Posts mit dem Label Robert Hays werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Robert Hays werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

07.10.2015

DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN RAUMSCHIFF (1982)

Die Autoren und Regisseure Jerry Zucker, Jim Abrahams und David Zucker standen für die Fortsetzung von „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ nicht mehr zur Verfügung, und so braucht man bereits im Vorfeld nicht mehr mit einer solch qualitativen Komödie zu rechnen, wie sie üblich für das Trio ist („Die nackte Kanone“, „Kentucky Fried Movie“, ...). Obwohl die Story relativ anders klingt mit ihrem durch die „Krieg der Sterne“-Welle zur Pflicht gewordenen Science Fiction-Einfluss, erweist sie sich doch lediglich als Wiederaufguss der bereits in Teil 1 erzählten Geschichte, leicht variiert und mit ein paar Problemen mehr an Bord als die bloße Notlandung einer Flugmaschine, aber diese Änderungen sind kaum der Rede wert.

Wo Teil 1 genau wusste was es von den Vorbildern wie zu verarschen gab, reicht es den Verantwortlichen von „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff“ Werke aus dem Science Fiction-Bereich möglichst deutlich erkennbar für den schnellen Gag einzubauen. Da darf man das Raumschiff Enterprise sichten, E.T. huscht für einen schnellen, recht plumpen Gag vorbei, und ein Teil des Hauptstory-Strangs orientiert sich an Kubricks „2001 - Odyssee im Weltraum“. Das Kennen der Vorbilder ist jedoch nicht von Bedeutung, sie werden eher zitiert als in ihrem Kern wahrlich parodiert, womit der Streifen mit der wesentlich später auf der Bildfläche erscheinenden „Scary Movie“-Reihe zu vergleichen wäre, die ähnlich locker leicht daher kommt, ohne Tiefe in der Komik zu beweisen.

Nicht nur die Geschichte wird ein zweites Mal aufgefrischt, auch allerhand Witze, meist präsentiert von den selben Figuren welche von den selben Schauspielern aus Teil 1 dargestellt werden, sind wortwörtlich mit an Bord. Da wird dreister Ideenklau des Vorgängers betrieben, sicherlich auch als Verbeugung gedacht, aber einfallsreich ist dieses Gag-Recycling sicherlich nicht.

Das erstaunliche an „Airplane 2 - The Sequel“ (Originaltitel) ist jedoch, dass er mit heruntergeschraubten Erwartungen nicht nur trotzdem funktioniert, sondern u.a. auch deshalb. Die Figuren hat man liebgewonnen, das Wiederholen der Gags weiß zu gefallen, und ein Großteil dieser erstaunlich überraschenden Wirkung erntet der Film aus der Spielfreude der talentierten Darsteller und der Hemmungslosigkeit, mit der man einfach eine relativ kurze Laufzeit mit möglichst vielen Witzchen anreichern wollte, hauptsächlich mit herrlich blöden Flachköppern.

Im Gegensatz zu Teil 1 weiß ein großer Teil der Gags nicht zu ziehen, und den anspruchsvolleren Humor kann man diesmal vergebens suchen. Aber ein guter Anteil der permanent auf den Zuschauer losgefeuerten Gags weiß eben doch zu belustigen, und hin und wieder ist auch wieder ein richtig genialer Witz dabei, so z.B. die völlig idiotische Idee, dass jemand in einer lebensgefährlichen Situatuion, wenn in Zeitlupe eine Bombe durch die Luft fliegt, den Blick nach unten senkt um kurz auf die Uhr zu starren. Für solche Momente liebe ich diese eigentlich recht flache Fortsetzung.

Glücklicher Weise vergeht die Stimmung nicht nach halber Laufzeit oder nach spätestens einer Stunde, ein Zustand der bei fast reiner Gag-Wiederholung durchaus denkbar wäre. In „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Raumschiff“ kommt dem Unterhaltungswert die Umschwenkung auf die Mond-Crew im letzten Drittel sehr entgegen, welche der Geschichte mit neuen Gesichtern und anderer Möglichkeiten noch einmal eine kleine Portion Zusatz-Zunder beschert, und das liegt mitunter am herrlich selbstironischen Spiel William Shatners, der in einigen der besten Momente dabei sein darf. Ein Monitor der keiner ist, das kurzfristige Abrutschen in den Wahnsinn aufgrund blinkender Lichter, oder die sich ewig aufschaukelnde Beschreibung dessen, dass Striker nun das Sagen hat sind alles großartige humoristische Momente, für welche ich die Fortsetzung eines eigentlich wesentlich besseren Originalfilmes dann doch nicht missen möchte.  OFDb

