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11.01.2025

JESUS SHOWS YOU THE WAY TO THE HIGHWAY (2019)

Ein Virus hat sich in der virtuellen Realität des Psychobooks breit gemacht und gefährdet die Sicherheit der ganzen Welt. Eine Agentin stirbt eingeloggt in der realen Welt, obwohl dies als unmöglich galt. Als auch Agent Gagano in der Realität einen Hirntod erleidet, während sein Geist online ist, erfährt er innerhalb des Cyberspace nach und nach die Wahrheit über Psychobook, seine Mission und sich selbst...

Wiederkehr mit Wackelpudding...

Der mit Crowdfunding finanzierte Ausnahmefilm "Jesus Shows You the Way to the Highway" ist ein visuell beeindruckender Film, nicht obwohl er recht kostengünstig entstand, sondern weil. Weit entfernt von den Spezialeffekten einer großen Hollywood-Produktion zeigt er wie mittels simpel gestrickter Entfremdungen eine fremde Welt kreiert werden kann, ein ganzer Film gestützt werden kann, ein hohes Budget überhaupt nicht nötig ist. Zwar setzt der Streifen, bei dem man inhaltlich wie handwerklich mit allem rechnen muss, bewusst auf einen absichtlich anvisierten Trash-Charme, aber hier wird professionell mit Amateurfilm-Methoden gearbeitet. Das mag widersprüchlich klingen, passt aber hervorragend zu einem Werk der Gegensätzlichkeiten. Wir erleben eine Zukunftswelt in der Vergangenheit, einen intellektuellen Stoff im Trash, Moderne trifft auf Retro, Kommunisten tragen Nike-Schuhe, Kriegstreiber wählen den friedlichen Weg, Schwarze werden für Kung Fu-Szenen in ein chinesisches Gewandt gesteckt, religiöse Phantastereien behalten Recht, ein Kleinwüchsiger kann ein professioneller CIA-Agent sein, Fremdgehen ist mit Liebe kompatibel, Orte wie eine Schiffskajüte und ein Hochhausdach vermischen sich. Hier wird alles verdreht, vereint und entfremdet, ebenso die Genres, die neben dem Hauptaspekt der Science Fiction auch Kampfsportfilm-Passagen enthält, Abenteuer-Feeling der 60er Jahre Filme, wie man sie z.B. mit Joachim Fuchsberger besetzt kennt, Film Noir, Daily Soap und Actionfilm, gefilmt an den verschiedensten Orten der Welt, angereichert mit kurz eingebetteten, eingekauften Fremdaufnahmen.

Es findet sich allerhand wieder was man kennt, um letztendlich etwas Eigenes zu werden, etwas das was zu erzählen hat. Hier wird sich nicht bockig den Hollywood-Regeln widersetzt, sondern gekonnt gezeigt zu was Kino alternativ in der Lage ist, wie man Themen wie Behinderung, sexuelle Orientierung und Patriotismus würdevoll und für ein mündiges Publikum konzipiert auch ohne Propaganda oder politisch korrektem Getue geradezu selbstverständlich in eine erzählenswerte Geschichte integriert bekommt, so dass der billig und infantil anmutende Stoff zu einem wesentlich erwachsenerem wird, als die Heuchelei vieler Großproduktionen je sein könnte. Wenn man nun noch die Zeiten des C64 kennt, wird man zudem Gefallen am Bild und Sound vom Vor- und Abspann finden, sowie an mancher Anspielung aus der Computerwelt innerhalb der Geschichte selbst. Die orientiert sich zu einem guten Teil an "Welt am Draht", vermischt aber auch hier Eigenes wie weiteres Entliehenes, so z.B. aus "Die totale Erinnerung" oder "Max Headroom". Der sogenannte Stoff, um den es zunächst nur nebensächlich geht, entpuppt sich als Metapher für alles was außerhalb von Regierungen Macht auf das Miteinander in der Welt ausübt. Festlegen tut man sich diesbezüglich nicht, was ganz gut zum schwer durchschaubaren Gesamten passt, das aber, dank nur einem Autor, dem Regisseur Miguel Llansó, dennoch durchdacht einen roten Faden besitzt, inklusive Hintertürchen, das an den Schluss vom ersten Teil des Zweiteilers "Welt am Draht" erinnert, um uns aufgeklärt, aber dennoch rätselhaft aus dem Film zu entlassen. 

