Jede Menge gut aufgelegter Stars, ein Mix aus Schatzsuche, Kriminalfilm und Gaunerkomödie, das Ganze trotz moderner Umsetzung deutlich auf klassisches Kino getrimmt, das hätte schon etwas Großes werden können. Erstaunlicherweise kommt der Streifen jedoch viel verkrampfter daher, als er es mit manchem Gag, so z.B. in der Charakterzeichnung des Titelhelden, sein möchte. Klar, der Mann ist ungelenk, braucht ständig die Hilfe seiner rechten Hand, genießt trotz Unvermögen einen hohen Ruf und kann eigentlich so gar nichts wirklich. Aber die verkrampfte Umsetzung zeigt sich nicht einzig in der Figur, auch der komplette, nicht gerade rar gehaltene, Slapstick und anderweitige Choreographien wirken oftmals versteift und gewollt. Selbiges trifft auf die Pointensetzung und die auf locker getrimmten Dialoge zu. Nichts von alledem läuft wirklich rund, zumindest nicht rund genug für großes Erfolgskino, welches man mit der populären Besetzung sicherlich erreichen wollte. Es ist ihr und einer abenteuerlichen Geschichte zu verdanken, dass das Ganze trotzdem auf schlichtere Art funktioniert. Zu Beginn dachte ich noch, dass ich mich in dieses starre Getue nicht genügend hineinversetzen kann, wenn alles zu gewollt wirkt, aber die Running Gags und die verzwickte Schatzsuche, die mehr Handlung vorgaukelt als eigentlich vorhanden ist, gewährt einem zusammen mit der guten Laune der Prominenz doch noch Zugang zu der Chose, die zumindest amüsiert, wenn auch nicht für laute Lacher taugt. Auch im verkrampften Format macht es Spaß die rechte Hand Mortdecais leiden zu sehen oder den eifersüchtigen Kriminalisten beim Erobern von Mortdecais Frau scheitern zu sehen. Warum David Koepp, der sonst eher für Drehbücher zuständig ist, "Wen die Geister lieben" so geglückt inszeniert bekommen hat, bei "Mortdecai" (Originaltitel) auf dem Regiestuhl jedoch ganz deutlich den Schwachpunkt darstellt, will sich mir maximal dadurch erklären, dass Tempo und Slapstick einfach ein anderes Händchen benötigen, als die Trümpfe besagter Fantasykomödie. Wiki
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
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29.12.2023
MORTDECAI - DER TEILZEITGAUNER (2015)
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23.07.2023
IRON MAN 2 (2010)
Ich hatte ihn zwar etwas besser in Erinnerung, als er nun bei der zweiten Sichtung auf mich wirkte, aber "Iron Man 2" läuft definitiv runder als Teil 1, auch wenn er dem Superhelden-Universum inhaltlich herzlich wenig Neues zu bieten hat. Hier blitzen Elemente auf, die bereits in den 70er und 80er Jahren mit diversen "Superman"-Filmen und "RoboCop 2" mehr als nur gestreift wurden. Der Egoismus des Helden und die fehlende Anonymität machen aus Stark dennoch eine interessante Figur, und diese trägt den halben Film. Außerdem gehört die Fortsetzung von "Iron Man" zu den wenigen Beispielen, in denen es Freude bereitet im Finale Gleiches gegen Gleiches im heftigen Effektgewitter gegeneinander kämpfen zu sehen. Schon seit Jahrzehnten bot das Kino diverser Länder Roboterschlachten, das Rumgeballer hier macht trotz etlicher CGI tatsächlich Laune, wenn es Bilder und Szenarien in einer Schlagzahl bietet, die bisher kaum möglich waren. Ohnehin lebt "Iron Man 2" von seinem hohen Tempo, welches verhindert