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24.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (4)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

What Keeps You Alive (2018)

Die lange Vorphase, gerade mit dem Wissen um was es später gehen wird, ist gelungen, wenn uns zwei Figuren nahe gebracht werden, wenn auch eine nur, und wir wissen nicht wer von beiden, in ihrer Täuschung. Das zu schnelle Einweihens des Warums und die Positionierung des Bösewichts zur eiskalten Routine-Killerin lassen den Streifen jedoch in eine Richtung tendieren, der ihm Potential raubt. Wenn aus dem reinen Kampf zweier Frauen nun noch eine Geiselnahmesituation wird, wird "What Keeps You Alive" endgültig austauschbar, wenn auch mit spannenden Momenten versehen.  OFDb 

 

Bloodbath (2013)

Wenn es lediglich um harte Momente geht, um Provokation und dem Ausreizen von Grenzen, dann hauen Horrorfilme in meinen Augen nicht hin. Und dass "Bloodbath" mit seiner brasilianischen Herkunft eine andere Mentalität bietet, als all jene, an die wir uns im Filmbereich bereits gewöhnt haben, ändert leider auch nichts daran wie stumpf und emotionslos das Ganze ausgefallen ist. Der dreckige Touch im Sumpf an Armut, Geilheit und Brutalitäten mag gelungen sein, eine Motivation dem stumpfen Treiben folgen zu wollen, habe ich nicht entwickelt - zumal nicht wirklich etwas erzählt wird und "Bloodbath" sich mit nichts Nennenswertem von Fließbandprodukten wie diesen abhebt.  OFDb 


Cuckoo (2024)

Stilistisch atmet der Film das gehobene Niveau eines "Raw" oder "Hatching", und sein Mut etwas zu thematisieren, das üblicher Weise im Trashbereich zu Hause ist, spricht ebenfalls für den gut besetzten Streifen. Der Spannungsaufbau und die Erwartungshaltung in der ersten Hälfte bieten einen sehenswerten Film, aber der Mangel an wahrem Tiefgang, wenn schließlich mitten im gewöhnungsbedürftigen "Trash"-Bereich gebadet wird, samt Schießerei zweier feindlich gesonnener Gegner der Heldin, lässt dann doch erkennen, dass "Cuckoo" nicht in einer Liga mit den Vergleichswerken spielt - abgesehen vielleicht von der finalen, empathischen Entscheidung zweier Figuren.  Wiki

 

Eine Faust geht nach Westen (1981)

Eine kurzweilige Geschichte, ein gut aufgelegter Bud Spencer und eine Synchro, die wundervolle Momente zaubert, ohne eine Dauerberieselung an Sprüchen vorzunehmen, sind die klaren Pluspunkte dieser sympathischen Western-Komödie. Einzig mit der Figur des Indianers wurde übertrieben, dessen Darsteller hätte man besser in Schranken weisen müssen, so derbe wie er pausenlos Klamauk zelebriert. Aber auch er hat seine gelungenen Momente. "Eine Faust geht nach Westen" schafft den Drahtseilakt aus herzenswarm und familientauglich, aber nicht anbiedernd lieb oder kitschig. Genau so muss ein Zwischendurch-Spencer-Film zwischen seinen großen Werken ausfallen.  Wiki  

 

The Last Spark of Hope (2023)

Ob man in derartig üblen Endzeit-Zeiten tatsächlich den Wechsel des neuen Passworts verpasst, sei einmal dahin gestellt, zeigt aber erste Schwächen in dem, was dem an sich reizvollen Szenario generell fehlt: das tiefer gehende Denken, eine wahre Auseinandersetzung mit der kreierten Welt. "2001" und die Parodie "Dark Star" zeigten wie wunderbar die Diskussion mit einer Maschine ausfallen kann, das hier besprochene polnische Werk belässt es bei Ansätzen den Roboter zum Umdenken zu bringen, mit einer Hauptfigur im Zentrum, die immer naiv hofft auf etwas Menschliches im Gegner zu suchen, anstatt ihn mit Logik zu überlisten. Das hätte einen intelligenten Autor benötigt. Das Fehlen eines solchen ist so ärgerlich, wie die Entscheidung ein professionelles Programm, anstatt eine K.I., als Gegner zu wählen. Viel Potential, kaum etwas davon erreicht!  Wiki 

10.11.2024

DIE MIAMI COPS (1985)

Zwei schlagfertige Polizisten schließen an ihrem einzigen nie gelösten Fall an, als ein Bankräuber freigelassen wird und in Miami seine Mittäter zu kontaktieren scheint...

Schießfreudige vier Fäuste...

Bevor sie für "Die Troublemaker"  in den 90er Jahren ein letztes Mal zusammen fanden, drehten Bud Spencer und Terence Hill ihren vorerst letzten Streifen als Duo 1985 ab. Der fühlt sich jedoch bereits derart anders an, scheinbar für ein erweitertes Publikum konzipiert, dass man eigentlich "Vier Fäuste gegen Rio" als ihren letzten klassisch gehaltenen, gemeinsamen Film betrachten muss. Dass das Feeling ein anderes ist, als bisher von den beiden gekannt, beginnt bereits in der eher elektronisch gehaltenen Musik, die sich erst im Abspann, wenn sie urplötzlich Gesang erhält, wie ein klassischer Soundtrack für ein Werk dieses Duos anmutet. Auch der ernstere Grundton macht sich bemerkbar, um viel Witz und Sprüche ist man nicht bemüht, und was diesbezüglich so aufblitzt ist entweder einfallslos zu nennen, oder angenehme Routine. Als Durchschnitt sind auch die Prügelszenen zu beschreiben, denen man gar nicht erst versucht individuelle Momente durch überraschende Methoden zu bescheren. Enthalten sind sie scheinbar nur, weil man (noch) das Stammpublikum bedienen wollte. 

Dass hier häufiger die Pistolen gezuckt werden, anstatt die Fäuste zu verwenden, ist jedoch auffällig und unterstützt die andersartige Mentalität des Streifens, zumal man auf comichaft übertriebene Schussfertigkeit, wie sie in den Western-Parodien der beiden selbstverständlich waren, bis auf eine banale Ausnahme verzichtet. Inhaltlich wohnen wir einer banalen Kriminalgeschichte bei, die routiniert funktioniert, warum auch immer bei solch blassem Gekabbel und wenig Identifikation mit den Superbullen. Und warum solche sich als typische Berufsanfänger ausgeben müssen, während sie ihren Fall untersuchen, bleibt einem das Drehbuch als Erklärung stets schuldig, zumal dieser Kniff weder gewitzt genutzt wird, noch überhaupt viel Raum einnimmt, so klassisch wie hier zwei Bullen ihre Ermittlungen aufnehmen. Dass die Rolle Spencers seinerzeit den Dienst quittierte, weil man Verbrecher mittlerweile mit Samthandschuhen anfassen muss, spielt ebenso wenig eine Rolle, so derbe wie die beiden sich um derartige neumodische Vorschriften nicht kümmern und dafür keine Konsequenzen befürchten müssen. 

