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23.08.2025

Aliens, Geister, Psychopathen, Killerhaie und dämonisches Spielzeug - Kurzkommentare (10)

 

Demonic Toys - Jack-Attack (2023)

Jetzt sind sie scheinbar einzeln dran, die Demonic Toys aus der Charles Band-Schmiede, von denen man im Gegensatz zur hauseigenen "Puppet Master"-Konkurrenz viel zu selten etwas hört. Im Gegensatz zum zweiten Teil dieser Reihe erschien dieser Einstünder dank Wicked Vision in Deutschland, selbst finanziert synchronisiert, und da kann man die Firma nur loben, ist die Deutschvertonung doch so liebevoll und professionell ausgefallen wie die Veröffentlichungen des Labels an sich. Etwas mehr Liebe hätte man sich auch von William Butler gewünscht, der das Ding fast im Alleingang fertiggestellt hat. Zwar hochauflösend aufgenommen und überraschend überzeugend besetzt, besteht die Geschichte fast nur aus Hinhalten, um uns am Ende eine Pointe zu servieren, die in "Texas Chainsaw 3D" glaubwürdiger Verwendung fand. Der neue Zusatzclown tut dem oftmals zu penetrant wirkenden Jack hingegen gut. Stammzuschauer können einen Blick riskieren.  OFDb  

 

Science Fiction - Sind Eltern Aliens? (2002)

Auf ähnlichen Pfanden wandernd wie "Alien Teacher" ist "Science Fiction" (Originaltitel) ein Kinderfilm zu einem Thema aus dem phantastischen Kinobereich, der auch für Erwachsene erstaunlich gut zu konsumieren geeignet ist. Die Geschichte bietet ein interessantes Rätsel (sofern man nicht zufällig im Innencover die Kapitelüberschriften liest, die bereits alles im Vorfeld verraten), eine ordentliche Ohrfeige an bestimmte Eltern-Typen und einen relativ natürlichen Umgang mit der Kinderwelt. Die Jungdarsteller wirken echt, besitzen Charaktere anstatt nur im Klischee zu baden, und entsprechend anfreunden kann man sich mit ihnen, um erfahren zu wollen, wohin alles steuert. Ein unverkrampftes Drehbuch sorgt für den Rest.  OFDb  

 

Shakka - Bestie aus der Tiefe (1990)

In seiner kompletten Erscheinung hätte ich "Deep Blood" (Originaltitel) als typischen Nachahmer von Spielbergs "Der weiße Hai" Ende der 70er Jahre oder Anfang der 80er vermutet. Für sein Jahrzehnt wirkt er besonders altbacken, aber eben auch derart routiniert, dass man als Kenner solcher Werke nichts anderes erwartet und somit nicht so negativ vom Ergebnis überrascht wird wie der Laie, der sich zufällig in solch einen Film verlaufen hat. Ein echter Hai ist immer uninteressanter als ein getrickster, eine innovative Handlung bekommt man höchstens im an "Es" erinnernden übernatürlichen Teil serviert, die "Gefahr aus der Tiefe" (Alternativtitel) dabei hilft zumindest den Beginn halbwegs interessant zu gestalten. Die Co-Produktion aus den USA und Italien guckt sich typisch Billigfilm-italienisch und ist nur für das Stammpublikum dieser Niesche konsumierbar.  OFDb  

 

Mein Freund Dahmer (2017)

Einiges ist an der Vorgeschichte des berüchtigten nekrophilen und kannibalistischen Massenmörders Dahmer kaum zu glauben. Aber was man hier gezeigt bekommt, hat sich tatsächlich so zugetragen, niedergeschrieben per Comicbuch von einem ehemaligen Schulkammeraden des homosexuellen Irren. "My Friend Dahmer" (Originaltitel) schließt kurz vor dem ersten Mord, wir wohnen lediglich der Kontaktaufnahme des Opfers bei, dann entlässt uns ein Schriftzug kommender Ereignisse aus dem Film. Ein entsprechend zurückhaltendes Jugend-Drama erwartet den Zuschauer zuvor, der selbst bei belustigenden Szenen bitter schluckt mit dem Wissen um die Zukunft des Sonderlings. Wer glaubt Ross Lynch spiele unnatürlich, dem sei gesagt, dass Dahmer sich zur Schulzeit tatsächlich so verkrampft bewegt haben soll, was die Rolle des jungen Mimen um so undankbarer macht. Frei jedweder reißerischen Ader fehlt es dem nüchternen Werk manchmal an tatsächlich erzählenswerten Besonderheiten, aber um dieses scheinbar Normale geht es eigentlich, das ist so gewollt, womit der Film im Gesamten im Unterhaltungsbereich zum zweischneidigen Schwert wird.  OFDb  

 

The Resort (2021)

"The Resort" liefert uns schöne Naturaufnahmen in glasklaren Bildern, toll getrickste Flugmomente mit einem Hubschrauber und generell eine brauchbare Kulisse. Die Figuren sind oberflächlich, aber zugänglich. Und solange sie umher stolzieren stimmt auch die Stimmung (wobei es belustigend ist sich vorzustellen, wie der Polizist sich all das anhören muss, was zuvor geschah, ist der Film doch per Rückblick im Verhör aufgebaut). Beginnt der Horror, vergeht auch die seicht positive Stimmung des sich bis dahin nach Standard anfühlenden Werkes. Mit Beginn der paranormalen Ereignisse rutscht das Ergebnis in den Keller, weil man glaubt ein umher huschendes Mädchen würde bereits ausreichen, um den Gruselgehalt der dafür bekannten Horrorfilme aus Japan zu erreichen. Selbst fürs Genre übertrieben dämliche Verhaltensweisen lassen auch die Sympathie für die Charaktere verschwinden, und so ist man froh, wenn dieser gerade einmal 76 Minuten lang laufende Streifen sein Ende gefunden hat. Bitte nicht verwechseln mit dem charmanten "The Rezort"!  OFDb  

22.08.2025

5 völlig unterschiedliche Filme - Kurzkommentare (9)

 

Witches in the Woods (2019)

Eine brauchbare Schneekulisse, ein Mythos ominöser Hexenprozesse als aufregendes Urlaubsziel, das Ganze ruhig abgefilmt ohne Found Footage anzuwenden, das klingt doch soweit nach einem brauchbaren Horrorfilm. Aber wer schon die Keifereien der Protagonisten in "The Blair Witch Project" nervig fand, der bekommt hier die Königsübung dieser unangenehmen Unart serviert. Egoistische Menschen streiten miteinander, wirken vorher nicht als glaubwürdige Clique samt Außenseiter, und die selbstgefällige Heldin, deren Ansichten und Handlungen am fragwürdigsten sind, bekommt mit ihrer Art vom Drehbuch auch noch Recht und Verständnis zugeschrieben, so dass eine Identifikation mit ihr unmöglich wird. Ein ewiges Hinhalten bis tatsächlich mal etwas passiert in Kontrast mit heftigsten Streitereien, selbst dann noch wenn es endlich soweit ist, lassen den kanadischen Horrorbeitrag spätestens zur zweiten Hälfte hin unerträglich schauen.  OFDb 

