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03.10.2016

DIE SCHADENFREUNDINNEN (2014)

Cameron Diaz ist schwer einzuordnen. Einst war sie mit Werken wie „Very Bad Things“, „Verrückt nach Mary“ und „Last Supper“ die Skandalnudel Hollywoods, die in Stoffen mitspielte an die sich manch einer nicht heranwagte, dann wurde sie zum Star, bewies sich in verschiedensten Rollen und Genres mit Filmen wie „In den Schuhen meiner Schwester“, rutschte währenddessen aber auch immer weiter in den Mainstream ab. Und nun scheint sie auf massenkompatibler Basis zurück zu ihren Wurzeln gekehrt zu sein. Während „Bad Teacher“ tatsächlich recht böse ausfiel und zu gefallen wusste, war „Sex Tape“ eine eher maue Angelegenheit, da er wesentlich braver ausfiel als es zunächst klang. Auch „Die Schadenfreundinnen“ ist keine schwarze Komödie a la „Heathers“ und „Der Rosenkrieg“ geworden, sondern doch wieder nur netter, massentauglicher Durchschnitt ohne Mut zur Provokation.

„The Other Woman“ (Originaltitel) verlagert das Thema der Teenie-Komödie „Rache ist sexy“ in die Erwachsenenwelt und greift zudem auf Elemente aus „Die Teufelin“ und „In Sachen Liebe“ zurück. Man kann es typisch Hollywood nennen, dass ein um realistische Gefühle bemühter Film vor hübschen Kulissen spielt, nur die finanzielle Elite ins Zentrum rückt und in eine Geschichte um Frauen, die sich aufgrund der sexy Konkurrenz nicht hübsch fühlen, nur gut aussehende Stars in den wichtigsten Rollen besetzt. Das sind Eigenschaften, die bereits deutlich machen wie sehr „Die Schadenfreundinnen“ aufs weibliche Zielpublikum schielt. Eine weitere wäre das schrille Spiel Leslie Manns, das trotz mancher Grenzüberschreitung allerdings trotzdem zu gefallen weiß und sie zum eigentlichen Star des Streifens macht.

Grenzüberschreitend ist auch manche Komik, die inmitten der Restinszenierung nicht hinein passen will. Auf einen kotenden Köter kann ich ebenso verzichten wie auf dumme Sprüche, wie jener über das Ohrfeigen per Hundehoden. Das ist vulgär und plump, nur leider nicht auf die charmante Art wie sie ein Steve Martin in seinen Filmen zu nutzen wusste, sondern anbiedernd ans Idioten-Publikum gerichtet, um auch bloß für jeden Zuschauertyp etwas im Programm zu haben.

Kaputt macht dies „Drei sind zwei zu viel“ (Alternativtitel) aufgrund der geringen Dosierung nicht. Hat man erst einmal erkannt wie schlicht und durchschnittlich das Konzept des Streifens ganz typisch Hollywood-Frauenfilm ausgefallen ist, geht man ohnehin mit geringen Erwartungen an den Restfilm heran, und mit dieser Grundhaltung darf man sich darüber freuen zumindest passabel unterhalten zu werden. Manche Slapstick-Nummer ist wahrlich lustig (die Stretchübungen im Gebüsch, oder der Scherben-freudige Abgang Marks in der Kanzlei), und die Grundstimmung ist angenehmer Natur.

Allerdings habe ich mich darüber gewundert, dass Cameron Diaz in ihrer Rolle so gar nicht glaubwürdig agierte. Eine schlechte Schauspielerin ist sie ja nun wirklich nicht. Zudem wirkte sie selten so unsexy auf mich wie in diesem Streifen, obwohl die Attraktivität eigentlich ein wichtiges Merkmal ihrer Rolle sein soll. Das mag aber auch viel am ungüstig geschminkten Make-Up liegen, das mir bei den meisten Gesichtern in diesem Film negativ aufgefallen ist, was mich schon verwundert, da ich auf diesen Aspekt sonst nie achte. „Die Schadenfreundinnen“ mag also etwas zu gewollt daher kommen und in einer mir etwas zu entrückten elitären Frauen-Welt spielen, aber er hat das Herz am rechten Fleck und weiß kurzweilig zu unterhalten und dies immerhin bei über 100 Minuten Laufzeit.  OFDb

24.01.2016

DER JUNGE UND SEIN HUND (1975)

Die 70er Jahre waren mit Werken wie „Die Delegation“, „Rollerball“ und „Soylent Green“ das Hoch des intellektuellen Science Fiction-Films. Doch auch schon damals haben sich Werke unter all die großartigen Genre-Beiträge gemischt, die diesem hohen Standard nicht gerecht wurden. Neben solch trotzdem sympathischer Filme wie „Flucht ins 23. Jahrhundert“ und „Die Körperfresser kommen" gab es selbst in diesem einfallsreichen Jahrzehnt auch Rohrkrepierer innerhalb besagtem Genres, und zu diesen zählt meiner Meinung nach der zum kleinen Kultfilm gewordene „Der Junge und sein Hund“, der zwar so einige schmackhafte Zutaten zu bieten hat, aber leider gar nicht funktionieren möchte.

