Posts mit dem Label Rob Lowe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rob Lowe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

12.09.2023

THE ORVILLE - STAFFEL 1 + 2 (2017)

Trotz der komödiantischen Ausrichtung und der vielen Parallelen zu "Star Trek - The Next Generation" ist "The Orville" keine Parodie auf eben diese Serie, so wie es beispielsweise "Galaxy Quest" war, sondern stattdessen eher eine dem Vorbild ähnliche TV-Reihe in entspannter Mentalität. Das lebensfrohe Crew-Miteinander von "Raumpatrouille Orion" trifft auf den Stil besagter Serie um Picard, aufgrund seiner Erscheinungszeit freilich trotzdem mental verwässert durch die politische Korrektness, so dass der Sektenaspekt der Zukunft der Menschheit aus dem berühmten US-Vorbild nicht vollends ausgeklammert werden kann. Noch immer ist auch in dieser Version das zukünftige Weltbild im Gegensatz zu dem, was die Serie propagiert, kein erfüllenswerter Zustand. Aber zumindest darf die Mannschaft deutlicher Sexualität frönen und Persönlichkeiten individueller ausleben - zumindest so wie es die jeweilige Gattungen verschiedener Planeten zulassen. 

Die Orville ist bevölkert von allerlei sympathischen Figuren. Um sich in die Geschichten einfühlen zu können, ist der Hintergrund, dass beide Hauptfiguren sich liebend nach einem Seitensprung voneinander getrennt haben, zu Beginn äußerst hilfreich. Dies ermöglicht ein Einfühlen ins Seelenleben der Figuren, das an anderer Stelle aufgrund neumodisch korrektem Denkens nicht möglich ist, so geschehen im eigentlich witzig klingenden Umgang mit einer Spezies, in welcher nur Männer existieren dürfen und dementsprechend zu Lebenspartnern werden. Wenn solche Themen aufkommen, fehlt die Provokation, die "The Orville"-Erfinder und Hauptdarsteller Seth Mac Farlane in seinen Schöpfungen "Family Guy" und "American Dad", ja selbst noch in den schwächelnden "Ted"-Filmen, sonst stets bereit hielt. "The Orville" fällt an manch wichtiger Stelle, gerade im Sinne der Gesellschaftssatire, zu zahm, da zu angepasst denkend, aus. Insgesamt hilft dieser Verzicht der Serie jedoch ein Niveau zu erreichen, das mit besagter Provokation zu infantil ausgefallen wäre. Je mehr einem bewusst wird, keine Parodie auf Next Generation zu sichten, sondern eher eine alternative Serie, desto weniger stört der seichte Umgang, zumal die Geschichten und einzelnen Ideen mit Fortschreiten der Reihe immer besser werden (Ausnahmefolgen bestätigen die Regel). 

Gerade am Ende der zweiten Staffel angelangt ist "The Orville" auf einem Hoch, welches die spät nachgereichte Staffel 3 hoffentlich ebenfalls wieder aufzufangen weiß. Erst hier wird aus einem lediglich netten Projekt ein sehenswertes. Dies auch, weil z.B. die Regeln der Roboterfigur so konsequent eingehalten werden, fern einer Data-Illusion irgendwann Mensch werden zu können. Hin und wieder scheint man das Publikum (oder die Autoren zumindest die Mannschaft) zu unterschätzen, wenn z.B. aus einem obligatorischen Robotermassaker an jenen Menschen, die sie entwickelten, eine überraschende Wendung gemacht wird. Aber letztendlich überwiegt der kreative Anteil in dieser Spätphase. Dass man zur Mitte meiner bisherigen Sichtungen eine lieb gewonnene Figur verabschiedet hat, halte ich jedoch für eine Fehlentscheidung. Aber es schmilzt einem das Herz, mit welchem Schlussgag besagte Figur das Schiff verlassen darf. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie lieb man die Crew gewinnt, was diese Entscheidung um so ärgerlicher macht. Man schafft es sogar mittels eines Smartphones urplötzlich, völlig unverhofft, eine romantisch bezaubernde Episode aus dem Nichts herbei zu zaubern, die kein gesundes Herz kalt lässt. 

