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21.08.2025

Querbeet im phantastischen Kino unterwegs - Kurzkommentare (8)

 

Das Geisterschloss (1999)

Wer einen der besten Horrorfilme neu verfilmt, der tut gut daran völlig andere Wege zu gehen. Doch auch wenn Suspense gegen einen Haufen Spezialeffekte ersetzt wurden, so konnten die bereits zur Entstehungszeit keinen Grusel atmosphärisch ersetzen. Mittlerweile sind sie zudem schlecht gealtert. Warum man das Ganze inhaltlich umgeschrieben hat, indem man aus Spukforschung eine Schein-Schlaftherapie machte, obwohl kaum wer der Anwesenden ein passender Patient dafür wäre, und warum aus dem Unerklärlichen eine moralinsaure Story um einen Kinderschänder wurde, weiß sicher nur der, der auf die Idee kam für einen Horrorfilm Owen Wilson zu besetzen. Komischer Weise funktioniert "The Haunting" (Originaltitel) lange Zeit auf plumpe Art dennoch. Erst in den ungefähr letzten 20 Minuten baute man nur noch Mist.  OFDb  

 

Creep Van (2012)

Aufgrund einer leichten humoristischen Anwesenheit, welche die Steifheit der Hauptfigur in diesem nur semi-professionell besetzten Film gekonnt aufbricht, dachte ich zunächst es mit einem sympathischen Vertreter der Gattung Billig-Horror zu tun zu haben. Nun, die Hauptfigur blieb überraschend zugänglich, der Rest jedoch nicht. Mal davon abgesehen, dass man es hier nicht mit einer Kopie von "Christine" zu tun bekommt, wie uns der Covertext der deutschen DVD einreden möchte, der menschliche Psychopath hinter allen Taten ist zu nervig und freakig ausgefallen, wirkt bereits am Telefon wie ein vulgärer Prolet, und das macht als Aggressor nix her, auch nicht im augenzwinkernden Sinne. Der Plot ist konfuser Natur, zwischenmenschliche Annäherungen wirken nicht glaubwürdig. Zwar ist man in "Creep Van" bemüht einen eigenen Stempel aufzudrücken, aber das Ergebnis weiß so gar nicht zu gefallen. Schade! Aber über ein böses Auto hätte ich mich ohnehin mehr gefreut.  OFDb  

 

Joker - Folie à deux (2024)

Ich war im Vorfeld so misstrauisch wie damals beim genialen ersten Teil. An den kommt die Fortsetzung trotz erneuter Glanzleistung der Hauptrolle und einer überraschend gut wirkenden Lady Gaga zwar nicht heran, aber meinen Respekt haben die Erschaffer eines mutigen Werkes inmitten des ansonsten eher auf Standard setzenden Superheldenbereiches, zumal wir es hier mit einem der beiden großen Studios diesbezüglich zu tun haben. Der Gesang, der überraschender Weise erst nach 20 Minuten einsetzt und so viele Zuschauer vergraulte, weiß nicht nur zu wirken, sondern setzt psychologische Botschaften, bzw. spiegelt den psychologischen Wandel des Schurken wider. Die Geschichte setzt sowohl anders an, als nach Teil 1 vermutet, und geht außerdem immer wieder andere Wege, als man ihr schlaumeierisch prophezeit. Gerade der Schluss wird manch einen verdutzt zurücklassen, passt aber gekonnt ins Batman-Universum, eben weil die beiden Filme sonst nur bedingt an die bekannte Marke erinnern. Insgesamt bleibt die Geschichte jedoch zu austauschbar und lebt letztendlich nur davon anders sein zu wollen.  Wiki   

 

Shin Ultraman (2022)

Im Original Ultraman, in der deutschen Version ein Shin davor gemogelt, könnte man meinen, dass nur die Deutschen auf den Erfolg von "Shin Godzilla" aufspringen wollten, aber es herrscht tatsächlich Verwandtschaft zwischen den Werken, z.B. bei der Musik und bewussten Benennungen des Vorbildes. Nun hatte es die Marke Ultraman hierzulande nie leicht, wenig ist erschienen, umso schöner war es einen Blick zu riskieren. Nicht ganz so schlimm auf Kinderfilm getrimmt, wie die Reihe rund um Gamera, aber eben mehr als in den meisten Fällen der japanischen Godzilla-Filme, funktioniert das Rezept ein wenig wackelig. Hinzu kommt, dass uns mit drei Geschichten nacheinander, getarnt als kompletter Plot, als Konzept eher die Kinoversion einer Serie vorgesetzt wird. Und da von dieser die erste Geschichte am besten funktioniert, ist der Höhepunkt des Streifens bereits nach dem ersten Drittel geliefert. Es folgt ein etwas magerer Mittelteil und ein ganz nettes letztes Drittel. Neueinsteiger ins Franchise bekommen glücklicher Weise alles erklärt.  OFDb  

 

House of the Creeping Death (1983)

Der von George A. Romero produzierte "House of the Creeping Death" ist lediglich ein Zusammenschnitt diverser Episoden aus der TV-Serie "Tales from the Darkside" und damit kein eigenständiger Film. Und sollten die Geschichten wirklich Pate für die Serie stehen, quasi als Vorzeigeepisoden, dann kann man diese wohl vergessen, bietet man uns doch nicht gerade gut funktionierende Kurzgeschichten an, zumal sie veraltet anmuten, anstatt nettes Retro-Flair zu versprühen. Die beste Geschichte findet sich am Schluss, aber selbst bei ihr muss man durch allerhand langgezogene Dialoge hindurch, bevor man sich an ihrer gelungenen Pointe ergötzen darf. Der Rest ist Standard von der Stange, u.a. von einer Mumie, Käfern und teuflischem Gebäck handelnd. Eine Konkurrenz für "Twilight Zone" oder Spielbergs "Unheimliche Geschichten" ist das nicht.  OFDb  

12.07.2025

Kurzkommentare (4)

 

Doctor Who - Flux - Staffel 13 (2021)

Wieder wesentlich ernster angegangen als die Rückkehr zum alten Ton zuvor, präsentiert sich die letzte Staffel mit dem 13. Doktor nicht nur anders aufgrund einer durchgehenden Geschichte bei gerade einmal sechs Folgen, der Grundton ist zudem ein völlig anderer. Härter und actionreicher erzählt, bekommt man den Eindruck die Serie suche ein neues Publikum, vielleicht weil der weibliche Doktor generell nicht so gut ankam. In einer sehr komplexen Handlung, in der etliche Stränge kreuz und quer gelagert sind, behält man auch bei längeren Pausen zwischen den Sichtungen dennoch den Überblick. Die zweite Hälfte schaute sich für mich angenehmer, als die schreckliche erste, gerettet bekommt sie das Gesamtergebnis trotz einiger wirklich guter Ideen und neuer Erkenntnisse über die Vergangenheit des Doktors trotzdem nicht.  Wiki  

 

Doctor Who - Die schwarze Orchidee (1982)

Nicht nur der Titel erinnert an die deutschen Kriminalfilme aus den 60er Jahren, auch die Folge selbst entpuppt sich als Krimi-Stoff, wenn auch eingebettet in eine Science Fiction-Serie. Zudem spielt alles auf einem Schloss, wie es für den Bereich der Edgar Wallace-Beiträge besagter Dekade typisch war, den Charme dieser Werke versucht man hingegen nicht einzufangen. Letztendlich bietet dieser Zweiteiler keine besonders aufregende Geschichte und liefert trotz halbierter Gesamtlaufzeit gerade im ersten Teil recht wenig Inhalt. Die Hauptgeschichte beginnt erst mit der zweiten und letzten Episode, in der es herauszufinden gilt, wer der Mörder in der Maske ist, die eigentlich der Doktor zu einem Kostümfest tragen sollte. Aus einem Nebenaspekt zum Thema Doppelgänger holt man anbei nichts heraus. Es hat zu reichen, dass es sich um einen faszinierenden Zufall handelt.  Wiki  

 

Doctor Who - Erdstoß (1982)

