Posts mit dem Label Jessica Harper werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jessica Harper werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

04.04.2019

SUSPIRIA (2018)

"Suspiria" ist ein bildgewaltiger Klassiker, der einen mit seiner Terrormusik, dem Farbenmeer, seiner Intensität und dem zarten Pflänzchen Jessica Harper inmitten gruseliger Ereignisse geradezu in seinen Bann zu ziehen weiß. Die Geschichte ist fast Nebensache, besteht zumindest aus einem ziemlich dünnen Faden, und da kann man schon zurecht kritisch nachfragen, welchen Sinn die Neuverfilmung eines derartigen Werkes machen soll. Er ist ein zugleich geliebter und verkannter Kunstfilm, der eben nicht von seiner Geschichte lebt, sondern von seinem Stil. Entnimmt man ihn, kann doch nichts brauchbares mehr übrig bleiben. Oder doch?

Regisseur Luca Guadagnino und Drehbuchautor David Kajganich haben es unter der Produktion Dario Argentos, dem Regisseur des Originals, dennoch gewagt und nicht einfach nur ein dahingeschludertes Wiederkäuern abgeliefert, sondern ebenso wie die Erstverfilmung einen Kunstfilm abgeliefert. Dieser ist jedoch völlig anders geartet, ist die Neuverfilmung "Suspiria" doch eher dem Arthouse-Kino zuzuordnen anstatt dem klassischen gehobenen Horrorfilm. An intensiven Momenten mangelt es nicht, auch wenn die völlig anders angesetzte Geschichte ziemlich nüchtern erzählt daher kommt. Wie auch immer man zum zweiten Anlauf der Hexe der Seufzer steht, der Film hallt definitiv nach, sowohl stilistisch, als auch inhaltlich, gibt es doch einerseits viel zu verarbeiten, andererseits einiges einzuordnen. Nach bislang nur einer Sichtung weiß ich noch nicht ob ich einzelne Fragmente, die den Schluss betreffen, nicht verstehe, etwas übersehen habe, der Film selbst unlogische Momente bereit hält oder ob er absichtlich von mir entdeckte Lücken bzw. Widersprüche auffährt. Eine solche Provokation würde nicht verwundern, so wie man den Stoff hier verarbeitet hat.

Stummfilm- und Theater-ähnlich offiziell in diverse Akte aufgeteilt, dauert es einige Zeit, bis man sich in die zunächst unübersichtliche Erzählung hinein gefunden hat, mit Kenntnis der Erstverfilmung ebenso wie als Neuling. Erstgenannte werden sich über die Neuorientierung der Geschichte wundern, damit beginnend dass vieles aus der Sicht der Hexen erzählt ist, deren übernatürliche Existenz schnell gelüftet ist und die Zielsetzung wohin die Geschichte führt, eine völlig andere ist, als jene klassisch schlichte, von welcher Argentos wunderbare Regiearbeit erzäht. Nach einiger Zeit hat man sich in den Erzählstil eingefunden, auch wenn man sich noch immer etwas orientierungslos fühlt aufgrund der völlig anderen Positionierung und der Puzzleteile der einzelnen Erzählstränge, nicht etwa weil diese völlig unabhängig voneinander verlaufen würden, sondern weil man nicht weiß wohin das hervorragend geschauspielerte und stilistisch sicher und imponierend inszenierte Szenario hinführen soll. Was schwebt den Köpfen hinter dem Projekt vor, fragt man sich fasziniert, wenn man sich von dem verkopften Sog des Stoffes anstecken lassen kann. Hat man sich erst einmal an den nüchternen Erzählstil gewöhnt, reißen einem zudem provokante Bilder geradezu aus der sicheren Zuschauerposition heraus.

Das beginnt mit verstörenden Traumsequenzen, deren Bilder scheinbar wahllos aneinander gereiht sind, stilistisch jedoch zu erstaunen wissen und Geschmacklosigkeiten und skurril anmutende Aufnahmen in Sekundenschnelle auf den Zuschauer nieder regnen lassen. Und es endet in einem Grenzen sprengenden Finale, wie es italienischer kaum sein könnte. Die Freizügigkeit an nackter Haut und Perversionen, die wir hier vorgesetzt bekommen, zeigt auf wie wenig künstlerischen Einfluss es scheinbar von Seiten der amerikanischen Finanzgeber her gab, und auf die man selbst aufgrund der sehr freizügigen, künstlerisch wertvoll inszenierten Tanzszenen und Tanzübungsszenen, die einem zuvor zuhauf präsentiert wurden, nicht vorbereitet ist. Diese schauten sich trotz fehlender Nacktheit sexuell provozierend und anregend, ein Effekt der regelrecht provoziert wird und immer wieder mit Grausamkeiten vermengt wird. Das Verstörende mixt sich stets mit dem Verkopften, und dieser hemmungslose Cocktail in den Händen von visuellen, inszenatorischen und darstellerischen Profis offenbart ein Werk, wie man es nur selten zu Gesicht bekommt und welches tatsächlich einen eigenen Wert hervor bringt und sich damit vom Original als eigenes Werk emanzipiert.

