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11.05.2024

ROBOMAN (1988)

Ein Trupp Soldaten soll auf einer Pazifikinsel einen dringlichen Auftrag ausführen, ohne zu wissen, dass sie Teil eines Experiments werden. Ein Wissenschaftler hat einen toten Soldaten in einen unbesiegbaren Roboter verwandelt, dessen Schutzfunktion jedoch deaktiviert wird, so dass er auch für den Forscher nicht mehr zu stoppen ist...

Elektro-Interceptor...

Die Vorbilder sind nicht schwer zu erkennen, von "Predator" bis hin zu "RoboCop", der gerade einmal ein Jahr vor "Roboman" erschien. Der hierzulande direkt auf VHS ausgewertete Science Fiction-Action, ist wie typisch für eine italienische Imitat-Produktion äußerst billig ausgefallen, was man bereits dem zu unspektakulär auftretenden Cyborg ansieht, dessen Kopfbedeckung lediglich ein Motorradhelm ist. Das weiß optisch wenig zu beeindrucken. Dachte ich zunächst, das sich leicht abzeichnende Gesicht hinter dem Sichtschutz sei durch die Bildbearbeitung für die Bluray ein unfreiwilliger Nebeneffekt (wobei der Film keinesfalls auf dem Niveau einer Bluray-Qualität aufgepeppt wurde), so dürfen wir gegen Ende, wenn der monotone Film Dramatik anstatt Action ins Zentrum hievt, einen Blick hinter das Visier werfen, was den titelgebenden Untoten weit weniger mechanisch erscheinen lässt, als ohnehin schon. "Robowar" (Alternativtitel) ist unter der Regie von Bruno Mattei entstanden, es braucht also nicht verwundern hier nicht wirklich etwas Unterhaltsames zu erleben, aber, wie meist in seinen Werken, schafft man es irgendwie es bis zum Schluss durchzuhalten, dieses Produkt aus einem Zwischenzustand aus Langeweile und hohem Trash-Tempo. Es könnte wahrlich mehr passieren, als das ewige Herumgestampfe der Soldaten durch den Wald und die weit weniger professionell ausgefallenen Attacken des Cyborgs, von dessen Kriegsqualitäten uns weit mehr zuvor versprochen wurde. Aber irgendwie kommt man halb interessiert durch, bei all den herrlich besetzten Stereotypen und dem Unvermögen des Drehbuchautors. Ich habe schon Schlimmeres zu dem Thema gesehen, aber auch wesentlich Unterhaltsameres.  OFDb

16.08.2015

THE RIFFS 3 - DIE RATTEN VON MANHATTAN (1984)

Hat man „Willard“ und „Ben“ gesehen, hat man alle zwei Möglichkeiten gesehen was mit der Thematik Ratten-Horror herauszuholen ist. Alle anderen Filme zu dem Thema bedienen sich bei ihnen, mal mehr mal weniger gut, und ich bin meist dabei, machen mir diese Filme doch auch im schlichten Gewand Spaß. Dass man auch mit Blick auf die Verlagerung des Aufhängers in eine Endzeit-Welt mit keinem großen Unterschied zu den beiden populären Werken des Rattenfilms rechnen sollte, dürfte klar sein. Der Herkunftsort Italien lässt schon erahnen, dass lediglich der Gewaltpegel etwas hoch gesetzt wird. Und wer jetzt noch Regisseur Bruno Mattei kennt, der wird ohnehin nicht mehr mit einem ernstzunehmenden Beitrag rechnen.

Bruno Mattei übernahm Lucio Fulcis angefangenes „Zombie 3“-Projekt, er drehte „Die Hölle der lebenden Toten“ und in der neuen Zombiewelle auch „Zombies - The Beginning“ und dessen Vorgänger, alles hohle und reißerische Schundfilmchen, ohne großes Talent umgesetzt, oft unfreiwillig komisch ausgefallen, aber in erster Linie geistlos erzählt. Zugegeben, „The Riffs 3“ ist nun sein erster von mir gesichteter Film von ihm, in dem es einmal nicht um Zombies geht. Meine bisherige Erfahrung seiner Werke war bislang somit recht einseitig zu nennen. Aber auch ein Blick auf seinen Science Fiction-Rattenhorror bestätigt all das was ich von ihm kannte und halte.

