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21.10.2022

SLUMBER PARTY MASSACRE (2021)

Wenn sich TV-Sender wie SyFy an Fortsetzungen/Remakes kleinerer und größerer Genre-Klassiker heranwagen, dann endet das meist in plumperen Varianten des Originals, wie "Lake Placid 2", "Deep Blue Sea 3" zeigen und wie es auch bei den TV-Fortsetzungen zu "Pumpkinhead" und "Anaconda" sein sollte. Etwas mühevoller umgesetzt sticht da schon "Slumber Party Massacre" hervor, der den gleichnamigen Horrorfilm von 1982 neu interpretiert und optisch definitiv professioneller anmutet, als die billig heruntergekurbelten Vergleichsfilme. Im Gegensatz zu diesen ist das Original des hier besprochenen Streifens in Deutschland sehr unbekannt, kam seinerzeit doch nur die Fortsetzung auf VHS heraus und dies auch noch unter dem Titel "Slumber Party Massacre", also mit einer fehlenden 2 versehen. 

In der Tradition der drei Original-Filme (die zwei "Cheerleader Massacre" nicht mitgezählt) ist auch die 20er Jahre-Version von Frauen umgesetzt, sprich wir haben es hier mit einer weiblichen Regie und einer weiblichen Autorin zu tun. Letztgenannte reißt sich zwar kein Bein aus anfangs Innovatives abzuliefern, aber zumindest schafft sie es einen nach 30 Minuten mit einer unerwarteten Wende zu überraschen. Dies hätte besser funktioniert, wenn die Umstände nicht trotzdem völlig sinnlos und unglaubwürdig anmuten würden, aber es lässt zumindest die Neugierde auf den Stoff aufrecht erhalten. Wenn nach einer weiteren halben Stunde die nächste Überraschung folgt, setzt das Drehbuch jedoch zu sehr auf ein Rätsel, das längst beantwortet ist, zumindest wenn man im Gegensatz zu den Protagonistinnen von der realen Welt, anstatt von einem Slasherfilm ausgeht, was zu den (sicherlich absichtlich lustig gemeinten) Unlogiken gehört. Dennoch behält der in Südafrika während der Corona-Pandemie entstandene und sympathisch besetzte "Slumber Party Massacre" seine kurzweilige Stimmung auch in dieser Phase bei, dank der stets dynamischen Umsetzung, die sich auch in monotoneren Phasen nie ausbremst. 

Zwischendurch darf der obligatorische Bohrer auch mal gegen andere Werkzeuge ausgetauscht werden, so dass kurzfristig auch Erinnerungen an Hoopers "The Toolbox Murders" aufkommen, sowie an "Nail Gun Massacre". Das ändert aber nichts daran, dass wir es hier mit einem Remake von "The Slumber Party Massacre" zu tun haben, so stark wie sich an diesem angelehnt wird und zur Ehrerbietung einzelne Einstellungen von einst kopiert und variiert werden. Selbst der Killer erinnert stark an den alten, ist freilich gewöhnungsbedürftig wie der komplette Film anzusehen, aber in einer Horror-Komödie, die hauptsächlich das erstgenannte Genre bedienen will, ist es ohnehin oft schwierig manche nicht klar definierten Punkte als freiwillig oder unfreiwillig humoristisch anmutend zu erkennen. 

In seinem Anliegen die Geschlechter gerechter Weise zu vertauschen kommt er hingegen überdeutlich daher. So weiß es auch in dieser überhaupt nicht subtilen Art zu gefallen, dass Männer sich wie planlose Hühner verhalten (dankenswerter Weise dennoch mit unnötig viel Testosteron versehen), sich für die weiblichen und homosexuellen Zuschauer sexy entkleiden dürfen (überdeutlich in einer Duschszene auf die Spitze getrieben) und Frauen dreier Generationen dort Stärke zeigen, wo Männer für Probleme sorgen oder versagen. Der dümmliche Blick der jungen Männer auf die Geschehnisse sorgt auch kurzfristig für einen Anflug eines "Tucker and Dale vs. Evil"-Deja Vu, was aber kaum ausgekostet wird. Insgesamt mutet das Ganze Geschlechtervertauschen sympathisch und lustig an, wird dabei nie männerfeindlich, sondern lebt ganz natürlich von einer Verdrehung, an deren Urzustand sich Filmemacher schlichtweg nur gewöhnt haben, selbst in Zeiten von Emanzipation. 

Obwohl "Slumber Party Massacre" ein Genre-Beitrag von Frauen ist und ihm dieses Anliegen am Herzen liegt, wird dies nicht zum Zentrum des Geschehens. Der Film besitzt diese Aussagen, ohne dabei den Slasher an sich zu vernachlässigen. Der Spaß am klassischen Treiben dieses Sub-Genres steht im Vordergrund, und so ist Danishka Esterhazy, die auch "Level 16" und den interessant klingenden, in Deutschland aber bislang nicht veröffentlichten "The Banana Splits Movie" inszenierte, ein Film für Horrorfans geglückt und kein reiner Frauenfilm. Für den Freund des Slasher-Bereichs gibt es nichts zu meckern, vorausgesetzt er mag auch die humorvolle Variante dieses Sub-Genres. Denn die Spielorte sind geradezu klassisch ausgefallen, der Lebenssaft fließt nicht zu knapp, die Mordmethoden ruhen sich nicht einzig auf den Einsatz des Bohrers aus und muten angenehm fies an, und über die Besetzung der jungen Frauen kann man weder in der Vorgeschichte meckern, noch angekommen im Hauptgeschehen. 

