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21.08.2025

Von schmerzenden, doppelten und aufgepeppten Körpern - Kurzkommentare (7)

 

Shark Bait (2022) 

Hier haben wir es mit der plumpen Art Hai-Horror zu tun, die durch nichts Erzählenswertes auffällt. Nun erwartet man in diesem Bereich kaum etwas Innovatives, aber Werke wie "Great White" retten sich zumindest mit funktionierendem Zwischenmenschlichen. Ein paar flache Teen-Charaktere, die sich schon vor der Notsituation austauschbar anfühlen und kaputte Jet Skies, anstatt der üblichen Gegenstände, mit denen man in Alternativstoffen auf dem Meer treibt, können in einem spannungsarm inszenierten Standardszenario nichts ausrichten. Auch die Hai-Attacken selbst wissen nicht zu begeistern. Als Schlaftablette brauchbar!  OFDb

 

Black Widow (2021) 

Ohne tatsächlich phantastische Zusatzelemente aus dem Fantasy- oder Science Fiction-Bereich zu liefern, wird uns hier eine actiongeladene, nicht unsympathische Superheldengeschichte aus dem Marvel-Universum serviert, die zumindest ein wenig auf Charaktere baut, zumindest auf deren verwobenes Schicksal. Ohne gleich zu etwas Weltbewegenden zu werden, funktioniert "Black Widow" auf simpler Unterhaltungsebene u.a. durch die gute Besetzung, in der Florence Pugh der stets vorbildlich agierenden Scarlett Johansson die Show in einer Rolle stiehlt, die man wenige Jahre zuvor noch mit Chloë Grace Moretz besetzt hätte. Auch die Eingangssequenz, die zu bitteren Erkenntnissen führt, gehört zu den Highlights des Films. Theoretisch unüberwindbare Versöhnungen werden auf Comic-Art charmant gemeistert.  Wiki

 

Der 6 Millionen Dollar Mann (1973)  

Der Pilotfilm zur darauf folgenden erfolgreichen Serie lässt sich viel Zeit für die Entwicklung seiner Situation, die später interessanter mit "RoboCop" variiert wurde. Selbst mit der Langsamkeit von 70er Jahre-Filmen betrachtet, die ich für einen Vorteil dieser Dekade halte, schleicht die Geschichte hier zu lahm voran, gerade wenn die Vorgeschichte bis zum Unfall des Protagonisten zu Ende erzählt wurde. Sie bildet aufgrund dieser zähen Umsetzung den unterhaltsameren Teil der Geschichte, der bereits dort vor Klischees nur so strotzt. Ist der Zustand des Superhelden endlich erreicht, bekleckert man sich auch hier nicht wirklich mit Ruhm, bleibt der Plot doch unaufgeregter als erwartet, und folgt er doch, in einem Werk das sich eher wie konzipiertes Produkt anfühlt, den schon damals üblichen Klischees und Pfaden dieser Art Handlung.  Wiki  

 

Enemy (2013) 

Aus seinem reizvoll ungewöhnlichen Ausgangsszenario holt "Enemy" in seiner intellektuellen Art ganz andere Sachen heraus, als man vermuten würde, teilweise unsichtbar für den für solche Stoffe weniger gemachten Zuschauer, so subtil und nüchtern, wie der nicht spannungsarme Stoff voranschreitet. Sein ominöser Schluss, anstatt einer deutlichen Erklärung für alles, wird manch einem den Rest geben. Ich persönlich fand "Enemy" nicht uninteressant, begeistert hat er mich aber auch nicht. Die Leistung seiner Darsteller und die sehenswerte Kameraarbeit tröstet über manch zu schlicht geratene Phase jedoch hinweg. Die rätselhafte erste Hälfte ist meiner Meinung nach besser ausgefallen als jener Part der Geschichte, in dem beide Gyllenhaal-Rollen eingeweiht sind.  Wiki  

 

Cabin of the Dead (2012)

Seinen besten Moment hat "Wither" (Originaltitel) wenn sich eine der Figuren, der jungen Gruppe, um die es hier geht, als eher unfreiwillige Teilnehmerin eines Streiches alleine durch das düstere Haus stolpert, was zum Auslöser der Geschehnisse führen wird. Die folgen brav dem Weg der ansteckenden Zombie-Thematik mit einem Hauch "Cabin Fever" und driftet trotz schwedischem Produktionsland schnell in den Routinebereich dieser Art Film ab. Eine ordentliche Portion Blut kann nicht über den zu dünnen Plot mit zu austauschbaren Charakteren hinweg täuschen, auch wenn man sichtlich bemüht ist das Ganze gut aussehen zu lassen.  OFDb

26.06.2025

Kurzkommentare (3)

 

Reine Nervensache (1999)

DeNiro parodiert seine Paraderolle comicmäßig herrlich übertrieben und könnte dies wahrscheinlich im Schlaf, und das Drehbuch liefert wundervolle, alberne Pointen und Dialoge dazu ab. Es ist die Verspieltheit, die kindliche Freude die Sichtweise eines Kriminellen, eines Gewalttäters auf die Welt eines Analysten stoßen zu lassen, was den Film zum funktionierenden Selbstläufer werden lässt. DeNiros Gegenpol ist zu brav und steif gespielt von Billy Crystal, wie man ihn kennt, aber umringt von spielfreudigen weiteren Akteuren. Lediglich den Frauenrollen wurde keine Bemerkung geschenkt, deswegen sind sie wohl auch so austauschbar besetzt.  Wiki

 

Doctor Who - Die Heimsuchung (1982)

Böse Reptilien in der Vergangenheit der Erde, der Doktor inmitten des letzten Pestausbruchs, ferngesteuerte Einwohner und ein schelmischer Helfer aus der dort gerade stattfindenden Gegenwart, das alles ergibt im Mix einen unterhaltsamen Vierteiler, der nicht wirklich aus der Masse herausragt, aber keinerlei Längen besitzt. Der fünfte Doktor beweist sich ein weiteres Mal als sympathische Neubesetzung, lediglich die hohe Anzahl an Begleitern schadet den Abenteuern in dieser Phase ein wenig, ähnlich wie in den Anfängen des 13. Doktors, in dem sich selbige Fehlentscheidung einschlich.  Wiki

 

We Are Zombies (2023)

"We Are Zombies" ist durchaus eine amüsante Angelegenheit und kurzweilig zu konsumieren. Die Treffsicherheit eines "Turbo Kid" und die Brillanz eines "Summer of 84" ist in der erneuten Zusammenarbeit des Regie- und Drehbuch-Teams Simard und der beiden Whissells jedoch nicht zu bemerken, dafür fällt das Ergebnis trotz einiger weniger Besonderheiten dann doch zu austauschbar aus. Die Verspieltheit mit den Vorbildern und ihren Klischees wirkt aufgesetzter als üblicher Weise von diesem Trio zu erwarten war. Aber interessant genug ist die Horror-Komödie durchaus ausgefallen, es fehlt lediglich am Charme der Vorgänger.  Wiki

 

Saturday Night Fever (1977)

Es ist erstaunlich, wie neutral der Film über eine Figur berichtet, die sich für unglaublich toll und talentiert hält, während um sie herum die Tristheit des restlichen Alltags außerhalb der Disco trotz allerhand Klischees recht realistisch anmutend beleuchtet wird. Travoltas Rolle soll nur Identifikationsfigur sein, niemand mit Sympathie. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte jedoch jemanden mit diesem Attribut benötigt, so arrogant und selbstverliebt der Held hier eine plumpe Modewelle zelebriert. Soziale Fragwürdigkeiten, wie eine Vergewaltigungsszene, die als zu verzeihende Selbstverständlichkeit eingebaut wurde, machen den Zugang für Menschen, denen die Tanzmaterie fremd ist, nicht gerade leichter.  Wiki  

 

Perfide (2014)

Müder Horrorfilm, der trotz des reizvollen Herkunftlandes Chile keinerlei fremdartige Atmosphäre aufweisen kann, geschweige denn eine dem Horrorfilm geschulte düstere. Uninteressant plätschert das sich auf wenige Figuren konzentrierende Geschehen dahin, welches durch das Auftauchen bedrohlicher Fremder nicht an Fahrt oder wohligem Unbehagen gewinnt. Ich konnte diesem dünnen Plot immer uninteressanter und unsympathischer werdender Figuren tatsächlich so gar nichts abgewinnen.  OFDb  

30.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (5)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Terrifier 3 (2024)

Nicht mehr ganz so lang ausgefallen wie der Vorgänger, aber immer noch 120 Minuten laufend, merkt man wieder nichts von der Länge, so kurzweilig wie das Ergebnis wieder einmal ausgefallen ist, diesmal versehen mit mehr Hintergründen und einem Cliffhanger, so dass der dünne rote Faden etwas mehr Inhalt suggeriert. Ob nötig oder nicht, Arts Gemeinheiten sind nach wie vor brutal, und doch kann man "Terrifier 3", ebenso wie die ersten beiden Teile, nicht darauf reduzieren. Zu verspielt kommt das Gesamtszenario daher, das mit der Unberechenbarkeit des Clowns zu schocken weiß und uns nah genug an die Protagonistin heranführt, um ihr als Zuschauer mental beizustehen.  Wiki

