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20.07.2014

NATÜRLICH BLOND (2001)

„Natürlich blond“ ist zwar naiv erzählt, aber auch kurzweilig, witzig und mit Witherspoon in der Hauptrolle gut besetzt. Der Film schippert seicht daher und weiß 90 Minuten lang auf ganz schlichte Art zu unterhalten. Aber muss eine Geschichte wie diese wirklich gleich so extrem naiv daher kommen, wie es für Hollywood-Verhältnisse üblich ist? Ist eine Spur von Logik denn schon zu viel verlangt?

Wie oft liest man, dass Witherspoon in diesem Film zeigt dass auch eine Blonde intelligent sein kann und sich gegen die Welt behaupten kann. Schön und gut, aber dafür hätte man ein Drehbuch gebraucht dem dieser Aspekt auch wirklich am Herzen liegt. Was uns in „Natürlich blond“ präsentiert wird ist eine pfiffige Blondine, klug in ihrem Interessenbereich, aber dumm genug im Verlauf des Filmes nur geistfreies und oberflächliches zu tun. Dass sie im Laufe der Story die Karriereleiter hoch schreitet, verdankt sie lediglich ihrem Glück. Ihr Wissen über Dauerwellen, Beautyschuppen und ähnlichem helfen ihr die kleinen und großen Probleme im Studium und im Praktikum zu meistern. Nie fordert das Drehbuch sie auf über ihre Grenzen hinweg zu agieren und damit zu beweisen wie klug sie nun wirklich ist.

Ich weiß, man kann schon sehr pingelig sein. „Natürlich blond" soll geistfrei kurzweilig unterhalten, und das tut er schließlich auch. Aber ich denke mal dass auch ein seichter Film nicht zwangsläufig auf Kosten der Logik seine blauäugige Story präsentieren muss. "Pretty Woman" war auch alles andere als realitätsorientiert erzählt, aber er war innerhalb seines Universums, 90 Minuten für sich eingeschlossen glaubwürdig. Elle kauft man ihren Erfolg aufgrund ihres peinlichen Denkens und Verhaltens nie ab.

Spätestens wenn die von Witherspoon so passend verkörperte Blonde zum Ende des Films ihren Schritt in die große Karrierewelt tut und mitunter die beste Studentin ihres Jahrgangs war ist dies völlig an den Haaren herbei gezogen. Wieviele Justizfälle, die für den Zuschauer aus Zeitgründen ausgeblendet werden, werden denn noch mit ihrem Schickimicki-Wissen zu tun gehabt haben? Wann hat sie mal außerhalb ihrer Beautywelt mehr getan als irgend etwas auswendig zu lernen? Und was hat auswendig lernen mit Intelligenz zu tun? Das sind Fragen die nicht beantworten werden, deren Antwort aber in den übersprungenen 3 Jahren vermutet werden können, ein von Zuschauerseite wohlgesonnener Rettungsanker, um auf den an sich heiter und kurzweilig erzählten Film nicht mehr zu schimpfen als nötig.

Was bleibt ist eine Komödie für Träumerinnen, ein Film für dumme Püppchen zur Selbstwertsteigerung und ein kleiner Streifen für Menschen wie mich, die sich hin und wieder gerne auch mal unter Niveau ein locker flockiges Filmchen angucken mit einem Naivitätsgehalt hoch zehn. Die bessere Alternative wäre jedoch eine geistfreie Komödie gewesen ohne das Makel der vollkommenen Unglaubwürdigkeit.  OFDb

26.01.2013

SOUL SURVIVORS (2001)

Das College-Leben beginnt, deshalb nehmen drei Highschool-Freunde Abschied voneinander, machen ein letztes Mal Party, was mit dem Tod einer der Dreien während einer Autofahrt endet. Cassie beginnt unter Trauer ihr Studium und fühlt sich unwohl, da sie von Visionen geplagt wird. Da diese morbiden Inhalt haben und ein ominöser Maskierter bedrohlich wirkt, driftet Cassie immer mehr vom Lernen ab und beschäftigt sich mit den Hintergründen der seltsamen Ereignisse, die sie zu umgeben scheinen...

Visionen als Spiegelbild...
 