Warum sie so toll sind in dem was sie tun, ist so selbstverständlich und banal gehalten, wie der komplette Krimi-Plot, der eher wie eine Alibi-Handlung anmutet. Und obwohl das alles nur noch wenig vom Flair der typischen Streifen des Duos vorzuweisen hat, ist es die konzentrierte Art sein Ding alternativ durchzuziehen, was "Miami Supercops" (Originaltitel) dennoch zu einer angenehmen, wenn auch schlichten Unterhaltung verhilft. Sicherlich hat keiner auf ein Werk wie dieses gewartet, aber es funktioniert bei heruntergefahrenen Erwartungen, auch wenn ich mir nicht erklären kann, warum dem so ist.  Wiki

01.10.2024

BANANA JOE (1982)

Bislang konnte Banana Joe die Bananen, von deren Ertrag sein Dorf abseits der Zivilisation lebt, einfach so verkaufen. Doch weil er einem Mafiosi, der in Joes Dorf eine Fabrik bauen möchte, im Weg steht, hetzt dieser die Polizei auf ihn, die ihn darauf aufmerksam macht einen Gewerbeschein besitzen zu müssen. Ungebildet und stets auf die Hilfe anderer angewiesen, stolpert der mit der Zivilisation überforderte Joe durch diverse Situationen und bekommt die Mühlen der Bürokratie zu spüren...

Günstige Bananenpreise nach Autorennen... 

Die Solofilme von Bud Spencer erreichen nie die Qualität der Gemeinschaftsfilme mit Terence Hill, erst recht in der noch billiger produzierten Fließband-Zeit der 80er Jahre, und doch bleibt stets ein Unterhaltungswert vorhanden und ein gewisser Charme, den wir dem Hauptdarsteller selbst zu verdanken haben. In "Bud, der Ganovenschreck" schrieb ich, dass er seine Filme stets gestemmt bekommt. Diese Aussage ist auch in "Banana Joe" nicht wirklich falsch zu nennen, immerhin spielt er den ungebildeten Naivling, der auf die Moderne der Gesellschaft trifft, mit einer unübersehbaren Spielfreude. Auch die dick aufgetragene Botschaft um Freiheit fern der Bürokratie, die ihre Abreibung in dieser albern geratenen Gesellschaftskritik am deutlichsten zu spüren bekommt, stellt der Komödie kein Beinchen, ebenso wenig die zwischenzeitlich immer wieder kurz aufkeimenden Kinderszenen, welche das Herz Buds für die Kleinen verdeutlichen soll, so wie es andere Werke zu extrem taten. Dass "Banana Joe" nicht so wirklich funktionieren will, liegt an seiner Zerfahrenheit, wenn er sämtliche Themengebiete abgrasen will, für die andere Werke jeweils einen Film für sich in Anspruch nehmen würden. Damit kommt der Streifen, dessen Drehbuch Bud Spencer höchst persönlich geschrieben hat, zu episodenhaft daher, weiß zwar in jeder seine Phasen zu unterhalten, so dass sein Makel erst mit der Zeit in Erscheinung tritt, aber das Ergebnis wirkt schlichtweg zusammengeflickt, so als würde man dem Zusammenschnitt einer Fernsehserie beiwohnen. 

Der Running Gag um den Mafiosi, der stets denkt Spencer wäre seinetwegen dort, wo die Geschehnisse gerade stattfinden, ist wunderbar, besser funktionieren würde das Gesamtkonzept jedoch dann, wenn es der Plan dieses Mannes wäre, Joe die Bürokratie-Safari für den Gewerbeschein durchleben zu lassen, um genügend Zeit zu besitzen, dessen Heimatdorf für den Bau der Fabrik einzunehmen. So wie tatsächlich erzählt wirkt alles zu zufällig, und der Verlust der Freiheit von einst, um Teil der so hoch gelobten, modernen Gesellschaft zu werden (von der die Einheimischen nicht profitieren), kann nur oberflächlich greifen. Das macht es dem Drehbuch zwar einfach, Joe diese Vereinnahmung seines Dorfes final auch mit schlichten Prügeleien und anderweitig einfach gestrickten, zerstörerischen Aktionen wieder rückgängig zu machen, der zu oberflächliche Blick auf jegliche Phase, nur um die jeweilige einzig für kleine, durchaus sympathische Kalauer zu nutzen, hinterlässt jedoch eine Austauschbarkeit des jeweiligen Kapitels. Da darf Spencer mal kurzfristig als Soldat die Militärausbildung veralbern, dann ist er plötzlich Rauswerfer eines Clubs, in welchem sich die Mächtigen am meisten daneben benehmen, die Zerfahrenheit des Stoffes wird am deutlichsten, wenn Joe urplötzlich nach einer Gefängnissequenz ohne Ausbruch wieder im Freien aktiv ist, und man glaubt das Ganze mit einem Nebensatz gerade biegen zu können, warum er grob erklärt wieder frei ist. An Sprüchen mangelt es nicht, Spaß bereiten die einzelnen Phasen auch, insbesondere durch das herrlich naive und kindische Mimenspiel des Hauptdarstellers, aber ein befriedigendes, durchgehendes Ergebnis wird mit "Banana Joe" leider nicht abgeliefert.  Wiki

22.09.2024

BUD, DER GANOVENSCHRECK (1983)

Nach außen Vertreter für Haushaltsartikel (auch für seine Familie), in Wirklichkeit Gesetzeshüter, soll Alan Parker den flüchtigen Gangster Tony Roma, der meist Frauen finanziell ausnutzt, ausfindig machen. Nach vollendeter Arbeit steht endlich Alans heiß ersehnter Urlaub mit Frau und Kind an, als es heißt Tony sei schon wieder geflüchtet. Nach erneutem Aufstöbern des Betrügers, behält ihn Alan in seiner Obhut, denn der Kleinganove behauptet von der Mafia verfolgt zu werden, da er einen Mord beobachtet hat, den der Pate höchstpersönlich ausgeführt hat...

Buddy fängt immer den kleinen Fisch...

In einer Zeit, in welcher Partner- wie Solofilme von Bud Spencer und Terence Hill mehr denn je austauschbar zum Fließbandprodukt wurden, erschien Spencers Solo-Werk "Cane e gatto" (Originaltitel) von Bruno Corbucci, der mit "Banana Joe" und "Zwei sind nicht zu bremsen" bereits vorher mit dem bärtigen Dicken zusammengearbeitet hat und später mit ihm zudem "Die Miami Cops" und "Aladin" ablieferte. Als Routiner seines Fachs und dieses Gebiets fabriziert er hier die Lightversion des bereits üblichen Rezepts, was bedeutet, dass die Handlung durch nichts besonderes kreativ herausragt. Und dies betrifft zudem die übersichtliche Anzahl an nicht sonderlich einfallsreichen Sprüchen, sowie kurzen Prügelszenen, auf die selbige Adjektive passen. Tomas Milian passt in die Rolle des schmierigen Gangsters, der die Herzen naiver Frauen verdreht, ein Terence Hill ist er aber freilich nicht. Fairer Weise muss man sagen, dass er als solcher auch nicht eingesetzt wird, er ist kein ehrwürdiger Partner Spencers, bzw. wird dies erst schleichend durch Läuterung und erster Prügelerfahrungen am Ende. Für seinen Zweck funktioniert er passabel, zumal er die weit witzigeren Momente vom Drehbuch beschert bekommt als man es Bud zugesteht.

