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06.09.2020

TERMINATOR 6 - DARK FATE (2019)

Nun wird nach dem unbeliebten "Terminator 5" wieder einmal alles zurück gespult auf das Ende von "Terminator 2", dem letzten richtig anerkannten Teil der Reihe, um diesen fortzusetzen. Diesmal schrieb der Regisseur der ersten Teile am Drehbuch mit, um seine Vision einer Fortführung seiner Kinoerfolge umzusetzen, und er produzierte "Terminator - Dark Fate" zudem gleich mit, mit Ruhm hat sich James Cameron damit allerdings nicht bekleckert. Letztendlich ist dieser erneute Teil 3 nicht besser oder schlechter ausgefallen als Teil 5 und "Terminator 3". Er bezieht sich sogar auf die Idee von Letztgenanntem, dass es einfach deswegen weiter geht, weil die Entwicklung nun einmal zu einem späteren Zeitpunkt so weit ist, lässt dafür konsequenter Weise Skynet nie geschehene Zukunft sein und eine andere künstliche Intelligenz auf die Menschheit los, lässt diese aber weit weniger konsequent ebenfalls Terminatoren bauen und durch die Zeit schicken, inklusive dem flüssigen Modell aus dem ersten Sequel. Das macht keinen Sinn, allerdings legt es das Drehbuch ohnehin nicht darauf an eine geistreiche Geschichte zu servieren. 

Der Zuschauer soll möglichst nonstop wuchtige Action erleben. Ruht sich die Geschichte einmal für dramatische oder gar philosophische Momente aus, so werden diese für den geistlosen Schnellzweck dümmlich verbretzelt, anstatt aus den durchaus interessanten Ansätzen tatsächlichen Tiefsinn am Rande zu zaubern. Da kann man mit leben, erwarten tut man ohnehin nichts geistreiches mehr von einem Großprodukt dieser Art. Dass man sich jedoch keine Mühe gibt dem Zuschauer die Figuren näher zu bringen, verärgert tatsächlich, bleibt "Terminator 6 - Dark Fate" damit doch ein zu oberflächliches Produkt, zumal er ohnehin nur die Geschichten der Vorgänger variiert neu abspult, anstatt eigene Ansätze zu erfinden und einen neuen Verlauf darauf aufbauend zu konstruieren. Einziger Lichtblick ist der schnell verpuffende Aufhänger Sarah Connors ihren Sohn nach der Errettung der Menschheit ironischer Weise durch eine Macht verloren zu haben, die in Zukunft nicht mehr existieren wird, und selbst dieser sympathische Aspekt wird zu schnell und lieblos abgespult, als dass sich die Geschichte damit gehaltvoller und die Figur damit tiefsinniger anfühlt. 

Nach dem x-ten Scheitern einer gescheiten Fortsetzung hat man immer noch nichts dazu gelernt. Der Film ist für den schnellen Dollar gedreht, die drei entscheidenden Namen James Cameron, Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton haben als Zuschauermagnet zu reichen, anstatt endlich mal wieder mutig voran zu preschen, um sich einen Erfolg auch zu verdienen, was sehr schade ist, da es vielleicht die letzte Möglichkeit war alle drei für eine Fortsetzung zu vereinen. Was hätte dies zusammen mit einem intelligenten Projekt, welches den Schöpfern tatsächlich am Herzen liegt, für Potential geboten im sonst so feigen Blockbuster-Kino von heute? Nun ja, nun ist es nun mal, wie es ist, wie zu erwarten ist die fünfte Fortsetzung keine Offenbarung. Als geistloser Science Fiction-Action ist er aber immerhin zügig und flott genug erzählt, um nicht zu langweilen. Er unterfordert höchstens durch die immergleiche Geschichte, nicht durch zu extreme Dümmlichkeit und lässt sich somit angenehm geistlos konsumieren. 

Angenehmer wäre aber auch diese simple Art des Schnellverzehrs ausgefallen, wenn sich das Ganze nicht immer wieder derart penetrant beim Publikum mit Verweisen auf Kultszenen aus den beliebten Vorgängern anbiedern würde. Zumal man das Herz der beiden Kultfilme mit der mechanischen Mentalität lediglich eine Auftragsarbeit abzuliefern ohnehin mit Füßen tritt und sich mit dem hier vorliegenden Projekt lediglich damit absichern möchte mittels eines Generationenwechsels weiterhin fleißig Fortsetzungen drehen zu können, wenn die ehemaligen Stars längst ins Gras gebissen haben. Das klappte bei "Star Wars - Das Erwachen der Macht" und seinen Fortsetzungen etwas besser, während die beiden "Creed"-Filme zeigten wie man es richtig macht, indem man den neuen Figuren auch wahre Charaktere beschert, anstatt sie nur als hohles Gefäß durch den Film stampfen zu lassen. Und wenn man schon dies nicht schafft, sollte man sich zumindest Mimen ins Boot holen, die ein gewisses Charisma versprühen. Das mag auf der Seite der Guten ja noch recht ordentlich, zumindest aber akzeptabel, funktioniert haben, der böse Terminator ist von der Besetzung her jedoch ein schlechter Scherz.  OFDb

24.07.2020

TWO AND A HALF MEN - STAFFEL 12 (2014)

Staffel 12 ist zu Recht die finale einer ursprünglich erfolgreichen Serie. Zwar wirkte bereits die Vorgänger-Staffel verzweifelt in ihrem Versuch den Humor zu kopieren, der mit dem Ausscheiden Charlies verloren ging, aber zumindest funktionierte das Einbringen einer Lesbe auf simple Art. Die wird nun halbherzig über Bord geworfen, anstatt diese Idee, die sich erst im Aufbau befand, sich weiter entwickeln zu lassen. Nachdem das Kopieren von Charlie nicht funktionierte, versucht man auf äußerst peinliche Art den seit Staffel 11 ausgeschiedenen Jake zu ersetzen, was so gar nicht funktionieren will. Sein Austausch-Charakter, der erst relativ spät hinzu stößt, ist etwas arg brav ausgefallen und eher uninteressant besetzt. Der wahre Störfaktor dieser Idee ist jedoch, das arg konstruierte Herangehen, um auf den neuen Half Men hinzuarbeiten. Walden wird langweiliger denn je, da es sein größtes Ziel plötzlich ist Vater zu sein, was den frechen Ton, der sie Serie aus macht, extremst schmälert. Und dass er hierfür Alan heiratet, klingt nicht nur in der Theorie nach einer Idee für die Tonne, sie erweist sich auch in der Praxis als deutlich unlustiger als erwartet, ganz zu schweigen von ihrem arg konstruierten Touch. So kommt der letzte Wiederbelebungsversuch, der nach der eigentlich noch immer sympathischen 11. Staffel gar nicht nötig gewesen wäre, zu bemüht daher, um zu gefallen. Der bravere Ton steht dieser Sitcom nicht, und die nervigen, orientierungslosen sich weiter entwickelnden Seifenopern-Plots wirken ebenso verzweifelt. Die Comic-artige Abschiedsfolge versöhnt wieder ein wenig, bekommt aber einen bitteren Nachgeschmack aufgrund dessen, dass Charlie Sheen nicht einmal für diese zurück kehrt, obwohl er das Zentrum der dort erzählten Geschichte darstellt.  OFDb

07.07.2019

DER CITY HAI (1986)

Ein Jahr nach "Phantom Kommando" sollte Arnold Schwarzenegger noch einmal einen dieser typischen Hirnlos-Actionfilme der 80er Jahre drehen, von denen er weit weniger abgeliefert hat, als seinem Ruf diesbezüglich gerecht wäre. Ganz so hohl wie der herrlich kurzweiligen Vorgänger ist "Der City Hai" nicht ausgefallen, eine sinnvolle Geschichte sieht freilich trotzdem anders aus. Wie hier mit Ehre, Solidarität und Professionalität gespielt wird, ist das infantile, undurchdachte Treiben für große Jungs, und das ist kein Fehler des Films, so muss es sein um zu gefallen, so will man es als Freund dieser Art Kinounterhaltung sehen. Für einen Actionfilm ist die Action stark reduziert, sie steigert sich zwar mit fortlaufender Spieldauer, bis es schließlich durchgehend ordentlich kracht und rummst, aufgrund der Undercover-Handlung besitzt "Raw Deal" (Originaltitel) aber auch ruhigere Momente. Schließlich muss zunächst Vertrauen hergestellt werden, und dann durchlebt Kaminsky nach erfolgreichem Einmogeln in die Mafia eine Probezeit, in welcher er kritisch betrachtet wird. Zudem ist eine halbe Love Story integriert.