In anderen Folgen darf es gern auch mal düsterer oder alberner zugehen. Und selbst Figuren der Stammbesetzung, mit denen ich nicht wirklich warm geworden bin, bekommen tolle Szenarien zugeschrieben, z.B. wenn ein Pärchen das längst ausgestorbene Laster des Zigaretterauchens für sich entdeckt. Kurzum: "The Orville" hat mir gefallen, wenn auch arg seicht angefangen, immer wieder mit zu politisch korrekten Momenten ausgebremst, letztendlich aber immer interessanter werdend, so dass man auch dann weiter gucken sollte, wenn man zu Beginn etwas Schwierigkeiten mit der Serie hat. Es lohnt sich. Insbesondere die letzten drei Folgen der zweiten Staffel sind Gold wert.  Wiki

31.12.2016

LÜGEN MACHT ERFINDERISCH (2009)

Ist es nicht schön, wenn eine Komödie angenehm sanft vor sich hinplätschert, es schafft routiniert Kurzweile zu versprühen und einen 90 Minuten lang aus der geplagten Alltagswelt entführt? Ist es nicht egal, wenn sie nur kurz im Gedächtnis bleibt, weil sie keinen Innovationspreis gewinnt, wenn sie doch immerhin auf schlichte Art ohne großen Anspruch bei wenig Erwartungen zu funktionieren weiß? Theoretisch ja, aber wenn man bedenkt auf welch grandiose Idee Ricky Gervais gestoßen ist, darf man zurecht verärgert darüber sein, dass „Lügen macht erfinderisch“ eine solch gewöhnliche Komödie geworden ist.

Was ist nur los mit dem Mann? Wieso hat Ricky Gervais dieses Projekt als Engländer überhaupt in Amerika umgesetzt? Und wieso ist es dort trotz seiner Eigenschaft als Autor, Regisseur und Produzent derart verwässert worden? Die Idee eines Lügners in einer Welt ohne Lügen hätte das Potential zu einem großen Filmerlebnis gehabt, zu einer vor Pointen und bissigen Seitenschlägen nur so sprudelnden Satire, mit ebenso viel Platz für Emotion wie für Humor und geistreiche Reflexion. Schaut man sich das Ergebnis an, sichtet man stattdessen den Routineablauf einer jeden 08/15-Komödie, vorhersehbar, die Grundidee fast als zwingendes Übel ansehend, welches einen davon abhält die immer wieder erzählten Stränge leichter zu erreichen.

Ricky Gervais erschuf meiner Meinung nach mit „The Office“ eine der geistreichesten TV-Serien, die ich noch heute als meine absolute Lieblingsserie bezeichne. Sein Rollenverständnis in von anderen Autoren verfassten Stoffen, wie „Muppets Most Wanted“ und „Wen die Geister lieben“, ist durchdachter Natur und nie einfach nur plump heruntergespielt. Sein Talent über sich selbst zu lachen ist enorm groß. Was hätte allein unter diesen Voraussetzungen „This Side of the Truth“ (Alternativtitel) für ein großartiges Filmerlebnis werden können? Aber stattdessen liefert er uns eine Komödie der Gattung „ganz nett“.

Selbst die besseren Ideen innerhalb des vorgelegten Stoffes kratzen nur an der Oberfläche dessen was möglich wäre. Die Religionskritik kommt zahm und versöhnlich daher. Der Versuch Freunden zu erklären wie man lügt endet bereits mit den Anfängen. Nur kleine Lichtblicke, wie der Dialog darüber wie es wäre alles Geld dieser Welt zu besitzen, versprühen die Konsequenz und das Gespür für gute Komik, wie ich es von Gervais gewohnt bin.

Und wie soll bitte der emotionale Part fruchten können, wenn es den eigentlich gutmütigen Mark doch den kompletten Film über nicht auffällt wie oberflächlich seine Love Interesst denkt, ohne dass diese im Laufe der Handlung mehr Tiefe erlangt? Wie soll man dem guten Mann Glück wünschen, auf ein Happy End hoffen, wenn der weibliche Part nie genügend Sympathiepunkte erhält? Lange Zeit dachte ich Mark würde erkennen welch schrecklicher Mensch sie ist und irgendwann liefe ihm eine Alternative über den Weg, die es wert wäre von seinem großen Herzen geliebt zu werden. Aber dem wurde nie so.