Für mich fühlte sich trotz dieser vielen Pluspunkte und der gegen den Strich thematisierten Neuerungen das Ganze jedoch dennoch zu austauschbar und bemüht an. "Slumber Party Massacre" ist nie richtig spannend, bleibt oft zu theoretisch in dem was er möchte, was besonders im Nutzen der zu gut ausgeleuchteten Spielorte auffällt, und ist mir leider, selbst für einen Slasher, zu unglaubwürdig ausgefallen. Die Wiederkehr des Killers, der Umstand dass die Polizei nie neugierig auf die vielen Todesfälle wurde, die extreme Planlosigkeit einer angeblich geplanten Aktion, die Motivation an dieser teilzunehmen, ja nicht einmal die Motivation des Bohrmaschinen-Killers weiß zu überzeugen. Ich tat mich aber ohnehin mit ihm schwer und hätte wen Maskiertes, Mystisches bevorzugt, auch wenn ich weiß warum der Mörder so eingesetzt wurde wie er es wurde. Kurzum ging ich trotz einiger positiver Elemente nie genug im Geschehen auf, um das alles nicht nur theoretisch zu erleben, und das ist bei dieser wundervoll kurzweiligen Umsetzung und den wirklich geglückten Spezialeffekten echt schade und kaum zu glauben. 

Freunde des Genres sollten trotz meiner reservierten Meinung also ruhig trotzdem einen Blick riskieren. Zwar ist "Slumber Party Massacre" oberflächlicher ausgefallen als er es mit seinen lobenswerten Aussagen sein möchte, aber das stört schließlich sonst bei dieser Art Film auch nicht. Also wagt Euch ruhig heran, liebe Leser, auch wenn der Streifen meine nimmersatte Gier nach Slasherunterhaltung nicht komplett zu sättigen wusste.  OFDb

17.09.2022

RETURN OF THE FAMILY MAN (1989)

"Return of the Family Man" ist einer jener skurrilen Videothekenfilme, die sich zum einen ihres Unsinns den sie verzapfen bewusst sind und es auf der anderen Seite nicht zu sein scheinen. Vieles ist absichtlich humoristisch untermalt, das zeigt deutlich das herrlich überdrehte Verbrecherszenario zu Beginn, in welches der Pizzabote versehentlich schliddert. Manch anderes ist derart penetrant naiv umgesetzt, gerade gegen Ende wenn der Spannungsbogen theoretisch wichtig sein sollte, dass die Ansammlung an Unlogiken und Widersprüchen kaum noch Absicht gewesen sein kann. Andererseits ist es gerade diese entspannte Art sich nicht um felsenfeste Begebenheiten scheren zu müssen, welches Werken wie diesen ihre Sympathie beschert. Damit beherbergt ein solcher Film eine Unschuld, die ich mir häufig in moderneren Produktionen zurück wünsche, in denen alles engstirnig stimmen muss, um sich dann aber doch an anderer Stelle als unsinnig zu erweisen. 

Es ist dieser Kampf gegen Windmühlen, dem eine Produktion wie der in Südafrika vom "Life-Snatcher"-Regisseur inszenierte Streifen sich verweigert, und das tut ihm gut. Sicherlich ist daraus kein ernstzunehmender Horror zu ernten, aber ein unterhaltsames Filmchen seines Genres, welches wie eine Art Streich dem Zuschauer lediglich ein Gruselszenario vorgaukelt, um am Ende nicht intensiver zu erschrecken als es eine olle Geisterbahn auf der Kirmes vollbringt. Nicht immer funktioniert ein derartiges Projekt, in "Die Rückkehr des Family Man" (Alternativtitel) stimmt jedoch die Chemie. Die Figuren sind Stereotype die in teilweise überholten Klischees baden (so ist z.B. der Alternative, der an der Punk- und Gruftyszene angelehnt ist und wie ein Billy Idol für Arme herum läuft, eine vom anderen Geschlecht zu meidende Gestalt, der es an Rückgrat fehlt). Obwohl Ewigkeiten nichts wirklich geschieht, funktioniert der Film über seine banalen Figuren und deren ebenfalls banalen Erlebnisse. Taucht der Family Man auf, weiß er zumindest auf blauäugiger Ebene zu wirken, während die Unternehmungen der Gruppe ihn aufzuhalten tolpatschiger Natur sind, Erfolge viel zu viel von Zufällen leben, Missgeschicke hingegen verdientermaßen geschehen, so dämlich wie sich die Bande anstellt. 