Aber das ist nicht wirklich wichtig, denn Bud Spencer ist Bud Spencer, und dessen Wirkung bekommt nur selten einen Film nicht gestemmt, und "Bud, der Ganovenschreck" ist das ideale Beispiel dafür, unterhielt er mich doch angenehm über seine 96 Minuten Laufzeit mittels einer Geschichte, die wie in der Wiederholungsschleife festzustecken scheint. Es ist egal, auf wundersame Weise funktioniert der Film, der die Mentalität eines Räuber und Gendarm-Spiels besitzt (was auch der Alternativtitel "Thieves and Robbers" verdeutlicht), mit seinem kindlichen Gemüt aber nie den arg extremen Familiengehalt jener Werke erhält, in denen Bud Spencer seine Kinderfreundlichkeit in den Fokus stellt. Es ist diese unverkrampfte Einfachheit einer Komödie, die sich nichts beweisen will, welche einen derart entspannten Zustand in einer rein für den Kommerz entstandenen Auftragsarbeit erreicht. Das angenehme Ergebnis überrascht umso mehr, wenn man bedenkt, dass "Cat and Dog" (Alternativtitel) mit einem Lied gleichen Namens nicht derart stimmungsmäßig gepuscht wird, wie die meisten Werke seines Hauptdarstellers, denn wirklich Ohrwurmcharakter oder Charme besitzt der Song nicht. Er ist so banal und austauschbar, wie es der komplette Film theoretisch ist, besitzt aber nicht dessen Stärke für ein leicht zufriedenzustellendes Zielpublikum dennoch zu funktionieren.  Wiki

14.08.2024

ZWEI HIMMELHUNDE AUF DEN WEG ZUR HÖLLE (1972)

Zwei befreundete Piloten, die meist krumme Dinger mit der Versicherung durchziehen, stürzen über einem Dschungel ab. Dort machen sie einem Industriellen, der hier im Flugbereich auf aggressive Art ein Monopol aufgebaut hat, mit dem Kauf eines Flugzeuges Konkurrenz...

Autocrash mit gekämmten Haaren...

"Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" gehört zu den wichtigsten Filmen des Prügel-Duos Bud Spencer und Terence Hill, ist er doch der erste Versuch ihr komödiantisches Talent, das sie nach einigen ernsten gemeinsamen Werken in "Die rechte und die linke Hand des Teifels", sowie dessen Fortsetzung "Vier Fäuste für ein Halleluja" entdeckten, auch außerhalb des Genres Western auszuprobieren. Das Experiment ist geglückt, trotz der erstaunlichen Entscheidung Regisseur Giuseppe Colizzi den Streifen inszenieren zu lassen, arbeitete dieser mit den beiden Schauspielern bislang doch nur in ernsten Filmen wie "Vier für ein Ave Maria" und "Hügel der blutigen Stiefel". In den Anfängen dieser neu orientierten Erfolgsphase finden sich noch einige Unterschiede in der Charakterzeichnung zum späteren Standard. Beide Figuren scheuen keine harte Arbeit, einem Terence Hill sind 4 Gegner im Kampf zu viel, Bud darf kaufmännisch Rechnungen überprüfen (und ist intellektuell in der Lage dafür), die zwei sind von Beginn an befreundet, und Reibereien untereinander gibt es nur in extremen Situationen. 

Auch stilistisch ist "Più forte, ragazzi!" (Originaltitel) noch anders ausgefallen als die Fließband-Produktion, die sein Erfolg auslösen sollte. Der Mix aus Abenteuer, Action und Komödie ist noch sehr besonnen, teilweise gar reflektiert erzählt, lässt sich mit den einzelnen Stationen seiner Geschichte Zeit und scheut keine mühsamen Aufnahmen. Die nicht gerade leicht zu inszenierende Eingangsszene, in welcher zwei Flugzeuge drohen ineinander zu stoßen, zeigt dies, meist sind es weitere Flugaufnahmen im weiteren Verlauf des Streifens, die als Pate für mehr Engagement in der Umsetzung des Ganzen stehen. "All the Way Boys" (Alternativtitel) besticht durch einen tollen Soundtrack, einer stimmigen Location, wohl dosierten Albernheiten, Sprüchen und Schlägereien, erstaunt mit einer dramatischen Szene gegen Ende, kommt auch mal holprig daher in zu plötzlichen Inhaltssprüngen, beweist andernorts aber eine Ruhe, z.B. darin erst im letzten Drittel den Antagonist, von dem vorher gelegentlich geredet wird, auftauchen zu lassen. Die Verteidigung seines Monopols beginnt erst hier, die Kampfansage der beiden, ihm Konkurrenz zu machen, wird nicht zur Hauptgeschichte. 

Die ist eher bescheidener Natur, gönnt sich die Stärke den Aufbau des Betriebs und den Alltag der stets spontanen Piloten als Basis zu nutzen den Charakter der Hauptfiguren selbst zum Thema zu machen, zwei Menschen, die immer das tun, was sie gerne möchten und was sich gerade ergibt, der eine motiviert über den Drang zum Erfolg, der andere durch eine Verspieltheit. Es werden ungewöhnliche Freundschaften geschlossen, Geschäfte gemacht, Mitmenschen provoziert, und das alles in einer Selbstverständlichkeit dargeboten, die gar nicht erst etwas besonders Erzählenswertes anvisiert. Man erkannte, dass diese "Banalitäten" bereits die erzählenswerte Geschichte sind. Mit besagten Schauwerten im Flugbereich ging man letztendlich dennoch auf Nummer sicher, um der angenehm und manchmal robust vor sich hin plätschernden Handlung, neben den obligatorischen Prügeleien, genügend Zusatz-Action zu bescheren. Schön ist es, dass sich "Plane Crazy" (Alternativtitel) auch Zeit für ungewöhnliche, nicht zwingend notwendige Szenen lässt. So gehört beispielsweise jener Moment zu einem meiner liebsten, wenn sich nach einer Reparatur ein Flugzeug selbstständig macht, und die beiden, frei von Gefahr, Aggression oder einer bedrohlichen Situation, verspielt der Maschine hinterher laufen, um sie eingefangen zu bekommen. Dieser Moment strahlt eine Leichtigkeit aus, die geradezu typisch für die Mentalität der beiden Figuren ist, zumindest wenn sie nicht gerade Rot sehen und wieder einmal eine Schlägerei anzetteln. Die Schlusspointe passt ganz gut zu dieser Zwiespältigkeit ihres Charakters. Geld lockt, für Geld wird verarscht, letztendlich ist es aber gar nicht so wichtig welches zu haben. Ihre Freiheit ist den beiden wichtiger.  Wiki

DAS KROKODIL UND SEIN NILPFERD (1979)

Zwei schlagfertige Cousins legen sich in Afrika mit einem Großwildjäger an, der für sein Business die Hütten der Einwohner platt machen möchte...

Jetzt gibt's eins auf die Gewürzgurke...