 

Monk - Staffel 6 (2007)

Nach zweijähriger Pause schaut sich Monk auch in dieser späten Phase noch so unterhaltsam wie eh und je. Nathalie bekommt etwas mehr Profil, Randy schön blöde Macken pro Folge zugeschrieben, und auch die Fälle bleiben interessant genug. Die erste Folge wird zugleich zu einem Highlight, wenn eine Frau sich als fanatischer Monk-Fan entpuppt und als Metaebenen-Gag seinen Fällen immer jene Titel zuschreibt, welche die einzelnen Folgen in der Serie tatsächlich tragen. Auch ein Fall in der Rapszene, einer mit Nudisten, oder jener um ein Fehlurteil Monks heben sich interessant hervor, ebenso wie jene Episode, in welcher Schlaflosigkeit Monk durch das Nachtleben in der Stadt führt oder der Detektiv zum begehrten Kunstmaler wird. Dass eine Folge um eine Sekte definitiv bei einem solch labilen Charakter nur funktionieren kann, macht auch diesen Kriminalfall zu etwas Besonderem.  Wiki 

 

He's Out There (2018)

Der Publikumsliebling aus der späten "Dexter"-Phase und "The Handmaid's Tale" ist wie immer hübsch anzusehen und spielt solide genug, aber ein Werk tragen, dass fast ausschließlich von ihrer Performance lebt, ist dann doch so wenig sinnvoll, wie das zu dominante Einbinden ängstlicher Kinder, von denen eins zudem noch krank ist, um das Dilemma zu verstärken. Somit setzt man mehr auf Drama, anstatt auf Thrill, und bei so menschlichem Handeln des Killers, wäre eine düstere Umsetzung umso wichtiger gewesen, eben weil er nicht wie die (übernatürliche) Horrorfilmbedrohung daher kommt. Letztendlich interessiert es bei derartiger Routine kaum, wie es die Heldin schaffen wird, während das Schicksal ihres Ehemannes bereits viel zu früh für solch dünnen Plot verraten wird. Nett abgefilmt, okay gespielt, aber weder wirklich unterhaltsam, noch durch irgendetwas auffällig.  Wiki

 

Der Test des Piloten Pirx (1978)

Auch wenn ich von der Testphase persönlich gerne mehr gesehen hätte, so ist dieser polnisch-sowjetische Science Fiction doch auch in den anderen Phasen nicht uninteressant, da ein Großteil der Handlung philosophischer Natur ist. Das Spiel mit dem Unwissen um Kunstmensch oder nicht, verzuckert das Gedankenexperiment. Und man kann es dem Autor nur sehr anrechnen, dass sich der finale Kniff tatsächlich als cleverer Trick entpuppt, um eine dringend benötigte Antwort auf die Kernfrage des Experiments zu erhalten. Sicherlich fällt "Testflug zum Saturn" (Alternativtitel) an manchen Stellen zu redefreudig und in die Länge gezogen heraus, da habe ich mich oft gefragt warum man sich für manch weniger wichtigen Moment mehr Zeit gelassen hat, anstatt für den Testflug an sich, aber das Ergebnist ist mehr als längst überholtes Retro-Kino, es bleibt eine eher nüchtern vorgetragene, interessante Geschichte mit einfallsreichen Gedankengängen.  Wiki   


Blade - The Iron Cross (2020)

Mit Blade als beliebteste Puppe erhält die "Puppet Master"-Reihe dessen ersten Solo-Film (ich hätte da andere Favoriten gehabt). Und das Ergebnis entpuppt sich als einer der flotter zu guckenden Fortsetzungen, wird doch dank des Zusatzelementes um aggressive Zombies genug Spielerei integriert, um der dünnen Alibihandlung genügend Zunder zu bescheren. Da stört es dann wenig, dass Blade gar nicht so oft auftaucht, wie man meinen sollte. Und auch dass erneut ein Abenteuer zur Zeit des dritten Reiches spielt, geht damit in Ordnung. Ein gut aufgelegter Darsteller des irren Wissenschaftlers sorgt für den Rest inmitten von typischen Charles Band-Skurrilitäten, wie das auf Ed Wood-Art besetzte Muskelpaket in der Rolle des Helfers.  OFDb

23.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (1)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:


Come to Daddy (2019)

Ein sympathischer Elijah Wood hin oder her, "Come to Daddy" ist um zu viele Wendungen und Coolness bemüht, als dass seine teilweise gar nicht reizlosen Ideen tatsächlich für ein erwachsenes Publikum funktionieren könnten. Verspielt, brutal und locker, okay, verkrampft auf locker und cool getrimmt, nicht okay.  Wiki


Dread (2009)

Ein dreckiger Film, der sich in die verstörenden Seiten der menschlichen Psyche austobt, es mit Blick auf den hier tätigen Psychopathen zwar ein wenig übertreibt (nicht frei von Augenzwinkern), recht spannend erzählt aber mit Abartigkeiten zu schocken und zu provozieren weiß, inklusive sympathischer Schlussidee.  OFDb


Klute (1971)

Trotz seiner Themen bezüglich abseitiger Sexualtechniken wirkte "Klute" auf mich zu verkrampft erzählt. Die ruhige 70er Jahre-Art, die ich andernorts schätze, wirkte auf mich nicht aufgrund der Unnahbarkeit der Figuren und dem Gefühl, dass mir alles doch etwas arg gewollt auf intellektuell getrimmt vorkam.  Wiki

 

Wrecker - Death Truck (2015)

Plumpe Teenie-Variante von Spielbergs großartigem "Duell", der tatsächlich Schritt für Schritt dessen Szenario wiederkäuert, ohne die psychologischen Hintergründe und Zusammenhänge des Originals zu verstehen. So wird aus der Nacherzählung ein unreflektiertes Stück Idioten-Kino der peinlichen Art.  Wiki  


Dave Made a Maze (2017)

Herrlich durchgeknallter Fantasyfilm voll von kreativen Ideen, innovativ wirkenden Spezialeffekten, eingefangen in tollen Bildern und konsequent in seiner Erzählung. Ein gelungener Mix aus "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" und "Die Reise ins Labyrinth", pointenstark geschrieben, und absichtlich mit der Sinnlosigkeit der Ausgangsidee und den fehlenden Hintergrundinformationen arbeitend.  Wiki

29.12.2024

BUTTERFLY (1974)

Eine junge Frau entflieht dem öden Dorfleben, reist nach München und glaubt an einen tollen Typ geraten zu sein. Doch der Clubgänger hurt mit allerhand jungen Frauen rum...

Die Unterwäschekollektion im Wald...

Schon der gewöhnliche Erotikfilm entpuppt sich für meinen Geschmack meist als lahme Nummer, wenn die Welt sich nur um das Eine dreht, ohne dabei eine bewegende Geschichte zu erzählen. Bei zum Softcorefilm geschnittenen Pornofilmen kann man die Hoffnung auf ein Ausnahmewerk eigentlich von Beginn an aufgeben, selbst wenn er, wie "Butterfly" aus einer Zeit stammt, in der einem Hardcore-Werk noch Handlungsstränge beigefügt wurden. Aber auch für einen solchen ist der Inhalt äußerst dünn gehalten. Mag das Spiel mit dem angegeilten und gleichzeitig eher biederen Vertreter im Wald noch wie die Erotik-Variante der Streiche um "Die Lümmel von der ersten Bank" anmuten, einer der wenigen Szenen, die nicht zum Sex führen, wird in München angekommen eine Nummer nach der nächsten durchgezogen, immer recht ähnlich gestrickt, immer wieder zwischendurch mit anderen Darstellerinnen, und die sind zwar, ebenso wie die Hauptrolle, nett anzuschauen, das Gepoppe jedoch nicht, nicht in dieser entschärften Variante. Diese kommt recht ruppig daher. Während manches zum ehrbaren (räusper) Spielfilm zurechtgestutzte Schmuddelfilmchen alternativ aus anderen Perspektiven gefilmt ist, welche Intimdetails umgehen, handelt es sich bei "Baby Tramp" (Alternativtitel) um ein geschnittenes Werk, entsprechend ruppig und so gar nicht atmosphärisch findet der Beischlaf statt, schließlich soll man ja nichts sehen dürfen. Übrig blieb einzig ein sich durch die Jeans abzeichnender Ständer zu Beginn, die erste Szene, in der mir klar wurde, statt einem Erotikfilm einen zensierten Porno zu schauen. Wenn das Bild ständig ruppig abbricht, anstatt gekonnt zu schnibbeln, und wenn das Ganze nichts weiter zu erzählen hat, als von der Enttäuschung eines notgeilen Mädels, das in der Stadt nicht fand, was sie finden wollte, dann gibt es wahrlich nichts schön zu reden an solch einem Werk. Und dass der tolle Großstadt-Typ alles andere als nett anzuschauen ist, macht ohnehin jede Szene kaputt. Dass der weibliche Part hübsch aussieht reicht einfach nicht, wenn der männliche zu unangenehm auffällt, auch bei mir als Kerl. Wie auch immer, es wird gebumst, bis das Mädel im Zentrum dem Macker den Rücken kehrt, was ihn zwar verwundert, den Zuschauer jedoch nicht.  OFDb

01.12.2024

DOCTOR WHO - SHADA (2017)

Der Doktor und seine Begleiter jagen einem mächtigen Buch hinterher, welches ein sehr alter Time Lord vor vielen Jahren, entgegen der Gesetze, mit auf die Erde gebracht hat, und welches ihm jetzt von einem Fremden entwendet wurde, der damit den heimlichen Ort aufspüren möchte, an dem die Time Lords einst ihre Verbrecher eingesperrt haben...