Wer den Film im Originalton schaut, bekommt neben dem Sehwert noch einen hervorragenden Hörwert beschert, klingt die Rolle des alten Professors mit seiner hellen Stimme doch unglaublich kränklich, und wird überraschend damit erklärt, dass Tilda Swinton neben ihrer Rolle als Madame Blanc in gekonnt täuschender Maskerade auch den Professor verkörpert. Hier wird die weibliche Männerstimme zu einem faszinierenden Vorteil, welcher dem dargestellten Charakter glaubwürdig zugute kommt, so authentisch kränklich und schwächlich wie sich diese Stimme anhört. Dies im Kontrast zu den starken, selbstherrlichen Gegnerinnen weiß zu gefallen, gerade wenn man sie gelegentlich, unabhängig zum Professor, dabei beobachten darf, wie sehr wir Menschen doch nur Spielfiguren für sie sind. Tiefst schwarzer Humor bricht in diesen kurzen Augenblicken in das ernste, dramatische und düstere Treiben des Filmes hinein, besonders provozierend in der Trance-Szene des ermittelnden Kommissars dargeboten. Es ist diese besagte Hemmungslosigkeit und der Schwebezustand zwischen Verstehen und Nichtverstehen des Gezeigten, der "Suspiria" eine besondere Note verleiht. Hier werden nicht sinnlos künstlerische Fragmente vermengt, hier ist alles durchdacht und scheint es in meinen Verständnislücken ebenso zu sein, und dementsprechend werden auch gekonnt die Knöpfe beim Zuschauer gedrückt, so wie Regie und Drehbuch es haben wollen.

Wie ich schon erwähnte hallt "Suspiria" nach dem Gucken auf verschiedenen Ebenen noch weiter nach, wenn man sich während des Zuschauens ernsthaft und intensiv, aber auch frei von Tunnelblick mit ihm beschäftigt hat. Mit einem einzigen Gucken ist es ohnehin nicht getan, bei all der Konzentration die er einem abverlangt und bei all der Detailfreude, mit der man hier vorgegangen ist. Der einzige Wermutstropfen, der sich mir enttäuschend offenbart hat, war die Wahl mit welcher Rolle Jessica Harper, die Hauptdarstellerin der Erstverfilmung, besetzt wurde. Hier wäre auch in Form eines Gastauftritts eine doppeldeutige oder entscheidende Rolle möglich und wünschenswert gewesen. So wie tatsächlich eingebracht, wirkt ihr spätes Erscheinen wie ein Zwang, den man dem Publikum als Wunsch gewähren muss, und das ist nicht nur schade zu nennen aufgrund ihres Talentes was sie im Original oder auch in "Das Phantom im Paradies" bewies, sondern auch aufgrund dessen, dass es sich respektlos guckt die gute Frau so zu verheizen, wenn bei unbefriedigender Darstellung auch ohne sie in einer fiesen Pointe mit dramaturgischem Nachhall angewendet. Chloë Grace Moretz erkennt man in ihrem Gastauftritt zu Beginn anbei nicht, was ich allerdings ganz gut finde.

Kurzum: wer sich als Horror-Fan nicht vor anspruchsvollem Kunstkino scheut und als Cineast nicht den Bereich des Horrorfilms, der bekommt ein erstaunliches Produkt mit winzigen Schönheitsfehlern und intensiver Nachbeschäftigung geboten. "Suspiria" kommt nicht eitel, pseudo-anspruchsvoll oder intellektuell überheblich daher, erlaubt sich aber selbstbewusst erzählt zu sein, was bei einer derart zu Ende gedachten Inszenierung, Erzählung und Psychologie auch legitim ist, ja sogar so sein muss, um das theoretisch Durchdachte auch derart effektiv praktisch umzusetzen. Ebenso wie Argentos Original wird die zweite Variante des Stoffes das Publikum definitiv spalten.  OFDb

08.03.2015

SUSPIRIA (1977)

„Suspiria“ ist ein Film den man erleben muss, sprich den man auf sich wirken lassen muss. Wer zu verkopft an Dario Argentos Meisterwerk herangeht wird genug entdecken was unsinnig ist, widersprüchlich oder holprig inszeniert. Gibt man sich aber dem visuellen und auditiven Rausch hin, den der Regisseur entfacht, gibt es kein Halten mehr. Dann muss man „Suspiria“ einfach lieben, einen Kunstfilm, der zwar auch die nach Blut gierenden Gorehounds zu bedienen weiß, aber eben doch nicht nur ein oller Genre-Beitrag des Horrorbereichs ist.