Allein die besonders dämlichen Gründe sich in den gefährlichsten Situationen zu trennen, sind derart unterhaltungsfördernd unsinnig ausgefallen, dass sie viele ähnliche Motivationen vergleichbarer Filme, von denen man dachte bereits sie wären der Tiefpunkt an Begründungen für Trennungen, locker in den Schatten stellen. Es ist der Humor, der "Return of the Family Man" oftmals zu retten weiß, gerade dann wenn Ernst und Humor derart verschwimmen, dass man als Zuschauer nicht weiß wie der Film gemeint ist. Langweilig wird er nie, wirklich spannend freilich auch nicht, aber etwas mehr als lediglich pure unfreiwillige Komik ist dieser schwer zu beschreibende Bastard von Genre-Beitrag dann doch geworden. Schade dass Murlowski nach diesem herrlich anzuschauenden Erstling maue bis miese Werke wie "Amityville - A New Generation" und "Santa Claus mit Muckis" abgeliefert hat. Seinen "Zombie Hamlet" von 2012 würde ich mir trotzdem geben, wenn er mal in Deutschland erscheinen sollte, die Idee klingt einfach zu gut.  OFDb

22.12.2021

THE BAY - HAI-ALARM! (2005)

Serien-Regisseur Paul Shapiro ist der Mann für den simplen Durchschnittsfilm. Ob es sein "The New Invaders" ist, oder sein "Ich weiß, wo sie vergraben ist", seine Filme erfinden das jeweilige Genre nicht neu und fallen in der Regel eher annehmbar anstatt unterhaltsam aus. Das werden viele bei seinem "Spring Break Shark Attack" (Originaltitel) ebenso empfinden, gibt es doch herzlich wenig Hai zu sichten, sondern hauptsächlich eine Teenie-Story, die zwischen Partyszene und privatem Drama hin und her springt. Obwohl sich hier schauspielerisch niemand ein Bein ausreißt und auch das Drehbuch nur olle Standards bedient, fand ich den Zugang zu den Figuren und ihren zwischenmenschlichen Situationen für einen B-Film dieser Art jedoch überraschend gelungen. Sympathie und Antipathie funktionierten bei den jeweils so gewollten Figuren, da war es egal wie sehr sie als Stereotype gekennzeichnet wurden. Auch die kleinen Probleme der Protagonistin und ihres sozialen, oftmals nur temporären, Umfelds wussten genug zu interessieren, um mitzuempfinden. Interessanter Weise gelang dies sogar bei manchen Randfiguren. Die arg zurück geschraubten Haiszenen wussten mir ebenso zu gefallen, sieht man doch nur gelegentlich echte im Meer schwimmende Haie, während ansonsten ein simpler, nett anzusehender, künstlicher Hai sich seine Opfer schnappt. Wann er auftaucht, kommt so wenig überraschend wie die Frage wen er erwischt und wen nicht. 

Ohnehin ist "Dangerous Waters" (Alternativtitel) kein Hai-Horror-Beitrag der Überraschungen, vielleicht mit Ausnahme dessen, dass die gemeinsame Bootsfahrt, die in anderen Werken das letzte Drittel Richtung Finale ausgemacht hätte, hier einen frühen Schluss erfährt, um inhaltlich anderweitig umzulenken. Aber selbst was dem folgt ist nicht innovativ oder aus einer völlig unerwarteten Richtung präsentiert. Ganz im Gegenteil wurde pseudo-subtil besagte Wendung schon lange vorher vorbereitet und kann sich zudem nicht frei von Moral sprechen. Die macht sich zwar auch hier nicht gut, ertränkt den Rest jedoch zum Glück nicht, was einem kleinen Wunder gleicht, so brav wie der Jugend-Dramen-Aspekt theoretisch gesehen daher kommt. "Shark Attack" (Alternativtitel, nicht zu verwechseln mit dem mehrteiligen Namensvetter) bietet uns eine heile Welt, in welche kurzfristig ein Haiproblem die Leute aus ihrer Wohlfühlzone wirft, um zu erkennen wie klein ihre Probeme zuvor waren. Das führt Familien zusammen, lässt Reue für böse Taten erfolgen (außer beim bösen Teenager, der obligatorisch zum Haifutter wird) und bringt ein Teenie-Liebespärchen hervor. Zuvor wird natürlich die badende Gemeinde gerettet, inmitten eines in jeder Hinsicht unglaubwürdigen Plots. Hier fällt es den Figuren schon schwieriger die Schwächen der Erzählung aufzufangen. Aber da diese Phase nur kurzer Natur kurz vor Schluss ist, und der  Horror-Nerd hier parallel nun etliche Haiattacken und verwundete Gerettete sichten darf (die einzig halbwegs harten Sequenzen neben dem Auffinden einer angeknabberten Leiche), macht das am sympathischen Gesamtbild wenig kaputt. Ich verstehe jeden, der diesem braven Film nichts abgewinnen kann, aber mich hat "Dangerous Waters - Shark Attrack" (Alternativtitel) angenehm unterhalten, freilich auch nur weil ich ohnehin nichts Großes erwartet habe.  OFDb