 

Slave Dolls (2023)

Ach, was gibt man im Booklet für tolle Hintergrundinformationen über Cyberkriminalität, Menschenhandel im Darknet u.ä., so als ob den Machern des dazugehörigen Films eine Aufklärung wichtig wäre und das Drama der Betroffenen empathisch nachvollziehbar. Frei von Moral erzählt, das mag ein guter Ansatz sein, um ein derartiges Thema ernst zu nehmen, aber wie scheinbar schon verpflichtend für den Bereich des Undergroundfilms, geht es in "Slave Dolls" außerdem nur um ein dreckiges Flair, das Zeigen von Quälereien und dies alles in möglichst entfremdeter, fast unverdaulicher Optik. Zur Provokation noch viele detailreiche Bilder der Vagina einer misshandelten Frau in Großaufnahme gezeigt, und fertig ist für Minderbemittelte das Gefühl gerade Kunst zu schauen. Freilich ist das in seiner voyeuristischen, unreflektierten und rein der Provokation wegen abgelichteten Art stattdessen lediglich Schund. Schade um die wirklich schöne Mediabook-Aufmachung!  OFDb 

 

Vertraute Fremde (2010) 

Man stelle sich "Peggy Sue hat geheiratet" als Arthouse-Drama mit leichter Dosis Humor vor, dann hat man zur selben Idee einen völlig andersartigen, meiner Meinung nach noch besseren Film. In die Heimat nach etlichen Jahren zurückkehren, das was im Kopf vergangen ist nun in der Gegenwart zu erleben, allein dieser Einstieg wird nur wenigen Menschen keinen Zugang gewähren. Wenn dann noch im Bewusstsein des Erwachsenen entscheidend tragische Tage der Kindheit wiederholt werden, ist der Film in seiner unaufgeregten Art unbezahlbar. Sich seines Alters bewusst um keine Teenie-Romanze mit einer 15jährigen bemüht, die man einst aus der Ferne bewunderte, sein Wissen der Zukunft nicht ausnutzend: der Protagonist bleibt persönlich, geht keiner fixen Kino-Idee nach, erlebt die Dinge im Kleinen, die einem als Kind nicht bewusst waren oder durch die vielen Jahre vergessen und verdrängt wurden. Und so gnadenlos und verletzend die Methode der finalen Entscheidung des Vaters auch sein mag, am Ende geht es um das Verstehen fremder Entscheidungen und Empfindungen, und darum dass jeder Erwachsene seinen eigenen Weg geht. Der Weg zu diesem Bewusstsein ist äußerst berührend und empathischer, wie sachlicher Natur. Ein großartiges, sich authentisch anfühlendes Werk!  OFDb 

 

Timer (2009)

Man versucht gar nicht erst einen sachlichen Bezug herzustellen, wie das Messen des Idealpartners funktionieren soll. Zwar bleibt die im Mittelpunkt der Geschichte stehende Erfindung damit unglaubwürdig, für einen naiven Romantikfilm ist es aber wahrscheinlich besser, dass man darauf verzichtete, um sich voll und ganz jenem seichten Stoff hinzugeben, nach dem das Stammpublikum derartiger Thematik lechzt. Und da gab es schon plumpere und banalere Ergebnisse. "Timer" guckt sich eigentlich recht nett mit den beiden unterschiedlichen Frauenrollen und ihren tatsächlichen Gefühlswirrungen, zumal er gegen Ende erwachsenere Wege als erwartet geht. Dass das Tabuthema um einen jüngeren Freund einer Frau nie aufgesetzt oder moralisch als übertrieben korrekt eingebaut wird, sondern stattdessen als Selbstverständlichkeit, tut dem trivialen Werk zusätzlich gut.  OFDb  

 

Ausnahmezustand (1998)

Die muslemische Gemeinschaft interessiert in den USA und ihren Filmen kaum wen, da leistete "Ausnahmezustand" bereits drei Jahre vor dem Anschlag auf das World Trade Center fast schon Pioniersarbeit. Umso schöner ist es, dass der Respekt dieser unbeachteten Bevölkerung in Form von Popkornkino stattfindet, anstatt in einem schwermütig verkopften Drama. Der Titel bezieht sich lediglich auf die letzte halbe Stunde der Handlung. Eigentlich geht es jedoch um Terrorbekämpfung, den Wandel von Terror, und was es bedeuten würde, wenn die Angst das Handeln bestimmt und man schwer erkämpfte Freiheiten opfert um angebliche Freiheit zu erhalten. Wenige Jahre darauf zeigte die Wirklichkeit dass es dafür keines Militärs bedarf, sondern einer Regierung, die den Patriot Act durchwinkt. So oder so ist "The Siege" (Originaltitel) ein engagierter Action-Thriller, der im Gesamtergebnis allerdings doch "nur" unterhaltsam, anstatt bedeutend ausfällt.  Wiki  

07.08.2025

Größenwahn, Rivalitäten, Geiz und Eitelkeit - Kurzkommentare (6)

 

Hitler - Aufstieg des Bösen (2003)

Man bekommt in diesem Zweiteiler aus je 90 Minuten zwar den Eindruck, dass die Privatperson Hitler etwas arg dämonisch interpretiert wird, gerade zu Anfang, wenn man eine Art Damien aus den "Das Omen"-Filmen vorgesetzt bekommt, das schleichende Erobern der Macht, die Intrigen, der Werdegang, das Zusteuern Deutschlands auf eine Katastrophe, die Redegewandtheit des Verführers, die kranke Weltsicht, all das wirkt derart bedrohlich, warnend (auch für heutige Probleme) und frustrierend, dass man dem chronologisch korrekt recherchierten Werk diese Schwäche verzeiht, zumal "Der Untergang" diesbezüglich Korrekturarbeit leistete und die hier aufgezeigten, oftmals selbstverschuldeten Schicksale während Hitlers Aufstieg, einen wahrlich nicht kalt lassen.  Wiki

 

Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962)

Die geniale Bette Davis überzeugt mit ihrem Mut zur Hässlichkeit ebenso wie durch ihr reflektiertes Spiel einer komplexen Rolle. Das Drehbuch geht schleichende, nicht immer subtile Wege, überrascht ab und an mit einem Hauch Komik inmitten einer ohnehin grotesken Darbietung der Ereignisse und hält sich die größte Überraschung in diesem nicht an Dramatik mangelnden Thriller für den Schluss auf, so dass alles einen anderen Blickwinkel erhält. "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" ist große Kinokunst zum immer wieder neu Entdecken und gehört für Cineasten meiner Meinung nach zum Pflichtprogramm.  Wiki  

 

Vater der Braut (1991)