Ich sag es immer wieder, Filme mit Bud Spencer und/oder Terence Hill sind ein eigenes Genre. Da stört es herzlich wenig wenn so gut wie keine erzählenswerte Geschichte vorhanden ist, die beiden Hauptdarsteller allein reichen meist bereits aus kurzweilig unterhalten zu werden. "Das Krokodil und sein Nilpferd" arbeitet letztendlich die klassischen Highlights der Komödien des Duos ab, wie man es seit "Die rechte und die linke Hand des Teufels" und "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" kennt. Die beiden sind zerstritten und doch solidarisch miteinander, der eine krimineller, der andere steht für Gutes, auch wenn er ein Taugenichts ist. Es gibt Szenen im Spielcasino samt Hills' Kartentricks, eine (bedingt) feinere Essensgesellschaft wird mit rüpelhaften Verhalten (mehr oder weniger) torpediert, und freilich mangelt es auch nicht an Prügelszenen und die durch Rainer Brandt so berühmt gewordenen Sprüche in der deutschen Synchronfassung. Klassischer kann ein Spencer/Hill-Film kaum angelegt sein, versehen mit einigen netten Aufnahmen der exotischen Gegend, sowie einigen Tierszenen. 

Tierfreunde werden den Film ohnehin mögen, so fein wie sich die beiden Proleten für die Tierwelt einsetzen. Aber freilich auch für die Anwohner, die von einem Industriellen unter Druck gesetzt werden. Hier ist man sich im Kampf für Soziales für keinen plumpen Gag zu schade, macht selbst vor den Worten Hokus Pokus bei einer angeblichen Magierin keinen Halt, und sämtliche Grimassen, Albernheiten und die sichtbare Spielfreude sorgen dafür, dass dies trotz (oder wegen?) kindlichen Niveaus wunderbar funktioniert. Auf diese Art macht der ewig wiedergekäuerte, kaum neu ausgelegte Plot weiterhin Spaß, und ein von Bud Spencer höchstpersönlich beigesteuerter Soundtrack weiß ebenfalls zu wirken. Seine Kinderfreundlichkeit hält sich hier glücklicher Weise in Grenzen, sind es in den 80er Jahren doch meist seine zu kinderfreundlichen Solowerke, die trotz des simplen Erfolgsrezepts dann doch scheitern. Nicht aber hier, in einem Film mit einem herrlich schleimigen Muskelprotz von Hauptgegner (einer der wenigen, mit denen Spencer einen etwas ausgeglicheneren Finalkampf führen muss als üblicher Weise), einem herrlich blöden Running Gag während des Essens mit Wasserspritzern und ein wenig Bulldozer-Action. Mehr benötigt der Stammzuschauer nicht, und für wen anders ist "Io sto con gli ippopotami" (Originaltitel) ohnehin nicht gedacht.  Wiki

27.04.2024

CHARLESTON (1977)

Charleston ist ein Trickbetrüger mit Stil, und als ein reicher Mann mit dem Verkauf seiner Yacht ein krummes Ding drehen will, durchschaut Charleston dies und nutzt einen ausgefeilten Plan um besagten Betrüger zu betrügen. Hierfür nutzt er u.a. auch ein Versprechen, welches er einem Polizisten zur Mithilfe einer Verbrecherüberführung gab, so dass er in verschiedene Richtungen täuschen und tricksen muss...

Die Anti-Titanic - Sie sinkt und sinkt einfach nicht...

Zur Hochzeit der Berühmtheit Bud Spencers, in einer Phase in welcher seine Solofilme ähnlich erfolgreich waren wie seine Partnerarbeiten mit Terence Hill, da kam der etwas anders geartete "Charleston" heraus, in welchem Spencer weit weniger den Prolet in seine titelgebende Rolle einfließen ließ, wie es sonst bei ihm üblich war. Stattdessen verkörpert er eine Art Gentleman-Gauner mit Stil. Was bleibt vom üblichen Konzept ist der Unfehlbare, jener Typ Mensch dem alles gelingt und der alles durchschaut, und so soll es im Comicuniversum seiner Werke auch sein, und so ist es gut. Im Gegensatz zu "Sologängen" wie "Auch die Engel essen Bohnen" bekommt der bullige Bärtige auch keinen Terence Hill-Ersatz zur Seite gestellt. Eine im Alleingang unfähig zu denkende, aber im kriminellen Sinne trickreiche Bande folgt ihm, ihren Anführer, brav, und der Polizist, mit dem Charleston ein Bündnis eingeht, wird zu einem entfernten Partner, nicht wirklich zu einem Verfolger, den man täuschen muss, aber doch zu einem Bündnis, welches Charleston für seine Zwecke zu nutzen weiß, während er gleichzeitig sein Versprechen einhält. 

Dafür benötigt man kein sonderlich gerissenes Drehbuch, eben weil Charleston ohnehin alles gelingt. Trotzdem gefällt diese siegessichere Nummer, zumal es Spaß macht zu sehen, wie der gute Mann mit seinen Helfern an sein Ziel gelangt. Die üblichen Raufereien erleben wir erst gegen Ende, dann auch nur in einer ausgedehnten einzelnen Prügelszene, in welche Bud Spencer lange Zeit nicht involviert ist. Da prügeln sich Artisten und Schauspieler in weit ausgefallener Art als üblich, und das gefiel mir nicht ganz so gut, wie die Standardraufereien. Dachte ich noch kurz "Zwei Fäuste räumen auf" (Alternativtitel) würde komplett als Ausnahmefilm ohne Bud Spencer in einem solchen Szenario funktionieren, tritt er verspätet doch noch der Schlägerei bei und zeigt erneut wieviel mehr Stil seine so simpel scheinende Haudrauf-Technik besitzt, als all das um mehr Kreativität bemühte Kämpfen dem wir zuvor beiwohnen durften. "Charleston - Zwei Fäuste räumen auf" (Alternativtitel) guckt sich locker leicht, ist angenehm erzählt, freilich so zotig wie üblich ausgefallen, hauptsächlich über die Nebenfiguren albern ausgefallen, während Bud Spencer mit sichtlicher Spielfreude den niveauvollen Ehrenmann unter den Trickbetrügern mimt.  Wiki

24.06.2020

SIE NANNTEN IHN MÜCKE (1978)

Da er in einer Retrofilm-Gruppe, in welcher ich auf Facebook Mitglied bin, hoch gejubelt wurde, wollte ich "Sie nannten ihn Mücke" mal eine neue Chance geben. Zuletzt sah ich ihn im späten Jugendalter und fand ihn nicht so dolle, mein Filmgeschmack hatte sich seit dem aber stark geändert, und Bud Spencer-Filme mag ich in der Regel sowieso, die Idee war also nicht verkehrt. Zwar bestand das Titellied nicht den Test des sympathisch klassischen Ohrwurm-Charakters, den ich von Werken dieser Art erwarte, die erste Szene ließ dennoch ein schönes Happening vermuten. Wie herrlich überdreht das Szenario mit einem zerstörten Schiff aufgrund eines U-Boot-Teleskops ist, gerade mit Blick hindurch auf den genervten Mücke, ist ein komödiantisches Highlight des Streifens. Doch es führt innerhalb des Filmes ein einsames Dasein, denn ein toller Film ist "Bulldozer" (Alternativtitel), dem vier Jahre später unter gleicher Regie die noch ärgerlichere Sport-Komödie "Der Bomber" bei gleicher Hauptbesetzung folgen sollte, wahrlich nicht geworden. Meist nervt er mehr, als dass er unterhält. So hätte das Armdrück-Duell eigentlich gute Chancen gehabt zu einer typisch gelungenen Bud Spencer-Szene zu werden. Doch anstatt die Situationskomik herrlich brachial zu nutzen, schlägt lediglich der Ton der Anhängerschaft des Gegners laut durch. Penetrant gebrüllte, unwitzige Kommentare häufen sich und hören so schnell nicht auf. Erste Ernüchterung macht sich breit.