Vereinigung anstatt Unterwerfung...

Man ist es aus älteren Folgen der Originalserie "Doctor Who" gewohnt, dass es immer mal Zeichentrickepisoden gibt, da das Originalmaterial von einst zerstört wurde. "Shada" besitzt innerhalb der einzelnen Folgen des Sechsteilers immer wieder gezeichnete Sequenzen, und dies hat einen anderen Grund. Als Schlussabenteuer der 17. Staffel im Jahre 1980 gedacht, wurden die Dreharbeiten aufgrund eines Streiks seinerzeit unterbrochen und das vorhandene Material nie im TV ausgestrahlt. 1992 bekam der Stoff auf VHS zwar eine Veröffentlichung, aber er war weiterhin unkomplett wie eh und je und wurde von Tom Baker, dem Darsteller des vierten Doktors, per Kommentare um die inhaltlichen Lücken seiner fehlenden Sequenzen ergänzt. 2017 bot man wahren Fan-Service, indem man das Gerüst an vorhandenen Szenen mit Animationssequenzen vervollständigte, die mit den noch lebenden Darstellern von damals synchronisiert wurden, sodass das Abenteuer nun komplett zu bewundern ist. Das erfreut nicht nur, da es sich um eine richtig gut erzählte Geschichte handelt, sondern auch weil man durch diese Vorgehensweise einmal genau beobachten kann, wie durcheinander solch ein Abenteuer tatsächlich gedreht wird, verstärkt sich zwar die Anzahl an Animationsszenen von Folge zu Folge, aber echt gedrehtes Material ist bis zum Schluss vorhanden, ebenso wie gezeichnete Sequenzen von der ersten Folge an verwendet werden mussten.

Ich weiß nicht warum es in der Phase des vierten Doktors so viele Time Lords und Ladys auf die Erde verschlagen hat (er selbst benannte uns einmal als Lieblingsspezies und fand dies selbst sehr unprofessionell) und ob dies in einer der vielen Episoden, die es nicht nach Deutschland schafften, thematisiert wird, aber von dieser wackeligen Grundlage einmal abgesehen ist "Doctor Who - Shada" eine wundervolle Geschichte, voll von fantasiereichen Einfällen, tollen Wendungen und sympathischen Randideen. Ob es das unsichtbare Ufo ist, die Idee ein Buch in seiner Existenz rückwärts durch die Zeit reisen zu lassen, ob es die alternative TARDIS ist, der Plan des Bösewichts, der "Biomüll" seiner Pläne, die Wahrheit eines Oberkriminellen und damit wieder einmal die Unfehlbarkeit der Time Lords widerlegend (inklusive ihrem fragwürdigen Bestrafungsmodell), das 150minütige Abenteuer besteht aus allerhand (weiteren) interessanten Zutaten innerhalb einer flott erzählten Geschichte, die von Anfang an funktioniert und schnell interessiert und fasziniert. Schön auch dass man als Deutscher erstmals so richtig in vollem Umfang K-9, den Roboterhund des vierten Doktors, erleben darf. Und freilich freue ich mich auch für all die Beteiligten vor und hinter der Kamera, dass ihr Arbeitseinsatz derart spät doch noch bewundert werden kann, es wäre echt schade, wenn es nie dazu gekommen wäre. Gleiches gilt für die Geschichte an sich, die nicht einfach ein Füllabenteuer ist, und aufgrund ihrer Größe sicher informierte Freunde der Serie damals enttäuscht haben dürfte, als diese erfahren mussten, dass es nicht zu einer Ausstrahlung kommt. Wiki

24.11.2024

DOCTOR WHO - DIE BESTIMMUNG DER DALEKS (1979)

Auf ihrem Heimatplaneten halten sich die Daleks Sklaven, um Ausgrabungen auszuführen. Der zufällig anwesende Doktor fragt sich warum sie dies tun, immerhin haben sie diese Welt nach ihrer kompletten Ausplünderung eigentlich verlassen. Auch eine weitere Spezies landet auf dem Planeten um die Daleks aufzuhalten. Dem Doktor ist sie bislang fremd...

Schere, Stein, Papier...

Man hat die Daleks tatsächlich in Ruhe gelassen, sie ihren Siegeszug im Weltall angehen lassen, nun spielt "Die Bestimmung der Daleks" Jahrhunderte nach "Genesis des Daleks", und er schließt direkt an diesem an, da Davros zurückkehrt. Als Kenner der späten Phase ab der 00er Jahre interessierte es mich, wie er wieder eingeführt wird, fand er vier Jahre zuvor in besagter Vorgeschichte doch ein klassisches Ende, getötet von den eigenen Kreaturen. Befriedigend fällt die Antwort nicht aus, warum der Fiesling doch nicht tot ist, erst recht weil dies hier dem Zuschauer als eine Art Teilplan verkauft wird, obwohl Davros überrumpelt wurde, nicht der Spezies der Daleks angehörend und deswegen vernichten gehörend, so dass der Gehorsam urplötzlich schwand. Nun heißt es ihm gegenüber wieder "Ich gehorche", und auch dies mutet ziemlich plump an, auch wenn die Begründung den Erschaffer aufzusuchen nicht ohne Reiz zu nennen ist. Denn die Daleks haben Konkurrenz bekommen von einer ebenfalls völlig emotionslosen Spezies, entsprechend befindet man sich seit langer Zeit mit ihnen in einer Patt-Situation, die nicht zu überwinden ist. 

Bis es zu diesem Punkt der Geschichte kommt, vergeht einiges an Zeit in diesem Vierteiler. Und für den Zuschauer der deutschsprachigen Folgen heißt es ohnehin wieder umgewöhnen, denn drei Staffeln wurden uns komplett vorenthalten, und nun ist der vierte Doktor mit einer anderen Begleitung unterwegs, einer von seinem Heimatplaneten, und ein Roboterhund gehört nun auch zur Crew. Sarah Jane, die bis 1983 mitspielte, scheint im Gegensatz zu dem was ich dachte also keine durchgehende, langjährige Begleitung zu sein, ich bin mal gespannt, ob es mit ihr spätere Episoden gibt, die in Deutschland erschienen sind. Die Daleks scheinen zumindest in der Zwischenzeit nicht mehr aufgetaucht zu sein, zumindest befasste sich kein englischsprachiger Titel einer Episode mehr mit ihrer Spezies. Die neuen Aliens, die wir kennenlernen, wissen aufgrund ihrer Andersartigkeit, trotz der gewissen Parallele zum Feind, zu gefallen. "Doctor Who - Destiny of the Daleks" (Originaltitel) lebt viel vom Rätsel ihrer Anwesenheit, eben auch weil man nicht weiß, wie sie dem Doktor gesonnen sind. 

Vom berühmten metallenen Vierbeiner des vierten Doktors bekommt man hier wenig mit, da er repariert werden muss und deswegen nicht in die Hauptgeschichte integriert wurde. Ich habe keine Ahnung, ob ich ihn auch mal im Einsatz erleben werde, denn "Die Bestimmung der Daleks" ist der einzige Handlungsstrang der 17. Staffel, der es nach Deutschland schaffte, abgesehen von einem erst Jahrzehnte später vollendeten Abenteuer, von dem ich ein andermal erzählen werde. Das hier erlebte mag nicht das Gelbe vom Ei sein, so viel Zeit wie es schindet, um zu den entscheidenden Aspekten der Geschichte zu kommen, aber es ist unterhaltsamer Natur, die neue Begleitung ist sympathisch, und die Daleks enttäuschen ohnehin nie. Die zweite Hälfte dieses 100-Minüters hat mir jedoch besser gefallen, als die erste.  Wiki

18.11.2024

DOCTOR WHO - DIE RACHE DER CYBERMEN (1975)

Eine Seuche, welche fast die gesamte Besatzung einer Raumstation dezimierte, entpuppt sich nach Untersuchungen des Doktors in Wirklichkeit als Vergiftung durch Cybermaten, was bedeutet, dass es zu einer Konfrontation mit den Cybermen kommen wird...