Harte Kerle und hysterische Weiber stiefeln obercool durch eine kostengünstige, schlicht auf postapokalyptisch getrimmte Endzeitwelt, eine Location die sehr schnell gegen die des Labors eingetauscht wird, wo fast der komplette Rest des Streifens spielen soll. Die Protagonisten sind so schlau wie die Autoren, so dass sich unsere Helden nicht nur fortlaufend unsinnig und irrational benehmen, sondern dieses Tun auch aus einem keine Zusammenhänge begreifenden Blickwinkel erzählt wird. Dies alles eingekleidet in einen reißerischen und für den brutalen Effekt lebenden Stil, erweist sich als kurzweiliges Happening für den Trash-Fan.

Der amüsiert sich u.a. über die gar nicht so bedrohlichen Ratten und ihre angebliche Intelligenz von der man nichts mitbekommt. Mattei dachte sich sicher, solange nur immer wieder wer erwähnt dass sie es sind, wird man es als Zuschauer sicherlich irgendwann als Fakt annehmen. Viele Viecher standen Mattei zur Realisierung seiner Vision nicht zur Verfügung, was er erbärmlich zu kaschieren versucht, so dass von einer spürbaren Bedrohung bei „Rats - Notte di terrore“ (Originaltitel) wahrlich nicht gesprochen werden kann.

Freunde der ersten beiden „The Riffs“-Filme sollten im übrigen wissen, dass Teil 3 eine Mogelpackung ist, also keine tatsächliche Fortsetzung, was auch erklärt warum er der einzige Teil mit Horror-Thematik ist. Ob zufällig vorhanden oder nicht fällt die Spiegelung der Protagonisten mit ihrem Feind auf. Der Mensch ist nach Resten im Schmutz lauernd selbst so etwas wie eine Ratte geworden. Nun versuchen gleich und gleich intelligent einander zu bekämpfen, und ein überraschender Schluss-Gag der ganzen Chose lässt vermuten dass auch Brachial-Filmer Mattei diese Spiegelung bewusst war. Trotzdem braucht man diesbezüglich nun nicht mit intelektueller Tiefe und wahrer Gesellschaftskritik rechnen. Diese wird an anderer Stelle zu einem anderen Aspekt fast Gottesdienst-artig gepredigt. Bei Bruno ist halt alles reißerisch und aufgesetzt inszeniert, selbst die in anderen Filmen stillen Töne.

„Die Ratten von Manhattan“ (Alternativtitel) ist ein Werk der Quantitäten, irgendwie auf 90 Minuten zurecht gebastelt, dies aber auf eine recht flotte Art, bei welcher die unfreiwillige Komik sich nicht irgendwann in Langeweile verwandelt. Ein wenig nackte Haut hier, zwischenmenschliche Differenzen unter Vollidioten da, Actionszenen dort und jede Menge Ekeleffekte machen aus „Rats - Night of Terror“ (Alternativtitel) ein sympathisches Werk für den anspruchslosen Schundfilm-Fan, an dem auch jene dieser Gattung ihren Spaß haben werden, die sich nicht an unfreiwilliger Komik aufgeilen können oder wollen. Andere Schauwerte sind genügend vorhanden. Trash bleibt der olle Streifen aber so oder so.  OFDb

09.07.2015

ZOMBIE 3 (1988)