dass Ungereimtheiten zu sehr ins Gewicht fallen (das komplette Autorenn-Szenario, das schnelle Geständnis Hammers, nur weil er im Würgegriff einer Agentin ist, ...) und dass man sich zu sehr an plumpen Emotionsmomenten aufhängt, wie das Entdecken dass Starks Vater doch kein gefühlskalter Egomane war. Überraschender Weise weiß ein finaler Kuss trotzdem zu funktionieren, obwohl sämtliche Figuren zu oberflächlich bleiben. All zu kritisch sollte man sich dem Produkt nicht annähern, soll es doch lediglich gute Unterhaltung im verschwenderischen Stil bieten. Und wenn etliche Explosionen nicht weiter nach Opfern und anderweitigen Schäden hinterfragt werden, es nach dem Finale sogar nur noch um einen zu rettenden Menschen geht, obwohl der Stadt eine Explosionswelle bevor steht, dann doch bitte in einem Film, der ohnehin einen Narzissten zum Helden erklärt. Also Hirn aus und unterhalten lassen, mehr soll "Iron Man 2" nicht, mehr kann er aber auch nicht. Wiki
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04.02.2020
AVENGERS 3 - INFINITY WAR (2018)
Ich bin nur gelegentlicher Gast im Kino des Marveluniversums, habe zwar nicht wenige dieser Filme gesehen, aber längst nicht alles. Zwischen "Avengers 2" und diesem Film hier, also innerhalb von drei Jahren, hat sich viel getan. Von mancher Veränderung/Weiterentwicklung wusste ich durch andere Werke, manche haben mich überrascht, andere konnte ich nicht einordnen. Marvel fährt diesmal fast alles auf, was an Superhelden ihrer Comicheftchen bislang die große Leinwand erobert hat, und diese Überfrachtung weiß den Gastzuschauer zunächst zu überfordern, kennt der doch nicht einmal alle Helden, die hier eingebaut werden. Es mag daran liegen, dass das Marveluniversum eher groß anstatt komplex ist, aber die Regisseure Russo, sowie die Drehbuchautoren schaffen es die vielen Spielorte, mit ihren vielen Figuren, sowie den ganzen Anspielungen auf Erlebnisse anderer Werke, dem nicht eingeweihten Publikum mit der Zeit verständlich genug zu machen, um mit dem wilden Treiben, welches der wuchtigste Teil der Reihe präsentiert, etwas anfangen zu können. Die wichtigsten Zusammenhänge versteht man mit der Zeit, die zentralsten Figuren bekommt man gegriffen, man kann sich somit der knalligen Action mit all ihren interessant choreographierten Kampfsituationen geistlos interessiert hingeben.
Die Welt ist im Arsch, das rechtfertigt zumindest die Zusammenkunft dieser Vielzahl an Wesen mit übernatürlichen Kräften. Thanos als der Anführer allem Bösen hier kam mir jedoch immer eine Spur zu mickrig vor, da hätte meiner Meinung nach etwas Mächtigeres die Fäden ziehen müssen, um die große Bedrohung tatsächlich spürbar zu machen. Was er nicht schafft, erledigen die angehäuften aussichtslosen Situationen, also was soll's, aber so wird aus "Avengers 3 - Infinity War", dem ersten Teil eines Zweiteilers innerhalb der "Avengers"-Reihe, nie der beeindruckende Film, den sein wuchtiges Szenario uns am liebsten bieten möchte. Nicht falsch verstehen, wer mit Marvel-Filmen etwas anfangen kann, wird kurzweilig unterhalten und aufgrund der Anzahl der Ereignisse auch nicht unterfordert. Aber da wäre mehr drin gewesen, damit auch tatsächlich die Ehrfurcht vor der Macht spürbar würde, welche die Infinty-Steine beherbergen.