Das Teenpublikum braucht ab und an seine Schmusemomente, Werke die in den Bereich der Soap fallen. Doch es gibt immer mal Jugendliche, denen klassische Werke aus diesem Bereich („Unter uns“, „Lindenstraße“, ...) zu peinlich sind. Und diese holen sich ihren Soap-Stoff in Zeiten des beliebten Horror-Genres dort, wo sich kein echter Horrorfan hin begibt.

Das gab es im Prinzip schon immer, lediglich die Genres die gerade in waren änderten sich. In den 70ern gab es diese Emotionswerke z.B. durch „Kampfstern Galactica“, in den 90ern durch die Serie „Superman – Die Abenteuer von Lois und Clark“. Diese ganzen Produktionen zeichnen sich dadurch aus, dass das geborgte Genre nur dünne Grundlage ist, um Liebesgeplänkel, Trauer, Intrigen und anderes Soap-Gehabe zu erzählen.

Und so ist es dann auch mit „Soul Survivors“. Nach Außen hin gibt er sich als normaler Horrorfilm aus (immerhin will man ja nicht nur beim Zielpublikum Kohle absahnen). Das Cover zeigt langweilig die seit „Scream“ pflichtmäßig gestylten Teen-Gesichter, und die Umsetzung versucht mit einem wirren Durcheinander mystischer Szenen vom Soap-Anliegen abzulenken. Das Ziel wird manchmal erreicht, selbst dann aber nicht im positiven.

Durch die völlig wirr erzählte Geschichte kommt keinerlei Spannung auf. Dennoch hilft die Verwirrung einem, trotz unglaublich nerviger, dummer und fragwürdiger Charaktere, dran zu bleiben. Es gibt kaum etwas schlimmeres als einen Film, den man für sich noch nicht zusammensortiert bekommen hat, frühzeitig abzuschalten. Manch einer hat den Braten des Schlussgags früh gerochen. Ich muss gestehen dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen habe und habe immer kompliziert in andere Richtungen gedacht. Dabei lag es so nahe, nach Erfolgen von „The Others“ und „The Sixth Sense“, dass auch hier wieder auf einem publikumsbeliebtem Erzählmuster draufgesprungen wird.

Horrorfilme, die von Visionen handeln, sind eigentlich fast immer todlangweilig (trauriger Höhepunkt ist die Neuverfilmung des Klassikers „Carnival Of Souls“). Seinen Grusel-Hauptteil zieht „Soul Survivors“ aus diesem Bereich. Aber man kennt Produktionen wie diese. Es muss immer auf Nummer Sicher gesetzt werden. So darf auch der Verfolger im Maskengewand nicht fehlen. Aufgrund der Fragwürdigkeit der Hauptperson Cassie wirkt dieser allerdings nicht bösartiger als sie selbst. Die einen zerstören Seelen, die anderen (stehen in Verdacht zu) morden. Sollen Philosophen und Dichter entscheiden, was das bösere Übel ist.

Das fertige Werk gibt sich auf jeden Fall so wirr und undurchsichtig, dass man fast jegliche Lust am Weitergucken verliert (was auch an den unsympathischen Charakteren liegt). Vieles wird einfach hingenommen, ominöse Wendungen werden erst entfernt durch die Auflösung erklärt, und auch wenn man wie ich null Durchblick hat, bleibt alles lediglich langweilig. Bei so schlechtem Horror kann ganz selten Soap einen Film sogar aufwerten, dann muss aber die Charakterzeichnung und die Problemwelt der Protagonisten stimmen, und das ist in diesem Schinken auch nicht der Fall. So bleibt das Endergebnis ein totaler Reinfall, den man mit viel Geduld gelangweilt bis zum Schluss gucken kann. Man will ja schließlich nicht dumm und unwissend sterben.  OFDb

02.01.2013

MOTEL (2007)

Ein zerstrittenes Noch-Ehepaar kommt nach einer Autopanne in einem schäbigen Motel unter und muss feststellen, dass viele ehemalige Gäste Opfer für Snuff-Movies wurden. Zur Flucht ist es bereits zu spät...

Die Softversion von Hostel...
 
Eine solche Geschichte kombiniert mit Hauptdarsteller Luke Wilson, das lockte mich und hob meine Erwartungen. Doch genau diese sollte man senken, um an „Motel“ Gefallen zu finden. Was hier an Unsinnigkeiten lauern ist schon ein wenig ärgerlich, dank einer ansonsten guten Inszenierung jedoch nicht katastrophal.