Wer es geistreich, trashig und völlig alternativ als das populäre Kino mag, der entdeckt in dieser wundervoll kreativen Perle ein Liebhaberstück, dem man sich verspielt und intellektuell gleichermaßen nähern sollte, um es im völligen Umfang genießen und inhalieren zu können. Eine Mehrsichtung macht bei derart viel Wahnsinn freilich Sinn. Es ist lobenswert anzumerken, dass der Streifen trotz seiner intensiv schrägen und eigensinnigen Art immer wieder Momente der Ruhe besitzt und seine Figuren durchaus ernst nimmt. Mein Lieblings Running Gag war anbei die Idee, dass der Protagonist stets Pizza isst, aber immer nur einmal in sie rein beißt. Diese Aussagen wirken gerade wild zusammen gewürfelt? Nun, "Jesus Shows You the Way to the Highway" auch.  OFDb

09.02.2017

MAMMUT (2006)

Der Fernsehsender SyFy genießt nicht gerade einen guten Ruf wenn es um das Thema Tier-Horror geht, werden die meisten Filme doch in der x-ten gleichen Variante, lediglich mit ausgetauschtem Monster, lustlos heruntererzählt, während die titelgebende Kreatur unmotiviert am Computer kostengünstig zusammengepixelt wird. Bei „Mammut“ versuchte der Sender zumindest einen anderen Ansatz. Der soll eher Familienfilm anstatt Tier-Horror sein, quasi so wie das Kino der 80er und frühen 90er Jahre aussah, und wer SyFy kennt, der weiß dass dieses Vorhaben nur schief gehen kann.

Fairer Weise kann man dem humorvoll angereicherten Produkt durchaus einen höheren Unterhaltungswert zugestehen, als es der x-te Monsterfilm-Klon des TV-Senders besitzt, zu leblose Charaktere im Zentrum machen dem Ganzen jedoch trotzdem einen Strich durch die Rechnung, fehlt es doch am nötigen Charme, mit Ausnahme des von Tom Skerritt verkörperten Sidekicks, der zwar auch zu sehr auf Nummer Sicher-Freak getrimmt ist, aber zumindest einen tollen Final-Gag beschert bekommt. Ansonsten stört auch hier zum entscheidenen Wohlfühlen die glaubwürdige Umsetzung der im Titel genannten Kreatur. Sie kommt zumindest recht selten vor, wenn sie aber auftaucht ist das Ergebnis schon geradezu erbärmlich zu nennen.

Etwas nervig stößt zudem der krampfhafte Drang auf beweisen zu wollen sich im klassischen und modernen Kino auszukennen. Wo ein Bildzitat als Anspielung auf „Jurassic Park“ noch zu wirken weiß, wissen stolz mit Titel genannte Verweise auf „E.T. - Der Außerirdische“, „Krieg der Welten“ und Co nicht nur nicht zu gefallen, sie passen nicht einmal zum Szenario, so dass die Macher eigentlich nur beweisen, dass sie berühmtere Filmtitel kennen, nicht aber die Stoffe selbst. Besonders peinlich wird der Vergleich zu „Blob - Schrecken ohne Namen“, der genannt wird, kurz bevor das Szenario tatsächlich Verwandschaft zu besagtem Science Fiction-Klassiker erhält.

Man darf den Verantwortlichen vor und hinter der Kamera (mit Ausnahme von den Autoren und den CGI-Spezialisten) zumindest dankbar dafür sein es versucht zu haben. Alle sind bemüht darin die 08/15-Hülle, in welcher der Film gefangen ist, aufzubrechen. Aber es gelingt ihnen bei solch steriler Charakterzeichnung und solch routiniertem Plot einfach nicht genügend Charme entstehen zu lassen, um „Mammoth“ (Originaltitel) tatsächlich kurzweilig werden zu lassen. Zumindest ist im Endeffekt ein Routineprodukt mit gelegentlichen Längen entstanden, dem man die ein oder andere Innovation gewünscht hätte. Schade dass es SyFy waren, die das Projekt angegangen sind.  OFDb

08.11.2014

THEM (2006)

Die Angst im eigenen Heim auf etwas Bedrohliches zu stoßen, ist eine ganz natürliche, weswegen es freilich ein besonders sensibler Bereich beim Zuschauer ist, was erklärt warum sich Geschichtenerzähler nur all zu gerne auf diese Vorstellung stürzen. Ob es nun um übernatürliche Gegner oder einfach nur feindlich gesonnene Menschen geht, ist für das Funktionieren einer solchen Geschichte eigentlich egal. Wichtigstes Element ist die Atmosphäre, die Suspense, das Unbehagliche, und das glückt in der Regel am besten besonders ruhig inszeniert.