Die Cybermen sind zurück, und das funktioniert beim Stammzuschauer freilich immer. Letztendlich fällt dieser Vierteiler besonders klassisch aus, inklusive rätselhafter Vorgeschichte in Episode 1, die noch nichts von den wiederholenden Widersachern verrät. Umso erstaunlicher ist der für seine Zeit harte Schluss, in dem sich eines Who-Begleiters auf die derbste Art entledigt wird, zumal es sich um das Kind der gemeinsam reisenden Truppe handelt. Um dessen Verlust zu ehren, und gleichzeitig zu verdeutlichen, dass unwiderruflich tatsächlich passiert ist, was dort passierte, verzichtete man effektiv auf das Lied im Abspann, was freilich an "Rückkehr zum Planet der Affen" erinnert.  Wiki  

 

Doctor Who - Zeitflug (1982)

In einer Epoche der Erdenvergangenheit angekommen, in der es noch keine Menschen gab, stößt der Doktor auf eine Energiequelle, die es noch nicht geben dürfte. Zudem befinden sich Menschen hier, die per Flugzeug auf mysteriöse Art in dieser Zeit gelandet sind. Da sich der zunächst gezeigte Initiator der rätselhaften Umstände nicht gerade als wirksam herausstellt, wenn er auf Voodoo- oder Indianer-Hokuspokus-Art das Schicksal der Gestrandeten beeinflusst, ist man nicht böse drum zur Hälfte der Laufzeit zu erfahren, dass in Wirklichkeit einer der ständig auftauchenden Widersacher des Doktors hinter allem steckt. Das lässt die zweite Hälfte entspannter gucken, die sich jedoch brav dem üblichen Erzählmuster der seit je her naiv geprägten Grundhaltung dieser dennoch oftmals geistreichen Serie unterwirft und durch nichts wirklich individuell hervor ragt.  Wiki  

 

Doctor Who - Die fünf Doktoren (1983)

Zum 20. Jubiläum der langläufigsten Science Fiction-Serie überhaupt, lässt man die bisherigen Doktoren aufeinander treffen, alle original besetzt, abgesehen vom ersten Doktor, dessen Schauspieler bereits verstorben war, der aber würdig ersetzt wird. Zwar ist die Zusammenkunft etwas Mogelpackung in diesem 90Minüter, immerhin wird erst viel einzeln je Doktor erlebt und Tom Baker trifft leider nie auf seine vier anderen Ichs, aber angenehm guckt sich das für ein Fan-Herz dann doch, teilweise gar schwermütig, zumal auch einige Randfiguren wiederkehren dürfen. Die Daleks kommen zu kurz, ansonsten stört nichts wirklich am zu trivial ausgefallen Szenario, auch wenn manches, was man uns zum Großereignis erzählt, nicht gerade glaubwürdig erscheint. Die Wiederkehr der bekannten, vermissten Gesichter macht bereits alles wieder wett. Und inmitten dieser erweist sich der fünfte Doktor, der zu dieser Zeit bereits 2 Staffeln hinter sich hatte, noch einmal besonders deutlich als ebenbürtig zu seinen Vorgängern.  Wiki

26.06.2025

Kurzkommentare (3)

 

Reine Nervensache (1999)

DeNiro parodiert seine Paraderolle comicmäßig herrlich übertrieben und könnte dies wahrscheinlich im Schlaf, und das Drehbuch liefert wundervolle, alberne Pointen und Dialoge dazu ab. Es ist die Verspieltheit, die kindliche Freude die Sichtweise eines Kriminellen, eines Gewalttäters auf die Welt eines Analysten stoßen zu lassen, was den Film zum funktionierenden Selbstläufer werden lässt. DeNiros Gegenpol ist zu brav und steif gespielt von Billy Crystal, wie man ihn kennt, aber umringt von spielfreudigen weiteren Akteuren. Lediglich den Frauenrollen wurde keine Bemerkung geschenkt, deswegen sind sie wohl auch so austauschbar besetzt.  Wiki

 

Doctor Who - Die Heimsuchung (1982)

Böse Reptilien in der Vergangenheit der Erde, der Doktor inmitten des letzten Pestausbruchs, ferngesteuerte Einwohner und ein schelmischer Helfer aus der dort gerade stattfindenden Gegenwart, das alles ergibt im Mix einen unterhaltsamen Vierteiler, der nicht wirklich aus der Masse herausragt, aber keinerlei Längen besitzt. Der fünfte Doktor beweist sich ein weiteres Mal als sympathische Neubesetzung, lediglich die hohe Anzahl an Begleitern schadet den Abenteuern in dieser Phase ein wenig, ähnlich wie in den Anfängen des 13. Doktors, in dem sich selbige Fehlentscheidung einschlich.  Wiki

 

We Are Zombies (2023)

"We Are Zombies" ist durchaus eine amüsante Angelegenheit und kurzweilig zu konsumieren. Die Treffsicherheit eines "Turbo Kid" und die Brillanz eines "Summer of 84" ist in der erneuten Zusammenarbeit des Regie- und Drehbuch-Teams Simard und der beiden Whissells jedoch nicht zu bemerken, dafür fällt das Ergebnis trotz einiger weniger Besonderheiten dann doch zu austauschbar aus. Die Verspieltheit mit den Vorbildern und ihren Klischees wirkt aufgesetzter als üblicher Weise von diesem Trio zu erwarten war. Aber interessant genug ist die Horror-Komödie durchaus ausgefallen, es fehlt lediglich am Charme der Vorgänger.  Wiki

 

Saturday Night Fever (1977)

Es ist erstaunlich, wie neutral der Film über eine Figur berichtet, die sich für unglaublich toll und talentiert hält, während um sie herum die Tristheit des restlichen Alltags außerhalb der Disco trotz allerhand Klischees recht realistisch anmutend beleuchtet wird. Travoltas Rolle soll nur Identifikationsfigur sein, niemand mit Sympathie. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte jedoch jemanden mit diesem Attribut benötigt, so arrogant und selbstverliebt der Held hier eine plumpe Modewelle zelebriert. Soziale Fragwürdigkeiten, wie eine Vergewaltigungsszene, die als zu verzeihende Selbstverständlichkeit eingebaut wurde, machen den Zugang für Menschen, denen die Tanzmaterie fremd ist, nicht gerade leichter.  Wiki  

 

Perfide (2014)

Müder Horrorfilm, der trotz des reizvollen Herkunftlandes Chile keinerlei fremdartige Atmosphäre aufweisen kann, geschweige denn eine dem Horrorfilm geschulte düstere. Uninteressant plätschert das sich auf wenige Figuren konzentrierende Geschehen dahin, welches durch das Auftauchen bedrohlicher Fremder nicht an Fahrt oder wohligem Unbehagen gewinnt. Ich konnte diesem dünnen Plot immer uninteressanter und unsympathischer werdender Figuren tatsächlich so gar nichts abgewinnen.  OFDb  

19.06.2025

Kurzkommentare (2)

 

Archive (2020)

Dieser Science Fiction zum Thema K.I. kommt mit manch interessanter Idee daher, inklusive einem süß anmutenden Suizid eines Roboters, während er ansonsten hauptsächlich von der Kälte der Forschung berichtet (vergleichbar mit "Splice"), mittels eines Protagonisten, der sich selbst für sozial und mitfühlend hält. Manch überraschende Wendung, gutes Schauspiel und ein unterkühltes Setting sorgen für den Rest in einem Werk, dessen Herangehensweise zur Entstehungszeit bereits nicht mehr innovativ zu nennen war.  Wiki


Iron Man 3 (2013)

Der Abschluss der Trilogie mag nicht der ereignisreichste sein, die Story plätschert überraschend gradlinig von einem visuellen Event zum nächsten, aber er unterhält mit der Einhaltung von Grundstimmung und humoristischen Einflüssen der Stammfiguren aufeinander, und er weiß durch die Rolle von Ben Kingsley zusätzlich zu gefallen, gerade zur zweiten Hälfte hin. Dass einem das alles bereits bei der ersten Sichtung zu bekannt vorkommt, ist schade zu nennen, aber die Sympathie des Bekannten, welche man eher von TV-Serien, anstatt von einer Großproduktion erwarten sollte, entschädigt dennoch halbwegs.  Wiki