Ich weiß nicht was in einem Produzenten vorgehen muss, der als Ersatz-Regisseur zu Bruno Mattei greift, wenn Lucio Fulci aus welchen Gründen auch immer (es gibt im Netz diverse Spekulationen) nach einem halb fertigen Film wegfällt. Sein „Die Hölle der lebenden Toten“ zählt nicht zu den besten Italo-Streifen des Zombiefilms, und auch was er in den 00er Jahren zu dem Thema so abgeliefert hat (z.B. „Zombies - The Beginning“) war nicht gerade frei von unfreiwilliger Komik inszeniert. Wieviel vom Ergebnis von „Zombie 3“ nun Mattei oder Fulci angerechnet werden kann (in der OFDb wird zudem auf Claudio Fragasso als dritter Regisseur hingewiesen, der immerhin den recht putzigen „Horror House 2“ drehte), ist unklar, eigentlich aber auch egal, denn der fertige Film funktioniert ohnehin nur als Nummern-Revue.

Inhaltlich stellt „Zombie Flesh Eaters 2“ (Alternativtitel) eine Mixtur aus „Zombie 2“, den ersten beiden „Return of the Living Dead“, Romeros „Crazies“ und „Die Hölle der lebenden Toten“ dar, bedient sich also bei allerhand Vorgängern, um am Ende doch nur eine wirr zusammen gezimmerte Story zu präsentieren, in welcher Menschen in einem Quarantäne-Gebiet zwischen die Fronten von Zombies und dem Militär gelangen, während Wissenschaftler verweifelt nach einem Gegenmittel forschen. Wirklich kennen lernen tut man keinen der vielen Charaktere, die in der Regel ohnehin nur als Futter für die Untoten dienen.

In den Zombie-Momenten, von denen es nicht gerade wenige gibt, schaut sich „Zombie 3“, der je nach Fassung manchmal auch die Beititel „Die Bakterie des Grauens“ oder „Ein neuer Anfang“ trägt, am angenehmsten. Die Untoten sehen auf billige Art sympathisch vermodert aus, ihre Attacken sind hart und mancher Auftritt (z.B. jener im Wasser) weiß inszenatorisch zu gefallen. Wer also einen Zombiefilm genießen kann, indem man sich von Zombiemoment zu Zombiemoment hangelt, und den wirren Irrsinn an Pseudo-rotem Faden der diese Szenen zusammen halten soll, ignorieren kann, der kann tatsächlich gut unterhalten werden. Da die Zombies mal schlurfen wie in „Die Nacht der lebenden Toten“ und in manchen Szenen zu der schnellen Sorte wie in „Großangriff der Zombies“ gehören, ist auch für jede Art Zombie-Fan etwas mit dabei.

Als Gesamtwerk kommt „Zombie 3“, dessen Titel sich nicht auf Romeros „Zombie 2“ bezieht, sondern auf Lucio Fulcis „Zombi 2“, der bei uns zunächst als „Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies“ heraus kam, also eher mittelmäßig daher, da es kein wahres Mitfiebern mit den austauschbaren Figuren gibt. Und das bisschen zusätzlich angehangene Umwelt- und Militärkritik ist auch nicht gerade dazu geeignet ein solches Werk aufzuwerten, zumal es den Verantwortlichen des Streifens eher um Zombie-Action als um ein stimmiges Grusels-Feeling ging, ein Schwerpunkt der Horrorfilmen nur sehr selten gut tut.

„Zombi 3“ (Originaltitel) ist austauschbare Ware, die sich als Spätwerk der 80er Jahre Zombie-Welle für Freunde dieser Dekade Film aber durchaus gucken lässt, zumal einige Ausnahmeszenen recht schräg ausgefallen sind. So darf man beispielseweise die Attacke eines fliegenden Zombiekopfes noch vor Charles Bands „Shrunken Heads“ sichten, und eine Frau wird durch den Bauch einer Schwangeren heraus von der Nabelschnur eines Zombie-Babys attackiert, noch bevor „The Suckling“ auf der Bildfläche erschien. Und wer jetzt aufgrund dessen glaubt der Film sei eine Horror-Komödie: nein, selbst in diesen Szenen gibt sich „Zombie 3“ todernst.  OFDb

13.06.2015

DIE HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN (1980)

Nein, Bruno Mattei ist wahrlich kein Romero oder Fulci. Das beweist sein „Die Hölle der lebenden Toten“ bestens, der zwar auf seine reißerische Art halbwegs zu unterhalten weiß, wahre Qualitäten aber nie aufblitzen lässt. Dreist wird die Story aus „Zombie“ und „Woodoo“ wirr zusammengemixt und mit der Musik aus der europäischen Version von erstgenannter Konkurrenz untermalt, was dem Film zumindest ab und an eine gewisse Atmosphäre zu bescheren weiß.