In all diesen drei Phasen darf Schwarzenegger arrogante Auftritte abliefern, die "Codice Magnum" (Alternativtitel) erst zu jenem Film machen, der er ist. Hier wird nicht wirklich gewitzt vorgegangen, Kaminsky haut in die Kacke um bei der Mafia und der Frau, der er imponieren möchte, Eindruck zu schinden. Er gibt mit übertriebenen Methoden an, die auch nur in einem geistlosen Actionfilm dieser Art irgendwelche Figuren überzeugen können und einen unterhaltsamen Mix aus beabsichtigtem und unfreiwilligem Unsinn verursachen, für den man schließlich überhaupt einschaltet. Ein Zusatzbonus, dass die rechte Hand des Mafiabosses mehr ahnt als dieser, und sich durch die erfolgreichen Taten und Methoden Kaminskys fast ausgetauscht sieht, was ihn zum direkten Konkurrenten macht, weiß die an sich kaum vorhandene Geschichte reizvoll aufzuwerten. Gleiches gilt für das unfaire Spiel mit den Gefühlen der Frau, die Kaminsky bezirzt, schließlich hat der Ex-FBI-Agent eine Frau daheim, ist dieser treu, und will der Frau, die er benutzt, nicht weh tun. Warum seine Gattin ihn für tot halten muss, nur damit Kaminsky ihr nach kurzer Zeit Bescheid gibt, dass er doch am leben ist, bleibt ein Rätsel des Autors.

Man hinterfragt derartige Lücken freilich nicht, weil "Triple Identity" (Alternativtitel) ohnehin ein Nonsensgeflecht ist, aber Regisseur John Irvin, der auch "Robin Hood - Ein Leben für Richard Löwenherz" inszenierte, dreht so souverän wie nur möglich, eben weil nicht nur auf Actionmomente gesetzt wird, sondern auch dazwischen rasant vorgegangen wird. Da man auf Tempo setzt, braucht man in diesen Phasen nicht wirklich mit einem nennenswerten Thriller-Anteil rechnen, dafür läuft das was unser Protagonist plant zu aalglatt. Und wer einen möglichen Krimianteil aufgrund der Undercovertätigkeit des Helden vermutet, liegt ebenso falsch, die Geschichte bleibt flach und einfach gestrickt, da wird nicht kombiniert und ermittelt. Was für den Fall zu wissen ist, ist von Anfang an klar, die Ausgangssituation einem Freund inoffiziell zu helfen und die riskante Situation lediglich in seinem Wissen anzugehen, macht ohnehin keinen Sinn, somit bleibt "Der City Hai" auch in Actionpausen stets ein Actionfilm, ohne anderweitig dominierende Einflüsse. Frei von Humor und Ironie wird dieser Dummfug so umgesetzt, wie es nur in den guten alten 80er Jahren, der goldenen Zeit des Actionkinos, möglich war. Selbst wenn Arnie in einem Ripp-Unterhemd gekleidet mit seiner Gelfrisur noch einmal Richtung Spiegel zurückblickt, bevor er das Zimmer verlässt, hat man das Gefühl, dass den Verantwortlichen des Streifens der Anflug an Humor in dieser Szene nicht bewusst war. Hoffentlich irre ich mich da.  OFDb

21.02.2016

TERMINATOR 5 - GENISYS (2015)

Das Franchise um die „Terminator“-Reihe hatte es nicht leicht. Ewig gebunden an den Figuren des ersten und zweiten Teiles, zwei Fortsetzungen von Camerons Kino-Hits die finanziell nicht die Erwartungen der Produzenten erreichten, so dass sogar der als Drei-Teiler konzipierte vierte Teil (zu Recht) ein Einteiler blieb, und Fernsehserien die ebenfalls unter den gehofften Erwartungen blieben - die „Terminator“-Reihe brachte genug Geld ein um es immer wieder zu versuchen, aber ewig am selben Szenario gebunden hatte man nicht viele Freiheiten um das bislang bekannte Geschehen auszuweiten.

Das hat sich selbstverständlich auch bei „Terminator 5 - Genisys“ nicht verändert, der nun versucht die vorhandenen Möglichkeiten in sofern zu nutzen, als dass er das uns bislang bekannte Szenario umwirft, um eine alternative Vergangenheit und damit eine alternative Zukunft zu erschaffen. Reese landet wie geplant im Jahr 1984, kurz nachdem Skynet in der Zukunft vermeintlich besiegt wurde. Doch wer Fremdes hat der jungen Sarah Connor bereits in den 70er Jahren einen Terminator 800 geschickt, der sie beschützt und ausgebildet hat, so dass nach einem Kampf mit einem T-1000 im Jahre 1984 das Szenario im Jahr 2017 fortgesetzt wird, wo Skynet sich eine Wiedergeburt (bzw. Erstgeburt) als Betriebssystem Genisys erhofft, welches mit allen Maschinen der Welt vernetzt sein wird. Neue Ausgangslage, gleiche Personen, gleicher Auftrag: Skynet aufhalten, damit die Maschinen gar nicht erst die Menschen beherrschen können.

„Terminator 5“ besitzt zwei Mankos unter denen er eigentlich nicht funktionieren könnte. Das erste sind die schlecht gecasteten Darsteller. John Connor stört mit überzogenem Make Up und geht gerade noch als akzeptabel in Ordnung, ist jedoch ein Vielschwätzer in einer von Drehbuchautoren nicht sinnvoll durchdachten Maschinenwelt, der sich wie ein König feiern lässt, in der Hauptstory aber dann doch zu einer interessanten Figur wird, in welcher ich aber einfach nicht den kleinen Jungen und den erwachsenen Rebellen erkennen kann, wie er einst gedacht war. Reese ist noch unangenehmer besetzt. Zwar meistert Jai Courtney manche Szene souverän, meist schreitet er jedoch viel zu blass durchs Szenario ohne wahre Ausstrahlung zu besitzen.

Am ärgerlichsten ist jedoch Sarah Connor mit dem „Game of Thrones“-Nackedei Emilia Clarke besetzt, die weder wie eine Kampfamazone wirkt, noch in irgendeiner Szene gekonnt zu schauspielern weiß. Die einfachsten Momente bekommt sie nicht glaubwürdig gemeistert, ihr schmächtiger Körper mit ein paar ollen antrainierten Muskeln ist nicht glaubwürdig, ihre deutsche Synchronstimme unterstützt diese Unglaubwürdigkeit mit einem zarten, niedlichen Stimmchen, und das Gesicht ist sanft und zart, anstatt vom Leben gezeichnet, womit die Besetzung ähnliche Schwächen aufweist wie die Hauptrolle in „Mad Max 4 - Fury Road“, die jedoch durch gekonntes Spiel einiges zu retten vermochte. Clarke kann nicht gegen ihre Glaubwürdigkeit lenken. Sie kann nicht mehr als süß auszusehen, und die Rolle der Sarah Connor ist die falsche für solche Vorteile.

Neben dem mehr als ärgerlichen Cast ist die Logik des Streifens ein Nachteil. Bereits die Erfolgsfilme unter James Cameron hatten ihre Lücken diesbezüglich im Bereich des Themas Zeitreisen, aber zumindest versuchte man trotzdem, meiner Meinung nach erfolgreich, eine innereigene Logik mit innereigenen Gesetzmäßigkeiten zu erschaffen, so dass die Denkfehler nicht dominant auffielen. „Terminator 5“ versucht gar nicht mehr irgend etwas auszubügeln und badet mitten in Zeitreise-und anderweitigen Denkfehlern, ohne auch nur kurzfristig den Eindruck zu machen sich dessen bewusst zu sein.

Zwar versucht man sich herauszureden, dass aufgrund der verschiedenen Zeitlinien die Helden des Filmes nur noch eine Art Gestrandete der Zeit sind, die mit ihrem Verhalten keinen Einfluss mehr aufs Zeitgeschehen der nicht mehr vorhandenen Zeitlinien haben, so dass Reese und Connor sich scheinbar auch nicht mehr paaren müssen um einen John zu zeugen, allerdings wird selbst diese Ausrede nicht durchdacht, fragt man sich doch unweigerlich warum ein egoistischer, da emotionsloser, Skynet in solch losgelösten Zeitebenen dann so bemüht ist sein alternatives Ich im Jahr 2017 stark zu machen, anstatt sein tatsächliches Ich wieder stark zu machen in der weiter entfernten Zukunft, in welcher er doch nicht wie erwartet vernichtet wurde. In dieser scheint er schließlich weiter leben zu können, da seine Zeitlinie mit dem Auftauchen der alternativen Zeitlinien scheinbar nicht vernichtet wird. Was hat er davon einem alternativen Skynet zu helfen, welches er selbst nicht ist und mit dem er nie in Berührung kommen wird?

Natürlich ist dies nur eines von vielen Beispielen, in der Story wimmelt es nur so von Widersprüchen. Da darf man nicht einmal kurzfristig nach links und rechts gucken, da man ansonsten sofort wieder neue Denkfehler entdeckt. Aber das ist das unglaublich faszinierende an Alan Tylors Regiearbeit. Wenn man sich einzig auf das beschränkt was der Film uns erzählen möchte, ohne eigene Gedanken mit einfließen zu lassen, dann funktioniert „Terminator 5 - Genisys“ trotz dieser zwei dominanten Makel überraschend gut, so gut sogar, dass er zum kurzweiligen Zwischendurchverzehr wie „Terminator 3“ wird, und damit zu mehr als zu einem fehlgeschlagenem, enttäuschenden Versuch, wie es „Terminator 4“ war.