Die Farbspielereien, das regelrechte Zelebrieren der wichtigsten Szenen, der ungewöhnliche Einsatz der von der Band Goblin komponierten Musik (oftmals zum Spannungsaufbau eingebracht und genau dann pausierend, wenn eine Szene ihren Punkt erreicht an dem wirklich etwas passiert), der inhaltliche Terror den man in der ersten Stunde nicht wirklich eingeordnet bekommt und mittendrin das Herumstolzieren der zurückhaltenden Suzy, zuckersüß verkörpert von Jessica Harper („Das Phantom im Paradies“, „Shock Treatment“). Suzy ist eine Heldin zu der man allein inmitten einer kalten und ungewöhnlichen Welt als Zuschauer automatisch eine Bindung aufbauen muss. An sie gebunden durchlebt man ein Filmerlebnis, das für sich alleine steht, ein Werk wie es dies kein zweites Mal gibt, ein Original das man aufgrund seines der Kunst wegen minimal gehaltenen Inhalts entweder liebt oder sich umgekehrt angeödet von ihm abwendet.

Ach, was wird gerne über das Finale geklagt, über den recht plötzlichen Schluss, geäußert von Zuschauern die ihn scheinbar nicht verstanden haben. Ein konsequenter Schluss, der allein schon deshalb nicht hätte zelebriert werden müssen, weil es für den Zuschauer und die Heldin nichts zu entladen gibt das dringend raus müsste. „Suspiria“ ist ein Erlebnis und benötigt keinen Paukenschlag am Schluss, ist er von seiner Terrorwirkung her doch ein fortlaufender Paukenschlag, sich in den letzten 20 Minuten noch mal hochschaukelnder denn je, auch wenn dies kaum möglich scheint.

Inmitten einer liebevollen und absichtlich künstlichen Umsetzung (allein das typische unecht wirkende Argento-Blut und der verkrampfte Dialog während des Rauswurfs des Blinden), in welcher prachtvolle Gebäude und Plätze ebenso im Zentrum stehen wie die in ihnen agierenden Figuren, wäre es eigentlich nicht nötig gewesen „Suspiria“ so blutig zu gestalten wie geschehen. Der Messerstich in ein pulsierendes Herz wirkt wie ein Fremdkörper im fertigen Film, stört den Fluss der sonst so konsequent eingehalten wird. Dies und manch ruckartig unterbrochener Song wackeln ein wenig am Gesamtbild, aber das ist Nörgeln auf hohem Niveau in einem ansonsten rundum geglückten Stück individuellem Horror, das selbst dann aufgeregt erzählt ist und zu packen weiß, wenn gar nichts passiert. „Suspiria" muss man als Filminteressierter gesehen haben!  OFDb

17.02.2013

LEADSVILLE NIGHTS (1979)

Ein Ehepaar kauft sich in den 40ern ein Haus. Von einigen Leuten aus dem Dorf erfährt die Frau, dass es im besagten Haus schon öfters zu ominösen Unfällen und Morden gekommen sei. Dies ist für die neue Besitzerin höchst interessant, fühlt sie sich doch seit dem Einzug beobachtet. Erst als ein Fremder ins traute Heim eindringt, nimmt ihr Ehemann die Sache ernst. Er alarmiert die Polizei und bringt seiner Frau das Schießen bei, da er häufig nachts arbeiten muss und seine Gattin somit nicht beschützen kann. Eines Nachts ist sie wieder allein zu Haus...
 
Ungebetene Gäste sind die Hölle...
 
Dieser kleine Thriller, mit Gruselfilm-Elementen, ist wirklich nicht der Rede wert. Das Endprodukt ist ebenso banal wie die eigentliche Geschichte, die in einem 20sekündigen Text zu Beginn als wahre Begebenheit angekündigt wird. Im finalen Off-Kommentar wird uns zudem erzählt was nach Ende der Geschichte dort angeblich wirklich geschah.

Bereits der Vorspann wirkt etwas dahingeschludert, erscheint die Schrift doch immer erst bei angehaltenem Bild. Zumindest hat diese Herangehensweise zum Ende des Vorspanns seinen Effekt, den kann man ihm nicht abstreiten. Das gezeigte Geschehen zwischen den Schriftzügen ist belangloses Rumgeballer, ein Rückblick der viel zu langen und unnötigen Art, der gleich ganze 5 Minuten des Filmes kostet. Das gleiche Material darf man auch gegen Ende wieder sichten, dort sollen aufgedeckte Tatsachen das Geschehen der ersten Szene anders wirken lassen. Das tun sie aber nicht, und die aufgedeckten finalen Ergebnisse reißen einen wegen Überraschungsarmut auch nicht gerade vom Hocker.