Letztendlich ist das Grundflair des Streifens jedoch viel zu idiotisch ausgefallen, als dass man „Virus“ (Originaltitel) wirklich ernst nehmen könnte. Der Trupp Helden wirkt wie eine Billigvariante aus Romeros zweitem Zombie-Streich, der sogar fast noch mehr an die Crew aus „Raumschiff Enterprise“ erinnert, spätestens weil der Anführer eine gewisse Ähnlichkeit mit William Shattner besitzt. Die Dialoge in der Deutschfassung sind zumindest recht selbstkritisch ausgefallen. Es war einem also bewusst welch widersprüchliches Werk man hier vertont. Das weiß zu gefallen.

Die simplen Spezialeffekte sind leicht zu durchschauen und wissen nicht wirklich zu schocken. Und dass man wie eingangs erwähnt die Regie nicht wirklich gut heißen kann, beweist die Art wie der Film geschnitten wurde. Immer wieder werden Tieraufnahmen oder (ebenfalls von „Zombie“ “inspirierte“) Momente in denen Politiker und Medien-Fuzzies sich streiten dafür genutzt die Geschichte zu unterbrechen, um nach besagter Pause das Hauptszenario an völlig anderer Stelle fortzuführen. So darf man sich manchmal fragen wie die Soldaten und ihr Anhang aus einer gewissen Situation herauskamen oder warum manches Fehlverhalten der Truppe eine Szene weiter schon vergessen ist.

Letztendlich braucht man trotzdem nicht all zu streng mit „Night of the Zombies“ (Alternativtitel) zu sein. Sicher ist er bei weitem nicht so geglückt wie „Invasion der Zombies“, und als unfreiwillig komischer Film besitzt er nicht das Kaliber von „Die Rückkehr der reitenden Leichen“ und „Die Rückkehr der Zombies“. Aber er lässt sich mit weit heruntergeschraubten Erwartungen zumindest schauen, womit er Rohrkrepierern wie „Oase der Zombies“ und „Die Nacht der Zombies“ etwas voraus hat.

Fans der ersten Zombiewelle werden ihn ohnehin schon gesichtet haben. Und wem anders muss man „Zombie 5 - Ultimate Nightmare“ (Alternativtitel) wahrlich nicht empfehlen. Die Gesellschaftskritik in Form einer Öko-Botschaft wirkt aufgesetzt wie in „Der Mörder-Alligator“, die emotionalen Momente ebenso. Der Tiefpunkt in Sachen Dramatik bietet die Schuldzuweisung eines Familienvaters aufgrund der Erkrankung seines Sohnes. Aber immerhin wird man dafür mit einer ungeschönten Zombiekind-Attacke belohnt, die so früh in dieser harten Art auch nur aus Italien kommen konnte. Schauspielerisch braucht man freilich nicht wirklich Können von dem Knaben erwarten. Spaß macht die Szene trotzdem.

Also, Allesgucker zum Thema Zombie können zugreifen, werden aber kein wirkliches Highlight oder einen wahrlich genießbaren Zwischendurchverzehr erfahren. Letztendlich ist „Zombie Inferno“ (Alternativtitel) ähnlich plump ausgefallen wie Matteis Spätwerk „Zombies - The Beginning“, nur dass Mattei in der Zombiewelle der 00er und 10er Jahre bei „Aliens - Die Rückkehr“ geklaut hat anstatt bei den Zombie-Größen. Dass im direkten Vergleich jedoch eher der Retro-Charme eines „Virus - Die Hölle der lebenden Toten“ (Alternativtitel) siegt als eine Schnellschuss-Produktion der zweiten Welle dürfte jedem Schund-Fan mit dem Herz am rechten Fleck klar sein.  OFDb

20.10.2012

ZOMBIES - THE BEGINNING (2007)

Einer Frau gelang die Flucht von einer Zombieinsel. Daheim will ihr niemand glauben. Monate später gibt es von der Insel keine Lebenszeichen mehr. Eine Expedition soll die Hintergründe klären. Und die Frau ist mit dabei...