Das grundlegendste Problem des Streifens ist meiner Meinung nach der nicht vereinbare Mix aus kindlischen und erwachsenen Elementen. Zugegeben, „In der Gewalt der Unterirdischen“ (Alternativtitel) will reines Erwachsenenkino sein, aber der sprechende Hund wirkt einfach infantil bei seinem putzigen Aussehen, der gewöhnungsbedürftigen Idee dass er mit dem Helden kommunizieren kann und zumindest in der Deutschfassung auch aufgrund seiner knuffigen Stimme. Da können Dialoge zu erwachsenen Themen und die großartige Idee, dass der Hund der vernünftige Part im Duo ist, nicht gegen wirken. Das Gespann wirkt wie aus einem Kinderfilm entlaufen und stößt dabei auf eine Geschichte um Barbarei in einer Endzeitwelt, um Sexgelüste eines einsamen Mannes und um Unterdrückung innerhalb einer dekadenten Geheimgesellschaft.

Dass „Der Junge mit dem Hund“ (Alternativtitel) nicht funktionieren möchte, liegt jedoch nicht einzig an den unkompatiblen Bausteinen. Auch die ewig auf der Stelle tretende Geschichte, die zunächst so öde ausgefallen ist wie das Land auf dem sie spielt, verhindert einen unterhaltsamen Kino-Trip, handelt die erste Hälfte doch fast ausschließlich davon, dass der Teenager verzweifelt eine Frau sucht. Und da wissen selbst so skurril wirkende Ideen wie das Pornokino inmitten einer untergegangenen Zivilisation nichts zu retten, da sie als kurzes Element innerhalb gepflegter Langeweile zu funktionieren wissen, nicht aber die komplette Geschichte damit gestemmt bekommen.

Wirklich schade ist das triste Ergebnis zu nennen, wenn man die zweite Filmhälfte erreicht hat und die Geschichte nun vor bizarrer Ideen nur so übersprudelt. Da wird mit simpelsten Mitteln wie blass geschminkter Gesichter das schräge Bild einer dekadenten Alternativ-Kultur erschaffen, die es verdient hätte, dass man sie näher beleuchtet hätte als geschehen. Warum hat man nicht 30 Minuten der Vorgeschichte eingespart, um sie in den wesentlich interessanteren Teil der Geschichte zu investieren? Auch dieser Part wäre unter einer talentierteren Regie besser ausgefallen, rein dramaturgisch will auch sie nicht funktionieren. Aber zumindest ist sie aufgrund ihrer grotesken Erscheinung interessant ausgefallen, auch wenn man sich für das Schicksal des jungen Helden weiterhin so gar nicht interessiert.

Die mangelnde Identifikation mit dem Jungen ist es schließlich auch, die der Grund dafür ist warum eine interessant anzuschauende zweite Hälfte nicht hilfreich dabei ist das Gesamtergebnis zumindest auf ein mittelmäßiges Niveau zu hieven. Dafür fällt die zweite Hälfte zu theoretrisch aus. Sie bietet keinen Spannungsbogen zum Mitfiebern, sie schafft es nicht dass man die Enttäuschung des Helden mitfühlt, der immerhin von seiner ersten Liebe betrogen wurde. Sie schafft es lediglich, dass man über die vielen bizarren Ideen schmunzelt, was nach dem arg öden ersten Teil der Geschichte zwar ungeheuer gut tut, aber immer noch ein simples Ergebnis ist im Vergleich zu all den Möglichkeiten die vorhanden waren um ein gutes Ergebnis zu erzeugen.

Zumindest die bittere Schlussidee weiß zu gefallen, fügt sie sich doch in den augenzwinkernden Erzählton, der nicht nur die Geschehnisse des Streifens umrissen hat, sondern auch die Charakterzeichnung der beiden Helden umfasst, ein weiteres Elemt des Films das ein besseres Ergebnis verdient hätte. Denn dies ist das wahrlich ärgerliche an „Apocalypse 2024 - A Boy and His Dog“ (Alternativtitel): psychologisch gesehen ist er recht clever erzählt. Die einzelnen Zutaten wollen lediglich nicht brauchbar ineinander greifen. Stattdessen wird das theoretisch schmackhafte Rezept zu einem unausgegorenen Brei aus Fremdschämen, Einfallsreichtum und Unvermögen.  OFDb