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01.09.2024

DAS PHANTOM (1996)

Der Verbrecher Quill ist mit jedem noch so nötigen Mittel gemeinsam mit seiner Verbrecherbande auf der Suche nach mehreren mystischen Schädeln, mit deren Hilfe er die legendäre Singh-Bruderschaft kontaktieren kann, um mit deren Hilfe unglaubliche Macht zu erlangen. Einer der Schädel wird jedoch von einem Dschungelgeist beschützt, von dem es heißt er sei unsterblich. Diese Gerüchte hält er für Mumpitz, doch schon bald muss er erkennen, dass das Phantom durchaus real ist...

Violett im Dschungel...

Die dritte filmische Umsetzung (nach einem Serial und einer türkischen Verfilmung) sollte für mich die erste Begegnung mit dem Phantom werden, obwohl es zu den klassischen Superhelden schlechthin gehört. Entsprechend überrascht war ich, dass diese Figur nichts magisches umgibt, dass sie lediglich von dem Ruf der Unsterblichkeit lebt, und das finde ich inmitten phantastischer Stoffe im Superhelden-Bereich eine reizvolle Idee. So wirklich will es Simon Wincer (Regie) und Jeffrey Boam (Drehbuch) jedoch nicht gelingen, der Figur jene Mystik zu bescheren, die sie auf die Außenwelt ausstrahlen soll. Zu sehr sind wir in ihre Erlebnisse und schließlich auch in ihren Alltag und ihre Gefühlswelt involviert, zu früh um vorher die Luft der Faszination zu atmen, die ein solcher "Geist" im Bewusstsein jener atmen muss, die von ihm als Legende gehört haben und ihm schließlich als Gegner oder Helfer gegenüber stehen. "The Phantom" (Originaltitel) ist mit einer derartigen Leichtigkeit erzählt, dass das aber auch nicht wirklich schlimm ist, guckt sich das kurzweilige Treiben doch ohnehin eher wie ein jugendfreundlicher Abenteuerfilm , als wie ein typischer Superheldenstreifen. 

Und in diesem bereitet es Freude, dass die Geschehnisse in den 30er Jahren angesiedelt sind, anstatt den Stoff in die Gegenwart zu verfrachten, Billy Zane einmal nicht als Bösewicht, sondern stattdessen als der titelgebende Held zu sichten ist, die bezaubernde Kristy Swanson einmal mehr zu erleben und die von Catherine Zeta-Jones verkörperte Figur nicht rein bösartig vorgesetzt zu bekommen, der Stoff erlaubt ihr einen für Superheldenverhältnisse unüblichen Charakter einer Gegnerin, für die Hoffnung besteht. Inwieweit das alles bereits in den Comics der 30er Jahre oder deren Fortführung vorhanden ist, weiß ich freilich als völliger Neuling in diesem Bereich nicht. Sehr wohl aber erkenne ich, an welchen Filmen man sich bei dieser ersten (und bislang einzigen) großen US-Verfilmung bediente. Ich erkenne hier Elemente aus Tarzan und Indiana Jones ebenso wieder, wie aus "Pippi in Taka-Tuka-Land" und "House 2". Das alles zusammen ergibt einen spaßigen, unschuldig anmutenden Mix, den man sich als Freund leichter Popkorn-Kost gerne einmal zu Gemüte führen kann. Ob der Film im Gedächtnis hängen bleibt, bleibt jedoch anzuzweifeln, dafür fehlt es ihm dann doch an Innovation und besonderen Momenten. Für einen anvisierten Kassenerfolg fällt zudem die schlichte Tricktechnik auf, die insgeheim schon unterschwellig suggeriert, dass "Das Phantom - Vernichte das Böse!" (Alternativtitel) eigentlich keine Chance hatte ein großer Kino-Erfolg zu werden. Auf schlichte Art hat er mir jedoch gefallen. Er ist der typische Kandidat eines Sonntagnachmittagsfilmchens.  Wiki

29.12.2023

DER TÖDLICHE FREUND (1986)