Goldstaub...

Sich scheinbar direkt auf einem vorangegangenen Abenteuer rund um die Cybermen beziehend, welches bislang nicht den Weg nach Deutschland fand, wird man glücklicher Weise mit allerhand Hintergründen gefüttert, um sich ungefähr vorzustellen, was zuvor geschah. Die Episode selbst erweist sich als direkte Fortsetzung von "Genesis der Daleks", denn nun kehrt man auf die Raumstation Nerva zurück, jedoch hunderte Jahre bevor sie zur Arche wurde, und der kommende Feuersturm noch nicht existent war. Entsprechend ist die TARDIS noch nicht vor Ort, so dass diese als Hilfsmittel nicht zur Stelle ist. Ob es sich bei den Cybermen, die sich erst in der zweiten Folge dieses Vierteilers aktiv zur Geschichte hinzugesellen, um die letzten ihrer Art handelt, verrät man uns leider nicht, lässt der Schluss jedoch vermuten. Auf dem Weg zum Sieg gegen sie geht es in "Doctor Who - Revenge of the Cybermen" (Originaltitel), welcher die zwölfte Staffel beendet, um einen Doppelagent, verschiedene Ansichten des Überlebens, menschliche Bomben und einiges mehr. 

Eine dritte Spezies spielt einen wichtigen Teil innerhalb der Handlung und scheint bereits im Vorabenteuer, wann auch immer die Cybermen zuletzt auftauchten, relevant gewesen zu sein. Innerhalb dieser geht es um Hochverrat, jedoch in einem interessant gehaltenen Meinungsduell, von welchem man beide Seiten in ihrer Rechtfertigung verstehen kann. Die Aggressoren selbst wissen als eiskalte, furchteinflößende Gegner zu überzeugen, weit mehr als die stets zu niedlichen Daleks. Und es ist schön, dass ein Sieg über sie eigentlich über einen Fehler ihrer kühlen Kalkulation möglich wurde, und dies ohne dass das Drehbuch diesen Fakt ins Zentrum setzt. Wie es mit der dritten Spezies weitergeht, die anatomisch im Gesicht seitlich Ähnlichkeiten mit Faultieren aufweist, spielt für unsere Helden keine Rolle. Falsch und richtig vermischen sich in deren Happy End, wie sie damit umgehen, werden wir nicht erfahren. Aufgrund der vielen nicht in Deutschland erschienenen Folgen geht es mit "Doctor Who" leider erst vier Jahre später mit "Die Bestimmung der Daleks" weiter, der einzigen hier veröffentlichten Folge der 17. Staffel.  Wiki

17.11.2024

DOCTOR WHO - GENESIS DER DALEKS (1975)

Der Doktor erhält von den Time Lords den Auftrag durch die Zeit zu reisen, um die Erschaffung der Daleks bereits in ihrer Entstehungsphase aufzuhalten...

Genozid der Daleks...

Es gibt sie also noch, die Aufträge der Time Lords, ein Fakt der dem Doktor nicht schmeckt. Aber da sein Auftrag ihn reizt (immerhin geht es um einen Erzfeind), übernimmt er ihn, reisend mit einem Zeitring anstatt mit der TARDIS. Mit diesem Handlungsstrang wird Davros eingeführt, der zunächst für eine Rückkehr in die Serie wohl nicht vorgesehen war, so klassisch wie hier die Thematik von Monster und Schöpfer ihren Ausgang nimmt. Nun mögen die Episoden 11 bis 16 der zwölften Staffel "Doctor Who" unterhaltsamer Natur sein, aber ich fand es immer schade, dass die Spezies der Daleks nur das Produkt eines irren Wissenschaftlers ist, wie ich bereits aus der Neuauflage "Doctor Who" weiß, und mit "Doctor Who - Genesis of the Daleks" (Originaltitel) quasi das getan wird, was den Viechern aus "Alien" mit "Prometheus" beschert wurde. Ich mochte die Idee seit dem Beginn in "Doctor Who - Die Daleks", dass eine Rasse derart fanatisch den Sieg über allen anderen Spezies erlangen will, dass sie immer mehr zu Robotern wurde und ihre wahre Natur verraten hat, um im Krieg überlegen zu sein. Mit den Ereignissen des hier besprochenen Sechsteilers sind sie lediglich nur noch fremdentwickelt und gezüchtet. 

Und so sehr mir die Phase des vierten Doktors auch schmecken mag, dieses Abenteuer eingeschlossen, so sehr wundere ich mich zugleich welchen Weg des Inhalts man hier wählte. All die Chancen, die der Doktor erhält, all das neue Hintergrundwissen, und doch wird die Mission, wie wir bereits im Vorfeld wissen, scheitern. Dies nicht ohne darüber zu reflektieren, ob man Lebewesen in ihrem harmlosen Zustand vernichten darf, wenn man weiß, dass daraus etwas Todbringendes für Milliarden von Leben entsteht, und nicht ohne diese Frage gleichzeitig bezogen auf Mikroorganismen zu stellen und auf die Frage, was einen dann noch von derartigen Geschöpfen unterscheidet. Die klassische Reflexion und das Philosophieren der Serie, trotz ihres Groschenromancharakters, finden konsequenter Weise auch hier statt, aber trickreich wie der Doktor ansonsten ist, hätte er raffinierte Alternativen des Handelns gefunden, hier jedoch nicht. Das ganze mündet sogar in einer Bestätigung einer der Überlegungen des Autors, er gibt sich am Schluss schließlich über etwas Recht, das nicht so leicht auszudiskutieren wäre. Vielleicht ist es auch mutig dies zu tun, wenn man schon meint eine Geschichte über Rassismus, Genozid, Krieg und Größenwahn schreiben zu müssen. Aber irgendetwas fühlt sich für mich in diesem Stoff unvollendet an, zumal die Frage anzuzweifeln bleibt, ob der Doktor diese Reise machen musste, um zu seiner Erkenntnis zu kommen. 

Und wieso sind, nun mit tausend Jahren Vorteil etwa, nicht weitere Pläne angedacht, um einzugreifen, solang die Daleks nun eingeschränkt sind? Denn sie sind nun das was man an ihnen fürchtet. Sie in dem zurückgebliebenen, eingeschlossenen Zustand zu töten ist nichts anderes, als sie im Krieg zu töten, so sehr wie sie nun auf Aggression programmiert sind, und eine friedliche Dalekalternative nicht mehr möglich ist. Zumindest hoffe ich, dass die Rückkehr Davros zu jenen Folgen zählt, die in Deutschland erschienen sind. Ich wüsste zu gerne mit welcher Ausrede man ihn doch noch am Leben gehalten hat. Interessant ist anbei, dass seine Argumentation für die Existenz der Daleks genau jene ist, mit welcher Darth Vader in "Krieg der Sterne" seine Vorgehensweise ebenfalls legitimiert.  Wiki

16.11.2024

DOCTOR WHO - DAS SONTARANISCHE EXPERIMENT (1975)

Anstatt auf eine unbelebte Erde zu stoßen, treffen der Doktor und seine zwei Begleiter bei ihren Vorbereitungen für die Ankunft der Arche-Reisenden auf Menschen. Die einen halten den Doktor gefangenen, andere reden verängstigt von der Anwesenheit eines folternden Außerirdischen...

Das unvollendete Protokoll...

Warum man bei einer theoretisch rätselhaften Geschichte, die in der Splittung der Erlebnisse der drei Hauptfiguren ungemein zu interessieren weiß, bereits im deutschen, wie im Originaltitel ("The Sontaran Experiment") verrät um welche Aliens es sich handelt, muss ich nicht verstehen. Stammzuschauer der Serie werden so die erst als Cliffhanger am Ende von Episode 1 auftauchenden Sontaraner bereits kennen, ebenso wie Sarah Jane, die schon mit Doktor 3 auf einen von ihnen stieß. Wie auch immer, dieser 50-Minüter ist dennoch gut erzählt, zumal es reizvoll ist die Mentalität besagter Außerirdischer näher kennenzulernen, falls nicht bereits geschehen, das kann ich bei all den fehlenden Folgen freilich nicht beurteilen. Dass es nicht nur um Krieg, sondern auch um die Einhaltung von Protokollen geht, finde ich zumindest eine gelungene Idee, die mir auch mit Kenntnis der späteren Auftritte in der Neuauflage "Doctor Who" über diese Spezies nicht bewusst war. Es mag sein, dass ich da bereits das ein oder andere Detail vergessen habe. 