Die Erstverfilmung ist mir unbekannt, unabhängig von dieser funktioniert die Steve Martin-Version trotz frontal angesteuertem Kitsch jedoch erstaunlich gut, vielleicht weil dieser so süß das Vatersein widerspiegelt/persifliert, vielleicht weil er nicht zu penetrant aufbauschend unter die andere Rezeptur gemischt wurde, die Familienkomik und Albernheiten wunderbar vereint und Steve Martin innerhalb eines Mainstreamproduktes genügend Freiraum für seine Kunst lässt. Der heimliche Star ist jedoch Martin Short, so dass es nicht verwundern darf, dass dessen Rolle für die ebenfalls gelungene Fortsetzung vergrößert wurde. Ein herrlicher Gastauftritt von Eugene Levy rundet das Ganze als Revue talentierter US-Komiker wunderbar ab. Von Kieran Culkins Talent bemerkt man hier hingegen noch nichts.  Wiki  

 

Death Proof - Todsicher (2007)

Er ist dafür bekannt und ich mag sie eigentlich auch, die langen Dialogszenen in Tarantino-Filmen. Diesmal wirkt diese Pflichtzutat jedoch nicht immer, wird sie in der ersten Hälfte doch schlichtweg zu penetrant zum Zeitvertrödeln eingesetzt, wenn auch nicht frei von Charaktervermittlung und Pointenstärke. Die Actionmomente funktionieren hingegen umso mehr, zumal sie auf kranken Ideen fußen. Ob ins wahre Antlitz des Schurken und seiner perversen Neigung blickend, oder sich psychologisch simpel am Racheakt vergnügend, der überraschend ausgeflippt inszeniert wurde, hier besitzt "Death Proof" seine Stärke und beweist mit einer schnellen Beendigung des Films nach erfolgreichem Durchziehen von Punkt 2, dass er sich seines eher oberflächlichen Stoffes definitiv bewusst ist. Wie soll es auch anders sein, bei einer Liebeserklärung an die schnell abgedrehten Autokino-Reißer?  Wiki

 

FCK 2020 - Zweieinhalb Jahre mit Scooter (2022)

Man muss kein Scooter-Fan sein, um Gefallen an einer Doku zu finden, die sich im späteren Verlauf zwar etwas arg auf eine Konzert-Tour konzentriert, vorher aber authentisch ungeschönte Einblicke ins Privatleben des Frontmannes H.P. Baxxter wagt, den Werdegang der Band aufzeigt, sowie Einblicke in die Studioarbeit gewährt und außerdem zum Corona-Zeitzeugnis wird. Zwischen arrogant und lustig pendelt das Ganze hin und her, mal herrlich menschlich subjektiv reflektiert, mal eine Szene voll von Selbstüberschätzung und falscher Schwerpunkte präsentierend. Ob gewollt oder nicht, dieser Mix sorgt für die nötige Unterhaltung und bildet damit eine Brücke zur Musik der Band, die auf ähnliche Art funktioniert, sofern man sich ihr nähern kann.  Wiki  

04.08.2025

Ein böser Affe, Gefühle in Dorf, Stadt und Weltall - Kurzkommentare (5)

 

The Monkey (2025)

Die zweite Hälfte ist pointiert schwarzhumorig, mit herrlich skurrilen und toll getricksten Splattermomenten versehen. Leider kommt die erste Hälfte dank Drehbuchschwächen umso weniger überzeugend daher, am schlimmsten wohl in seiner Art, wie es die Hauptperson das Geheimnis des Affen entdecken lässt. Auch der Zugang zu den Figuren ist zunächst äußerst sperriger Natur. Zumindest könnte eine mögliche Fortsetzung überzeugen, so rund wie sich die letzte Hälfte dieser Verfilmung einer Stephen King-Kurzgeschichte guckt. Da gab es weit zäheres in der Vergangenheit.  Wiki

 

Doc Hollywood (1991)

Klar handelt es sich um eine direkte Manipulierung den Zuschauer von der Romantik und den sympathischen Tücken des Dorflebens zu überzeugen, aber wenn das Erzählen einer gar nicht so neuen Geschichte derart sympathisch ausfällt wie hier, angehäuft mit charmanten Charakteren, gespielt von gut aufgelegten Profis, dann herzlich Willkommen, lieber Doc Hollywood! Fox als unreifer Erwachsener wurde nicht ohne Grund seine persönliche Marke, die Romantik springt auf den Zuschauer über, die Pointierung funktioniert, lediglich das Titellied ist völlig fehl am Platz und spiegelt nicht die Stimmung des Streifens wieder. Dass sich Disneys "Cars"etliche Jahre später so dreist am Stoff bedient hat, ist zwar traurig, aber deren mageres Ergebnis spricht für sich.  Wiki 

 

Pretty Woman (1990)

Manch einer mag nörgeln, dass das Bild der Frau hier als ziemlich oberflächlich dargestellt wird, also von heutigen Wahrnehmungen überholt ist. Letztendlich handelt diese Komödie jedoch von der Romantik zwischen zwei oberflächlichen Menschen, die charakterlich keine Vorzeigemenschen sind, sowohl der Mann, als auch die Frau. Und dass man mit diesen Zwei dennoch so wunderbar mitfiebert und ihre Gesellschaft bei Nichtigkeiten genießt, spricht schlichtweg für Drehbuch, Regie und die treffende Besetzung in großen und kleinen Rollen, so gekonnt wie hier alles ineinander greift. Der Soundtrack, ob mittels eingekaufter Hits oder Film-eigener Hintergrundkomposition, sorgt für den Rest in einem Film, der einen bei jedem Sichten immer wieder zu verzaubern weiß.  Wiki  

 

Star Trek Beyond (2016)

Ein letztes Mal die vollständige Besetzung der neuen Crew aufgrund eines Trauerfalls zu sichten, ein bewegender Verweis auf Spock und die alte Mannschaft aufgrund eines weiteren Trauerfalls, das lässt einen durch kurze, bewegende Momente nicht zu streng mit einer Fortsetzung ins Gericht gehen, die definitiv schwächer ausgefallen ist als die zwei Filme, denen sie folgt. Dennoch ist unübersehbar wie sehr das von Simon Pegg mitgeschriebene Drehbuch seine arg actiongeladene Geschichte zu geradeaus erzählt, was umso mehr auffällt, da es sich keineswegs um eine innovative handelt. Was hätte man mit dem mystischen Nebel für ein Abenteuer ins Unbekannte schaffen können. Was hätte man echte Gefahren, die ungewohnt gemeistert werden müssen, einbringen können durch die ungewollte Trennung der Mannschaft. In seiner zu ideenlosen und blauäugigen Art schafft es der Streifen durch das Grundrezept der Marke und der mittlerweile ins Herz geschlossenen neuen Mannschaft, dennoch zu unterhalten. Aber eben nur schlicht, kein großes Abenteuer zum Mitfiebern bietend wie die Teile 1 und 2.  Wiki  

 

Synecdoche, New York (2008)