"Der tödliche Freund" ist ein zu Fleisch gewordener Horrorcomic, und als solchen sollte man ihn auch verstehen, wenn man über ihn urteilt. Selbstverständlich ist das Genie des Teenagers völlig überzogen und die grundlegende Idee völlig an den Haaren herbei gezogen. Aber das soll so sein, weit vor "Scream" (ebenfalls von Wes Craven inszeniert) noch ohne Metaebenen und deutlicher Ironie versehen. "Deadly Friend" (Originaltitel) versteht sich als verspielte, augenzwinkernde Geisterbahnmentalität, mit naivem Ansatz, schlichtem Weltbild innerhalb von einem Mikrokosmos, welcher sämtliche Bereiche außerhalb von diesem absichtlich wegblendet. Dementsprechend herrscht hier eine simple Aufteilung in Gut und Böse, verschwimmen Recht und Unrecht nicht in einem Grade, welches das Treiben für tiefschürfende Diskussionen voran treibt und bleibt der Held trotz noch so vieler Fragwürdigkeiten der Held. Denn im Gegensatz zu vielen Werken von heute, wollte man noch niemandem mit einem derartigen Produkt erziehen, oder musste sich für das angewendete Weltbild rechtfertigen. 

"Der tödliche Freund" spielt eher in einer alternativen Realität als in der unseren, besitzt somit andere Gesetzmäßigkeiten, und das betrifft hier nicht nur Biologie und Physik, sondern eben auch Sozialwissenschaften. Innerhalb dieses eigenen, völlig künstlichen Kosmos fällt auch das oftmals unbeholfene Spiel der Mimen nicht sonderlich negativ auf, die pulpige Interpretation von Kristy Swansons Rolle, nach ihrer Auferstehung, wirkt in der gekünstelt dargebotenen Art gar reizvoll und passend zum Gesamtprodukt, erreicht somit also nicht, wie es möglich gewesen wäre, ein unfreiwillig komisches Niveau, sondern wird zu einem der Trümpfe dieses harmlosen Streifens, der seinen einzig wahren optischen Schauwert erst am Ende präsentiert. Bis zu diesem vergehen 86 Minuten, von denen sich keine unnötig anfühlt, obwohl sich der "Frankenstein"-ähnliche Stoff eher nach dem Potential eines Kurzfilmes anfühlt. Craven ist aber, wie so oft, nah an der Gefühlswelt seiner Figuren dran, und mögen sie noch so Stereotype in einer Klischeewelt sein, und dementsprechend funktioniert das erst späte Einbringen des Horrorelements in die bereits von Anfang an auf Science Fiction ausgelegte Teenie-Abenteuergeschichte. Hier fühlt sich nichts nach Hinhalten an, ebenso wenig wird unnötig beschleunigt. "Amiga mortal" (Alternativtitel) nimmt sich für die jeweilige Phase seiner simplen Geschichte immer jene Zeit, die er benötigt, und das tut dem Ergebnis gut, das auf jede erdenkliche Weise in den 80er Jahren verankert ist.  OFDb

10.12.2020

FERRIS MACHT BLAU (1986)

"Ferris macht blau" gehört zusammen mit "Das darf man nur als Erwachsener" und "Der Frühstücksclub" zu den drei wichtigsten John Hughes-Teenie-Komödien, die man gesehen haben sollte (als Produktion sei noch "Ist sie nicht wunderbar?" zu dieser Auflistung zu ergänzen). Das erstaunliche an seinem Talent die Jugend so treffsicher und einfühlsam zu verstehen, ist die Unterschiedlichkeit mit welcher jeder der drei Filme erzählt ist. Nach einer romantischen Komödie rund um einen großen Familienwirrwarr inmitten vieler kleiner Geschichten mit allerhand Randfiguren und nach dem dramatischer orientierten Nachsitzfilm kommt Ferris als zuletzt gedrehter der drei als eine Art Party-Streifen daher, der uns nahe bringen will die Zeit, die man besitzt, positiv zu nutzen, anstatt zu engstirnig lediglich der Pflicht nachzugehen, zeitlich passend thematisiert, bei der in der Realität gerade aufgekommenen Leistungsgesellschaft. Fern der bisherigen Teen-Besetzungen eines Hughes-Films weht hier in angenehmer Besetzung genau jener frischer Wind, den man von einem Werk dieses Mannes auch erwartet, und es tut gut festzustellen, dass er nach dem schlichteren, wenn auch dennoch amüsanten, "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" mit seiner letzten klassischen Teenie-Komödie wieder auf jenem Hoch ist, für welches man bereits seine anderen beiden Vorzeige-Filme so liebte. 