Damit verpufft das Ergebnis der Mitwirkung Jennifer Garners gleich null und kann nicht mit der Liebe Ricky Gervais‘ zum Product Placement mithalten, welches extrem penetrant Coca Cola, Pepsi und vor allen Dingen Pizza Hut in den Vordergrund drängt. Jonah Hills Mitwirken beschränkt sich auf wenige, weder nennenswerte noch für den Stoff wichtige, Momente. Und auch der beste Kumpel Marks bleibt blass und eigentlich unwichtig für den Verlauf der Geschichte. Hätte er als Eingeweihter nicht einen wichtigen Einfluss auf die Geschichte verdient? Einzig Rob Lowe weiß aus seiner schlichten Rolle etwas herauszuholen und spielt so sympathisch, wie witzig, wie wir es spätestens aus seiner Dauergast-Rolle in „Californication“ gewohnt sind.

Was bleibt ist zu sagen, dass man die Erwartungen weit nach unten schrauben muss. „The Invention of Lying“ ist ein Film für Stammzuschauer seichter, amerikanischer Komödien, einfach für Menschen die häufig humoristische Stoffe sichten, nicht zu streng mit der Materie umgehen und die sich damit begnügen, dass der Film kurz danach wieder so gut wie vergessen ist. Wer aber, der das Potential hinter dieser Geschichte begriffen hat und aus anderen Werken weiß wozu Gervais fähig ist, würde sich bitte mit diesem Minimalergebnis zufrieden geben oder sich gar damit versöhnlich abfinden? Ich zumindest nicht. Denn im Gegensatz zu „Wen die Geister lieben“, den ich anfangs für eine ähnlich geistloser als gedacht angegangene Routine-Komödie hielt, was sich bei weiteren Sichtungen als großer Irrtum herausstellte, besitzt „Lügen macht erfinderisch“ keine versteckte Raffinesse, die erst eine Zweitsichtung unter anderen Erwartungen hervorbringen kann. Dafür ist das Ergebnis einfach viel zu flach gehalten.  OFDb

09.09.2016

SEX TAPE (2014)

„Sex Tape“ geht überraschend offen mit seinem Thema um, wenn man bedenkt dass es sich um eine amerikanische Komödie mit zwei Genre-Stars handelt. Völlig unverkrampft agieren Cameron Diaz, sowie Mit-Produzent und Mit-Autor Jason Segel recht zeigefreudig vor der Kamera, ohne dass man von klassischen, detailreichen Erotikszenen sprechen könnte. Was sich mit dieser überraschend lockeren Art wie ein kleiner Glücksgriff anfühlt, zumal es Freude bereitet Cameron Diaz endlich wieder daheim, sprich wie einst, in einem gewagten Stoff agieren zu sehen, entpuppt sich jedoch als recht anstrengendes Stück Komödie.

Nicht nur dass die im Sexbereich umgangene Prüderie an anderer Stelle doch noch auftaucht, ganz besonders in der höchst unangenehmen Szene rund um You Porn, auch zu lang gezogene Szenen, die in ihrer Hektik eher nerven als zu belustigen, bremsen den Streifen ungemein aus, ganz besonders in der großen Rob Lowe-Szene, in welcher der einstige Teenie-Star fast das selbe spielen darf wie in seinen Gastauftritten in „Californication“. Da wird gekokst, da werden Hunde misshandelt, da will alles irre unkorrekt ablaufen, und doch stößt einzig der schrille Grundton in den Vordergrund, der jeglichen Anarcho-Charme überschattet.

Da es zwischendurch, immer von Schwarz auf Weiß geschaltet, recht konservativ zugeht und die Geschichte sich immer wieder in eine konventionelle Richtung dreht, wirkt „Sex Tape“ zu unentschieden. Ein wenig Provo-Humor, ein Stück Film über Familienwerte, ein braver Familienfilm, ein gewagter Anarchofilm, Jake Kasdans Werk ist alles auf einmal und nichts davon wirklich. Einzelne Momente wissen zu gefallen, die Offenheit der Thematik allen anderen Pluspunkten voran, aber leider ist es der falsche Film für den Cameron Diaz so (auf harmloser Komödien-Ebene) Tabu-frei agiert, wohingegen es bei Jason Segel aufgrund seiner üblichen Werke eher nicht verwundert, dass sich selbst hinter solch einer Thematik nur ein viel zu braver, angepasster Film verbirgt.  OFDb