Die Regie ist untere Routine, das Drehbuch weiß nichts mit sich anzufangen und die Schauspieler spielen auch nur mit halber Backe. Traurig, immerhin verlief sich Jessica Harper in den Hauptcast. Ihr vorhandenes Talent zeigt sich sehr deutlich in dem verkannten Musical „Das Phantom im Paradies“, aber auch in ihrer wohl bekanntesten Rolle in „Suspiria“ zeigte sie, dass sie mehr als das kleine Horrorfilmpüppchen war. 

Aber was ist in „Leadsville Nights“ mit ihr los? Sie wirkt wie die 08-15-Besetzung eines solchen Streifens. Sie fällt durch nichts auf. Nur wer sie kennt kann immerhin bemerken wie lieblos sie von der Maske zurecht gemacht wurde und wie schockierend alt sie 1979 bereits aussah. Trotz alledem darf sie wenigstens noch niedlich und hilflos wirken, das war es aber auch schon.

In der deutschen Fassung kommt als ärgerlicher Faktor noch die Synchronstimme der zweiten Hauptrolle hinzu. Der Ehemann der Rolle Harpers nervt mit einer grummelig düsteren, gerade zu lüsternen Stimme. Zu Beginn des Filmes dachte ich mir noch, dass er sich vielleicht mit dieser Stimme zu früh als der Bösewicht outet. Die Beziehungspartner haben in solchen Werken immerhin häufig Dreck am Stecken. Aber schnell wird klar, dass er ernsthaft Sympathiecharakter sein soll. Eine merkwürdige Synchronisationsbesetzung. Der Deutschton reißt ohnehin nicht vom Hocker, ist aber noch o.k. zu nennen. Dafür sind die Texte manchmal sehr gewöhnungsbedürftig. Sie klingen in normalen Situationen teilweise völlig skurril, obwohl sie theoretisch authentisch wirken müssten. Sie sind filmfremd, im Prinzip etwas dass ich im Normalfall als sehr positiv empfinde. Aber ich wurde nicht ganz warm mit diesen Texten.

Die Regie kurbelte ziemlich simpel das fertige Filmchen herunter. Viel Zeit hatte man scheinbar nicht, echte Mühe ist nicht erkennbar. In einem Szenenwechsel sieht man kurz, wie die weggeblendete Frau gerade noch etwas sagen wollte. Herrlich, es wird immer mehr gedreht als verwendet wird, aber einen so herrlichen Patzer sieht man nicht so oft. Was soll’s, von seiner Machart her hat der Film ohnehin nur TV-Film-Flair, da sollte man in solchen Punkten dann doch nicht so streng sein. Sollte es ein Kinofilm gewesen sein müssten sich die Macher allerdings doch noch schämen.

Der Mann, der das Ehepaar belästigt, sieht nicht einen Hauch bedrohlich aus. Er wirkt wie ein Bauer mit Hut, bewegt sich wie jeder stinknormale Mensch und wird auch inszenatorisch nie nervenkitzelnd eingesetzt. Manche Möglichkeiten Thrill zu erzeugen werden deutlich durch unpassende Schnitte ruiniert, bei anderen Szenen hätte eine bessere Kameraarbeit eine effektvollere Wirkung erreichen können.

Die Mordszenen sind entweder in der deutschen Fassung lästig gekürzt oder bereits im fertigen Film ruppig zurechtgeschnitten. Bei der komplett kruden Machart würde es mich nicht wundern, wenn es letzteres wäre. Die Morde werden spektakulär unspektakulär gezeigt, was heißen soll, dass da zwar reißerisch ein großer Möchtegern-Wirbel entsteht, der Übergang von Angriff über eine nicht gesehene Tötung zum fertigen Ergebnis, der Leiche, allerdings harmlos und stümperhaft wirkt.

Immerhin kann die Musik in den spannend gewollten Szenen etwas punkten und gerade in der ersten Hälfte die Erwartung etwas steigern, bevor man endgültig enttäuscht wird. Auch die Kulisse weiß zu überzeugen. Die 40er werden zwar schlicht aber brauchbar wiedererweckt.

Die in die ohnehin recht langatmige Story eingebauten Rückblicke wissen leider nicht zu überzeugen. Sie strecken „Leadvilles Night“ lediglich in die Länge um Dinge zu erzählen, die in kurzen Worten auch anders hätten abgeklärt werden können. Die Auflösung ist relativ banal, zunächst überraschungsarm und erst in der allerletzten Szene einen Deu pfiffiger.

Die paar wenigen geglückten Punkte können das fertige Filmchen jedoch auch nicht mehr retten. Eine ähnliche Thematik auf härter hätte der wesentlich unterhaltsamere „Mondo Brutale“ zu bieten. Wer auf Horror nach wahrer Begebenheit hoffte sollte lieber zu „Amityville Horror - Eine wahre Geschichte“ greifen. „Leadsville Nights“ ist jedoch nur ein Stück Billigthriller, den man sicherlich schnell wieder verdrängt hat.  OFDb

07.12.2012

SHOCK TREATMENT (1981)

Das Ehepaar Brad und Janet besichtigt ein Fernsehstudio, in dem merkwürdige Dinge vor sich gehen...