Man muss es gesehen haben, wie Ferris mit allerhand Tricks und Tücken allen weiß macht krank zu sein und, wichtiger noch,  zu Hause zu sein, während es ihn in Wirklichkeit in die Großstadt zieht. Erstaunlicher Weise ist der mit Matthew Broderick so passend besetzte Ferris nur oberflächlich gesehen der Star des Streifens. Die wahre Magie machen andere Figuren aus. So lebt "Ferris Bueller's Day Off" (Originaltitel) eigentlich wesentlich mehr von dem tiefer gehenden Charakter des kränklichen und sorgenvollen Cameron, den Alan Ruck sehr gekonnt zu verkörpern weiß. Und Jeffrey Jones als eine Art Road Runner-Koyote zieht alle Lacher auf sich, so gekonnt wie er als real lebende Comicfigur seine Grimassen schneidet und so ideal wie das Drehbuch ihn von einem Schlamassel ins nächste schliddern lässt. Passend zur typischen Hughes-Komik, die auch absichtlich gerne mal optisch und im Dialog künstlich konstruiert in Szene gesetzt wird, bevölkern zudem allerhand aufheiternde Rand- und Kleinstfiguren das Geschehen. Der dröge Lehrer im Klassenzimmer, der faule Sportlehrer, die dämliche Sekretärin des Rektors, die neidische Schwester, der bescheuerte Restaurantmanager, Charlie Sheen als heruntergekommener Jugendlicher auf der Polizeiwache, selbst die erfolgreichen Eltern Ferris' sind mit wunderbaren Eigenarten gesegnet, so dass wirklich fast jede Figur zum Spaß, welchen der Film noch heute so frisch entfacht wie vor 34 Jahren, etwas beiträgt. Einzig Mia Fara als Ferris Freundin darf lediglich hübsch aussehen, was ihr aber immerhin gelingt (zumal sie eine glaubwürdige Freundin eines Typs wie Ferris ist). 

Neben der Wirkung der Figuren und den vom Drehbuch lustig vorgegebenen Situationen ist der Inszenierungsstil von Hughes zudem so unglaublich humorfördernd. Die gekonnte Aneinanderreihung der Szenarien, die Nutzung der Musik als Komik-förderndes Stilmittel, die eben erwähnte absichtliche künstliche Entfremdung von Dialogen oder Personenanordnungen im Bild zur Erzeugung der ganz eigenen Hughes-Komik (die er in "Allein mit Onkel Buck" auf die Spitze trieb), das alles lässt einen völlig vergessen wie oberflächlich Ferris eigentlich ist, wie asozial er seine Beliebtheit auf dem Mitgefühl seiner Mitschüler ausnutzt und wie wenig tatsächliche Geschichte der Film eigentlich bietet. Aber er lebt ein Lebensgefühl dem Zeitgeist seiner Entstehung geschult, und er nimmt sich inmitten seines Zelebrierens von Freiheit und Schadenfreude Zeit für die besonderen Momente, die kurz die Ernsthaftigkeit des Teenagerempfindens thematisieren. Mein liebster Moment in diesem Streifen ist dann auch keine lach-fördernde Szene, sondern jene großartige Bildabfolge, in welcher Cameron im Museum zu wunderschöner Musikuntermalung ein Kunstwerk betrachtet. Mein persönlicher humoristischer Höhepunkt inmitten eines Werkes, das einen ohnehin immer wieder zum lachen bringt, ist die Oma im Finale, die so wunderbar schrullig von der Maske zurecht gemacht im Auto vor Buellers Vater fährt und tüddelig lahm herumeiert. 

Aber da wären letztendlich so viele Momente zu nennen. Fast jeder Kommentar der Sekretärin ist ein Lacher für sich, Camerons Mimik, seine Wortspiele beim Football-Spiel, der Schlüssel in der Autotür des gerade abgeschleppten Wagens, das Pfützengeräusch beim Wegwerfen der Brieftasche des Direktors, die Anwesenheitskontrolle in der Schule, der Begrüßungskuss von Sloanes angeblichem Vater, die Liste an Sternstunden der Komödienkunst des hier besprochenen Streifens könnte man endlos fortsetzen. Selbst der Abspann gehört zu den Höhepunkten des Films und ist ein gutes Beispiel dafür, dass man den Film im Heimvideo gucken sollte, anstatt im Fernsehen, wo die demütigende Szene des Rektors im Schulbus leider meist weggeschnitten wird. Kurzum: "Ferris macht blau" ist eine Teenie-Komödie die man gesehen haben muss. Sie ist frisch, zeitlos, hoch amüsant und einfach charmanter Natur, egal welch fragwürdiges Weltbild in kurzen Momenten auch aufblitzen mag.  OFDb