 

The Flash (2023)

Auch wenn sich "The Flash" mehr denn je als Marvel-Imitat von DC schaut und an mancher Stelle etwas überfrachtet wirkt, so trägt er das Herz und vor allen Dingen die Pointensicherheit doch am rechten Fleck und weiß mit manch kreativer, nicht wirklich innovativer Idee die übertriebene Action für sich zu nutzen, um das Ganze zu ironisieren. Der Hauptdarsteller hat mit seiner Doppelrolle sichtlich Freude, Michael Keaton als Batman nicht nur in kurzen Auftritten zu erleben, lässt das Herz ohnehin höher schlagen, und zumindest bietet "The Flash" im Gegensatz zu manchem Superhelden-Konkurrenten eine erzählenswerte Geschichte. Auch der Schluss-Gag hat mir gut gefallen.  Wiki

 

Creed 3 - Rocky's Legacy (2023)

Dass man Stallone vermissen würde, war abzusehen, ihn als Rocky aber nicht einmal bei einer wichtigen Beerdigung auftreten zu lassen, zeigt wie sehr der dritte Teil des Spin Offs Produkt, anstatt Herzensangelegenheit war. Es zeigt sich auch in der überraschungsfreien Gradlinigkeit einer an sich netten, sich aber bereits durch "Rocky 5" bekannt anfühlenden Geschichte, und dadurch, dass der Gegner charakterlich interessanter ausfällt als der Held und sein Weibchen. Unterhaltsam ist das zu schmale Ergebnis dennoch ausgefallen, lediglich weit unter den Erwartungen nach zwei so geglückten Vorgängern.  Wiki

 

Doctor Who - Kinda (1982)

Zwar fühlt sich die oberflächliche Geschichte selbst etwas arg zu oft erzählt an, die Rätselhaftigkeit um die Lebewesen und ihrer Geheimnisse vor Ort, lassen einen dennoch neugierig werden. Der fünfte Doktor täuscht so herrlich verspielt Ahnungslosigkeit und Naivität vor, dass man fast schon meinen könnte, dass die noch frische Reinkarnation tatsächlich so gestrickt ist. Wer bei einem solch nostalgischen Produkt wie diesem neuere Effekte benötigt, wie vom Bluray-Menü wieder einmal alternativ angeboten, will sich mir jedoch nicht erschließen.  Wiki

16.06.2025

Kurzkommentare (1)

 

Doctor Who - Flucht aus dem E-Space (1981)

Für meinen Geschmack auf der einen Seite etwas zu fantastisch in Bezug auf die Zeit/Raum-Logik erzählt, auf der anderen Seite arg monoton gehalten, so dass die Geschichte oftmals einem Stillstand gleicht, bietet der Abschluss der E-Space-Trilogie meiner Meinung nach den Tiefpunkt der mir bekannten Abenteuer des vierten Doktors - und dies so kurz vor Schluss.  Wiki


Doctor Who - Die Wächter von Traken (1981)

Dies ist eine hervorhebenswerte Episode, wenn man einmal verdeutlichen möchte, zu welch großen Aussagen auch eine recht trivial gehaltene Science Fiction-Serie in der Lage ist. Hier wird eindrucksvoll die Unterwanderung eines freiheitsliebenden Systems gezeigt, die selbst dann noch für frei und richtig gehalten wird, wenn das Böse die Grundprinzipien längst schon auf links gedreht hat unter fadenscheinigen Begründungen, die nur der blinde Mitläufer brav befolgt. Das erinnert ein wenig an die heutige Zeit, oder an den zu diesem Thema brillant erzählten "Hexenjagd" aus den 70er Jahren.  Wiki 

 

Doctor Who - Logopolis (1981)

Sein letztes Abenteuer soll dem vierten Doktor nichts weniger als das Verhindern der Zerstörung des kompletten Universums abverlangen - und dies mit dem ungewöhnlichen Erzählkniff hierfür Hand in Hand mit seinem Erzfeind, dem Master, zu arbeiten. Wie das Ganze verhindert wird, habe ich ehrlich gesagt nicht so ganz begriffen. Es ging an mir vorbei. Die Verwandlung zum 5. Doktor wird am Ende wichtig, zu einem Zeitpunkt als ich erstmals begriff, dass die Gefahr bereits gebannt ist. Ansonsten ein schön erzählter Vierteiler mit einer herrlich abgehobenen mathematischen Idee.  Wiki

 

Doctor Who - Castrovalva (1982)

Im direkten Übergang zum vorherigen Vierteiler erzählt, hat noch immer der Master beim ersten Abenteuer des fünften Doktors seine Hände in einem undurchsichtigen Spiel. Da die Regeneration des Time Lords nicht unproblematisch verlaufen ist, darf der neue Hauptdarsteller recht spielfreudig den mal verwirrten, mal cleveren Doktor mimen, dessen Zustand einfach nicht stabil werden will. Ein wenig erinnert er mich in seiner Art an Jeff Daniels, und bisher ist mir dieser neue Doktor äußerst sympathisch. Ebenso wie die hier erzählte Geschichte, in der nicht alles so ist wie es scheint.  Wiki

 

Doctor Who - Vier vor Zwölf (1982)

Erstmals ein komplettes Abenteuer des fünften Doktors bei seinem vollen Bewusstsein erlebend, bleibt er trotz, bzw. wegen seiner weit weniger schräger Art seines Vorgängers und seines eigenen ersten Auftritts sympathisch wie gehabt innerhalb eines Abenteuers, das die Körperfresser-Geschichte einmal mit einer Androiden-Thematik verbindet, so dass es nicht um Gefühlslosigkeit geht, sondern um körperliche Perfektion, wovon der Schurke die Menschheit überzeugen will - freilich mit Gewalt. Das geht natürlich nicht so tief, wie in der gegen Ende themenähnlichen Satire "The World's End", muss in seiner herrlich verspielten Art aber auch gar nicht tiefer greifen. Schön dass u.a. die Verlockung des Autokraten auf die unerfahrene Jugend nicht nur nebensächlich thematisiert wird.  Wiki

24.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (4)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

What Keeps You Alive (2018)

Die lange Vorphase, gerade mit dem Wissen um was es später gehen wird, ist gelungen, wenn uns zwei Figuren nahe gebracht werden, wenn auch eine nur, und wir wissen nicht wer von beiden, in ihrer Täuschung. Das zu schnelle Einweihens des Warums und die Positionierung des Bösewichts zur eiskalten Routine-Killerin lassen den Streifen jedoch in eine Richtung tendieren, der ihm Potential raubt. Wenn aus dem reinen Kampf zweier Frauen nun noch eine Geiselnahmesituation wird, wird "What Keeps You Alive" endgültig austauschbar, wenn auch mit spannenden Momenten versehen.  OFDb 

 

Bloodbath (2013)

Wenn es lediglich um harte Momente geht, um Provokation und dem Ausreizen von Grenzen, dann hauen Horrorfilme in meinen Augen nicht hin. Und dass "Bloodbath" mit seiner brasilianischen Herkunft eine andere Mentalität bietet, als all jene, an die wir uns im Filmbereich bereits gewöhnt haben, ändert leider auch nichts daran wie stumpf und emotionslos das Ganze ausgefallen ist. Der dreckige Touch im Sumpf an Armut, Geilheit und Brutalitäten mag gelungen sein, eine Motivation dem stumpfen Treiben folgen zu wollen, habe ich nicht entwickelt - zumal nicht wirklich etwas erzählt wird und "Bloodbath" sich mit nichts Nennenswertem von Fließbandprodukten wie diesen abhebt.  OFDb 


Cuckoo (2024)