Dass man ihre Möglichkeiten im Besitz dieser nie komplett und komplex auskostet, wie es möglich wäre, mag daran liegen, dass die Autoren sich gedanklich der Tragweite ihrer Möglichkeiten nicht bewusst sind. Zumindest kann man das simple Anwenden dieser Steine und das nur bruchteilhafte Verstehen der vorhandenen Möglichkeiten mit dem simplen Denken Thanos entschuldigen, der nicht gerade der hellste Kopf im Universum ist. Offensiv tut dies der Film jedoch nicht, wahrscheinlich ist es nicht einmal so gewollt. Was soll man auch von Autoren erwarten, die nur derart gering mit Zeit, Raum und Seelenkenntnis spielen, und im Bereich des Eliminierens der Hälfte aller Lebewesen die Pflanzenwelt komplett außen vor lassen? Aber das ist Jammern auf sehr hohem Niveau für eine Filmreihe, die lediglich schlicht unterhalten will und ihre wahre Kraft nur in der Masse findet, egal ob bezogen auf Geld, Zuschauer, Helden oder Spezialeffekte. Und für ein derartig quantitatives Produkt ist das Ergebnis doch recht kurzweilig und verästelt ausgefallen. So gut wie der im direkten Vergleich schlichter ausgefallene "Avengers 2" ist er meiner Meinung nach jedoch nicht. Der hat mir definitiv besser gefallen. OFDb
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30.01.2020
THE AVENGERS (2012)
Man blickt nicht leicht durch, wenn man nicht jeden Marvel-Film sichtet, was geradezu erwartet wird, um den an sich nicht komplex ausgefallenen "The Avengers" komplett zu verstehen. Zwar kenne ich die Vorgeschichte des kosmischen Würfels durch "Captain America", weiß welche Personen zu "Iron Man" gehören und manch andere Zusammenhänge auch, aber warum Hulk beispielsweise in einer Szene ein ungebremster Aggressor ist und in der nächsten lediglich ein wütender Team-Player blieb mir ein Rätsel. Gibt es da Hintergründe, die ich kennen muss, oder ist ein solcher Bruch in der Logik einfach der Naivität des Stoffes geschult? Denn bei aller brisanten Umsetzung im Meer an CGI-Effekten ist der Film um die Entstehung der Avengers-Gruppe nicht gerade intelligent ausgefallen. Ich weiß, das soll er nicht zwingend sein, hier zählt die Action, aber ein wenig geistreicher hätte das Gekloppe der Schar Superhelden dann doch ausfallen können.
Zumindest schafft es das Konzept der ganzen Chose, allen Helden gleichermaßen gerecht zu werden. Einige von ihnen kannte ich noch nicht, manche von ihnen werde ich mir als Einzelfilm auch nicht antun, aber es ist schön dass man sich für die Einführung der einzelnen Figuren genügend Zeit nahm und ihnen diese auch dann noch lässt, wenn sie zusammen finden. Tatsächlich ist "The Avengers" immer dann am besten, wenn er sich kurz Zeit für die Charaktere lässt. In seinen Spezialeffekt-überladenen Kampfsequenzen weiß er zwar auch zu unterhalten, aber nicht vollends zu interessieren, geht von den Außerirdischen doch keine weitere Bedrohung aus, als ihre große Anzahl. Das ist der einzige Grund, warum nicht ein einzelner Held der Sache Herr werden kann und das komplette Avengers-Team benötigt wird. Etwas gehaltvoller hätte die Bedrohung und die Geschichte um sie herum dann doch ausfallen können.
Letztendlich lebt ein erster Film dieses Teams freilich von dem Effekt alle lieb gewonnenen Helden vereint in einem Film zu sehen. Wahrscheinlich hat man sich deswegen um keine ausgeklügelte Geschichte bemüht. Mir als gelegentlicher Gast im Marveluniversum reichte dieser Schwerpunkt jedoch nicht aus, sympathisiere ich doch nur mit einigen wenigen Figuren im Mittelpunkt, die meisten sind mir schlichtweg egal. Es ist somit nicht mein Hype, wohingegen ihn andere sicherlich fühlen werden. Wie gerecht oder ungerecht es deswegen ist, darüber Kritik zu üben, wenn man nicht zum Zielpublikum gehört, sei einmal dahin gestellt. Letztendlich sei aber bitte zumindest jene Äußerung gewährt, dass sich in solch viel zu ernster Inszenierung manches Herumgehampel im Superheldenkostüm ein wenig lächerlich anschaut, ein Eindruck der sich glücklicher Weise nur gelegentlich bemerkbar macht, wohingegen der packende Comicaspekt ansonsten zu greifen weiß. Für meinen Geschmack ist das alles zu heiß aufgeladene Leere, gepackt in ein nicht enden wollendes Effektgewitter. Umso erstaunlicher ist es, dass mich das Ganze auf schlichter Ebene eigentlich passabel unterhalten hat. Bedenkt man jedoch all die Energie, die harte Arbeit und das viele Geld, das hinter solch einem Projekt steckt, ist das trotzdem ein viel zu schlichter Eindruck für solch einen Aufwand. OFDb
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28.05.2016
SCHWER VERLIEBT (2001)
Die Farrelly-Brüder sind bekannt für ihre provokativen mit Geschmacklosigkeiten um sich werfenden Komödien wie „Dumm und dümmer“, „Verrückt nach Mary“ und „Ich, beide und sie“. Als sie mit der Thematik eines Mannes, der seine dicke Freundin per Hypnose für eine Schönheit hält, auf dem Filmmarkt erschienen, dachte jeder er würde ein Produkt sichten bei dem Emanzen und Weltverbesserer auf die Barrikaden gehen würden. Stattdessen überraschte das Brüderpaar mit einer liebevollen Romantikkomödie mit einem Appell zu mehr Tiefgründigkeit.