Weder die Differenzen auf dem Militärgelände mit einem nur mittelmäßig besetzten Gegner Spencers holen auf, was beim Armdrücken vergeigt wurde, noch Mückes Miteinander mit der Gegenseite, der er schließlich hilft. Mau besetzte Klugscheißer, die Spencer zu viel Raum zum entfalten nehmen und mit ihren Streichen, die den Helden überreden sollen ihr Trainer zu werden, sind weder mit ihren Methoden überzeugend, noch lach-fördernd eingebracht, sondern lediglich laut, geschwätzig und nervig. Spencer hält zwar gekonnt wortkarg mit passend lässiger bis genervter Mimik dagegen, aber das reicht einfach nicht aus um das Szenario zu retten. Warum auch immer (nachvollziehbar ist da nichts), lässt er sich dennoch überreden Trainer zu werden, doch der Sportaspekt wird nicht weniger laut und plump geschwätzig angegangen als der Rest. Selbst die Prügelszenen des Gesamtstreifens wissen nicht wirklich zu überzeugen. Zu viele Mitakteure auf Spencers Seite prügeln gegen die Feinde mit, zu oft nutzt der Held Fremdmaterial um auszuteilen, ein Part den sonst der ihm üblicher Weise zur Seite stehenden Terence Hill übernahm. Zudem sind witzige Ideen innerhalb dieser Massenprügeleien so gut wie nicht auszumachen, dabei bewiesen gerade viele Vergleichs-Produkte wie viel aus diesem an sich simpel klingenden Rezept herauszuholen ist. Michele Lupo hat meiner Meinung nach ohnehin nur mit "Eine Faust geht nach Westen" einen brauchbaren Spencer-Film abgeliefert, wobei diese Sichtung auch etliche Jahre zurück liegt. Seine anderen drei Werke mit dem liebevollen und schlagfertigen Bärtigen sind ebenso mager ausgefallen wie "Sie nannten ihn Mücke", eher sogar schlechter als dieser.  OFDb

02.02.2020

ZWEI AUSSER RAND UND BAND (1977)

Es ist schon erstaunlich auf welch schlichter Basis so ein Film mit Bud Spencer und Terence Hill zu funktionieren weiß. Mit "Die rechte und die linke Hand des Teufels" 1970 den ersten großen Erfolg gefeiert, das Konzept zwei Jahre später mit "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" auch außerhalb des Westernbereichs erfolgreich umgesetzt, hat 1977 "Zwei außer Rand und Band" theoretisch nichts zu bieten, was es nicht schon vorher in Werken der beiden Schauspieler zu sehen gab. Ganz im Gegenteil bedient man sich unverfroren am Konzept der Vorgänger. Die Eingangssequenz, in welcher die beiden unabhängig voneinander ihren Feind leiden lassen, erinnert stark an den pointensicheren Beginn von "Vier Fäuste für ein Halleluja", der Kriminelle in der Position des Gesetzeshüters an "Die rechte und die linke Hand des Teufels", und der Gag, dass die Rolle Hills Spencers Pläne der Ungerechtigkeit stets für Hilfesuchende ehrbar ändert, ebenfalls an diesen, noch mehr aber an "Auch die Engel essen Bohnen", der dieses Konzept gar zum Zentrum der Handlung machte und statt Terence Hill Giuliano Gemma als Partner Bud Spencers bot.

Freilich wird auch an Prügelszenen nicht gespart, einer der Haupteckpfeiler der Rezeptur der Spencer/Hill-Filme, die immer wieder dadurch faszinieren, dass sie so gut funktionieren. Anstatt ausgelutscht zu wirken, erfrischen sie jedes Mal die an sich nicht vorhandene Handlung, sorgen also immer wieder für den nötigen Pepp, wenn die Geschehnisse mal wieder ein bisschen Schwung benötigen. Da kaum eine Handlung auszumachen ist, kann diese herrlich alberne Prügelkomik vom Szenario her um so konfuser eingebracht werden, so dass auch mal im Stadion gegen eine Gruppe Rocker mit Indianeranführer gekämpft werden kann, später gegen Rauschgifthändler in einem Bowlingcenter. Dabei wird nicht nur ordentlich drauf gehauen, Gegenstände zweckentfremdet und Wilbur auch mal gerne von Matt hängen gelassen, damit der den Hauptteil der Prügelorgien erledigen kann, es werden auch herrlich albern Grimassen geschnitten und hanebüchene Momente kreiert, wie in der legendären Pommesbudensequenz, in welcher Matt sich als gehbehindert ausgibt und Wilbur als taubstummen Brummbär mit 'ner Meise im Schädel. Die Szenen rund um die Polizeiarbeit, sowie zuvor auf der Polizeiakademie, werden aufgelockert mit dem Running Gag, dass Matt ein oller Schleimer ist und seinen Partner Wilbur dem Vorgesetzten stets als schwarzes Schaf vorführt.

Trotzdem bleiben die beiden Helden des einfachen Mannes Freunde und Polizisten noch dazu, warum auch immer. Dies zu hinterfragen würde bereits das dünne Storygerüst zerschmettern, über dessen quasi Nichtvorhandensein man deswegen nicht schimpft, weil die Chemie des Ganzen so wundervoll zu funktionieren weiß. Ebenso verhält es sich mit dem Handlungsort Amerika, obwohl unübersehbar in Italien gedreht wurde. Eine derartige Perfektion hat ein Film wie dieser nicht nötig. Er entführt nicht in ein überzeugendes Szenario, hier wird keine Illusion geboten, die beiden Hauptfiguren würden nicht einmal entfremdete Namen benötigen, da sie für den Betrachter schlichtweg Bud Spencer und Terence Hill sind. Solch ein Werk guckt sich, als wäre man bei den Dreharbeiten mit dabei. Für so etwas hätte es dementsprechend eine Zusatz-Prominenz mit "Black Emanuelle"-Star Laura Gemser gar nicht geben müssen, schön dass ein derartiger Bonus dennoch enthalten ist. "Zwei außer Rand und Band" gehört zu den Evergreens des Prügelduos und lässt sich immer wieder ansehen, von klein auf bis ins Erwachsenenalter hinein, sofern man einmal sein Herz für die beiden Italiener geöffnet hat. Wie könnte man auch nicht liebäugeln mit zwei gutherzigen Ganoven, die der Mafia den Krieg erklären und eine hilfsbedürftige chinesische Familie frei von Vorurteilen unterstützen?

