Zwar gibt es auch hier herrliche Szenarien zu erleben (z.B. das Aufzählen aller 43 Eissorten, um schließlich doch nur Vanille zu verkaufen, ein Hund der mit menschlicher Stimme schlecht betont bellt, peinliche Wetten in einer Kneipe und ein Kinnhaken von einem Hund ausgeführt), vieles schaut sich jedoch zu bemüht. Dazu zählen nicht die überraschend tauglichen, wenn auch simplen, Spezialeffekte. Aber die zu große Beachtung des mittelmäßigen Komikers in der Rolle des Eisverkäufers und ganz besonders die Vermenschlichung anderer Hunde in ebenfalls zu groß gefasster Präsenz, nagen doch recht deutlich am Unterhaltungsergebnis eines Filmes, von dem ich dachte, dass nur sein bieder auf lustig getrimmter Zeichentrickvorspann zum Tiefpunkt gehören würde. Es war wahrlich nicht meine erste Sichtung dieses Streifens, jegliche andere liegt jedoch etliche Jahre zurück, so dass es doch eine recht ernüchternde Erfahrung war, wie sehr "Zotti 2 - das Urviech" (Alternativtitel) in seiner zweiten Hälfte arg ins Schleudern kommt, hatte ich ihn doch weit gelungener in Erinnerung. Sind es in der ersten Hälfte lediglich Belanglosigkeiten, die das lustige Treiben etwas schwächeln, so besitzt die zweite Hälfte doch etwas zu viele Fehlentscheidungen, um sie gütigst ignorieren zu können. So viel Spaß die Fortsetzung streckenweise auch bereitet, insgesamt kommt sie nicht an den Charme des eher spießigen Originals heran - und an die gelungenen anderen schrägen Disney-Komödien seiner Entstehungszeit ohnehin nicht. OFDb
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
20.06.2021
ZOTTI, DAS URVIECH (1976)
02.05.2021
KÄPT'N BLACKBEARDS SPUKKASCHEMME (1968)
Man ist sich für kein Klischee zu schade, nutzt jegliche Phase der mit dünnem, roten Faden versehenen Geschichte komödiantisch und kümmert sich nicht um manche Widersprüche in einer dennoch nicht vollkommen geistlosen Darbietung. An Höhepunkten mangelt es nicht. Ob es die Staffelübergabe beim ohnehin lustig anzusehenden Sportereignis ist, oder die vielen kleinen Momente, bis sich schließlich mit der freiwilligen Vereinigung der unliebsamen Zusammengeführten eine nicht mehr abbrechende Hochphase im letzten Drittel bildet, die beginnend mit dem gemeinsamen Lied aus einer herrlich geisteskranken Perspektive, über ein wundervoll bescheuert, manipuliertes Roulettespiel, bis hin zu einer mit infantilen Fingerschüssen ausgetragenen Auseinandersetzung mit Verbrechern einen Lacher an den nächsten reiht. Ein emotionsgeladener, Kitsch parodierender, Schluss entlässt einen zudem wehmütig, da tatsächlich das Herz berührend, aus einem solch leichten Stoff. Einzig die etwas zu spießige Haltung des Sportlehrers bremst manches Mal das gute Gefühl kurzfristig aus, wenn "Blackbeard's Ghost" (Originaltitel) gerade schön in Fahrt kommt. Aber das ist solch ein winziger Wermutstropfen inmitten eines wundervollen Streifens für die ganze Familie, dass er fast schon nicht erwähnt gehört. OFDb
26.01.2013
DEXTER RILEY - TOTAL VERKABELT UND NICHTS BEGRIFFEN (1995)
Auch biedere Spießer wollen fernsehen...
„Dexter Riley“ ist kein kompletter Müll geworden. Er ist gerade eben noch guckbar und somit die typisch anspruchslose Nachmittags-TV-Unterhaltung. Dass er auf plumpster Ebene noch funktioniert liegt aber weder an einem gnädigen Drehbuch, welches dem Zuschauer ohnehin jeden Lacher verweigert, und auch nicht an der dort enthaltenden Story und ihrer Entwicklung. Es liegt an einigen wenigen Darstellern, die das Ruder noch wenigstens ein bisschen in die richtige Richtung herumzureißen wissen. Neben dem etwas berühmteren Dean Jones wäre da Rileys junger Konkurrent zu nennen, der derart comichaft spielen darf, dass er immerhin etwas belustigt, auch wenn sein Spiel anstrengt.
Völlig feige wird die total blödsinnige aber klamauktaugliche Geschichte erzählt. Ebenso feige spielt die titelgebende Hauptrolle, die fragwürdig wirken soll, dafür aber eben viel zu brav ist, sowohl im Spiel als auch in der schriftlichen Vorlage, nach der er sich richten musste.
Einen kleinen kultigen Angestaubt-Bonus erhält diese „Komödie“ noch wegen ihrem, schon zu damaligen Zeiten peinlichen Vorstellungen über das Internet. Da will ich nichts verraten, das muss man schon selber sehen, ebenso wie den höchst bescheuerte Grund, warum die Hauptrolle zum Finale wieder dumm wird.
Das Wort Komödie steht oben in Anführungsstrichen. „Dexter Riley“ gehört zu jener Form Film, die nur weil sie eine Geschichte erzählt, und sonst nirgendwo richtig reinpasst, als Komödie betitelt wird, ähnlich wie „Voll auf der Kippe“, ein Mike Krüger-Film mit nur einem enthaltenden Witz. Die an sich auf B-Film-Basis nette Grundstory über einen unterdurchschnittlichen Teen, der über Nacht zum Superhirn wird, wird nur als Grundlage genommen, um die biedere, gut bürgerliche Moral über das Fernsehen an junge Menschen zu bringen. Und so schlimm bereits Kinowerke aus Amiland die Moralfahne schwingen, so dass auch der letzte die Botschaft versteht, die TV-Werke machen es immer noch eine Spur extremer.
Anspruchslose Teens können eventuell ihre Langeweile mit diesem nichtigen und mageren Werk stillen, aber sicher bin ich mir da nicht. Eigentlich ist „Dexter Riley“ dafür viel zu zäh. OFDb