Ich bin ja jedes Mal fasziniert von dem Einfallsreichtum eines Charlie Kaufman, und auch die Idee, die mit "Synecdoche, New York" erzählt wird, ist nicht von schlechten Eltern. Mit der Umsetzung wurde ich jedoch nicht warm. Nicht nur dass die eigentliche Idee einer Stadt in der Stadt erst viel zu spät Fuß im Hauptplot fasst, auch der Hauptcharakter blieb mir unnahbar, soll ein selbstverschuldeter Versager sein, dem böse mitgespielt wird und der sich aufgrund mangelnder Reflexion nicht zum Sympathiecharakter wandelt, das hab ich verstanden, aber er wird nicht zur Identifikationsfigur. Es gibt keine emotionale oder intellektuelle Motivation sich für sein Schicksal zu interessieren. Kurzum: ich bekam keinen Zugang zu einem einfallsreichen Film, der handwerklich professionell umgesetzt war - wieder mal. Liegt wahrscheinlich an mir...  Wiki

30.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (7)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Wenn Louis eine Reise tut (1958)

Da ist der gute Louis in den schwarz/weißen Klassikern nicht so hibbelig wie in den deswegen manchmal leicht nervig ausgefallenen Werken seiner Promi-Zeit, da nervt stattdessen sein Filmsohn, der in der deutschen Fassung zudem eine penetrante Synchronstimme erhalten hat. Aber ohnehin fällt zu wenig Licht auf Louis und sind Plot und Pointen doch zu austauschbar, um etwas Nennenswertes zu zaubern. Zumindest die Altherrenwitze funktionieren mit einem lüstern fremdflirtenden de Funès-Ehemann mit strenger Ehe-Frau im Anhang recht gut.  OFDb

 

War Inc. - Sie bestellen Krieg: Wir liefern (2008)  

John Cusack als Auftragskiller funktioniert erneut wunderbar, diesmal eingebettet in eine bissige Satire um die Haltung der USA zum Thema Krieg und sämtlichen weiteren in den Medien zu beobachtenden Abarten in solchen Zeiten. Auch die Musikindustrie bekommt ihr Fett weg, und dem Drehbuch gelingt es mit Hilfe der wundervollen Darsteller Charme und Liebe inmitten von schwarzem Humor aufkommen zu lassen, ganz ohne mit Gefühlsduselei und Kitsch das alles zu verwässern.  Wiki

 

American Psycho 2 (2002)

Aus einer echten Gesellschafts-Satire wird ein lockeres Teeniefilmchen, welches eher verspielt mit der Serienkiller-Thematik umgeht, anstatt durchdacht. Da das Original für meinen Geschmack immer eine Spur zu verkrampft umgesetzt war, finde ich persönlich diesen eher plumpen Ansatz lockerer an die Sache heranzugehen gar nicht verkehrt. Mila Kunis ist süß wie immer, die Ironie, das zu verkörpern was man später bekämpfen will, wirkt was aufgesetzt, der Gesamtplot ist aber ohnehin nicht durchdacht. Aber durch seine leichtfüßige Art funktioniert der schlicht heruntergekurbelte Trivial-Streifen für einen schnell vergessenen Film eigentlich recht gut.  Wiki

 

Monk - Staffel 8 (2009)

Selbstverständlich wird in der finalen Staffel das Geheimnis um Trudy gelüftet, wenn auch mit banalerem Hintergrund als erhofft. Randy erfährt von allen Hauptfiguren das schönste Happy End, und es gibt zudem ein Wiedersehen mit Sharona. Zu den Highlights zählen Monk in der Rolle eines Gangsters zu sehen, eine Folge in welcher man sich mit Monks Lieblinsserie damit austobt die Brady Family zu parodieren und der Kriminalfall in welchem Monk von Ufo-Freaks für ein Alien gehalten wird. Es ist schön zu sehen, dass die Reihe bis zum Schluss auf einem Niveau blieb und nicht, wie in anderen Serien so oft der Fall, gegen Ende schwächelte.  Wiki

 

Mr. Monks letzter Fall (2023)

14 Jahre nach Serienende buddelte man den berühmten Meisterdetektiv mit der Originalbesetzung der vier wichtigsten Rollen wieder aus. Der Ansatz, dass die Welt seit Corona mehr Richtung Monk tendiert, ist wundervoller Natur, wird aber kaum genutzt. Stattdessen widmet sich die durch einen Streamingdienst finanzierte Film-Fortsetzung der Serie einem klassischen Fall, wie er auch in der damaligen Reihe hätte stattfinden können. Trotz Retrogefühle und Wiedersehensfreude im Gepäck wirkt das alles etwas zu langgezogen und auch etwas unnötig. Verkehrt ist ein Blick auf den sympathisch seichten Stoff trotzdem nicht zu nennen.  Wiki

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (6)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Monk - Staffel 7 (2008)

Es geht mit seichter Unterhaltung im klassischen Erzählmuster weiter, ganz ohne Experimente, eben so wie es der Freund der Reihe haben möchte. Qualitativ gibt es nach wie vor keinen Abstieg zu erkennen, auch wenn manche Ideen, wie Natalie zur populären Lotto-Fee zu machen, etwas arg über das Ziel hinausschießen. Eine Episode großteils im Doku-Stil umzusetzen, bietet wunderbar mediensatirische Möglichkeiten, und wenn der von Ängsten beherrschte Monk unfreiwillig mit einem U-Boot untergeht, bleibt kein Auge trocken. Bewegend ist eine Geschichte um einen Mutterersatz ausgefallen, sowie die letzte Episode, die sich wieder einmal Trudy zuwendet.  Wiki


Spiders - Ihr Biss ist der Tod (2023)

Effektiver Spinnen-Horror, der es mit der Evolution in solch kurz spielendem Zeitraum übertreiben mag, ansonsten aber gekonnt erzählt ist und mit dem Hauptspielort im Ghetto keine billigen Klischees abliefert. Auch schafft man es die Gefühlswelt der Figuren gekonnt einzufangen, ohne dass "Vermines" (Originaltitel) zum tatsächlichen Drama wird. Stattdessen ist er unglaublich spannend inszeniert, liefert manchen Schocker selbst dann, wenn man schon x Horrorfilme zu diesem Thema gesichtet hat und bremst sich in seiner packenden Umsetzung nie aus. Definitiv ein Tipp meinerseits!  OFDb


Knives Out - Mord ist Familiensache (2019)

Vom Spielort, Budget, sowie Genre und Mentalität an "Das krumme Haus" erinnernd, kommt der Star-besetzte Kriminalfilm zwar nie an dessen Genialität heran, bietet aber ebenso überdurchschnittliche Unterhaltung. Ein nicht uncleverer Plot, die Überraschung in die Umstände des "Mordes" früher eingeweiht zu sein, als man meinen sollte, und der Kniff dennoch oft mit Wendungen überrascht zu werden, sind wichtige Elemente, die inmitten eines augenzwinkernden Plots, voll von spielfreudigen Darstellern, zu überzeugen wissen und auf Comic-Art einen unausgesprochenen Gruß an Agatha Christie richten.  Wiki


The Taint (2010)