Dem fehlte mit der Abwesenheit Arnold Schwarzeneggers ein wichtiger Grundpfeiler zum Funktionieren des Filmes, und die schwache Besetzung des fünften Teiles macht deutlich, wie viel ein charismatischer Schwarzenegger trotz Einschränkungen im Schauspieltalent auffangen kann wenn man ihn nur lässt. Schwarzenegger stemmt die Szenen die er spielt, und man erkennt dass er sogar Freude hatte zurück in jene Rolle zu kehren, die ihn einst endgültig zum Superstar machte. Er inmitten eines vor Überraschungen nur so wimmelnden Drehbuchs, innerhalb einer Inszenierung die Langeweile perfekt zu umschiffen weiß, indem die Geschichte einerseits nie auf der Stelle tritt, andererseits aber auch die lähmenden Nonstop-Actionorgien heutiger Blockbuster wie „Man of Steel“ unterlässt, dies zusammen ergibt einen sehenswerten Film, dem man seine dominanten Schwächen verzeihen kann.

„Terminator 5“ ist zwar modernes Actionkino und spätestens aufgrund seines nicht durchdachten Drehbuchs ein typisches Kind seiner Zeit. Aber er weiß auch das Flair der vergangenen „Terminator“-Filme zu versprühen, allein schon weil die Charaktere keine blassen seelenlosen Abziehbilder sind wie im Vorgänger, was ihn zu einem liebenswerten Zeiten-Cocktail macht und zu einem waschechten Bestandteil der Reihe.

„Terminator 5 - Genisys“ ist keiner dieser vielen Fehlversuche an alte Erfolge anzuknüpfen, er fühlt sich wie eine wirkliche Weiterführung der bekannten Geschichte an und hat mit seinem Schluss-Szenario nun die Chance neue Weichen für die Reihe zu stellen, welche die drei übrig gebliebenen Protagonisten, die noch wichtig für eine Fortsetzung wären, über kurz oder lang austauschbar macht, damit das Franchise nicht mehr zwingend an sie gebunden ist und „Terminator“ endlich losgelöst von ihnen weiter erzählt werden kann, womit freie Bahn für sprudelnde, einfallsreiche Ideen bestünde. Wollen wir mal das beste für kommende Beiträge hoffen.  OFDb

30.09.2015

MAGGIE (2015)

Wenn man bedenkt wie oft im Bereich des Zombiefilms mit „Return of the Living Dead 3“, „Zombie Honeymoon“, „Mutants“ und Co schon Menschen liebgewonnenen Menschen durch eine Zombieverwandlung durchhelfen mussten, klingt es schwierig die sonst eher auf Thriller oder Komik konzentrierte Geschichte bei solch bekanntem Stoff auf Drama-Basis zu erzählen, ohne dass es dem Zuschauer langweilig wird. Ein Stoff wie „Maggie“ muss gut überlegt und sensibel angegangen werden, und scheinbar hatte man mit Regisseur Henry Hobson den richtigen Mann für dieses Projekt am Start, so empathisch und ungekitscht dramatisch sich der fertige Streifen schaut.

„Maggie“ ist sein Regie-Debut. Und wenn man bedenkt wie treffsicher der Film ausgefallen ist, darf man sich zu Recht auf zukünftige Projekte freuen, zumal es sicher nicht einfach war den schauspielerisch eher schwachen Schwarzenegger in eine solche Story glaubwürdig zu integrieren. Stilsicher wurden Schnitte immer dann gesetzt, wenn Arnie Übergänge von Gefühlsregungen zeigt, die nicht alltäglich nachvollziehbar sind. Man kannte Schwarzeneggers Grenzen und setzte ihn innerhalb dieser ein. Man kannte aber auch seine Stärken, wusste dass er rein vom Aussehen eine besondere Wirkung vor der Kamera besitzt, meiner Meinung nach seit dem Comeback mit dem gealterten Gesicht mehr denn je. Und so wird der Mut aller Beteiligten, Schwarzenegger aufgrund der Rollenwahl und als Mit-Produzent eingeschlossen, belohnt. Man kauft Arnie den trauernden Papa ab, in jeder noch so schwierigen Phase. Das war wahrscheinlich die Frage die sich jeder als erstes gestellt hat, als man erstmals von dem Film erfuhr.

Der schön fotografierte, aber in einem eher mittelmäßig wirkenden Farbfilter gehaltene Film lässt sich inhaltlich nicht von möglichen Fan-Wünschen beeinflussen. Zombies gibt es kaum zu sehen, Zombie-Action wird durch Alpträume lediglich angedeutet, hier steht ganz klar das Drama im Zentrum. Und trotz der moralisch konservativen Andeutungen, wie sie typisch für Republikaner sind, trifft man die richtigen Töne, weiß man die einzelnen Szenen nachempfindbar für den Zuschauer umzusetzen, was mitunter dank dem an Mark Ishams Stil erinnernden Soundtrack zu funktionieren weiß, der jede Phase des Streifens emotional bestens trifft, und dabei so unauffällig bleibt wie die Komplettinszenierung Hobsons, die nie in irgend einer Form aufdringlich wirkt.

Die Geschichte und ihr Gefühlspotential stehen im Zentrum, alles andere hat sich dem unterzuordnen. Es gibt keine Kompromisse um das Geschehen für möglichst viele unterschiedliche Kinozuschauer interessant zu gestalten. Entweder man mag ein Drama oder eben nicht. Dass dieses vor einem Horrorszenario stattfindet scheint egal, wird dem rein Horror konsumierenden Filmfreund doch eigentlich kaum etwas geboten, was er aus seinem Lieblings-Genre kennt. Dass die Zombieepidemie in Wirklichkeit für AIDS und ähnliches steht ist unverkennbar. Die Tochter war unvorsichtig, bittet den Vater um Verzeihung, und jetzt muss sie durch eine Krankheit durch, vor welcher der Vater sie beschützen wollte. Das passt ebenso ins konservative, eben von mir geäußerte, Gesamtbild, wie die Tatsache dass die Rolle Schwarzeneggers deswegen erneut verheiratet ist, weil die erste Frau gestorben ist. Eine Scheidung war moralisch für einen Republikaner wohl nicht drin.

Aber dieses konservative Weltbild bleibt stehts im Hintergrund, wird nie zu dominant als dass es die Nachvollziehbarkeit und die emotionalen Momente durch einen erhobenen Zeigefinger zerstören könnte. „Maggie“ ist Gefühlskino pur, angesiedelt in einer kaum bis gar nicht im Zombiebereich thematisierten Zeit, was dem Film neben seinem Drama-Aspekt einen hochinteressanten Zusatzreiz beschert. Schön dass diese Zeit kurz vor der Normalisierung durchdacht angegangen wurde, glaubwürdig mit allerhand darauf aufbauenden Ideen ergänzt wurde, und es nie zum Thema wird, ob es nach dieser Zeit eine Normalität oder einen Rückfall in die Zombieepidemie geben wird.

Gegen alle Erwartungen entpuppte sich „Maggie“ als wahre Empfehlung für Freunde außergewöhnlicher Filme und damit als bisheriger Höhepunkt von Schwarzeneggers Comeback, ein Comeback das bislang keinen Film hervorgebracht hat der nicht auf irgendeine Art unterhaltsam ausgefallen wäre.  OFDb

25.05.2015

SABOTAGE (2014)

Nachdem Schwarzenegger mit seinem Comeback-Film „The Last Stand“ zu überraschen wusste (und meiner Meinung mit diesem Film wesentlich bessere Arbeit ablieferte als mit allem was in den 90er Jahren nach „Terminator 2“ kam), war ich enttäuscht auf diversen Filmseiten zu lesen wie schwach im Vergleich „Sabotage“ ausgefallen sei. So ganz gab ich die Hoffnung jedoch nicht auf, wurde doch auch auf Stallones „Shoot Out“ ordentlich eingetreten, und der war eine kurzweilige Verbeugung vor dem 80er Jahre Actionfilm.

„Sabotage“ atmet zwar verwandte Luft zu den „Expendables“-Filmen von und mit Stallone ein, er ist jedoch näher am 80er-Feeling der beiden Action-Urgesteine dran als das beliebte Franchise, das mit seiner dritten Runde zu familienfreundlich geworden sein soll. David Ayers Werk mag man ja vieles vorwerfen können, ganz besonders manche Unglaubwürdigkeit in der dünnen Geschichte, aber zahm ist der Streifen keineswegs ausgefallen. Hier wird gnadenlos gemordet, geblutet, ausgeweidet, Körperteile zusammengesucht, hier geht knallhart die Post ab in einer gerechtfertigten 18er Altersfreigabe der FSK. Das macht zwar noch keinen guten Film aus, verleiht dem Streifen aber zumindest schon mal einen harten Look mit der Message: die politisch korrekten 90er Jahre-Actionfilme sind Vergangenheit. Arnie geht zurück zu seinen Wurzeln.