Man mag ja über die schlichteren Effekte denken was man will, so herrlich retro-naiv wie hier der Roboter in Szene gesetzt ist, oder der Zerfall eines Sontaraners, aber ich muss gestehen, dass mir die Maskerade dieser Aliengattung in der handgemachten Version besser gefällt, als in der computeranimierten ab der 00er Jahre. Abgesehen davon macht sich bemerkbar, dass diese zwei Folgen sich bereits weit mehr wie die späteren, ernstzunehmenderen Episoden der Erfolgsserie anfühlen, als es bisher der Fall war. Sollten weitere Abenteuer wie das hier erzählte ausfallen, scheint man den Kinderschuhen entwachsen zu sein, über die ich bei den deutschen Veröffentlichungen der ersten drei Doktoren bislang gestolpert bin. Das ist bei all den Lücken freilich nur ein Eindruck, aber Erzähltempo, Doktor-Typ und der Mix aus Trivialität und qualitativer Rezeptur sind einen gewaltigen Schritt näher am Niveau der 00er Jahre-Serie gerückt. Freilich hatte ich bislang auch auf anderer Ebene Spaß mit der Serie, und geistig stumpf fiel "Doctor Who" ohnehin nie aus, aber man schaute die Folgen immer mit etwas Wohlwollen, gestützt durch das Retro-Flair. In die Geschichte von "Das sontaranische Experiment" konnte ich mich hingegen, Kind im Manne sei Dank, fast bedingungslos hinein fühlen, was im direkten Vorgänger "Die Arche im Weltraum" noch nicht der Fall war. Dieser ist über einen Cliffhanger direkt mit dem hier besprochenen, ansonsten unabhängigen Zweiteiler verbunden.  Wiki

14.11.2024

DOCTOR WHO - DIE ARCHE IM WELTRAUM (1975)

Im Weltraum stoßen der Doktor und seine Begleiter auf ein Raumschiff, welches die letzten Menschen der untergegangenen Erde beherbergt. Ihr Aufwachmechanismus wurde gestört, nun erwachen die ersten tausende Jahre zu spät. Grund für die Störung ist eine Insektengattung, die sich mit ihrer Nahrung, dem Mensch, deren Wissen aneignet. Das Ende der Menschheit steht bevor, wenn den unverwüstlichen Insekten nicht die Stirn geboten wird...

Der Wal im All...

Mein erstes Abenteuer mit dem legendären vierten Doktor der "Doctor Who"-Reihe, ist eigentlich sein zweites, was bedeutet, dass ich, da auch die meisten Abenteuer des dritten nicht in Deutschland liefen, wieder einmal den Wandel vom einen in den anderen Doktor nicht miterleben durfte. Dass er die selbe Synchronstimme wie sein Vorgänger beschert bekommen hat, macht zunächst den Zugang zur vierten Version schwer, aber der erobert in seiner Monty Python-ähnlichen Art schnell die Herzen der Zuschauer, alles andere hätte mich auch gewundert, so wichtig wie er für die Serie und ihre Anhängerschaft werden sollte. Als Bewunderer der 00er Jahre Staffel 2 der Serie, erfreute es mich zudem endlich die damalige Sarah Jane kennenzulernen, die Jahrzehnte später mitunter dafür genutzt wurde aus zwei Serien eine werden zu lassen. Auch hier sorgt besagte Lücke dafür, dass ich nicht weiß wie sie zum Doktor gestoßen ist, gleiches gilt für den zweiten Begleiter, einem Militärarzt. Sie alle zusammen bilden ein sympathisch anmutendes Trio, und ihr erstes Abenteuer ist direkt pulpig wirkender, phantastischer Natur, wenn intelligente Rieseninsekten den Fortbestand der Menschheit bedrohen. Diese wirkt zunächst mit ihrem Geschwätz über das Auserwähltsein wie ein fragwürdiger Rest unserer Spezies, ich dachte schon es mit einer Art Nazis im All zu tun zu bekommen, aber das legt sich schnell wieder. Eine anfängliche Arroganz und eine Verwundbarkeit aufgrund der Fehler in einem perfekt scheinenden Plan, der aus einer Verzweiflung geboren wurde, täuschten den Blick auf sie. Schnell ist man auf ihrer Seite, wenn es um den Kampf Mensch gegen Insekt geht, der zunächst besonders übel herüberkommende Anführer, freilich Noah genannt, zeigt im weiteren Verlauf sogar jene Selbstlosigkeit, die man ihm zuvor nicht zugemutet hätte.

Es ist also wieder einmal nicht alles so wie es scheint, und auch der Spagat aus Pulp und Reflexion ist vorhanden, allein schon die Natur der Insekten betreffend, die aus verschiedenen Stadien besteht, welche den Verlauf der Geschichte maßgebend beeinflussen, eben weil der Großteil der Handlung davon lebt das Überleben zu planen und der Spezies stets einen Schritt voraus zu sein. Wenn nebenbei erwähnt wird, dass sie ähnlich wie ein Wal im Wasser durch den Weltraum fliegen, da sie Jahre lang ohne Sauerstoff ausharren können, wird gar die Idee aus einer Staffel "Star Trek - The Next Generation" vorweggenommen, in welcher tatsächlich eine Art Weltraumwal durch das Weltall "schwamm". Am Rande wird zudem kurz die irrationale Neigung des Doktors in einer direkten Bekenntnis darüber thematisiert, dass die Menschheit seine Lieblingsspezies ist. Und dies eher flappsig betont, macht den charakterlichen Unterschied zum bodenständigen Vorgänger deutlich. Die Begeisterung für die Wissenschaft ist auch bei Doktor Vier noch vorhanden, aber seine jüngere, etwas flatterhafte Art, wird deutlich und schien Vorbild für die ersten drei Doktoren der 00er Jahre-Version des Stoffes zu sein. "Doctor Who - The Ark in Space" (Originaltitel) ist auf vier mal 25 Minuten flott erzählt, pendelt stets zwischen banal trivial und klassisch abenteuerlich, und erzählt zumindest von einer tatsächlich bedrohlichen Situation, so schwer wie den Beteiligten der Weg zum Happy End gemacht wird. Interessanter Weise wird der darauf folgende Zweiteiler "Das sontaranische Experiment" inhaltlich direkt daran anknüpfen.  Wiki

13.11.2024

DOCTOR WHO - DIE MUTANTEN (1972)

Die Time Lords haben einen Auftrag für den Doktor. Er reist mit einer TARDIS auf einen fremden Planeten, um wem ein Gefäß zu überreichen, welches sich nur dem Auserwählten öffnet. Aber der Doktor weiß nicht, wer der Empfänger ist und was sich im Behälter befindet. Der Zielort erweist sich als eine in der Zukunft von Menschen unterdrückte Welt. Eine einheimische Spezies setzt sich zur Wehr, eine andere kooperiert, bis sie merkt hereingelegt worden zu sein. Zudem existiert eine Gruppe mutierter Wesen, die seit der Klimaexperimente der Menschen erstmals in Erscheinung trat...

Der 2000-Jahre-Zyklus...

Der Doktor mag strafversetzt auf der Erde ausharren müssen, und eine TARDIS mag er auch nicht mehr besitzen, glücklicher Weise merkten die Autoren des veränderten, starren Konzepts jedoch, dass die Serie dennoch Reisen in andere Welten benötigt. Aufgrund vieler in Deutschland nicht erschienener Folgen weiß ich nicht, ob es eine relativ späte Erkenntnis war, oder ob es ähnliche Episoden bereits zuvor gab (wir befinden uns im dritten Jahr des dritten Doktors), aber wie auch immer, um dem Zeitreisenden die Chance zu geben in fremden Welten tätig zu werden, tricksten die Autoren mit der Ausrede, dass seine Gattung, die Time Lords, ihm eine Mission als Auftrag geben und ihm dafür eine TARDIS schicken. Was auch immer in der Zwischenzeit passiert sein mag, die Worte des zweiten Doktors gegen Ende von "Kriegsspiele" schienen zu fruchten, denn an Informationen mangelt es dem Doktor, und der Auftrag dürfte nicht zufällig in einer Rettungsmission enden, womit er also genau jene Einmischung darstellt, welcher sich die Time Lords bisher verweigerten. 

Der Doktor bekommt seine weibliche Standardbegleitung der Organisation UNIT zur Seite geschrieben, und der Erzgegner Master darf einmal pausieren. Ich habe zwar nur, mit diesem mitgezählt, drei Abenteuer des dritten Doktors sichten können (mehr haben es bislang nicht auf DVD oder Bluray nach Deutschland geschafft), aber es schien mir, dass der Master etwas arg inflationär eingesetzt wurde, so dass es gut tut ihm hier einmal nicht zu begegnen. Mag sich der Anfang bei Ankunft am Handlungsort ein wenig arg nach der klassischen Serie "Raumschiff Enterprise" anfühlen, und der Sechsteiler auch in späteren Phasen immer wieder kurzfristig das Gefühl dieser populären Serie einfangen, so schlicht wie anfangs vermutet fällt "Doctor Who - The Mutants" (Originaltitel), welches das direkte Folgeabenteuer von "Die Seeteufel" ist, jedoch nicht aus, mutete der Beginn doch etwas arg politisch bemüht an, wie es typisch für die von Roddenberry konzipierte Vergleichsserie wäre, und wird daraus doch eine sowohl abenteuerliche, als auch auf Trivialebene relativ geistreiche Geschichte, spätestens wenn das Geheimnis der titelgebenden Mutanten gelüftet wird.