Dabei ist es nicht so dass die Farrellys nicht auch ab und an ihre Schadenfreude aufblitzen lassen würden und gerade Hals Kumpel auch mal tatsächlich witzige Anti-Dicken-Witze auf den Mund legen würden. Dennoch sind selbst diese absichtlichen Tiefschläge stets von einem weiteren Blickwinkel begleitet, der sich Hals Freund betreffend über dessen Oberflächlichkeit und mangelndem Selbstwertgefühl lustig macht oder peinliche Situationen die mit Rosemarys Fettleibigkeit einhergehen über den Blickwinkel einer graziös erscheinenden Schlanken zum Schenkelklopfer macht.
Die visuellen Tricks mit denen die Farrellys für Letztgenanntes arbeiten sind simpler aber effektiver Natur, meist für einen Lacher gut und nur selten dafür da auch dem Dämlichsten unter den Dummen klar zu machen um was es inhaltlich geht. Vielleicht geht die sehr menschliche Botschaft mit der extremen Fettleibigkeit Rosmarys ein wenig am Thema vorbei, ist ihre Art des Hereinstürzens in ihren körperlichen Zustand doch bereits eine Form der Selbstzerstörung. Und diese Frau unattraktiv zu nennen hat nichts mehr mit Medienmanipulation zu tun, die uns wahre Schönheit nur noch per magere Modells suggeriert. Rosemary ist derart fett, dass selbst natürliche Kurven zerstört sind und nicht mehr an den Instinkt des Mannes appellieren. Aber dem Funktionieren der RomCom tut dies keinen Abbruch. Deren Geschichte bleibt herzlich, menschlich und lustig und bereitet dem Zuschauer viel Vergnügen.
Zum Finale hin gelingt es den Farrellys sogar mittels bissiger schwarzhumoriger Komik die Dramatik Rosemarys derart hochzuschaukeln, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt und die Traurigkeit des gezeigten Extremmomentes einem damit tatsächlich bewusst wird. Auch die Art wie die beiden ihre Geschichte zu einem Happy End führen ist hoch emotional inszeniert und dürfte nur jene Menschen nicht von ganzem Herzen rühren, die schon viel zu abgebrüht für seichte Momente im Medium Film sind.
Wo die Farrellys in anderen Filmen lediglich aufgrund von idealer Pointensetzung und Beobachtungen im Alltag Intelligenz bewiesen haben, da tun sie dies in „Schwer verliebt“ noch zusätzlich im analytischem Bereich, wenn diesen auch nur leicht streifend. Das Spiel mit den verschiedenen Blickwineln auf die Dinge und welche Bedeutung sie für den einzelnen inklusiver Dritter haben können, ist alles andere als geistlos thematisiert und erhält seinen Höhepunkt in einer Debatte zwischen Hal und dessen bestem Freund nach Beendigung der Hypnose. Auch die Charakterveränderung Hals findet nicht einzig durch Klischees und ewig wiederholender Filmgesetze statt, sondern orientiert sich clever an den erlebten Situationen und findet in glaubwürdigen Einzelschritten statt, so lange bis Hal am Ende bewusst ist dass er Rosemary für ihre Persönlichkeit liebt, mag sie auch aussehen wie sie nun einmal aussieht.