Eine witzige Idee in den Händen von Troma, da sind Geschmacklosigkeiten vorprogrammiert, und da habe ich diesbezüglich schon Schlechteres von diesem Ausnahmestudio gesichtet. Aber auch besseres, denn der vulgäre Humor weiß mal schön unter der Gürtellinie herrlich infantil zu funktionieren, und doch ist er zu extrem eingebaut und verwässert die guten Ideen um einen Plot, in welchen Männer durch verseuchtes Wasser zu Frauenhassern werden. Sämtliche Klischees rund um Frau, Mann, Vorurteilen und Film werden abgegrast, die episodische Erzählart mit Rückblicken erweise sich als kurzweilig, damit keine Figur zu sehr mit ihrer Monotonie nerven kann, aber wirklich geglückte Kost ist "The Taint" in meinen Augen nicht geworden.  OFDb


Cinderella - Abenteuer im Wilden Westen (2012)

Die Idee das klassische Märchen ins Western-Genre zu transferieren, um es damit zu entfremden und aufzupeppen, klingt so gewollt, wie das Ergebnis letztendlich auch ausgefallen ist. Aber hier nervt nicht nur ein lieblos gestalteter Plot, sondern auch unangenehm steif und unsentimental animierte Figuren, die den Billig-Look des Films, der sich zwischendurch zudem um nervige Actionsequenzen bemüht, immer im Bewusstsein des enttäuschten Zuschauers bleiben lässt. Warum Trickfilmfiguren zudem in ihren Rundungen und Ausbeulungen derart auf sexy getrimmt sein müssen, während alles andere klassisch bieder auf Kinderfilm-Niveau erzählt ist, muss ich auch nicht verstehen.  OFDb

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (5)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Terrifier 3 (2024)

Nicht mehr ganz so lang ausgefallen wie der Vorgänger, aber immer noch 120 Minuten laufend, merkt man wieder nichts von der Länge, so kurzweilig wie das Ergebnis wieder einmal ausgefallen ist, diesmal versehen mit mehr Hintergründen und einem Cliffhanger, so dass der dünne rote Faden etwas mehr Inhalt suggeriert. Ob nötig oder nicht, Arts Gemeinheiten sind nach wie vor brutal, und doch kann man "Terrifier 3", ebenso wie die ersten beiden Teile, nicht darauf reduzieren. Zu verspielt kommt das Gesamtszenario daher, das mit der Unberechenbarkeit des Clowns zu schocken weiß und uns nah genug an die Protagonistin heranführt, um ihr als Zuschauer mental beizustehen.  Wiki

 

Monk - Staffel 6 (2007)

Nach zweijähriger Pause schaut sich Monk auch in dieser späten Phase noch so unterhaltsam wie eh und je. Nathalie bekommt etwas mehr Profil, Randy schön blöde Macken pro Folge zugeschrieben, und auch die Fälle bleiben interessant genug. Die erste Folge wird zugleich zu einem Highlight, wenn eine Frau sich als fanatischer Monk-Fan entpuppt und als Metaebenen-Gag seinen Fällen immer jene Titel zuschreibt, welche die einzelnen Folgen in der Serie tatsächlich tragen. Auch ein Fall in der Rapszene, einer mit Nudisten, oder jener um ein Fehlurteil Monks heben sich interessant hervor, ebenso wie jene Episode, in welcher Schlaflosigkeit Monk durch das Nachtleben in der Stadt führt oder der Detektiv zum begehrten Kunstmaler wird. Dass eine Folge um eine Sekte definitiv bei einem solch labilen Charakter nur funktionieren kann, macht auch diesen Kriminalfall zu etwas Besonderem.  Wiki 

 

He's Out There (2018)

Der Publikumsliebling aus der späten "Dexter"-Phase und "The Handmaid's Tale" ist wie immer hübsch anzusehen und spielt solide genug, aber ein Werk tragen, dass fast ausschließlich von ihrer Performance lebt, ist dann doch so wenig sinnvoll, wie das zu dominante Einbinden ängstlicher Kinder, von denen eins zudem noch krank ist, um das Dilemma zu verstärken. Somit setzt man mehr auf Drama, anstatt auf Thrill, und bei so menschlichem Handeln des Killers, wäre eine düstere Umsetzung umso wichtiger gewesen, eben weil er nicht wie die (übernatürliche) Horrorfilmbedrohung daher kommt. Letztendlich interessiert es bei derartiger Routine kaum, wie es die Heldin schaffen wird, während das Schicksal ihres Ehemannes bereits viel zu früh für solch dünnen Plot verraten wird. Nett abgefilmt, okay gespielt, aber weder wirklich unterhaltsam, noch durch irgendetwas auffällig.  Wiki

 

Der Test des Piloten Pirx (1978)

Auch wenn ich von der Testphase persönlich gerne mehr gesehen hätte, so ist dieser polnisch-sowjetische Science Fiction doch auch in den anderen Phasen nicht uninteressant, da ein Großteil der Handlung philosophischer Natur ist. Das Spiel mit dem Unwissen um Kunstmensch oder nicht, verzuckert das Gedankenexperiment. Und man kann es dem Autor nur sehr anrechnen, dass sich der finale Kniff tatsächlich als cleverer Trick entpuppt, um eine dringend benötigte Antwort auf die Kernfrage des Experiments zu erhalten. Sicherlich fällt "Testflug zum Saturn" (Alternativtitel) an manchen Stellen zu redefreudig und in die Länge gezogen heraus, da habe ich mich oft gefragt warum man sich für manch weniger wichtigen Moment mehr Zeit gelassen hat, anstatt für den Testflug an sich, aber das Ergebnist ist mehr als längst überholtes Retro-Kino, es bleibt eine eher nüchtern vorgetragene, interessante Geschichte mit einfallsreichen Gedankengängen.  Wiki   


Blade - The Iron Cross (2020)

Mit Blade als beliebteste Puppe erhält die "Puppet Master"-Reihe dessen ersten Solo-Film (ich hätte da andere Favoriten gehabt). Und das Ergebnis entpuppt sich als einer der flotter zu guckenden Fortsetzungen, wird doch dank des Zusatzelementes um aggressive Zombies genug Spielerei integriert, um der dünnen Alibihandlung genügend Zunder zu bescheren. Da stört es dann wenig, dass Blade gar nicht so oft auftaucht, wie man meinen sollte. Und auch dass erneut ein Abenteuer zur Zeit des dritten Reiches spielt, geht damit in Ordnung. Ein gut aufgelegter Darsteller des irren Wissenschaftlers sorgt für den Rest inmitten von typischen Charles Band-Skurrilitäten, wie das auf Ed Wood-Art besetzte Muskelpaket in der Rolle des Helfers.  OFDb

23.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (2)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Margos Spuren (2015)

Die Geschichte mag manches Mal emotional recht distanziert erzählt sein, aber das hat seine Gründe und passt psychologisch zu den Fantastereien des Jungen, der im Klischee vergleichbarer Stoffe Recht behalten müsste, sowie zur Charakterzeichnung des abenteuerlichen Mädchens, nach dem gesucht wird. Anstatt uns den Standardschluss zu bescheren, erweist sich die Literaturverfilmung als erwachsen, wenn sie glaubwürdige Reifeprozesse an den beiden zentralen Figuren demonstriert.  Wiki 

