

Schon die Einführung macht es einen leicht mit dem Werk zu sympathisieren. Man vereint die Kennenlernphase mit der Identifikationsfigur mit den Umständen und Überlebensregeln in Zombieland und bekommt dabei auch gleich den augenzwinkernden Grundton zu spüren, der dominant vor dem Horroraspekt steht. Im Vergleich zu anderen Zombiefilmen mag „Zombieland“ im Gore-Bereich etwas zahmer ausgefallen sein, dennoch darf man staunen was heutzutage so alles als FSK 16 durchgeht. Die Zeiten einer FSK 18 für „Carrie“ und „Schreckensmacht der Zombies“ ist schon lange rum.

Dass das Blut meist aus dem Computer kommt, stört ausnahmsweise mal weniger, was daran liegen mag, dass die Ekeleffekte ohnehin wenig beachtet werden. Wozu auch? Der Amateursektor hat sich seit je her bemüht diesen Bereich überzubewerten und den Allesgucker zu übersättigen. So macht es Spaß stattdessen mit Situationskomik unterhalten zu werden und den Bereich gelungener Spezialeffekte auf anderer Ebene genießen zu können.

„Zombieland“ funktioniert mit wenig Figuren, und diese haben recht grobe Charaktere, sind gar Stereotype, die in ihrer Übertreibung jedoch nie zu einseitig dargestellt werden. Der Verklemmte scheut sich nicht jeder Lebenslage, der Draufgänger wütet nicht pausenlos, usw. Das macht auch die Dialoge erträglicher, die jeder Figur zwei innere Seiten herausarbeiten, so monoton sie eigentlich auch für den eigentlichen Filmzweck als Figur eingebaut werden.

Eigentlich zeigt uns Regisseur Fleischer auf bissige und übertriebene Art die typischen Amerikaner, wie sie allgemein gerne in Filmen dargestellt werden: etwas dümmlich, aber lebensfroh und liebenswürdig, etwas gedankenlos, aber die Welt als Spielplatz betrachtend. Das findet in Zombieland freilich auf sehr extreme Weise statt, wird dafür aber auch deutlicher als eh und je, vor allen Dingen dann, wenn das Finale in einem Freizeitpark stattfindet, der den Figuren allerhand Möglichkeiten gibt sich den Untoten spielerisch zu entledigen.

Von psychologischer Tiefe braucht man da nicht sprechen, und Gesellschaftskritik findet dadurch auch nicht wirklich statt. „Zombieland“ ist ein Unterhaltungsfilm und soll Laune machen, und er macht dies, in dem sich die Figuren des Films selbst pausenlos Laune machen.

So bleibt Fleischers Werk ein eher oberflächlicher Film, der dank einer rasanten Inszenierung und guter Gags zu mehr wird als es klingen mag. Wenn ein Prominenter einen Gastauftritt absolviert, kommt sogar ab und an Komik auf Monty Python-Niveau auf. An anderer Stelle orientiert man sich mehr an der lauten Hau drauf-Komik und an zynischen Kommentaren.
 
Während ein Running Gag über die verzweifelte Suche nach Twinkys etwas überreizt wird, im Finale aber eine wundervolle Pointe findet („Worte können das nicht beschreiben“), läuft eine an sich interessante andere Idee, die Angst vor Clowns, leider ins Gewöhnliche. Nachdem was einem zuvor an tollen Ideen präsentiert wurde, hätte man hier mit mehr gerechnet, wird besagte Clown-Phobie doch recht früh eingebaut, wissendlich dass sie für eine spätere Szene wichtig sein wird.

Aber es ist ohnehin das letzte Drittel, das dem Werk einiges von seinem Potential raubt. Im Freizeitpark-Finale setzt man die Gagzahl zurück, um sich Schauwerten zuzuwenden. Laute Musik, blinkende Lichter, schrille Mordmethoden vor schriller Kulisse. Da sind nette Ideen vertreten, aber man ist doch froh wenn die Action ihr Ende findet und kurz vor Schluss noch mal auf Dialog und Situationskomik gesetzt wird.

Zwar bietet der Film auch einige klischeeartige Emotionsmomente, weiß aber immer wieder Wege zu finden diese humoristisch zu stützen, so dass sie letzten Endes nur dazu dienten einen Gag vorzubereiten. Die beste Szene dieser Art dürfte das Weinen des harten Mannes sein, der berichtet wie er seinen Sohn verloren hat, und sich die Tränen im nächsten Moment mit Bargeld von den Augen wischt.

„Zombieland“ ist ein kurzweiliger Zombie-Spaß, weit entfernt von dem Niveau eines „Shaun Of The Dead“ aber unterhaltsam genug um auch außerhalb der Fankreise für Vergnügen zu sorgen. Improvisierfreudige Darsteller und ein gutes Timing für Gags sorgen für das gewisse Etwas.  OFDb