Dies haben sich die Regisseure David Moreau und Xavier Palud zu Herzen genommen und fordern nach einer unnötigen aber stimmig erzählten Eingangssequenz ein wenig Geduld vom Zuschauer. Der fühlt sich jedoch in der stimmigen Atmosphäre selbst dann wohl, wenn einige Zeit lang nichts geschieht, was man u.a. auch dem Unwissen zu verdanken hat. Denn um was soll es in „Them“ überhaupt gehen? Bis zur Aufdeckung der oben aufgeworfenen Möglichkeiten Übernatürlich vs. Menschlich dauert eine gewisse Zeit, überraschender Weise jedoch nicht all zu lange, und da tut es gut, dass das Mitwissen nicht die verängstigende Atmosphäre zerstört.

Clementine und Lucas sind Menschen von nebenan, verletzlich, verängstigt und nicht Herr der außergewöhnlichen Lage. Dementsprechend eng bindet man sich an sie, man kann sich mit ihnen identifizieren. Sie begehen nachvollziehbare Fehler, verärgern den Zuschauer somit nicht unnötig, ohnehin bleibt ihr Tun allgemein glaubwürdig. Dies ändert sich leider nach einer schweren Beinverletzung Lucas, die den guten Mann zunächst ausscheiden läst und für eine Trennung der Protagonisten sorgt.

Generell wäre es ein Pluspunkt von nun an immer jene der beiden Personen zu vertiefen, die man für die jeweilige Erzählphase gerade benötigt. Im Falle von Lucas Verletzung war dies jedoch eine schlechte Entscheidung der Storyverantwortlichen, denn sobald die Geschichte sich wieder auf ihn konzentriert beginnen die typisch filmischen Superkräfte eines liebenden Mannes, der seiner holden zu Hilfe eilen muss.

Vorbei der Realitätsbonus, vorbei die Möglichkeit für wirklich großes Kino, aber zum Totalabsturz kommt es wegen eines Filmklischees freilich noch lange nicht. „Ils“ (Originaltitel) bleibt unterhaltsam und spannend und begeht seinen einzigen weiteren, recht fatalen, Fehler, wenn Clementine einer Person vertraut, deren Dialog mit wem Fremdes man zuvor mit anhören durfte. Der entlarvt besagte Person als Mitverantwortlichen, was dem Autor aber scheinbar nicht bewusst war, so sehr wie er die Aufdeckung dieser Tatsache Clementine gegenüber auch als Überraschung für den Zuschauer auspackt, anstatt den Spannungsgehalt aus unserem Mitwissen zu gewinnen. Möglicher Weise ist dies auch ein Fehler der deutschen Synchronisation. Ich weiß es nicht.

Die Auflösung, so schlicht sie auch sein mag, weiß jedoch zu gefallen. Der konsequente Schluss ebenso. Und der Schriftzug der uns erklärt was danach geschah hinterlässt zumindest mal ein glaubwürdiges „nach wahren Begebenheiten“ mit dem der Streifen von Anfang an warb. „Them“ bleibt also durchaus ein gelungener Film für den Zwischendurchverzehr. Es ist nur etwas schade dass „Spiel oder stirb“ (Alternativtitel) gerade dann sein Potential verschenkt, wenn sich die Geschichte nach außerhalb des Hauses verlagert. Der Spannungsbogen leidet darunter ein wenig, da die düstere Atmosphäre im Haus im viel zu gut beleuchteten Wald nicht weitergetragen werden kann, und dies in Kombination mit der Glaubwürdigkeit verursacht am Ende mehr Schaden als nötig gewesen wäre. Spannende Unterhaltung: ja, echte Empfehlung für Freunde des Minimalismus: nein.  OFDb

06.08.2013

RETURN OF THE LIVING DEAD 5 - RAVE TO THE GRAVE (2005)

Böse Erwartungen waren gegeben. „Return Of The Living Dead 5“ wurde zeitgleich mit Teil 4 gedreht, somit war auch der Regisseur der selbe und einige der Figuren aus den Vorgänger wurden mit eingebaut. Alles kein gutes Omen, wenn man bedenkt wie unterirdisch schlecht „Return Of The Living Dead 4“ ausgefallen ist.