Und wenn das so konsequent und kurzweilig angegangen wird wie hier, dann verzeiht man auch die Idiotien des Drehbuchs, die eigentlich sowieso zu solch einem Film dazu gehören. Unfreiwillige Komik, absichtlicher Trash und gelungene Actionmomente waren auch der typische Mix eines „Phantom Kommando“, „Running Man“ und „City Hai“. Sicherlich hat Schwarzenegger auch in niveauvolleren Werken wie „Der Terminator“, „Predator“ und „Die totale Erinnerung“ mitgespielt, aber für ein Comeback reicht mir durchaus jener Arnie aus den Nonsens-Actionfilmen, die ohnehin niemand mit klarem Verstand ernst nehmen kann. Frei von Moral sollen sie lediglich mit Karacho unterhalten. Goethe kann zu Hause bleiben.

Dass sich knallharte Männer wie kleine Jungs verhalten, gehört dabei einfach dazu. Und wo dieses infantile Verhalten einiges am positiven Ergebnis von Werken wie „Aliens - Die Rückkehr“ kaputt macht, Werke die ernst genommen werden wollen, da weiß dieses Macho-Getue vor löchrigem Hintergrund einen sich nicht selbst für voll nehmenden Actionfilm durchaus zu fördern. Sicherlich ist in „Sabotage“ das ein oder andere vorhersehbar, und so ganz wird man nicht schlau aus der DEA-Einheit, die wie ein Bubenclub im Baumhaus wirkt und selbst nach derbsten Anschuldigungen nicht auf mehrere Teams aufgeteilt wird, aber diese Idiotien und auch das unreflektierte Reiten auf den Klischees vereinfacht eine solche Chose und gibt ihr die Möglichkeit rasant durchzustarten.

Dass ein solch plumpes Rezept mit Karacho-Doping trotzdem nicht automatisch funktionieren muss, bewies Stallones Regie-Arbeit des ersten recht drögen „The Expendables“. Ayer hingegen beweist in seiner Umsetzung, dass er ein Gefühl für Spannungsmomente ebenso beherrscht wie für die Action. „Sabotage“ ist Adrenalin pur, zumindest bis zum letzten Drittel. Die actionreiche Vorphase zur Finalsequenz kommt zahmer daher als die Actionmomente die man zuvor sichten durfte, und das Finale selbst setzt noch einen Gang zurück und bleibt zu Recht ein Diskussionsstoff darüber, ob die Szene tatsächlich so umfangreich hätte inszeniert werden müssen oder nicht. Mit der Bestechung der mexikanischen Polizei hätte der Streifen meiner Meinung nach ausblenden können. Das wäre der bessere Schluss gewesen.

Es gibt also so einige Fehlentscheidungen bei den Verantwortlichen für die Geschichte, ganz besonders was die Auflösung betrifft, und manches Auge das man zudrücken muss um Spaß an diesem Film für große Kinder zu haben. Aber immerhin kann man den haben. Und das ist das schöne daran. „Sabotage“ ist kein Film für jederman, sondern nur für Freunde des hemmungslos naiven aber ultrabrutalen 80er Jahre Action-Kinos. Schwarzenegger ist alt geworden, und ein Film von 2014 kann nur Hommage sein und nicht die 80er tatsächlich zurück holen. Aber der Unterhaltungswert ist ähnlich intensiv wie bei den vergleichbaren Schwarzenegger-Streifen ähnlicher Bauart aus besagtem Jahrzehnt.  OFDb

22.03.2014

ESCAPE PLAN (2013)

Auch wenn die meisten Ergebnisse der Filme von Stallone und Schwarzenegger passabel sind, oftmals sogar richtig gelungene Filme waren, so haben die beiden Schauspieler innerhalb ihrer Karriere doch schon immer Böcke geschossen, sprich in Werken mitgewirkt, die vor unfreiwilliger Komik nur so sprudeln, und die man beim besten Willen nicht ernst nehmen konnte. Sie gingen weit über das hinaus, was ohnehin schon an den besseren Filmen der beiden belustigte. Bei Schwarzenegger wären diesbezüglich „Running Man“ und „Phantom Kommando“ hervorzuheben, Stallones größte Trash-Trümpfe waren „Rocky 4“ und „Driven“.

Klar freue ich mich auch über solche Ausrutscher, bieten sie doch einen hohen Grad an anspruchsloser Unterhaltung, aber wenn man die Action-Ikonen endlich einmal gemeinsam in einem Film erleben darf, weit über das Maß eines „Expendables 2“-Blenders hinaus, dann enttäuscht es schon etwas, dass diese erste wirkliche Zusammenkunft so unterirdisch ausgefallen ist.
 
Allein die Grundidee des Streifens ist schon völliger Blödsinn, wenn mächtige Menschen Söldner engagieren, um ihre Feinde für immer weg zu sperren anstatt sie sofort umlegen zu lassen. Aber dies ist nur die Grundlage für allerhand anderen Nonsens wie viel zu schnell rostendes Metall, ein Profi-Brain, dem man nur mit dem Argument „Ach komm!“ kommen muss, damit er innerhalb von 3 Sekunden seine zuvor geäußerte Meinung ändert, Zellen eines High Tech-Sicherheitsgefängnisses, in denen man die Häftlinge nicht einmal belauschen kann und einem für Söldner arbeitenden Arzt, der trotz dieser Berufswahl auf das Argument des Hippokratischen Eides eingeht, auch wenn er in einem Buch erst einmal nachschlagen muss was er da einst geschworen hat.

Es hagelt Irrsinn hoch zehn, und wie so oft hält man auch den Zuschauer für zu dämlich. Beispielsweise traut man ihm nicht zu, dass er eine wichtige Figur, die zu Anfang des Streifens auftaucht, nicht ohne Rückblick wieder erkennt, wenn diese am Ende des Filmes noch einmal erscheint. Und wer noch immer nicht von der Plumpheit dieses Streifens überzeugt ist: die One-Liner, die am Genre Action so wichtig sind, erhalten einen neuen kreativen Tiefpunkt wenn Schwarzenegger am Ende sagen darf: „Auf Wiedersehen, Arschloch!“

Positives gibt es auch zu verkünden. Der Gegner ist nicht nur gut gewählt, er bekam auch eine wunderbar passende Synchronstimme beschert, die sein Fiesling-Dasein noch einmal um einen weiteren Aspekt unterstreicht. Trotzdem ist es gut, dass es der gelungenen Dinge nicht zu viel gibt, denn „Escape Plan“ macht als Vollschrott viel Spaß, wenn auch nicht auf dem Niveau der zu Beginn der Review aufgezählten Filme.  OFDb
 
Nachtrag:
Streng, strenger, am strengsten - so betrachte ich mittlerweile meine Besprechung von einst, hat mir "Escape Plan" bei nochmaliger Sichtung doch als nette kleine Anspruchslos-Unterhaltung für zwischendurch gut gefallen. Nun habe ich beim zweiten Sichten auch keinen großen Action-Beitrag mehr vermutet, wie man ursprünglich meinen sollte, wenn die zwei größten 80er Jahre-Ikonen dieses Genres endlich zueinander finden. Aber selbst aus diesem früheren Blickwinkel betrachtet, verstehe ich nicht, dass der Streifen einst für mich nur der Lächerlichkeit wegen (halbwegs) funktioniert hat. Klar ist er an allen Ecken und Enden unsinnig ausgefallen, er hält aber auch sympathisch die zu erwartenden Regeln eines solchen Filmes ein, ohne unnötige Experimente zu wagen. Er ist angenehme Routine, nicht mehr und nicht weniger, wird erst gegen Ende tatsächlich zum Actionfilm und ist bis dahin mittels seiner einfachen Gut/Böse-Charakterzeichnung unterhaltsam erzählt. Mit einer Zusammenkunft verfeindeter Parteien gegen Ende überraschend, durchbricht er dieses einfache Schema sogar leicht. "Escape Plan" ist ein No Brainer, gut geeignet um ihn des öfteren als leichte Unterhaltung zu gourmieren.

17.10.2013

THE LAST STAND (2013)

Ich denke mal wir alle waren kritisch, als es hieß Schwarzenegger kehre auf die große Leinwand zurück, nachdem er im realen Leben, mit Blick auf jegliche Abweisung von jeglichem Gnadenerlass, als Gouverneur von Kalifornien beweisen konnte, dass er dort so gnadenlos ist wie seine Kinorollen. Die meisten von uns waren aber auch neugierig. Macht dass Sinn einen so gealterten Arnie wieder auf alte Spuren zu lenken, zumal das Kino der 80er Jahre in den Lichtspielhäusern von heute nicht mehr denkbar ist? Was müsste modernisiert werden, damit das ganze funktionieren kann? Fragen über Fragen!