Die beiden gehören einer Generation an, in welcher spaßeshalber noch Gewalt angewendet werden durfte und sexistisches Verhalten attraktiven Frauen gegenüber noch charmant in eine sich selbst nicht ernst nehmende Geschichte integriert werden konnte. Die beiden benötigen keine Schusswaffen, sind unverletzbar und können literweise Alkohol saufen, ohne angetrunken zu sein. Sie besitzen quasi Superkräfte ohne Superhelden zu sein, und das wird auch nie hinterfragt. Und dieser entspannte Umgang mit all den Selbstverständlichkeiten, die in heutigen Produktionen Perfektion, eine Erklärung, oder eine Entschuldigung/Rechtfertigung benötigen würden, ist letztendlich auch das Geheimnis dessen, warum solch ein schlichtes Konzept so herzerfrischend funktioniert - freilich, wie immer, aufgepeppt durch die humorgedopte deutsche Synchronisation und untermalt durch den wundervollen, schwungvollen Soundtrack der De Angelis-Brüder mit Ohrwurm-Garantie.  OFDb

10.02.2017

VIER FLIEGEN AUF GRAUEM SAMT (1971)

Dass ich einmal Bud Spencer in einem Film von Dario Argento erleben würde, hätte ich mir als jemand, der sich keine Informationen von „Vier Fliegen auf grauem Samt“ eingeholt hat, nie vorstellen können. Ich wusste lediglich dass der Film zur frühen Giallo-Trilogie Argentos gehörte, die mit „Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe“ startete und mit „Die neunschwänzige Katze“ den ersten Nachfolger erfuhr. Erstmals warb man nicht mehr pseudohaft mit Bryan Edgar Wallace, der mit den beiden Vorgängern ohnehin nichts zu tun hatte. Das war auch nicht mehr nötig, formte Argento mit den beiden Vorgängern doch den Prototyp des von Mario Bavas „Blutige Seide“ ins Leben gerufenen Sub-Genre des Giallos, dem schon sehr früh etliche Nachahmer folgten. Sich den zu dieser Zeit bereits bekannten Bud Spencer mit an Bord zu holen, überrascht dann aber doch und weiß auch zu gefallen.

Oft taucht er nicht auf. Er ist eine Art seelischer Berater der Hauptfigur Roberto. Und mit dessem Dilemma erweitert Argento die Möglichkeiten des Giallos, macht er doch deutlich dass sie nicht festsitzen in Geschichten um einen Unbekannten der junge Frauen schlitzt. Er zeigt hier sehr früh auf, dass Giallo mehr darf, dass er eine Geschichte besitzen darf, dass es reicht dass der Täter innerhalb eines düsteren Szenarios unbekannt ist und meist mit dem Messer mordet. Die bunte Maske beweist, dass der Täter nicht einmal düster gekleidet sein muss, wie üblich bei dieser Art Film. Die größte Lanze bricht Argento jedoch mit dem Experiment, dass ein Giallo auch durchaus humoristisch angehaucht sein darf.

Wer nun glaubt Bud Spencer wäre deswegen mit an Bord, der irrt, ist der gute Mann zwar für ein paar trockene Sprüche gut und gehört damit tatsächlich zum Humorgehalt, aber das ist erstens nicht seine einzige Aufgabe, die er in „Four Flies on Grey Velvet“ (Alternativtitel) zu bewerkstelligen hat und zweitens fallen andere Personen humoristisch viel auffälliger aus. Ein Schriftsteller, der auf sozialen Events gerne humoristische Kurzgeschichten zum Besten gibt, lockert immer wieder die Stimmung auf, weiß somit zu wirken, ebenso wie das belustigende Einbauen eines Privatdetektiv, der noch nie einen seiner über 80 Fälle gelöst hat. Lediglich das zu albern geratene Spiel des Postboten, der Angst vor Roberto hat, ist dann doch etwas zu zotig ausgefallen ist, um in das Gesamtbild des Streifens zu passen.

Zum Glück zerstört es nicht die düsteren Seiten des Films, und der ansonsten geglückte Humor harmoniert in seiner untergeordneten Rolle überraschend gut mit dem harten Kriminalfall in für Argento typisch hübsch fotografierte Bilder. Die Geschichte zieht den Zuschauer ganz von selbst in seinen Bann, schnell identifiziert man sich mit dem eigentlich nicht sonderlich sympathischen Roberto, trotz der ruhigen Erzählform geht Argento recht rasant mit dem Fortschreiten der Geschehnisse vor. Ungewohnter Weise werden wir Zeuge des Erwachen der Mordlust, welche der unbekannte Täter erst mit den in Gang gesetzten Ereignissen entwickelt.

Und obwohl immer wieder Personen auf die wahre Identität des Mörders stoßen, und damit auch die sonst so gern angegangene Unnahbarkeit des Phantoms aufgelöst wird, erfahren wir die Mörderaufdeckung selbst erst kurz vor Schluss - freilich mit einer bescheuert psychologischen Erklärung garniert. Allein die Vorstellung dass sich Roberto dieses psychologische Geseier nervlich am Ende in aller Geduld anhören muss, weiß unfreiwillig zu belustigen. Glücklicher Weise ist der Rest des Streifens jedoch recht bodenständig ausgefallen und damit frei von sonstiger unfreiwilliger Komik, auch wenn manche Tat nicht recht mit der finalen Erklärung zusammen passen mag.

Während Morricone einen unauffällig im Hintergrund wirkenden, stimmigen Soundtrack beiträgt, der sich erst im Finale theatralisch hochschaukelt, fällt zudem auf, dass sich Argento zum Schluss an einer Idee von Friedrich Dürrenmatt orientiert, die dieser nicht in den Rühmann-Krimi „Es geschah am hellichten Tag“ integriert bekam, so dass er dies in der Buchversion nachholte. Man kann das bei Argento als tollen Kniff bezeichnen, oder als Möglichkeit möglichst schnell den Film beenden lassen zu können, der ohnehin weit über die 90 Minuten-Marke hinaus läuft.

Ob man die Idee nun mag oder nicht, die Umsetzung ist Argento jedoch gelungen, fängt er das Geschehen doch nicht nur optisch brillant fotografiert in Zeitlupe ein, sondern zudem mit entfremdeten Ton, wenn die Szene musikuntermalt wird. Dieses Stilmittel setzt Argento häufig ein, besonders auffällig zum nervenkitzelsten Zeitpunkt gegen Ende. Anstatt den im Sturm hin und her gerissenen Baum mit unheimlichen Windgeräuschen zu untermalen, so wie es viele Giallo- und Horrorregisseure zum Spannungsaufbau gerne machen, untermalt Argento diese Szene, nicht minder wirksam, mit Schlagzeuggeräuschen. Nur kurz setzt er das Wehen des Windes ein, dann exakt zum richtigen Zeitpunkt, wenn die Nerven Robertos, und auch die vieler Zuschauer, längst blank liegen.

Kleine Längen haben sich eingeschlichen. Das liegt aber auch daran, dass Argento zunächst mit einem hohen Tempo vorgeht, dies auch lange Zeit beibehält und sich erst mit der Zeit das Gefühl einschleicht, dass der Plot auf der Stelle tritt. Da dies nicht von langer Dauer ist und uns in dieser Phase außerdem eigentlich der üblich trockene Erzählzustand eines typischen Giallos präsentiert wird, wird dies zumindest Stammzuschauer des Genres nicht sauer aufstoßen.  OFDb

13.07.2014

VIER FÄUSTE GEGEN RIO (1984)

Entweder war es Zufall oder ein Bedürfnis der Zeit seine Stars in Doppelrollen auf der Leinwand herumstolpern zu sehen, denn im selben Jahr von „Didi - Der Doppelgänger“ kam „Vier Fäuste gegen Rio“ in die Kinos, der über einen ähnlichen Plot verfügte, mit der Ausnahme, dass die Doppelgänger von Anfang an wissen, dass ihnen jemand ans Leder will. Ansonsten gibt es der Übereinstimmungen so einige, inklusive dem Auflauern der Täter im schnieken Auto der Reichen.