18.04.2021

RESIDENT EVIL 6 - THE FINAL CHAPTER (2016)

Vier Jahre liegen zwischen dem letzten Kapitel von W.S. Andersons "Resident Evil"-Variante und dem Vorgänger "Resident Evil 5 - Retribution", was wohl vermuten lässt, dass dieser keineswegs so gut ankam wie erhofft, so schnell wie man nach dessen Cliffhanger doch mit der Fortsetzung gerechnet hätte. Kein Wunder, nervte bereits der vierte Teil mit übertrieben stylischem Getue im Leerlauf, so wurde das künstlisch gehaltene Action-Affentheater des Nachfolgers zum kompletten Disaster. Umso schöner ist es mit "Resident Evil 6" einen Abschluss vorgesetzt zu bekommen, der tatsächlich noch einmal zu unterhalten weiß. Das gab es zuletzt in "Resident Evil 3" und dies auch nur im total trashigen Kopfaus-Modus. Solch ein geglückter Genre-Beitrag, wie er seinerzeit mit dem Erstling abgeliefert wurde, sollte sich leider nicht wiederholen. Aber immerhin auf jenem angenehm niedrigen Niveau der zweiten Fortsetzung siedelt sich auch die fünfte an, für welche der Regisseur erneut selbst das Drehbuch schrieb. 

Zwar geht noch immer alles in einem sehr flotten Tempo vorwärts, so dass man weder echte Gefahren gegriffen bekommt, noch im hektisch abgefilmten Stil irgendeine Kampfchoreographie bewundern kann, und auch im Superkraft-entwendeten Zustand ist Alice noch derart unbesiegbar, dass man nie um eine Niederlage bangen muss, und sei sie auch nur kurzfristiger Natur. Aber der Hirnlos-Schmonsens, der uns vorgesetzt wird, weiß zu unterhalten anstatt zu nerven und bietet auch so manchen Sehwert. Zwar wird die Menschheit wieder nur von Proll-Schönlingen und heißen Tussis beherrscht, der Overstyle der letzten Filme wird jedoch nicht mehr gelebt. Die Figuren dürfen sich halbwegs natürlich durch ein actionreiches Szenario bewegen, ohne dabei in Nuttenfummel gesteckt zu sein oder verkrampfte Kampfpositionen einzunehmen. "Resident Evil - The Final" (Alternativtitel) lässt die Reihe dort beenden, wo sie begann, kann mit einer reizvollen Erklärung aufwarten warum überhaupt einst geschehen ist, was geschah und wirft wieder einmal alte Feinde und Verbündete durcheinander für eine erneute Neuanordnung. Glaubwürdig und durchdacht ist hier das wenigste, das zeigt allein mein Lieblingsbeispiel in der Sequenz, in welcher ein gigantischer Belüftungsventilator zur tödlichen Bedrohung wird, und dieser nach seinem ersten Opfer, warum auch immer, aufhört zu rotieren, damit die Figuren, so wie man es aus Computerspielen wie der Filmvorlage gewohnt ist, zur nächsten Sequenz übergehen können. 

Zum Glück sind die Szenarien meist sympathischer Natur, in toll getrickste Bilder gepackt und fühlen sich trotz Mangel einer echten Geschichte nicht nach Leerlauf an, wie dies bei den beiden lahmen Vorgängern leider der Fall war. Der im Titel angekündigte Abschluss wird nicht vorgegaukelt, mit Teil 6 ist diese Version der Spieleverfilmung nun tatsächlich vorbei, und freilich fällt die Lösung so naiv aus, wie alles was wir seit "Resident Evil 2" sichten durften. Von Filmkunst ist das alles weit entfernt. Der Film ist Hohlbrot-Unterhaltung pur. Aber er weiß auf schlichte Art zu funktionieren und bietet mit Ideen, wie der Elite-Arche in den Tiefen des Hives, manch herrlich kranke Idee. Dass so ziemlich alles Erzählte bei näherer Betrachtung keinen Sinn macht, wird durch den Comic-Charakter der Inszenierung halbwegs aufgefangen, die nie suggeriert einen ernsthaften Stoff abliefern zu wollen. Damit wird das Ergebnis vor der vollkommenen unfreiwilligen Komik gerettet und kann sogar innerhalb der plumpen Zielsetzung dieser Reihe als gelungen betrachtet werden. Nun bin ich mal auf den Neuanfang gespannt, der demnächst folgen soll, ohne dass die Zombies diesmal im Zentrum stehen. Scheinbar will man diesmal nicht wieder die Gunst der Gamer aufs Spiel setzen. Dennoch hoffe ich, dass man sich von den Vorstellungen derartiger Fanatiker nicht all zu stark beeinflussen lässt.  OFDb

01.03.2020

DREDD (2012)