Dennoch hat das Drehbuch Schnitzer, die nicht sein müssten. David, der männliche Part des Paares, entdeckt die Kameras recht früh, zerstört sie jedoch nicht. Ein Sichten ehemaliger Folter- und Mordsequenzen zeigt glasklar, dass mit Ton gefilmt wird. Dennoch plant man Fluchtversuche und Täuschungen, wissendlich gefilmt zu werden. Ein Trick? Leider nein! Eine Unlogik der Protagonisten? Jain, denn auch Regie und Drehbuch nehmen im weiteren Verlauf der Geschichte diesen Bruch in der Logik nicht wahr.

So braucht man sich nicht wundern, dass jede Figur ihre unsinnigen Momente hat und somit gerade das Finale ein wenig enttäuscht, wenn sich der Kampf gegen die Mörder als relativ einfach entpuppt. Und trotz alledem: mir hat „Motel“ gefallen.

„Motel“ ist Teil des zur Zeit sehr angesagten Folterfilms a la „Saw“ und „Hostel“, bleibt jedoch ziemlich blutleer und schließt voyeuristische Momente aus. Regisseur Antal setzt auf eine stimmungsvolle Umsetzung, arbeitet mit düsteren Bildern und weiß, wie er beim Zuschauer ein unwohliges Mitfiebern verursacht. Stilistisch und auch inhaltlich kann man sein Werk mit dem B-Film „Zero Boys“ vergleichen, der zwar handwerklich wesentlich banaler umgesetzt war, aber auch zu gefallen wusste. „Motel“ bleibt bis kurz vor Schluss sehr spannend und hat von Beginn an eine dichte, mitreißende Atmosphäre.

Das beginnt bei dem sehr schönen Vorspann, der uns eine flotte Melodie vor die Ohren schmeißt, die, wie sollte es anders sein, aufgrund der Motel-Thematik unauffällig „Psycho“ zitiert. Dazu sichten wir die Namen der Beteiligten in einer graphischen Tricksequenz, die zwar recht simpel ist, aber eine hohe Wirkung besitzt, erst recht wenn sie sich am Ende als Labyrinth zu erkennen gibt.

Was man danach sichten darf ist eine lange Autofahr-Szene, in welcher das zerstrittene Pärchen seinen Charakter vorstellen darf und Hintergrundinformationen der persönlichen Situation preisgibt. Im Bereich der Tragik ist nicht alles gelungen, manches wirkt schlichtweg aufgesetzt (z.B. findet die Frau ein Bild des verstorbenen Kindes), aber man lauscht interessiert den Dialogen, die nie langweilig werden oder aufgrund des Ehezwists nervig.

Kaum im Motel angekommen kommt die Geschichte auch schnell in Fahrt und hält konstant ein hohes Tempo, was sich auch an der kurzen Lauflänge von etwa 80 Minuten zeigt. Es gibt ein Katz- und Mausspiel zum Mitfiebern, das, wie erwähnt, zum Finale hin leider zu banal wird. Gerade hier hätte man mit Überraschungen arbeiten müssen und, wenn schon harte Bilder einsparend, wenigstens mit fiesen Ideen arbeiten müssen. Aber echte Zuschauerschocks gibt es nicht mehr. Im Finale wird nur noch Richtung Happy End gearbeitet, und der Zuschauer wird dabei auch noch mit Samthandschuhen angefasst.

Über die Besetzung kann man nicht meckern. Der unterschätzte Luke Wilson spielt routiniert gekonnt wie eh und je. Seine weibliche Partnerin Kate Beckinsale weiß auch zu gefallen, und mittendrin findet sich auch der eher unbekannte Ethan Embry, den ich persönlich gerne sichte, so dass ich es sehr schade fand, dass er nur solch einen kurzen Part beschert bekam. Gut auch die Darstellung von Frank Whaley, der den Motelmanager spielen darf.