Generell gibt es im Vordergrund jedoch nichts, was es bei "Doctor Who" nicht schon etliche Male zu sehen gegeben hätte: der Anführer eines Projektes tyrannisiert Untergebene und Fremde, fühlt sich im Recht und lässt keinen in seinen verdrehten Blickwinkel der Geschehnisse reinreden. Der Doktor ist mal wieder ein Eindringling, und obwohl es um Genozid, Diktatur und das Einfühlen in zwei uns fremde Spezies geht, kommt alles so wundervoll blauäugig und naiv daher, wie die Serie mindestens bis zu dieser Phase von Beginn an nun einmal ist. Umso schöner sind die kurzen Anflüge von Geistesblitzen bei den Autoren und das seriöse, bodenständige Auftreten des forschenden und väterlich anmutenden dritten Doktors, der dem wilden, wie naiven Treiben stets eine gewisse Seriösität beschert. Im Gegenzug darf die Besetzung des dicken Eroberers, der selbst über Leichen seiner Vorgesetzten geht, wunderbar comicartig schurkisch agieren, so wie es sich für den Stoff von Groschenheftchen und Abenteuerserien, ob fantastischer Natur oder nicht, gehört. "Die Mutanten" unterhält über seine kompletten 150 Minuten, besitzt sicherlich kleine Durststrecken, entschädigt aber mit immer neuen Erkenntnissen innerhalb einer nicht gerade außergewöhnlichen Geschichte für Kenner der Serie.  Wiki

20.10.2024

BLUTGERICHT IN TEXAS (1974)

Als es im Heimatort von Sallys Großvater zu Grabschändungen kommt, reist die Jugendliche gemeinsam mit ihren Freunden und ihrem Bruder Franklin vor Ort, um zu erfahren, ob auch Opas Grab betroffen ist. Hinterher machen sie Halt im heruntergekommenen Haus, in welchem sie als Geschwister viel Zeit verbracht haben. Zwei aus der Truppe suchen den See, den es in der Nähe geben soll und geraten stattdessen an ein weiteres abgelegenes Haus. In der Hoffnung dort auf Benzin zu stoßen, nachdem die Tankstelle vor Ort nichts mehr hatte, werden sie von einem bulligen Kerl niedergeschlagen und wie Schlachtvieh aufbewahrt und verarbeitet. Nachdem Sallys fester Freund auf der Suche nach den beiden, selbiges Schicksal erfährt, macht sie sich unwissend von den bisherigen Ereignissen zusammen mit Franklin in der Dunkelheit selbst auf die Suche nach den Vermissten. Während der arme Junge im Rollstuhl Opfer der Bestie wird, wird Sally von dem Irren mit einer Kettensäge verfolgt...

Arbeitslosigkeit und Astrologie...

Ich weiß noch wie wir als junge Jugendliche den damals in Deutschland beschlagnahmten Film im örtlichen Comicbuchladen aufgetrieben bekommen haben und, geil auf oberflächliche Schauwerte, total enttäuscht waren, dass es solche in dem sehr langsam erzählten Werk kaum zu entdecken gab. "Kettensägenmassaker" (Alternativtitel) ist ein Lehrstück darüber, wie man mit wenig sichtbarem Blutvergießen puren Terror verbreiten kann und gehört neben "The Last House on the Left" und "Hügel der blutigen Augen" zum Mitbegründer der sogenannten Terrorwelle, die der Vietnamkriegs-Generation realeren Schrecken anstatt Dracula und Co im Horror-Genre präsentierte. Pate für Leatherface, der noch so einige weitere Filme beschert bekommen sollte, war der Psychopath Ed Gein, dessen Störung zu den grausamsten Taten eines Massenmörders zählen, und auch als Vorlage für Werke wie "Deranged", "Psycho" und "Das Schweigen der Lämmer" diente. Hier wie dort wird nicht seine reale Geschichte erzählt, aber einige seiner Taten erschreckend wiedergegeben und dies von Autor, Produzent und Regisseur Tobe Hooper derart kalt und oftmals unerwartet plötzlich präsentiert, dass es nur völlig abgestumpfte Individuen kalt lassen kann. Entsprechend verstörend weiß dieses in dreckigen Bildern eingefangene Stück Kunstfilm noch heute zu funktionieren, wenn man sich auf das was er erzählt einlassen kann.

Wenige Jahre nach eben erwähnter Enttäuschung konnte ich das auch, erkannte in etlichen Sichtungen die satirischen Ansätze und manch psychologische Raffinesse, welche der nach Blut lechzende Gorehound oder der Möchtegern-Feingeist in dem Werk nicht zu erkennen weiß, geblendet von Gräueltaten, die nicht dem puren Voyeurismus dienen, wie letztgenannte Gruppierung gern behauptet. Wenn Sally nach einer Ohnmacht am Tisch einer kannibalischen Psychopathenfamilie erwacht, wird manch wenig aufgeschlossener Zuschauer von einer plumpen Szene berichten, die niedrigste Geschmäcker befriedigt. Stattdessen lässt uns Hooper ungeschönt in drei verschieden gestörte Gesichter blicken, deren Psyche zwischen kindlich und bestialisch pendeln und fern jeder meist üblichen Filmcharakterisierung für die Empfänglichkeit und Identifikation für das Publikum nicht zurechtgerückt wurden. Was an dem Tisch abgeht, ist Terror pur, noch bevor der Großvater für besonders ungeschönten schwarzen Humor mit ins Spiel kommen darf. "Die Bestie mit der Ledermaske" (Alternativtitel) ist weder Grusel noch Splatter, und sein psychologisches Spiel zeigt sich nicht im üblichen Gewand des subtil daher kommenden, psychologisch orientierten Horrorfilms, für den sich auch Horror-fremde Cineasten interessiert bekommen. Es ist die direkte, ungeschönte Art mit welcher der frei von phantastischen Elementen erzählte "The Texas Chainsaw Massacre" (Originaltitel) Teil dieses Genre wird, einer anderen Art des Psycho-Horrors angehörend.

Ich habe "Leatherface" (Alternativtitel, den auch die zweite Fortsetzung und ein Beitrag dieser Marke von 2017 trägt) schon mehrere Male gesichtet, bislang jedoch nie im Originalton und auf der großen Kinoleinwand, und genau dies durfte ich vor einigen Tagen nachholen. Und ich muss als Kenner dieses oftmals unterschätzten Werkes sagen, dass er auf diese Art noch intensiver wirkt, als ohnehin schon. Was hier Ton und Bild in der Lage sind zu verursachen, wenn wir mit plötzlich auftretenden Grausamkeiten inmitten einer ruhig erzählten, naiv scheinenden Chose konfrontiert werden, ist phänomenal und weiß einen selbst dann zu erschrecken und zu verstören, wenn man weiß was gleich passiert. Die Stimmen sind weniger comicartig ausgefallen, als in der Deutschvertonung, womit auch der trockene Humor des Familienkochs weit ernster, nüchterner und bedrohlicher herüberkommt, als in der zu albernen Betonung in der Synchronfassung. Auch die Vorphase der Geschichte wirkt in ihrer trockenen Art in der Kinoatmosphäre intensiver, gerade wenn es um mangelnde Bildung zu den Themen Astrologie und Arbeitslosigkeit geht, um die Angst Franklins eventuell verfolgt zu werden und um das Thema der Tierschlachtung im Wandel der Zeit. Das Mitgefühl für Schlachtvieh hielt sich in der damaligen Mentalität noch in Grenzen. Der Mangel an Empathie, den man heutzutage meint diesbezüglich festzustellen, trifft auf das komplette Fehlen von Empathie und Mitgefühl in Gestalt der Gestörten.