Dementsprechend ist Teil 5 kein gelungener Film geworden, aber er hat gegenüber seines Vorgängers einen klaren Vorteil: die Story ist simpler und damit dem geringen Budget angemessen. Wo Teil 4 an mangelnder Glaubwürdigkeit krankte, da wird diese in der vierten Fortsetzung des Kultfilmes von Dan O‘Bannon kaum mehr benötigt. Die Drahtzieher im Hintergrund wirken wie gehabt unterbesetzt und an den Haaren herbeigezogen. Der Rest erzählt jedoch lediglich von einer Party, auf welcher Menschen zu Zombies werden. Da benötigt man nicht viel Geld, und die comicartige Story keinen Bezug zur Realität. Dementsprechend unverkrampfter kommt Elkayems zweiter Zombie-Streich daher, und wie ein Amateurfilm schaut er sich im Gegensatz zum Vorgänger auch nicht mehr.

Die schönste Idee an Teil 5 war, dass man endlich einmal sieht, wie ein eingelagerter Zombie aus der Tonne herausbricht. Das wurde ja leider immer der Phantasie des Zuschauers überlassen. Und dass „Rave To The Grave“ ebenso wie „Necropolis“ wieder auf die Stammzutaten der Reihe achtet, jene die Yuzna in „Return Of The Living Dead 3“ ignorierte, ist eigentlich selbstverständlich, aufgrund der unterschiedlichen Qualität beider Filme von mir aber lieber trotzdem noch einmal erwähnt. Hier war jemand am Werk, der die ersten beiden Teile mochte, das merkt man. Schade dass man es dem Niveau des Streifens nicht ansieht.

„Return Of The Living Dead 5" ist ebenso dilettantisch gedreht wie sein Vorgänger, und kann sich nur durch einen gewissen Grad Charme der vorhanden ist vom Vorgänger distanzieren. Wie es zu einem solch niveaulosen Zustand kommen konnte bleibt dennoch fraglich, bewies der Regisseur mit „Larger Than Life“, "Arac Attack" und "They Nest" doch dass er eigentlich sein Fach beherrscht. Klar, hier wurde kostengünstig in Rumänien gedreht, aber das wurde so ziemlich jeder Streifen von Charles Band auch, und die funktionieren trotz unübersehbarem Trash-Charakter in der Regel besser als der hier besprochene Streifen.

Elkayem dreht wie ein Laie. Der Bildfilter ist billig, die Darsteller in ihren Rollen nicht glaubwürdig und die Dynamik des Films ist auch nicht gerade vorbildlich. Die Tricks sind ganz o.k. ausgefallen und den Zombies wurden nette Masken beschert. Immerhin das bekam man hin. Manches Mal stimmen gar die Gags. Aber der nötige Schwung um den Zuschauer mitzureißen, der fehlt noch immer. Man hat das Gefühl, dass es keinen Stunt-Experten im Team gab. Jegliche Actionszene wirkt schwach, so als würde sie zu langsam geschehen. Schade! Aber seine besten Momente hat Teil 5 ohnehin in den ruhigeren Szenen. Und Ideen wie dem Schluss-Gag kann man ihren Reiz nicht absprechen.

Also: Teil 5 ist kein Total-Reinfall wie der gleichzeitig mit gedrehte Teil 4, er guckt sich aber auch nur halbwegs versöhnlich wenn man den Vorgänger gesehen hat. Hat man diesen übersprungen ist man mental nicht auf diese halbwegs funktionierende Katastrophe eingestellt. Dann wundert man sich nur über die Produktionsbedingungen und kann die guten Elemente nur schwerlich annehmen. Dass dieser Billigfilm dem Konzept der ersten beiden Teile wieder treu bleibt, ist ihm immerhin hoch anzurechnen. Lediglich der wichtigste Aspekt wurde ignoriert. Warum sind die Zombies mittlerweile mit nur einem Kopfschuss aufzuhalten? Der Reiz der ersten beiden Teile bestand doch gerade darin, dass reanimierte Materie lebendig bleibt, selbst wenn sie als Hackfleisch existiert.  OFDb