Als die Comicreihe mit "Judge Dredd" Mitte der 90er Jahre schon einmal verfilmt wurde, kam dieser Versuch bei vielen nicht gut an. Einige Menschen fehldeuteten das dortige Treiben als faschistoid, Fans der Comics waren über Regelbrüche erbost, hauptsächlich über jenen, dass im Zuge der prominenten Besetzung mit Sylvester Stallone in der Titelrolle der Held der Geschichte, entgegen den Regeln der Comicvorlage, des öfteren seinen Helm abnahm. Im erneuten Versuch aus dem Jahr 2012 hält man sich an besagte Regel. Stets darf man lediglich Karl Urbans in harter Pose mürrisch gehaltenen Mund und sein Kinn sichten. Und knallhart wie Dredd charakterisiert ist, gibt es in ihm charakterlich nicht mehr zu entdecken, als den knallharten Hund, der sich komme was wolle an die Gesetze der übergroßen Stadt hält. Interessanter Weise wird er dadurch, trotz der Tatsache dass er stets im Vordergrund steht, nicht zur Identifikationsfigur, sondern stattdessen Rekrut Anderson. Mit ihr entdecken wir den harten Arbeitsalltag eines Judges inmitten einer kriminellen Gesellschaft. Über sie erfahren wir die nie übergeordnet thematisierten Beobachtungen über mögliche Fragwürdigkeiten des Systems, und durch sie erleben wir die Torturen, die ihr widerfahren, emotional mit.

Das ist kein schlechter Kniff für einen Streifen mit einer derartigen Hauptfigur, und auch sonst schlägt sich die zweite Verfilmung "Dredd", die einer anderen Geschichte als das Erstling nachgeht, nicht schlecht. Die Geschichte ist durch die Grenzsetzung des Ortes minimalistisch gehalten, das Szenario mit dem weiblichen Neuling an der Seite eines harten Hundes erinnert ein wenig an "Dirty Harry 3", ohne dessen lästerndes Frauenbild zu wiederholen, und in seiner harten Umsetzung in der ungeschnittenen Fassung schaut sich das ganze Treiben wie das gute alte 80er Jahre Action-Kino. Es wird nicht verwässert durch Humor, Ironie und Metaebene, Gewalt wird weder eingespart, noch glorifiziert, es wird als Mittel zum Zweck genutzt, um die Geschichte bestmöglich zu erzählen. Nie treten Schauwerte rein des Spezialeffektes wegen auf, alles dient dem Nutzen der Erzählung. Ausnahmen bieten lediglich die optisch entfremdeten Aufnahmen aus der Sicht von Menschen, die gerade die im Film thematisierte neumodische Droge konsumieren. Diese Art Optik scheint stilistisch jedoch ein verspieltes Zugeständnis an die Comicheft-Reihe zu sein, leider eines was nicht wirklich funktionieren will, reißen diese Sequenzen einen doch kurzfristig aus dem ansonsten flüssig gehaltenen und atmosphärisch eingebetteten Erzählstil heraus in ihrer unangenehmen Bemühung auf coole Wirkung. Glücklicher Weise sind sie nur vereinzelt im ersten Drittel vertreten. Erst gegen Ende kommt eine solche Sequenz wieder zum Einsatz und ist dort auch glücklicher Weise positiv, da den Plot unterstützend, eingesetzt.

Insgesamt kann man wahrlich nicht klagen, schafft "8 Blickwinel"-Regisseur Pete Travis doch mittels Vereinfachung über den Kniff des Mikrokosmos des abgeriegelten Gebäudekomplexes, in welchem der Hauptteil der Geschichte spielt, somit ein konzentriertes, zielgerichtetes, atmosphärisch dichtes und packendes Szenario. Andererseits ist die Chose geistreich genug ausgefallen, um als Zuschauer nicht mit ständigen Widersprüchen und Dummheiten unterfordert oder genervt zu werden. Es gibt keine dummen Sprüche, es wird auf Actionebene und bezogen auf die Realität, in welcher die Figuren leben, rational und charakterbezogen reagiert und kommuniziert. Und kleine Erzählkniffe, wie das Gedankenduell im Kopf eines der Verbrecher mit dem telekinetischen Medium, bereichern das ansonsten auf einfachem roten Faden wandernde Geschehen. Ich wüsste gern, warum es nie zu einer Fortsetzung kam, denn letztendlich ist "Judge Dredd" (Alternativtitel) genau das geworden, was man sich von einem Genrebeitrag dieser Art wünscht. Travis Comicverfilmung ist endlich wieder hartes Popkornkino frei von pubertären Peinlichkeiten und fühlt sich endlich mal wieder nicht wie der typische Schwanzvergleich der großen Filmstudios an. Wie erwähnt guckt sich das alles, trotz mancher Eingeständnisse an die Moderne, wie gutes altes 80er Jahre-Actionkino .  OFDb

04.05.2014

DOOMSDAY - TAG DER RACHE (2008)

„Doomsday“ macht kein Geheimnis daraus Trash zu sein. Seine leichtfüßige Art sich jedwedem Tiefsinn verweigernd ist bereits nach wenigen Minuten spürbar, und ein Gefühl von Ehrlichkeit macht sich breit, eine tolle Voraussetzung um mit Werken dieser Art seinen Spaß zu haben. Und eine Zeit lang bleibt dieses wohlige Gefühl beim Schauen komplettem Irrsinns auch bestehen. Doch ist die Vorphase der Geschichte erst einmal beendet und die Soldaten drüben in der Quarantänezone, eigentlich jene Phase Film auf die man sich gefreut hat, geht es unterhaltungstechnisch schnell bergab und zurück bleibt unmotivierte Blödheit für Leute die alles fressen.