Furter Ade...
 
Viele wissen nichts von der Existenz einer Fortsetzung der „Rocky Horror Picture Show“, die bereits Anfang der 80er gedreht wurde und auch in deutschen Kinos zu bestaunen war. Ich bin kein fanatischer Bewunderer des Originals, weiß seine Klasse aber zu schätzen und habe ihn auch schon recht oft gesehen. Den Soundtrack kannte ich bereits vor meiner ersten Sichtung, eine Filmmusik, die im Gegensatz zu vielen anderen Musicals, auch ohne Kenntnisse des Gesehenen zu packen weiß.

„Shock Treatment“, der im Titel unbenannte Teil 2 des besagten Kultfilmes, floppte. Das VHS-Tape habe ich nie auftreiben können, im Fernsehen lief er meines Wissens noch nie (zumindest nicht seit ich mich für den Film interessiere), und so geriet die Fortsetzung zumindest in Deutschland in Vergessenheit. Erst auf einem Wühltisch für Billig-DVDs entdeckte ich das von mir so heiß begehrte Produkt plötzlich.

Teil 2 ist ebenfalls ein Musical und wieder nur auf englisch mit deutschem Untertitel zu bewundern. Dieser ist auch sinniger als der auf der DVD zu Teil 1, zumindest auf jener, die nur den Untertitel in deutsch für Hörgeschädigte mitlieferte. Selten sah ich einen so Sinn-entfremdeten Untertitel wie dort. Was war ich erleichtert, dass es bei „Shock Treatment“ nicht der Fall war. Nach Sichtung des Streifens wäre es aber auch egal gewesen.

Wenn so ziemlich gar keiner von der Fortsetzung spricht und wenn dann meist mit abwertenden Worten, dann schraubt man seine Erwartungen zurück. Ein Großteil der Bewunderer des Originals sind Fanatiker. Diese haben häufig eine Tunnelblick-Vorstellung wie eine Fortsetzung ihres Lieblings auszusehen hätte, deswegen machte ich mir noch Hoffnung, dass Teil 2, der ja nun auch eine völlig andere Geschichte verfolgt, vielleicht auf völlig anderer Ebene funktioniert, vielleicht nicht so gut wie sein großer Bruder, aber eventuell dennoch brauchbar. Man kann also nicht behaupten, dass ich mich voller Enthusiasmus auf die Fortsetzung stürzte. Im Gegenteil, es dauerte sogar Monate, bis ich mich endlich mal mit sehr wenigen Erwartungen an das Teil heranwagte.

Dem Fan mag negativ auffallen, dass weder Tim Curry noch Susan Sarandon, Meat Loaf und Barry Bostwick mitwirken. Dafür tauchen so ziemlich alle anderen wichtigen Schauspieler des Erstlings wieder auf. Auch die Produzenten waren die selben und wohl mit das wichtigste: Die Musik stammte auch wieder aus der selben Feder. Entwarnend kann ich berichten, dass sich die Neubesetzung von Brad und Janet sehen lassen kann, auch wenn man mit ihnen nicht so warm wird wie mit den Originalen.

Brad wurde gespielt von Cliff DeYoung, einem Schauspieler der ein unauffälliges Dasein in B-Movies führt und mit nichts bisher wirklich auffiel. Ich gucke ihn allerdings recht gern. Seine schönsten Rollen hat er meiner Meinung nach im Pilotfilm zur Serie von „RoboCop“ und in der Rolle eines Familienvaters in der Teenie-Komödie „Crazy Love – Liebe schwarz auf weiß“.

Janet wurde eine Spur besser besetzt. Sie wird gespielt von der durch „Das Phantom im Paradies“ musicalerfahrenen Jessica Harper, die ohnehin mehr mit dem Bereich Musik zu tun haben scheint, als durch bloße Schauspielerei. Immerhin wurde sie für die Hauptrolle in „Suspiria“ gecastet, in dem sie ihr Tanztalent beweisen musste. Wie sie zum Film kam und was sie zuvor (garantiert in diesem Bereich) machte, weiß ich allerdings nicht.

Man sollte meinen eine Neubesetzung würde negativ auffallen, während alte Gesichter glänzen. Dem war aber nicht so. Wie gesagt, der neue Hauptrollencast war geglückt (DeYoung wurde sogar mit einer Doppelrolle gesegnet), aber von den alten Gesichtern weiß nur der Erzähler aus Teil 1 zu überzeugen und selbst das nur halb inmitten von schlechter Umsetzung. Der Rest hopst herum, versucht dabei wieder interessant skurril zu wirken, leichte Homoerotik zu verstreuen und einfach kultig zu wirken. Richard O’Brien, die Rolle des Riff Raff im Original und Komponist der dort unvergessenen Stücke, fällt in Sachen peinliches Schauspiel am meisten auf und versucht kläglich sich laufend in den Mittelpunkt zu spielen, was selbst die talentierte Jessica Harper und die gut gespielte Rolle eines blinden Showmasters kaum zu verhindern wissen.