05.08.2013

RETURN OF THE LIVING DEAD 4 - NECROPOLIS (2004)

„Return Of The Living Dead 3“ war für Freunde der ersten beiden Teile eine Zumutung, aber keiner hat wohl je damit rechnen können wie tief die Reihe um die Gehirn-geilen Zombies noch sinken könnte. Die gute Nachricht zuerst: die Zombies rufen wieder nach den Gehirnen, und die Fässer werden auch wieder wichtig für die Geschichte.

Ach, wie schön hätte Teil 4 allein wegen dieser Tatsachen werden können. Leider bleiben diese Elemente Lichtblicke in einem Desaster-Meer. Da wäre zunächst einmal das Budget zu nennen. Wenn man schon die Geschichte des ersten "Resident Evil" kopieren will, dann sollte man wenigstens genug Geld haben um dies glaubwürdig umzusetzen. Wenn nur ein paar Gestalten im ganzen Firmenkomplex herum hampeln ist das nicht sehr glaubhaft. Und wenn Schüler einen Überwachungsjob mit Dringlichkeitsstufe 1 ausüben, dann ist das sogar noch weniger überzeugend als ohnehin schon.

Alle Darsteller spielen selbst für eine Komödie zu überzogen, die Zombies brabbeln zu viel, womit man ihnen ihre Mystik beraubt. Mal sterben sie bereits an einer Kugel, manchmal auch nicht, immer so wie es Regie und „Drehbuch“ gerade wollen. Ob überhaupt irgendwer so etwas wie einen Überblick über das Gesamtprojekt hatte kann jedoch angezweifelt werden. Zu Anfang wird interessant erzählt, dass die Welt mittlerweile von den Zombievorkommnissen der Vorgänger weiß, dann wird nie wieder richtig darauf eingegangen. Im Laufe des Filmes werden uns zwei deaktivierte Superzombie-Soldaten gezeigt. Sie werden eingeführt wie zwei Endgegner in einem Superhelden-Film. Kaum sind sie aktiviert, es macht bumm bumm bumm und sie sind tot. Aber nicht zur humorvollen Untermalung, sondern wegen - genau, dem mangelnden Überblick. Na danke dafür!

Das unglaublichste an der ganzen Sache ist jedoch das Amateurfilm-Flair, das diesen Streifen umweht, obwohl er keiner ist. Okay, er hat nicht viel gekostet, aber nach einem Erfolg wie „Arac Attack“, den Regisseur Elkayem zuvor gedreht hat, wird „Return Of The Living Dead 4“ genug Geldgeber gefunden haben, um mehr zu sein als eine kleine Independent-Produktion. Das sieht man ihm allerdings nicht an. Und sollte er doch eine solch magere Produktion sein: das sind Filme wie „Hesher“ auch, und trotzdem wirken sie nicht so dahingerotzt wie diese unglaubliche Beleidigung an den Horror-Fan.

Ein löchriges Drehbuch, Action die zu lahm daher kommt, zu wenig Geld, zu viele Widersprüche und zu lahme Rollen, all dies ist Necropolis. Es ist eine Schande, wenn man bedenkt welch ein Meilenstein mit Teil 1 seinerzeit an anspruchsvollem Horror geboten wurde. Wie kann man den Ruf dieser Reihe nur derart ruinieren?  OFDb

11.02.2013

GARGOYLES - FLÜGEL DES GRAUENS (2004)

Vor 500 Jahren konnten Menschen die bösen Gargoyles, geflügelte Kreaturen, besiegen. Nun sind sie zurück, von der Menschheit vergessen. In Rumänien stoßen zwei CIA-Agenten auf diese Kreaturen, als sie eigentlich einen Geiselnehmer festnehmen wollten...
 
Jetzt wird’s albern...
 
Regisseur Jim Wynorski ist ein Vieldreher im B-Film-Bereich, und in diesem braucht man viele Pseudonyme, um nach seinen Filmverbrechen vom Stammpublikum nicht gleich wieder erkannt zu werden. „Gargoyles“ drehte er unter dem Namen Jay Andrews, und schaut man sich dieses Stück schnell heruntergekurbelten Müll für den Videomarkt an, so kann man die häufigen Namenswechsel durchaus verstehen. Eigentlich fing alles gut an, war Wynorskis zweiter Film doch „Shopping“, ein Horror mit Killerrobotern, der sich unter Genre-Fans großer Beliebtheit erfreut.