Stilistisch atmet der Film das gehobene Niveau eines "Raw" oder "Hatching", und sein Mut etwas zu thematisieren, das üblicher Weise im Trashbereich zu Hause ist, spricht ebenfalls für den gut besetzten Streifen. Der Spannungsaufbau und die Erwartungshaltung in der ersten Hälfte bieten einen sehenswerten Film, aber der Mangel an wahrem Tiefgang, wenn schließlich mitten im gewöhnungsbedürftigen "Trash"-Bereich gebadet wird, samt Schießerei zweier feindlich gesonnener Gegner der Heldin, lässt dann doch erkennen, dass "Cuckoo" nicht in einer Liga mit den Vergleichswerken spielt - abgesehen vielleicht von der finalen, empathischen Entscheidung zweier Figuren.  Wiki

 

Eine Faust geht nach Westen (1981)

Eine kurzweilige Geschichte, ein gut aufgelegter Bud Spencer und eine Synchro, die wundervolle Momente zaubert, ohne eine Dauerberieselung an Sprüchen vorzunehmen, sind die klaren Pluspunkte dieser sympathischen Western-Komödie. Einzig mit der Figur des Indianers wurde übertrieben, dessen Darsteller hätte man besser in Schranken weisen müssen, so derbe wie er pausenlos Klamauk zelebriert. Aber auch er hat seine gelungenen Momente. "Eine Faust geht nach Westen" schafft den Drahtseilakt aus herzenswarm und familientauglich, aber nicht anbiedernd lieb oder kitschig. Genau so muss ein Zwischendurch-Spencer-Film zwischen seinen großen Werken ausfallen.  Wiki  

 

The Last Spark of Hope (2023)

Ob man in derartig üblen Endzeit-Zeiten tatsächlich den Wechsel des neuen Passworts verpasst, sei einmal dahin gestellt, zeigt aber erste Schwächen in dem, was dem an sich reizvollen Szenario generell fehlt: das tiefer gehende Denken, eine wahre Auseinandersetzung mit der kreierten Welt. "2001" und die Parodie "Dark Star" zeigten wie wunderbar die Diskussion mit einer Maschine ausfallen kann, das hier besprochene polnische Werk belässt es bei Ansätzen den Roboter zum Umdenken zu bringen, mit einer Hauptfigur im Zentrum, die immer naiv hofft auf etwas Menschliches im Gegner zu suchen, anstatt ihn mit Logik zu überlisten. Das hätte einen intelligenten Autor benötigt. Das Fehlen eines solchen ist so ärgerlich, wie die Entscheidung ein professionelles Programm, anstatt eine K.I., als Gegner zu wählen. Viel Potential, kaum etwas davon erreicht!  Wiki 

23.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (2)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Margos Spuren (2015)

Die Geschichte mag manches Mal emotional recht distanziert erzählt sein, aber das hat seine Gründe und passt psychologisch zu den Fantastereien des Jungen, der im Klischee vergleichbarer Stoffe Recht behalten müsste, sowie zur Charakterzeichnung des abenteuerlichen Mädchens, nach dem gesucht wird. Anstatt uns den Standardschluss zu bescheren, erweist sich die Literaturverfilmung als erwachsen, wenn sie glaubwürdige Reifeprozesse an den beiden zentralen Figuren demonstriert.  Wiki 

 

Downsizing (2017)

Der vielschichtig reflektierende, sehr erwachsen erzählte "Downsizing" geht vielen Gedankengängen zum Thema Schrumpfen im gesellschaftlichen Zusammenhang nach, weiß auch politisch vielfältig zu überzeugen und beweist ein Verständnis für Psychologie gerade gegen Ende, wenn man zunächst vermutet, er würde auf den modernen politischen Zug der Klimawandelfanatiker aufsteigen. Der zu weit reichende Umweg unter Einbezug der asiatischen Zwangsgeschrumpften im letzten Drittel tut dem Gesamtergebnis jedoch nicht gut und tendiert in eine Richtung, in welcher das zentrale Thema zu lange ignoriert wird.  Wiki 


Thanksgiving (2023)

Sein satirisches Potential beweist der Streifen bereits in seiner längeren, pointenreich ausgekosteten Eingangssequenz, der theoretisch das klassische Slasherkonzept folgt. Dank spannender und kurzweiliger Umsetzung, sowie manch individuell anmutender Gore-Effekte erweist er sich dennoch als überdurchschnittlich, da er gekonnt inszeniert ist und sich keine größeren Schnitzer in Sachen Logik erlaubt, die für sein Sub-Genre unüblich wären.  Wiki

 

Brazil (1985)

Ich erkenne den hohen Einfluss auf andere Werke in "Brazil" und schätze seine tiefgehenden Gedanken, seine Pointenstärke, die Fantasie, die hier inhaltlich und in Bildern zelebriert wird. Aber "Brazil" ist gleichzeitig auch ein unzugänglicher Film für mich persönlich, so wie es mir noch mit fast jedem Werk von Terry Gilliam ging. Ich wurde nicht warm mit diesem wundervollen Film, den ich gern so sehr mögen würde, wie ich ihn schätze. Aber das ist leider nicht der Fall, emotional und in Identifikation mit der Hauptfigur ausgegrenzt, blieb er für mich zu sehr Theorie.  Wiki  

 

The Tracey Fragments (2007)

Die Idee einen Film über zeitgleich eingeblendete, kleine Fenster zu erzählen ist im Zeitalter des Internets eine gar nicht mal uninteressante, und mancher Freund von Neo-Kunst mag begeistert sein. Aber dieser Kunstaspekt hat eine Haltwertzeit, wenn er psychologisch nicht raffinierter greift. Und anstatt uns parallel verschiedene Szenarien zu zeigen, vergeigt man das Experiment mit nur leichten Zeitverzögerungen und Perspektivwechseln ein und der selben Szene zugleich. Dank emotionaler Distanz und mangelnder Identifikationsmöglichkeiten mit Tracey bleibt nur ein hektisches Stück Optik, das auf diese Art keine tieferen Einblicke gewährt und zu oberflächlich bleibt.  Wiki

22.02.2025

GANDAHAR (1987)

Als ein friedlich lebendes Volk urplötzlich angegriffen wird, vermutet man die einst ausgegrenzten Mutanten hinter den Aktionen. Doch der Auserwählte, der sie mit ihren Taten konfrontieren soll, findet heraus dass zu Robotern umgewandelte Menschen hinter der Sache stecken, die über ein mysteriöses Dimensionsportal Zugang zu dieser Welt erlangen. Die Spur weiterer Hintergründe führt zu einem längst vergessenen Experiment aus der Vergangenheit...

Halte mich auf, wenn ich mich verändere...

Mit seinem ersten Langfilm "Der phantastische Planet" lieferte René Laloux einen beeindruckenden und intelligenten Zeichentrickfilm aus dem Science Fiction-Bereich ab. Sein erst 9 Jahre später erschienener Nachfolger "Herrscher der Zeit" soll auf einen anderen Schwerpunkt gesehen ähnlich beeindruckend ausgefallen sein. Sein 5 Jahre danach veröffentlichter "Gandahar", der auch als "Light Years" veröffentlicht wurde, gehört ebenfalls dem Bereich der animierten Science Fiction an, kann aber an der Klasse seiner beiden Vorgänger nicht anknüpfen, obwohl sichtbar mehr Geld zur Verfügung stand und der Zeichenstil nach wie vor der selbe ist. Erst 2004 verstorben, lässt das unbefriedigende Ergebnis vermuten, warum es trotz des eigenen Animationsstils nie zu einem weiteren Langfilm kam, "Gandahar" folgte lediglich 1988 noch der Kurzfilm "The Captive". Seinem dritten auf Spielfilmlänge inszenierten Werk fehlt es meiner Meinung nach ein wenig an der nötigen Würde, bereits früh erkennbar, wenn man sich regelrecht mit einer Vielzahl an bizarr anmutenden Wesen übertrumpfen möchte, um die hier gezeigte Welt so fremd und vielfältig wie möglich wirken lassen zu wollen. 