 

Downsizing (2017)

Der vielschichtig reflektierende, sehr erwachsen erzählte "Downsizing" geht vielen Gedankengängen zum Thema Schrumpfen im gesellschaftlichen Zusammenhang nach, weiß auch politisch vielfältig zu überzeugen und beweist ein Verständnis für Psychologie gerade gegen Ende, wenn man zunächst vermutet, er würde auf den modernen politischen Zug der Klimawandelfanatiker aufsteigen. Der zu weit reichende Umweg unter Einbezug der asiatischen Zwangsgeschrumpften im letzten Drittel tut dem Gesamtergebnis jedoch nicht gut und tendiert in eine Richtung, in welcher das zentrale Thema zu lange ignoriert wird.  Wiki 


Thanksgiving (2023)

Sein satirisches Potential beweist der Streifen bereits in seiner längeren, pointenreich ausgekosteten Eingangssequenz, der theoretisch das klassische Slasherkonzept folgt. Dank spannender und kurzweiliger Umsetzung, sowie manch individuell anmutender Gore-Effekte erweist er sich dennoch als überdurchschnittlich, da er gekonnt inszeniert ist und sich keine größeren Schnitzer in Sachen Logik erlaubt, die für sein Sub-Genre unüblich wären.  Wiki

 

Brazil (1985)

Ich erkenne den hohen Einfluss auf andere Werke in "Brazil" und schätze seine tiefgehenden Gedanken, seine Pointenstärke, die Fantasie, die hier inhaltlich und in Bildern zelebriert wird. Aber "Brazil" ist gleichzeitig auch ein unzugänglicher Film für mich persönlich, so wie es mir noch mit fast jedem Werk von Terry Gilliam ging. Ich wurde nicht warm mit diesem wundervollen Film, den ich gern so sehr mögen würde, wie ich ihn schätze. Aber das ist leider nicht der Fall, emotional und in Identifikation mit der Hauptfigur ausgegrenzt, blieb er für mich zu sehr Theorie.  Wiki  

 

The Tracey Fragments (2007)

Die Idee einen Film über zeitgleich eingeblendete, kleine Fenster zu erzählen ist im Zeitalter des Internets eine gar nicht mal uninteressante, und mancher Freund von Neo-Kunst mag begeistert sein. Aber dieser Kunstaspekt hat eine Haltwertzeit, wenn er psychologisch nicht raffinierter greift. Und anstatt uns parallel verschiedene Szenarien zu zeigen, vergeigt man das Experiment mit nur leichten Zeitverzögerungen und Perspektivwechseln ein und der selben Szene zugleich. Dank emotionaler Distanz und mangelnder Identifikationsmöglichkeiten mit Tracey bleibt nur ein hektisches Stück Optik, das auf diese Art keine tieferen Einblicke gewährt und zu oberflächlich bleibt.  Wiki

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (1)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:


Come to Daddy (2019)

Ein sympathischer Elijah Wood hin oder her, "Come to Daddy" ist um zu viele Wendungen und Coolness bemüht, als dass seine teilweise gar nicht reizlosen Ideen tatsächlich für ein erwachsenes Publikum funktionieren könnten. Verspielt, brutal und locker, okay, verkrampft auf locker und cool getrimmt, nicht okay.  Wiki


Dread (2009)

Ein dreckiger Film, der sich in die verstörenden Seiten der menschlichen Psyche austobt, es mit Blick auf den hier tätigen Psychopathen zwar ein wenig übertreibt (nicht frei von Augenzwinkern), recht spannend erzählt aber mit Abartigkeiten zu schocken und zu provozieren weiß, inklusive sympathischer Schlussidee.  OFDb


Klute (1971)

Trotz seiner Themen bezüglich abseitiger Sexualtechniken wirkte "Klute" auf mich zu verkrampft erzählt. Die ruhige 70er Jahre-Art, die ich andernorts schätze, wirkte auf mich nicht aufgrund der Unnahbarkeit der Figuren und dem Gefühl, dass mir alles doch etwas arg gewollt auf intellektuell getrimmt vorkam.  Wiki

 

Wrecker - Death Truck (2015)

Plumpe Teenie-Variante von Spielbergs großartigem "Duell", der tatsächlich Schritt für Schritt dessen Szenario wiederkäuert, ohne die psychologischen Hintergründe und Zusammenhänge des Originals zu verstehen. So wird aus der Nacherzählung ein unreflektiertes Stück Idioten-Kino der peinlichen Art.  Wiki  


Dave Made a Maze (2017)

Herrlich durchgeknallter Fantasyfilm voll von kreativen Ideen, innovativ wirkenden Spezialeffekten, eingefangen in tollen Bildern und konsequent in seiner Erzählung. Ein gelungener Mix aus "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" und "Die Reise ins Labyrinth", pointenstark geschrieben, und absichtlich mit der Sinnlosigkeit der Ausgangsidee und den fehlenden Hintergrundinformationen arbeitend.  Wiki

22.02.2025

PANDORUM (2009)

Da ein Leben auf der Erde bald nicht mehr möglich ist, startet die Elysium, um einen weit entfernten, erdähnlichen Planeten anzusteuern, um diesen zu besiedeln. Als Bower aus dem Kälteschlaf mit nur wenig Erinnerungen erwacht, ist nichts wie geplant. Die Schicht, die er ersetzen soll, taucht nicht auf, das Raumschiff ist fast leer, und die einzig weitere Person namens Payton erinnert sich ebenfalls nur bedingt. Schnell stellt sich heraus, dass man an Bord nicht alleine ist. Eine gefährliche Spezies hat fast alles Leben ausgelöscht...

Bitteres Erwachen...