Ja, ich war kritisch, und mein persönlicher Blick auf Schwarzeneggers 90er Jahre-Werke bestätigten ihn nur als Unikum, das in die 80er Jahre gehört. Nur wenige Werke wie „Terminator 2“ gefielen mir von seinen Arbeiten des letzten Jahrzehnts des vergangenen Jahrhunderts. Aber ich blieb offen, war bereit mich positiv überraschen zu lassen, und es freut mich, so wenig ich Schwarzenegger als Mensch auch leiden kann, dass seine Rückkehr so positiv ausgefallen ist. Seine Auftritte in den beiden „Expendables“-Filmen hatte ich nicht verfolgt, somit war ein Blick auf seine erste Hauptrolle seit „Terminator 3“ auch mein erster Blick auf den gealterten Actionhelden.

Schwarzenegger spielt das was er am besten kann: den kumpelhaften aber konsequenten Idealisten mit dem Händchen fürs Grobe. Das Drehbuch bescherte ihm kleine Nischen die sein gehobenes Alter berücksichtigten, aber die sind fast Nebensache. Der beliebteste Held des 80er Jahre Action-Kinos darf sich ansonsten austoben wie gehabt. Da wird geschossen (und das nicht nur mit „harmlosen“ Waffen), und da wird sich geprügelt, gerne auch mal wie Kollege Stallone in „Rocky 6“ mit wem Jüngeres. Ein Generationenkonflikt wird geradewegs provoziert. Alte Werte gegen neue, klar dass in einer Konsequenz eines Schwarzenegger-Charakters die alten Werte siegen.

So ganz schien man Arnie in der Hauptrolle aber doch nicht zu trauen, und so schenkte man ihm viele kleine Helferlein, die an seiner Seite tätig sind. Interessanter Weise tut dies dem Film keinen Abbruch, auch wenn Schwarzenegger im Verhältnis dadurch weniger tätig ist, als er es eigentlich sein könnte. Einzig Johnny Knoxville mit seiner kindischen Art als Waffennarr fällt negativ auf, ist er doch nur als Zugeständnis an den nicht zu knappen Anteil des Jungpublikums  eingebaut und kaspert herum, während der restliche Film sich auf trockenem Humor stützt, so wie man es von einem Schwarzenegger-Film kennt.

Ein Johnny Knoxville schafft es aber nicht eine an sich gute Struktur durch seine infantile Anwesenheit zu zerstören, er wird lediglich zum bitteren Beigeschmack eines Filmes, der ansonsten die richtigen Töne trifft für ein Werk, das den Kompromiss zwischen altem und neuen Publikum sucht. Das Rezept von „The Last Stand“ ist nun keineswegs ein ausgeklügeltes. Im Gegenteil, es ist recht simpel. Aber genau darin sehe ich sein Erfolgsgeheimnis. Das ist genau das, was den Streifen zu einem guten Beitrag des überfluteten Action-Genres macht: er will nichts revolutionieren. Er konzentriert sich auf einen Arnie im Zentrum, umgeben von jungen Helfern, die den Actionanteil hochschrauben. Und damit es auch immer wen zu erschießen gibt, sind die Handlanger des großen Drogenbarons schon lange vor dem Chef vor Ort.

Die Geschichte ist keine originelle, bei näherer Betrachtung macht sie nicht einmal richtig Sinn, aber der Erzählstil von Regisseur Kim ji-woon hat es in sich. Nie bremst der Film sich aus, immer bleibt es interessant, selbst dann wenn wir den Drogenbaron bei x Szenen dabei beobachten dürfen, wie er einen PS-geilen Schlitten steuert. Die Geschichte setzt an zwei Stellen an. Arnie und Kollegen bekämpfen die Vorhut, während Forest Whittacker erfolglos versucht den entkommenen Drogenbaron zu erwischen. Zu einem Zusammentreffen der beiden Gesetzeshüter kommt es erst nach dem Showdown, welcher durch seine Westernmentalität zu gefallen weiß.

Wenn mich jetzt einer fragt, was es in der Theorie genau ist, was den Film so unterhaltsam macht (und das selbst beim zweiten Sichten): ich kann es nicht sagen. Er funktioniert einfach. Er ist schlichtweg ein unterhaltsamer Männerfilm, in welchem das „auf Nummer sicher"-Konzept ausnahmsweise einmal zu funktionieren weiß. Arnie Is Back, und endlich hat er mal wieder etwas gedreht, das auch mir zugesagt hat. Mach weiter so, und die mauen 90er Jahre ab „Last Action Hero“ bis hin zum katastrophalen „Collateral Damage“ sind vergessen. Selbst bei besseren Werken dieser Phase (wie z.B. bei „The 6th Day“) musste man immer ein Auge zudrücken. „The Last Stand“ hingegen ist ein kompromissloser Spaß und das ideale Beispiel dafür, was ich unter einem „Kopf aus und Spaß haben"-Film verstehe, ohne dass einen die Blödheit pausenlos von allen Seiten anstrahlt.  OFDb

LAST ACTION HERO (1993)

Wenn sich der Drehbuch-Autor von „Lethal Weapon“ mit dem Regisseur von „Stirb langsam“ zusammen tut, um mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle eine Parodie auf das 80er Jahre Action-Kino zu drehen, dann sollte man meinen, dass die richtigen Leute an einem solchen Projekt beteiligt sind. Wer sollte sich bitte besser auskennen als jene Menschen, die das Action-Genre durch ihre Innovationen mitgeprägt haben? Doch was sich in der Theorie so ideal liest, wird in der Praxis gerne mal von der Realität eingeholt. „Last Action Hero“ floppte an den Kinokassen, und dies nicht weil er seiner Zeit voraus war oder zu anspruchsvoll für das Blockbuster-Publikum war, nein, aus dem gerechtesten Grund den es überhaupt gibt um finanziell zu scheitern: er ist eine Enttäuschung.

Als Ausgangspunkt eine magische Eintrittskarte zu nehmen, ist schon nicht die beste Entscheidung, passt aber zum Grundton des Films, der das Action-Genre auf das Niveau eines Kinderfilmes stellt und das erwachsene Publikum ausblendet. Das ist ein Unterschied zu der alternativ möglichen Herangehensweise den Actionfilm aus den Augen eines Kindes erleben zu lassen, ein Unterschied der für den fertigen Film leider nicht zählt. Aber selbst auf dieser Grundlage aufgebaut hätte ein ordentliches Ergebnis erzielt werden können. Denn auch die einzelnen Zutaten klingen in der Theorie sehr reizvoll. Ein Junge gerät in einen Film, später gerät der Actionheld in die Realität und muss der Tatsache ins Auge sehen, dass er lediglich eine erfundene Figur ist, Schwarzenegger darf sich selbst als arrogantes Hollywood-Arschloch spielen wenn er bei einer Premiere auf Slater trifft, Gastauftritte und Anspielungen auf andere Filme gibt es zuhauf, die Bösewichter sind gut gecastet, das Genre wird nicht nur in seinen Schwachpunkten parodiert und die Action kommt trotz Schwerpunkt Komödie auch nicht zu kurz.

Wenn aber nun ein kleiner Junge stets mit schriller Stimme Sachen ruft wie „Au man, ich bin im Film“ wenn etwas atemberaubendes passiert, oder „Ich kann doch nicht mal Auto fahren“ wenn der Bengel einen Kran steuern soll, dann sind wir genau im Kernbereich warum der fertige Film nicht funktioniert. Klar, der Knabe nervt, aber da sind schon ganz andere Produktionen mit fertig geworden. Nein, den Verantwortlichen fehlte es an einer zurückhaltenden, subtilen Grundform, die das Action-Genre mit Respekt hätte parodieren können. Stattdessen stampft man wie ein Elefant durch den Porzellanladen und zeigt mit dem Finger auf die meisten Parodiemomente, damit der Zuschauer sie auch ja nicht übersieht. Immer wieder wird man auf die stolzen Momente hingetreten, so als bekäme man sein Gesicht in eine Toilettenschüssel gesteckt, um bloß nicht den wunderbaren Haufen zu übersehen. Das ist penetrant. Das nervt. Und so geht es bei „Last Action Hero“ am Stück zu.

Ideen für den kleinen Schmunzler, wie der Einfall ein Cartoon-Tier im Präsidium als Polizist arbeiten zu lassen, werden durch unnötige Wiederholungen verwässert. Kurzum: der Film ist bestens geeignet für Menschen fürs Grobe. Wer gerne an die Hand genommen wird, selbst gerne in jenen Momenten „WOOOOW“ ruft, in welchen es auch der kleine Danny tut, und wer quantitative Sehwerte wichtiger findet als psychologisches Feingefühl, der ist in „Last Action Hero“ bestens aufgehoben, ein Film auf den Schwarzenegger zur Erscheinungszeit laut Interviews sehr stolz war.