Mit „Der Vampir aus dem All“, seinem fünften Langfilm, arbeitete er für Roger Corman und legte dort einen freiwillig schlechten Film hin, wie er Trash-Freunde kaum glücklicher machen konnte. Aber irgendwann entdeckte der Mann den Erotik-Sektor für sich, drehte Schund wie „The Bare Wench Project“ und „The Breastford Wives“. Dennoch behielt er das Horror-Genre als zweites Standbein bei, und für dieses Genre drehte er nun Filme mit computeranimierten Monstren.

Es ist kein Geheimnis, dass diese Gattung Horrorfilm nicht zu den beliebtesten des Genres gehört, zumal diese Werke keinerlei Charme versprühen, den manch handgemachter Schund noch vorweisen konnte. Wynorski drehte „The Bone Eater“, “Island Of Beasts” und auch “Gargoyles”, dem wir uns nun widmen werden.

Bereits 1972 widmete sich ein Filmemacher den Kreaturen, die wir meist steinern an Kirchen bewundern dürfen. Der Film hieß schlicht „Gargoyles“ und trennte noch brav die verschiedenen Typen dieser Wesen, um die sich ganze Legenden ragten. Wynorski interessiert der „wahre“ Hintergrund dieser Wesen noch weniger als seinem Vorgänger. Die Viecher dienen lediglich für den Schaueffekt, und deshalb beschränkt sich der gute Mann auch nur auf die fliegende Gattung. Versteinert waren seine Gargoyles nie, lediglich eingeschlossen.

Bereits der Rückblick, der 500 Jahre vor den Geschehnissen spielt, von dem der Film erzählen möchte, zeigt die Kostengünstigkeit dieses Werkes. Auf welche Art die Gargoyles eingesperrt werden ist geradezu lächerlich. Da hätte man auch bessere Alternativen bei gleichem Finanzstand wählen können.

Aber „Gargoyles – Flügel des Grauens“ ist alles andere als hohe Filmkunst geworden. Das würde sicherlich auch niemand erwarten. Aber selbst im B-Horror gibt es nur einen Gewissen Grad Unsinn mit dem man leben kann. Bei einer Überdosis wird auch der Film mit der freiwillig albernsten Story unfreiwillig komisch, und ein solch merkwürdiger Bastard ist „Gargoyles“ dann auch geworden.

Schlechte Darsteller, Unlogiken (beginnend mit der ersten Gargoyle-Attacke im Jetzt, da zu diesem Zeitpunkt noch keine Kreatur befreit wurde), lieblose Musik-Routine, das alles verweist auf die Schlechtigkeit des Werks. Um so erstaunlicher dass mancher Dialog auf freiwilliger Basis zündet, die Charaktere einem trotz ihrer Oberflächlichkeit nicht völlig egal sind, man vom Drehbuch gegen Ende charakterlich getäuscht wird und selbst die billig am Computer entstandenen Kreaturen auf schlichter Ebene zu gefallen wissen. Zumindest teilweise, teilen sie sich mit menschlichen Darstellern das Bild sehen sie erbärmlicher aus als in Soloeinstellungen. Auch dort wirken sie nicht echt und griffig, sondern typisch wie aus dem Rechner entstanden, aber sie sehen doch recht putzig aus.

Man mag über den Film klagen wie man will, aber Wynorski hat es nicht verlernt auf Trash-Ebene zu unterhalten. Hin und wieder gelingt ihm eine fast spannende Sequenz, doch die hat keine Chance im Meer an dusseligen Fehlern, die leicht zu beheben gewesen wären und anderen Peinlichkeiten. „Gargoyles“ ist ein Mix aus freiwilligem und unfreiwillig komischen Trash und genau so macht er auf 90 Minuten auch Spaß. Vergleichbar wäre er vom Unterhaltungswert und vom Niveau mit „Boa vs. Python“. Beides will keine Kunst sein, beides ist selbst für den B-Film-Sektor zu peinlich, und beides macht ungeheuer Spaß.  OFDb