Eine fehlgeschlagene Mission, Menschenfresser und eine über allem schwebende, mögliche Erkrankung, genannt Pandorum, die den Geist von Weltraumreisenden verwirren kann, bilden die Grundlagen der Geschichte. Welcher Wahrnehmung kann man also vertrauen? Und welchem Menschen? Ist überhaupt wer betroffen? Das ist nicht die größte Sorge, geht es doch allein wegen der gefährlichen Aggressoren ums nackte Überleben. Und spätestens in der Phase, in der man erfährt, wie lange die Zustände auf der Elysium bereits herrschen, befindet man sich in einem faszinierende Szenario, das vielleicht nicht die innovativste Geschichte präsentiert, aber einen wunderbaren Mix verschiedener Ideen aus Film und Literatur des Genres Science Fiction. Überraschungen liefert "Pandorum" bis zum Schluss, seine packende, temporeiche Geschichte (nach einem ruhigen Beginn) wird von passend besetzten Darstellern getragen, und auch das Setting kann sich sehen lassen. Zum Geheim-Tipp wird der sich nett anschauende Mix aus Horror, Thriller und besagter Science Fiction jedoch nicht, da er sich phasenweise doch etwas zu gewöhnlich guckt, bzw. mit zu reißerischen Elementen etwas arg versucht das Massenpublikum zu begeistern. Was an psychologischen Spielereien mit Täuschung und der besagten Weltraumkrankheit zu funktionieren weiß, ist im zwischenmenschlichen Sinne nicht immer überzeugend ausgefallen. Besonders schwach fällt die Annäherung von Bower mit jener Frau aus, die schon einige Zeit unter den üblen Bedingungen überlebt hat und selbstverständlich niemandem vertraut. Bis die beiden zueinander finden und wie dies vonstatten geht, gehört zu den unglaubwürdigen Momenten des an sich professionell umgesetzten Filmes, dem genügend Geld zur Verfügung stand, um uns optisch gekonnt zu unterhalten. Die Wahrheiten, die sich am Ende offenbaren, der Pessimismus der innerhalb der düsteren Umsetzung lange Zeit dominiert, und die "jeder ist sich selbst überlassen"-Nummer, die an einem Ort herrscht, der für Fortschritt stand, während sich die Menschheit stattdessen zurück entwickelt hat, machen aus "Pandorum" trotz seiner Schönheitsfehler die angenehme und interessant erzählte Art Mainstream-Kino. Christian Alvarts Regiearbeit wird damit zum idealen Mix, der beide Arten Kinogänger glücklich machen kann.  Wiki

28.12.2024

DEMON FOREST (2008)

Ein Mann fährt zum vereinbarten Ort, mitten im Wald, um den Auftragskiller, den er zum Töten seiner Frau und ihres Liebhabers engagiert hat, dort zu treffen und die Sache gemeinsam durchzuziehen. Doch der Mörder entpuppt sich als Betrüger und hat besagten Ort zum entsprechenden Zeitpunkt nicht willkürlich gewählt, denn der Wald birgt ein Geheimnis, das nur eingeweihte Archäologen kennen: den Stamm der Zwergkannibalen, die genau jetzt Jagdsaison haben. Diese sollen die Durchführung der Morde übernehmen...

Bring mir einen Stock...

Ernst gemeint ist er nicht, der Film, der im Original den Titel "Night of the Flesh Eaters" trägt und unübersehbar mit einem höchst geringen Budget finanziert wurde, dies allerdings ohne in den Amateurfilmbereich abzurutschen. Zunächst wundert man sich über die gekünstelten Dialoge, die anfänglich nur die kleine, übliche Dosis Humor suggerieren, die auch ernstere Werke beinhalten, ohne zur Komödie zu werden, hier gestützt vom Klischee des harter Unternehmers, der ganz typisch einen Untergebenen fertig macht. Erst wenn der Auftraggeber des Mordes auf den Auftragskiller stößt, macht es nach einiger Zeit der Verwirrung Klick, das komplette Gespräch ist ziemlich unsinnig und wirr ausgefallen, immer mit einer Klarheit der Dinge und dem Selbstverständlichen spielend, während auffallend viele Dialogfetzen eine unnötige Wiederholung erfahren. Das ist lustig gemeint, aber auch anstrengend, also nicht so ganz mein Humor, auf den man aber konzentriert setzt, stets abgefilmt mit Nahaufnahmen weniger Gesichter im Dunkeln innerhalb eines Filmes, der bis zu diesem ausschweifenden Dialog kaum was von der Umgebung zeigt, optisch also arg dünn gesät ist. 

Mit der Auflösung der Identifikationen wirkt alles etwas weniger wirr, man bekommt sich orientiert die Komik bewusster verfolgen zu können, und die liegt nun darin begraben, dass ein Archäologe seinem Feind eine Falle gestellt hat, und sein Fachwissen nutze, um ihn nicht selbst töten zu müssen. Das übernehmen die Kreaturen eines magischen Zwergkannibalenstammes für ihn, so zumindest der Plan. Lustig ist das deshalb, weil dieser nicht hinhaut und alles was nun passiert vom Nichtauftragskiller per Fachwissen, durch das intensive Studium dieser Legenden, gewusst wird, so dass er und seine Begleitung Stück für Stück verstehen was warum passiert und warum sie im Arsch sind. Das wäre lustiger, wenn besagte Wiederholungen der Sätze, humoristisch gewollt hin oder her, nicht so penetrant Verwendung finden würden, und dies zudem vorgetragen in einer arg mauen, deutschen Synchronisation. Das ewige Gemaule der Ollen ging mir zudem doch was arg auf den Senkel, während das Schlaumeierische des "Helden" zu gefallen weiß, der stets alles was passiert mit seinem Fachwissen referiert. Die Frau trumpft immer dann, wenn sie naheliegende Schlussfolgerungen zieht, aufgrund dessen was sie über die Legende, mit der sie es zu tun haben, erzählt bekommt, Erkenntnisse die dem Fachmann selbst nicht kamen. 

Wenn dann noch ab und an ein kleiner Hauch "Die Ritter der Kokosnuss"-Komik aufkommt, wenn die Begegnung bestimmter Gestalten prophezeit wird, erhält "Demon Forest - Sie werden euch fressen" (Alternativtitel) bei der Konfrontation mit diesen und anderen Personen kurzfristig einen angenehmen Unterhaltungswert, was aber viel zu spät geschieht, um nun doch noch von einem gelungenen, kleinen Beitrag zu sprechen. Seine plumpen Spezialeffekte sind hübsch anzuschauen, ich mag die schwer erkennbaren Kreaturen zu Beginn der Hauptgeschichte, ebenso wie die individuelle Humorrichtung, die der Versuchung des obligatorischen Splatstick widerstehen kann, und ich mag die einzelnen Phasen der Entwicklung der Prophezeiung, zu deren Teil die Protagonisten und Antagonisten in einer Geschichte ohne Sympathiecharaktere ungewünscht selbst werden. Aber all dies ist in dieser arg trockenen Umsetzung, auch im zu aufgesagten Humorbereich, schlichtweg kein Stoff für einen 80-Minüter. Als Kurzfilm von 30 Minuten plus/minus hätte aus der zweiten Regiearbeit von J.R. McGarrity etwas Charmantes und Kurzweiliges werden können. So wie umgesetzt, nervt das Gesamtergebnis zu sehr, trotz seiner Pluspunkte. 

"Demon Forest" ist ein Projekt, das ich gern mehr mögen würde. Zumindest ist er anders als die meisten Werke ausgefallen, die als Horrorprodukt auf den deutschen DVD-Markt veröffentlicht werden, egal ob nun im Bereich Horror, humoristischer Horror, erste Arbeiten oder inhaltlich betrachtet. Wir haben es quasi mit einem theoretisch interessanten Film für ein Publikum zu tun, das sich gerne auch mal neugierig auf etwas ganz anderes einlassen kann, um interessiert festzustellen, woran die nette Idee letztendlich scheitert. Wer tapfer dran bleibt, wird zumindest mit einer netten Schluss-Pointe belohnt.  OFDb

02.12.2024

ADVENTURELAND (2009)

Weil sich seine Eltern sein Studium, anders als geplant, doch nicht leisten können, nimmt James einen Job als Spielebegleiter in einem Freizeitpark an und verliebt sich in die weit erfahrenere Kollegin Em. Als es zwischen den beiden funkt, steht Em ihre Vergangenheit im Weg, von der sie James bislang nicht berichtete...