25.11.2020

BUFFY - DER VAMPIRKILLER (1992)

Starbesetzt kommt die Horror-Komödie "Buffy - Der Vampirkiller" daher, da kann man wahrlich staunen. Donald Sutherland als weiser Anleiter, Rutger Hauer als Obervampir, Luke Perry als männliche Begleitung, Hilary Swank als Mitschülerin, David Arquette als ehemaliger Mitschüler, der zum Vampir wird, und auch Hauptdarstellerin Kristy Swanson war einmal eine Berühmtheit. Wie man es geschafft hat derart viele aktuelle und zukünftige Prominente für das Projekt zu gewinnen, will sich mir nach dem Sichten nicht erschließen. Hat keiner das dünne Drehbuch bemerkt? Oder entstand der Film unter ungünstigen Produktionsbedingungen, so dass ein gutes Drehbuch nach dem Dreh und diversen Kürzungen im fertigen Film als solches nicht mehr zu erkennen war? "Buffy - Der Vampir-Killer" (Alternativtitel) besitzt theoretisch durchaus Reiz, allerdings wird jeder interessante Aspekt halbherzig auf die Schnelle abgearbeitet. Sei es die Ausbildung zur Vampirjägerin, das Akzeptieren des Schicksals und damit das gewonnene Vertrauen in den Lehrer, sei es die Ernsthaftigkeit der Situation, die durch die Macht des Obervampir entsteht, oder letztendlich jeder andere Aspekt des Streifens, nie lässt man sich für irgend etwas Zeit, zu gehetzt springt man von einem oberflächlichen Schauwert zum nächsten, als dass der eigentlich vorhandene Charme, geschweige denn die Geschichte an sich und die verwendeten Charaktere, sich entfalten könnten. So ganz ohne Reiz ist das Ergebnis nicht ausgefallen, fordert es doch mit einem schwer zu greifenden, skurrilen Humor heraus, der sich mit extrem albernen und dann wieder mit Sprüche-klopfendem trockenen abwechselt. Letztendlich bleibt jedoch nur ein Achselzucken zurück, zumal das Finale schnell abgefrühstückt ist, und der Obervampir so gar nichts Mächtiges auszustrahlen vermag, wie es die Geschichte über ihn eigentlich behauptet. 

"Buffy - The Vampire Slayer" (Originaltitel) ist eigentlich ein Kinofilm, er guckt sich jedoch eher wie ein halb fertiger Streifen, etwas das gerade eben so als Pilotfilm einer Serie durchgehen würde. Von daher passt es ganz gut, dass dem Kino-Flop 5 Jahre später in anderer Hauptrollen-Besetzung eine solche beschert wurde. Das macht den Film nicht besser, gefällt aber in sofern, als dass die Serie "Buffy - Im Bann der Dämonen" seine Erzählung tatsächlich nicht von vorne beginnt, sondern am Kinofilm anschließt. Das braucht auch nur bedingt zu überraschen, wenn man weiß dass der Regisseur des hier besprochenen Streifens und der Autor als Produzenten für die Serie tätig waren und somit die geistigen Väter des Produkts wieder mit an Bord waren. Swanson überzeugt in der Rolle der Buffy leider nicht ansatzweise so gut wie Sarah Michelle Gellar in der TV-Version, die im Gegensatz zum Kinofilm ein großer Erfolg wurde und sich tatsächlich wesentlich unterhaltsamer guckt als das Flickwerk, welches Fran Rubel Kuzui persönlich inszeniert hat. Ein paar nette Gags am Rande machen das Ergebnis erträglich genug, um sich nicht zu langweilen, Begeisterung erntet das nicht wirklich innovative Konzept in seiner lieblosen Umsetzung jedoch keineswegs. Da gefällt mir die vergleichbare Umkehr-Thematik eines "Liebe mit Biss" wesentlich besser. Hier bekommt ein frisch gebissener Teenager Hilfe von einem Lehrer, was es bedeutet Vampir zu sein.  OFDb