Schade ist das magere, aber durchaus noch guckbare Ergebnis mit Blick auf seine wirklich genialen Ideen. Trockene Sprüche hagelt es reihenweise, inklusive meinem liebsten bezüglich Falschgeld und dieses für die Alimente an die Ex-Frau verwenden zu wollen. Stallone darf für ein „Terminator 2“-Plakat herhalten und von Slater als toller Actionheld bewundert werden, wenn Danny Slater beweisen will, dass er nur Fiktion ist. Und auch Slater durch die Gefühlshölle schreiten zu lassen, wenn er erfahren muss, dass er nicht real ist, wäre theoretisch auch eine gute Idee, die aber nur im Schnellverfahren abgefertigt wird, anstatt sich diesem seelischen Elend tatsächlich einmal feinfühlig zu nähern. Dass man dafür nicht zur Tragikomödie werden muss oder zu viel Laufzeit in Anspruch nehmen muss, zeigt der passende Vergleich von Danny DeVitos Rolle in „Zwillinge“, in welcher er erfahren muss, dass er nur genetischer Abfall ist.

Kurzum: mit weeeeeit heruntergeschraubten Ansprüchen kann man sich „Last Action Hero“ mal geben. Aber es wird keine kurzweilige Unterhaltung ohne zwischendurch enttäuscht den Kopf zu schütteln und man verpasst auch nichts, wenn man sich den Streifen überhaupt nicht zu Gemüte führt. Am interessantesten ist „Last Action Hero“ dann, wenn man ihn rein theoretisch guckt, um nachzuschauen an welchen Stellen welche Fehler begangen wurden. Wahrscheinlich hätte es aber auch einfach gereicht dem legendären Action-Trio vor Drehbeginn das Wort subtil zu erklären. Das hätte einiges retten können.  OFDb

07.09.2013

THE 6TH DAY (2000)

Auch wenn seine Komödie „Versprochen ist versprochen“ ein kleiner Kino-Hit war, die 90er Jahre nach dem Erfolg „True Lies“ liefen für Schwarzenegger im Verhältnis nicht gerade wie gewünscht. „Eraser“ blieb an den Kinokassen hinter den Erwartungen zurück, „Batman und Robin“ war ein Desaster, und der Versuch mit „End Of Days“ sich mal im Horror-Genre auszuprobieren stieß nicht auf sonderlich viel Gegenliebe. Zeit sich im neuen Jahrtausend angekommen auf den Ursprung der Karriere zu besinnen, den Genre-Mix aus Action und Science Fiction, der mit „Terminator“, „Terminator 2“, „Die totale Erinnerung“, „Running Man“ und „Predator“ mehrfach erfolgreich beim zahlenden Publikum punktete. Und da der doppelte Arnie in den Augen der Produzenten gleich doppelt erfolgreich sein müsste, lag die Idee einer Klon-Thematik nahe, zumal es in der Realität noch nicht all zu lange her war, dass man es schaffte ein Schaf zu klonen.

Arnie gegen Arnie, so wie es uns die Werbung weiß machen wollte, ist „The 6th Day“ leider nicht geworden. Die beiden Haudegen bekämpfen sich nur recht kurz, und dies sehr spät. Und da wird schneller Frieden geschlossen um gemeinsam gegen den Feind zu kämpfen, als einem lieb ist. Dies nicht wirklich weil man den Muskelmann gegen sich selbst kämpfen sehen will, sondern weil das Drehbuch hier, wie auch an anderen Stellen, unnötig auf das Gaspedal drückt, bestimmte Storyentwicklungen so schnell wie möglich durchboxen will und dabei die Psychologie, die Glaubwürdigkeit und die Wahrnehmung des Zuschauers missachtet. Warum der Arnie-Klon und das Original so schnell Freundschaft schließen, bleibt ein Rätsel. Zumal sich der unwissende zu Hause wohnende Part erstaunlich schnell einer Realität fügt, die der gegen alle Widerstände kämpfende Part in einem längeren Prozess zu akzeptieren lernen musste. „The 6th Day“ soll ein Actionfilm sein, aber im Gegensatz zu den meisten Science Fiction-Erfolgen Schwarzeneggers will man dies so extrem, dass einem alles andere egal ist.

Dass die philosophischen, gesellschaftskritischen und ethischen Themen nur gestreift werden, enttäuscht einem bei einem Popkorn-Film sicherlich nicht. Und dass Schwarzenegger als Ehemann und Vater grundsätzlich nicht zu überzeugen weiß, waren weder in „Phantom Kommando“, noch in „True Lies“ oder im hier besprochenen Film gravierende Schwachpunkte. Aber die Actionszenen zu zelebrieren, ohne der Geschichte die nötige Zeit zur Entfaltung zu schenken, dass ist es, was den an sich sympathischen Streifen zu nichts weiter als einem Film zum Schnellverzehr macht, einer der schneller wieder vergessen ist als die Schwarzenegger-Werke, die noch heute als Evergreens glänzen.

Da man im Jahr 2000 nach der Liste der eben aufgezählten Enttäuschungen aber ohnehin nichts mehr von einem Schwarzenegger-Film erwartet hat, hält „The 6th Day“ auch ein was man sich von einem kleinen Zeitvertreib auf dem Bildschirm für zwischendurch verspricht. Arnie vermöbelt ordentlich die Bösen, teilweise mit humoristischen Elementen, kehren die Schurken dank der Klontechnik doch nach jeder Selbstjustiz Arnies zurück. Zur Komödie verkommt der Film jedoch nie, das war Regisseur Roger Spottiswoode scheinbar wichtig, jener Mann der bei den wenigen von mir gesichteten seiner Arbeiten nie mehr als Durchschnitt ablieferte. Da war der recht flache aber amüsante „Stop! Oder meine Mami schießt“ mit Schwarzeneggers Ex-Rivalen Sylvester Stallone, da gab es Spottiswoodes Debüt mit dem Slasher-Horror „Monster im Nachtexpress“, der nicht an die Konkurrenzprodukte seiner Zeit herankam, und da war „Scott und Huutsch“, der mir nie so gut gefallen hat wie der charmante „Mein Partner mit der kalten Schnauze“.

Spottiswoode arbeitet also im Rahmen seiner Möglichkeiten, mit einem Schwarzenegger, dessen große Zeit deutlich vorbei war. Und für solch ein spätes Werk, dem vor dem Beginn der Politkarriere nur noch „Collateral Damage“ und „Terminator 3“ als Verzweiflungsversuche zurück zum großen Kinoerfolg folgen sollten, ist „The 6th Day“ durchaus geglückt. Zwar wissen die computeranimierten Szenen mit den ferngesteuerten Hubschraubern bereits nicht mehr zu wirken, aber der Rest der Actionszenen stimmt, der Oberbösewicht ist gut gecastet und Robert Duvall mit an Bord zu haben ist ohnehin nie eine Fehlentscheidung.

Dass mancher Story-Twist, der durch seine „Sixth Sense“-geprägte Zeit geradezu typisch war, heute niemanden mehr ernsthaft zu überraschen weiß, zumal der Zuschauer optisch recht früh auf eine finale Wendung hingewiesen wird, schadet dem Film ein klein wenig im Vergleich zu damals, als manche Überraschung noch einen tollen Aha-Effekt verursachte. Somit guckt sich „The 6th Day“ heutzutage noch mehr als Light-Version eines Schwarzenegger-Hits als damals schon. Aber auch in dieser Doppel-Light-Version bereitet der hier besprochene Streifen noch genügend geistfreie Freude um nett unterhalten zu werden. Wer in dem Werk gar Tiefe vermutet, der dürfte Filme mit Pioniersarbeit zu dieser Thematik („Blade Runner“, „Ghost In The Shell, ...) nicht kennen. Das Thema Cyborg wurde lediglich gegen das Thema Klone eingetauscht. Ironischer Weise ist „The 6th Day“ damit ein Klon zur ethischen Thematik des Cyborg-Genres.  OFDb

TERMINATOR 3 - REBELLION DER MASCHINEN (2003)

Eins muss man „Terminator 3“ lassen: er weiß von der Größe seiner beiden Vorgänger und dass er deren Klasse nicht erreichen konnte, und scheinbar war den Verantwortlichen außerdem klar, dass es nach „Terminator 2" eigentlich nichts weiter zu erzählen gab. Also versuchte man auch gar nicht erst an das Niveau der Vorgänger heranzukommen und backte kleinere Brötchen. Das trifft freilich nicht auf die bombastischen Actionszenen zu, die vielen Filmen gleichen Genres locker den Rang ablaufen, und auch die Spezialeffekte sind nicht von schlechten Eltern. Aber die Geschichte und ihr Verlauf plätschern überraschungsfrei und meist vorhersehbar daher, zumal es in der ersten Hälfte des Films ohnehin so gut wie keine Geschichte zu erzählen gibt.