Auch wenn, wie weiter oben bereits angesprochen, „Shallow Hal“ (Originaltitel) hierfür etwas arg blauäugig vorgeht, so gehen doch weder Botschaft noch emotionale Wirkung dadurch verloren, sondern bescheren uns trotzdem einen wunderschönen Abschluss eines herzlichen und unglaublich witzig inszenierten Streifens, den man sich alle paar Jahre immer wieder einmal ansehen kann. So gut wie hier agierte Jack Black höchstens noch einmal in „School of Rock“, und Gwyneth Paltrow beweist bereits hier sehr früh dass sie wesentlich mehr kann als nur gut auszusehen. Jason Alexander scheint sich, verglichen mit seinem körperlichen Zustand in „Pretty Woman“, thematisch in den richtigen Film verirrt zu haben und beweist wieder einmal seine humoristische Treffsicherheit und sein Talent über sich selbst lachen zu können. Mit diesem spielfreudigen Trio und einer guten deutschen Synchronisation wird der thematisch interessante und innovative „Schwer verliebt“ zu einem komödiantischen Selbstläufer des gerne unterschätzten Sub-Genres der romantischen Komödie. OFDb
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2000-2009,
Bobby Farrelly,
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Fantasy,
Filmbesprechung,
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Jack Black,
Jason Alexander,
Komödie,
Liebe/Romantik,
Peter Farrelly,
sehenswert,
USA
23.07.2014
SKY CAPTAIN AND THE WORLD OF TOMORROW (2004)
"Sky Captain And The World Of Tomorrow" ist der klägliche Versuch einen nostalgischen Film auf die alten naiven Science Fiction-Heldengeschichten zu drehen, die einst als Serie mit reißerischen Cliffhangern versehen die US-Kinos heimsuchten. Leider scheitert er bereits am grundlegensten: ein Film, der einem das Gefühl gibt einen CGI-Movie a la "Final Fantasy" zu sehen lässt jedes Gefühl von Nostalgie bei mir verschwinden. Wäre Kerry Conrans Werk komplett computeranimiert wäre er ein Zeichentrickfilm und könnte dies packen, so aber huschen echte Menschen durch eine am Computer entwickelte Welt, da wirkt für mich nichts mehr klassisch. Das ist meiner Meinung nach der falsche Zauber.
Bleiben wir bei der Optik: der komplette Film ist mit einem solch extremen Weichzeichner untermalt, dass Erotikfilmer David Hamilton damit seine Freude gehabt hätte. Da kriegt man bei längerem Draufschauen Augenkrebs von und auf mich speziell wirkte diese Wahl der Optik ermüdend. Es fiel mir nach einiger Zeit bei solch seichten Bildern richtig schwer dem Film zu folgen. Freilich würde besagte Bildbearbeitung nicht ganz so enorm negativ wirken, wenn der Film etwas mehr Pepp besitzen würde. Hin und wieder passiert etwas, meist wird viel geredet, freilich ohne dabei Charaktere zu vertiefen (die sind hier sehr flach gehalten) oder der Geschichte etwas Tiefe zu verleihen, eine Geschichte die einem selbst im Finale noch eine befriedigende Erklärung schuldig ist, bei all den Löchern in der Logik, welche die Auflösung mit sich bringt.
Das Design der Roboter und die wenigen Szenen in der es dann mal Action gibt sind gut umgesetzt. Was Angelina Jolie in diesem Werk soll weiß ich bis heute nicht. Sie ist genauso unnötig eingebaut wie in "Nur noch 60 Sekunden". Aber neben der Effekte wirken die Hauptdarsteller ohnehin alle zu blass, keiner von ihnen kann trumpfen. Was bleibt ist ein Film der einzig und allein von seinem Design und ein paar wirklich sehenswerten Actionszenen lebt. Das ist schon sehr enttäuschend, habe ich mir von „Sky Captain And The World Of Tomorrow“ doch wirklich viel versprochen. Schade! OFDb
09.02.2013
SIEBEN (1995)
Detective Mill soll den Posten des in Rente gehenden Detective
Somerset übernehmen. In der Übergangszeit arbeiten sie zusammen an einer
kranken Ritual-Mordserie. Ein Psychopath ermordet seine Opfer nach und
wegen der sieben Todsünden...
„Sieben“ ist ein spannender Thriller mit einem guten, wenn auch etwas aufgesetzten Thema. Die Umsetzung ist sehr düster gehalten, das betrifft sowohl Bilder, wie auch Thematik, Umfeld, Psychologie und die Morde selbst. Diese werden trotz ihrer Extreme nie voyeuristisch eingesetzt, obwohl die provozierende Story auch gegenteiliges hätte zulassen können. Allein aus diesem Grund würden sich „Sieben“ und „Saw“ auch nie ernsthaft vergleichen lassen, wie es das Poster zu „Saw“ dennoch tat.