Langweilig schwenkt die Geschichte um und erzählt von einer anarchistischen Cyber-Punk-Gesellschaft, in deren Gefangenschaft man nun gerät. Warum Elite-Soldaten so leicht zu überrumpeln sind ist nur eine der vielen unbeantworteten Fragen die sich von nun an geradezu aufdrängen. Man sollte meinen Idiotien wie der völlige Widerspruch von Energieknappheit im Gegensatz zum Besitz von Literweise Benzin und das Vorhandensein von etlichen Waffen mit Munition ohne Ende im Gegensatz zu der Tatsache nie die Quarantäne-Mauer erfolgreich durchbrochen zu haben, würde das Trash-Vergnügen gar bereichern. Aber der viel zu ernste Grundton, der sich mittlerweile eingestellt hat und den Trash nicht mehr wirklich wie Trash behandelt, sprich die charmante, distanzierte Leichtfüßigkeit die der Anfang noch ausstrahlte, sind nicht mehr vorhanden. Vielleicht waren sie das nie, und man hat die erste halbe Stunde völlig anders wahrgenommen als gedacht, aber mit dem zweiten Drittel des Streifens geht sie nun vollkommen flöten.

Vielleicht würde das Gesehene interessieren, wenn eine neue Idee erzählt würde oder eine alte besser präsentiert würde als bisher geschehen. Zu dumm dass „Doomsday“ sich an Genre-Größen wie „Mad Max“ und „Die Klapperschlange“ vergreift, anstatt an den vielen Videoproduktionen die seinerzeit aufgrund deren Erfolge den Markt überschwemmten. Die wussten zumindest wo sie hingehörten. Aber wenn schon ein solches Produkt, das weiß in welcher Liga es spielt, meist nur Mittelmaß präsentiert, kann ein Streifen, der sich dank genügend Budget in die falsche Nische verlaufen hat, schlußendlich nur scheitern.

Regisseur Neil Marshall, der uns immerhin den sehr geglückten „The Descent“ beschert hat, scheint zu glauben ein großes Kinoereignis erschaffen zu haben. In Wirklichkeit befindet er sich auf Uwe Boll-Niveau, und selbst der hat mit „Alone In The Dark“ schon einmal etwas besseres abgeliefert als das Ergebnis von „Doomsday“. Wenn trotz bzw. wegen endloser Action Langeweile aufkommt und ein sinnfreies Szenario damit endgültig zum Kinderfilm degradiert (mental, vom Gewaltgrad freilich nicht), dann hat ein solches Produkt einen Zustand erreicht, der mich in keinster Weise mehr interessiert. Dann sollen jene zuschauen, denen Sinnlos-Action reicht. Mir fehlt da leider der Zugang. Vielleicht ist es auch deswegen unfair ihm jenen Trash-Unterhaltungswert abzusprechen, den ich in anderen Werken noch meine erkennen zu können. Aber letztendlich ist Kino ohnehin meist subjektiv, und sollte ich mich objektiv geirrt haben, kann ich mit diesem Fehler gut leben.  OFDb

26.01.2013

PREY (2007)

Ein Urlaub in Afrika soll die Kinder Jessica und David mit ihrer neuen Stiefmutter Amy zusammenschweißen. Also schickt Papa Tom seine drei Liebsten auf eine Safari, während er Geschäftliches zu erledigen hat. Da die Safari zu langweilig ist weicht man vom Weg ab und fährt frei durch die Wildnis. Da David jedoch vor der Fahrt nicht auf Klo war, wird ein Stop eingelegt. Zum geplanten Stuhlgang kommt es jedoch nicht mehr. Der Reiseleiter wird von Löwen gefressen und die drei Überlebenden sitzen im Auto fest. Als seine neue Ehefrau und die Kinder nicht zurückkehren, macht Tom sich mit einem erfahrenen Großwildjäger auf die Suche nach den Verschollenen...

Gut gebrüllt, Löwe...
 
Darrell Roodt, Regisseur dieses Tierhorrors, dreht nun schon seit den 80er Jahren fleißig Filme, und schon viele der Titel verraten, dass er oft im Trashbereich tätig ist. Titel wie „Dracula 3000“, die Geschichte eines Captain Van Helsing im All, oder „Sumuru – Planet der Frauen“ sprechen eine deutliche Sprache. Der Bereich Tierhorror ist nicht zwangsweise im Trashbereich daheim, deswegen weiß man vor dem Sichten nicht, was man bei einem Löwen-Schocker unter solcher Regie erwarten soll.