O´Brien weiß nicht nur schauspielerisch zu enttäuschen. Es ist auch kaum zu glauben, dass die Musik vom selben Komponisten stammen soll, wie die zeitlosen Songs des Originals. Zunächst einmal fällt auf, dass die Musik diesmal in seiner Zeit hängen bleibt und veraltet wirkt. Es tauchen typische Discolieder ebenso auf wie flotter Pop und Country. Jedem Lied fehlt allerdings der individuelle Touch. Da ist durchaus mal ein brauchbares Lied dabei, halt der typische Song für zwischendurch, aber selbst die im Vergleich besseren Musikstücke sind maximal als Routine einzustufen. Damit fehlt „The Brad And Janet Show“ (Alternativtitel) die wichtigste Komponente für ein wirksames Musical. Da die Musik zumindest nicht penetrant nervt, könnte theoretisch gesehen das Produkt an sich immer noch schlichtweg als Film wirken. Aber auch da muss ich mit dem Kopf schütteln (und das nicht aus Rhythmusgründen).

Die Geschichte ist gerade heraus gesagt schlecht. Dabei sind gute bis geniale Ansätze durchaus vorhanden. Die Grundidee selbst weiß zu gefallen. Thematisch wird das US-Fernsehen seiner Zeit parodiert. Allerdings nicht aus der einseitigen Programmsicht-Perspektive wie im geglückten „The Kentucky Fried Movie“, sondern zusätzlich auch die Wirkung des gehirngewaschenen Publikum beachtend. Da sind jede Menge Satiremöglichkeiten gegeben.

Man muss bedenken, dass das amerikanische Fernsehen dem deutschen in Sachen Plumpheit im groben 10 Jahre voraus ist. Allein diese Tatsache wäre seinerzeit im Kino wohl Grund genug gewesen, warum die Fortsetzung in deutschen Kinos floppte. Was in „Shock Treatment“ gezeigt wurde, kannte der Zuschauer unseres Landes nicht. Klar gab es Gameshows, die damals schon auf schlichterer Ebene das Publikum verstrahlten, die Extreme eines Fernsehprogramms, wie es in „Shock Treatment“ präsentiert wurde, kannte man allerdings nicht. So mag manch einer das Gezeigte als zu übertrieben umgesetztes Mittel gesehen haben, um die Fernsehlandschaft zu verarschen. Aber so fern war die Satire von der Realität in Wirklichkeit gar nicht entfernt.

Die Bilder sind ununterbrochen quietschbunt, die Atmosphäre überdreht, die Programmgestalter manipulierend und von ihrer Sache nur nach außen hin überzeugt. Das Publikum ist der völligen Gehirnamputation nah. Das Rezept klingt für eine Satire durchaus verlockend und hat auch in der deutschen Produktion „Im Himmel ist die Hölle los“ wunderbar funktioniert. Mit einigen Elementen spielte später auch „Edward mit den Scherenhänden“ erfolgreich, ohne dabei direkt das TV zu parodieren. Aber in „Shock Treatment“ will die Rechnung nicht aufgehen.

Der Zuschauer wird ins kalte Wasser geschuppst, in eine Story, in der sich trotz ständiger Nichtigkeiten nur schwer zurechtzufinden ist. Die einzelnen TV-Sendungen werden als komplett miteinander verbundene Stadt präsentiert, begleitet von einem aktiv teilnehmenden Publikum, das allerdings ähnlich dem Theater immer an der gleichen Stelle sitzt. Warum Brad und Janet dort hineingeraten und warum sie das alles mitmachen und Janet so leicht zu manipulieren ist, wird nie deutlich herausgearbeitet. Was man sieht muss man akzeptieren.

Brad und Janet erleben ein neues Abenteuer, das ist o.k. Ich benötige für eine brauchbare Fortsetzung keine Alienrückkehrer. Ich brauche keine dichte Verknüpfung zum Original in einer so quietschbunten Comicwelt beider Filme. Aber ich benötige etwas mehr Übersicht und eine bessere Erzählweise. Das ganze Wirrwarr, welches mir mit diesem Film vor die Nase gesetzt wurde, war einfach nur billig, nervig und provokativ darauf aus Kult zu werden. Bei mir hat es nicht gezündet, im Gegenteil, bis auf einige gute Absichten weiß ich nichts tolles in diesem missglückten Sequel zu erkennen.