Vom Niveau her hinkt „Vier Fäuste gegen Rio“ dem gekonnt gewitzten Hallervorden-Film hinterher. Aber wenn man bedenkt dass die große Zeit der Spencer/Hill-Filme deutlich vorbei war und der Film um die zwei Doppelgänger eigentlich im Nachhall des großen Erfolges entstanden ist, darf man schon überrascht sein was für einen guten Streifen die beiden kurz vor dem endgültigen Ende des Zuschauerinteresses fertiggestellt haben. Mag vieles der funktionierenden Komik auch der Verdienst der sympathischen deutschen Synchronisation sein, man sieht den beiden Mimen die Spielfreude an, die am Set herrschte, auch wenn sie streng genommen nur einen der besten Gags von „Vier Fäuste für ein Halleluja“ auf Spielfilmlänge strecken: Unzivilisierte tarnen sich als Edelmänner und fallen mit ihrem unflätigen Verhalten auf.

Regisseur E.B. Clucher, der mit Bud Spencer und Terence Hill schon so einige Filme abgedreht hatte, inklusive ihrer besten Arbeit namens „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, der den Kult um die beiden überhaupt erst auslöste, experimentiert nicht viel, setzt die beiden Charaktere so ein wie man sie sehen will und übertreibt es glücklicher Weise nicht mit den Prügelszenen. Auf die erste darf man eine halbe Stunde lang warten, und wenn geprügelt wird, dann auch gleich richtig mit viel Sehwert für den Zuschauer.

In ihrer Doppelrolle als sanfte Reiche sind die beiden Haudegen hingegen absichtlich gegen den Strich besetzt, und das weiß einfach zu belustigen, eben weil sie sich durch all ihre Filme gleichen Musters als Prügelknaben beim Publikum eingebrannt haben. Letztendlich nutzt man das was den Werken gerne vorgeworfen wird, das endgültige Widerkäuern ein und der selben Idee, um daraus die Wirkung zu erzielen.

Das weiß zu gefallen und wird auf Seiten der Sanften auch ordentlich ausgeschlachtet mit lustigen kleinen Macken im Verhalten und Rückgrat-losen Sprüchen wie dem Highlight um die Verteidigung einer Walderdbeere. Wenn auf der umgekehrten Seite dem dicken Haudegen ein Diät-Menü serviert wird oder per Hypnose versucht wird geheime Informationen zu entlocken, bleibt kein Auge trocken. Ohnehin scheint es Bud Spencer zu sein, der die besseren Szenen zugeschrieben bekommen hat, wenn auch nur im direkten Vergleich.

„Vier Fäuste gegen Rio“ will nichts Großes sein, lebt mit viel Spielfreude seine simple Idee aus und setzt damit eigentlich auf Nummer sicher, zum Glück auf die gelungene Art, so dass die Bewunderer von Spencer und Hill ihre beiden Stars noch einmal in einem für Fans rundum gelungenen Film sehen durften, bevor nur noch Magerkost oder Alternativprogramm mit ihrer Teilnahme in die Kinos kam. „Vier Fäuste gegen Rio“ kann man als den letzten großen und echten Film der beiden betrachten. Der bereits recht witzarm ausgefallene Folgefilm „Die Miami Cops“ besaß nichts mehr vom Charme der so endlos scheinenden Reihe um die Spencer/Hill-Prügelkomik-Filme.  OFDb

25.12.2012

ZWEI SIND NICHT ZU BREMSEN (1978)

Johnny Firpo, Geheimdienstler, soll den Kopf des illegalen Glücksspiels dingfest machen. Er benötigt zur Verstärkung die Hilfe seines Bruders Charlie, der einst Profi im Bereich des Glücksspiels war. Der hat jedoch keine Lust bei solcherlei Aufträgen zu helfen, da er das zocken aufgegeben hat. Also trickst Johnny ihn aus. Er lässt Charlie glauben ihr Vater wäre blind geworden, und so sammeln beide Geld für ihren armen Dad - natürlich beim Glücksspiel...

Zwei Zocker außer Rand und Band...
 
Diese "Zwei sind nicht zu bremsen" - nicht für Fans. Neutrale Filmfreunde werden den Streifen sicherlich schnell mit der Fernbedienung bremsen, hat er doch wieder einmal kaum Inhalt und kann inszenatorisch nicht wirklich überzeugen. Aber Freunde des Prügel-Duos kommen dank lustiger Raufereien, blöder Sprüche und alberner Situationen wieder voll auf ihre Kosten.

Die Nichtgeschichte wird zu Beginn kurz angerissen, dann geht es eher in Episodenformat mit inhaltlichem Leerlauf weiter (Autorennen, Zockereien,...). In der letzten halben Stunde wird die Story dann noch einmal eine Spur deutlicher und zeigt, dass der so leer wirkende Prozess des Hauptteils von "Zwei sind nicht zu bremsen" sehr wohl Handlung besaß.

Die eher dünne Geschichte sorgt nie für Langeweile. Neben arg plumpen, und dadurch wieder richtig lustigen, Sprüchen ist sich gerade Bud Spencer diesmal für keinen Klamauk zu schade. Ähnlich wie wenn man mal selbst einen kleinen Streifen zu Hause unter Freunden dreht, so wagt es sich Bud Spencer hier ganz öffentlich herumzualbern mit freiwillig blöder Perücke oder im Babykostüm für die billigen, aber doch wirksamen, Lacher.

Auch eine der Prügelszenen wirkt besonders gelungen, da eher banal: Eimer und Holzlatten werden eingebracht, und so wie die Leute da stehen und wann was auf die Mütze kriegen, ist die Szene sehr stark an einer Zirkusnummer mit Clowns angelehnt. Eigentlich kein Kompliment, sind Clowns doch schließlich weit unten in der Klasse der verschiedenen Komikformen (weshalb ich es für Chaplin und Laurel immer beleidigend finde, wenn sie als Clowns bezeichnet werden), aber in diesem Falle meine ich es positiv, da inszenatorisch.

Negativ, auch für Fans, ist diesmal die Musik. Wo sonst jeder andere Streifen des Spencer-Hill-Teams einen flotten Ohrwurm bot, den man nach dem Sichten des Werkes einfach nicht mehr los wurde, wird hier eine eher banale Melodie eingespielt, die in ihrem Rhythmus zwar leicht flott wirkt, der Konkurrenz anderer Filme der zwei aber nicht gerecht wird.
 
Prügelszenen gibt es diesmal zuhauf, das ist für manche negativ für andere positiv. Ich finde es liegt immer an der Umsetzung. Es gibt Kloppereien in anderen Filmen des Dicken und des Blauäugigen, die sind zu schnell herunter gedreht und haben keine Wirkung. In "Zwei sind nicht zu bremsen" ist dies nicht der Fall. Die Regie hatte ein gutes Auge dafür auf Kleinigkeiten zu achten, das aneinander Vorbeischlagen wird nur in wenigen Szenen deutlich, und dank verschiedener Gerätschaften und besonderer Kulissen wird es für den Betrachter auch nie zu monoton.

