21.09.2020

NIGHT CLAWS - DIE NACHT DER BESTIE (2012)

Mag David A. Priors "Night Claws" (Originaltitel) auch nicht so schwachsinnig ausgefallen sein wie sein 80er Jahre-Actioner "Deadly Prey", Sinn macht hier trotzdem so gut wie gar nichts. Das macht ihn aber noch lange nicht so unterhaltsam wie den Vergleichsfilm. Ein Langweiler wie sein "Aerobicide" und der olle "Bio-Force" ist der Horrorfilm um einen aggressiven Yeti jedoch nicht geworden. Trotz einer leicht unter 80 Minuten laufenden Laufzeit schaut man trotzdem immer wieder auf die Uhr, um zu sehen wann der halbwegs unterhaltsame Schrott endlich zu Ende ist. Bleibt man tatsächlich hartgesotten bis zum Schluss dran, erlebt man immerhin eine unerwartete Überraschung, die auf einer erwarteten aufbaut. Ansonsten gibt es die üblichen Klischees zu sichten in einer Umsetzung, die plumper ausfällt als der Routinestandard dieses Genres ohnehin. Der Sheriff gerät kurz mit dem Bürgermeister aneinander, weil der Tourismus aufgrund der Schutzmaßnahmen droht abzuebben, Survival-Amateure kommen nicht lebend aus dem Wald heraus, Jugendliche feiern im Gefahrengebiet gegen jedwede Warnung, jeder respektiert den Sheriff, eine Wissenschaftlerin mischt sich in die Ermittlungen ein, ein fummelndes Liebespaar im Auto wird erstes Opfer, an immer wieder kehrenden Standards im Bereich des Horrorfilms mangelt es "Apex-Predator" (Alternativtitel) wahrlich nicht. 

Der Aggressor ist zumindest handgemacht und wirkt damit charmanter als CGI-Kreaturen. Erschrecken tut er freilich niemanden, zumal er entgegen der versprochenen 3 - 4 Meter lediglich so groß wie ein Mensch ist, was die Kameraführung nicht versucht auszubügeln. Man darf sich zwar fragen, warum eine derart aggressive Art bislang unentdeckt blieb, aber das gehört nun einmal zu den Unsinnigkeiten, die im fertigen Film zuhauf anzutreffen sind. Wann Tag und wann Nacht sein soll in dem hauptsächlich im Wald spielenden Finale interessiert bei wirrem Umgang mit den Figuren im undurchdachten Plot herzlich wenig. Unsinnigkeiten, wie die Frage der Wissenschaftlerin bei der Sichtung einer Waldhütte was das denn sei, woraufhin sie die Antwort bekommt, dass es sich um eine Waldhütte handelt, belustigen gut genug, um das ewig wiedergekäute Szenario halbwegs zu überstehen. Gelegentlich ist die Grenze dessen was absichtlich trashig angegangen wird und dessen was sich unfreiwillig komisch guckt, nicht erkennbar, so z.B. in der Einstiegsszene, wenn die Teenagerin plötzlich die abgerissenen Hände ihres Liebhabers in ihren Händen hält und dann geradezu comic-artig nach einer kurzen Pause aufschreit. Als charmant habe ich es zudem empfunden, dass vor dem Abspann wirklich fast jeder im Film auftauchende Teilnehmer namentlich während eines Standbildes einer seiner Auftritte genannt wird. "Night Claws - Die Nacht der Beste" ist wahrlich nichts was man weiter empfehlen würde, weder aus Trash-Sicht, noch dem Routineprodukt für zwischendurch wegen, eine Restsympathie rettet ihn trotz erbärmlicher Machart aber immerhin vor dem Totalverriss.  OFDb