Letztendlich guckt sich „Prey“ recht routiniert. Afrika bietet schöne Landschaftsaufnahmen. Mit besonderen Fotografien dieser muss man hier jedoch nicht rechnen, was soweit nicht weiter wild ist, weil die Gegend bereits Wirkung genug besitzt.

Die Tierdressuren gehen in Ordnung. Auch wenn Löwen nicht die selbe unheimliche Wirkung verbreiten wie Alligatoren (wohl der Fluch jeden uns mimisch verwandten Säugetiers), so weiß doch zumindest der Gedanke von einem solchen Profi der Jagd bedroht zu werden zu ängstigen. Hierfür muss jedoch die Umsetzung gut sein, und da haben wir bereits den Haken an der Sache. 

Zwar macht „Prey“ einen recht durchschnittlichen Eindruck, und letzten Endes kann man ihn auch ruhig als Routine bezeichnen, aber die Charakterzeichnung der Figuren macht vieles kaputt. Die Figur der Amy ist ein Hohlbrot sondergleichen. Das soll es ja geben, ginge also in Ordnung, wenn der Drehbuchautor sie zumindest als solches verstanden hätte.

Ihre Dummheit ist bereits bemerkbar, wenn sie keine Antwort auf die Frage Davids hat, was vom getöteten Reiseleiter denn noch beerdigt werden soll. Anstatt auf die Knochen zu verweisen, sagt sie, sie wisse es selber nicht. Verschönte Wahrheit, wie in Ami-Land üblich, zum Schutze der Kinderseele? Nein, sie weiß es wirklich nicht.

Als Amy die Möglichkeit hat sich und die beiden Bälger zu retten, begeht sie einen dummen Fehler nach dem anderen, während die 14jährige Jessica an ihrer Seite wesentlich klüger ist, und die Dame vor der Katastrophe auf ihre Fehler aufmerksam macht. Wie der Satz zuvor bereits verdeutlichte kommt es zur Katastrophe, und man bleibt erneut in alter „Cujo“-Art im Auto hängen, umzingelt von den noch immer hungrigen Löwen.

Zumindest wird die Angriffslust auf Menschen und der weitere Jagdtrieb nach Sättigung durch die Dürrezeit begründet. Sonst gäbe es auch hier Grund genug zu meckern. Aber das was nach dem endgültigen Autocrash passiert setzt allem nun die Krone auf. Die bockige Jessica nähert sich ihrer verhassten Stiefmutter. Beide finden einen Weg zueinander, trotz allem was zuvor passiert ist. Mit einem Mal darf Amy brauchbare Ideen an den Tag legen und wird sogar ein toller Mutterersatz, nachdem sie zuvor gehirnamputiert das Leben der sie nun Mögenden unnötig in Gefahr gebracht hat.

Kleinlich? Ich werde noch kleinlicher: Dass die Amerikaner bieder und verkrampft sind ist jedem bewusst. Aber man muss sich mal folgendes vorstellen: Der Halt, der überhaupt erst zu der Löwenbedrohung führt, wurde verursacht dadurch, dass der kleine David in der Einöde ein großes Geschäft machen musste. Noch bevor der junge Mann seinen Darm entleeren kann, kommt es zur ersten Löwenattacke. Wieder im Auto denkt man der Junge hat vor Angst in die Hose gemacht, und es wäre typische Ami-Verlegenheit nicht auf ein Stinkerchen im Auto aufmerksam zu machen.

Kurze Zeit später, wenn Amy David fragt ob er noch immer müsse, sagt dieser verängstigt nein. Das heißt erstens dass die Angst den vom Körper nicht benötigten Unrat nicht in die Hose trieb und zweitens, dass der Stiefsohn seinen Darm derart unter Kontrolle hat, dass er einfach nicht mehr muss. Und nun kommen wir zum K(n)ackpunkt: Er muss nie mehr, weder groß noch klein. Weitaus länger als 24 Stunden sitzen die Drei fest und keiner von ihnen muss auf Klo. Jede kleinste Bewegung nach draußen lockt die Löwen. Und da die Etepetete-Nörgler-Teeniegöre nicht über den Gestank im Auto meckert, während sie ansonsten alles andere zum Anlass nimmt ihrem Unmut freien Lauf zu lassen, kann man wohl davon ausgehen, dass auch niemand durch die Notsituation seine Garderobe ruiniert hat.

Ein Film, der jedem Mut ausweicht, seine Geschichte, die schon viele male erzählt wurde, haargenau so wiedergibt, wie bisher so oft gesichtet, ein Werk dass sich so extrem der Routine hingibt und nicht einmal damit überzeugt theoretisch liebgewonnene Charaktere in den Tod zu schicken (es darf wieder nur jeder sterben, der den sensiblen Zuschauer nicht all zu sehr schockt), der muss zumindest mit sympathischen Figuren trumpfen und sich in Sachen Logik immerhin ein wenig zusammenreißen. Was manch einer als Kleinkrämerei titulieren mag, ist für mich genau der Grund, warum ein solch routinierter Film nicht den Bogen bekommt, um wenigstens dem Stammpublikum zu gefallen.