Eine gute Absicht möchte ich allerdings lobend hervorheben. Für einen Film, der Anfang der 80er erschien, ist es überraschend zu erkennen, wie bewundernswert bereits hier die fragwürdige Haltung einer politisch korrekten Gesellschaft kritisiert wird. Der erste Bühnensong ziemlich zu Beginn ist inhaltlicher Höhepunkt des kompletten Filmes, leider präsentiert in einem unterdurchschnittlich komponierten Lied. Das ist sehr schade, und wie die Zeit zeigte auch sehr wirkungslos. Das Fernsehen ist verstrahlter denn je, wusste sich in seiner Art auch in anderen Ländern, wie dem unseren, zu vermehren, und die Gehirnwäsche, so weit sie sich bis heute zurückverfolgen lässt, feierte traurigen Erfolg mit dem Heranzüchten einer gleichgeschalteten, politisch korrekten Gesellschaft, in der niemand mehr wirklich individuell sein darf.

Zum Glück macht nicht jeder mit, die wichtigsten Institutionen der Gesellschaft allerdings sehr wohl. Und genau da irrt der drohende Zeigefinger von „Shock Treatment“, der das Publikum zum Zentrum des Wahnsinns macht. Das öffentliche Interesse am Fernsehen sinkt in Deutschland, das denkfaule Publikum ist längst nicht mehr die Masse. Aber Politik und Wirtschaft kooperieren mit den Medien um dieses Zielpublikum zu erreichen, während die große Masse schweigt. Kommt uns geschichtlich gesehen bekannt vor? Oh ja!

Für seine Zeit gesehen bewies „Shock Treatment“ immerhin Weitsicht, mehr als der etwas themenverwandte „Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K“. So lobenswert der Aufklärungsversuch auch ist, er schafft es damit leider nicht dieses enttäuschende Stück Irrsinn auf ein höheres Niveau zu heben.  OFDb

08.09.2012

DAS PHANTOM IM PARADIES (1974)

Der erfolgreiche Musikproduzent Swan klaut dem Komponisten Winslow Leach seine Musik, um damit seinen neuen Musiktempel, das Paradise, zu eröffnen. Nachdem es zu einem Unfall kommt, nach welchem Leach für tot gehalten wird, schleicht er sich stark ramponiert ins Paradise, um dessen Eröffnung zu manipulieren. Doch aus Zuneigung zur Sängerin Phoenix lässt er sich von Swan überreden mit ihm zusammen zu arbeiten, um sein Lebenswerk für seine große Liebe umzuschreiben...

Faust auf Faust...
 
Es war einmal ein Jahr vor der legendären „Rocky Horror Picture Show“ und ein Jahr nach deren Premiere als Bühnenstück, da erblickte ein Grusical das Licht der Welt, das sicherlich die Filmversion von Richard O‘Brian mit beeinflusste, während es sich selbst scheinbar von dessen Bühnenstück inspirieren ließ. Zumindest gibt es einige Parallelen zur Filmversion, die zwar nicht wirklich von Bedeutung sind, aber schon beeindrucken, wenn man einmal bedenkt wie berühmt Shermans Film ist und wie unbekannt letztendlich De Palmes Mix aus „Faust“ und „Phantom der Oper“ ist.

Kein Wunder, schaut sich der Besuch aus dem All doch wesentlich zeitloser als De Palmas Satire auf die Musikindustrie, die mitten in den 70er Jahren badet. „Die Rocky Horror Picture Show“ spielt fast ausschließlich an einem (zeitlich neutralen) Ort und zeigt uns eine uns fremde Kultur, gestern wie heute. Und dank der Musical-orientierten Stücke, wirkt selbst die Musik heutzutage nicht veraltet.

Ganz anders „Das Phantom im Paradies“, als Film konzipiert, damit mit ständigen Orts- und Szenenwechseln konfrontiert, und da es sich zur Pflicht macht kritisch die Machenschaften der Musikindustrie zu hinterfragen, muss er auch die damalige Mode beachten, sei es im Sound, in den Frisuren, der Kleidung  oder den Trends. Die 70er Jahre, da darf der homosexuelle Star ebenso wenig fehlen wie die Besetzungscouch. Da kleidet den von allen Frauen begehrten Swan ein Outfit, womit man ihn heute entweder belächeln oder auf den Sperrmüll werfen würde. Da gibt es reißerische, morbide Show-Events und augenzwinkernd darf eine Band ein wenig im Schminkstil der Musikgruppe Kiss auftreten, die ein Jahr vor dem Film gegründet wurde.

Außer dem Regisseur Brian De Palma ist eigentlich kein Mitwirkender des Filmes heute eine Berühmtheit. Schauspielerin Jessica Harper dürften die meisten aus Argentos „Suspiria“ kennen, in welchem sie die Hauptrolle spielte. In „Shock Treatment“, der Fortsetzung der „Rocky Horror Picture Show“ übernahm sie Susan Sarandons Rolle der Janet. Das Phantom William Finley drehte einen mittelmäßigen Horrorfilm nach dem anderen, und das Schönheitsidol „Swan" Paul Williams war häufig als Schauspieler und hin und wieder als Regisseur tätig.