Die nötigsten Infos werden dem Zuschauer inmitten allerhand bombastischer Actionszenen in wenigen Sätzen zugespielt, die einzelnen Erzählstränge in nur wenigen Minuten auf billigste Drehbuch-Art zusammengeknotet, und von da an geht es brav geradeaus Richtung jener Art Finale, wie es der Fan der Reihe sicherlich längst einmal sehen wollte. Die Vorbereitungen hierfür in der zweiten Filmhälfte gucken sich auch gleich wesentlich interessanter als der monotone Action-Marathon der ersten Hälfte, und so führt „Terminator 3“ auf seine schlichte Art zu einem kurzweiligen, geistlosen Ergebnis für zwischendurch.

Regisseur Jonathan Mostow, der sechs Jahre später dem Genre-Mix aus Science Fiction und Action mit „Surrogates“ ein besseres Werk bescheren sollte, setzt zur Auflockerung des vorhersehbaren Geschehens auf eine Prise Humor, und obwohl so mancher Witz zum lachen einlädt, ist es doch genau diese Zutat, die dem Film mehr schadet als das Dauerfeuerwerk an Actionszenen. Weniger wäre mehr gewesen, das betrifft vor allen Dingen die augenzwinkernden Verweise auf die Vorgänger, die in geringer Anzahl noch eine Ehrerbietung hätten sein können, in ihrer Vielzahl dann aber doch eher anbiedernd wirken. Da „Terminator 3“ von einem recht bitteren Kapitel der „Terminator“-Reihe erzählt, wirkt der Humor ohnehin Fehl am Platz. Immerhin bekommt man den Eindruck der gealterte Schwarzenegger wäre mit Freude bei der Sache dabei. Das entschädigt für manchen Fehlschlag.

Wer mit wenig Erwartungen herangeht wird nett unterhalten. Und wer es mag, wenn es auf dem Bildschirm ordentlich kracht, dem wird die mangelnde Psychologie und die auf Logik meist verzichtende Story sicherlich egal sein. Kopf-Kino waren die „Terminator“-Filme ohnehin noch nie, aber eine Spur anspruchsvoller hätte die zweite Fortsetzung trotzdem ruhig ausfallen können. Zumindest ist Mostows Werk kein Reinfall geworden wie der Nachfolger „Terminator 4 - Die Erlösung“, der endlich in der Zukunft während des Krieges spielen sollte und trotz dieser wunderbaren Ausgangslage alles vergeigen sollte.  OFDb

27.08.2013

TERMINATOR 2 - TAG DER ABRECHNUNG (1991)

Als ich „Terminator 2“ vor geschätzten 10 Jahren das letzte Mal sah, war ich sehr enttäuscht von seiner spannungsbefreiten Erzählweise und fand ihn ziemlich schwach. Für eine Neusichtung bin ich mit weniger Erwartungen herangegangen, dem Film als simples Unterhaltungsfilmchen eine Chance bieten wollend, ohne zu verbissen an die Sache heranzugehen, wissentlich dass ich eine Phase des viel zu strengen Filmguckens seit ein paar Jahren hinter mir gelassen habe. Diese Einstellung anzunehmen, um Gefallen an Camerons zweiten Ausflug in die Roboterwelt zu haben, war jedoch gar nicht nötig, entpuppte sich „Terminator 2“ die Tage doch für mich als erstaunlich gelungene Fortsetzung, der zwar der Pioniergeist des Erstlings fehlte, aber dadurch positiv auffiel, dass er Teil 1 nicht kopieren will, sondern komplett anders angelegt ist.

Es ist schon wahr, so spannend wie der eiskalte Teil 1 ist die Fortsetzung nicht mehr ausgefallen, aber sie legt es nicht darauf an in ihrem Herzstück, ein Plädoyer für Humanismus, in seiner radikalsten Veränderung wohl dem Fan des ersten Teils provozierend vor die Nase gesetzt mit einem zum Beschützer umprogrammierten von Arnold Schwarzenegger gespielten Terminator, der nicht nur kaum bösartig ist, sondern die Menschen verstehen lernt, sich von der Killermentalität seiner Programmierung entfernt, bis er gar zu ethischen Handlungsweisen fähig ist. Funktionieren tut das ganze nur deshalb, weil Cameron stets darauf achtet diese Fortschritte aus der Robotersicht einer Tötungsmaschine zu betrachten, so dass für manch schwarzhumorigen Moment inmitten von Action und einem wundervollen Hauch Drama noch Platz im Film ist.

Wer maulen mag, dass ein Kind als Zentrum einer solchen Story nervt, der erkennt nicht wie wichtig gerade dieser Aspekt ist, um Camerons Vorhaben psychologisch halbwegs sinnig anzugehen, denn um einen gewissen Grad Logik, der „Terminator 2“ an manch anderen Stellen fehlt, ist man sichtlich bemüht. Cameron schafft es nicht immer Kitsch zu umgehen, aber er rutscht nie in eine zu unangenehme Extreme ab. Die Geschichte bleibt in einem Gleichgewicht, kombiniert den Actionfilm mit dem Bereich des Jugendfilms ohne all zu seicht zu werden, und ist, gerade in der ersten Hälfte, dank einer dynamischen Erzählung immer auf einem Unterhaltungshoch.

Zwar wird es zu Beginn der zweiten Hälfte etwas ruhiger, aber das ist eigentlich ganz okay so. Im kompletten Film hätte man meiner Meinung nach nur eine Phase kürzen sollen, und das ist der endlose Kampf am Schluss zwischen den beiden Maschinen, war doch das davor Erzählte wesentlich aufregender zu verfolgen. Dort versuchen die Helden der Geschichte die Zukunft zu verändern, und da kitzeln Szenen die Nerven schon mehr als beim Zuschauen zweier Haudegen, die sich gegenseitig verkloppen, wenn sie nicht gerade aufeinander schießen.

Also: Mission geglückt, Cameron hat eine faszinierend andere Geschichte mit "Terminator 2“ abgeliefert, ohne den Vorgänger zu verraten oder mit diesem nicht kompatibel zu sein. Manches Mal übertreibt es Cameron mit seiner Symbolik, und sein verspielter Drang immer zu viel auf (damals sehr sensationelle) Spezialeffekte zu setzen ist auch hier bemerkbar, allerdings schaut sich die Fortsetzung von „Der Terminator“ nie all zu sehr auf Spezialeffekte konzentriert. „Terminator 2“ ist stimmiges Unterhaltungskino mit einer lobenswerten Botschaft, auf die im finalen Satz von Sarah Connors stets geglückten Off-Kommentaren, mit völliger Hingabe zur Übertreibung noch einmal mehr als deutlich hingewiesen wird. Da der Film in kurzen Momenten auch immer etwas selbstironisch ausfällt, ohne zu einer rückgratlosen Nummer zu verkommen, wirken solche Extreme gar positiv anstatt negativ.  OFDb

26.08.2013

BATMAN UND ROBIN (1997)

Joel Schumacher machte sich bereits mit „Batman Forever“ nicht viele Freunde unter den Kinozuschauern, machte er aus Burtons so düster begonnener Reihe doch ein buntes Popkorn-Kino der spaßigen Art. Ein toller Film ist ihm damit nicht gelungen, aber richtig unterirdisch sollte es erst mit dem Nachfolger „Batman und Robin“ werden, der völlig würdelos mit den Kult-Figuren umgeht und uns ein knallbuntes, schrilles und überdrehtes Etwas präsentiert, das die alte „Batman“-TV-Serie wie ein zurückhaltendes Kammerspiel wirken lässt.

Schumacher dreht derart auf, dass man sich für nichts mehr was im Film passiert interessiert. Das merkt man bereits in den ersten 12 Minuten, in welchen Mr. Freeze eingeführt wird, der vor den Titelhelden fliehen muss. Die Kamera macht den Eindruck immer zu spät zur Stelle zu sein, so dass manche Geschehnisse plump von Robin per Off-Kommentar erklärt werden müssen. Der kunterbunte Augenkrebs eines völlig überzogenen Szenarios einer Welt, die durch ihre Extreme schon gar nicht mehr erklärt werden möchte, macht einen geradezu blind für das was tatsächlich im Film passiert, und das ist viel und wenig zugleich.

Schade dass der gute Mann, der sowohl für manchen Kultfilm wie „St. Elmo‘s Fire", „The Lost Boys“ und „Die unglaubliche Geschichte der Mrs. K“ verantwortlich war, wie auch für solch populäre Werke wie „8mm“, „Flatliners“ und „Falling Down“, sein Werk derart in die Tonne kloppt, so sehr, dass sein Film übelst floppte und es für lange Zeit keinen weiteren „Batman“-Film mehr gab. Denn die Besetzung kann sich eigentlich sehen lassen: George Clooney wirkt als Batman und Bruce Wayne nicht halb so schlecht wie gerne behauptet wird, bekommt aber ohnehin keine Chance dem an sich so vielschichtigen Charakter Tiefe zu verleihen. Arnold Schwarzenegger, damals noch immer auf dem Hoch seines Erfolges, hätte ein Gegner mit Schmackes werden können, und Alicia Silverstone darf zumindest süß aussehen.