Betrügereien im Spiel, nicht in der Liebe...

"Adventureland" kommt überraschend unaufgeregt daher, selbst die obligatorischen auf sonderbar getrimmten Randfiguren betreffend. Das ist Fluch und Segen zugleich für den Film, fühlt sich doch die Hauptfigur des James, wie gewohnt gekonnt verkörpert von Jesse Eisenberg, unerfahren, aber nicht schüchtern an, zurückhaltend, aber nicht feige, reflektierend, aber nicht verkopft. Das macht ihn zu einer angenehmen Identifikationsfigur. Und im Gegensatz zu ihrem großen Erfolg "Twilight" wirkt Kristen Stewart dank ihrer herrlichen Anti-Aufmachung unglaublich niedlich, mit ihrem enttäuschten Blick vom Leben, dem Abfinden mit wenig Erwartungen und dem Aufleuchten in ihren Augen, dass sich da wer ehrlich für sie interessiert. Auch den Part des sich schuldig Fühlens beherrscht sie, umso überraschter war ich, dass sie selbst in der Phase des zu erwartenden Happy Ends noch immer viel zu kränklich und depressiv wirkte, anstatt glücklich darüber ihre Liebe gegen alle Erwartungen doch noch bestätigt und ausgelebt zu bekommen. Das verwässert das an sich romantische, aber sehr typisch inszenierte Finale etwas zu sehr. Und die angenehm unaufgeregte, relativ bodenständige Art der Gesamtgeschichte, tendiert aufgrund der überraschungsfreien Standardgeschichte ab und an zur Austauschbarkeit. Letztendlich siegt jedoch die Wohlfühl-Atmosphäre, eben weil die Figuren sympathischer Natur sind, kleine Rollen ebenso wie große, unschuldige ebenso wie durchtriebene. Selbst die "Bösewichter" bleiben Alltag, werden nicht zu fiesen Kinofiguren, und das ist für eine US-Romanze, die eine derart häufig ähnlich erzählte Klischee-Geschichte besitzt, schon recht ungewöhnlich. Der meist sexuell geartete Provo-Humor von Greg Mottolas vorangegangener Regiearbeit "Superbad" ist glücklicher Weise nicht vorhanden, hätte dies den stillen Tönen, mit denen "Adventureland" trumpft, doch trotz gelegentlich lauterer Momente geschadet. Es ist erstaunlich dass ihm mit der wilderen Komödie trotzdem das bessere Werk gelungen ist, als mit dieser angenehm zurückhaltenden Tragikomödie, die aus seiner eigenen Feder stammt.  Wiki

01.12.2024

THE LOVED ONES - PRETTY IN BLOOD (2009)

Am Tag des Abschlussballs wird ein Teenager von einer Mitschülerin entführt, deren Frage auf ein Date für besagte Feier er ablehnte. Bei ihr zu Hause erwachend, muss er erfahren, wie geisteskrank die von Papa unterstützte und verwöhnte Jugendliche ist, die ihren persönlichen Abschlussball auf höchst morbide Art zelebriert. Und das Opfer muss erkennen, dass es schon Jungs vor ihm gab, die durch diese Hölle gehen mussten...

Ehemaligentreff unter dem Fußboden...

"The Loved Ones" (Originaltitel) besitzt eine überzeugend agierende Aggressorin, der man das verwöhnte Ich ebenso abkauft, wie das völlig verstörte. Und was uns die Verantwortlichen des Inhalts an Grausamkeiten vorlegen, durch welche die Hauptfigur durch muss, ist nicht von schlechten Eltern, gleichzeitig aber auch nicht mit Grausamkeiten überfrachtet. Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen Folterfilm, zwar einer der satirischen Art, der augenzwinkernd thematisiert ist, dennoch aber auf nichts weiter aufbaut. Glaubwürdigkeit oder nicht mögen damit aufgrund des übertriebenen Comiccharakters aufgefangen sein, als vollkommen ausgefüllter Film schaut sich das Ergebnis jedoch für mich nicht an. Die Chose guckt sich eher wie eine Kurzgeschichte, und entsprechend lang ist sie ausgedehnt, mit allerhand streckenden Dialogen, meist durch die selbstgerechten Beweggründe und Beobachtungen der Psychopathin angewendet. Das Gesamtergebnis ist nicht ohne manch charmante Idee erzählt und technisch gut umgesetzt, es handelt sich um keinen billig hingeschluderten Film, aber mir reicht es einfach nicht aus einem Psychopathen dabei zuzusehen, wie er anderen Leid antut. 

Die sympathischen Ideen, die daraus etwas halbwegs Eigenständiges zaubern, sind in meinen Augen Pluspunkte und Negativpunkte zugleich. So ist es durchaus humoristisch wertvoll, wie herrlich unterwürfig Papa das ganze begleitet, der seine Tochter schon immer verzogen hat. Doch selbst obwohl er mit ansehen musste, wie sogar seine Frau Opfer der Brut wurde, so ist sein Agieren doch eben nur Comicübertreibung und nichts, was psychologisch reflektiert als tiefer gehende Satire funktionieren würde. Selbiges gilt für die Psycho-Tochter. All das grotesk Gezeigte bleibt oberflächlich, die Übertreibung hat auszureichen. Und so begnügt man sich es beim schwarzen Humor zu belassen, viel mehr hat "The Loved Ones" nicht zu bieten. Der wahre Spannungsgehalt findet sich in den Fragen, ob Außenstehenden klar wird, wo sich der vermisste Schüler befindet, und ob er gerettet werden kann, oder gar sich selbst gerettet bekommt. Doch dieser Aspekt steht zu weit hinten an, selbst wenn man Szenen außerhalb des Elternhauses der Psychopathin beiwohnt, immerhin bekommen selbst diese (gar nicht unwitzige) Humormomente beschert, die den Verantwortlichen wichtiger waren, als das Vorankommen der eigentlichen dünnen Geschichte. 

Das Werk von Sean Byrne, der 6 Jahre später "Devil's Candy" folgen ließ, besitzt durchaus seine Momente mit denen ich sympathisiere, so z.B. der Fluchtversuch der Hauptfigur, oder die Idee die zukünftige Psychopathin zunächst niedlich selbstbewusst darin zu zeigen, wie sie sich überwindet ihren heimlich Angebeteten nach dem begehrten Ball-Date zu fragen. Aber Filme wie dieser hinterlassen bei mir den Eindruck, ich sei allmählich zu alt für sie, während andere Beiträge meine Liebe zum Genre weiterhin bestätigen. Deswegen betrachte ich ihn eher als wackelig geraten, anstatt die Ursache seines Misslingens bei mir zu suchen.  Wiki