Gekonnte Spannungsmomente gibt es genug, so dass das mangelnde Spiel mit dem Zuschauer und eigentliche Unsinnigkeiten verziehen sein könnten. Ich zumindest gebe mich da recht gnädig, auch wenn ich in anderen Filmbesprechungen da strenger sein mag. Was am Ende zählt ist der Unterhaltungswert, und der war dank der dichten Atmosphäre und der guten schauspielerischen Leistungen sehr hoch, so dass ich „Motel“ trotz aller Schwächen weiterempfehle. Man sollte jedoch vorgewarnt sein.  OFDb 

23.12.2012

IDIOCRACY (2006)

Für ein Jahr soll ein sehr durchschnittlicher Soldat und eine freiwillige Zivilistin zu Versuchszwecken eingefroren werden. Dummerweise gerät das Projekt in Vergessenheit, und so wachen Joe und Rita erst 500 Jahre später auf. Auf den ersten Schock folgt der zweite: die Welt ist komplett verblödet. Joe ist mit seinem damaligen Durchschnitts-IQ gar der klügste Mann der Welt geworden...

Schock und Bestätigung zugleich...
 
Da gibt es diese wirklich großartige Filmidee, und den Verantwortlichen dieses Werkes fällt nichts besseres ein, als ihm den albernen Namen „Idiocracy“ zu geben. In manchen Augen scheint der Streifen diesen verdient zu haben, bietet er doch besonders albernen Klamauk. Aber solchen Personen teile ich gerne eine wertvolle Information mit: Klamauk ist nicht immer geistlos. Und so verhält es sich auch in dieser Science Fiction-Komödie. Der Klamauk entsteht aus der konsequenten Weiterführung der Ausgangsidee. Man kann diese verblödete Welt nicht ohne Daueridiotie darstellen (nicht in einer Komödie), zumindest nicht wenn sie der Hauptnerv der Geschichte ist.

Als Gegenpol zum sehr albernen Drumherum steht das Versuchskaninchen Joe (selbst sein Name ist Durchschnitt). Dieser tappst recht ernst durch den Film. In dieser Welt voller Dummheit übertragen sich seine Gefühle, und mögen sie noch so banal sein, direkt auf den Zuschauer, der keine andere Wahl hat als Joe als Identifikationsfigur anzunehmen. Und das selbst dann, wenn Regisseur Mike Judge den Durchschnittsmenschen von heute augenzwinkernder Weise auch nicht komplett ohne Dummheit segnet. Zumindest bekommt man ein arg unwohliges Gefühl, wenn Joe sich in der Zukunft nach einer Zeitmaschine informiert, weil man bereits damals an so etwas gearbeitet habe. Autsch! Was ein Tiefschlag an uns Durchschnittsbürger!

Besetzt wurde die Rolle des Joe mit Luke Wilson. Der spielt diesmal nicht ganz so bravourös wie in „Die Royal Tenenbaums“ (wo er die großen Stars fast an die Wand spielte) und in „Die Super-Ex“ (wo er beweisen konnte welch tolle Mimiken er auf Lager hat). Aber er spielt gut. Man muss einfach mal anerkennen, dass das Talent eines Schauspielers sich auch anhand von Zurückhaltung zeigen kann. Wilson spielt zurückhaltend, damit die verdummte Welt um so extremer wirken kann.

Als ob sie das nicht auch so schon würde, so aber wirkt sie wie ein Atomschlag gegen jede Form der Intelligenz. Das wirkt albern, das ist es im Effekt auch, aber der Hintergrund sieht ganz anders aus. Das ist intelligente Kritik am Werteverfall heutiger Zeiten, und dieser wird sogar in zwei Bereichen gezeigt: der Mangel an Bildung/das Desinteresse an gehirnanregenden Aktionen und die moderne Haltung der Familienplanung gegenüber.

Diese wird gerade in den ersten Filmminuten hervorragend parodiert, in einer Phase, in der uns zunächst einmal erzählt wird wie es zu der verdummten Welt kommen konnte. Der Anfang ist auch gleich der Höhepunkt des kompletten Filmes, denn eines kann man dem Restfilm trotz seines guten Ergebnisses ruhig vorwerfen: der Satiregehalt hätte ruhig noch eine Spur höher ausfallen können. Die Grundidee lässt noch mehr Ideen offen als die komplett albernen.

Etwas, das man in anderen Science Fiction als negativ betrachten würde, ist in „Idiocracy“ eine besonders positive Eigenschaft. „Beavis und Butt-Head“-Erfinder Mike Judge orientiert sich stark an unserer Zeit. Hier wird kein komplett fremdes Zukunftsbild entwickelt, sondern der intelligente und durchschnittliche Part von heute einfach ausgeblendet. Und die Idioten aus der Gegenwart in übertriebener aber nicht unrealistischer Form werden als alleinige Bewohner dieser Welt gezeigt.