Da sind einige gute Ideen mit dabei, ebenso später bei der Vielfalt an mutierten Kreaturen, aber es wird zu dick aufgetragen, die Kreativität wirkt bemüht, das überzeugt nicht wirklich. Erschwerend kommt hinzu, dass "Gandahar" weit esoterischer ausfällt, als die Vergleichsfilme, was intelligenter Science Fiction grundsätzlich schadet, so also auch hier. Schade ist es um die wundervoll düster aussehende, metallene Invasionstruppe, die dem Streifen seine düsteren Momente beschert, und um manch inhaltliche Idee. Das mysteriöse Portal, der Mentalitätenwandel einer gewissen Kreatur nach etlichen Jahren, der phantastische Ursprung dieses Wesens und die Entwicklung seiner Pläne, da ist einiges an Potential vorhanden, verwässert durch eine kitschige Heldengeschichte, in welcher der Gute zu übertrieben gut ist, verglichen damit dass sich in der restlichen Welt dies alles vermischt oder wahlweise einem Irrtum unterliegt. Letztgenanntes betrifft in erster Linie die Mutanten, deren friedliches Miteinander nach dem Eindringen des Feindes, etwas arg penetrant auf friedlich getrimmt bleibt, um den sozialen Verstoß moralisch besonders dick auftragen zu können. Kurzum, so wirklich funktionieren will der von Frankreich und Nordkorea finanzierte Film nicht. Individuell ist er durchaus ausgefallen, das Werk biedert sich lediglich seinem Publikum an, nicht den Inhalten oder Modewellen anderer Trickfilme dieser Dekade.  OFDb

15.02.2025

DOCTOR WHO - HORROR IM E-SPACE (1980)

Am Rande des E-Space stößt der Doktor auf einen Erd-ähnlichen Planeten mit geringem Energie-Vorkommen. Dort gelandet, in der Hoffnungen Antworten auf die Möglichkeit zu finden das E-Space zu verlassen, stoßen sie auf eine Kultur, welche dem Mittelalter ähnelt. Doch die Herrschenden dort hüten ein düsteres Geheimnis...

K-9 im Angriffsmodus...

Mit "Horror im E-Space" erlaubt sich die Serie den Spaß uns eine Vampirgeschichte zu präsentieren, die uns zeigt dass die Blutsauger in Wirklichkeit eine Aliengattung sind, die einst Grauen über sämtliche Planeten brachte, so dass Dracula und Co sich als Wahrheit und Randerscheinung dieser entpuppen. Mit den wachsenden Erkenntnissen dieser Thematik, die erst im letzten Part des Vierteilers enden, erhalten wir zudem einen Einblick in die Vergangenheit der Time Lords. Ich sichte die alten und neuen Folgen parallel, und mit Kenntnis der 00er Jahre "Doctor Who"-Serie offenbarte sich mir im umgekehrten Sinne, anstatt chronologisch geguckt, somit erstmals, dass es bereits einen Krieg mit Beteiligung der Time Lords vor jenen gegen die Daleks gab. Jener Krieg führte diese Spezies überhaupt erst in ihre friedvolle Haltung, die von Beginn der Serie an die Zeitwächter ausmachte. Der Clou an der Erzählweise dieses Vierteilers ist jener, dass man die Vampirgeschichte zwar in eine moderne Science Fiction-Welt hinein verfrachtet, inszenatorisch in den passenden Phasen aber vollends auf klassischen, zur Entstehungszeit längst überholten Gruselfilm-Stil setzt. 

Gummifledermäuse, theatralisch und steif spielende Vampirdarsteller, das klassische Schloss am Rande des Dorfes voll von folgsamen Bauern, der Kontrast macht den Charme aus, das Augenzwinkern muss man selbst entdecken, so altbacken sich das Spiel der Adligen in Sachen Herrschaft, Vampirismus und religiöser Unterwerfung schaut. Der einzige Wermutstropfen in diesem kurzweiligen und unterhaltsamen Treiben dürfte das Einbringen der finalen Kreatur sein, die als Ur-Feind der Time Lords und aufgrund seiner gigantischen Größe neugierig macht, jedoch Fantasiegebilde für uns Zuschauer bleibt, dürfen wir doch nur einen Blick auf eine Hand dieses interessanten Wesens werfen, der Rest bleibt uns verborgen. Für eine derart mächtige Rasse und für die Methodik, mit der es unser Titelheld freilich schafft ein Happy End zu erlangen, wirkt sein Dahinscheiden plump und arg zufällig, mag aber auch über jene Eigenschaft des E-Space widerum Sinn ergeben, dass man Raum und Ort hier exakter bestimmen kann als üblicher Weise - so zumindest die TARDIS zu einem anderen Zeitpunkt betreffend. Der Weg zu all diesen Begebenheiten und Erkenntnissen ist im klassischen Stil der Serie inszeniert. Abgelenkt wird man durch die Informationen, dass alle Ansässigen einst Vorfahren von der Erde hatten, die als Weltraumreisende so wie der Doktor versehentlich im E-Space gelandet sind und dies, abgesehen von den Herrschenden, nicht wissen.

Fledermausschwärme und das düstere Schloss am Rande vermitteln eher unterschwellig welche Richtung tatsächlich auf uns zukommt. Das schöne am erreichten Ergebnis ist, dass es verspielt ist, aber nicht lächerlich. Der Mythos der Vampire und ihr aufgedeckter Hintergrund überzeugen und wecken die Fantasie, einzig die antiquierte Umsetzung bleibt absichtlich lächerlicher, da überholter Natur und soll vergangene Filmdekaden augenzwinkernd ehren. Der Junge aus dem Vorgänger "Doctor Who - Verschollen im E-Space" entpuppt sich anbei als neue Begleitung des Doktors. Mal sehen ob er im Laufe der Zeit an Sympathie dazu gewinnen kann, so neutral wie er bislang auf mich wirkt. Mit "Doctor Who - Flucht aus dem E-Space" wird der längere Zyklus um das Alternativuniversum beendet sein. "Doctor Who - State of Decay" (Originaltitel) funktioniert als Mittelteil in seiner kurzweiligen und Erkenntnis bringenden Art zwar ganz gut, zeigt aber auch, dass der Wirbel um das ominöse E-Space etwas aufgesetzt ist, so unabhängig wie die einzelnen Geschichten voneinander erzählt sind, so dass sie auch in der klassischen Raum-Zeit-Natur des Doktors hätten stattfinden können.  Wiki

KINDER DES TODES (1980)

Nachdem ein Schulbus durch eine radioaktive Wolke fährt, verwandeln sich die darin sitzenden Kinder in gefährliche Wesen, die allein mit der Berührung ihrer Hände Menschen einen qualvollen Tod bescheren...

Sie sind verdammt...

Schlicht abgefilmt und preiswert umgesetzt besitzt "The Children" (Originaltitel) gerade durch sein unperfektes Erscheinungsbild einen gewissen Charme. Die hanebüchene Geschichte wird mit einem Ernst präsentiert, der allein deswegen Fehl am Platz scheint, weil die Kinderdarsteller, die eher mit den Verantwortlichen des Streifens verwandt sind, anstatt um Schauspiel bemühte Jungdarsteller, stets grinsen müssen, wenn sie in den "unheimlichen" Szenen auf die Erwachsenen stoßen. Aber auch dies beschert "Kinder des Todes" das gewisse Etwas, denn die Wesen wirken damit unnatürlich verspielt. Dass sie mit ihren vernichtenden Händen keine Opfer sind, die keine Umarmung mehr erfahren können (was ebenfalls eine reizvolle Filmidee wäre), sondern mörderisch umher streifen, so als seien sie mit ihrem Drang jeden umarmen und berühren zu wollen ferngelenkt, wird so wenig erklärt, wie ihre zunächst unzerstörbare Existenz. Zurecht zitiert Regisseur Max Kalmanowicz, der laut OFDb vier Jahre später nur noch die Fantasy-Romanze "Odyssee im Alptraum" folgen ließ, im letzten Drittel "Die Nacht der lebenden Toten", wirken die Kleinen doch wie nicht ernstzunehmende Verwandte dieses Kultfilmes, wenn sie weiter wandeln, obwohl auf sie geschossen wird. 