„Das Phantom im Paradies“ ist nicht zeitlos ausgefallen, aber das muss er als guter Film auch nicht zwingend. Und in seiner Klasse weiß er seinen berühmten Konkurrenten locker zu schlagen, auch wenn sich De Palmas Film nicht so locker flockig guckt wie die Party um Franknfurter. In erster Linie sind es die Kompositionen von Paul Williams und der Look des Phantoms, die den Streifen zu einem solch außergewöhnlichen Filmerlebnis machen. Mit kulturell anerkannten Klassikern arbeiten, während man eine Industrie parodiert, die einen Schnellschuss nach dem nächsten produziert, da sind bereits satirische Seitenhiebe im Grundkonzept des Films zu beobachten.

Man kann De Palma nicht bescheinigen, dass er den Überblick behielt. Teilweise wirkt sein Werk ein wenig hektisch und orientierungslos, gerade in der ersten Hälfte. Aber diese Abweichung von gelernten Sehgewohnheiten sind es auch wieder, die ihm einen gewissen Grad Individualität verleihen. Zur zweiten Hälfte des Filmes geht es dafür konzentrierter zur Sache, wechseln hier doch auch die Handlungsorte nicht so häufig, meist spielt sich die zweite Hälfte im Paradise ab.

Ein Stilmittel, das De Palmas späteren Film „Carrie“ mitunter die besondere Note verleihen sollte, das Bildsplitting, wird bereits in „Das Phantom im Paradies“ angewendet. Dort nicht so intensiv wirkend wie in der ersten Verfilmung nach einem Roman von Stephen King, aber dennoch wirkungsvoll zu schauen. Ohnehin arbeitet De Palma optisch gern mit mehreren Hauptaugenmerken, spielt auch mit Swans Hobbyraum, in dem er die Bilder dessen installierter Kameras auf 4 Bildschirmen zeitgleich das zeigen lässt, was an vielerlei Orten gerade passiert, manchmal auch nur aus vielerlei Perspektiven aufgezeichnet. Das Spiel mit der Moderne solcher Geräte wird in den klassischen Filmstil mit einbezogen. So wendet sich die Kamera beispielsweise von den vier Monitoren ab, um sich auf einen einzigen zu konzentrieren, der ein Geschehen zeigt, mit welchem es nun weiter geht.
 
Manche Szenen aus „Das Phantom im Paradies“ sind heutzutage legendär. Sei es die Suche nach einem neuen Star, in welcher Swan innerhalb eines runden Tisches in einem abgedunkelten Raum sitzt, und immer jener Bereich beleuchtet wird, in welchem die neue Band/der neue Interpret vorspielt, um schlussendlich auf Dieter Bohlen-Art mit bösen Worten abgelehnt zu werden. Oder sei es die pointenstarke Parodie auf die Duschszene aus „Psycho“, die man sicherlich als Pflicht ansehen darf, war De Palma doch schließlich Schüler des berühmten Alfred Hitchcocks.

Manchmal sympathisch albern (insbesondere in den Szenen des homosexuellen Musikvergewaltigers), hin und wieder provokant, gegen Ende häufig melodramatisch, hüpft „Das Phantom im Paradies“ von einer Emotion zur nächsten und wirkt dabei immer ehrlich, wahrscheinlich da die Geschichte mit ihren Charakteren trotz schriller Randerscheinungen immer Schwerpunkt bleibt. Zweitwichtigste ist die Musik, die in ihrer Vielfalt zu gefallen weiß, selbst dann wenn sie als Parodie eingesetzt wird, um Untalent aufzuzeigen. Jessica Harper überrascht als talentierte Sängerin, während die Stimmfindung des ramponierten Phantoms als äußerst moderne und experimentelle Gesangspräsentation trumpfen darf.

Momente wie diese fangen den absichtlich reißerischen Off-Kommentar zum Einstieg des Films auf, in welchem von einem Sound der achten Dimension die Rede ist, einer von vielen Momenten, in welchem der Slang der Werbung der 70er und späten 60er Jahre aufs Korn genommen wird.

„Das Phantom im Paradies“ ist treffsicher was seine Kritik an der Musikindustrie betrifft und einzig in diesem bislang unveränderten Bereich zeitlos. Das angedeutete Schicksal Phoenix weist heutzutage beispielsweise deutliche Parallelen zu dem Produkt Britney Spears auf. Und was Swan in comichafter Bösartigkeit treiben darf, ist eigentlich nüchterner Alltag im Musikbiz. Es ist schön mit anzusehen, dass diese Kritik im Film allgegenwärtig ist und sich gleichzeitig doch nie zu sehr aufdrängt. Das könnte zu moralisch wirken und das Rezept verwässern. De Palmas Grusical ist immer nah am Gefühlsleben seiner Figuren und damit immer im Zentrum dessen, was den Zuschauer eines gelungenen Filmes am meisten interessiert.  OFDb