Das bekannte Szenario bleibt somit zu theoretisch. Ein Mitfiebern findet nicht statt, man weiß jederzeit was als nächstes passiert, und dank realitätsferner Körperfunktionen und anderen menschlich fremden Elementen wird auch eine Identifikation nicht möglich.

Die routinierte Umsetzung, die brauchbaren Tierattacken und Effekte sowie die wunderbare Landschaft bewaren den Streifen vor dem Untergang. Trotz alledem ist „Prey“ nur dem ganz hartgesottenen Genrefan zu empfehlen. Der Rest muss sich zum Thema „böse Löwen“ noch immer an „Der Geist und die Dunkelheit“ halten. Der bleibt weiterhin konkurrenzlos. „Prey“ ist für sein spätes Erscheinungsdatum eigentlich schon dreist routiniert zu nennen. Viele Filmschaffende geben sich einfach keine Mühe mehr.  OFDb

05.01.2013

THE BREED (2006)

Eine Gruppe junger Erwachsener fliegt auf eine Insel. Hier hat der Onkel zweier Brüder der Clique eine Hütte, in der man Party feiern will. Was die Bande nicht weiß: Auf der Insel gab es ein Army-Forschungslabor, und deren ehemalige Versuchstiere laufen frei herum: Killerhunde...

Es muss nicht immer Cujo sein...
 
Killerhunde machen seit den 70er Jahren hin und wieder das Tierhorror-Genre unsicher. Oft kommen eher dämliche Filme bei rum, wie „Bloodline - Zum Killen dressiert“ oder „Man's Best Friend“. Manchmal erzielt man auch ein erfreuliches Ergebnis wie „Cujo“, der in „The Breed“ als berühmtester Vertreter des Hundehorror in Buch und Film Erwähnung findet.

Das etwas derart offen angesprochen wird, ist in diesem von Wes Craven produzierten Werk keine Seltenheit. Augenzwinkernd darf in alter „Scream“-Art ein Mitglied der Clique, der Quotenschwarze, deutlich erklären, welche Person für welches Klischee steht, um direkt die Regeln des Teenie-Horrors zu parodieren und um indirekt zu verdeutlichen, dass er selbst der unwichtigste ist. Und was mit diesen Leuten passiert ist jedem Genrefan klar, und so muss man darauf auch nur geschätzte 3 – 4 Minuten warten.

Trotz solcher parodistischer Momente ist „The Breed“ Meilen weit von „Scream“ entfernt. Bisher war noch jede Craven-Produktion schlecht bis nettes Mittelmaß, und Mastandreas Film bietet da keine Ausnahme. Dafür steckt das Werk selbst viel zu tief im Sumpf des bereits Gesehenen und geht damit viel zu sehr auf Nummer sicher, als es einem hervorzuhebenden Streifen gut tun würde.

Trotz des bekannten Strickmusters in Aufhänger, Geschichte und Figurenzeichnung ist der Film mit dem für Hundehorror so einfallslosen Titel aber recht nett zu gucken. Hohlbrot-Sprüche der jungen Erwachsenen lassen einen das schlimmste befürchten, aber sie beweisen im Laufe der Story Trickreichtum. Clever kann man sie dennoch nicht nennen, begehen sie doch auch viele Idiotien, wie das offen lassen von Autofensterscheiben und ähnliches.

Sonderlich spannend ist „The Breed“ auch nicht ausgefallen, weshalb er nur dem Genrefan zu empfehlen ist. Dieser hat dafür seinen Spaß. Die Geschichte ist flott erzählt, natürlich mit glattpoliertem Bild wie typisch für seine Entstehungszeit, aber das weiß man ja bereits vorher.

Die Hundedressur ist recht gut, wedelnde Schwänze gibt es nur selten zu sehen, sicherlich auch wegen des flotten, aber weder nervigen noch zuckelnden Schnitts. Die Morde sind blutig, und hin und wieder gibt es böse Ideen, die überraschen, aber sie sind an einer Hand abzuzählen.

Unlogiken gibt es genug, so sind z.B. alle Menschen dieser Insel bis zu ihrem Tod unverletzbar. Wunden, Knochenbrüche, etc? Klar, kommt alles vor, aber nicht mit Langzeitwirkung. Da darf schneller wieder gerannt und gehüpft werden als man gucken kann.

Zudem weiß der Drehbuchautor nicht was er will. Einerseits wollen die Hunde die Menschen nicht auf der Insel haben, andererseits geben sie ihnen keine Chance zur Flucht. Einerseits machen gebissene Menschen eine Wandlung durch, andererseits wird darauf kaum eingegangen, im letzten Drittel gar nicht mehr. Einerseits sind die Tiere Experimente und recht klug, andererseits wird auf diese Idee kaum aufgebaut. Keine Ahnung was der Autor uns erzählen wollte, aber es ist egal.

Man hangelt sich von einem Moment zum nächsten, genießt die flotte Umsetzung und vergisst den Film ähnlich schnell, wie man ihn geguckt hat. Als kleiner Happen für Tierhorrorfans zwischendurch macht „The Breed“ jedoch genügend Spaß.  OFDb