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10.02.2019

INDEPENDENCE DAY 2 - WIEDERKEHR (2016)

Dass man von Roland Emmerich keinen Geniestreich erwarten würde, dürfte wohl klar sein. Und dass man wieder sein patriotisches Weltbild ertragen muss, gekleidet in Stereotype, Klischees und Pathos, müsste ebenso jedem klar sein. Mehr Kawumm würde man ebenfalls von dem Meister des plumpen Mainstreams erwarten, das ist in gewisser Weise auch gegeben, schließlich schenkt uns "Independence Day - Wiederkehr" wenig Atempausen, es fühlt sich jedoch gar nicht so an. Das interessanteste und überraschendste Merkmal der Fortsetzung des recht tauglichen Vorgängers ist die, dass Emmerich aufgeregendes erzählt, aber unaufgeregt umsetzt. Vor dem Abspann hätte man noch eine große Actionsequenz erwartet, so zahm wie sich das Sequel guckt, aber nein, das war es tatsächlich, den Sieg leichter errungen als man meinen sollte.

Eine wirkliche Gefahr scheinen die Außerirdischen nicht mehr zu sein. Sie zerstören zwar wieder allerhand, etliche Menschenleben werden eingefordert, und doch ist "Independence Day: Resurgences" (Originaltitel) in eine Gleichgültigkeit getaucht, die den Angriff der Invasoren wie ein sich wöchentlich wiederholendes Ärgernis anfühlen lässt, aber nicht gerade, wie es trotz aller Schwächen selbst das Original schaffte, wie das Womögliche Auslöschen der kompletten menschlichen Rasse auf diesem Planeten. Emmerich interessiert sich mehr für Selbstzitate, das Erschaffen von Ritualen für mögliche kommende Fortsetzung irgendwann und für das Wiedererkennen von Figuren. Die Rolle Bill Pullmans ist zumindest halbwegs interessant ausgefallen, aber auch er spielt in diesem unaufgeregten Werk nur mit halber Backe, bis sein Charakter endlich ableben darf. Der Rest, ob bekannt oder nur an bekannten Figuren des Erstlings orientiert, interessiert so wenig die Bohne wie der komplette Stoff.

Zwar ist das Ganze irgendwie trotzdem so kurzweilige inszeniert, dass man bis zum Schluss dran bleibt, aber gerade in Zeiten sich stets überbietender Blockbuster ist am Ende diese Ernüchterung da. Aha, das war es also. Hätte man mir vorher vom Zustand der Fortsetzung erzählt, ich hätte mich gefreut, klingt doch in Zeiten von zu viel Schauwerten im Popkornfilm ein Zurückfahren nach dem typischen weniger ist mehr. Aber in einer Figuren- und Klischeewelt Emmerichs braucht man scheinbar diese Schauwerte, um die eigentliche Leere zu überschatten. Und die offenbart sich in "IDR" (Alternativtitel) geradezu erschreckend.

Glücklicher Weise mag ein gewisser Grad unfreiwilliger Komik zusätzlichen Sehwert bescheren. So konzentriert sich zwar das erschaffene alternative Weltbild nach dem Alienkrieg auf den technischen Fortschritten die aufgrund außerirdischer Technik seit dem gemacht wurden, aber trotz aller herben Verluste und Zerstörungen der ersten Invasion ist man gesellschaftlich so dekadent geraten wie heute üblich in den USA, und die Bevölkerungsdichte entspricht auch nicht gerade dem, was sich nach Teil 1 hätte fortpflanzen können. Kurzum ist das Amerika hier im Film das glattgebügelte, aber technisch weiterentwickelte Amerika von heute, zumindest aus der Sicht naiver Menschen. Selbst bei geringer Erwartungshaltung habe ich tatsächlich mehr erwartet. Mit seinem mickrigen, fast gleichgültig bekämpften zweiten Invasionsversuch hat mich der Schwabe überraschend negativ überrumpelt.  OFDb

19.03.2016

ARAC ATTACK - ANGRIFF DER ACHTBEINIGEN MONSTER (2002)

„Arac Attack“ gehört zu jenen Filmen, die mir einst besser gefielen als heute. Mag sein dass der CGI-verwöhnte Blick heutiger Tage mit dran schuld ist. Immerhin staunten wir seinerzeit nicht schlecht über diverse Szenen, wie die Verfolgungsjagd per Motorrad, die so flott vor der Zeit der Computeranimationen nie hätte umgesetzt werden können, während sich die Effekte doch heutzutage im Gegensatz zu denen aus dem Ur-Vater des CGI, „Jurassic Park“, arg veraltet gucken, sich zwar immer noch von den Billiganimationen der SyFy-Horrorbeiträge qualitativ abheben, aber so riesig ist der Unterschied nun auch nicht mehr zu nennen, als dass man als Nichtwisser erraten könnte, dass wir es mit dem hier besprochenen Werk mit einer Kinoproduktion zu tun haben.