Dass es etwas dauert, bis die Protagonisten bereit sind die Gefahr zu erkennen, zu akzeptieren und schließlich gegen die kleinen Biester vorzugehen, liegt in der Natur des Menschen, wie es durchdachter bereits in "Ein Kind zu töten" thematisiert war. Da "The Children of Death" (Alternativtitel) ansonsten psychologisch völlig unreflektiert erzählt ist (herrlich wie einer Frau ein natürliches Beschützen ihrer Kinder vorgeworfen wird, nachdem sie als Partner der gefährlichen Situation nicht ernst genug genommen wurde, um sie über die übernatürlichen Umstände zu informieren), erkennt man hieran den natürlichen Bezug zu dieser Hemmnis, die man im einfach gestrickten Horrorbeitrag heutiger Zeiten gar nicht mehr bedenken würde. So sympathisch das Ganze auch umgesetzt ist und so schön sich der schlichte Effekt der Hautverätzung der Opfer auch gucken mag, gerade in Kombination mit den nicht ernst bleibenden Kinderdarstellern, "The Children of Ravensback" (Alternativtitel) wäre eher für eine Kurzgeschichte in der "Twilight Zone" geeignet gewesen, anstatt für einen 88-Minüter, so zäh wie er sich im Mittelteil guckt, der letztendlich nur das bis dahin bekannte Szenario bei gleichem gemütlichen Erzähltempo in die Länge zieht, bevor es im Finale etwas flotter werden darf. Freilich bleiben auch im letzten Drittel Story und Darsteller unbeholfen. Und die Art sich der Angreifer zu entledigen erweist sich als ebenso bescheuert innovativ, wie seinerzeit in "Die Schreckensmacht der Zombies", wird an dieser Stelle also auch nicht verraten.  OFDb

14.02.2025

DOCTOR WHO - VERSCHOLLEN IM E-SPACE (1980)

Eigentlich sollte der Doktor zu den Time Lords reisen, stattdessen findet er sich auf einem fremden Planeten wieder, obwohl die Bildübertragung Gallifrey als Ort anzeigt. Die Bewohner des Planeten lassen sich unterdessen in ihrem Raumschiff nieder, da eine prophezeite Zeitwende beginnt, die vor dem Nebel und der darin wandelnden Kreaturen warnt...

Spinnen, Kiemenatmer, Humanoide...

"Verschollen im E-Space" ist innerhalb der letzten Staffel des vierten Doktors der Beginn eines Zyklus, der aus drei Vierteilern besteht, die innerhalb des E-Spaces spielen, von dem wir im ersten Drittel relativ wenig erfahren. Er gehört nicht zur Raum-Zeit-Welt, aus welcher der Doktor und seine Begleiterin stammen. Dem Rätsel nachgehen können sie nicht, da sich die Ereignisse am angekommenen Ort überschlagen. Reptilien-artige Kreaturen entsteigen dem Moor innerhalb eines Nebels, Kinder sind auf sich allein gestellt, da sie den Worten der Anführer nicht glaubten, dass derartiges existiert, die im Mutterschiff geflüchteten und sich auf eine lange Anwesenheit dort einstellenden Erwachsenen erfahren hingegen Schritt für Schritt die Wahrheit über etwas, das ihre Vorfahren verschwiegen haben und eigentlich zu einer recht oft variierten Geschichte innerhalb der Serie führt. Innovativ sieht anders aus, wenn der Time Lord einer Spezies erklären muss wer und was ihr Ursprung ist. Aber "Doctor Who - Full Circle" (Originaltitel) ist flott und unterhaltsam erzählt, also stört das nicht wirklich, ebenso nicht einmal die dominant ins Geschehen eingebundenen Kinder, bzw. das zentrale Wunderkind, eine Gattung Filmcharakter, die gerne zu nerven weiß, es hier aber, trotz arg braver Besetzung, nicht tut. 

Die Menschen in Gummianzügen, welche die Moorkreaturen spielen dürfen, verleihen der Chose den nötigen Anteil Pulp, der Doktor schwankt zwischen Unwissenheit und dem perfekten Durchblick, kurzum ist wieder einmal ein weit trivialer ausgefallener Stoff aus der ganzen Sache geworden, als man sich zunächst eingestehen will, aber ich mag das, verleiht es der ohnehin in den 80er Jahren etwas peppiger ausgefallenen Serie doch den nötigen lockeren Touch, um nicht zu engstirnig mit etwas umzugehen, das mittlerweile etwas professioneller produziert ist, trotzdem aber noch Meilen weit vom Anspruch der Serienphase ab der 00er Jahre entfernt ist. Ich bin immer noch gespannt, ob dieser Zustand bereits irgendwann in der Ur-Serie erreicht wird, oder erst im neuen Jahrtausend angekommen. Dank meines liebsten Doktors, dem herrlichen Roboterhund und einer Erzählung, die sich nicht zu schade ist künstlich aussehende Spinnen mit leuchtenden Augen als organisch gemeinte Kreaturen einzusetzen, funktioniert der Einstieg in den E-Space trotz der x-ten Wiederholung ein und der selben Geschichte innerhalb der langlebigen Serie recht gut. Erst recht wenn man bedenkt, dass dies bereits die 18. Staffel von "Doctor Who" ist. Nur wenige Serien schaffen es so weit, und wenn besitzen sie meist nicht mehr die ursprüngliche Qualität. Warum sollte man sich also über eine derart sympathisch umgesetzte Geschichte kritisch äußern?  Wiki

02.02.2025

COMBAT ACADEMY (1986)

Zwei für ihre Streiche bekannte Schüler werden, nachdem sie es mit ihren Aktionen zu weit getrieben haben, von einem Gericht dazu verurteilt ein Jahr lang auf einer Militärschule zu verbringen. Während der Kopf des Duos dort angekommen rigoros an seiner gewohnten Tour festhält, löst sich der stillere Part der beiden von diesem, um die Zeit so gut wie möglich hinter sich zu bringen...

Soldat wider Willen...

Der Schriftzug ist jener aus "Police Academy", der Autor von diesem, Neal Israel, ist der Regisseur des hier besprochenen Streifens, aber nicht sein Autor. Und mit dem Spielort Schule hören die Gemeinsamkeiten der beiden Werke damit auch schon fast auf, ausgenommen jene Person betreffend, die nicht an diesem Ort verweilen möchte und deswegen provokativ überall absichtlich aneckt. Mögen dessen Schülerstreiche auch um einiges extremer sein, als die von Pepe Nietnagel aus der "Die Lümmel von der ersten Bank"-Reihe, "Combat Academy" ist in seinem Herzen dennoch spießiger Natur und platziert allerhand Klischee-Gefühlsduselei hinter der vordergründig frechen Story. Die mag nicht ohne Charme sein, obwohl seine wichtigsten Figuren keinerlei Sympathie verströmen, aber sie ist angepasster Natur, nach typischem Schema F erzählt und damit frei von wahrer Kreativität. Dass der Film zumindest in Ansätzen nicht frei von Oberflächlichkeiten ist, zeigt er sowohl im extremen Klamauk des sich merkwürdig verhaltenden Chemie-Lehrers, als auch in der Liebesgeschichte der Hauptperson, der kein Vorbild-Püppchen beiwohnt, sondern, ganz im Gegenteil, eine unvorteilhaft gewachsene, junge Frau. 