04.10.2015

DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG (1980)

„Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ gehört für mich neben „Die nackte Kanone“ u.a. zu den besten Komödien die je gedreht wurden. Dieser wunderbare Mix aus flachen Witzen und intelligentem Humor ist eine Wucht für sich. Ich liebe den Film für beides, und bin den Verantwortlichen des Drehbuchs dankbar dafür, dass trotz der hohen, fast schon sekündlichen Gag-Dichte die Charakterzeichnung der einzelnen Figuren nicht vernachlässigt wurde.

Ich kenne keinen der direkt parodierten Werke, und habe trotzdem meine Freude mit „Airplane“ (Originaltitel), der hauptsächlich Filme über Flugzeugkatastrophen veräppelt und dabei auf allen Ebenen arbeitet. Die Schrift im Vorspann ist in totaler Übertreibung extrem groß ins Bild gesetzt. Die Musikuntermalung ist stets völlig überzogen. Entweder ist sie hochgradig reißerisch, extremst kitschig oder im Finale gar unübersehbar bescheuert, wenn ein Frauenchor sich derart hochschaukelt, dass die letzten Töne nur noch gekrächzt werden.

Die beiden Zucker-Brüder und Abrahams, die alle drei auch für das Buch von „Kentucky Fried Movie“ und später auch für „Die nackte Kanone“ und „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“ verantwortlich waren, stürzen sich auf jegliches Klischee, enttarnen die Schwächen solcher Filme durch völlige Übertreibung, wissen aber auch die Stärken der Vorbilder lächerlich aussehen zu lassen, stets den Respekt vor dem was man verarscht im Blick, verkörpert von vielen guten Schauspielern, denen man die Freude daran dass sie hier komplett überagieren dürfen, regelrecht ansieht.

Leslie Nielsen, der erst zur zweiten Hälfte wichtig wird, sticht hierbei ganz besonders hervor, muss er in jeglicher Situation doch mit komplett ernster Mimik auftreten und selbst in den unsinnigsten Dialogen mit unerschütterlichem Selbstbewustsein und einer Sachlichkeit in der Stimmlage agieren, dass man sich vor Lachen kaum noch halten kann. Ich habe einmal gehört, dass Nielsen während des Drehs nicht verstanden haben soll, warum er in einer Komödie so spielen soll. Als er den fertigen Film sah verstand er was an seiner Rolle so witzig war. Und mich würde es nicht wundern, wenn diese Anekdote der Wahrheit entspricht.

Das Regie-Dreiergespann ist sich keiner Witzchen zu schade, seltenst rutscht man auch mal knapp an Peinlichkeiten vorbei, aber das verzeiht man einem Film, der an fast jeder anderen Stelle beste Komik serviert, die punktgenau da eingesetzt wird, wo sie am besten zu wirken weiß. In „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ wird das Spiel mit der Komik zur Kunst, wobei flache Witzchen einem direkt vor die Nase gesetzt werden, wohingegen man den nicht minder vertretenen intelligenen Humor meist selbst entdecken muss.

So ist das nun einmal bei Filmen mit Köpfchen. Man muss sein eigenes ebenfalls einschalten, sonst funktioniert solch ein Werk nur auf der plumpen Ebene. Und das wäre trotz wunderbarer Flachköpper doch viel zu schade drum, steckt doch viel Herzblut in der hier dargebotenen Komik und könnte der Vorwurf billigem Klamauks, wie er z.B. für die „Police Academy“-Reihe oder spätere Leslie Nielsen-Filme typisch war, doch nicht ferner der Wahrheit liegen, so analytisch gut beobachtet wie der Streifen ausgefallen ist in seiner geradezu pingeligen Perfektion was Pointensetzung betrifft.

Ich mag es immer sehr wenn niveaulos und niveauvoll Hand in Hand gehen. In einem solchen Mix verliert sich das Handicap eines Tunnelblicks der Vorurteile meist von selbst, so dass ein ehrlicher Grundton entsteht. Die Macher reißen Witze über die sie selber lachen. Hier wird nichts vorgetäuscht, hier wird nicht für schnelles Geld geheuschelt oder auf gut Glück ein Witzversuch gestartet. Und das sieht man diesem Meisterwerk der Komödie in jeder Minute an.  OFDb