Emmerich entdeckte damals Elkayems Kurzfilm „Larger Than Life“, der ihn dazu inspirierte einen recht hoch finanzierten Langfilm zu produzieren und Elkayem erneut die Regie zu überlassen. Während das Original nah am klassischen Gruselfilm witzelte, sollte es in der Kino-Langversion ordentlich auf der Leinwand krachen - typisch Emmerich eben, zum Glück aber nicht von ihm persönlich umgesetzt. Elkayem gibt sich sichtlich Mühe, was man vom Klischee-beladenen Drehbuch nicht gerade behaupten kann, und sein Einstieg in die Geschichte erinnert sicher nicht zufällig an Wiederhorns „Return of the Living Dead 2“, drehte der gute Mann doch kurz nach seinem Spinnenfilm die billig produzierten Fortsetzungen „Return of the Living Dead 4“ und „Return of the Living Dead 5“.

„Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster“ (Alternativtitel) schlägt sich für eine solch vorhersehbare Handlung recht wacker, was aber nicht wirklich an der prominenten Besetzung liegt, denn die damals noch sehr junge Scarlett Johansson und der unterforderte David Arquette geben eine recht blasse Vorstellung ab und heben sich nicht von den hohlen Stereotype-Charakteren ab neben denen sie spielen dürfen. Die Effekte wissen noch immer einiges zu retten, aber freilich nicht mehr so viel wie damals, und anfangs weiß auch die humorvolle Umsetzung positiv auf das Gesamtbild zu wirken, gerade auch im musikalischen Bereich, wenn entweder verspielt das klassische Itsy Bitsy Spider variiert wird, oder die Hintergrundmusik ganz offensichtlich den Komödienaspekt des Streifens hervorhebt.

Zunächst weiß auch noch der comicartige Umgang mit den Monstern für ein paar Lacher zu sorgen, z.B. wenn eine Spinne erschrocken zur Seite guckt, bevor sie erschossen wird. Aber mit der Zeit häufen sich diese Albernheiten selbst für einen humoristisch gemeinten Horrorfilm zu sehr und es entsteht ein unpassendes Anhäufen „Gremlins“-ähnlicher Komik, meist durch die dämlich-niedlichen Laute der Viecher verursacht, was „Eight Legged Freaks“ (Originaltitel) einen zu infantilen Touch beschert - ebenso wie das Plappermaul vom Radiosender, welches lediglich nervt anstatt zu belustigen.

Von dem kleinen, ebenso nervigen Schlaumeier-Jungen, mit dem die Geschichte beginnt, braucht man eigentlich gar nicht erst zu reden. Der wird aber zumindest kürzer gehalten als es möglich gewesen wäre, was aber nicht daran liegt dass Elkayem erkannt hat dass er dem Publikum damit etwas Gutes tut. Es hat viel eher damit zu tun, dass so ziemlich jeder klassische Klischee-Storyaspekt, von dem die Amis glauben er müsse zwingend in eine solche Geschichte integriert werden, auf die Schnelle lieblos abgearbeitet wird, weil ansonsten zu wenig Zeit für Spinnenaction bleibt.

Die langweilt zumindest nicht wie bei Werken wie „Arachnoquake“ oder „Spider City“, eben weil sie nie monton ausgefallen ist, sondern immer wieder etwas Neues bieten möchte. Aber mir wären besser herausgearbeitete Hintergründe, Situationen und Charaktere lieber gewesen als diese Nonstop-CGI-Action, so gelungen sie für ihre Zeit auch ausgefallen sein mag. Aufgrund dieser kann man „Arac Attack“ auch durchaus mal gucken ohne bei geringer Erwartungen all zu sehr enttäuscht zu werden. Aber für einen Kinofilm ist Elroys Werk doch wesentlich plumper ausgefallen als für seine Zeit üblich. Aber auch wenn man es aufgrund meiner negativen Worte kaum herauslesen kann, als kleiner Spinnen-Horror für zwischendurch geht der zu albern geratene „Eight Legged Freaks“ durchaus geistfrei in Ordnung.  OFDb