Der aus "Christine" bekannte Keith Gordon schlägt sich wacker, ist aber kein verkanntes Schauspiel-Talent und arbeitet mittlerweile meist als Regisseur, so z.B. in der TV-Serie "Dexter". Sein schelmischer Blick ist kein Vergleich zu Steve "Mahoney" Guttenbergs Talent aus dem Vergleichsstoff, fehlbesetzt ist er aber nun auch nicht. Dennoch wirkt sein Spiel, dass theoretisch eine gewisse Dosis Coolness im Herumalbern suggerieren soll, gerade in den Konfrontationen mit der Rolle des vom jungen George Clooney verkörperten Kontrahenten unangenehm flappsig, anstatt auf alternative Art Respekt einflößend. Die Aussagen hinter denen er steht, sei es wenn er seine Aktionen in Verbindung zu seinem Vater bringt, oder wenn er über die Russen spricht, sind hingegen vorbildlicher Natur und bieten all dies, was ein Rocky in seinem Teil 4 nie verstehen würde. Kurzum: "Combat Academy" ist viel zu brav, als dass man ihm glauben würde hinter der anarchischen Art seiner Hauptfigur stehen zu wollen, in seiner stumpfen, angepassten Art gefällt er aber zumindest Vielsehern dieser Art Komödie, immerhin weiß der ein oder andere Dialog, das Spiel der Jungmimen und manche Albernheit zu gefallen, um den Film für ein großzügiges, leicht zufrieden zu stellendes Publikum, so wie ich es manchmal bin, bis zur Ziellinie zu geleiten. Wirklich in Erinnerung bleibt "Combat High" (Originaltitel) nicht. Auf DVD ist er hierzulande bislang nicht erschienen.  OFDb

18.01.2025

BLUE VELVET (1986)

Als Jeffrey zurück in seiner Heimatstadt angekommen auf einer Wiese ein menschliches Ohr findet und von Sandy, der Tochter jenes Kriminalbeamten, den er diesbezüglich kontaktierte, später heimlich die Adresse einer im Zusammenhang stehenden Person erfährt, überredet er die Gleichaltrige ihm dabei zu helfen Zugang zur Wohnung unter besagter Adresse zu bekommen. Als er in Abwesenheit der Nachtclubsängerin Dorothy, die dort wohnt, die Wohnung nach Hinweisen durchsucht, wird er von ihrer Rückkehr überrascht, in seinem Schrankversteck entdeckt und erlebt von nun an eine alternative Gesellschaft hinter dem Vorhang des Bürgertums...

Fucking Ausflug mit dem Nachbarn...

Dass der Fund eines Ohrs, ebenso wie die Krankheit des Vaters und die alternative Behausung in Armut Lebender, immer wieder ein anderes Licht auf das wohlhabende Leben des einfachen Bürgers in der Kleinstadt wirft, lässt "Blue Velvet" keinesfalls aus, wenn er uns zunächst in die Welt seines Protagonisten einweiht, aus welche die Hauptperson als Hauptaugenmerk der Handlung geradezu ruckartig entrissen wird, wenn er eine weit bitterere Alternativgesellschaft aus Unterdrückung, Gewalt und abseitigem Sex kennen lernt, die entgegen seiner Instinkte Neugierde in ihm weckt, ihn aber auch in einen Sumpf aus Problemen und Lügen zieht, so sehr er in seiner einfachen, ehrlichen Art auch ein Retter sein möchte. Lynch hat einen bereits in seinen Bann gezogen, wenn wir uns noch auf der anderen, alltäglichen Seite befinden, die er zu Beginn mit farbenfrohen Blumen und einer Fröhlichkeit satirisch überspitzt gekünstelt aussehen lässt. Ich behaupte sogar dass "Blue Velvet" in seiner ersten Phase, vor dem Einbruch in die Wohnung der Nachtclubsängerin, am stärksten funktioniert, weil sie solch eine unterschwellig bedrohliche, Neugierig weckende Atmosphäre besitzt, die das Werk kurz darauf, eingeweiht in die düstere Parallelwelt, in dieser Intensität nicht mehr aufrecht erhalten kann. 

Das heißt nicht, dass einem das Treiben der Menschen auf der anderen Seite kalt lassen würde. Ganz im Gegenteil wird man als Zuschauer mit Jeffrey gleichermaßen von den Erlebnissen überrumpelt, mit einer Härte und Direktheit, die wahrlich zu schockieren weiß, unabhängig davon, dass es heute wie damals bereits weit Extremeres im Kino zu sehen gab. Die rohe, plötzliche Art, die auf die bisherige Einfachheit und Gewohnheit stößt, verursacht diesen intensiven Effekt. Es ist dem etwas arg bizarr gezeichneten Frank, hervorragend gemimt von Dennis Hopper, zuzuschreiben, dass ich den Blick auf die andere Seite etwas zu grotesk präsentiert empfand, um mich weiterhin tief in die Gefühlswelt Jeffreys hineinversetzen zu können. Franks Auftreten ist zu krass, die Idee eine Substanz mit einer Beatmungsmaske zu inhalieren im hier gezeigten Szenario zu verrückt, als dass "Blue Velvet" bodenständig seine Bedrohung auszustrahlen in der Lage wäre. Das ist von Lynch durchaus gewollt und damit lediglich mein persönliches Problem mit dem Film, aber so ist es eben, und deswegen wirkte vieles eher theoretisch gelungen auf mich, aber nicht auf eine Art erzählt, die mich ohne Unterbrechung in die gewünschte Illusion entführt. 

Kalt haben mich die Ereignisse nicht gelassen, die man wahrlich nicht vorher sehen kann, umso mehr wurde ich vom traditionell gehaltenen Schluss überrascht, den ich nach all der Andersartigkeit und dem Grauen niemals erwartet hätte. "Blue Velvet" hat mir gefallen, in seinen Kunstaspekten ebenso wie mit seinen inhaltlichen Ideen. Aber obwohl er zu David Lynchs zugänglichsten Werken gehört, kam mir die Welt des Untergrunds zu gewollt auf extrem getrimmt vor, als dass mich dieser Film komplett hätte überzeugen können. Ich mag seine Symbolik, wie z.B. der zarte Gesang mit dem Song Blue Velvet im Kontrast zur roten Wohnung der Sängerin dieses Liedes, in der solch abscheuliche Sachen geschehen. Ich finde es herausragend wie die von Kyle MacLachlan gespielte Figur des Jeffrey hin und her gerissen ist zwischen seiner Erziehung und der Versuchung, zwischen Ekel und Faszination, und doch, passend zum Charakter meist den richtigen Kompass besitzt, um deshalb noch lange nicht mit kriminellem Verhalten zu sympathisieren, vielleicht auch nur weil er dieses stets aus Feindschaft erlebt, anstatt als Einladung in die andere Welt. An "Blue Velvet" ist so vieles gelungen, durchdacht, reizvoll und mutig, dass es mich etwas verärgert, dass er bei mir nicht so ganz gezündet hat. 

Was mir beim Schauen von Werken dieser Zeit jedoch immer wieder positiv auffällt, ist der freie, weit weniger moralisch gehaltene, Umgang untereinander, wenn das mal mehr, mal weniger alltägliche Miteinander gezeigt wird. Die Verlockung wird nicht dämonisiert, ein schnelles Verzeihen wird nicht als leichtgläubig und naiv dargestellt, wir begleiten zwei Menschen, die sich ineinander verlieben, mit all ihren Fehlern und Vorzügen, in einer Phase, in welcher die Selbstfindung längst nicht abgeschlossen ist. Vieles von dem hier Gesichteten würde heute derart erzählt für Diskussionen sorgen, und damit meine ich keinesfalls die Alternativwelt hinter dem bürgerlichen Vorhang, sondern das selbstverständliche, individuelle Handeln mündiger Personen offen gelebt, ohne eine vorgegebene Norm einhalten zu müssen. Erst dieses liberale Miteinander akzeptiert, macht die gesetzlose Variante freien Denkens und Handelns, wie Jeffrey sie plötzlich erleben muss, so intensiv und diskussionswürdig.  Wiki

11.01.2025

MORD IST IHR HOBBY - STAFFEL 1 (1984)

Verwitwet und seit einiger Zeit in Rente lebend, beginnt Jessica Fletcher Kriminalromane zu schreiben, die zum Publikumsrenner werden. Zurückzuführen ist dies auf ihr Kombinationsvermögen, weswegen sie bei den meisten Kriminalisten bei echten Mordfällen eine gern gesehene Helferin ist. Aber auch wenn sie von deren Seite nicht willkommen ist, mischt sich die neugierige, aber stets freundliche Dame in Ermittlungen ein und beweist, dass sie mit ihrer geschulten Beobachtungsgabe und ihrem scharfen Verstand stets den richtigen Riecher besitzt...