Hill kämpft diesmal weniger als sein dicker Kumpel, dafür darf man diesmal auch einen kurzen Kampf zwischen den beiden Stars sichten. Als Besonderheiten gibt es diesmal zudem eine Szene, in der Spencer und Hill einander beim Schlagen stets ausweichen und damit jeweils die Gegner treffen, und eine nicht sichtbare Prügelszene gibt es auch, in der die Opfer einfach aus dem Fenster geworfen werden. Meiner Meinung nach wurde diese Art Prügelkomik in seiner Einfachheit in "Aladin" mit Spencer perfektioniert, wo in einer Szene kurz das Licht aus geht, man hört die kultigen Prügelgeräusche, und wenn das Licht wieder angeht steht nur noch Buddy mit den Füßen auf dem Boden. Ideen entwickeln sich halt von Film zu Film und der wenig beliebte "Aladin" sollte ja erst 8 Jahre später folgen.

Dass auch die Gegner wieder nett besetzt sind möchte ich auch noch kurz erwähnen, immerhin ist dies auch nicht immer der Fall. Zu guter letzt bleibt mir nur die Empfehlung an den Fan der zwei. Für Nichtfans des raufenden Duos müsste der Film mit zu den banalsten Geschichten gehören, in dem die zwei Haudegen je gemeinsam mitgespielt haben.  OFDb

17.06.2012

ZWEI WIE PECH UND SCHWEFEL (1974)

Zwei Haudegen legen sich mit der Mafia an, da deren Mitglieder ihr heißgeliebtes Strandbuggy auf dem Gewissen haben...

Babba-beo, babba-beo...
 
Man ist vom Prügelduo Bud Spencer und Terence Hill schon so einiges gewohnt. Der einzig realistisch betrachtet anspruchsvolle Film der beiden war "Die rechte und die linke Hand des Teufels". Alle weiteren gemeinsame Werke waren schlichte Fun-Filme für zwischendurch, mal mehr gelungen und mal weniger. Die Handlung dieser Werke war jeweils hauchdünn, bis zum Jahr 1973 war "Zwei wie Pech und Schwefel" jedoch ganz deutlich der Spitzenreiter in diesem Bereich. Da darf man schon zu Recht fragen, wie es eine Komödie schafft, die gerade einmal von einer prügelfreudigen Schadensersatzforderung an die Mafia handelt, derart gut zu unterhalten.

„Zwei wie Pech und Schwefel“ ist wie so ziemlich jeder andere Beitrag des Prügel-Duos weit von jeglicher Realität entfernt. Zwei Bauarbeiter-Typen geben der Mafia eins auf die 12 und überleben diesen Mut nicht nur, sondern kommen auch immer als die Sieger aus jeglicher Situation heraus. Aber der Charme dieses Filmes liegt mitunter gerade an seiner herrlichen Naivität, welche den Mann von nebenan zu einer Art Superheld erklärt.

Marcello Fondato kümmert sich einfach nicht darum irgendetwas zu vertiefen was ohnehin nicht zu vertiefen nötig wäre und baut auf der Stärke des Teams Spencer/Hill auf. Selten durften diese so hemmungslos herumblödeln wie hier. Ganz deutlich wird dies in der grandios albernen Gesangsszene, eine Kultszene für jeden Fan des Duos. Den Höhepunkt erreicht besagte Szene dann, wenn Bud Spencer sich Richtung Frauenchor schleicht und mit heller Stimme deren Part mitsingt.

Alles guckt sich weit hergeholt, alles wird nur inszeniert für den schlichten Lacher. Konsequent kann man da nur sagen, nur selten geben sich Komödien derart der Banalität hin und kommen damit zu einem solch lustigen Ergebnis. Entweder schütten sie einen lustlos mit Nonsens zu, wie so manche Leslie Nielsen-Entgleisung oder sie meiden ein derartiges Niveau von Anfang an.

Unwichtigkeiten wie der Würstchen- und Bierwettbewerb werden derart zelebriert, dass sicherlich der ein oder andere spätestens dort damals den Kinosaal verlassen hat. Aber Spencer/Hill-Filme standen schon immer für eine ganz individuelle Sorte Actionfilm, die nie komplett ohne beide Darsteller zu funktionieren wusste. Das ist vielleicht auch besser so. Ich will mir gar nicht vorstellen wie so ein Prügelfilmchen mit geistigem Dünnschiss im Look der Jahrtausendwende und im Wandel des Kinos seit damals heute aussehen würde, wenn es auch ohne die beiden Stars umzusetzen gewesen wäre.

Wundern darf man sich sicherlich über das Auftauchen von Donald Pleasance. Dieser darf eine wunderbar überdrehte Comicrolle spielen, ebenso wie sein Filmpartner, der dicke Mafiachef. Beide hätten genauso gut in einem „Clever & Smart"-Heft auftauchen können, besitzen keinerlei Tiefsinn, so wie jeder Charakter dieses Streifens, und so funktionieren sie eben auch nur auf der dünnen Basis dieses Filmes. Ihre Rollen in anderen Mafiasituationen weiter gedacht wären schon nicht mehr wirksam.

Zu guter Letzt sei noch die wunderbare Musik erwähnt, ein Trumpf des Großteils der Spencer/Hill-Filme und wie so oft schlicht komponiert aber ohrwurmverdächtig ausgefallen. Andere Lieder braucht man hier kaum suchen.

Dass sich die beiden Hauptdarsteller diesmal auch anders zu wehren wissen als immer nur mit bloßen Fäusten, ist weder Stilbruch noch negativ zu betrachten. Im Gegenteil, Szenen wie die Zerstörung der parkenden Autos durch andere Autos mittels eines Gabelstaplers sind lustig inszeniert. Dass es immer das selbe in Grün ist, wie beispielsweise die Eingangssequenz in "Vier Fäuste für ein Halleluja" (dort waren es Bohnen und Pferde anstatt Autos), ist dabei ziemlich schnuppe. So lang der Spaß an der Freude beim Zuschauer überspringt, kann nicht zu viel verkehrt gemacht worden sein, zumal die Filme u.a. von Wiederholungen und Übereinstimmungen in Form von Running Gags leben. Es war seinerzeit ohnehin ein kleines Wunder, dass sich die Prügeleien der beiden Stars auch außerhalb des Western-Genres wirksam anwenden ließen. Dass „Zwei wie Pech und Schwefel“ letzten Endes nur für die schnelle Mark gedreht wurde, dürfte jedem klar sein, manchmal geht ein solches Rezept halt trotzdem auf.

Man muss dem Film zu gute halten, dass er nichts Großes sein will und seine Plumpheit nicht zufälliger Natur ist, sondern geradezu provoziert wurde. Ob es irgendwem mundet, der es in der Regel nicht so mit Spencer/Hill-Filmen hat, ist fraglich. In meinen Augen ist dieser Streifen geradezu auf den Fan zugeschnitten und bietet keinerlei Zusatzfreuden für andere Cineasten. Aber wen juckt das, wenn im Gegenzug den Fans des Duos mit "Zwei wie Pech und Schwefel" ein solch großartiges, unverfälschtes Geschenk gemacht wurde?  OFDb