James Camerons Zombies...
 
In Zeiten der neuen Zombie-Welle wird der DVD-Markt regelrecht überschwemmt mit Billigproduktionen, die von lebenden Toten oder Infizierten handeln. Filme wie „Day X - Outbreak Of The Zombies“ zeigen, dass es in der Ausnahme auch mal geglückte Filme für die schnelle Mark gibt, meist wird jedoch Magerkost präsentiert, die den Horrorfreund mehr verarscht als erfreut.

Es wundert Markt-strategisch nicht, dass sich in solchen Zeiten mancher Investor an Regisseure erinnert, die sich in der ersten Zombie-Welle Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre einen Namen machten. Wäre er nicht tot, wie viele Angebote würde wohl Lucio Fulci bekommen, der europäische Liebling der Zombie-Fans. Bruno Mattei hatte nicht ansatzweise dessen Ruf, ist aber auch ein bekannterer Name aus dieser Zeit, dank seines Schundfilmes „Die Hölle der lebenden Toten“. Der Film war eine Beleidigung an den echten Subgenre-Fan, verärgerte mit dreistem Klau aus „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“, bediente sich dreist am europäischen Soundtrack von Romeros „Zombie“ und stibitzte zudem noch ein paar Tier- und Naturaufnahmen aus irgendwelchen Dokumentarfilmchen. Matteis Werk war dreist, dank seiner Härte aber auch nicht gerade unbeliebt bei den harten Fans des Zombiefilms.

Jahrzehnte liegen zurück und Mattei präsentiert uns wieder einen Zombiefilm. „Zombies – The Beginning“ ist eine Fortsetzung des kurz zuvor erschienenen „Island Of The Living Dead“, ebenfalls vom mittlerweile verstorbenen Mattei (unter einem Pseudonym) inszeniert. Ich habe Teil 1 nicht gesehen, deshalb stellte ich mir unvoreingenommen die naive Frage, ob Mattei mit den Jahren eventuell dazugelernt hat. Und man darf sagen: Ja das hat er, wenn auch nicht in erhofften Bereichen.

Noch immer ist der Mann ein Stümper seines Fachs, eine Beleidigung an die Berufsgruppe Filmregisseur und noch immer ein dreister Ideendieb. Letztgenannter Bereich ist aber genau jener, den er nun dreister denn je angeht. Dass sich Billigfilme gerne mal an Größen orientieren ist keine Seltenheit. Mattei hingegen schafft es, einen berühmten Kinofilm komplett zu kopieren, getarnt unter einer anderen Geschichte. Die Rede ist von James Camerons „Aliens - Die Rückkehr“, der hier vom Handlungsablauf fast 1 zu 1 kopiert wird. Lediglich das Kind und die Apparatur mit der die Alien-Königin final bekämpft wurde fehlen. Ansonsten klaut man Handlungsabläufe, manchmal ganze Szenen und sogar Textstellen. Wer den zweiten Teil der „Alien“-Reihe gut im Kopf hat und gleichzeitig Trash-Fan ist, der sollte sich „Zombies – The Beginning“ nicht entgehen lassen. Der Film ist damit eine Trashgranate ganz anderem Kalibers und weiß mit seiner Dreistigkeit auf ganz eigene Art zu belustigen.