Bestsellerautorin mit Bescheidenheit...

Früher zappte ich immer weiter, wenn die Serie im Fernsehen lief, kam mir Jessica Fletcher doch stets wie ein plumper Abklatsch von Miss Marple vor, unter der ich nicht Agatha Christies Variante verstand, sondern Margaret Rutherford aus den vier klassischen-Filmen der 60er Jahre. Doch auch wenn der Originaltitel "Murder, She Wrote..." absichtlich als Verweis an das Vorbild an "Murder She Said" angelehnt ist, so hören die Übereinstimmungen doch mit Alter und Kombinationstalent der Protagonistinnen auf, ist "Immer wenn sie Krimis schrieb..." (Alternativtitel) doch eine eigenständige und wundervoll erzählte Krimiserie, die leichtfüßig und sanft humoristisch gehalten ihren Trumpf darin besitzt, nicht immer das gleiche Muster abzuarbeiten. Wie bei jeder Serie mag es Wiederholungen geben, aber die Autoren sind sichtlich bemüht für Abwechslung zu sorgen, und gelegentlich schaffen sie es sogar einen mit einer Mörderauflösung zu überraschen. Freilich gibt es, wie bei vielen Serien aus den USA, die klassisch schurkisch besetzten Rollen, so dass man oft vorher weiß, wer der Täter ist, aber wie mein Satz zuvor andeutete, ist dies nicht immer so, und selbst wenn, sind die Geschichten stets kurzweilig und interessant erzählt, oftmals trivial, zugegeben, aber nie komplett geistlos gehalten. 

Schlicht genug erzählt, um nach einem anstrengenden Arbeitstag bei "Mord ist ihr Hobby" abzuschalten, kreativ und unterhaltsam genug inszeniert, um dabei nicht zu unterfordern, das schien das Motto zu sein. Und Gaststars wie Leslie Nielsen und Martin Kove versüßen das Ganze, stets sind bekannte Gesichter mit an Bord, ob man deren Namen nun kennt oder nicht. Der Pilotfilm "Der Mord an Sherlock Holmes" geht verspielt mit seinem Titel um, weiß allein schon deswegen zu gefallen, und besitzt sogar entgegen aller Erwartungen manch düsteren Moment. Während Fletcher sich in diesem Werk auf Spielfilmlänge am Start ihrer Schriftstellerkarriere befindet, bzw. an den Weichen zu dieser zuvor, ist sie ab Folge 2, wenn die Abenteuer als 45-Minüter konzipiert sind, bereits landesweit für ihre Bücher bekannt. Wie sie auf die jeweiligen Mordfälle stößt, ist unterschiedlicher Natur, meist ist sie aber zufällig vor Ort. Somit spielt die Serie nicht immer in der Kleinstadt, in der Jessica lebt, das Gegenteil ist der Fall, dieser Wechsel weiß zu gefallen. Und er erlaubt den Autoren nur ab und an auf bewährte Figuren zurückzugreifen, Jessica selbst ist die einzige Person, die in allen Episoden auftaucht. Die Idee den Gesetzeshüter im Heimatort zu einem Freund zu machen, der aufgrund seiner schlichten Auffassungsgabe bei Ermittlungen trotzdem stets im Clinch mit der Schriftstellerin ist, zeigt dass hier nicht alles nur schwarz und weiß gehalten ist. 

Zudem gefällt der abwechslungsreiche Umgang mit den Möglichkeiten, die das Genre des Kriminalfilms bereit hält. Da darf es dramatische Fälle ebenso wie humoristische geben, verzweifelte Täter ebenso wie eiskalte, und am besten ist die Serie eigentlich immer dann, wenn sie verspielter Natur ist, so geschehen in jener Folge, in welcher auf Agatha Christie-Art eine kleine Gruppe Busreisende, abgeschnitten von der Außenwelt, einen Mordfall untereinander selbst lösen muss, bei dem kein Zweifel besteht, dass einer der Anwesenden der Mörder sein muss, aber auch zu bewundern in jener Episode, in welcher Fletcher die Mühlen Hollywoods kennenlernen muss, wenn einer ihrer Romane für einen reißerischen Billigfilm komplett verhunzt wird. Letztendlich weiß man nie, was einem in der nächsten Folge erwartet, in Staffel 1 ist alles möglich, außer Langeweile. Von den 22 Geschichten, welche das erste Serienjahr erzählt, hat mir jede gefallen, von schlichter Routine bis hin zu raffinierten Irreführungen war alles vorhanden. Und Jared Martin, den unbekannten Star aus der 80er Jahre-Serie "Krieg der Welten", passend besetzt als verwöhnten, erwachsenen Sohn eines reichen Vaters zu erleben, war eins meiner persönlichen Highlights.  Wiki

DOCTOR WHO - MEGLOS (1980)

Ein Volk, das wegen aggressiver Pflanzen auf der Planetenoberfläche unterirdisch lebt, bekommt Probleme mit seiner Energiequelle, die von den Alteingesessenen wie eine Gottheit angebetet wird. Ein Freund des Doktors bittet um dessen Hilfe. Doch eine feindliche Pflanze, die jüngst auf dem Nachbarplaneten von einer Gruppe Plünderer nach zwei Jahrtausenden wiedererweckt wurde, nimmt die Gestalt des Doktors an und gibt sich als diesen aus, um an die Energiequelle zu kommen, deren wahres Potential die Humanoiden nie entdeckt haben. Entsprechend wird der verspätet ankommende Doktor für den Dieb dieser gehalten und von den religiösen Fanatikern des Volkes zum Tode verurteilt...

Mein böser grüner Kaktus...

Es sieht schon putzig aus, wenn eine Gruppe Klischee-Barbaren von einer schimpfenden Pflanze zusammengeschissen wird, oder wenn die wahre Gestalt der Pflanze halb hindurch bricht und wir einen grünen Doktor mit Stacheln im Gesicht betrachten dürfen. Solche Momente zeigen wieder einmal die Kreativität hinter der Serie, und dass man sich für keine Idee zu feige war, das unterhaltsame Ergebnis dankt es dem Autor, der sich wie die anderen des Teams für nichts zu cool war, herrlich. Entsprechend darf man auch lange vor "12:01" und "Und täglich grüßt das Murmeltier" einer Zeitschleife beiwohnen, die weit kürzer geraten ist, als in den Vergleichsfilmen, weswegen ich nicht bös drum war, dass der Zeitreisende sich dafür, dass es sich um ein bekanntes, aber unlösbares Phänomen handelte, doch recht schnell aus dieser lösen könnte, wenn auch, das muss ich zugeben, mit einer gar nicht mal schlechten Idee. Lobte ich etwas selbstgönnerhaft in der Vorepisode "Doctor Who - Leisure Hive" noch das Spiel mit dem mangelnden Respekt der Jungen vor den Alten mit Verweis auf heutige Zeiten, so geht "Meglos" umgekehrten Weg, dass das starre, unreflektierte Verhalten der Alten zurecht von der jungen Generation, der frischen Ideen, bekämpft wird. Allerdings geht es hierbei auch um Glauben gegen Wissen, um unreflektierte Moral gegen Denken, und damit bleibt mein Vorwurf standhaft, obwohl der Spieß diesmal umgedreht scheint. Schön dass wieder einmal das Wissen siegen darf, und ich bewundere in dieser Phase der Serie auch den Einfluss der Begleiterin, die als Mitdenkerin entscheidend am Happy End beteiligt ist, was ja sonst auch traurig wäre, wo sie doch der selben intellektuellen Gattung wie der Doktor angehört. "Meglos" ist, wie typisch zur Entstehungszeit, auf 4 Folgen begrenzt, benötigt in seiner Finalfolge sogar nur noch 20 Minuten, statt der üblichen 25, schaut sich entsprechend entspannt, nicht gedehnt, aber auch nicht gehetzt.  Wiki