Sie tragen Anziehsachen wie die hirnlosen Prolls von heute. Sie interessieren sich für das gleiche geistlose Zeug, reden genau wie die wenig gebildeten Leute von heute. Sie sind komplett an der „Kultur“ der Dummen der Gegenwart orientiert. Dadurch entsteht ein komplettes Identifizieren mit dem Problem von heute. Wer ist nicht schon einmal verzweifelt, wenn er in Talk Shows die White Trash-Gesellschaft hat reden hören? Wer verzweifelt nicht, wenn nicht einmal deutsche Bürger ihre eigene Sprache beherrschen? Wer verliert nicht den Glauben an Vernunft und Intelligenz, wenn grundlegende Dinge im Alltag wie ethische Grundwerte und Politik sich als völlig dumm outen?

Hier trifft Judge genau den Nerv der Zeit, und es dürfte kaum einen halbwegs denkenden Menschen geben, der sich nicht beim Ansehen von „Idiocracy“ bestätigt fühlt, zumal der auch den Kern der Dummheit auf den Zahn fühlt: die Gier. Lediglich der zweite Eckpfeiler der Dummheit, die Eitelkeit, kommt mir zu kurz, aber was soll ich da meckern, wo das Ergebnis doch so angenehm ausgefallen ist.

Leider konzentriert sich Judge nur auf Amerika. Joe kommt nicht einmal in den Sinn zu schauen, ob es dem Ausland ähnlich ergeht. Ich sympathisiere mit einer Idee von mir, in welcher das Ausland kichernd das Treiben im verblödeten Amerika beobachtet. Das wäre vielleicht eine Idee für eine Fortsetzung. Aber was soll man am Ausblenden des kompletten Auslandes in diesem Film verstehen? Ist es das übliche, kulturell geprägte, Ignorieren anderer Länder oder ist es gar eine Parodie darauf? Verkörpert über Joe könnte dies ein ähnlicher Tiefschlag sein, wie die Frage nach einer Zeitmaschine. Da das Thema Ausland aber nicht einmal im kleinsten Hauch angesprochen wird, vermute ich leider ersteres.

Außerdem hinterlässt der Film bei mir ein Wechselbad der Gefühle, was seine Schauwerte angeht. Soll hier wirklich immer nur Parodie stattfinden, oder biedert sich der Film nicht auch dem sensationsgeilen Publikum an? Ein Catcher als Präsident der USA, willkürliches Herumgeballer durch gedankenloses Waffen nutzen und nicht zu vergessen der Showdown, der während eines Monster-Truck-Crash-Spektakels stattfindet. Wie oben erwähnt ist das alles konsequent, aber die stillen Gags, die auf ähnliches abzielen, haben meiner Meinung nach eine größere Wirkung: Die Weltnachrichten als Unterabteilung in einem Sexheftchen, das Fernsehprogramm mit Sendungen wie „Autsch meine Eier“. Nur eine Idee kommt komplett einfallslos, uninspiriert und komplett unwitzig daher und die betrifft das Kinoprogramm der Zukunft. Hier kommt ein Niveau auf, das den Rest des Filmes zum Glück nicht mehr wiederholt wird.

Der versöhnliche Schluss, in einer Welt voller Idioten noch etwas charmantes oder gar positives zu sehen, gehört ebenfalls zu den Punkten, die sich dem Publikum zu sehr anbiedern. Ein solcher Schluss ist typisch für amerikanische Filme, aber sollte man, wenn man die geistlosen Dinge der Jetztzeit parodiert, nicht auch auf solche Elemente hinweisen? Immerhin führt auch die ewige Wiederholung zur Geistlosigkeit (was der Film mit seiner Parodie auf gelernte Werbesprüche an anderer Stelle auch sehr deutlich macht). Sollte man Kritik wirklich nur inhaltlich einbringen? Wäre sie nicht auch in der Form angebracht gewesen? Ein Film mit konsequenterem Schluss hätte mehr geboten als nur eine gefühlnahe Geschichte, die einen erfreut und Angst zugleich macht. Ein Film, der auch in seinem Erscheinen anders gewesen wäre, hätte mehr Denkanstöße bieten können.  OFDb