Dass der nüchtern und gnadenlos erzählte "Das Texas Kettensägen-Massaker" (Alternativtitel) nicht frei von Empathie ist, und somit kein fragwürdiges Werk bezüglich der Würde des Menschen ist, wie ihm zum Verbot in Deutschland führend angekreidet wurde, zeigt er allein in jener genialen, subtil dargebotenen Sequenz, in welcher er sich dem Gefühlsleben von Leatherface nähert, der nicht nur debil wie ein zurückgebliebenes, gefühlskaltes Kind anmutet, sondern auch entsprechend ängstlich und verstört reagiert, wenn zum wiederholten Male ein Fremder in sein trautes Heim eindringt, in welchem er sich (unüblich wie wir erst später erfahren) alleine aufhält. Dieser Moment wird für jene, die ihn nicht von selbst erkennen, nicht noch einmal als solcher benannt und verdeutlicht, eine Methode die in mündigen Filmen häufig vorzufinden ist und von Moralisten und anderweitigen dümmlichen und verurteilenden Gruppierungen deswegen nicht erkannt werden kann. Mit heutigen Sehgewohnheiten schaut sich "Kettensägen-Massaker - The Texas Chain Saw Massacre" (Alternativtitel) langsamer, wiederholend, monoton, nüchtern, sowie blut- und dialogarm, sein Terror lässt jedoch das Blut in den Adern gefrieren, ein Zustand, den bluttriefende Genre-Beiträge der Moderne, in ihrem versimpelten Anliegen nach purer Unterhaltung, nicht hinbekommen. Von den bislang weiteren acht Filmen der Reihe, zu der "Massacre" (Alternativtitel), anfangs von Hooper selbst, ausgeweitet wurde, versuchte nie wieder wer das Ganze so blutarm zu erzählen, wie hier geschehen. Jede Fortsetzung, das Remake und jede Vorgeschichte setzt auf viel Blut und erntet ironischer Weise damit weniger harte Bilder und weniger schockierte Zuschauer, als es das Original zu leisten imstande war und noch immer ist.  Wiki

02.10.2024

ALPHA ALPHA (1972)

Der Lehrer Dahlen gerät ins Visier einer weltweiten Geheimorganisation, die rätselhafte Phänomene zum Schutz der Menschheit untersucht. Er ist für sie der geeignete Kandidat ein Alpha ihrer Vereinigung zu werden, dies ist jener Typ Agent, der sich an die gefährlichsten Jobs wagen muss. Nach einigen Prüfungen ist er aktiv dabei und löst von nun an, unter Mithilfe eines sprechenden Supercomputers, von ihm liebevoll Klapperkasten genannt, mysteriöse Fälle... 

Wahrscheinlichkeit der Vernichtung der Menschheit in Prozentangaben...

Lange bevor Mulder und Scully in "Akte X" unheimliche Fälle des FBI lösten, startete in Deutschland eine TV-Serie, die theoretisch ähnliche Wege geht, aber noch simpler gestrickt ist als das US-Produkt. Zwar beinhaltet sie einige interessante Denkansätze und gibt sich damit nicht vollends der Trivialität hin, wie es zeitgleich die SF-Krimi-Phase der "Doctor Who"-Serie mit dem dritten Doktor tat, dennoch bleibt alles zu oberflächlich angerissen. Das betrifft leider nicht nur die philosophische Reflexion, sondern auch die jeweiligen Abenteuer an sich, besitzt jede der 13 Folgen doch lediglich eine Laufzeit von 25 Minuten, und da immer erst gerätselt werden muss, was los ist, und zudem Platz für das meist humorvolle Schluss-Szenario zwischen Computer und Dahlen stattfinden muss, bleibt dem eigentlichen Schauwert eines jeweiligen Falles wenig Zeit. Das ist aufgrund der abwechslungsreichen Themenwahl bedauerlich, nicht bezüglich der wortwörtlichen Schauwerte, sind die Effekte doch auch für ihre Zeit arg simpel gestrickt und ohnehin kaum vorhanden. 

Aber das Feld der phantastischen Stoffe grast man abwechslungsreich ab. Ob es um Unsterblichkeit, Zeitreise, Gedankenkontrolle, Menschentests von Außerirdischen, oder einer Maschine geht, mit welcher man seine Bewegungen auf "Clockstoppers"-Art derart beschleunigen kann, dass die Zeit stillzustehen scheint, "Alpha Alpha" sorgt von Folge zu Folge stets für Abwechslung. Auf simpler Ebene funktioniert das Konzept ganz gut, so charmant wie hier das 70er Jahre-Feeling durchschimmert. Statt verkrampfter Agenten gibt es einen Helden im Joachim-Fuchsberger-Stil gleicher Dekade, so wie man ihn aus den Wallace-Krimis oder aus "Das Mädchen von Hongkong" kennt (nur ohne die sexuellen Anzüglichkeiten von dort). Unterkühlt wirkt der taffe Mann trotzdem manchmal, was wohl die Natur seiner Verantwortung mit sich bringt, die manchmal auch gegen die Regel der Organisation Anwendung findet. Sein Gekabbel mit der Maschine wirkt nicht halb so sympathisch wie das zwischen Pille und Spock, oder zwischen dem Gummimann und dem Roboter aus "Captain Future", dafür kommt es zu gewollt, unempathisch und stets zu schnell abgefrühstückt daher. Die Dialoge sind oft trockener Natur, die Choreographie von kurzen Kampfsequenzen starr und verkrampft, "Alpha Alpha" strahlt trotz liberalem Vorzeigehelden auch insgesamt eine Unterkühlung auf, provoziert freilich durch die maskierten Köpfe jener Abteilung der weltweiten Organisation, die wir hauptsächlich mitbekommen. 

Was dort bewusst intellektuell unterkühlt präsentiert wird, ebenso wie die Computeranalysen, fällt nur bedingt menschlicher und abenteuerlicher in der eigentlichen, jeweiligen Hauptgeschichte aus, die doch eigentlich Abenteuerflair und Gefahr ausstrahlen soll. Erwartet man nicht zu viel, kann "Alpha Alpha" weit unter seinen Möglichkeiten charmant, aber auch etwas arg banal, unterhalten. Serien wie "Raumpatrouille Orion" oder "Twilight Zone", die vor der hier besprochenen Reihe entstanden, wussten trotz des Zweckes der Unterhaltung mehr Substanz und Reflexion zu bieten. Das schlichte Ergebnis ist somit nicht dem Zustand von TV-Produkten seiner Zeit zuzuschreiben. Umso schöner erscheint ein, eher zufällig in die Schlussepisode gerutschtes, Plädoyer Dahlens über Eigenverantwortung und der Gefahr durch die Führung von Organisationen und Computern. Dort wird zwar letztendlich auch die Macht jener Gruppierung kritisiert, für die der ehemalige Lehrer tätig ist, er wendet ihr aber nicht den Rücken zu, äußert sich dazu aus einem anderen Grund, so dass die Serie dennoch offen endet, ohne einen Schlussstrich zu ziehen, und das Plädoyer somit auch in jeder anderen Folge hätte auftauchen können. Erkennbar bleibt dennoch der häufige Blick direkt in die Kamera währenddessen, so wie später stilistisch auch von Oliver Stone in einem entscheidenden Satz in "JFK" inszeniert.  Wiki

DOCTOR WHO - DIE SEETEUFEL (1972)

Während der Master scheinbar sicher verwahrt in einem Gefängnis festsitzt, greifen Echsenwesen aus dem Meer Schiffe an und versenken diese. Der Doktor versucht zwischen Mensch und Echse zu vermitteln, während der Master einen Krieg herbeiführen möchte, um die Menschheit endlich zu vernichten...

Golf im Büro und stille Post auf dem Meer...

"The Horror of Party Beach" trifft auf "Doctor Who" könnte man meinen, wenn man die herrlich niedlichen Gummikreaturen sichtet, deren Köpfe immer was lose wirken und dabei oftmals leicht nach hinten kippen, da die Kostüme größer sind als die Darsteller in ihnen drin. Sie strahlen keinerlei Bedrohung aus, nicht einmal wenn sie in einer Gruppe aus dem Meer steigen, was selbst die banalen Soldaten aus "Die Schreckensmacht der Zombies" unheimlich wirken ließ. Wenn die Viecher nun noch auf die Hilfe von Menschen angewiesen sind, um diese zu vernichten, und dabei, ebenso wie der Master, alles glauben, was der Doktor ihnen technisch vormacht, befinden wir uns mehr denn je mitten in einer naiven Trivialstory. Spätestens der Master dürfte auf solcherlei Getue nicht mehr hereinfallen. Abgesehen davon müsste er selbst die nötige technische Kompetenz besitzen, seine finsteren Pläne umzusetzen. Das Drehbuch macht es dem Doktor somit relativ leicht. In dem 6-Teiler stresst ihn mehr die Inkompetenz von Marine und Minister, als die eigentlichen Hauptgegner. 

Da wir uns mit den Science Fiction-Krimi-Abenteuern des dritten Doktors aber ohnehin in einer besonders blauäugigen Phase der erfolgreichen Serie befinden, verärgert nichts von den aufgezählten Punkten, wirkt das Abenteuer-übergreifende Gekabbel zwischen Master und Doktor doch ohnehin wie ein simples Räuber und Gendarm-Spiel, wobei der Schurke mehr denn je Parallelen zu Dr. Mabuse aufweist, der in den 60er Jahren in ähnlich simplen Stoffen verheizt wurde. Im Gegensatz zu "Die Maschine des Bösen" besitzt er hier, so wie Mabuse, hypnotische Fähigkeiten (möglich dass er die schon vorher hatte, etliche Geschichten des dritten Doktors haben es nicht nach Deutschland geschafft). Und der Aspekt, dass der Master nicht Gefangener im Knast ist, sondern heimlicher Herrscher dort, der den Direktor in der Hand hat, erinnert gar an den besten Streifen des populären Schurken aus Fritz Lang-Zeiten: "Das Testament des Dr. Mabuse". 