Einzig das Talent von Uma Thurman darf inmitten dieses Irrsinns ab und an aufblitzen, ist aber auch hoffnungslos verloren in einem visuell überfrachteten Film, der sich um viel zu viele Figuren kümmern muss, als dass er auch nur eine wirklich zur Zufriedenheit des Zuschauers vertiefen könnte. Da dürfen nicht nur Mr. Freeze und Poison Ivy gemeinsam als Gegner tätig werden (was noch okay wäre, da doppelte Gegner im Vorgänger immerhin halbwegs und spätestens in „The Dark Knight“ tatsächlich funktioniert haben), nein auch Batgirl und Bane müssen mit eingebracht werden, Erstgenannte ganz besonders unnötig, da bereits Robin an der Seite von Batman zu viel des Schlechten ist.

Wenn man erst einmal abgehärtet den Film weiter verfolgt und die grellen Abscheulichkeiten halbwegs akzeptieren kann, dann fällt einem auf was an „Batman und Robin“ endgültig stört: die Helden sind heterosexuell, während der komplette Film das schrille Klischee und Vorurteil des Homosexuellen visualisiert. Ob Mr. Freeze dämliche Puschelpantoffel tragen darf, Bösewichter mit neonleuchtender Ketten Ivy attackieren dürfen, oder das Kostüm der beiden Helden Brustwarzen-Nippel aufweist, alles bekommt solch einen schwulen Touch beschert wie ein „Im Himmel ist die Hölle los“, freilich ohne dessen Charme zu erreichen. Selbst das Logo zu Beginn muss sich eines schwulen Vergleiches stellen. Ebenso wie Erni und Bert umwehten auch schon immer die Figuren Batman und Robin Spekulationen um eine mögliche Homosexualität. Schumacher scheint diese zu bestätigen, ohne sie dies auch sexuell ausleben lassen zu dürfen. Nein, innerhalb der Geschichte sind sie Heteros. Fast schon schade, dann würde vielleicht heute die nervige Debatte um einen schwulen Spider-Man nicht mehr geführt werden.

„Batman und Robin“ genießt den Ruf der schlechteste „Batman“-Film zu sein, der bislang gedreht wurde, und ich kann da nicht widersprechen. Im Gegensatz zu dem ebenfalls unbeliebten „Catwoman“ funktioniert Schumachers zweiter Abstecher nach Gotham City nicht einmal als Trash. Das Teil nervt und enttäuscht um so mehr, als dass Batman meiner Meinung nach der interessanteste Superheld am Kino- und Comichimmel ist. Es ist wahrlich eine Schande ihn in ein derart albernes Licht zu rücken, vor dem wahrscheinlich selbst Adam West schockiert zusammenzucken würde. Wäre der Film so düster wie sein Trailer, hätte er funktionieren können. Allein deswegen ist dieser einen Blick wert. Der Film selbst nicht.  OFDb

19.08.2013

TERMINATOR (1984)

Wenn einer der qualitativeren Schwarzenegger-Filme bis auf einige wenige nicht mehr wirken wollende Spezialeffekte die Zeit gut überstanden hat, dann ist es jener, der ihn auch zum Weltstar machen sollte: „Terminator“, seine erste Zusammenarbeit mit James Cameron, die zeigt, dass der Regisseur Großes leisten kann, wenn man ihm nicht zu viel Budget beschert. Denn dann besinnt sich Cameron, der auch für das Drehbuch verantwortlich war, auf die wichtigen Dinge einer Erzählung, und das ist neben allerhand wirksamer Action und einem Schuss Dramatik der Spannungsgehalt der Geschichte.

Dieser wird nicht nur durch die überzeugende Leistung Schwarzeneggers und dem passend düsteren Soundtrack unterstützt, sie erwächst in erster Linie durch etwas, welches die Fortsetzungen und viele andere Produkte bis in unsere Zeit hinein vernachlässigen: Cameron nimmt die von ihm erschaffene Bedrohung ernst. Hier wird nichts schön geredet. Der Terminator ist eine Killermaschine, gnadenlos, und das bekommt der Zuschauer unverschönt zu spüren, so dass die Nerven blank liegen und die Identifikation mit den Filmfiguren zu einem ehrlichen Mitfiebern führen.

Im kompletten Film gibt es nicht eine einzige unnötige Szene. Die Psychologie ist stimmig, alles macht Sinn. Schwachpunkte gibt es nur wenige und das an eher unwichtiger Stelle, so z.B. in der Einleitung und Umsetzung der für die Geschichte obligatorischen Liebesszene. „Terminator“ verdrehte seinerzeit mit einer Story, in der Zukunft und Gegenwart mehr miteinander zu tun haben als es zunächst scheint, die Gehirne und beeinflusste damit so tolle Filme wie „12 Monkeys“, die ohne den hier besprochenen Streifen wohl nie entstanden wären. „Terminator“ ist ein Evergreen und hat nichts von seinem Reiz verloren.  OFDb

18.08.2013

TRUE LIES - WAHRE LÜGEN (1994)

„True Lies“ bedeutete ein Wiedersehen in der Zusammenarbeit zwischen Arnold Schwarzenegger und James Cameron, die mit den beiden „Terminator“-Filmen große Erfolge feierten. Für den Regisseur war die Action-Komödie gar der direkte Folgefilm drei Jahre nach „Terminator 2“. Bereits dort wurde deutlich, dass Cameron nicht der talentierte Regisseur ist, für den ihn viele noch immer halten. Das große Kawumm ist sein Geschäft, und in „True Lies“, einen Film der im letzten Drittel von Showdown zu Showdown hüpft, soll es auch jeder merken. Da wird an Action nicht gespart, und Arnie darf böse Buben in einer Anzahl töten, die es wohl seit „Phantomkommando“ nicht mehr gegeben hat.

Trotz mangelnder Ironie guckte sich dieser unfreiwillig komische Film nicht halb so peinlich wie der absichtlich in lustigen Gefilden schwimmende „True Lies“, und das hat seinen Grund. Die Ironie wird an falschen Stellen signalisiert und der Humor richtet sich an einfache Gemüter, nicht ohne auch mich zum schmunzeln und manches Mal zum lachen zu bringen, aber doch recht berechnend gestrickt. Funktionieren könnte das ganze trotzdem, das tut es teilweise sogar, z.B. in der Phase, in welcher Arnie der Ehefrau, gespielt von Jamie Lee Curtis, hinterher spioniert und dabei auf einen erbärmlichen Autohändler stößt, der sich als Spion ausgibt um Frauen aufzureißen.

Die Actiongeschichte, so schön sie sich auch an den Zutaten typischer James Bond-Geschichten orientiert, guckt sich jedoch nicht so entspannend wie der Rest, steckt sie im Gegensatz zu Arnies Werken aus den 80er Jahren doch mitten in den Regeln der Political Correctness fest und außerdem in einer Zeit, in welcher man Arnie nach finanziell erfolgreichen Ergebnissen mit „Zwillinge“ und „Terminator 2“ weiterhin unbedingt möglichst familienfreundlich vermarkten wollte. Dementsprechend wirkt das eigentliche Erwachsenenszenario gerne mal kindlich, und damit guckt sich auch der Wunsch nach einer erhöhten Actionschraube recht infantil. Vielleicht ist ja auch der Blick auf die Familienunterhaltung der Produzenten schuld am tölpelhaften Verhalten des schlecht gecasteten Gegners, der solch dämliche Fehler begeht, die ihn als Gegenpols zu Arnold Schwarzenegger so gar nicht würdig erscheinen lassen. Ein übler Fehler in einem Actionfilm!

„True Lies“ hat durchaus seine Momente, dafür ist das Drehbuch dann doch eine Spur zu gelungen und die Mitwirkenden zu engagiert bei der Sache. Aber er guckt sich unangenehm unausgereift, überfrachtet mit Quantitäten und verursacht ein Fremdschämen, komischer Weise auch in jenen Bereichen, für die man sich einen Schwarzenegger-Film eigentlich auch anschauen möchte. Gut zu wissen, dass er mit „The Last Stand“ heutzutage wieder mit sympathischem Ergebnis unterwegs ist. Den Karrieren der beiden Hit-Giganten hat „True Lies“ nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Die Geschichte um Harry Tasker war der letzte große Kino-Hit des Muskelmannes und spielte dementsprechend ordentlich Geld ein. Erst das Folgewerk „Eraser“ (ohne Cameron) brachte nicht den anvisierten Erfolg an den Kinokassen.  OFDb