Denn sicherlich dürfte es niemanden verwundern, dass Mattei nicht auf gleichem Niveau wie Cameron arbeitet. Geld stand kaum zur Verfügung. Das wurde meist in Masken- und Bluteffekte investiert. Die Zombies gehen meist als o.k. durch, die Goreeffekte sind eher mittelprächtiger Natur. Flammenwerfer kommen zum Einsatz, man sieht jedoch deutlich das seitliche Streifen der angeblich Verbrannten. Brennende, umherlaufende Stuntmänner gibt es in Matteis Werk ebenfalls nicht. Wie gesagt, Geld war eine knappe Ware, und dies verdeutlicht sich noch einmal, wenn man sieht, dass der Großteil von Aktionen aus Fremdfilmen geklaut wurde. Explosionen, Aufnahmen eines U-Bootes, Dialogszenen innerhalb des U-Bootes, das sind alles Szenen die aus anderen Filmen entwendet wurden. So wie es seinerzeit in den 50er und 60er Jahren in Billigfilmen gemacht wurde, so greift man heute bei C-Produktionen für den internationalen DVD-Markt erneut auf das bewährte Rezept zurück.

Die Darsteller spielen unter aller Sau, allen voran die Hauptdarstellerin, die nicht einmal versucht in die Fußstapfen Sigourney Weavers zu treten. Wahrscheinlich hat ihr niemand verraten, dass sie Ripley unter einem anderen Namen spielt. Der Kenner von Camerons Werk wird dies jedoch gar nicht erst übersehen können, dafür ist der Klau einfach zu konsequent und zu dicht umgesetzt. Die deutsche mädchenhafte Stimme der an sich harten und taffen Heldin weiß zusätzlich zu belustigen.

Wer „Aliens - Die Rückkehr“ nicht kennt oder kaum in Erinnerung hat, kann dennoch Spaß mit „Zombies – The Beginning“ haben, vorausgesetzt natürlich weiterhin, dass er ein Trash-Fan ist. Denn in Sachen unfreiwilliger Komik spielt der Untoten-Streifen ganz weit vorne mit. Einer um Hilfe rufenden Frau wird vom Rettungsteam die Diagnose „Sie lebt“ attestiert, das Finale zeigt eine total bescheuerte Idee und klärt die Frage, was man so alles mit Belüftungsrohren und Alufolie anstellen kann. Und seine idiotischsten Momente hat „Zombies“ immer dann, wenn man sich eng an Cameron hält, zwischendurch aber Elemente aus Kostengründen ausließ, so dass ein späteres Orientieren an „Aliens“ durch das Auslassen dieser wichtigen Elemente keinen Sinn mehr ergibt. Die komplette Schlussaktion des Ripley-Klons macht keinerlei Sinn, aber umso mehr Freude.

Was den Unterhaltungswert dieses dreisten Filmverbrechens etwas dämpft, ist das Verwenden von Szenen aus Teil 1 zum Zeigen von Traumsequenzen. Einmal gezeigt gingen diese noch in Ordnung, man darf sie jedoch 3 oder 4 mal sichten, jedes mal die selben Szenen, und das nervt schon extrem. Gut dass damit nach 30 Minuten Schluss ist, ab dieser Phase steht unfreiwillig komischem Sehvergnügen endlich nichts mehr im Weg.

„Zombies – The Beginning“ ist nicht nur dilettantisch und nicht nur ein Produkt, dass Szenen aus anderen Filmen verwendet, es ist auch ein dreistes Plagiat von Camerons „Aliens - Die Rückkehr“, und das in einer solchen Extreme, dass man sich fragt, ob man gegen diesen Film nicht urheberrechtlich vorgehen könnte. Trash-Fans und Kenner von Camerons Film (am besten jene, die „Aliens“ auswendig mitsprechen können) werden „Zombies“ lieben und hassen zugleich. Ein echter Film für die Mülltonne, zu schade für den Aufwand und das verwendete Material, auf dass gebrannt und gedruckt wurde – wäre er nicht so unglaublich witzig. Konsequenter wäre übrigens der Titel „Zombies – Die Rückkehr“ gewesen.  OFDb