Aber welcher Einfluss da nun von welcher Richtung auch kommen mag, "Doctor Who - The Sea Devils" (Originaltitel) ist charmantes Affentheater, bei dem die unfreiwillige Komik diesmal dominiert, während die klassische Phase der Serie bislang eher charmant genug ausfiel, um diese Wirkung lediglich als Nebeneffekt zu besitzen. Laut der Dialoge hatte es der Doktor schon einmal mit einer verwandten Spezies zu tun. Spätestens der 11. Doktor wird es mit einer weiteren Variante der Echsenwesen zu tun bekommen, die vor uns die Erde bevölkerte. Warum der Doktor parteiisch ist und den Menschen den Vorzug gibt, wird nicht klar. Zwar ist er auch hier um eine friedliche Koexistenz bemüht, aber die ist nach diversen Rückschlägen schnell über Bord geworfen und damit weit weniger glaubhaft, als die weit erfolgreicheren Ansätze der 2010er Phase.  Wiki

01.10.2024

DR. STRANGE (1978)

Als das Böse kurz davor ist, die Stärke zu besitzen der Welt den Untergang zu bescheren, wird ein Arzt davon unterrichtet, Nachfolger eines einflussreichen Erbes zu sein, welches der Zauberei mächtig ist...

Schnarcherkadabra...

Der erste Versuch die Comic-Figur Dr. Strange filmisch umzusetzen, sollte in einer Zeit geschehen, in welcher sämtlichen Marvel-Helden eine TV-Serie beschert bekamen, so wie z.B. "Hulk" oder "Spider-Man". Während letztgenannte billig im Krimi-Gewandt umgesetzte Pseudo-Realisierung zu unterhalten und zu amüsieren weiß, entpuppt sich der Pilotfilm "Dr. Strange" als extremer Langweiler, was letztendlich auch dazu führte dass er nie in Serie ging. Erst in den 00er Jahren wurde per Zeichentrick eine weitere Realisierung in Angriff genommen, dem magischen Helden wurde nicht einmal die sonst übliche Cartoon-Serie beschert. Was man sich bei dem jämmerlichen Versuch aus den 70er Jahren dachte, bleibt ein Rätsel. Dachte man ernsthaft alles halbwegs im Comicbereich Beliebte ließe sich im TV zu schnellem Geld machen, selbst wenn man sich keine Mühe gibt? "Dr. Strange" lebt von einem derart naiven Gefahrenherd, dass er wirklich nur das Kinderpublikum anspricht. Der müde besetzte Held, der als Arzt vor seiner Superheldenzeit weit weniger interessant charakterisiert ist, als im 2016 entstandenen "Doctor Strange", macht nichts her, ist fast nur in ewig langen und ereignislosen Dialogszenen zu sehen, die selbst Freunde dialoglastiger Stoffe ermüden, und das Drehbuch weiß keinerlei Faszination für die geheime Welt der Magie zu entfachen, geschweige denn eine solche beim Doktor spürbar zu machen, der letztendlich viel über die Vergangenheit seiner Familie und des Kultes erhält, die Chance bekommt selbst seine magischen Fähigkeiten zu entdecken und sein bislang gekanntes Weltbild zu hinterfragen. Die Figur bleibt dennoch stumpf, staunt kurz, zweifelt und erlebt die lahmste Entstehung eines Superhelden, die ich kenne, ausgerechnet jene Phase, die ich im Superhelden-Bereich immer am interessantesten finde. Dass er erst kurz vor Schluss zu Dr. Strange wird, liegt zwar am Plan eine Serie folgen zu lassen, aber hätte er nicht dennoch etwas früher zum Titelhelden werden können? Passend zum mageren Ergebnis weiß aber auch der dort endlich zu erhaschende Blick auf das Kostüm nicht zu wirken. Dr. Strange bleibt eine blasse Witzfigur in einer okkulten Seifenoper, für deren Figuren man sich nicht interessiert bekommt. Das plumpe Produkt weiß nicht einmal kurzfristig auf Retro-Art zu gefallen. Staubtrocken ist es, ohne charmante Sehwerte vorzuweisen, ausgefallen und gehört meiner Meinung nach zu recht vergessen.  Wiki

DOCTOR WHO - DIE MASCHINE DES BÖSEN (1971)

Im Strafverfahren soll eine neue Maschine eingeführt werden, welche die bösen Elemente aus dem Bewusstsein des Strafgefangenen eliminiert. Der Doktor hegt Misstrauen an dem Gerät und dies zurecht...

Im Auftrag des Staates...

Man nehme ein Serienkonzept und modelliere es um, anstatt eine andere Serie zu starten. Das nervte mich bei "Krieg der Welten - Die Auferstehung" und "Parker Lewis - Der Coole von der Schule", und das sollte es mich hier theoretisch auch, wenn der Doktor nun auf der Erde im Exil festsitzend für den Staat arbeitet, so wie man es auch dem Unsichtbaren in "Der unsichtbare Agent" und der 50er Jahre-Serie "The Invisible Man" antat. Theoretisch engt man die Möglichkeiten der Abenteuer des Doktors unnötig ein, wenn man ihn in einer Zeit an einem Ort einbringt und zudem Befehlsbefolger einer übergeordneten Organisation sein lässt, so wie es später auch Serien wie "Alpha Alpha" oder "Akte X" auf ähnliche Art als Konzept nutzten. Zwar ist der Doktor auch im Auftrag der Regierung, angestellt für die UNIT, eher freier Berater, der sich nicht viel sagen lässt, aber dass er überhaupt diese Position einnimmt, wurde meiner Meinung nach Jahrzehnte später in der David Tennant-Phase zurecht kritisiert. Es passt nicht zum Grundcharakter dieses Freidenkers, der, wie wir aus "Kriegsspiele" wissen, dickköpfig genug war sein eigenes Volk zu hintergehen. Nun ist der Charakter des Time Lords in der dritten Besetzung aufgrund seiner stilvolleren Ausstrahlung und seiner wissenschaftlich, sachlich beratenden Aufgabe zumindest kompatibel mit dem veränderten Konzept, es ist aber freilich ein starres, mehr einer typischen Serie entsprechendes Konzept, eines das vermehrt mit wiederholenden Haupteckpfeilern arbeitet und damit ein vereinfachtes Feld darstellt, so auch im wiederholt auftauchenden Gegner, dem Master, der freilich auch hinter den Plänen der hier zu erlebenden Mission steckt.

Man soll es nicht meinen, aber trotz der ärgerlichen Änderungen, in welcher dem Doktor zudem die TARDIS genommen wurde und durch ein wunderliches, quietschbuntes Auto ersetzt wurde, funktioniert die Folge "Doctor Who - The Mind auf Evil" (Originaltitel) ganz gut, die zunächst wie eine verwandte Thematik zu "Uhrwerk Orange" anmutet, was sich aber flink als Irrtum herausstellt, wenn die Geschichte weit wilder, naiver und phantastischer ausfällt, als die berühmte Gesellschaftssatire von Kubrick. Das starre System funktioniert auf banaler Ebene, interessiert folgt man den trivialen Aufgaben des Doktors im Gut-Böse-Spiel gegen den Master, der hier zum klassischen Serienschurken wird und ebenso wie sein Gegenspieler oftmals zu menschlich wirkt, wenn zu banale Hindernisse zu echten Problemen werden. "Doctor Who" wird zur Science Fiction-Krimi-Serie, und das bereitet trotz erster Ernüchterung Spaß. Ich war dennoch froh zu erfahren, dass noch unter dem dritten Doktor die TARDIS zurückkehren wird, wenn auch erst im vierten Jahr. "Die Maschine des Bösen" spielt bereits im zweiten Jahr, alles zuvor ist in Deutschland nicht erschienen, wir starten also mitten im neuen Alltag des bislang erwachsensten Doktors. Und die drei Abenteuer, die es überhaupt von ihm auf DVD und Bluray bisher in unser Land geschafft haben, spielen alle in der Prä-TARDIS-Phase. Aber ich lasse mich gern überraschen, sollten die beiden anderen Abenteuer so kurzweilig und verspielt naiv ausfallen, wie das hier zu erlebende, das zum Großteil in einem Gefängniskomplex spielt, dann bin ich bereits zufrieden, dass die Verschlechterungen des Konzepts zumindest weiterhin für sympathische Unterhaltung sorgen. Nichtsdestotrotz bin ich froh, wenn ich dieses seltsame Experiment hinter mich gebracht habe, und ich mit dem Time Lord wieder durch Zeit und Raum fliegen darf.  Wiki