In „Sieben“ werden zwar unglaublich widerlich ermordete Tote gezeigt, aber die düsteren Bilder ersparen einem den letzten Schritt zum Kotz-Feeling. Das könnte beim zartbesaiteten Publikum allerdings anders sein. Interessant ist hierbei, dass die dunklen Bilder sowohl verstören als auch abschwächen sollen. Meist werden Leichenfundorte mit der Taschenlampe untersucht, da streift der Lichtstrahl nur hin und wieder über die furchtbar zugerichteten Toten. David Fincher war sich aber im klaren, dass das kurze Zeigen in Kombination mit der Phantasie des Zuschauers wesentlich extremere Ergebnisse erzeugt, als eine Voyeurnummer wie „Saw“ und Co.
Aber Fincher setzt noch auf andere Methoden. Ich fand es z.B. eine sehr gelungene Idee, die Großstadt so laut wirken zu lassen, wie sie wirklich ist. Am Anfang noch gewöhnungsbedürftig, sind die Stimmen leicht runtergeschraubt. Ständig sind die Hintergrundgeräusche der Stadt zu hören. Das kommt bei einem gewissen Teil der Zuschauer sicherlich nur unterbewusst an, so dass der psychologische Effekt beim Sichten verstärkt, da von ungewisser Herkunft, wirken kann.
Wer sich von der wirklich gelungenen dreckigen Atmosphäre des Kriminalfalles nicht komplett einlullen lässt, kann auch sehr interessante gesellschaftskritische Aspekte in „Sieben“ entdecken. Das beginnt nicht erst mit den Erklärungen des Täters auf der Fahrt zum finalen Handlungsort. Bereits die Figur, die Brad Pitt so gelungen spielen darf, ist erster Auslöser, und damit ja letztendlich auch der geniale Trick der bitterbösen Schlusspointe. Es drängt sich gerade zu die Frage auf, was das für eine Gesellschaft ist, in der ein so jähzorniger Mann wie Mill bei der Polizei arbeiten darf. Und mehr noch, wie konnte eine so fragwürdige Person überhaupt zum Detective befördert werden? Die Antwort gibt der Mörder selbst im besagten Autogespräch.
Man hat sich an das viele Schlechte im Alltag viel zu sehr gewöhnt. Lügende Politiker werden als normal angesehen, gewalttätige Polizisten sind keine Ausnahme mehr, fast jeder denkt nur noch an sich. Da dies ein Nerv ist, der jeden von uns trifft, ist es nicht verwunderlich, dass mit „Sieben“ und „Falling Down“ gleich zwei Filme gedreht wurden, in denen es um dieses Thema geht. Sie sind mit nur 2 Jahren Unterschied fast zeitgleich erschienen, zu einer Zeit, in der das Problem langsam auch in das Bewusstsein des Durchschnittsbürgers eingedrungen ist.
Wo „Falling Down“ provokativ damit spielt, den Zuschauer zum Sympathisanten der Rolle Michael Douglas' zu machen, erwicht man sich bei „Sieben“ nur für kurze Momente dabei dem religiösen Mörder recht zu geben. In beiden Filmen würde man zwar nie die Taten gut heißen, dennoch steht der Zuschauer orientierungslos mit der Frage im Kopf da, wie er sich sonst von diesen Ungerechtigkeiten in der Welt frei machen kann. Er kennt die Antwort nicht, und die radikalen Lösungen der Mörder kann er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. In gewisser Hinsicht mag das Heuchelei sein, denn beim Akzeptieren der Lügen und Gewalttaten im Alltag ist das Gewissen ohne große Mühen ausgeschaltet. Der Mensch ist ein Gewöhnungstier und reagiert in „Sieben“ nur deshalb so allergisch auf das was er sieht, weil es (glücklicher Weise) nicht Alltag ist.
Interessant ist, dass diese Thematik nur gestreift wird. Finchs Thriller ist zwar dafür da genau davon zu berichten, er ist aber so dicht und düster erzählt, dass er dies gut zu verstecken weiß, um über Umwege beim Zuschauer anzukommen. Der Nachteil einer solchen Erzählweise ist sicherlich der, dass diese Botschaft nicht bei jedem ankommt. Aber Kino ist nur selten bloßes hirnlos Filme gucken. Wer das Medium missversteht, dem kann man nicht helfen. Immerhin weiß „Sieben“ auch diesen Menschen dennoch zu gefallen, eben weil er so ein spannendes Stück Kino ist, das zudem noch hervorragend besetzt ist. OFDb
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